Zum Hauptinhalt springen
Trendmagazin
Mein MOOCI
Spezialist:innen finden

Neueste Beiträge

Alle ansehen
Kategorien
Longevity Neu Plastische Chirurgie Dermatologie Zahnmedizin Ästhetische Dermatologie Alle Themen von A-Z
Über MOOCI Qualitätssicherung Für Ärzt:innen Einloggen
Spezialist:innen Mit MIA chatten
MOOCI › Longevity › Diagnostik & biologisches Alter › ApoB und Lipoprotein(a)
ApoB und Lipoprotein(a)

ApoB und Lipoprotein(a)

Warum die Zahl der Partikel Dein Herzrisiko oft genauer beschreibt als die Cholesterinmenge.

War dieser Beitrag hilfreich für Dich?

Bei der Untersuchung des Herz-Kreislauf-Risikos werden normalerweise vier Blutfettwerte bestimmt: Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin und Triglyceride. LDL transportiert Cholesterin zu den Körperzellen, während HDL am Rücktransport zur Leber beteiligt ist. Triglyceride sind Blutfette, die dem Körper vor allem als Energiespeicher dienen. Diese Werte sind für die Vorsorge weiterhin wichtig, zeigen aber nicht unmittelbar, wie viele potenziell gefäßschädigende Partikel im Blut vorhanden sind.

Bei der Entstehung einer Atherosklerose, umgangssprachlich Gefäßverkalkung, lagern sich unter anderem cholesterinhaltige Partikel in den Wänden der Arterien ab. Dadurch entstehen entzündliche Veränderungen und Ablagerungen, die sogenannte Plaques bilden können. Zwei Menschen mit gleichem LDL-Cholesterinwert können unterschiedlich viele dieser Partikel aufweisen und deshalb ein unterschiedliches Herz-Kreislauf-Risiko haben. ApoB liefert Hinweise auf ihre Anzahl, während Lipoprotein(a) einen zusätzlichen, überwiegend genetisch bestimmten Risikofaktor beschreibt.

ApoB und Lipoprotein(a): Was die Blutfettwerte über Dein Herzrisiko verraten

Das Wichtigste in Kürze

Apolipoprotein B (ApoB) gibt Auskunft über die Anzahl gefäßschädigender Blutfettpartikel. Der Wert ergänzt damit die klassische Messung des LDL-Cholesterins und kann das Herz-Kreislauf-Risiko genauer einschätzen helfen.

Besonders bei erhöhten Triglyceriden, Übergewicht, Insulinresistenz oder Diabetes können ApoB und LDL-Cholesterin voneinander abweichen. In diesen Fällen liefert ApoB zusätzliche Informationen über das Gefäßrisiko.

Lipoprotein(a), kurz Lp(a), ist ein überwiegend genetisch bestimmter Blutfettwert. Etwa jeder fünfte Mensch hat erhöhte Werte, die mit einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden sind.

ApoB lässt sich durch Lebensstiländerungen und Medikamente beeinflussen, Lipoprotein(a) dagegen kaum durch Ernährung und Bewegung. Für beide Werte ist die ärztliche Einordnung anhand des persönlichen Gesamtrisikos wichtig.

Was ist ApoB und warum ist die Partikelzahl wichtig?

Apolipoprotein B, kurz ApoB, ist ein Eiweiß, das Bestandteil verschiedener Blutfettpartikel ist und deren Transport im Blut ermöglicht. Auf jedem potenziell gefäßschädigenden Partikel befindet sich genau ein ApoB-Molekül. Dazu gehören LDL-Partikel, Lipoprotein(a) und bestimmte triglyceridreiche Partikel beziehungsweise deren Abbauprodukte aus Leber und Darm. Diese Partikel werden als atherogen bezeichnet, weil sie die Entstehung von Ablagerungen in den Blutgefäßen fördern können.

Bei einer ApoB-Untersuchung wird die Konzentration dieses Eiweißes im Blut gemessen. Da jedes dieser Partikel ein ApoB-Molekül trägt, lässt sich daraus auf die Gesamtzahl der atherogenen Partikel schließen. Ein erhöhter ApoB-Wert kann deshalb auf ein gesteigertes Herz-Kreislauf-Risiko hinweisen, auch wenn das LDL-Cholesterin unauffällig erscheint.

Was unterscheidet ApoB vom LDL-Cholesterin?

Das LDL-Cholesterin beschreibt die Cholesterinmenge, die in LDL-Partikeln transportiert wird. Es zeigt jedoch nicht, auf wie viele einzelne Partikel diese Menge verteilt ist. Bei ApoB steht dagegen die Konzentration der Partikel im Vordergrund, die sich in den Gefäßwänden ablagern können.

Besonders bei vielen kleinen, cholesterinarmen LDL-Partikeln kann der ApoB-Wert erhöht sein, obwohl das LDL-Cholesterin im normalen Bereich liegt. Auch größere LDL-Partikel können zur Gefäßverkalkung beitragen, weshalb nicht allein ihre Größe ausschlaggebend ist. Weichen ApoB und LDL-Cholesterin deutlich voneinander ab, wird dies als Diskordanz bezeichnet. In solchen Fällen kann ApoB das Herz-Kreislauf-Risiko besser abbilden als der LDL-Cholesterinwert allein.

Wann weichen ApoB und LDL-Cholesterin voneinander ab?

Wann unterscheiden sich ApoB und LDL-Cholesterin?

Bei Menschen mit gesundem Stoffwechsel und normalen Triglyceridwerten stimmen ApoB und LDL-Cholesterin häufig weitgehend überein. Größere Unterschiede entstehen vor allem bei Störungen des Fett- und Zuckerstoffwechsels. Dazu gehören Insulinresistenz, Typ-2-Diabetes, starkes Bauchübergewicht, eine Fettleber und erhöhte Triglyceride.

Bei einer Insulinresistenz reagieren die Körperzellen vermindert auf das Hormon Insulin, wodurch der Zuckerstoffwechsel beeinträchtigt wird. Gleichzeitig verändert sich häufig die Zusammensetzung der Blutfettpartikel, sodass mehr kleinere und cholesterinärmere Partikel entstehen. Dadurch kann ApoB erhöht sein, obwohl das LDL-Cholesterin vergleichsweise unauffällig bleibt.

Wann ist eine zusätzliche ApoB-Messung sinnvoll?

Eine ApoB-Bestimmung kann besonders hilfreich sein, wenn:

  • die Triglyceride über etwa 150 mg/dl liegen,
  • ein metabolisches Syndrom mit mehreren Stoffwechselrisiken besteht,
  • Diabetes, Insulinresistenz oder starkes Bauchübergewicht vorliegen,
  • trotz gut eingestelltem LDL-Cholesterin weitere Herz-Kreislauf-Ereignisse auftreten,
  • in der Familie bereits früh Herzinfarkte oder Schlaganfälle vorkamen.

Auch während einer Behandlung erhöhter Blutfettwerte kann ApoB zusätzliche Informationen liefern. Der Wert zeigt, ob trotz niedriger LDL-Cholesterinwerte weiterhin viele atherogene Partikel im Blut vorhanden sind. Für die Bestimmung ist normalerweise keine Nüchternabnahme erforderlich.

Wie werden ApoB und Lipoprotein(a) gemessen?

Beide Werte werden durch eine gewöhnliche Blutabnahme aus einer Armvene bestimmt, häufig gemeinsam mit dem klassischen Lipidprofil. Bei ApoB wird die Eiweißkonzentration mithilfe eines immunologischen Laborverfahrens gemessen, das bestimmte Eiweiße anhand ihrer Reaktion mit Antikörpern nachweist. Das Ergebnis wird üblicherweise in Milligramm pro Deziliter (mg/dl) angegeben.

Für Lipoprotein(a) sind zwei unterschiedliche Maßeinheiten gebräuchlich. Einige Labore geben die Masse in Milligramm pro Deziliter (mg/dl) an, andere die Teilchenkonzentration in Nanomol pro Liter (nmol/l). Eine allgemein gültige Umrechnung ist nicht möglich, da Lipoprotein(a)-Partikel je nach genetischer Variante unterschiedlich groß sind. Beim Vergleich mehrerer Ergebnisse solltest Du deshalb auf die Einheit achten und Kontrollmessungen möglichst im selben Labor durchführen lassen.

Was kann die Messergebnisse beeinflussen?

ApoB und Lipoprotein(a) sind vergleichsweise gut messbare Laborwerte, können jedoch durch bestimmte Erkrankungen beeinflusst werden. Dazu gehören unter anderem eine unbehandelte Schilddrüsenunterfunktion und eine eingeschränkte Nierenfunktion. Auch akute Entzündungen, Infektionen oder ein kürzlich erlittener Herzinfarkt können die Lipoprotein(a)-Konzentration vorübergehend verändern.

Lipoprotein(a) gehört zu den Eiweißen, deren Konzentration sich unter bestimmten Entzündungsbedingungen verändern kann. Allerdings verlaufen diese Veränderungen nicht bei allen Menschen gleich. Wird während einer akuten Erkrankung ein auffälliger Wert festgestellt, kann eine erneute Messung nach der Genesung sinnvoll sein.

Welche ApoB-Zielwerte gelten für das Herz-Kreislauf-Risiko?

Bei der Beurteilung von ApoB muss zwischen Referenzwerten und medizinischen Zielwerten unterschieden werden. Ein Referenzbereich beschreibt die Werteverteilung in einer untersuchten Bevölkerung, während ein Zielwert angibt, welche Konzentration bei einem bestimmten Herz-Kreislauf-Risiko angestrebt wird. Die europäischen Leitlinien der kardiologischen Fachgesellschaft ESC und der Atherosklerose-Fachgesellschaft EAS empfehlen unterschiedliche ApoB-Zielwerte abhängig vom individuellen Risiko.

Welche ApoB-Werte werden empfohlen?

Die europäischen Leitlinien nennen folgende ApoB-Werte als ergänzende Therapieziele:

  • Moderates Herz-Kreislauf-Risiko: unter 100 mg/dl
  • Hohes Herz-Kreislauf-Risiko: unter 80 mg/dl
  • Sehr hohes Herz-Kreislauf-Risiko: unter 65 mg/dl

Bei sehr hohem Risiko handelt es sich beispielsweise um Menschen mit bereits erlittener Herz-Kreislauf-Erkrankung oder bestimmten schweren Begleiterkrankungen. Für die Einstufung berücksichtigen Ärzte und Ärztinnen unter anderem Alter, Blutdruck, Rauchverhalten, Diabetes, Nierenfunktion und bestehende Gefäßerkrankungen. Ergänzend können anerkannte Risikorechner verwendet werden, wobei bei bereits bekannten Erkrankungen teilweise eine direkte Zuordnung zur Risikogruppe erfolgt.

ApoB ist nach den europäischen Empfehlungen ein ergänzender Zielwert, während das LDL-Cholesterin weiterhin im Mittelpunkt der Behandlung steht. Ein einzelner Laborwert reicht deshalb nicht aus, um das persönliche Risiko oder die Notwendigkeit einer Behandlung zu beurteilen. Die Zielwerte sollten immer gemeinsam mit dem gesamten Gesundheitszustand ärztlich eingeordnet werden.

Was ist Lipoprotein(a) und warum wird es nur einmal gemessen?

Was ist Lipoprotein(a) und warum wird es nur einmal gemessen?

Lipoprotein(a), abgekürzt Lp(a) und gesprochen Lipoprotein klein a, ist ein LDL-ähnliches Blutfettpartikel mit einem zusätzlichen Eiweiß namens Apolipoprotein(a). Dieses ähnelt einem Bestandteil des körpereigenen Systems zur Auflösung von Blutgerinnseln. Ein erhöhter Lipoprotein(a)-Wert kann das Risiko für Atherosklerose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigern und wird außerdem mit einer Verkalkung und Verengung der Aortenklappe in Verbindung gebracht.

Lipoprotein(a) kann ähnlich wie LDL zur Entstehung von Ablagerungen in den Gefäßwänden beitragen. Zusätzlich werden entzündungsfördernde Eigenschaften und mögliche Auswirkungen auf das Gerinnungssystem untersucht. Die genauen Mechanismen sind noch nicht vollständig geklärt, der Zusammenhang zwischen hohen Werten und einem erhöhten Herz-Kreislauf-Risiko ist jedoch wissenschaftlich gut belegt.

Warum ist Lipoprotein(a) überwiegend genetisch bestimmt?

Die Konzentration von Lipoprotein(a) wird zu mehr als 90 Prozent durch genetische Faktoren beeinflusst. Sie bleibt ab dem frühen Erwachsenenalter meist relativ stabil und lässt sich durch Ernährung, Bewegung oder Gewichtsabnahme kaum verändern. Deshalb genügt bei den meisten Menschen eine einmalige Messung im Erwachsenenalter.

Etwa jeder fünfte Mensch hat erhöhte Lipoprotein(a)-Werte, häufig ohne davon zu wissen. Da der Wert normalerweise nicht im klassischen Lipidprofil enthalten ist, bleibt eine Erhöhung ohne gezielte Untersuchung oft unentdeckt. Europäische Fachgesellschaften empfehlen daher, Lipoprotein(a) mindestens einmal im Erwachsenenalter bestimmen zu lassen.

Besonders sinnvoll ist die Untersuchung, wenn in der Familie früh Herzinfarkte oder Schlaganfälle aufgetreten sind. Auch bei bereits bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann der Wert zusätzliche Informationen zur Risikoeinschätzung liefern. Unter bestimmten Umständen, etwa bei relevanten Erkrankungen oder grenzwertigen Ergebnissen, kann eine spätere Kontrollmessung angezeigt sein.

Was bedeutet ein erhöhter Lipoprotein(a)-Wert?

Ein erhöhter Lipoprotein(a)-Wert ist ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber keine eigenständige Erkrankung. Er bedeutet auch nicht, dass Du zwangsläufig einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erleiden wirst. Viele Menschen mit erhöhten Werten bleiben langfristig gesund, besonders wenn andere Risikofaktoren gut eingestellt sind.

Da sich Lipoprotein(a) durch Lebensstiländerungen kaum senken lässt, konzentriert sich die Behandlung auf beeinflussbare Risikofaktoren. Dazu gehören vor allem LDL-Cholesterin, Blutdruck, Blutzucker und Rauchen. Bei erhöhtem Lipoprotein(a) kann es sinnvoll sein, diese Faktoren besonders konsequent zu behandeln, um das Gesamtrisiko zu verringern.

In bestimmten Fällen können zusätzliche Untersuchungen helfen, das persönliche Risiko genauer einzuschätzen. Dazu gehören beispielsweise die Ultraschalluntersuchung der Halsschlagadern oder die Bestimmung von Kalkablagerungen in den Herzkranzgefäßen mittels Computertomografie. Solche Untersuchungen sind jedoch nicht bei allen Betroffenen notwendig und sollten ärztlich abgewogen werden. Da erhöhte Lipoprotein(a)-Werte häufig familiär auftreten, ist außerdem eine Untersuchung von Verwandten ersten Grades sinnvoll.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Medikamente, die Lipoprotein(a) gezielt und deutlich senken, werden weiterhin in klinischen Studien untersucht. Dabei zeigte sich bereits, dass sich die Konzentration im Blut erheblich reduzieren lässt. Ob dadurch tatsächlich weniger Herzinfarkte und Schlaganfälle auftreten, ist jedoch noch nicht ausreichend nachgewiesen.

Im September 2026 wurde bekannt, dass eine große Phase-III-Studie trotz einer Senkung von Lipoprotein(a) keine statistisch signifikante Verringerung schwerer Herz-Kreislauf-Ereignisse nachweisen konnte. Weitere Untersuchungen mit anderen Behandlungsansätzen laufen. Bis ein gesundheitlicher Nutzen ausreichend belegt ist, bleibt die Behandlung der übrigen Risikofaktoren im Vordergrund.

In seltenen schweren Fällen kann eine Lipoprotein-Apherese infrage kommen. Dabei werden bestimmte Blutfettpartikel mithilfe eines speziellen Blutreinigungsverfahrens aus dem Blut entfernt. Diese Behandlung ist nur unter strengen medizinischen Voraussetzungen vorgesehen, beispielsweise bei fortschreitenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen und stark erhöhtem Lipoprotein(a).

Was bedeuten ApoB und Lipoprotein(a) für ein gesundes Altern?

Atherosklerose, also die Bildung von Ablagerungen in den Arterien, entwickelt sich häufig über mehrere Jahrzehnte. Erste Veränderungen der Gefäßwände können bereits vor dem 30. Lebensjahr auftreten, ohne Beschwerden zu verursachen. Für das langfristige Herz-Kreislauf-Risiko ist deshalb nicht nur ein einzelner Laborwert relevant, sondern auch, wie lange der Körper erhöhten Konzentrationen gefäßschädigender Blutfettpartikel ausgesetzt ist.

In der Präventionsmedizin wird dieser Zusammenhang als kumulative Belastung bezeichnet. Gemeint ist die gesamte Belastung durch erhöhte Blutfettwerte über viele Lebensjahre. Wer über einen längeren Zeitraum hohe ApoB- oder LDL-Cholesterinwerte aufweist, kann dadurch ein höheres Risiko für spätere Gefäßerkrankungen entwickeln.

Eine frühzeitige Untersuchung kann helfen, erhöhte Werte bereits in jüngeren Jahren zu erkennen. Besonders Lipoprotein(a) eignet sich dafür, weil der Wert überwiegend genetisch festgelegt ist und normalerweise nur einmal bestimmt werden muss. Bei einem erhöhten Ergebnis können Ärzte und Ärztinnen frühzeitig überprüfen, ob weitere Risikofaktoren behandelt werden sollten.

Allerdings bedeutet ein auffälliger Wert nicht automatisch, dass bereits in jungen Jahren Medikamente notwendig sind. Der Nutzen einer frühen Behandlung hängt vom individuellen Gesamtrisiko und der jeweiligen Ausgangssituation ab. Die Entscheidung sollte deshalb gemeinsam mit Ärzten und Ärztinnen auf Grundlage der verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse getroffen werden.

Wie lassen sich erhöhte ApoB-Werte senken?

ApoB lässt sich durch ähnliche Maßnahmen beeinflussen wie das LDL-Cholesterin. Besonders eine ausgewogene Ernährung mit weniger gesättigten Fettsäuren, mehr löslichen Ballaststoffen und weniger zuckerhaltigen Getränken kann die Blutfettwerte verbessern. Lösliche Ballaststoffe kommen beispielsweise in Hafer, Hülsenfrüchten und bestimmten Gemüsesorten vor und können die Aufnahme von Cholesterin im Darm verringern.

Auch regelmäßige Bewegung und die Verringerung von überschüssigem Bauchfett können ApoB günstig beeinflussen. Besonders bei erhöhten Triglyceriden und Insulinresistenz kann sich dadurch die Anzahl gefäßschädigender Blutfettpartikel reduzieren. Ein Rauchstopp verändert ApoB möglicherweise nur geringfügig, senkt aber das gesamte Herz-Kreislauf-Risiko deutlich.

Wann sind Medikamente sinnvoll?

Wenn Lebensstiländerungen nicht ausreichen oder bereits ein hohes Herz-Kreislauf-Risiko besteht, können Medikamente zur Senkung der Blutfettwerte notwendig sein. Für verschiedene Behandlungen ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass sie das Risiko für Herzinfarkte und andere Gefäßerkrankungen verringern können. Welche Behandlung geeignet ist, hängt unter anderem von den LDL- und ApoB-Werten, bestehenden Erkrankungen und dem persönlichen Gesamtrisiko ab.

Nahrungsergänzungsmittel sind dagegen kein gleichwertiger Ersatz für eine medizinisch notwendige Behandlung. Zwar zeigen einige Präparate in Untersuchungen geringe Veränderungen einzelner Blutfettwerte, für eine zuverlässige Verringerung von Herzinfarkten fehlen jedoch bei den meisten entsprechende Nachweise. Deshalb sollten erhöhte ApoB-Werte nicht eigenständig anhand eines Selbsttests behandelt werden.

Welche Blutwerte sind für das Herz-Kreislauf-Risiko zusätzlich wichtig?

ApoB und Lipoprotein(a) liefern wichtige Informationen, reichen allein jedoch nicht für eine vollständige Risikoeinschätzung aus. Weitere Blutwerte helfen dabei, Stoffwechselerkrankungen und zusätzliche Belastungen des Herz-Kreislauf-Systems zu erkennen. Besonders der Zuckerstoffwechsel, bestimmte Entzündungsmarker und die Nierenfunktion können ergänzend untersucht werden.

Welche zusätzlichen Untersuchungen sind sinnvoll?

Blutzucker und HbA1c

Der Nüchternblutzucker und der Langzeitblutzuckerwert HbA1c helfen, Diabetes oder einen gestörten Zuckerstoffwechsel zu erkennen. Bei einer Insulinresistenz reagieren die Körperzellen vermindert auf Insulin, was auch die Zusammensetzung der Blutfettpartikel verändern kann.

Hochsensitives C-reaktives Protein (hs-CRP)

Dieser Blutwert kann geringe entzündliche Aktivitäten im Körper anzeigen. Ein dauerhaft erhöhter Wert kann zusätzliche Hinweise auf das Herz-Kreislauf-Risiko liefern, ist jedoch nicht bei jeder Untersuchung erforderlich.

Nierenwerte

Untersuchungen wie Kreatinin und die daraus berechnete geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) geben Auskunft über die Nierenfunktion. Eine eingeschränkte Nierenfunktion kann sowohl das Herz-Kreislauf-Risiko erhöhen als auch die Blutfettwerte beeinflussen.

Neben den Laborwerten berücksichtigen Ärzte und Ärztinnen Blutdruck, Rauchverhalten, Bauchumfang, körperliche Aktivität und familiäre Vorerkrankungen. Erst die gemeinsame Beurteilung dieser Faktoren ermöglicht eine aussagekräftige Einschätzung des persönlichen Risikos. Einzelne Laborwerte ohne medizinischen Zusammenhang können deshalb leicht falsch interpretiert werden.

Bei unklaren Befunden können bildgebende Untersuchungen zusätzliche Informationen liefern. Eine Ultraschalluntersuchung der Halsschlagadern kann beispielsweise Ablagerungen sichtbar machen, während eine spezielle Computertomografie Kalk in den Herzkranzgefäßen nachweist. Ob diese Untersuchungen sinnvoll sind, hängt von der individuellen Situation ab.

Was kostet die Messung von ApoB und Lipoprotein(a)?

Die Kostenübernahme für ApoB und Lipoprotein(a) unterscheidet sich zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz. Maßgeblich sind die medizinische Begründung, die geltenden Abrechnungsregeln und der jeweilige Versicherungsschutz. Werden die Werte ohne entsprechende Indikation im Rahmen einer individuellen Vorsorge bestimmt, können zusätzliche Kosten entstehen.

Kostenübernahme in Deutschland

In Deutschland gehört die ApoB-Bestimmung nicht zum regulären Umfang der allgemeinen Gesundheitsuntersuchung der gesetzlichen Krankenversicherung. Bei bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen, familiären Fettstoffwechselstörungen oder bestimmten unklaren Befunden kann eine Untersuchung medizinisch begründet sein und unter den geltenden Voraussetzungen als Kassenleistung erfolgen. Ohne entsprechende Voraussetzungen wird die Messung häufig privat abgerechnet, wobei die Kosten üblicherweise im niedrigen zweistelligen Eurobereich liegen.

Auch Lipoprotein(a) kann bei familiärer Vorbelastung oder früh aufgetretenen Gefäßerkrankungen medizinisch sinnvoll sein. Eine generelle Kostenübernahme für eine einmalige Untersuchung aller beschwerdefreien Erwachsenen besteht jedoch nicht. Vor der Blutabnahme sollte deshalb geklärt werden, ob die gesetzliche Krankenkasse die Untersuchung im konkreten Fall übernimmt.

Kostenübernahme in Österreich

In Österreich umfasst die allgemeine Vorsorgeuntersuchung unter anderem bestimmte Cholesterinwerte und weitere Laboruntersuchungen. ApoB und Lipoprotein(a) gehören nicht zum standardmäßigen Untersuchungsumfang. Bei einer medizinischen Indikation können zusätzliche Laboruntersuchungen veranlasst werden, wobei die Kostenübernahme von den geltenden Regelungen der Sozialversicherung abhängt.

Erfolgt die Untersuchung auf eigenen Wunsch ohne entsprechende Kassenleistung, müssen die Kosten in der Regel selbst getragen werden. Bei Wahlärzten und Wahlärztinnen kann unter bestimmten Voraussetzungen eine teilweise Rückerstattung möglich sein. Vor der Untersuchung empfiehlt es sich, die voraussichtlichen Kosten und eine mögliche Erstattung zu klären.

Kostenübernahme in der Schweiz

In der Schweiz richtet sich die Kostenübernahme durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung nach den gesetzlichen Voraussetzungen und der offiziellen Analysenliste des Bundesamts für Gesundheit. ApoB und Lipoprotein(a) können bei entsprechender medizinischer Indikation im Rahmen der geltenden Bestimmungen erstattungsfähig sein. Eine ärztliche Verordnung allein garantiert jedoch nicht automatisch die Übernahme jeder Untersuchung.

Versicherte müssen außerdem ihre Franchise und den gesetzlichen Selbstbehalt berücksichtigen. Bei Untersuchungen auf eigenen Wunsch können zusätzliche private Kosten entstehen. Deshalb sollte vor der Blutabnahme geklärt werden, welche Leistungen von der Grundversicherung übernommen werden.

Quellen

European Society of Cardiology (ESC) und European Atherosclerosis Society (EAS): 2025 Focused Update of the 2019 ESC/EAS Guidelines for the Management of Dyslipidaemias. European Heart Journal, 2025.https://academic.oup.com/eurheartj/article/46/42/4359/8234482

European Society of Cardiology (ESC) und European Atherosclerosis Society (EAS): 2019 ESC/EAS Guidelines for the Management of Dyslipidaemias. European Heart Journal, 2020.https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehz455

European Atherosclerosis Society (EAS): Lipoprotein(a) in atherosclerotic cardiovascular disease and aortic stenosis: A European Atherosclerosis Society consensus statement. European Heart Journal, 2022.https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehac361

Novartis: Ergebnisse der Phase-III-Studie Lp(a)HORIZON zur gezielten Senkung von Lipoprotein(a), veröffentlicht am 4. September 2026.https://www.novartis.com/news/media-releases/novartis-announces-lpahorizon-phase-iii-topline-results-pelacarsen-patients-elevated-lpa-and-established-cardiovascular-disease-cvd

European Atherosclerosis Society (EAS) und European Federation of Clinical Chemistry and Laboratory Medicine (EFLM): Fasting is not routinely required for determination of a lipid profile. European Heart Journal, 2016.https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehw152

Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK): Leitlinien und Pocket-Leitlinien zu Dyslipidämien und kardiovaskulärer Prävention.https://leitlinien.dgk.org/

Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV): Einheitlicher Bewertungsmaßstab für vertragsärztliche Leistungen, Stand Oktober 2026.https://www.kbv.de/praxis/abrechnung/ebm

Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK): Informationen und Leistungsumfang der Vorsorgeuntersuchung.https://www.gesundheitskasse.at/

Bundesamt für Gesundheit (BAG), Schweiz: Analysenliste der obligatorischen Krankenpflegeversicherung, Fassung vom 1. Juli 2026.https://www.bag.admin.ch/de/analysenliste-al

War dieser Beitrag hilfreich für Dich?
Deine Frage ist nicht dabei?

Stell sie anonym. Die MOOCI-Redaktion prüft jede Frage und holt die Antwort einer Fachärztin oder eines Facharztes ein. Beantwortete Fragen erscheinen hier auf der Seite, ohne Namen. Bei akuten Beschwerden wende Dich bitte direkt an Deine Praxis oder den ärztlichen Notdienst.

Häufige Fragen

Muss man für die ApoB- und Lipoprotein(a)-Messung nüchtern sein?
Für die Bestimmung von ApoB und Lipoprotein(a) ist eine nüchterne Blutabnahme normalerweise nicht erforderlich. Auch viele andere Blutfettwerte können inzwischen ohne vorheriges Fasten gemessen werden. Werden gleichzeitig bestimmte weitere Untersuchungen durchgeführt, beispielsweise des Nüchternblutzuckers, kann die Praxis dennoch eine Blutabnahme auf nüchternen Magen empfehlen.
Ist ApoB dasselbe wie kleines, dichtes LDL?
Nein, ApoB und kleine, dichte LDL-Partikel beschreiben unterschiedliche Eigenschaften der Blutfette. Kleine, dichte LDL-Partikel sind eine bestimmte Untergruppe des LDL, während ApoB auf allen potenziell gefäßschädigenden Partikeln vorkommt. Dazu gehören neben LDL auch Lipoprotein(a) und bestimmte triglyceridreiche Partikel beziehungsweise deren Abbauprodukte.
Kann sich Lipoprotein(a) im Laufe des Lebens verändern?
Ja, Lipoprotein(a) kann sich unter bestimmten Umständen verändern, bleibt bei den meisten Menschen jedoch relativ stabil. Veränderungen sind beispielsweise nach den Wechseljahren, bei eingeschränkter Nierenfunktion oder einer Schilddrüsenunterfunktion möglich. Da die Konzentration überwiegend genetisch bestimmt ist, genügt normalerweise eine einmalige Messung im Erwachsenenalter.
Ab welchem Alter ist eine Lipoprotein(a)-Messung sinnvoll?
Europäische Fachgesellschaften empfehlen, Lipoprotein(a) mindestens einmal im Erwachsenenalter bestimmen zu lassen. Eine frühere Untersuchung kann sinnvoll sein, wenn in der Familie bereits früh Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufgetreten sind, beispielsweise Herzinfarkte bei Männern vor dem 55. oder bei Frauen vor dem 60. Lebensjahr. Auch bei bekannten erblichen Fettstoffwechselstörungen sollte der geeignete Untersuchungszeitpunkt ärztlich besprochen werden.
Sind Selbsttests für ApoB und Lipoprotein(a) zuverlässig?
Ein Selbsttest kann grundsätzlich verwertbare Laborwerte liefern, wenn die Probenentnahme und Analyse fachgerecht erfolgen. Allerdings können Fehler bei der Entnahme, Lagerung oder beim Transport die Ergebnisse beeinflussen. Außerdem reicht ein einzelner Wert nicht aus, um das persönliche Herz-Kreislauf-Risiko oder eine notwendige Behandlung festzulegen, weshalb eine ärztliche Einordnung sinnvoll ist.
Redaktionelle Verantwortung

Dieser Beitrag wurde von der internen MOOCI-Redaktion erstellt, inhaltlich geprüft und freigegeben. Bei der Recherche und Aufbereitung setzen wir auch KI-gestützte Werkzeuge ein; jeder Text wird vor der Veröffentlichung von unserer Redaktion fachlich gegengelesen. Die redaktionelle Verantwortung trägt Nadja Sukalia, Content Managerin bei MOOCI. Die medizinische Prüfung erfolgt durch Ärztinnen und Ärzte aus unserem Fachnetzwerk.

Dr. Benjamin Gehl

Dr. Benjamin Gehl

Facharzt für plastische, ästhetische & rekonstruktive Chirurgie

Als Facharzt für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie liegt die Leidenschaft von Dr. Gehl schon immer im Bereich der medizinischen Contentproduktion. Aufgrund seiner Ausbildung, einer langjährigen Einsatzzeit in der rekonstruktiven und plastischen Chirurgie, sowie zahlreichen Auslandseinsätzen in Indien, Afrika und Amerika weiß er, welche Techniken und Behandlungen für medizinische Indikationen international Anwendung finden und State of the art sind. Weiterhin beschäftigt er sich täglich mit neuen Trends und Techniken in der operativen und nicht-operativen Chirurgie. Fortbildungen sowie Studien zählen genauso zu seiner Leidenschaft wie die Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten zu den neuesten fachspezifischen Themen.

Zum Profil
Weitere Inhalte zum Thema
Aktuelle Trends
Unser medizinischer Prozess
Jeder Artikel wird von medizinischen Fachexpert:innen geprüft, um höchste Qualität und Aktualität sicherzustellen.
Recherche

Analyse aktueller Studien und Fachliteratur

Erstellung

Verfassung durch med. Fachjournalist:innen

Facharzt-Review

Prüfung durch praktizierende Fachärzt:innen

Aktualisierung

Regelmäßige Überprüfung und Updates

Fachärztlich geprüft
Dr. Benjamin Gehl
Letzte Aktualisierung: 15.10.2026

MIA

KI-Assistentin · MOOCI Informational Agent

Hallo! Ich bin MIA, die KI-Assistentin von MOOCI. 👋

Damit Du es weißt: Du schreibst hier mit einer künstlichen Intelligenz, nicht mit einem Menschen. Meine Antworten können Fehler enthalten und ersetzen keine ärztliche Beratung.

Wie kann ich Dir heute helfen?
Gerade eben

Arzt in deiner Nähe finden

🩺

MIA

Deine KI-Beratung von MOOCI

Hallo! Ich bin MIA, deine KI-Beratung von MOOCI. Ich beantworte deine Fragen zu ästhetischen und medizinischen Behandlungen. Was möchtest du wissen?

Arzt in deiner Nähe finden