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Vitamin K2

Vitamin K2

Was Vitamin K2 im Körper tut, worin es sich von K1 unterscheidet und wie belastbar…

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Vitamin K ist vor allem für seine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung bekannt. Doch in den letzten Jahren ist besonders Vitamin K2 stärker in den Mittelpunkt gerückt. Ihm wird nachgesagt, die Knochen zu stärken und die Blutgefäße vor Verkalkungen zu schützen. Deshalb findet sich Vitamin K2 inzwischen auch in vielen Nahrungsergänzungsmitteln, häufig in Kombination mit Vitamin D.

Doch was kann Vitamin K2 tatsächlich bewirken und wie unterscheidet es sich von Vitamin K1? Während die grundlegenden Funktionen des Vitamins gut erforscht sind, ist der zusätzliche gesundheitliche Nutzen einer gezielten K2-Einnahme noch nicht eindeutig geklärt. Wir erklären Dir, welche Aufgaben Vitamin K im Körper übernimmt, wie Du Deinen Bedarf decken kannst und wann eine Ergänzung sinnvoll sein könnte.

Vitamin K2: Funktion, Bedarf und Bedeutung für Knochen und Gefäße

Das Wichtigste in Kürze

Vitamin K ist ein fettlösliches Vitamin, das in zwei Hauptformen vorkommt. Vitamin K1 steckt vor allem in grünem Gemüse, während Vitamin K2 in bestimmten fermentierten und tierischen Lebensmitteln enthalten ist.

Vitamin K ist wichtig für die Blutgerinnung und aktiviert außerdem Eiweiße, die am Knochenstoffwechsel und an der Regulation von Gefäßverkalkungen beteiligt sind.

Ein ausgeprägter Vitamin-K-Mangel ist bei gesunden Erwachsenen selten. Ob eine zusätzliche Einnahme von Vitamin K2 die Knochen stärkt oder Gefäßverkalkungen verhindert, ist wissenschaftlich noch nicht ausreichend belegt.

Wer gerinnungshemmende Medikamente wie Phenprocoumon oder Warfarin einnimmt, sollte Vitamin-K-Präparate nur nach ärztlicher Rücksprache verwenden.

Was unterscheidet Vitamin K1 von Vitamin K2?

Vitamin K kommt in zwei Hauptformen vor, die sich in ihrem chemischen Aufbau und ihrem Vorkommen unterscheiden. Beide erfüllen wichtige Funktionen im Körper, werden aber teilweise unterschiedlich aufgenommen und verarbeitet.

Vitamin K1, auch Phyllochinon genannt, wird von Pflanzen gebildet und spielt dort eine Rolle bei der Photosynthese. Es steckt deshalb besonders in grünem Gemüse wie Grünkohl, Spinat, Mangold, Brokkoli, Rosenkohl, Petersilie und Kopfsalat. In der mitteleuropäischen Ernährung stammt der Großteil des aufgenommenen Vitamin K aus dieser Form.

Vitamin K2 wird auch als Menachinon bezeichnet und umfasst mehrere Unterformen, die sich durch den Aufbau ihrer Seitenkette unterscheiden. Besonders bekannt sind MK-4 und MK-7:

  • MK-4 kommt in kleineren Mengen in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Leber, Eigelb und Butter vor. Der Körper kann MK-4 außerdem aus Vitamin K1 bilden.
  • MK-7 entsteht durch bestimmte Bakterien bei der Fermentation. Besonders viel davon enthält Natto, ein traditionelles japanisches Gericht aus fermentierten Sojabohnen. Auch manche gereiften Käsesorten enthalten Vitamin K2, wobei die enthaltenen Menachinone je nach Herstellung unterschiedlich sind.

Ein weiterer Unterschied liegt darin, wie lange die beiden Formen im Blut bleiben. Vitamin K1 wird vergleichsweise schnell von der Leber aufgenommen und unter anderem für die Bildung funktionstüchtiger Gerinnungsfaktoren verwendet. MK-7 bleibt dagegen deutlich länger im Blutkreislauf nachweisbar. Daraus lässt sich allerdings nicht automatisch ableiten, dass Vitamin K2 für Knochen und Gefäße wirksamer ist.

Welche Aufgaben hat Vitamin K im Körper?

Welche Aufgaben hat Vitamin K im Körper?

Vitamin K ist an der Aktivierung bestimmter Eiweiße beteiligt. Dafür unterstützt es ein Enzym, das diese Eiweiße chemisch verändert. Erst dadurch können sie ihre jeweiligen Aufgaben vollständig erfüllen. Besonders wichtig ist dieser Vorgang bei der Blutgerinnung, aber auch im Knochenstoffwechsel und bei der Regulation von Kalziumablagerungen.

Vitamin K und die Blutgerinnung

Die bekannteste Aufgabe von Vitamin K betrifft die Blutgerinnung. Es wird benötigt, damit die Leber mehrere Gerinnungsfaktoren in ihrer funktionsfähigen Form bereitstellen kann. Bei einem ausgeprägten Vitamin-K-Mangel funktioniert dieser Prozess nicht mehr richtig. Dadurch kann sich die Blutgerinnung verzögern und das Risiko für Blutungen steigen. Bestimmte gerinnungshemmende Medikamente nutzen genau diesen Mechanismus, indem sie die Wirkung von Vitamin K auf die Bildung funktionstüchtiger Gerinnungsfaktoren hemmen.

Vitamin K für Knochen und Blutgefäße

Auch außerhalb der Leber gibt es Eiweiße, die Vitamin K benötigen. Zwei davon sind besonders interessant:

  • Osteocalcin wird von knochenaufbauenden Zellen gebildet und spielt eine Rolle im Knochenstoffwechsel. Durch die Aktivierung mit Vitamin K kann es besser an Bestandteile der Knochenmatrix binden.
  • Matrix-Gla-Protein kommt unter anderem in den Blutgefäßen und im Knorpel vor. In seiner aktivierten Form kann es dazu beitragen, unerwünschte Kalziumablagerungen im Gewebe zu hemmen.

Aus diesen Funktionen stammt die häufige Behauptung, Vitamin K2 würde Kalzium gezielt in die Knochen leiten und gleichzeitig die Gefäße schützen. So einfach ist es allerdings nicht. Die biologischen Mechanismen sind gut untersucht, doch ob eine zusätzliche Einnahme von Vitamin K2 dadurch tatsächlich Knochenbrüche oder Gefäßverkalkungen verhindert, ist noch nicht ausreichend geklärt.

Wie ist die Studienlage zu Knochen und Gefäßen?

Vitamin K2 wird häufig im Zusammenhang mit Osteoporose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen beworben. Tatsächlich gibt es Studien, die auf mögliche positive Wirkungen hinweisen. Die Ergebnisse sind jedoch nicht einheitlich und reichen bisher nicht aus, um eine allgemeine Einnahmeempfehlung auszusprechen.

Kann Vitamin K2 die Knochen stärken?

Gut belegt ist, dass Vitamin K zur Aktivierung von Osteocalcin beiträgt. Studien zeigen, dass durch eine zusätzliche Vitamin-K-Zufuhr der Anteil des nicht aktivierten Osteocalcins im Blut sinken kann. Ob dadurch langfristig auch die Knochendichte verbessert oder das Risiko für Knochenbrüche gesenkt wird, ist allerdings weniger eindeutig.

Ältere Studien aus Japan mit hohen Mengen an MK-4 zeigten teilweise positive Ergebnisse. Diese konnten in späteren europäischen Untersuchungen jedoch nicht durchgehend bestätigt werden. Auch bei MK-7 sind die Ergebnisse unterschiedlich. Während manche Studien geringe Verbesserungen der Knochendichte feststellen, zeigen andere keinen klaren Nutzen.

Deshalb gehört Vitamin K2 bisher nicht zur standardmäßigen Behandlung einer Osteoporose. Wichtiger sind ausreichend Bewegung, insbesondere Krafttraining und andere knochenbelastende Aktivitäten, eine bedarfsgerechte Kalziumversorgung und die Behandlung eines bestehenden Vitamin-D-Mangels. Bei erhöhtem Knochenbruchrisiko können zusätzlich Medikamente notwendig sein.

Schützt Vitamin K2 vor Gefäßverkalkung?

Auch bei den Blutgefäßen gibt es Hinweise auf eine mögliche Schutzfunktion. Beobachtungsstudien zeigen teilweise, dass Menschen mit einer höheren Vitamin-K2-Zufuhr seltener ausgeprägte Gefäßverkalkungen aufweisen. Allerdings lässt sich daraus nicht schließen, dass Vitamin K2 selbst dafür verantwortlich ist. Andere Ernährungs- und Lebensgewohnheiten können ebenfalls eine Rolle spielen.

In kontrollierten Studien wurde deshalb untersucht, ob eine zusätzliche Vitamin-K2-Einnahme bestehende Gefäßverkalkungen verlangsamen kann. Die Ergebnisse sind bislang uneinheitlich. Während einige Untersuchungen keinen deutlichen Nutzen zeigen, gibt es bei bestimmten Patientengruppen Hinweise auf mögliche positive Effekte.

Bisher ist jedoch nicht ausreichend nachgewiesen, dass Vitamin-K2-Präparate Herzinfarkte, Schlaganfälle oder andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen verhindern. Für gesunde Menschen gibt es deshalb derzeit keine allgemeine Empfehlung, Vitamin K2 gezielt zum Schutz der Blutgefäße einzunehmen.

Wie hoch ist der Bedarf und wie ist die Versorgung?

Für Vitamin K gibt es keine genau festgelegte Zufuhrempfehlung, sondern sogenannte Schätzwerte. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt für Erwachsene je nach Alter und Geschlecht folgende Mengen an:

  • Frauen zwischen 19 und 50 Jahren: 60 Mikrogramm täglich
  • Männer zwischen 19 und 50 Jahren: 70 Mikrogramm täglich
  • Frauen ab 51 Jahren: 65 Mikrogramm täglich
  • Männer ab 51 Jahren: 80 Mikrogramm täglich

Diese Werte beziehen sich auf Vitamin K insgesamt. Eine eigene Zufuhrempfehlung für Vitamin K2 gibt es bisher nicht. Die Schätzwerte orientieren sich vor allem an der Versorgung, die für eine normale Blutgerinnung erforderlich ist. Ob für andere Funktionen des Vitamins höhere Mengen sinnvoll wären, ist wissenschaftlich noch nicht ausreichend geklärt.

Mit einer ausgewogenen Ernährung lässt sich der Vitamin-K-Bedarf normalerweise gut decken. Besonders grünes Gemüse liefert größere Mengen an Vitamin K1. Ein ausgeprägter Mangel ist bei gesunden Erwachsenen deshalb selten.

Ein erhöhtes Risiko besteht vor allem bei Erkrankungen, die die Aufnahme fettlöslicher Vitamine beeinträchtigen. Dazu gehören beispielsweise schwere Fettverdauungsstörungen, bestimmte chronische Darmerkrankungen oder Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse. Auch schwere Lebererkrankungen und bestimmte Medikamente können den Vitamin-K-Haushalt beeinflussen. Neugeborene haben ebenfalls geringe Vitamin-K-Reserven und erhalten deshalb routinemäßig Vitamin K, um gefährlichen Blutungen vorzubeugen.

Kann man den Vitamin-K-Status messen?

Die Vitamin-K-Versorgung lässt sich nicht so einfach durch eine gewöhnliche Blutuntersuchung beurteilen. Die Konzentration im Blut hängt unter anderem davon ab, wann und was Du zuletzt gegessen hast. Deshalb eignet sich ein einzelner Messwert nur eingeschränkt zur Beurteilung der langfristigen Versorgung.

In der Forschung werden unter anderem bestimmte nicht vollständig aktivierte Eiweiße untersucht, beispielsweise das sogenannte dp-ucMGP, eine Form des Matrix-Gla-Proteins. Solche Werte können Hinweise auf die Vitamin-K-abhängige Aktivierung von Proteinen liefern. Für die allgemeine medizinische Vorsorge sind sie jedoch bisher nicht ausreichend standardisiert und werden nicht routinemäßig empfohlen.

Wo steckt Vitamin K in der Ernährung?

Wo steckt Vitamin K in der Ernährung?

Vitamin K kommt in verschiedenen Lebensmitteln vor. Besonders reich an Vitamin K1 sind grüne Gemüsesorten wie Grünkohl, Spinat, Mangold und Brokkoli. Schon eine Portion kann den täglichen Schätzwert für Erwachsene decken. Da Vitamin K fettlöslich ist, kann etwas Öl bei der Zubereitung die Aufnahme verbessern. Auch durch Zerkleinern und Garen wird das Vitamin für den Körper besser verfügbar.

Vitamin K2 findet sich vor allem in bestimmten fermentierten und tierischen Lebensmitteln. Besonders hohe Mengen enthält Natto, ein traditionelles japanisches Gericht aus fermentierten Sojabohnen. Auch einige gereifte Hart- und Weichkäsesorten können nennenswerte Mengen liefern. Kleinere Mengen kommen beispielsweise in Eigelb, Leber und Butter vor. Wie viel Vitamin K2 tatsächlich enthalten ist, hängt allerdings stark vom jeweiligen Lebensmittel und dessen Herstellung ab.

Ein Teil des Vitamin K2 wird außerdem von Bakterien im Dickdarm gebildet. Wie viel davon der Körper tatsächlich aufnehmen und verwerten kann, ist bisher nicht ausreichend geklärt. Deshalb lässt sich nicht davon ausgehen, dass die körpereigene Bildung den Vitamin-K-Bedarf zuverlässig deckt.

Für den Alltag bedeutet das: Mit einer abwechslungsreichen, gemüsereichen Ernährung lässt sich der Vitamin-K-Bedarf normalerweise gut decken. Eine zusätzliche Einnahme von Vitamin-K2-Präparaten ist bei gesunden Menschen deshalb in der Regel nicht notwendig.

Woran lässt sich ein Vitamin-K-Mangel erkennen?

Ein ausgeprägter Vitamin-K-Mangel kann die Blutgerinnung beeinträchtigen. Dadurch kann es leichter zu Blutungen kommen oder länger dauern, bis eine Blutung aufhört. Mögliche Anzeichen sind beispielsweise:

  • Häufige blaue Flecken ohne erkennbare Ursache
  • Längeres Nachbluten bei kleinen Verletzungen
  • Wiederholtes Nasen- oder Zahnfleischbluten
  • Ungewöhnlich starke Regelblutungen

Diese Beschwerden können allerdings viele verschiedene Ursachen haben. Neben einem Vitamin-K-Mangel kommen beispielsweise Erkrankungen der Leber, Störungen der Blutplättchen oder die Einnahme bestimmter Medikamente infrage. Deshalb sollten auffällige Blutungen immer ärztlich abgeklärt werden.

Ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-K-Mangel besteht vor allem bei Erkrankungen, die die Aufnahme fettlöslicher Vitamine beeinträchtigen. Dazu gehören schwere Fettverdauungsstörungen, bestimmte chronische Darmerkrankungen, Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse und Zustände nach größeren Darmoperationen. Auch bestimmte Medikamente können die Versorgung beeinflussen. In solchen Fällen sollten gegebenenfalls weitere fettlösliche Vitamine wie Vitamin A, D und E überprüft werden.

Manchmal wird auch von einem sogenannten stillen Vitamin-K-Mangel gesprochen. Gemeint ist damit, dass bestimmte Vitamin-K-abhängige Eiweiße nicht vollständig aktiviert sind, obwohl keine Blutungsneigung besteht. Ob solche Veränderungen tatsächlich gesundheitliche Folgen haben und ab welchem Wert eine Behandlung sinnvoll wäre, ist bisher nicht ausreichend geklärt.

Wie gut wird Vitamin K aufgenommen?

Da Vitamin K fettlöslich ist, benötigt der Körper für die Aufnahme eine funktionierende Fettverdauung. Wie gut das Vitamin aufgenommen wird, hängt außerdem davon ab, in welcher Form und in welchem Lebensmittel es vorkommt.

Vitamin K1 aus rohem Blattgemüse ist beispielsweise vergleichsweise schwer verfügbar, weil es fest in den Pflanzenzellen gebunden ist. Durch Zerkleinern, Garen und die Zugabe von etwas Fett kann die Aufnahme verbessert werden. Auch bei Vitamin K2 unterscheiden sich die Aufnahme und Verfügbarkeit je nach Lebensmittel und Unterform.

Im Vergleich zu anderen fettlöslichen Vitaminen verfügt der Körper über relativ geringe Vitamin-K-Speicher. Deshalb ist eine regelmäßige Zufuhr über die Ernährung wichtig. Bei einer gestörten Fettaufnahme kann sich entsprechend schneller ein Mangel entwickeln.

Wann ist Vorsicht geboten?

Besonders wichtig ist die Vitamin-K-Zufuhr, wenn Du bestimmte gerinnungshemmende Medikamente einnimmst. Sogenannte Vitamin-K-Antagonisten wie Phenprocoumon oder Warfarin hemmen die Wirkung von Vitamin K bei der Aktivierung der Gerinnungsfaktoren. Dadurch wird verhindert, dass das Blut zu schnell gerinnt.

Eine stark schwankende Vitamin-K-Zufuhr kann die Wirkung dieser Medikamente beeinflussen. Das bedeutet allerdings nicht, dass Du auf grünes Gemüse verzichten musst. Entscheidend ist vielmehr, dass Du möglichst regelmäßig ähnliche Mengen an Vitamin K aufnimmst. Zusätzliche Vitamin-K-Präparate solltest Du während einer solchen Behandlung ausschließlich nach ärztlicher Rücksprache einnehmen. Dabei können auch Kontrollen der Gerinnungswerte notwendig sein.

Bei neueren, direkt wirkenden gerinnungshemmenden Medikamenten wie Apixaban oder Rivaroxaban besteht diese Wechselwirkung mit Vitamin K nicht.

Für Vitamin K wurde bisher keine allgemeine Höchstmenge festgelegt, da bei den üblichen Aufnahmemengen keine schädlichen Wirkungen bekannt sind. Das bedeutet allerdings nicht, dass eine hoch dosierte Einnahme automatisch unbedenklich oder sinnvoll ist. Besonders bei bestehenden Erkrankungen, in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern sollte die zusätzliche Einnahme höher dosierter Präparate ärztlich abgeklärt werden.

Sollte Vitamin K2 gemeinsam mit Vitamin D eingenommen werden?

Vitamin K2 wird häufig gemeinsam mit Vitamin D angeboten. Dahinter steckt die Überlegung, dass Vitamin D die Aufnahme von Kalzium aus dem Darm unterstützt, während Vitamin K an der Aktivierung von Eiweißen beteiligt ist, die im Knochenstoffwechsel und bei der Regulation von Kalziumablagerungen eine Rolle spielen.

Ob die gemeinsame Einnahme tatsächlich einen zusätzlichen gesundheitlichen Nutzen bringt, ist allerdings noch nicht ausreichend belegt. Eine allgemeine Empfehlung, Vitamin D grundsätzlich mit Vitamin K2 zu kombinieren, gibt es deshalb nicht.

Wie wichtig ist Vitamin K in der Präventionsmedizin?

In der Präventionsmedizin wird Vitamin K2 vor allem im Zusammenhang mit der Knochengesundheit und dem Schutz vor Gefäßverkalkungen diskutiert. Die biologischen Funktionen sind gut untersucht, doch bisher fehlen ausreichend eindeutige Nachweise dafür, dass eine zusätzliche Einnahme bei gesunden Menschen das Risiko für Knochenbrüche oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen senkt.

Wichtiger für die langfristige Gesundheit sind deshalb weiterhin eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, ausreichend Kalzium und eine gute Vitamin-D-Versorgung. Auch Rauchverzicht und die Behandlung bestehender Risikofaktoren spielen eine wichtige Rolle.

Besteht bereits eine Osteoporose oder ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche, ist eine gezielte medizinische Abklärung sinnvoll. Dazu kann beispielsweise eine Knochendichtemessung gehören. Diese wird in Deutschland, Österreich und der Schweiz unter bestimmten medizinischen Voraussetzungen von der Krankenversicherung übernommen. Welche Kosten tatsächlich anfallen, hängt vom jeweiligen Land und Versicherungsschutz ab.

Eine zusätzliche Einnahme von Vitamin K2 sollte deshalb nicht als Ersatz für eine notwendige Behandlung betrachtet werden. Ob sie in Deiner persönlichen Situation sinnvoll ist, besprichst Du am besten mit Deinem Arzt oder Deiner Ärztin.

Quellen

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für Vitamin K

National Institutes of Health (NIH), Office of Dietary Supplements: Vitamin K: Health Professional Fact Sheet

Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA): Dietary Reference Values for Vitamin K

Dachverband Osteologie (DVO): S3-Leitlinie zur Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose

Österreichisches Gesundheitsportal: Vitamin K

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Informationen zu Vitaminen und Nahrungsergänzungsmitteln

Verbraucherzentrale: Informationen zu Nahrungsergänzungsmitteln

Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV), Schweiz: Ernährung und Nährstoffe

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Häufige Fragen

Kann ich meinen Vitamin-K-Status messen lassen?
Es gibt spezielle Laboruntersuchungen. Allerdings ist kein allgemein anerkannter Routinewert verfügbar, der die gesamte Vitamin-K-Versorgung zuverlässig abbildet. Ohne konkreten medizinischen Anlass ist eine Messung deshalb meist nicht sinnvoll.
Reicht eine vegetarische oder vegane Ernährung für Vitamin K aus?
Ja, eine vegetarische oder vegane Ernährung kann den Vitamin-K-Bedarf gut decken. Besonders grünes Gemüse liefert reichlich Vitamin K1. Eine zusätzliche Einnahme von Vitamin K2 ist bei pflanzlicher Ernährung nicht grundsätzlich notwendig.
Ist MK-7 besser als MK-4?
MK-7 bleibt länger im Blut nachweisbar als MK-4. Ob es deshalb auch einen größeren gesundheitlichen Nutzen hat, ist bisher nicht ausreichend belegt. Eine allgemeine Empfehlung für eine der beiden Formen gibt es nicht.
Warum bekommen Neugeborene Vitamin K?
Neugeborene haben nur geringe Vitamin-K-Reserven und erhalten über die Muttermilch wenig Vitamin K. Deshalb bekommen sie vorbeugend Vitamin K, um das Risiko schwerer Blutungen zu senken.
Beeinflussen Antibiotika die Vitamin-K-Versorgung?
Ja, längere Antibiotikatherapien können die Darmbakterien beeinflussen, die Vitamin K2 bilden. Manche Antibiotika können zusätzlich direkt in den Vitamin-K-Stoffwechsel eingreifen. Ein klinisch bedeutsamer Mangel ist bei gesunden Menschen allerdings selten.
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Dr. Benjamin Gehl

Dr. Benjamin Gehl

Facharzt für plastische, ästhetische & rekonstruktive Chirurgie

Als Facharzt für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie liegt die Leidenschaft von Dr. Gehl schon immer im Bereich der medizinischen Contentproduktion. Aufgrund seiner Ausbildung, einer langjährigen Einsatzzeit in der rekonstruktiven und plastischen Chirurgie, sowie zahlreichen Auslandseinsätzen in Indien, Afrika und Amerika weiß er, welche Techniken und Behandlungen für medizinische Indikationen international Anwendung finden und State of the art sind. Weiterhin beschäftigt er sich täglich mit neuen Trends und Techniken in der operativen und nicht-operativen Chirurgie. Fortbildungen sowie Studien zählen genauso zu seiner Leidenschaft wie die Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten zu den neuesten fachspezifischen Themen.

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