Erythrasma (Zwergflechte)

Ein Erythrasma ist eine bakterielle Hauterkrankung. Sie äußert sich durch eine scharf begrenzte, glatte Verfärbung der Haut, die sich im Verlauf der Krankheit vergrößert. Es sind mehr Männer davon betroffen als Frauen. Besonders häufig treten die Symptome im Bereich der Achseln und der Leisten auf. Auch Körperbereiche in denen Hautfalten vorhanden sind, sind häufige Infektionsherde. Eine Zwergflechte ist durch die Behandlung mit Cremes oder Salben in den meisten Fällen leicht unter Kontrolle zu bringen.


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Zuletzt aktualisiert: 18. März, 2020



Was versteht die Medizin unter einem Erythrasma?

Ein Erythrasma (Zwergflechte, Baerensprungsche Krankheit) ist eine Infektion der Haut, ausgelöst von Bakterien des Typs Corynebacterium minutissimum. Der Erreger ist als Komponente des normalen Hautmilieus auch auf der gesunden Haut zu finden. Etwa fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung sind davon betroffen. Die Symptome ähneln jener einer Pilzinfektion, daher auch die Bezeichnung als „Pseudomykose“.

Ein Erythrasma ist eine Infektion der Haut, ausgelöst von Bakterien des Typs Corynebacterium minutissimum

Wie sehen die Symptome einer Erythrasma Infektion aus?

Die Zwergflechte kennzeichnet sich durch scharf begrenzte, glatte rötliche Verfärbungen. Diese vergrößern sich und können dadurch auch zusammenwachsen. In einem solchen Fall entsteht ein schuppender Bereich auf der Haut, der eine gelblich-braune Färbung entwickelt. Die betroffenen Stellen weisen keine Erhebungen auf, auch Quaddeln oder Verkrustungen bilden sich nicht. Allerdings kommt es häufig zu einer Verhärtung der betroffenen Hautareale.

Juckreiz besteht im Normalfall nicht, kann aber bei manchen Patienten auftreten. Oft verläuft die Krankheit asymptomatisch. Tritt die Zwergflechte allerdings im Genitalbereich auf, ist das oft mit Schmerzen und Juckreiz verbunden. Das wirkt sich sehr negativ auf die Lebensqualität des Patienten aus. Oft breitet sich ein Erythrasma auch auf benachbarte Regionen aus. Häufig kommt es gleichzeitig zu anderen Hautbeschwerden, wie zum Beispiel einer Dermatitis.

Wenn Schuppen auftreten oder sich ein Erythrasma mit Juckreiz oder Schmerzen zeigt, solltest Du unbedingt einen Arzt aufsuchen. Ob es sich bei diesen Symptomen um ein Erythrasma oder um eine andere Erkrankung der Haut, wie zum Beispiel eine Pilzinfektion, Psoriasis (Schuppenflechte), Kontaktdermatitis oder ein seborrhoisches Ekzem handelt, kann nur ein Hautarzt feststellen.

Wie ist der Verlauf eines Erythrasmas?

Die Zwergflechte ist zwar eine harmlose Infektionskrankheit der Haut, in Kombination mit Erkrankungen wie Hyperhidrose (verstärktes Schwitzen) oder Diabetes mellitus verläuft sie jedoch oftmals chronisch.

Die Krankheit entwickelt sich langsam. Manchmal kommt es zu Juckreiz und kosmetischen Beschwerden. Gefährliche Komplikationen treten in der Regel nicht auf. Ein Erythramsma hat keine Auswirkungen auf die Lebenserwartung und die Symptome lassen sich mit einer einfachen Therapie gut lindern und die weitere Ausbreitung einschränken. Vor allem, wenn die Patienten auf die richtige Körperpflege achten, verschwinden die Symptome schnell.

Obwohl die Prognose gut ist, kann es im Verlauf des Lebens immer wieder zu einem Rückfall kommen. Doch auch in einem solchen Fall ist die Prognose günstig. Um einen Rückfall zu vermeiden, ist es empfehlenswert, Ursachenforschung zu betreiben und diese, wenn möglich, zu bekämpfen.

Was sind die Ursachen eines Erythrasmas?

Die Bakterien, die ein Erythrasma auslösen, sind auch auf der gesunden Haut zu finden. Eine gestörte Hautflora, zum Beispiel durch vermehrte Schweißbildung oder Wärmeentwicklung, führt dazu, dass sich die Bakterien vermehren. Dann infiziert sich auch die oberste Epidermisschicht. Der Stoffwechsel der Bakterien löst in weiterer Folge das Keratin auf. Durch das Fehlen dieses wichtigen Hauptbestandteils der Haut kommt es zu den charakteristischen Hautveränderungen.

Die Bakterien, die ein Erythrasma auslösen, sind auch auf der gesunden Haut zu finden. Eine gestörte Hautflora, zum Beispiel durch vermehrte Schweißbildung oder Wärmeentwicklung, führt dazu, dass sich die Bakterien vermehren

Menschen die an krankhaftem Schwitzen (Hyperhidrose), Adipositas oder Diabetes mellitus leiden, haben ein erhöhtes Risiko. Ebenso wie Menschen die Immunsuppressiva einnehmen müssen (z.B. bei der Behandlung einer HIV-Infektion).

Wie lässt sich ein Erythrasma diagnostizieren?

Der Arzt stellt die Diagnose eines Erythrasmas auf Basis der typischen Hautveränderungen. Eine spezielle UV-Lampe bzw. Schwarzlicht (Wood-Lampe) zeigt die Pigmentveränderungen und die Erregerherde auf der Haut. Ein Erythrasma leuchtet bei Bestrahlung mit einer UV-Lampe rot bzw. korallenfarben. Mikroskopisch kann der Arzt durch Gram-Färbung nachweisen. Die Erreger sind gram-positiv, das heißt, sie weisen eine Blaufärbung auf.

Wer ist am häufigsten davon betroffen?

Männer sind sowohl von der akuten, als auch von der chronischen Form des Erythrasmas häufiger betroffen als Frauen. Menschen die an Hyperhidrose, Diabetes mellitus oder Adipositas leiden, haben ein höheres Risiko daran zu erkranken.

Welche Körperstellen sind am häufigsten betroffen?

Meist treten die für ein Erythrasma typischen Verfärbungen im Bereich von Hautfalten auf. Dazu gehören Achseln, Leisten, die Pofalte und der Bereich unter der Brust. Grund dafür ist, dass es in diesen Körperbereichen zu vermehrter Schweißbildung kommt. Das beeinträchtigt den Säurehaushalt der Haut. Häufig sind auch die Zehenzwischenräume betroffen, mitunter sind die Symptome schwer von Fußpilz zu unterscheiden. Auch symmetrisch auftretende Herde an den Oberschenkeln oder am Hodensack (Skrotum) sind ein typisches Symptom der Zwergflechte.

Welche Folgen hat ein Erythrasma für den Betroffenen?

Die Symptome, die bei einer Zwergflechte auf der Haut sichtbar werden, wirken sich negativ auf die Ästhetik des Betroffenen aus. Sie fühlen sich in ihrer Haut nicht mehr wohl. Viele Patienten leiden in weiterer Folge an Minderwertigkeitskomplexen oder einem verringerten Selbstwertgefühl. Bei manchen kommt es auch zu einer Depression. Betroffene Kinder müssen aufgrund ihrer Symptome häufig Mobbing oder Hänseleien ertragen. Das hat oft massive Auswirkungen auf die Psyche des Kindes.

Wie lässt sich ein Erythrasma behandeln?

Die Behandlung erfolgt durch eine lokale Antibiotika-Therapie der erkrankten Hautareale mit speziellen Salben, Cremes oder Lösungen, die die Wirkstoffe wie Imidazol-, Fusidinsäure oder Benzoesäure enthalten. Diese trocknen die betroffenen Hautareale aus. Gleichzeitig haben sie eine antimikrobielle Wirkung. Auch eine systemische oder orale Behandlung ist in schwerwiegenden Fällen möglich. In diesem Fall kommen die Wirkstoff Erythromycin oder Clarithromycin sowie gegebenenfalls Penicillin zum Einsatz. Eine Alternative zu pharmakologischen Behandlungsansätzen ist die photodynamische Therapie. Dabei wird der betroffene Hautbereich mit einer Rotlicht-Lampe bestrahlt.

Die Behandlung erfolgt durch eine lokale Antibiotika-Therapie der erkrankten Hautareale mit speziellen Salben, Cremes oder Lösungen, die die Wirkstoffe wie Imidazol-, Fusidinsäure oder Benzoesäure enthalten

Üblicherweise kommt es bei einer medikamentösen Therapie innerhalb von wenigen Tagen zu deutlichen Verbesserungen des Hautbilds. Ungefähr nach zwei Wochen sind die meisten Patienten wieder beschwerdefrei. Kommt es im Zuge der Zwergflechte zu einer psychischen Verstimmung oder Symptomen einer Depression, sollten auch diese behandelt werden.

Bei wiederholtem Auftreten eines Erythrasmas kann eine vorbeugende Behandlung mit einem antimikrobiell wirkenden Therapeutikum sinnvoll sein. Dieses trägst Du ein- bis zweimal pro Monat auf die entsprechenden Hautbereiche auf.

Ist ein Erythrasma ansteckend?

Die Bakterien, die ein Erythrasma auslösen, sind eigentlich bei allen Menschen auf der Haut vorzufinden. Die Symptome einer Zwergflechte treten auf, wenn diese Bakterien zum Beispiel aufgrund einer ständig feuchten Haut oder aufgrund von Verletzungen günstige Bedingungen vorfinden und sich deshalb stark vermehren.

Was kann ich selbst gegen ein Erythrasma tun?

Obwohl die Zwergflechte eine harmlose, oberflächliche, bakterieller Infektion ist, kann sie leicht chronisch werden. Deshalb solltest Du bei entsprechenden Symptomen Deinen Hausarzt aufsuchen. Das ist vor allem dann wichtig, wenn Du zu Personen mit einem erhöhten Risiko zählst (Menschen mit Diabetes mellitus, Übergewicht oder schwachem Immunsystem).

Wenn Du an Erythrasma leidest, solltest Du besonders auf Deine Körperhygiene achten, es aber damit nicht übertreiben. Mit der richtigen Hautpflege kannst Du dazu beitragen, die Hautflora schnell wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Das geht mit einer Genesung der betroffenen Stellen einher. Die betroffenen Hautbereiche müssen regelmäßig gereinigt werden. Mit Seifen, die einen sauren pH-Wert haben oder sogenannten synthetischen Detergenzien  (synthetisch hergestellte Waschsubstanzen) trägst Du zur Stabilisierung der Hautflora bei. Verwende seifen- und parfümfreie Waschlotionen. Auf die Verwendung von feuchtigkeitspendenden oder fettenden Cremes oder Salben solltest Du hingegen verzichten.

Halte die betroffenen Hautbereiche möglichst trocken. Achte nach dem Duschen oder Baden darauf, diese Stellen besonders gründlich abzutrocknen. Idealerweise solltest Du jedes Mal ein frisches, sauberes Handtuch verwenden. Wenn Du Sport gemacht hast und deshalb ins Schwitzen geraten bist, solltest Du so bald wie möglich duschen. Verzichte auf eng anliegende Kleidung.

Wenn Du übergewichtig bist, kannst Du die betroffenen Hautfalten mit feuchtigkeitsabweisendem Puder, Mullbinden oder Leinenlappen trocken halten. Umso besser Du Dich bei einer medikamentösen Behandlung an die Anweisung des Arztes hältst, umso besser sind auch die Aussichten auf eine rasche und dauerhafte Linderung der Symptome.

Wie kann ich das Erythrasma vorbeugen?

Du solltest darauf verzichten eng anliegende Kleidung zu tragen. Vor allem, wenn Du an vermehrter Schweißbildung leidest, ist es ratsam darauf zu achten, dass Deine Bekleidung luftdurchlässig und atmungsaktiv ist. Wenn Du übergewichtig bist, solltest Du daran arbeiten Dein Gewicht mit gesunder, kalorienarmer Ernährung und ausreichend Bewegung zu reduzieren. Dies ist nicht nur sinnvoll, um einem Erythrasma vorzubeugen, sondern auch einer ganzen Reihe an weiteren Krankheiten.

Nach dem Sport solltest Du so schnell wie möglich duschen, damit sich keine Bakterien vermehren können

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Diagnose und Therapie von Erythrasma. Solltest Du Bedenken haben, dann kannst Du jederzeit bei Deinem Arzt oder Versicherungsträger nachfragen.


Dauer Dauer

Bis zu 4 Wochen

Ausfallzeit Ausfallzeit

Keine

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

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Das Wichtigste zusammengefasst

Erythrasma ist eine harmlose bakterielle Hautinfektion


Betroffen sind überwiegend Männer. Personen mit Diabetes mellitus, geschwächtem Immunsystem, Übergewicht, sowie Menschen, die stark schwitzen, haben ein erhöhtes Risiko


Die Therapie erfolgt zunächst lokal durch das Auftragen von Salben oder Cremes. In schweren Fällen auch systemisch oder in Tablettenform. Auch die Bestrahlung mit Rotlicht ist hilfreich


Zusätzlich ist es wichtig, dass der Betroffene auf ausreichend Körperhygiene achtet und die betroffenen Hautareale trocken hält

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