DHEA, kurz für Dehydroepiandrosteron, ist ein Steroidhormon, das der Körper vor allem in der Nebennierenrinde bildet. Es dient als Ausgangsstoff für weitere Hormone, darunter Testosteron und Östrogene.
Der DHEA-Spiegel ist im frühen Erwachsenenalter am höchsten und nimmt danach allmählich ab. Dieser natürliche Rückgang hat dazu beigetragen, dass DHEA als Anti-Aging-Hormon vermarktet wird. Präparate sollen unter anderem mehr Energie, eine bessere Stimmung, eine gesteigerte Libido und eine höhere körperliche Leistungsfähigkeit versprechen. Für eine verjüngende Wirkung bei gesunden Menschen gibt es jedoch keine überzeugenden Belege. DHEA wird daher nicht allgemein als Anti-Aging-Therapie empfohlen. Medizinisch kann der Wirkstoff in bestimmten Situationen eingesetzt werden, etwa lokal bei Beschwerden im Intimbereich nach den Wechseljahren. Bei einer Nebenniereninsuffizienz kommt eine Einnahme nur in ausgewählten Fällen infrage und gehört nicht zur grundlegenden Standardbehandlung.
Das Wichtigste in Kürze
DHEA ist ein körpereigenes Steroidhormon, das vor allem in der Nebennierenrinde gebildet wird. Der Körper kann daraus unter anderem Testosteron und Östrogene herstellen. Der DHEA-S-Spiegel ist im frühen Erwachsenenalter am höchsten und sinkt danach mit zunehmendem Alter. Ein niedriger altersgerechter Wert bedeutet jedoch nicht automatisch, dass eine Behandlung nötig ist.
Für eine verjüngende Wirkung bei gesunden Menschen gibt es keine überzeugenden Belege. Medizinisch zugelassen ist DHEA unter dem Namen Prasteron als lokale Behandlung bei bestimmten Beschwerden nach den Wechseljahren. DHEA ist kein gewöhnliches Nahrungsergänzungsmittel und sollte nur nach ärztlicher Abklärung angewendet werden. Für Sportler ist zusätzlich wichtig, dass DHEA als verbotene Dopingsubstanz gilt.
Was ist DHEA und wie wirkt es im Körper?
DHEA ist ein körpereigenes Steroidhormon. Der größte Teil wird in der Nebennierenrinde gebildet. Kleinere Mengen entstehen unter anderem in den Keimdrüsen und im Nervensystem. DHEA selbst besitzt eine vergleichsweise schwache hormonelle Wirkung. Seine Bedeutung liegt vor allem darin, dass verschiedene Gewebe daraus Androgene und Östrogene herstellen können. Dazu gehören beispielsweise Testosteron und Estradiol. Deshalb wird DHEA auch als Vorstufenhormon oder Prohormon bezeichnet. Wie viel DHEA in welche Hormone umgewandelt wird, hängt vom jeweiligen Gewebe und von den dort vorhandenen Enzymen ab. Die Wirkung kann sich daher von Mensch zu Mensch unterscheiden.
Was ist DHEA-S?
Im Blut liegt ein großer Teil des Hormons als Dehydroepiandrosteronsulfat vor, kurz DHEA-S. Diese Form bleibt länger im Blut und schwankt weniger stark als freies DHEA. Wenn die Produktion der Nebennieren beurteilt werden soll, wird deshalb meist DHEA-S im Blut gemessen. Der Laborwert muss passend zu Alter und Geschlecht eingeordnet werden, da sich die Referenzbereiche deutlich unterscheiden. Ein niedriger Wert allein beweist weder eine Erkrankung noch einen behandlungsbedürftigen Hormonmangel.
Wie entsteht die Wirkung im Gewebe?
Ein Teil des DHEA wird direkt in den Zellen in wirksamere Sexualhormone umgewandelt. Dieser Vorgang wird als Intrakrinologie bezeichnet. Dabei stellt ein Gewebe die benötigten Hormone vor Ort her und baut sie anschließend teilweise wieder ab. Vaginal angewendetes Prasteron nutzt genau diesen Mechanismus. Der Wirkstoff wird in den Zellen der Scheidenschleimhaut in geringe Mengen an Östrogenen und Androgenen umgewandelt. Diese lokale Umwandlung kann Beschwerden lindern, die durch den Hormonrückgang nach den Wechseljahren entstehen.
Warum sinkt der DHEA-Spiegel mit dem Alter?
DHEA und DHEA-S erreichen ihre höchsten Werte im frühen Erwachsenenalter. Danach nimmt die Konzentration bei den meisten Menschen nach und nach ab. Wie stark der Rückgang ausfällt, ist individuell verschieden. Auch Geschlecht, Gesundheitszustand und bestimmte Erkrankungen beeinflussen den Wert. Für den altersbedingten Rückgang wird gelegentlich der Begriff Adrenopause verwendet. Er ist jedoch nicht mit den Wechseljahren vergleichbar. Während die Eierstöcke ihre Hormonproduktion im Verlauf der Menopause deutlich verändern, bildet die Nebenniere DHEA auch im höheren Alter weiter, lediglich in geringeren Mengen.
Der sinkende Spiegel tritt zeitgleich mit verschiedenen Veränderungen des Alters auf, etwa einer geringeren Muskelmasse, einer abnehmenden Knochendichte oder Veränderungen der Sexualfunktion. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass der niedrigere DHEA-Wert diese Entwicklungen verursacht. Ein niedrigerer Wert kann ein Merkmal des Älterwerdens sein, ohne selbst die Ursache für Beschwerden zu sein. Ebenso bedeutet ein höherer Spiegel nicht zwangsläufig, dass ein Mensch gesünder ist oder langsamer altert. Ein altersgerechter Rückgang ist daher für sich allein kein Grund, DHEA einzunehmen.
Wie wird DHEA in der Anti-Aging-Medizin eingesetzt?
In der Anti-Aging-Medizin wird DHEA meist mit dem Ziel eingesetzt, einen altersbedingt gesunkenen Spiegel wieder an die Werte jüngerer Menschen anzugleichen. Angeboten wird es beispielsweise als Kapsel, Tablette oder Creme. Mit der Einnahme werden zahlreiche Erwartungen verbunden. Dazu gehören mehr Energie, eine bessere Stimmung, eine gesteigerte Libido, eine straffere Haut, mehr Muskelmasse und stabilere Knochen. Auch eine bessere geistige Leistungsfähigkeit oder ein Schutz vor altersbedingten Erkrankungen werden beworben.
Der natürliche Rückgang eines Hormons bedeutet jedoch nicht automatisch, dass eine künstliche Erhöhung gesundheitliche Vorteile bringt. Es ist außerdem nicht belegt, dass der für einen jüngeren Menschen typische DHEA-Wert im höheren Alter ein sinnvolles oder sicheres Behandlungsziel ist. Auch eine einzelne Blutmessung reicht nicht aus, um einen behandlungsbedürftigen Mangel festzustellen. Beschwerden wie Müdigkeit, Antriebslosigkeit oder eine verringerte Libido können viele Ursachen haben. Dazu gehören Schlafstörungen, psychische Belastungen, andere hormonelle Erkrankungen, Medikamente und verschiedene körperliche Beschwerden.
Vor einer möglichen Behandlung muss deshalb geklärt werden, woher die Beschwerden kommen und ob überhaupt eine medizinische Indikation vorliegt. DHEA sollte außerdem nicht isoliert, sondern gemeinsam mit den übrigen Hormonwerten beurteilt werden. [INTERNER LINK: Hormonersatztherapie Wechseljahre]
Was sagen Studien über die Wirkung von DHEA?
Die Studienlage ergibt kein einheitliches Bild. Einzelne Untersuchungen zeigen geringe Veränderungen bestimmter Messwerte. Ein klarer Nutzen für das allgemeine Wohlbefinden, die körperliche Leistungsfähigkeit oder die langfristige Gesundheit gesunder Menschen wurde jedoch nicht nachgewiesen.
Gedächtnis und Stimmung
Für eine Verbesserung von Gedächtnis, Konzentration oder anderen geistigen Fähigkeiten gibt es keine verlässlichen Belege. Studien und Übersichtsarbeiten kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen oder fanden keinen relevanten Vorteil gegenüber einem Scheinmedikament. Auch bei Stimmung und allgemeinem Wohlbefinden sind die Ergebnisse nicht überzeugend genug, um DHEA gesunden Menschen zu empfehlen. Fachgesellschaften raten deshalb von einer routinemäßigen Einnahme ab.
Muskelmasse und körperliche Leistung
Einige Studien fanden kleine Veränderungen der Körperzusammensetzung. Daraus entstand jedoch nicht zuverlässig eine größere Muskelkraft oder eine bessere körperliche Leistungsfähigkeit. Eine Übersichtsarbeit kam zu dem Ergebnis, dass DHEA die körperliche Funktion älterer Menschen nicht regelmäßig verbessert. Selbst wenn sich einzelne Messwerte verändern, ist deshalb nicht automatisch ein spürbarer Vorteil im Alltag zu erwarten.
Knochendichte
Bei der Knochendichte wurden in einigen Untersuchungen geringe Verbesserungen festgestellt, vor allem bei älteren Frauen. Andere Auswertungen fanden dagegen keinen eindeutigen Nutzen. Die Ergebnisse reichen nicht aus, um DHEA zur Vorbeugung oder Behandlung einer Osteoporose zu empfehlen. Dafür stehen besser untersuchte Maßnahmen und Medikamente zur Verfügung.
Sexualfunktion
Auch die Wirkung auf die Sexualfunktion hängt von der Art der Anwendung und den untersuchten Beschwerden ab. Für oral eingenommenes DHEA gibt es keine ausreichend verlässlichen Belege für eine allgemeine Steigerung der Libido. Davon zu unterscheiden ist vaginal angewendetes Prasteron. Es ist für mittelschwere bis schwere Beschwerden einer vulvären und vaginalen Atrophie nach den Wechseljahren zugelassen und kann unter anderem Schmerzen beim Geschlechtsverkehr lindern.
Kann DHEA das Leben verlängern?
Es gibt keinen Nachweis, dass eine DHEA-Einnahme das Leben verlängert oder gesunde Menschen vor altersbedingten Erkrankungen schützt. Auch aus einem statistischen Zusammenhang zwischen höheren DHEA-Werten und besserer Gesundheit lässt sich keine ursächliche Wirkung ableiten. Menschen mit einem guten allgemeinen Gesundheitszustand können höhere DHEA-Werte haben. Das bedeutet jedoch nicht, dass eine Einnahme denselben Gesundheitszustand erzeugt. Kontrollierte Studien konnten die weitreichenden Anti-Aging-Versprechen bisher nicht bestätigen. DHEA ist daher keine wissenschaftlich anerkannte Verjüngungstherapie für gesunde Menschen.
Wann kann eine DHEA-Therapie medizinisch sinnvoll sein?
DHEA kann in bestimmten medizinischen Situationen eingesetzt werden. Die Anwendung hängt jedoch von der genauen Diagnose, der Art des Präparats und dem persönlichen Nutzen-Risiko-Verhältnis ab.
Beschwerden nach den Wechseljahren
Vaginal angewendetes Prasteron ist in der Europäischen Union zur Behandlung mittelschwerer bis schwerer Beschwerden einer vulvären und vaginalen Atrophie nach den Wechseljahren zugelassen. Dabei wird ein Vaginalzäpfchen mit 6,5 Milligramm Prasteron einmal täglich angewendet. Der Wirkstoff wird in der Scheidenschleimhaut in Östrogene und Androgene umgewandelt und kann Beschwerden wie Trockenheit, Reizung und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr lindern. Die Behandlung muss ärztlich verordnet und regelmäßig überprüft werden.
Nebenniereninsuffizienz
Bei einer primären Nebenniereninsuffizienz, etwa bei Morbus Addison, fehlen vor allem Cortisol und häufig auch Aldosteron. Die grundlegende Behandlung besteht deshalb aus dem Ersatz dieser Hormone. DHEA ist kein Ersatz für Hydrocortison oder Fludrocortison. Bei Frauen, die trotz gut eingestellter Standardtherapie weiterhin unter geringer Energie, depressiven Beschwerden oder einer verminderten Libido leiden, kann im Einzelfall ein zeitlich begrenzter Behandlungsversuch mit DHEA erwogen werden. Die Endocrine Society empfiehlt jedoch keine routinemäßige Einnahme, da der Nutzen begrenzt und die langfristige Sicherheit nicht ausreichend untersucht sind.
Kinderwunschbehandlung
In der Reproduktionsmedizin wird DHEA teilweise bei einer geringen Eierstockreserve oder einem schwachen Ansprechen auf eine hormonelle Stimulation eingesetzt. Die Studien kommen jedoch zu unterschiedlichen Ergebnissen. Einige Auswertungen fanden mögliche Vorteile, während kontrollierte Studien keine eindeutige Verbesserung der Schwangerschaftsrate zeigten. DHEA gehört deshalb nicht zu einer allgemein gesicherten Standardbehandlung und sollte nur nach einer individuellen Beratung in einem spezialisierten Kinderwunschzentrum angewendet werden. Der medizinische Nutzen hängt somit nicht allein davon ab, ob ein DHEA-S-Wert niedrig ist. Maßgeblich sind die Diagnose, die Beschwerden und die Frage, ob die Behandlung für die konkrete Situation ausreichend untersucht ist.
Welche Nebenwirkungen und Risiken hat DHEA?
DHEA beeinflusst den Hormonhaushalt und kann deshalb auch in niedriger Dosierung Nebenwirkungen verursachen. Da der Körper daraus unter anderem Androgene wie Testosteron bildet, können vor allem Akne, fettige Haut und eine stärkere Gesichts- oder Körperbehaarung auftreten. Bei einer längerfristigen Einnahme kann sich der Testosteronspiegel besonders bei Frauen erhöhen.
Weitere Beschwerden können beispielsweise Kopfschmerzen, Schlafprobleme, Stimmungsschwankungen oder Haarausfall sein. Wie gut DHEA vertragen wird, hängt von der Dosis, der Anwendungsform und der persönlichen Hormonempfindlichkeit ab. Zur langfristigen Sicherheit einer Einnahme als Anti-Aging-Präparat fehlen ausreichende Daten.
Vorsicht bei hormonabhängigen Erkrankungen
Besondere Vorsicht ist bei Erkrankungen geboten, die durch Sexualhormone beeinflusst werden können. Dazu gehören unter anderem Brustkrebs, Gebärmutterkrebs, Prostatakrebs und das polyzystische Ovarialsyndrom. Ob DHEA in solchen Fällen angewendet werden darf, muss ärztlich geprüft werden. Auch für vaginales Prasteron gelten klare Gegenanzeigen. Das zugelassene Präparat darf beispielsweise bei bekanntem oder vermutetem Brustkrebs, bestimmten östrogenabhängigen Tumoren, ungeklärten Blutungen und einigen Leber- oder Gefäßerkrankungen nicht angewendet werden.
Wenn Du andere Hormone oder dauerhaft Medikamente einnimmst, solltest Du mögliche Wechselwirkungen vor Beginn der Behandlung ärztlich oder in der Apotheke prüfen lassen. DHEA sollte nicht ohne Rücksprache mit anderen Hormonpräparaten kombiniert werden.
DHEA und Doping
DHEA steht auf der Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur. Es ist im Wettkampf und außerhalb des Wettkampfs verboten. Auch ein Produkt, das im Ausland als Nahrungsergänzungsmittel verkauft wird, kann deshalb zu einem positiven Dopingtest führen.
Wie wird der DHEA-Spiegel gemessen und dosiert?
Im Blut wird meist DHEA-S bestimmt. Diese Form ist stabiler als freies DHEA und eignet sich daher besser zur Beurteilung der Hormonproduktion in der Nebenniere. Die Referenzwerte unterscheiden sich nach Alter, Geschlecht und Labor. Ein niedriger Wert ist deshalb nicht automatisch krankhaft. Er muss gemeinsam mit Deinen Beschwerden, weiteren Hormonwerten und möglichen Vorerkrankungen bewertet werden.
Für eine allgemeine Anti-Aging-Anwendung gibt es keine medizinisch anerkannte Standarddosierung. Die Dosis sollte daher nicht anhand von Empfehlungen aus dem Internet oder anhand eines einzelnen Laborwerts festgelegt werden. Bei einem Behandlungsversuch im Rahmen einer Nebenniereninsuffizienz wird DHEA-S im Verlauf kontrolliert. Bleibt innerhalb von sechs Monaten ein spürbarer Nutzen aus, sollte die Behandlung laut Leitlinie wieder beendet werden.
Vaginales Prasteron wird dagegen nach einem festgelegten Dosierungsschema angewendet. Diese lokale Behandlung ist nicht mit einer frei gewählten Einnahme von DHEA-Kapseln vergleichbar. Präparate aus unbekannten Online-Shops können falsch dosiert oder verunreinigt sein. Verwende daher nur ärztlich verordnete Produkte aus einer regulären Apotheke. [INTERNER LINK: Hormonstatus bestimmen]
Ist DHEA in Österreich, Deutschland und der Schweiz rezeptpflichtig?
DHEA wird im deutschsprachigen Raum nicht wie ein gewöhnliches Nahrungsergänzungsmittel behandelt. Die rechtlichen Einzelheiten unterscheiden sich jedoch zwischen den Ländern und nach der Art des Präparats.
Deutschland
In Deutschland unterliegen Prasteron und seine Ester der Verschreibungspflicht. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit weist außerdem darauf hin, dass DHEA als Lebensmittelzutat nicht ohne entsprechende Zulassung angeboten werden darf. Ein in den USA frei verkauftes Supplement ist daher nicht automatisch auch in Deutschland legal erhältlich. Ärztlich verordnetes DHEA kann je nach Behandlungsgrund als zugelassenes Arzneimittel oder als Rezeptur aus der Apotheke abgegeben werden. Ob die Kosten übernommen werden, hängt von der Indikation und der Versicherung ab.
Österreich
Auch in Österreich werden Arzneimittel mit Prasteron auf ärztliche Verschreibung abgegeben. Frei verkäufliche DHEA-Supplemente aus dem Ausland sind nicht mit einem regulär zugelassenen Arzneimittel gleichzusetzen. Die Kosten hängen vom Präparat, der Dosierung und einer möglichen Erstattung ab. Vor Beginn der Behandlung solltest Du Dich bei der Apotheke und Deinem Versicherungsträger informieren.
Schweiz
In der Schweiz ist DHEA aufgrund seiner pharmakologischen Wirkung und möglicher Nebenwirkungen verschreibungspflichtig. Swissmedic rät ausdrücklich davon ab, entsprechende Präparate ohne ärztliche Begleitung im Internet zu bestellen. Ein Versand aus dem Ausland kann zudem gegen Einfuhrbestimmungen verstoßen. Auch hier solltest Du DHEA nur über eine Schweizer Apotheke beziehen.
Kann man den DHEA-Spiegel ohne Präparate erhöhen?
Es gibt keine verlässliche Methode, mit der sich der DHEA-Spiegel durch Ernährung, Schlaf oder Sport gezielt auf die Werte eines jungen Erwachsenen anheben lässt. Der altersbedingte Rückgang gehört bei den meisten Menschen zur normalen Entwicklung. Regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf, eine ausgewogene Ernährung und ein gesundes Körpergewicht unterstützen dennoch Deine allgemeine Gesundheit. Sie verbessern jedoch nicht automatisch einen niedrigen DHEA-S-Wert und ersetzen keine Behandlung, wenn tatsächlich eine Erkrankung der Nebenniere vorliegt.
Wichtiger als ein möglichst hoher Laborwert ist daher die Frage, wie es Dir gesundheitlich geht und ob konkrete Beschwerden oder eine nachweisbare Erkrankung bestehen. Ein einzelner Wert sollte nicht zum Anlass genommen werden, eigenständig Hormone einzunehmen.
Was sollte man vor einer DHEA-Einnahme beachten?
DHEA ist kein belegtes Mittel gegen das Altern. Für mehr Energie, bessere geistige Leistung oder ein längeres Leben bei gesunden Menschen gibt es keine überzeugenden Nachweise. Fachgesellschaften empfehlen deshalb keine routinemäßige Einnahme als Anti-Aging-Therapie.
Medizinisch kann DHEA in klar begrenzten Situationen eingesetzt werden. Dazu gehört vor allem die lokale Behandlung bestimmter Beschwerden nach den Wechseljahren. Bei einer Nebenniereninsuffizienz kommt ein zeitlich begrenzter Versuch nur für ausgewählte Frauen infrage, wenn trotz einer gut eingestellten Standardtherapie weiterhin Beschwerden bestehen.
Vor einer Einnahme sollte ein Arzt prüfen, ob Deine Beschwerden tatsächlich mit dem Hormonhaushalt zusammenhängen. Dazu gehören eine Anamnese, passende Laborwerte und die Prüfung möglicher Gegenanzeigen. Von einer Selbstbehandlung mit Präparaten aus dem Internet ist abzuraten.
Quellen
Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) – Stellungnahmen zu DHEA und Hormonsubstitution
Verbraucherzentrale – Anti-Aging-Hormon DHEA
Medizin Transparent (Cochrane Österreich) – DHEA als Anti-Aging-Hormon im Faktencheck
Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) – Prasteron (vaginales DHEA), Zulassungsinformationen
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