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Osteoporose vorbeugen

Osteoporose vorbeugen

Wie Du dem Knochenschwund vorbeugst, welche Risikofaktoren zählen und wer die Knochendichtemessung zahlt.

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Osteoporose wird häufig als Erkrankung des höheren Lebensalters betrachtet. Ihre Entstehung beginnt jedoch wesentlich früher, denn bereits in der Kindheit und Jugend wird ein großer Teil der späteren Knochenmasse aufgebaut. Wie hoch diese maximale Knochenmasse ausfällt und wie schnell sie im Laufe des Lebens abnimmt, beeinflusst das spätere Risiko für Knochenschwund.

Osteoporose entwickelt sich meist schleichend und verursacht lange keine Beschwerden. Häufig wird die Erkrankung erst nach einem Knochenbruch erkannt, der besonders bei älteren Menschen erhebliche Folgen haben kann. Nach einem hüftnahen Oberschenkelbruch erreichen viele Betroffene ihre frühere Selbstständigkeit nicht vollständig zurück. Deshalb ist es sinnvoll, frühzeitig auf die Knochengesundheit zu achten und bekannte Risikofaktoren zu reduzieren.

Osteoporose vorbeugen: Was Knochen langfristig stark hält

Das Wichtigste in Kürze

Osteoporose entsteht, wenn die Knochendichte und die Knochenqualität abnehmen und dadurch das Risiko für Knochenbrüche steigt. Die maximale Knochenmasse wird überwiegend in jungen Jahren aufgebaut.

Regelmäßiges Krafttraining, Bewegung mit Gewichtsbelastung und Gleichgewichtsübungen können die Knochen stärken und Stürzen vorbeugen. Besonders im Kindes- und Jugendalter ist ausreichend Bewegung wichtig.

Kalzium, Vitamin D und Eiweiß unterstützen die Knochengesundheit. Nahrungsergänzungsmittel sind vor allem bei unzureichender Versorgung sinnvoll und bieten bei guter Versorgung meist keinen zusätzlichen Schutz vor Knochenbrüchen.

Eine Knochendichtemessung kann bei erhöhtem Osteoporoserisiko sinnvoll sein. Ob sie notwendig ist und von der Krankenkasse übernommen wird, hängt von den individuellen Risikofaktoren und medizinischen Voraussetzungen ab.

Was passiert bei Osteoporose im Knochen?

Knochen sind lebendes Gewebe, das sich während des gesamten Lebens erneuert. Spezielle Zellen bauen alte Knochensubstanz ab, während andere neue Knochenmasse bilden. Dieser Vorgang wird als Knochenumbau bezeichnet und hilft dabei, kleinere Schäden zu reparieren und die Knochenstruktur an körperliche Belastungen anzupassen.

Bei Osteoporose gerät das Gleichgewicht zwischen Knochenaufbau und Knochenabbau aus dem Lot. Dadurch nimmt die Knochenmasse ab, während sich gleichzeitig die innere Struktur verändert. Die feinen Knochenbälkchen werden dünner, verlieren Verbindungen und können leichter brechen.

Welche Folgen kann Osteoporose haben?

Bei Osteoporose sind Knochendichte und Knochenqualität vermindert, wodurch das Risiko für Knochenbrüche steigt. Besonders häufig betroffen sind die Wirbelkörper, der Oberschenkelhals, das Handgelenk und der Oberarm. Wirbelkörperbrüche können bereits bei alltäglichen Belastungen auftreten und sich durch plötzliche Rückenschmerzen, einen Verlust an Körpergröße oder einen zunehmenden Rundrücken bemerkbar machen.

Medizinisch wird zwischen primärer und sekundärer Osteoporose unterschieden. Die primäre Form hängt überwiegend mit dem Alter und hormonellen Veränderungen zusammen. Eine sekundäre Osteoporose entsteht dagegen infolge bestimmter Erkrankungen oder Medikamente, wobei sich die zugrunde liegende Ursache teilweise gezielt behandeln lässt.

Wann baut Dein Körper Knochenmasse auf?

Wann wird die maximale Knochenmasse aufgebaut?

Der größte Teil der Knochenmasse entsteht während der Kindheit, Jugend und des frühen Erwachsenenalters. Besonders während der Pubertät nimmt die Knochendichte deutlich zu, da der Körper in dieser Phase stark wächst. Je nach Skelettregion und individuellen Voraussetzungen wird die maximale Knochenmasse meist bis zum dritten Lebensjahrzehnt erreicht.

Anschließend bleibt die Knochenmasse zunächst relativ stabil, bevor sie mit zunehmendem Alter langsam abnimmt. Bei Frauen beschleunigt sich dieser Abbau besonders in den Jahren um die Wechseljahre. Ursache ist der sinkende Östrogenspiegel, da dieses Hormon normalerweise den Knochenabbau begrenzt.

In den ersten Jahren nach der letzten Regelblutung kann der Knochenverlust besonders ausgeprägt sein. Auch Männer können eine Osteoporose entwickeln, häufig jedoch später und mit einem langsameren Knochenverlust. Da die Erkrankung bei Männern seltener vermutet wird, bleibt sie teilweise länger unerkannt.

Für die Vorbeugung sind deshalb sowohl der Aufbau einer möglichst hohen Knochenmasse in jungen Jahren als auch deren Erhalt im Erwachsenenalter wichtig. Bewegung, Ernährung und die Behandlung möglicher Grunderkrankungen können dazu beitragen, den Knochenabbau zu begrenzen. Wie stark sich die Knochenmasse beeinflussen lässt, hängt unter anderem vom Alter und den persönlichen Voraussetzungen ab.

Welche Risikofaktoren begünstigen Osteoporose?

Das Osteoporoserisiko wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst, von denen sich einige verändern lassen und andere nicht. Zu den nicht beeinflussbaren Risiken gehören zunehmendes Alter, weibliches Geschlecht, familiäre Vorbelastung und ein von Natur aus zierlicher Körperbau. Besonders ein hüftnaher Oberschenkelbruch bei Mutter oder Vater weist auf ein erhöhtes persönliches Risiko hin.

Welche Risikofaktoren lassen sich beeinflussen?

Zu den beeinflussbaren Risikofaktoren gehören vor allem:

  • Bewegungsmangel und fehlende Belastung der Knochen
  • Untergewicht und eine dauerhaft zu geringe Energiezufuhr
  • Rauchen und regelmäßiger hoher Alkoholkonsum
  • Eine unzureichende Versorgung mit Kalzium und Vitamin D

Daneben können verschiedene Erkrankungen den Knochenstoffwechsel beeinträchtigen. Dazu gehören Schilddrüsenüberfunktion, Überfunktion der Nebenschilddrüsen, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Zöliakie, eingeschränkte Nierenfunktion, Diabetes und bestimmte rheumatische Erkrankungen. Auch Essstörungen können die Knochengesundheit beeinträchtigen, insbesondere wenn bei jungen Frauen die Regelblutung ausbleibt.

Welche Medikamente können die Knochen schwächen?

Bestimmte Medikamente können bei längerer Anwendung das Risiko für Osteoporose erhöhen. Besonders gut belegt ist dieser Zusammenhang bei Glukokortikoiden, häufig als Kortison bezeichnet, die entzündungshemmend wirken, aber gleichzeitig den Knochenaufbau hemmen und den Knochenabbau beeinflussen können. Bei einer längerfristigen Behandlung sollte deshalb frühzeitig geprüft werden, ob zusätzliche Maßnahmen zum Knochenschutz notwendig sind.

Auch bestimmte Antidepressiva, Medikamente gegen überschüssige Magensäure, sogenannte Protonenpumpenhemmer, einzelne Mittel gegen Epilepsie und Hormonentzugstherapien bei Krebserkrankungen werden mit einem erhöhten Knochenbruchrisiko in Verbindung gebracht. Nicht bei allen Wirkstoffen ist jedoch eindeutig geklärt, wie stark das Medikament selbst zu diesem Risiko beiträgt. Wenn Du solche Arzneimittel einnimmst, solltest Du sie nicht eigenständig absetzen, sondern mögliche Auswirkungen auf die Knochen mit Deinen Ärzten und Ärztinnen besprechen.

Wie viel Kalzium ist zur Osteoporosevorbeugung notwendig?

Kalzium ist ein wichtiger Mineralstoff, der den Knochen ihre Festigkeit verleiht. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen ab 19 Jahren eine tägliche Kalziumzufuhr von 1.000 Milligramm. Jugendliche zwischen 13 und unter 19 Jahren benötigen während des Wachstums etwa 1.200 Milligramm täglich.

Der Bedarf lässt sich in vielen Fällen über eine ausgewogene Ernährung decken. Besonders kalziumreich sind Milch und Milchprodukte, aber auch Grünkohl, Brokkoli, Rucola, Nüsse, Samen und Hülsenfrüchte liefern Kalzium. Weitere geeignete Quellen sind mit Kalzium angereicherte Pflanzendrinks und kalziumreiche Mineralwässer.

Wann sind Kalziumpräparate sinnvoll?

Wenn über die Ernährung dauerhaft zu wenig Kalzium aufgenommen wird, kann eine gezielte Ergänzung sinnvoll sein. Bei Menschen mit bereits ausreichender Versorgung zeigen Studien dagegen keinen klaren zusätzlichen Schutz vor Knochenbrüchen durch Kalziumpräparate. Eine dauerhaft überhöhte Einnahme kann außerdem unerwünschte Folgen haben, beispielsweise ein erhöhtes Risiko für Nierensteine.

Deshalb empfehlen Fachgesellschaften, den Kalziumbedarf möglichst über Lebensmittel zu decken. Nahrungsergänzungsmittel sollten vor allem eingesetzt werden, wenn eine ausreichende Versorgung anders nicht erreicht werden kann. Wer beispielsweise vollständig auf Milchprodukte verzichtet, sollte die persönliche Kalziumzufuhr überprüfen und bei Bedarf ärztlich oder ernährungsmedizinisch besprechen.

Warum ist Vitamin D für starke Knochen wichtig?

Warum ist Vitamin D für starke Knochen wichtig?

Vitamin D unterstützt die Aufnahme von Kalzium aus dem Darm und trägt zu einer normalen Knochenmineralisierung bei. Damit ist der Einbau von Mineralstoffen in die Knochensubstanz gemeint, der für deren Festigkeit notwendig ist. Ein ausgeprägter Vitamin-D-Mangel kann bei Erwachsenen eine Osteomalazie verursachen, bei der die Knochen nicht ausreichend mineralisiert werden und Beschwerden wie Knochenschmerzen oder Muskelschwäche entstehen können.

Der Körper bildet einen großen Teil des benötigten Vitamin D selbst, wenn Sonnenlicht auf die Haut trifft. Über Lebensmittel werden dagegen meist nur kleinere Mengen aufgenommen. In Mitteleuropa ist die körpereigene Bildung während der Wintermonate aufgrund der geringen UVB-Strahlung stark eingeschränkt.

Wer benötigt zusätzliches Vitamin D?

Ein erhöhtes Risiko für eine unzureichende Versorgung haben insbesondere ältere Menschen, Personen mit wenig Aufenthalt im Freien und Bewohner und Bewohnerinnen von Pflegeeinrichtungen. Auch Menschen mit stärker pigmentierter Haut können bei geringer Sonnenexposition weniger Vitamin D bilden. In solchen Situationen kann eine ergänzende Zufuhr sinnvoll sein, wenn der Bedarf nicht ausreichend gedeckt wird.

Für gesunde Erwachsene mit guter Vitamin-D-Versorgung ist durch eine zusätzliche Einnahme kein allgemeiner Schutz vor Knochenbrüchen nachgewiesen. Sehr hohe Einzeldosen können in bestimmten Situationen sogar ungünstige Auswirkungen haben. Eine routinemäßige Bestimmung des Vitamin-D-Werts ist nicht bei allen Menschen erforderlich, sondern sollte sich nach den persönlichen Risikofaktoren und der medizinischen Fragestellung richten.

Welche weiteren Nährstoffe stärken die Knochen?

Knochen bestehen neben Mineralstoffen auch aus organischen Bestandteilen, insbesondere Kollagen. Dieses Strukturprotein bildet ein elastisches Grundgerüst und trägt dazu bei, dass Knochen Belastungen standhalten können. Für seinen Aufbau und die Erhaltung von Muskelmasse ist eine ausreichende Eiweißzufuhr wichtig.

Früher wurde vermutet, dass eine eiweißreiche Ernährung dem Knochen Kalzium entzieht und ihn dadurch schwächt. Diese Annahme gilt in dieser pauschalen Form inzwischen als überholt. Eine dauerhaft zu geringe Eiweißzufuhr kann dagegen die Muskelmasse und damit auch die Stabilität sowie die Sturzsicherheit beeinträchtigen.

Welche Bedeutung haben Vitamin K und Magnesium?

Vitamin K wird benötigt, um bestimmte Eiweiße zu aktivieren, die am Knochenstoffwechsel beteiligt sind. Es kommt besonders in grünem Blattgemüse vor und lässt sich bei ausgewogener Ernährung meist ausreichend aufnehmen. Wer Medikamente aus der Gruppe der Vitamin-K-Antagonisten zur Blutgerinnungshemmung einnimmt, sollte größere Änderungen der Vitamin-K-Zufuhr ärztlich abstimmen.

Auch Magnesium ist Bestandteil der Knochensubstanz und an zahlreichen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Ein Mangel kann verschiedene Körperfunktionen beeinträchtigen und sollte bei entsprechendem Verdacht abgeklärt werden. Für Menschen mit ausreichender Versorgung fehlen jedoch überzeugende Nachweise, dass zusätzliche Vitamin-K- oder Magnesiumpräparate das Knochenbruchrisiko senken.

Wie können Eltern Osteoporose bei Kindern vorbeugen?

Kindheit und Jugend sind besonders wichtige Lebensphasen für den Aufbau stabiler Knochen. Während des Wachstums reagiert das Skelett auf körperliche Belastung, wodurch die Knochendichte und die Knochenstruktur positiv beeinflusst werden können. Besonders Sportarten mit Sprüngen, schnellen Richtungswechseln und Stoßbelastungen fördern den Knochenaufbau.

Geeignet sind beispielsweise Turnen, Ballspiele, Leichtathletik oder Seilspringen. Untersuchungen zeigen, dass solche Aktivitäten die Knochendichte bei Kindern und Jugendlichen verbessern können und manche Vorteile bis ins Erwachsenenalter erhalten bleiben. Regelmäßige Bewegung sollte deshalb möglichst früh zum Alltag gehören.

Neben Bewegung sind eine ausreichende Versorgung mit Kalzium, Eiweiß und anderen wichtigen Nährstoffen sowie regelmäßiger Aufenthalt im Freien sinnvoll. Besondere Aufmerksamkeit benötigen Jugendliche mit Essstörungen, ausbleibender Regelblutung oder sehr hoher Trainingsbelastung bei zu geringer Energiezufuhr. Diese Kombination kann die Knochenentwicklung beeinträchtigen und sollte ärztlich abgeklärt werden.

Welche Bewegung hilft gegen Osteoporose?

Knochen passen ihre Struktur an regelmäßige körperliche Belastungen an. Besonders Zugkräfte der Muskulatur und Belastungen durch das eigene Körpergewicht fördern die Anpassung des Knochengewebes. Deshalb sind Übungen mit Widerstand sowie Bewegungsformen mit kontrollierten Stoßbelastungen für die Knochengesundheit besonders geeignet.

Schwimmen und Radfahren sind zwar gut für Herz, Kreislauf und allgemeine Fitness, belasten das Skelett jedoch vergleichsweise wenig. Sie können deshalb ein knochenstärkendes Training nicht vollständig ersetzen. Sinnvoll ist eine Kombination verschiedener Bewegungsformen, die Kraft, Ausdauer und Gleichgewicht verbessern.

Welche Trainingsformen stärken die Knochen?

Besonders geeignet sind Krafttraining mit schrittweise zunehmenden Widerständen sowie Übungen, die mehrere Muskelgruppen beanspruchen. Je nach körperlicher Voraussetzung können auch Sprung- und Stoßbelastungen den Knochenaufbau anregen. Studien zeigen, dass progressives Krafttraining bei Frauen nach den Wechseljahren die Knochendichte an Wirbelsäule und Hüfte erhalten oder leicht verbessern kann.

Die Veränderungen der Knochendichte fallen häufig vergleichsweise gering aus. Trotzdem kann regelmäßiges Training die Muskelfunktion und körperliche Belastbarkeit verbessern. Wird das Training beendet, können positive Effekte mit der Zeit zurückgehen, weshalb langfristige Bewegung sinnvoll ist.

Wie lässt sich das Sturzrisiko senken?

Neben einer ausreichenden Knochendichte ist die Sturzvermeidung besonders wichtig, da viele Knochenbrüche im höheren Alter durch Stürze entstehen. Gleichgewichtstraining und kräftige Beinmuskeln können helfen, das Gleichgewicht zu halten und Stürze zu vermeiden. Auch gutes Sehvermögen, geeignetes Schuhwerk und eine sichere Wohnumgebung tragen zur Vorbeugung bei.

Stolperfallen in der Wohnung sollten möglichst beseitigt und Medikamente, die Schwindel oder Müdigkeit verursachen können, ärztlich überprüft werden. Bei bereits bestehender Osteoporose oder deutlich geschwächten Knochen sollte das Training individuell angepasst und fachlich begleitet werden. Besonders ruckartige starke Beugebewegungen der Wirbelsäule und hohe Drehbelastungen können bei Wirbelkörperbrüchen oder erhöhtem Bruchrisiko problematisch sein.

Was schadet den Knochen im Alltag?

Rauchen gehört zu den bekannten Risikofaktoren für Osteoporose. Es beeinflusst den Hormonhaushalt, kann die Durchblutung beeinträchtigen und ist mit einer geringeren Knochendichte sowie einem erhöhten Knochenbruchrisiko verbunden. Auch regelmäßiger hoher Alkoholkonsum kann den Knochenstoffwechsel stören und gleichzeitig das Risiko für Stürze erhöhen.

Untergewicht kann die Knochen zusätzlich schwächen, weil häufig weniger Muskelmasse vorhanden ist und die Knochen dadurch geringer belastet werden. Besonders bei einem Body-Mass-Index (BMI) unter 20 kann das Osteoporoserisiko erhöht sein, wobei es keinen für alle Menschen gültigen Grenzwert gibt. Auch einseitige Ernährungsformen und wiederholte strenge Diäten können die Versorgung mit Kalzium, Eiweiß und anderen wichtigen Nährstoffen beeinträchtigen.

Ein sehr hoher Konsum von Kochsalz oder Koffein wird ebenfalls im Zusammenhang mit der Knochengesundheit untersucht. Die wissenschaftlichen Ergebnisse sind jedoch weniger eindeutig als bei Rauchen, Untergewicht oder hohem Alkoholkonsum. Ein moderater Kaffeekonsum gilt bei ausreichender Kalziumversorgung nicht als wesentlicher Risikofaktor für Osteoporose.

Wann ist eine Knochendichtemessung sinnvoll?

Die Knochendichtemessung ist eine wichtige Untersuchung, um das Risiko für Osteoporose und Knochenbrüche besser einzuschätzen. Als Standardverfahren gilt die sogenannte DXA-Messung, bei der die Knochendichte mithilfe einer sehr geringen Röntgenstrahlung bestimmt wird. Untersucht werden üblicherweise die Lendenwirbelsäule und beide hüftnahen Oberschenkelknochen.

Was bedeutet der T-Wert bei einer Knochendichtemessung?

Das Ergebnis wird unter anderem als T-Wert beziehungsweise T-Score angegeben. Dieser beschreibt, wie stark die gemessene Knochendichte vom Durchschnitt gesunder junger Erwachsener abweicht. Für Frauen nach den Wechseljahren und Männer ab 50 Jahren gelten bei der üblichen Einteilung folgende Orientierungswerte:

  • T-Wert ab minus 1,0: normale Knochendichte
  • T-Wert zwischen minus 1,0 und minus 2,5: verminderte Knochendichte, auch Osteopenie genannt
  • T-Wert von minus 2,5 oder niedriger: Osteoporose nach der Knochendichtedefinition

Ein auffälliger T-Wert allein beschreibt jedoch nicht das gesamte Knochenbruchrisiko. Auch frühere Knochenbrüche, bestehende Erkrankungen und weitere Risikofaktoren müssen berücksichtigt werden. Bei jüngeren Erwachsenen erfolgt die Beurteilung zudem nach anderen diagnostischen Kriterien.

Wer sollte die Knochendichte untersuchen lassen?

Eine DXA-Messung ist nicht als allgemeine Vorsorgeuntersuchung für alle Menschen vorgesehen. Sie kann sinnvoll sein, wenn mehrere Risikofaktoren vorliegen, beispielsweise nach einem Knochenbruch bei geringer Belastung, bei geplanter längerer Kortisontherapie, bestimmten Grunderkrankungen oder familiärer Vorbelastung. Auch das Lebensalter wird bei der Beurteilung berücksichtigt.

Zur Einschätzung des Knochenbruchrisikos werden medizinische Risikorechner eingesetzt. Der aktuelle Risikorechner des Dachverbands Osteologie (DVO) schätzt das Risiko für Wirbelkörper- und hüftnahe Oberschenkelbrüche innerhalb der kommenden drei Jahre. Der international verwendete FRAX-Rechner arbeitet dagegen mit einem Zeitraum von zehn Jahren. Die weitere Untersuchung und Behandlung richten sich nach dem Gesamtrisiko und nicht ausschließlich nach dem gemessenen T-Wert.

Was kostet eine Knochendichtemessung?

Die Kostenübernahme für eine DXA-Messung hängt vom Land, der medizinischen Notwendigkeit und den geltenden Versicherungsbedingungen ab. In Deutschland, Österreich und der Schweiz werden Untersuchungen bei bestimmten medizinischen Voraussetzungen von der Krankenversicherung übernommen. Ohne entsprechende Voraussetzungen kann die Messung eine private Selbstzahlerleistung sein.

Kostenübernahme in Deutschland

In Deutschland übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung eine DXA-Messung unter bestimmten medizinischen Voraussetzungen. Dazu gehören beispielsweise konkrete Befunde, aufgrund derer eine gezielte medikamentöse Osteoporosebehandlung erwogen wird. Ein bereits erlittener Knochenbruch ist dafür nicht zwingend erforderlich, kann aber ein wichtiger Anlass für die Untersuchung sein.

Ohne entsprechende medizinische Voraussetzungen muss die Untersuchung häufig privat bezahlt werden. Die Kosten liegen je nach Einrichtung und Leistungsumfang oft im zweistelligen Eurobereich, können jedoch darüber hinausgehen. Vor einer privat geplanten Messung empfiehlt es sich, die Kosten und eine mögliche Erstattung durch die Krankenkasse zu klären.

Kostenübernahme in Österreich

In Österreich wird die Knochendichtemessung grundsätzlich von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen, wenn eine ärztliche Zuweisung vorliegt und die Untersuchung in einem Vertragsinstitut durchgeführt wird. Die Zuweisung erfolgt beispielsweise bei Osteoporoseverdacht, bestimmten Knochenbrüchen oder relevanten Risikofaktoren. Je nach Versicherungsträger und Untersuchungsstelle können zusätzliche organisatorische Voraussetzungen gelten.

Bei privaten Einrichtungen können Kosten entstehen, die nicht vollständig erstattet werden. Deshalb sollte vorab geklärt werden, ob die Untersuchung über die Sozialversicherung abgerechnet werden kann. Auch eine mögliche Bewilligung lässt sich im Vorfeld mit der zuständigen Stelle besprechen.

Kostenübernahme in der Schweiz

In der Schweiz übernimmt die obligatorische Krankenpflegeversicherung eine DXA-Messung bei bestimmten medizinischen Indikationen. Dazu gehören beispielsweise eine klinisch manifeste Osteoporose, Knochenbrüche nach geringer Belastung, bestimmte Erkrankungen oder eine längerfristige Kortisonbehandlung. Die Voraussetzungen sind in der Krankenpflege-Leistungsverordnung geregelt.

Die Kostenübernahme ist nicht automatisch bei jedem erhöhten Osteoporoserisiko gegeben. Versicherte müssen außerdem ihre Franchise und den gesetzlichen Selbstbehalt berücksichtigen. Vor der Untersuchung sollte deshalb geprüft werden, ob die jeweilige Indikation die Voraussetzungen der Grundversicherung erfüllt.

Ultraschallmessungen an der Ferse und andere alternative Verfahren ersetzen die DXA-Messung zur üblichen Osteoporosediagnostik nicht. Sie können in bestimmten Situationen Hinweise auf ein erhöhtes Knochenbruchrisiko liefern. Für die standardisierte Beurteilung der Knochendichte an Wirbelsäule und Hüfte bleibt jedoch die DXA-Messung maßgeblich.

Wann sollte Osteoporose ärztlich abgeklärt werden?

Eine ärztliche Untersuchung ist besonders wichtig, wenn ein Knochenbruch bereits bei geringer Belastung auftritt. Dazu gehört beispielsweise ein Bruch nach einem einfachen Sturz aus dem Stand, der bei gesunden Knochen normalerweise nicht zu erwarten wäre. Auch ein deutlicher Verlust an Körpergröße, ein zunehmender Rundrücken oder plötzlich auftretende starke Rückenschmerzen ohne erkennbare Ursache können Hinweise auf Wirbelkörperbrüche sein.

Eine vorsorgliche Abklärung ist außerdem bei einer frühen Menopause vor dem 45. Lebensjahr, einer geplanten längeren Kortisontherapie oder bestimmten chronischen Erkrankungen sinnvoll. Auch frühere Essstörungen und eine familiäre Häufung osteoporotischer Knochenbrüche können das persönliche Risiko erhöhen. In solchen Situationen können Ärzte und Ärztinnen beurteilen, ob weitere Untersuchungen oder gezielte Vorbeugungsmaßnahmen notwendig sind.

Nicht jeder auffällige Befund erfordert sofort eine medikamentöse Behandlung. Häufig geht es zunächst darum, Risikofaktoren zu erkennen und die Knochengesundheit durch geeignete Maßnahmen zu unterstützen. Die Beurteilung der Knochendichte und die Auswahl einer möglichen Therapie sollten immer ärztlich erfolgen.

Quellen

Dachverband Osteologie (DVO): S3-Leitlinie „Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose bei postmenopausalen Frauen und bei Männern ab dem 50. Lebensjahr“, 2023.https://leitlinien.dv-osteologie.org/

Dachverband Osteologie (DVO): Kapitel „Risikofaktoren für Wirbelkörper- und Schenkelhalsfrakturen“.https://leitlinien.dv-osteologie.org/kapitel/4-risikofaktoren-fuer-vertebrale-und-schenkelhalsfrakturen/

Dachverband Osteologie (DVO): Kapitel „Basisdiagnostik“, insbesondere zur DXA-Messung und zur Bewertung des T-Scores.https://leitlinien.dv-osteologie.org/kapitel/8-basisdiagnostik/

Dachverband Osteologie (DVO): Kapitel zu den Empfehlungen für eine Osteoporose-Basisdiagnostik und zur Abschätzung des dreijährigen Knochenbruchrisikos.https://leitlinien.dv-osteologie.org/kapitel/7-konstellationen-bei-denen-der-dvo-bei-erwachsenen-eine-basisdiagnostik-empfiehlt/

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Gesundheitsinformationen zu Osteoporose, Knochendichtemessung und Knochenbrüchen.https://www.gesundheitsinformation.de/

Bundesministerium für Gesundheit: Gesundheitsportal zu Osteoporose, Ursachen, Risikofaktoren und Behandlung.https://gesund.bund.de/osteoporose

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für Kalzium.https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/calcium/

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für Vitamin D.https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-d/

Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA): „Knochendichtemessung künftig bei weiteren Indikationen Kassenleistung“, Beschluss vom 21. Februar 2013.https://www.g-ba.de/presse/pressemitteilungen-meldungen/474/

Öffentliches Gesundheitsportal Österreich: „Knochendichtemessung“, Informationen zu Untersuchung, Indikationen und Kostenübernahme, aktualisiert am 23. Mai 2024.https://www.gesundheit.gv.at/labor/untersuchungen/mrt-ct-roentgen/knochendichtemessung.html

Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG): Anhang 1 der Krankenpflege-Leistungsverordnung, Voraussetzungen zur Kostenübernahme der Knochendichtemessung, Fassung vom 1. Juli 2026.https://www.bag.admin.ch/de/anhang-1-der-krankenpflege-leistungsverordnung-klv

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Häufige Fragen

Sind nur Frauen von Osteoporose betroffen?
Nein, auch Männer können an Osteoporose erkranken. Frauen sind besonders nach den Wechseljahren häufiger betroffen, weil der sinkende Östrogenspiegel den Knochenabbau beschleunigt. Bei Männern tritt die Erkrankung häufig später auf und bleibt teilweise länger unerkannt, wodurch sich die Diagnose und Behandlung verzögern können.
Kann sich verlorene Knochenmasse wieder aufbauen?
Ein begrenzter Wiederaufbau von Knochenmasse ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Regelmäßiges Training und die Behandlung zugrunde liegender Ursachen können die Knochendichte stabilisieren oder leicht verbessern, während gezielte Medikamente bei bestehender Osteoporose teilweise deutlichere Veränderungen erreichen. Die maximale Knochenmasse aus jungen Jahren lässt sich im höheren Alter jedoch normalerweise nicht vollständig wiederherstellen.
Sind Ultraschallmessungen an der Ferse eine Alternative zur DXA-Messung?
Ultraschallmessungen an der Ferse können Hinweise auf die Knochengesundheit und das mögliche Knochenbruchrisiko liefern. Sie sind jedoch nicht mit einer DXA-Messung an Wirbelsäule und Hüfte gleichzusetzen und eignen sich nicht als gleichwertiger Ersatz für die standardisierte Osteoporosediagnostik. In bestimmten Situationen können sie ergänzend zur ersten Risikoeinschätzung verwendet werden.
Schadet Kaffee den Knochen?
Ein sehr hoher Kaffeekonsum wird in einigen Beobachtungsstudien mit einer geringeren Knochendichte in Verbindung gebracht. Die möglichen Auswirkungen sind jedoch vergleichsweise gering und hängen unter anderem von der Kalziumversorgung und weiteren Lebensstilfaktoren ab. Bei ausreichender Kalziumzufuhr gilt ein moderater Kaffeekonsum nicht als wesentlicher Risikofaktor für Osteoporose.
Was bedeutet ein T-Wert von minus 1,8?
Ein T-Wert von minus 1,8 liegt im Bereich einer Osteopenie, also einer verminderten Knochendichte. Er erreicht bei der üblichen Einteilung noch nicht die Knochendichteschwelle einer Osteoporose, bedeutet aber auch nicht automatisch ein niedriges Knochenbruchrisiko. Für die weitere Beurteilung berücksichtigen Ärzte und Ärztinnen zusätzliche Faktoren wie Alter, frühere Knochenbrüche und bestehende Erkrankungen.
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Dieser Beitrag wurde von der internen MOOCI-Redaktion erstellt, inhaltlich geprüft und freigegeben. Bei der Recherche und Aufbereitung setzen wir auch KI-gestützte Werkzeuge ein; jeder Text wird vor der Veröffentlichung von unserer Redaktion fachlich gegengelesen. Die redaktionelle Verantwortung trägt Nadja Sukalia, Content Managerin bei MOOCI. Die medizinische Prüfung erfolgt durch Ärztinnen und Ärzte aus unserem Fachnetzwerk.

Dr. Benjamin Gehl

Dr. Benjamin Gehl

Facharzt für plastische, ästhetische & rekonstruktive Chirurgie

Als Facharzt für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie liegt die Leidenschaft von Dr. Gehl schon immer im Bereich der medizinischen Contentproduktion. Aufgrund seiner Ausbildung, einer langjährigen Einsatzzeit in der rekonstruktiven und plastischen Chirurgie, sowie zahlreichen Auslandseinsätzen in Indien, Afrika und Amerika weiß er, welche Techniken und Behandlungen für medizinische Indikationen international Anwendung finden und State of the art sind. Weiterhin beschäftigt er sich täglich mit neuen Trends und Techniken in der operativen und nicht-operativen Chirurgie. Fortbildungen sowie Studien zählen genauso zu seiner Leidenschaft wie die Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten zu den neuesten fachspezifischen Themen.

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