Du gibst ein, wann Du aufstehen oder schlafen gehen möchtest, und optional Dein Alter, Deine übliche Einschlafzeit und eine abweichende Zykluslänge. Du erhältst passende Schlafens- oder Weckzeiten für vier bis sechs Schlafzyklen und eine Einordnung Deiner Schlafdauer.
Das Wichtigste in Kürze
Der Schlafrechner rechnet von der gewünschten Aufstehzeit rückwärts oder von der Schlafenszeit vorwärts in Schlafzyklen von etwa 90 Minuten. Zusätzlich vergleicht er die geplante Schlafdauer mit den Empfehlungen für das eigene Alter.
Schlafzyklen sind nicht bei allen Menschen und nicht in jeder Nacht gleich lang. Die vorgeschlagenen Zeiten sind deshalb Näherungswerte, keine exakten Weckpunkte.
Dass man sich am Ende eines Zyklus frischer fühlt, ist plausibel, aber durch Studien nur schwach belegt. Ausreichend lange und regelmäßige Schlafzeiten sind nach heutigem Wissen wichtiger als die genaue Minute.
Wer trotz ausreichender Bettzeit dauerhaft müde ist, schnarcht und Atemaussetzer hat oder über Monate schlecht schläft, sollte das ärztlich abklären lassen. Das Ergebnis des Rechners ersetzt keine ärztliche Beratung.
Ein Schlafrechner beantwortet eine Alltagsfrage: Wann sollte man ins Bett gehen, um zur gewünschten Zeit ausgeschlafen aufzustehen? Er stützt sich darauf, dass der Schlaf in wiederkehrenden Zyklen aus Leichtschlaf, Tiefschlaf und Traumschlaf verläuft. Wer zwischen zwei Zyklen aufwacht, wacht aus einer leichteren Schlafphase auf als mitten im Tiefschlaf.
Diese Grundidee ist schlafmedizinisch gut beschrieben, die Rechenregel dahinter aber eine Vereinfachung. Wie viel Schlaf ein Mensch tatsächlich braucht, hängt vom Alter und von persönlichen Faktoren ab. Wie lange dauert ein Schlafzyklus, wie viel Schlaf wird in welchem Alter empfohlen, und wann steckt hinter schlechtem Schlaf mehr als eine ungünstige Weckzeit?
Wie berechnet ein Schlafrechner die ideale Schlafenszeit?
Ein Schlafrechner arbeitet mit drei Größen: der Zeit bis zum Einschlafen, der Länge eines Schlafzyklus und der Zahl der Zyklen, die man schlafen möchte. Aus diesen Werten ergibt sich entweder die passende Schlafenszeit für eine feste Aufstehzeit oder die passende Weckzeit für eine feste Schlafenszeit. Die Berechnung läuft vollständig in Deinem Browser, es werden keine Eingaben gespeichert.
Wie lange dauert ein Schlafzyklus?
Ein Schlafzyklus ist die Abfolge vom Leichtschlaf über den Tiefschlaf bis zum Traumschlaf. Mary Carskadon und William Dement beschreiben im Standardlehrbuch Principles and Practice of Sleep Medicine (Ausgabe 2017), dass der erste Zyklus einer Nacht etwa 70 bis 100 Minuten dauert und die späteren Zyklen etwa 90 bis 120 Minuten. Als Durchschnitt hat sich ein Wert von rund 90 Minuten eingebürgert, den auch die meisten Rechner verwenden.
Irwin Feinberg und Thomas Floyd zeigten bereits 1979 in der Zeitschrift Psychophysiology, dass sich die Zykluslänge im Verlauf der Nacht und zwischen Personen deutlich unterscheidet. Ein Schlafrechner mit festen 90 Minuten kann deshalb nach mehreren Zyklen deutlich neben dem tatsächlichen Verlauf liegen, weil sich kleine Abweichungen pro Zyklus aufaddieren. Der Rechner erlaubt es daher, eine eigene Zykluslänge zwischen 70 und 120 Minuten einzustellen.
Welche Schlafphasen durchläuft man in einer Nacht?
Die amerikanische Fachgesellschaft für Schlafmedizin (AASM) teilt den Schlaf in vier Stadien ein. Jede Schlafphase hat ihre eigenen Merkmale im Hirnstrombild:
- N1, der Übergang vom Wachsein in den Schlaf, dauert meist nur wenige Minuten.
- N2, der stabile Leichtschlaf, nimmt bei Erwachsenen den größten Teil der Nacht ein.
- N3, der Tiefschlaf, ist die Phase mit langsamen Hirnwellen, aus der man am schwersten aufwacht.
- REM-Schlaf, benannt nach den schnellen Augenbewegungen, ist die Phase mit den meisten lebhaften Träumen; die Muskulatur ist dabei weitgehend erschlafft.
Tiefschlaf und REM-Schlaf verteilen sich nicht gleichmäßig. Die Tiefschlafphase überwiegt nach Carskadon und Dement in der ersten Nachthälfte, der REM-Schlaf in der zweiten. Wer die Nacht verkürzt, verliert deshalb vor allem REM-Schlaf, wer spät einschläft, verschiebt das Muster.
Wie lautet die Formel für die Rückwärtsrechnung?
Wer eine feste Aufstehzeit hat, rechnet rückwärts. Die Formel lautet: Schlafenszeit = Aufstehzeit − (Anzahl der Zyklen × Zykluslänge) − Einschlafzeit. Als Einschlafzeit verwendet der Rechner standardmäßig 15 Minuten, ein Wert, der für gesunde Erwachsene im üblichen Bereich liegt.
Maurice Ohayon und das Forschungsteam fassten 2004 in der Zeitschrift Sleep zahlreiche Schlaflaborstudien zusammen und fanden, dass sich die Einschlafzeit bei Gesunden mit dem Alter nur wenig verändert. Wer erfahrungsgemäß länger braucht, kann den Wert im Rechner anpassen. Der Rechner zeigt Zeiten für sechs, fünf und vier Zyklen, also neun, siebeneinhalb und sechs Stunden Schlaf bei 90 Minuten pro Zyklus.
Wie funktioniert die Vorwärtsrechnung?
Wer wissen möchte, wann der Wecker klingeln sollte, rechnet vorwärts. Die Formel lautet: Weckzeit = Schlafenszeit + Einschlafzeit + (Anzahl der Zyklen × Zykluslänge). Die Funktion eignet sich, wenn man spontan schlafen geht und die passende Weckzeit sucht, etwa vor einer Reise.
Wie sieht ein Rechenbeispiel aus?
Eine 35-jährige Frau muss um 6:30 Uhr aufstehen und braucht erfahrungsgemäß etwa 15 Minuten zum Einschlafen. Für fünf Zyklen von je 90 Minuten rechnet der Schlafrechner 6:30 Uhr minus 450 Minuten minus 15 Minuten. Das ergibt 22:45 Uhr als Schlafenszeit und siebeneinhalb Stunden Schlaf.
Für sechs Zyklen wäre 21:15 Uhr die passende Zeit, für vier Zyklen 0:15 Uhr. Vier Zyklen entsprechen nur sechs Stunden Schlaf und liegen damit unter der Empfehlung für Erwachsene. Der Rechner markiert diese Option deshalb als zu kurz für eine regelmäßige Nacht.
Wie viel Schlaf braucht man in welchem Alter?
Die richtige Schlafdauer ist für die Gesundheit wichtiger als die genaue Weckminute. Deshalb gleicht der Schlafrechner die geplante Schlafdauer mit Empfehlungen ab, die Fachgremien auf Basis systematischer Literaturauswertungen veröffentlicht haben. Die Werte sind Bereiche, keine Pflichtzahlen.
Was empfiehlt die National Sleep Foundation?
Ein Gremium der amerikanischen National Sleep Foundation um Max Hirshkowitz veröffentlichte 2015 in der Zeitschrift Sleep Health Empfehlungen zur Schlafdauer nach Alter. Die empfohlenen Bereiche lauten:
- Neugeborene bis drei Monate: 14 bis 17 Stunden.
- Säuglinge von vier bis elf Monaten: zwölf bis 15 Stunden.
- Kleinkinder von ein bis zwei Jahren: elf bis 14 Stunden.
- Kinder von drei bis fünf Jahren: zehn bis 13 Stunden.
- Schulkinder von sechs bis 13 Jahren: neun bis elf Stunden.
- Jugendliche von 14 bis 17 Jahren: acht bis zehn Stunden.
- Junge Erwachsene von 18 bis 25 Jahren und Erwachsene von 26 bis 64 Jahren: sieben bis neun Stunden.
- Ältere Erwachsene ab 65 Jahren: sieben bis acht Stunden.
Das Gremium nannte zusätzlich Bereiche, die für einzelne Menschen angemessen sein können, bei Erwachsenen zum Beispiel sechs bis zehn Stunden. Die Empfehlungen beruhen auf einer Konsensbewertung von Fachleuten, nicht auf kontrollierten Studien. Sie gelten für gesunde Menschen ohne Schlafstörung.
Was empfehlen die Fachgesellschaften für Erwachsene?
Die AASM und die Sleep Research Society veröffentlichten 2015 unter Federführung von Nathaniel Watson eine gemeinsame Stellungnahme in der Zeitschrift Sleep. Danach sollten Erwachsene regelmäßig sieben Stunden oder mehr pro Nacht schlafen. Mehr als neun Stunden können nach dieser Stellungnahme für junge Erwachsene, nach Schlafmangel oder bei Krankheit angemessen sein.
Für Kinder und Jugendliche legte die AASM 2016 unter Federführung von Shalini Paruthi eigene Empfehlungen vor, die weitgehend mit denen der National Sleep Foundation übereinstimmen. Bei Kindern gilt der Rechner nur für die Schlafdauer, nicht für die Zyklusrechnung, weil Säuglinge und Kleinkinder kürzere Zyklen haben.
Warum unterscheidet sich der Schlafbedarf zwischen Menschen?
Menschen unterscheiden sich in ihrem Schlafrhythmus, also darin, ob sie eher früh oder eher spät müde werden. Dieser sogenannte Chronotyp ist teilweise erblich und verschiebt sich in der Pubertät nach hinten und im Alter nach vorn. Auch Krankheiten, Medikamente, Stress, Schichtarbeit und körperliche Belastung verändern, wie viel Schlaf jemand braucht.
Ein guter Hinweis auf ausreichenden Schlaf ist, wie man sich tagsüber fühlt. Wer ohne Wecker zur gewohnten Zeit aufwacht und tagsüber konzentriert bleibt, schläft vermutlich genug. Wer am Wochenende regelmäßig mehrere Stunden länger schläft, holt oft einen Schlafmangel aus der Woche nach.
Was bedeutet das Ergebnis des Schlafrechners?
Das Ergebnis des Schlafrechners ist ein Vorschlag, keine Vorschrift. Er zeigt Zeitpunkte, zu denen man mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit in einer leichteren Schlafphase aufwacht, und ordnet die Schlafdauer ein. Die Zeiten verschieben sich, sobald man länger zum Einschlafen braucht oder nachts wach liegt.
Wie liest man die vorgeschlagenen Zeiten?
Der Rechner hebt die Zeit hervor, die zur empfohlenen Schlafdauer für das angegebene Alter passt. Für Erwachsene sind das meist fünf oder sechs Zyklen, also siebeneinhalb oder neun Stunden bei 90 Minuten. Vier Zyklen liegen mit sechs Stunden darunter und sollten nur die Ausnahme sein.
Die vorgeschlagene Zeit ist ein Orientierungspunkt mit Spielraum, kein exakter Termin. Wer um 22:45 Uhr statt um 22:30 Uhr einschläft, verändert damit nichts Wesentliches. Viel stärker wirkt es sich aus, wenn man regelmäßig eine Stunde zu wenig schläft.
Warum ist Regelmäßigkeit wichtiger als die exakte Minute?
Der Körper stellt sich auf feste Zeiten ein, weil die innere Uhr im Gehirn Hormone wie Melatonin und Cortisol in einem Tagesrhythmus steuert. Daniel Windred und das Forschungsteam werteten 2024 in der Zeitschrift Sleep Daten von mehreren zehntausend Teilnehmenden der britischen UK Biobank aus, deren Schlaf eine Woche lang mit einem Bewegungssensor am Handgelenk aufgezeichnet wurde. Regelmäßige Schlaf- und Aufstehzeiten hingen in dieser Beobachtungsstudie enger mit einer niedrigeren Sterblichkeit zusammen als die reine Schlafdauer.
Die Studie kann nicht zeigen, dass regelmäßiger Schlaf die Ursache ist, denn Menschen mit unregelmäßigem Schlaf unterscheiden sich auch in Beruf, Gesundheit und Lebensstil. Außerdem wurde der Schlaf nur in einer einzigen Woche gemessen. Für den Alltag spricht dennoch vieles dafür, auch am Wochenende ähnliche Zeiten einzuhalten.
Wie findet man die eigene passende Schlafenszeit?
Die optimale Schlafenszeit kann kein Rechner direkt vorgeben, er liefert einen Startpunkt, den man an die eigene Erfahrung anpassen kann. So kannst Du Deinen eigenen Rhythmus finden und die Schlafqualität im Alltag beobachten. Hilfreich ist ein einfaches Vorgehen über ein bis zwei Wochen: Man wählt eine der vorgeschlagenen Schlafenszeiten, hält sie möglichst jeden Abend ein und notiert morgens, wie leicht das Aufstehen fiel und wie wach man sich am Vormittag fühlt.
Fällt das Aufwachen regelmäßig schwer, obwohl die Schlafdauer im empfohlenen Bereich liegt, kann man die Schlafenszeit in kleinen Schritten von etwa zehn bis 15 Minuten verschieben und erneut beobachten. Auch die Zykluslänge im Rechner lässt sich anpassen, wenn man merkt, dass man häufig kurz vor dem Wecker von selbst aufwacht. Urlaubstage ohne Wecker zeigen oft am besten, wie viel Schlaf man tatsächlich braucht, weil sich der Körper dann nach einigen Tagen auf seinen eigenen Rhythmus einstellt.
Dieses Ausprobieren ersetzt keine Messung, macht aber den eigenen Schlafrhythmus sichtbar. Wer dabei feststellt, dass trotz ausreichender Bettzeit keine Erholung eintritt, hat einen wichtigen Hinweis für ein ärztliches Gespräch gewonnen.
Wie genau ist ein Schlafrechner?
Ein Schlafrechner kann den Schlaf nicht messen, sondern nur mit Durchschnittswerten rechnen. Wie gut die vorgeschlagenen Zeiten passen, hängt davon ab, wie nah der eigene Schlaf diesen Durchschnittswerten kommt. Bei vielen Erwachsenen ist die Abweichung klein, bei manchen groß.
Wie stark schwankt die Länge der Schlafzyklen?
Die Zyklen sind schon bei einer einzelnen Person nicht gleich lang. Nach Carskadon und Dement ist der erste Zyklus oft kürzer, spätere Zyklen sind länger und enthalten mehr REM-Schlaf. Zwischen Personen unterscheiden sich die Zykluslängen zusätzlich, wie Feinberg und Floyd 1979 beschrieben.
Kurze nächtliche Wachphasen, die man morgens nicht mehr erinnert, gehören zum normalen Schlaf und verschieben den Ablauf. Auch Alkohol am Abend, Schmerzen, Lärm oder eine unbequeme Matratze verändern die Abfolge der Phasen. Der Rechner kann solche Einflüsse nicht berücksichtigen.
Was ist über das Aufwachen am Ende eines Zyklus belegt?
Gut belegt ist die Schlafträgheit, also die Benommenheit unmittelbar nach dem Aufwachen. Patricia Tassi und Alain Muzet beschrieben 2000 in einer Übersichtsarbeit in Sleep Medicine Reviews, dass sie nach dem Aufwachen aus dem Tiefschlaf ausgeprägter ist als nach dem Aufwachen aus dem Leichtschlaf. Cassie Hilditch und Andrew McHill bestätigten das 2019 in einer aktuelleren Übersicht in Nature and Science of Sleep und betonten, dass vorheriger Schlafmangel die Schlafträgheit verstärkt.
Raphael Vallat und das Forschungsteam untersuchten 2019 in der Zeitschrift NeuroImage, was im Gehirn nach dem Wecken aus Leicht- und Tiefschlaf passiert. Nach dem Wecken aus dem Tiefschlaf war die Vernetzung der Hirnregionen stärker gestört, die Leistung in einfachen Rechenaufgaben aber in beiden Fällen zunächst schlechter. Die Effekte ließen in beiden Gruppen innerhalb kurzer Zeit nach.
Nicht belegt ist dagegen, dass ein Rechner mit festen Zyklen den richtigen Zeitpunkt trifft. Eine kontrollierte Studie, die Weckzeiten nach einem Schlafrechner mit anderen Weckzeiten vergleicht, war bei Redaktionsschluss nicht bekannt. Auch Wecker, die über einen Bewegungssensor eine leichte Schlafphase erkennen sollen, sind dafür nicht ausreichend geprüft.
Welche genaueren Messmethoden gibt es?
Wer seinen tatsächlichen Schlaf kennen möchte, hat mehrere Möglichkeiten, die sich in Aufwand und Genauigkeit unterscheiden:
- Ein Schlaftagebuch über zwei Wochen erfasst Bettzeiten, Einschlafdauer, Wachphasen und Befinden am Tag und ist Grundlage jeder schlafmedizinischen Abklärung.
- Die Aktigrafie misst über einen Bewegungssensor am Handgelenk über mehrere Tage oder Wochen, wann jemand schläft und wann er wach ist.
- Die Polygrafie zeichnet zu Hause Atmung, Sauerstoffsättigung und Puls auf und dient vor allem der Suche nach einer Schlafapnoe.
- Die Polysomnografie im Schlaflabor misst Hirnströme, Augenbewegungen, Muskelspannung, Atmung und Herzschlag und ist der Goldstandard, um Schlafphasen zu bestimmen.
Fitnessarmbänder und Uhren schätzen Schlafphasen aus Bewegung und Herzschlag. Kelly Baron und Kollegen und Kolleginnen beschrieben 2017 im Journal of Clinical Sleep Medicine Fälle, in denen das Streben nach perfekten Messwerten den Schlaf eher verschlechterte, und nannten das Phänomen Orthosomnie. Messwerte solcher Geräte sind deshalb als grobe Hinweise zu verstehen.
Für wen gilt der Schlafrechner nicht?
Die Zyklusrechnung ist für Jugendliche ab 14 Jahren und Erwachsene gedacht. In folgenden Situationen sind die Ergebnisse wenig aussagekräftig:
- Säuglinge und Kinder, deren Schlafzyklen kürzer sind und deren Schlafbedarf stark vom Alter abhängt.
- Schichtarbeit und Zeitzonenwechsel, bei denen die innere Uhr nicht zur Uhrzeit passt.
- Schwangerschaft, bei der sich Schlaf und Schlafbedarf verändern.
- Bekannte Schlafstörungen wie Insomnie, Schlafapnoe, Narkolepsie oder das Restless-Legs-Syndrom.
- Einnahme von Schlafmitteln, Beruhigungsmitteln oder anderen Medikamenten, die den Schlaf verändern.
Welche Rolle spielt Schlaf für gesundes Altern?
Schlaf ist für Erholung, Gedächtnis, Immunabwehr und Stoffwechsel wichtig, das ist gut untersucht. Wie stark eine bestimmte Schlafdauer die Lebenserwartung beeinflusst, ist dagegen schwerer zu belegen, weil die meisten Daten aus Beobachtungsstudien stammen. Solche Studien zeigen Zusammenhänge, beweisen aber keine Ursache.
Was zeigen Studien zu Schlafdauer und Gesundheit?
Francesco Cappuccio und das Forschungsteam fassten 2010 in der Zeitschrift Sleep prospektive Studien zur Schlafdauer zusammen. Sowohl sehr kurzer als auch sehr langer Schlaf ging mit einer höheren Sterblichkeit einher. Die Autoren wiesen darauf hin, dass langer Schlaf häufig ein Zeichen bestehender Krankheiten sein könnte und nicht deren Ursache.
Die Schlafdauer wurde in den meisten Studien per Fragebogen erfasst, und Fragebogenangaben weichen oft vom tatsächlichen Schlaf ab. Kontrollierte Studien, die eine längere Lebensdauer durch mehr Schlaf zeigen, gibt es nicht. Belegt ist dagegen, dass Schlafmangel kurzfristig Aufmerksamkeit, Stimmung und Blutzuckerregulation verschlechtert.
Wie verändert sich der Schlaf im Alter?
Mit dem Alter wird der Schlaf leichter und unruhiger. Nach der Übersichtsarbeit von Ohayon und dem Forschungsteam (2004) nehmen der Anteil an Tiefschlaf und die Schlafeffizienz, also der Anteil der Bettzeit, in dem man tatsächlich schläft, im Erwachsenenalter ab, während nächtliche Wachphasen zunehmen. Viele ältere Menschen werden außerdem früher müde und wachen früher auf.
Diese Veränderungen sind zum Teil normal und keine Krankheit. Sie erklären aber, warum ältere Menschen ihren Schlaf oft als weniger erholsam erleben. Hinter starker Tagesmüdigkeit können sich auch behandelbare Ursachen wie eine Schlafapnoe, Schmerzen, häufiger nächtlicher Harndrang oder Medikamente verbergen.
Was fördert erholsamen Schlaf?
Die S3-Leitlinie Insomnie bei Erwachsenen der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) beschreibt in ihrer Fassung von 2025 Regeln zur Schlafhygiene als Teil der Behandlung. Allein reichen sie bei einer echten Schlafstörung meist nicht aus, für gesunde Menschen sind sie aber eine sinnvolle Grundlage:
- Möglichst feste Schlafens- und Aufstehzeiten, auch am Wochenende.
- Tageslicht am Morgen und gedämpftes Licht am Abend.
- Kein Koffein am späten Nachmittag und Abend und kein Alkohol als Einschlafhilfe.
- Ein ruhiges, dunkles und eher kühles Schlafzimmer mit einer Matratze, auf der man bequem liegt.
- Regelmäßige Bewegung am Tag, aber keine intensive Belastung kurz vor dem Schlafengehen.
Für Schlafmittel und Melatonin gilt, dass sie nur nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden sollten. Die Leitlinie empfiehlt Schlafmittel nur kurzfristig und nicht als erste Behandlung.
Wann sollte man Schlafprobleme ärztlich abklären lassen?
Gelegentlich schlechte Nächte sind normal, etwa vor wichtigen Terminen oder bei Stress. Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn Schlafprobleme über Wochen anhalten, die Leistungsfähigkeit am Tag einschränken oder wenn andere Menschen Atemaussetzer im Schlaf bemerken. Ein Schlafrechner kann solche Störungen weder erkennen noch ausschließen.
Woran erkennt man eine Insomnie?
Von einer Insomnie, also einer Ein- oder Durchschlafstörung, spricht die S3-Leitlinie der DGSM (2025) im Einklang mit der internationalen Klassifikation ICD-11, wenn Schlafprobleme an mindestens drei Nächten pro Woche auftreten und tagsüber zu Beschwerden wie Müdigkeit, Konzentrationsproblemen oder Reizbarkeit führen. Halten sie mindestens drei Monate an, gilt die Insomnie als chronisch.
Als erste Behandlung empfiehlt die Leitlinie die kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie, kurz KVT-I. Sie wird in Einzel- oder Gruppensitzungen und inzwischen auch digital angeboten. Auch die europäische Insomnie-Leitlinie um Dieter Riemann (2023) stuft sie als Behandlung der ersten Wahl ein.
Welche Warnzeichen deuten auf eine Schlafapnoe hin?
Bei der obstruktiven Schlafapnoe verengen sich im Schlaf immer wieder die oberen Atemwege, die Atmung setzt kurz aus und der Schlaf wird unterbrochen. Typische Warnzeichen sind:
- Lautes, unregelmäßiges Schnarchen mit beobachteten Atempausen.
- Ausgeprägte Tagesmüdigkeit oder Einschlafneigung in ruhigen Situationen.
- Morgendliche Kopfschmerzen, trockener Mund und häufiger nächtlicher Harndrang.
- Schwer einstellbarer Bluthochdruck.
Die S3-Leitlinie zu schlafbezogenen Atmungsstörungen der DGSM (2017, teilaktualisiert 2020) sieht eine stufenweise Diagnostik mit Polygrafie und gegebenenfalls Polysomnografie vor. Behandelt wird je nach Schwere mit einer Überdruckmaske, einer Unterkieferprotrusionsschiene oder anderen Maßnahmen.
Welche Fachrichtung ist zuständig?
Erste Anlaufstelle sind Hausärzte und Hausärztinnen. Je nach Verdacht überweisen sie an Fachärzte und Fachärztinnen mit Zusatzbezeichnung Schlafmedizin, an die Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Pneumologie, Neurologie oder Psychiatrie und Psychotherapie. Eine Schiene gegen Schnarchen und leichte Schlafapnoe fertigen Zahnärzte und Zahnärztinnen mit schlafmedizinischer Erfahrung an.
Wann ist ärztliche Hilfe nötig?
Sofort ärztliche Hilfe brauchen Menschen in folgenden Situationen:
- Einschlafen am Steuer oder bei gefährlichen Tätigkeiten.
- Atemaussetzer zusammen mit Brustschmerz, Herzrasen oder starker Atemnot.
- Plötzliche Lähmungen, Sprachstörungen oder Verwirrtheit nach dem Aufwachen.
- Anhaltende Hoffnungslosigkeit oder Gedanken, sich das Leben zu nehmen.
Notrufnummern und Krisentelefone:
- Deutschland: Notruf 112, Telefonseelsorge 0800 111 0 111.
- Österreich: Notruf 112 oder Rettung 144, Telefonseelsorge 142.
- Schweiz: Notruf 144, Dargebotene Hand 143.
Quellen
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