Du fühlst Dich ständig müde, schläfst schlecht oder bemerkst Veränderungen Deiner Haut, Deines Gewichts oder Deines Zyklus? Hinter solchen Beschwerden können verschiedene Ursachen stecken, manchmal auch Veränderungen im Hormonhaushalt. Ein Hormontest kann helfen, mögliche Störungen zu erkennen und gezielt abzuklären. Allerdings ist es nicht immer sinnvoll, möglichst viele Hormone auf einmal bestimmen zu lassen.
Denn Hormone werden nicht gleichmäßig ausgeschüttet. Ihre Konzentration verändert sich je nach Tageszeit, Lebensphase und bei Frauen auch im Verlauf des Menstruationszyklus. Deshalb hängt die Aussagekraft eines Hormontests stark davon ab, wann und wie die Werte gemessen werden. Wir erklären Dir, wann ein Hormonstatus sinnvoll ist, welche Hormone untersucht werden und was die Ergebnisse tatsächlich aussagen.
Das Wichtigste in Kürze
Ein Hormonstatus ist keine festgelegte Untersuchung. Welche Hormone gemessen werden, hängt von Deinen Beschwerden, Deinem Alter und der medizinischen Fragestellung ab.
Bei Frauen mit Menstruationszyklus spielt der Zeitpunkt der Blutabnahme eine wichtige Rolle, da sich viele Hormonwerte im Laufe des Zyklus deutlich verändern.
Hormone können im Blut, Speichel oder Urin bestimmt werden. Die Methoden liefern unterschiedliche Informationen und sind nicht für jede Fragestellung gleichermaßen geeignet.
In den Wechseljahren schwanken die Hormonwerte häufig stark. Bei Frauen ab 45 Jahren wird die Diagnose deshalb meist anhand der Beschwerden und Zyklusveränderungen gestellt.
Was gehört zu einem Hormonstatus?
Ein Hormonstatus umfasst verschiedene Laborwerte, die je nach Beschwerden und medizinischer Fragestellung ausgewählt werden. Ein festes Untersuchungspaket gibt es nicht, denn welche Hormone wichtig sind, hängt davon ab, welche mögliche Störung abgeklärt werden soll.
Bei Frauen können beispielsweise die Sexualhormone Östradiol und Progesteron sowie die Steuerhormone FSH und LH untersucht werden. Auch Prolaktin spielt bei bestimmten Zyklusstörungen eine Rolle. Besteht der Verdacht auf einen Überschuss männlicher Hormone, etwa bei verstärkter Körperbehaarung oder hormoneller Akne, können zusätzlich Testosteron und DHEAS bestimmt werden. Bei unerfülltem Kinderwunsch kann das Anti-Müller-Hormon (AMH) helfen, die Eizellreserve einzuschätzen. Es sagt allerdings nicht zuverlässig voraus, wie hoch die Wahrscheinlichkeit einer natürlichen Schwangerschaft ist.
Bei Männern mit Verdacht auf einen Testosteronmangel stehen vor allem Gesamttestosteron und gegebenenfalls das sexualhormonbindende Globulin (SHBG) sowie LH und FSH im Vordergrund. Je nach Befund kann auch Prolaktin untersucht werden.
Neben den Sexualhormonen können weitere Werte sinnvoll sein. Bei Verdacht auf eine Schilddrüsenerkrankung wird meist zunächst TSH bestimmt und bei Bedarf um freie Schilddrüsenhormone ergänzt. Besteht der Verdacht auf eine Störung der Nebennierenfunktion, können Cortisol und weitere Hormone untersucht werden. Welche Werte tatsächlich notwendig sind, entscheidet sich anhand Deiner Beschwerden und der ärztlichen Untersuchung. Umfangreiche Hormonprofile ohne konkrete Fragestellung liefern dagegen häufig wenig zusätzliche Informationen und können durch zufällige Abweichungen unnötig verunsichern.
Welche Beschwerden führen zu einer Hormonbestimmung?
Eine Hormonbestimmung kann sinnvoll sein, wenn bestimmte Beschwerden auf eine hormonelle Störung hindeuten. Bei Frauen stehen häufig Veränderungen des Menstruationszyklus im Vordergrund. Dazu gehören unregelmäßige oder ausbleibende Blutungen, Zwischenblutungen oder eine deutlich veränderte Blutungsstärke. Auch unerfüllter Kinderwunsch, wiederholte Fehlgeburten, verstärkte Körperbehaarung, Akne oder Haarausfall können Anlass für eine gezielte Untersuchung sein.
Bei Männern kann ein Testosteronmangel unter anderem mit nachlassender Libido, Erektionsstörungen, verminderter Muskelmasse oder anhaltender Erschöpfung einhergehen. Allerdings haben solche Beschwerden häufig andere Ursachen, beispielsweise Schlafmangel, Übergewicht, psychische Belastungen oder bestimmte Medikamente. Unabhängig vom Geschlecht können auch folgende Beschwerden auf eine hormonelle Störung hinweisen:
- Unerklärliche Gewichtsveränderungen
- Starke Müdigkeit oder anhaltende Erschöpfung
- Ausgeprägte Kälte- oder Wärmeempfindlichkeit
- Herzrasen oder ungewöhnlich starkes Schwitzen
- Muskelschwäche oder auffällige Hautveränderungen
- Starker Durst und häufiges Wasserlassen
- Neu aufgetretener oder schwer einstellbarer Bluthochdruck
Nicht hinter jedem dieser Symptome steckt allerdings ein hormonelles Ungleichgewicht. Deshalb wird in der Regel zunächst die wahrscheinlichste Ursache abgeklärt, bevor weitere Hormone untersucht werden.
Was hat der Zeitpunkt der Messung mit der Aussagekraft zu tun?
Der richtige Zeitpunkt ist für die Aussagekraft vieler Hormonwerte entscheidend. Besonders bei Frauen mit Menstruationszyklus verändern sich die Konzentrationen von Östradiol, Progesteron, FSH und LH im Laufe des Monats erheblich.
Für die Beurteilung von FSH, LH und Östradiol wird häufig die frühe Zyklusphase gewählt, meist zwischen dem zweiten und fünften Tag nach Beginn der Monatsblutung. Progesteron wird dagegen bei der Abklärung eines Eisprungs etwa sieben Tage nach dem vermuteten Eisprung bestimmt. Entscheidend ist dabei die individuelle Zykluslänge und nicht ein fester Kalendertag.
Auch die Tageszeit kann einen großen Unterschied machen. Bei Männern mit Verdacht auf einen Testosteronmangel wird eine morgendliche Blutentnahme empfohlen. Ist der Wert zu niedrig, sollte er an einem anderen Morgen erneut bestimmt werden, bevor eine Diagnose gestellt wird.
Cortisol unterliegt ebenfalls einem ausgeprägten Tagesrhythmus. Die Konzentration ist normalerweise morgens hoch und sinkt im Laufe des Tages. Wann Cortisol gemessen werden sollte, hängt jedoch von der vermuteten Erkrankung ab. Bei Verdacht auf eine Nebennierenunterfunktion kann eine morgendliche Blutmessung sinnvoll sein. Zur Abklärung eines Cortisolüberschusses kommen dagegen unter anderem spätabendliche Speichelmessungen oder spezielle Funktionstests infrage.
Prolaktin kann durch Stress, körperliche Anstrengung und die Blutabnahme selbst vorübergehend ansteigen. Bei einem leicht erhöhten Wert kann deshalb eine erneute Messung unter möglichst ruhigen Bedingungen sinnvoll sein.
Wichtig ist außerdem, welche Medikamente Du einnimmst. Hormonelle Verhütungsmittel, eine laufende Hormontherapie, Kortisonpräparate und verschiedene andere Medikamente können die Ergebnisse beeinflussen. Besonders kombinierte hormonelle Verhütungsmittel unterdrücken die körpereigene Hormonproduktion, wodurch bestimmte Werte nur eingeschränkt beurteilt werden können. Informiere Deinen Arzt oder Deine Ärztin deshalb vor der Untersuchung über alle eingenommenen Präparate.
Worin unterscheiden sich Blut, Speichel und Urin?
Hormone können mit verschiedenen Methoden gemessen werden. Welche davon sinnvoll ist, hängt davon ab, welches Hormon untersucht werden soll und welche Erkrankung vermutet wird. Die Ergebnisse sind nicht beliebig miteinander vergleichbar.
Hormonbestimmung im Blut
Die Blutuntersuchung ist für die meisten hormonellen Fragestellungen die am besten untersuchte und standardisierte Methode. Dabei können sowohl die Gesamtkonzentration eines Hormons als auch bestimmte freie Hormonanteile gemessen werden. Viele Sexualhormone sind im Blut an Transporteiweiße gebunden. Bei Testosteron kann deshalb zusätzlich das sexualhormonbindende Globulin (SHBG) bestimmt werden. Gemeinsam mit dem Gesamttestosteron und gegebenenfalls Albumin lässt sich daraus der freie Testosteronanteil berechnen. Auch bei Schilddrüsenhormonen werden häufig die freien Hormonanteile untersucht.
Hormonbestimmung im Speichel
Speicheltests werden vor allem zur Messung bestimmter Steroidhormone eingesetzt. Im Speichel lässt sich überwiegend der nicht an Transporteiweiße gebundene Hormonanteil erfassen. Eine anerkannte Anwendung ist die Bestimmung des spätabendlichen Speichelcortisols bei Verdacht auf ein Cushing-Syndrom, also eine krankhafte Überproduktion von Cortisol. Allgemeine Cortisol-Tagesprofile zur Untersuchung von Stress oder Erschöpfung sind dagegen medizinisch nicht ausreichend abgesichert. Für Sexualhormone wie Östradiol, Progesteron und Testosteron sind Speicheltests weniger gut standardisiert. Faktoren wie die Probennahme, Zahnfleischbluten oder Verunreinigungen können die Ergebnisse beeinflussen. Deshalb wird für die meisten Fragestellungen weiterhin eine Blutuntersuchung empfohlen.
Hormonbestimmung im Urin
Im Urin lassen sich bestimmte Hormone und ihre Abbauprodukte über einen längeren Zeitraum erfassen. Dafür wird häufig der gesamte Urin über 24 Stunden gesammelt. Diese Methode kommt beispielsweise bei der Abklärung eines Cortisolüberschusses oder bestimmter hormonproduzierender Tumoren zum Einsatz. Wichtig ist, dass die Urinsammlung vollständig erfolgt, da fehlende Mengen das Ergebnis verfälschen können. Daneben werden auch Heimtests mit getrockneten Urinproben angeboten. Für viele der damit beworbenen Anwendungen ist die wissenschaftliche Aussagekraft bisher jedoch nicht ausreichend belegt.
Wie aussagekräftig sind Hormontests in den Wechseljahren?
In den Wechseljahren verändern sich die Hormonwerte oft erheblich. Besonders während der Perimenopause, also in der Übergangsphase vor der letzten Monatsblutung, arbeiten die Eierstöcke zunehmend unregelmäßig. Es kann Zyklen mit und ohne Eisprung geben, während die Östradiolwerte innerhalb kurzer Zeit stark schwanken. Auch das Steuerhormon FSH kann zeitweise erhöht und bei einer späteren Messung wieder unauffällig sein. Deshalb lässt sich anhand eines einzelnen Hormonwerts nicht zuverlässig feststellen, ob eine Frau bereits in den Wechseljahren ist. Bei Frauen ab 45 Jahren mit typischen Beschwerden wird die Diagnose in der Regel anhand des Alters, der Zyklusveränderungen und der Symptome gestellt. Eine routinemäßige Bestimmung von FSH oder Östradiol ist dafür normalerweise nicht notwendig.
In bestimmten Situationen kann eine Hormonuntersuchung dennoch sinnvoll sein. Dazu gehören beispielsweise:
- Frauen unter 40 Jahren mit Verdacht auf eine vorzeitige Einschränkung der Eierstockfunktion
- Frauen zwischen 40 und 45 Jahren mit möglichen Wechseljahresbeschwerden und Zyklusveränderungen
- Unklare Beschwerden, bei denen beispielsweise eine Schilddrüsenerkrankung oder eine Störung des Prolaktinhaushalts ausgeschlossen werden soll
Bei Frauen, die hormonell verhüten, ist die Beurteilung zusätzlich erschwert. Je nach Verhütungsmethode können die körpereigenen Hormonwerte beeinflusst werden. Eine Hormonbestimmung ist deshalb nicht automatisch hilfreich, wenn die Monatsblutung unter der Verhütung ausbleibt.
Entscheidend ist, dass typische Wechseljahresbeschwerden auch bei unauffälligen Laborwerten bestehen können. Ein normales Ergebnis bedeutet also nicht, dass Deine Beschwerden keine hormonelle Ursache haben. Ob eine Behandlung, beispielsweise mit bioidentischen Hormonen, sinnvoll ist, hängt deshalb nicht von einem einzelnen Messwert ab, sondern von Deinen Beschwerden, Deiner Vorgeschichte und möglichen Risikofaktoren.
Was sagen Referenzbereiche über die Hormone aus?
Referenzbereiche zeigen, welche Hormonwerte bei einer bestimmten Vergleichsgruppe üblich sind. Bei Hormonen hängen diese Bereiche besonders stark vom Alter, Geschlecht, der Zyklusphase und teilweise auch von der Tageszeit ab. Ein Wert innerhalb des Referenzbereichs bedeutet deshalb nicht automatisch, dass keine hormonelle Störung vorliegt. Umgekehrt muss ein leicht abweichender Wert nicht unbedingt auf eine Erkrankung hinweisen.
Wichtig ist außerdem, dass viele Hormone in einem Regelkreis zusammenwirken. Deshalb werden sie häufig gemeinsam mit ihren Steuerhormonen beurteilt. Ein niedriger Testosteronwert bei gleichzeitig erhöhtem LH kann beispielsweise auf eine Störung der Hodenfunktion hinweisen. Ist LH dagegen niedrig oder trotz Testosteronmangels nicht ausreichend erhöht, kann die Ursache in der übergeordneten hormonellen Steuerung durch Hypothalamus oder Hirnanhangsdrüse liegen. Auch bei der Schilddrüse und den Nebennieren spielt das Zusammenspiel verschiedener Hormone eine wichtige Rolle.
Ein Laborbefund allein reicht daher nicht aus, um eine Diagnose zu stellen oder eine Behandlung zu beginnen. Entscheidend sind immer auch Deine Beschwerden, Deine Vorgeschichte und mögliche Risikofaktoren. Die Ergebnisse sollten deshalb ärztlich eingeordnet werden.
Welchen Stellenwert hat die Hormonmessung in der Präventionsmedizin?
In der Präventionsmedizin werden Hormonuntersuchungen teilweise als Bestandteil umfassender Gesundheitschecks angeboten. Häufig werden sie mit Stoffwechsel-, Entzündungs- und Nährstoffwerten kombiniert. Dahinter steht die Idee, mögliche Veränderungen frühzeitig zu erkennen, bevor Beschwerden oder Erkrankungen entstehen. Allerdings ist eine regelmäßige Bestimmung möglichst vieler Hormonwerte bei gesunden Menschen nicht allgemein empfohlen. Auch bei der Schilddrüse und beim Zuckerstoffwechsel hängt der Nutzen einer Untersuchung von persönlichen Risikofaktoren und möglichen Beschwerden ab. Eine routinemäßige Kontrolle aller Hormone bringt deshalb nicht automatisch einen gesundheitlichen Vorteil.
Besonders bei den Sexualhormonen ist eine sorgfältige Einordnung wichtig. Ihre Konzentration verändert sich im Laufe des Lebens, ohne dass dahinter zwangsläufig eine Erkrankung steckt. Ein niedrigerer Hormonwert im höheren Alter ist deshalb nicht automatisch behandlungsbedürftig. Entscheidend ist, ob passende Beschwerden bestehen, tatsächlich eine hormonelle Störung nachgewiesen wurde und eine Behandlung medizinisch sinnvoll ist.
Eine gezielte Hormonbestimmung kann dennoch wertvolle Hinweise liefern, etwa wenn bestimmte Beschwerden schon länger bestehen und andere Ursachen ausgeschlossen wurden. Wichtig ist, dass die Untersuchung eine konkrete medizinische Frage beantworten soll.
Was kostet eine Hormonbestimmung im deutschsprachigen Raum?
Die Kosten hängen davon ab, welche Hormone untersucht werden, welche Messmethode verwendet wird und ob eine medizinische Notwendigkeit besteht. Umfangreichere Hormonprofile können je nach Labor und Anzahl der Werte mehrere Hundert Euro kosten. Hinzu kommen gegebenenfalls Kosten für die Blutentnahme, ärztliche Beratung und Befundbesprechung.
Die Kostenübernahme unterscheidet sich je nach Land:
- Deutschland: Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt medizinisch notwendige Hormonuntersuchungen, etwa bei Verdacht auf eine Schilddrüsen- oder Nebennierenerkrankung oder bestimmten Zyklusstörungen. Hormonprofile ohne medizinischen Anlass müssen in der Regel selbst bezahlt werden.
- Österreich: Bei einer entsprechenden medizinischen Indikation können Hormonbestimmungen über die Krankenversicherung abgerechnet werden. Untersuchungen auf eigenen Wunsch sind normalerweise privat zu bezahlen.
- Schweiz: Medizinisch notwendige Laboruntersuchungen können unter den geltenden Voraussetzungen von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung übernommen werden. Dabei können Franchise und Selbstbehalt anfallen.
Daneben gibt es verschiedene Hormontests für zu Hause, bei denen beispielsweise Speichel, Urin oder Kapillarblut untersucht wird. Diese Tests ersetzen jedoch keine ärztliche Abklärung. Besonders die Auswahl der Hormone und der richtige Zeitpunkt der Probennahme sind entscheidend. Werden diese Faktoren nicht berücksichtigt, kann eine erneute Untersuchung unter kontrollierten Bedingungen notwendig sein.
Wie bereitet man sich auf eine Hormonbestimmung vor?
Eine gute Vorbereitung kann helfen, möglichst aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten. Sinnvoll ist es, Deine Beschwerden bereits vor dem Termin zu beobachten und zu notieren. Bei Zyklusbeschwerden kannst Du beispielsweise festhalten, wann Deine Monatsblutung beginnt, wie lange sie dauert und welche Beschwerden auftreten. Auch Veränderungen von Schlaf, Stimmung, Gewicht oder Leistungsfähigkeit können für die ärztliche Beurteilung hilfreich sein.
Für die Blutabnahme selbst solltest Du einige Punkte beachten:
Zeitpunkt
Manche Hormone müssen zu einer bestimmten Tageszeit oder Zyklusphase gemessen werden. Bei Verdacht auf einen Testosteronmangel bei Männern wird beispielsweise eine morgendliche Blutabnahme empfohlen.
Körperliche Belastung
Intensiver Sport und akuter Stress können bestimmte Hormonwerte beeinflussen. Vor allem bei Prolaktin ist es sinnvoll, vor der Blutentnahme einige Minuten zur Ruhe zu kommen.
Nüchternheit
Für viele Hormonuntersuchungen musst Du nicht nüchtern sein. Bei bestimmten Untersuchungen oder gleichzeitig bestimmten Stoffwechselwerten kann es jedoch notwendig sein.
Medikamente
Informiere Deinen Arzt oder Deine Ärztin über alle Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, die Du einnimmst. Dazu gehören auch hormonelle Verhütungsmittel, Hormonpräparate und hoch dosiertes Biotin, das bestimmte Laborergebnisse verfälschen kann.
Kläre am besten schon vor der Untersuchung, wann und mit wem Du die Ergebnisse besprichst. Denn erst durch die gemeinsame Beurteilung Deiner Beschwerden und der Laborwerte lässt sich entscheiden, ob weitere Untersuchungen oder eine Behandlung notwendig sind.
Quellen
National Institute for Health and Care Excellence (NICE): Menopause: Identification and Management, Guideline NG23
European Society of Human Reproduction and Embryology (ESHRE): Evidence-Based Guideline on Premature Ovarian Insufficiency (2024)
Endocrine Society: Testosterone Therapy in Men With Hypogonadism, Clinical Practice Guideline
Endocrine Society: Diagnosis of Cushing’s Syndrome, Clinical Practice Guideline
Endocrine Society: Diagnosis and Treatment of Primary Adrenal Insufficiency, Clinical Practice Guideline
American Society for Reproductive Medicine (ASRM): Testing and Interpreting Measures of Ovarian Reserve
Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): Leitlinien zur gynäkologischen Diagnostik und Behandlung
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Gesundheitsinformation.de, Informationen zu den Wechseljahren
Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE): Fachinformationen zur Diagnostik hormoneller Erkrankungen
Bundesamt für Gesundheit (BAG), Schweiz: Krankenversicherung und Leistungen
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