Bandwurm

Es sind rund 3000 verschiedene Arten von Bandwürmern bekannt, wobei jedoch nur ungefähr zehn davon auch den Menschen befallen. Während einige Gruppen keine Symptome oder nur leichten Durchfall mit Gewichtsverlust verursachen, können andere zu Zysten im Gehirn oder der lebensbedrohlichen Echinokokkose führen. Was sich hinter dieser Parasitenart verbirgt, wie sie den Menschen befällt und viele weitere Informationen über Bandwürmer, findest Du im Folgenden.


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Zuletzt aktualisiert: 5. Oktober, 2020



ICD-10-GM-2020 B68.

Was versteht die Medizin unter einem Bandwurm?

Ein Bandwurm (im Fachjargon Cestoda genannt) zeichnet sich durch seinen platten, in Glieder geteilten Körper aus, der ihn – dem Namen entsprechend – wie ein breites Band aussehen lässt. Nachdem Bandwürmer keinen eigenen Verdauungstrakt haben, benötigen sie eine direkte Zufuhr von Nährstoffen, die sie aus dem Darm des Wirtes erhalten. Stirbt also der Wirt, verhungert der Wurm. Dementsprechend möchte ein Bandwurm, der den Menschen als End- oder Hauptwirt ansieht, seine Nahrungsquelle nicht allzu stark schwächen.
 
Aus diesem Grund verursachen beispielsweise der Schweine- oder Rinderbandwurm meist nur leichte Symptome. Infiziert sich der Mensch mit einer Wurmart, die diesen als Fehlwirt ansieht, kann dies lebensbedrohliche Folgen haben. So ist der Fuchsbandwurm für den Menschen äußerst gefährlich, da der Mensch in der Fortpflanzungskette dieser Gattung keine Rolle spielt. Doch selbst der Schweinebandwurm, der den Menschen als Endwirt ansieht, kann zu fatalen Komplikationen führen. Dies geschieht, wenn er fälschlicherweise den Menschen als Zwischenwirt befällt.
 
Der Mensch infiziert sich mit einem Bandwurm meist durch unvollständig gegartes Schweinefleisch oder mit Fäkalien kontaminierte Nahrungsmittel
 
Um dieses Phänomen zu verstehen, ist ein wenig Vorwissen über den Fortpflanzungszyklus des Schweinebandwurms notwendig. Der Mensch infiziert sich meist durch unvollständig gegartes Schweinefleisch oder mit Fäkalien kontaminierte Nahrungsmittel. Er verzehrt Bandwurmzysten, die sich in seinem Darm zu adulten Tieren entwickeln, die im Verdauungstrakt verweilen. Die hinteren Glieder (Proglottiden) eines Bandwurms füllen sich schließlich mit Eiern und verlassen den Darm mit dem Stuhl des Infizierten. Durch fäkal kontaminierte Futtermittel können die Eier schließlich in den Organismus des Schweines gelangen, wo sie sich zu sogenannten Finnen (Larven) entwickeln. Diese wandern schließlich aus dem Darm in Muskeln oder andere Organe.
 
Konsumiert eine Person nun das Fleisch dieses betroffenen Schweines, nimmt er auch die Finnen genauer gesagt Zysten auf und der Kreislauf beginnt erneut. Der Mensch dient dem Schweinebandwurm als Endwirt, während das Schwein die Rolle des Zwischenwirts übernimmt. Nimmt jedoch eine Person die ausgeschiedenen Eier auf, kann sie ungewollt ebenso zum Zwischenwirten werden. Dies hat schwerwiegende Folgen, da die Finnen auch den menschlichen Darm verlassen und in andere Organe (häufig das Gehirn) auswandern.

Welche Bandwürmer gibt es?

Ungefähr 3000 Arten von Bandwürmern sind bis dato bekannt. Allerdings befallen nur die wenigsten davon den Menschen. Nennenswert sind dabei die Taenia, von denen zwei Gattungen (Taenia saginata und solium) den Menschen als Endwirt befallen können. Umgangssprachlich sind dies der Rinder- und Schweinebandwurm, wobei ersterer besonders in Europa und Asien und letzterer in Lateinamerika, Teilen Afrikas und Zentralasien vorkommt. Die Ansteckung erfolgt in beiden Fällen meist durch den Konsum von unzureichend gegartem Fleisch.
 
Während der Rinderbandwurm zu den meisten Cestoda-Erkrankungen in unseren Breitengraden führt, ist der Zwergbandwurm weltweit der Spitzenreiter. Diesen findet man besonders in wärmeren Gebieten mit mangelhafter Hygiene, da er sich durch Schmierinfektionen von Mensch zu Mensch ausbreitet. Anders als die Taenia, braucht der Zwergbandwurm keinen Zwischenwirten.
 
Weiters kann ein Mensch an einem Befall mit Fischbandwürmern leiden, der vor allem durch den Verzehr von rohem Fisch und Krebstieren entsteht. Durch strengere Hygienemaßnahmen nehmen die Fallzahlen einer Infektion mit diesem Parasiten jedoch stetig ab.
 
Zuletzt sind noch die für den Menschen gefährlichsten Bandwürmer zu nennen: der kleine Hundebandwurm und der Fuchsbandwurm. Beide befallen den Menschen irrtümlicherweise, er ist ein sogenannter Fehlwirt. Diese Gattungen lösen die lebensbedrohliche Echinokokkose aus, bei der die Larven der Würmer verschiedenste Organe über die Blut- oder Lymphbahn besiedeln und dort zur Zystenbildung führen. Eine Ansteckung findet in den meisten Fällen über verunreinigte Waldfrüchte oder engen Kontakt mit befallenen Tieren statt.

Wie sieht ein Bandwurm aus?

Ein Charakteristikum aller Bandwurmarten ist der Kopf (Scolex), der mit einer Saugvorrichtung oder Haken ausgestattet ist, damit sich die Parasiten in der Darmwand des Wirtes verankern können. Außerdem sind der in platte Proglottiden gegliederte, weiße Körper und eine umhüllende Schutzschicht, die den Wurm vor Verdauungsenzymen schützt und die Nährstoffaufnahme ermöglicht, typisch für Bandwürmer. Die Länge der Würmer variiert von Art zu Art.
 
Der Zwergbandwurm misst meist nur drei bis vier Zentimeter, während ein Rinder- oder Fischbandwurm bis zu 20 Meter lang sein kann
 
Der Zwergbandwurm misst meist nur drei bis vier Zentimeter, während ein Rinder- oder Fischbandwurm bis zu 20 Meter lang sein kann. Solche Größen findet der Mediziner allerdings selten bei seinen Patienten vor, da diese lange vor dem Erreichen solcher Maße Symptome verspüren oder abgetrennte Wurmglieder (Proglottiden) im Stuhl bemerken. Die größten Bandwürmer, die in den letzten Jahren in Patienten entdeckt wurden, zeigten durchschnittliche Längen von bis zu drei Metern.

Wie bekommt man als Mensch einen Bandwurm?

Die häufigsten Ansteckungen mit Rinder-, Schweine- oder Fischbandwürmern geschieht über die Nahrung. Verspeist man rohes oder unzureichend gekochtes Fleisch eines Zwischenwirtes, kann es zur Aufnahme von Bandwurmlarven kommen. Diese setzen sich nämlich in der Muskulatur ihrer Zwischenwirte ab und können dort auch nach dem Schlachten des Wirtes einige Tage überleben. Nimmt schließlich eine Person das kontaminierte Fleisch zu sich, entwickeln sich aus den Larven adulte Bandwürmer, die den Darm des Menschen besiedeln. Sind Waldfrüchte, Pilze oder Ähnliches mit den Fäkalien von infizierten Tieren kontaminiert, kann auch ein Verzehr von ebendiesen zu einer Ansteckung führen.
 
Neben der Infektion über Nahrungsmittel ist besonders beim Zwergbandwurm auf die Mensch-zu-Mensch-Übertragung zu achten. Dabei spielt die Schmierinfektion eine große Rolle. So stellt die Händehygiene eines Infizierten – vor allem nach dem Toilettengang – einen wichtigen Faktor dar. Dadurch verhindert der Patient auch eine Selbstinfektion, beispielsweise mit dem Schweinebandwurm.
 
Lebt ein adulter Schweinebandwurm im Darm einer Person, vermehrt er sich ebendort und stößt mit Eiern gefüllte Proglottiden mit dem Stuhl aus. Wäscht sich der Betroffene seine Hände nach dem Stuhlgang nicht, kann er sich selbst mit den Eiern infizieren. Hierbei stellt der Fortpflanzungszyklus des Schweinebandwurms ein Problem dar, da sich die Eier zu Larven ausbilden, den Darm über die Blutbahn verlassen und möglicherweise zu einer Zystenbildung im Gehirn führen können.
 
Auch der enge Kontakt mit infizierten Tieren kann zu einer Ansteckung führen, weshalb eine regelmäßige Entwurmung von Haustieren anzuraten ist.

Wie häufig sind Bandwürmer beim Menschen?

Grundsätzlich sind dank gesteigerter Hygienemaßnahmen und Schweine- und Rinderbeschau die Zahlen von Bandwurm-Infektionen in Österreich äußerst gering. Genaue Fallzahlen sind jedoch schwer zu bestimmen, da viele Patienten asymptomatisch sind und die Dunkelziffer an Erkrankten dadurch hoch ist. Schätzungsweise stecken sich jedoch weltweit 40 bis 60 Millionen Menschen pro Jahr mit dem Rinderbandwurm, 6 Millionen mit dem Schweinebandwurm und ungefähr 75 Millionen mit dem Zwergbandwurm an. Letzterer ist besonders häufig bei Kindern aus Regionen mit mangelhaften Hygienemaßnahmen vorzufinden.
 
Eine Ansteckung mit dem Hunde- oder Fuchsbandwurm ist in Österreich meldepflichtig, weshalb hierfür eine bessere Fallzahlschätzung möglich ist. Nur zwei bis drei Fälle einer Fuchsbandwurm-Infektion und circa zehn bis elf Fälle einer Hundebandwurm-Ansteckung treten in Österreich pro Jahr auf.

Welche Symptome weisen auf einen Bandwurm hin?

Die meisten Bandwurm-Infektionen bleiben symptomlos, vor allem bei einer Ansteckung mit Rinder-, Schweine-, Fisch- oder Zwergbandwürmern. In den meisten Fällen suchen die Erkrankten einen Arzt auf, nachdem sie ein Stück des Bandwurms in ihrem Stuhl entdeckt haben. Manchmal klagen die Patienten jedoch über unspezifische Bauchbeschwerden. Dazu zählen Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, abwechselnd Durchfall und Verstopfung oder Gewichtsverlust.
 
Einige Betroffenen berichten von Missempfindungen beim Stuhlgang, einem „Wühlen“ in der Nabelgegend oder Juckreiz des Anus. Diese Symptome sind etwas spezifischer und können wegweisend für die weitere Diagnostik sein.
 
Einige Betroffenen berichten von Missempfindungen beim Stuhlgang, einem „Wühlen“ in der Nabelgegend oder Juckreiz des Anus
 
Kinder können ähnliche Symptome bei einer Infektion zeigen oder auch symptomfrei sein. Häufiger kommt es jedoch zu einem Gewichtsverlust im Kindesalter. Blähungen können unter anderem auch durch einen Bandwurm-Befall bedingt sein, sie sind jedoch weder bei Erwachsenen noch bei Kindern spezifisch für die Parasiten. Neben Bauchbeschwerden kann vor allem der Fischbandwurm eine Blutarmut hervorrufen, da er das Vitamin B12 aus dem Darm aufnimmt, das der Mensch für die Bildung roter Blutkörperchen benötigt.
 
Kommt es zur Ansteckung mit Eiern des Schweinebandwurms, können sich diese zu Finnen entwickeln, über den Blutkreislauf in Organe wie beispielsweise das Gehirn, Rückenmark oder Auge gelangen und dort Zysten ausbilden. Sterben sie ab, sorgt dies für eine Entzündungsreaktion, die mit Krampfanfällen, Verwirrtheit, Kopfschmerzen, Lähmungen oder Erblindung einhergehen kann.
 
Ähnlich können auch Fuchs- und Hundebandwurmfinnen im menschlichen Organismus in andere Organe wandern und eine Zystenbildung hervorrufen. Dabei unterscheidet man zwischen einer zystischen und alveolären Echinokokkose. Bei ersterem bilden sich flüssigkeitsgefüllte Zysten in der Leber und/oder Lunge und können Bauchschmerzen, Gelbsucht, Husten oder Brustschmerzen auslösen. Platzen die Zysten, kann die infektiöse Flüssigkeit eine lebensbedrohliche Bauchfellentzündung verursachen.
 
Bei der alveolären Echinokokkose befallen die Larven die Leber mit einem tumorartigen, infiltrativen Wachstum und können zu enormen Leberschäden führen, die unbehandelt meist tödlich enden.

Wie lässt sich ein Bandwurm diagnostizieren?

Die Diagnose eines Bandwurmes fällt nicht immer leicht, da die Patienten meist keine oder nur unspezifische Symptome zeigen. Möglicherweise macht ein nicht diätisch behandelbarer Vitamin B12 – Mangel oder gewisse Angaben im Patientengespräch („etwas hat sich in meinem Stuhl bewegt“) den Arzt aufmerksam, um weitere Diagnosemaßnahmen einzuleiten. Das einfachste und relevanteste Mittel hierbei ist eine Stuhlprobe. Dabei können ausgeschiedene Eier oder Glieder der Bandwürmer makro- oder mikroskopisch gesichtet und untersucht werden.
 
Auch Bluttests stehen für einige Bandwurmarten zur Verfügung. Besteht der Verdacht auf eine Zystizerkose oder Echinokokkose veranlasst der Arzt bildgebende Untersuchungen, wie ein CT oder MRT. Zum raschen Blick auf die Leber bietet sich außerdem ein Ultraschall an, der die Zysten im Lebergewebe gut darstellt. Adulte Bandwürmer kann der Arzt allerdings nicht mithilfe eines Ultraschalls sichtbar machen.

Wie sieht bei Bandwürmern die Behandlung aus?

Eine Therapie bei Bandwürmern muss in jedem Fall stattfinden. Denn selbst wenn der Patient symptomfrei ist, geht immer noch ein Ansteckungsrisiko von ihm aus. Außerdem sollten etwaige Partner oder Familienmitglieder Stuhlproben abgeben, um eine Infektion auszuschließen.
 
Die jeweilige Behandlung richtet sich einerseits nach der Bandwurmart und andererseits nach der Krankheitsausprägung. In den meisten Fällen erfolgt die Wurmbeseitigung medikamentös durch sogenannte Anthelminthika. Zu dieser Klasse zählen Niclosamid, Praziquantel und Mebendazol, die alle entweder den Wurm lähmen oder dessen Nährstoffversorgung unterbinden. Die abgestorbenen Reste des Parasiten scheidet der Patient mit dem Stuhl aus.
 
Diese Therapeutika finden ihren Einsatz bei adulten Rinder-, Schweine-, Zwerg- oder Fischbandwürmern, wobei meist eine Einmalgabe ausreicht.
 
Bei einer Zystizerkose, also einer Zystenbildung nach einer Infektion mit Schweinebandwurmeiern, finden Kortikosteroide – manchmal auch in Kombination mit Mebendazol – ihren Einsatz. Diese schwächen die Entzündung ab, die von abklingenden Zysten ausgeht. Liegen Zysten beim Auge oder Rückenmark vor oder blockieren sie wichtige Hirnliquor-Abflüsse, rät der Arzt zu einer Operation.
 
Auch bei der Echinokokkose besteht die Indikation zur chirurgischen Entfernung der Zysten. Zusätzlich müssen die Patienten Anthelminthika längerfristig einnehmen. Kann der Chirurg einige Zysten nicht vollständig entfernen, stoppen diese Medikamente nämlich deren Wachstum. Dies bedeutet aber für den Patienten eine Dauermedikation, die mit Nebenwirkungen einhergeht. Dementsprechend testen Forscher seit einigen Jahren, ob die tumorähnlich wachsenden Zysten mit Krebsmedikamenten abgetötet werden können.
 
Diese Therapeutika finden ihren Einsatz bei adulten Rinder-, Schweine-, Zwerg- oder Fischbandwürmern, wobei meist eine Einmalgabe ausreicht
 

Was passiert, wenn ich einen Bandwurmbefall nicht behandeln lasse?

Lässt der Patient seine Bandwurm-Infektion nicht behandeln, kann dies für ihn und sein Umfeld gravierende Folgen haben. Denn ein Erkrankter scheidet sehr viele Eier durch seinen Stuhl aus, mit denen sich seine Mitmenschen anstecken können. Außerdem besteht vor allem beim Schweinebandwurm das Risiko einer Selbstansteckung. Dabei nimmt der Patient sowohl die Rolle des End-, als auch Zwischenwirtes ein.
 
Dies geschieht bei oraler Aufnahme von Bandwurmeiern, die sich schließlich zu Finnen entwickeln und daraufhin gefährliche Zysten bilden können. Eine unbehandelte Zystizerkose kann tödlich enden, ebenso wie eine nicht therapierte Echinokokkose. Denn dabei zerstören die Fuchs- oder Hundebandwurmzysten sukzessive und ungehindert das Leber- oder Lungengewebe.

Was kann ich selbst bei einem Bandwurmbefall tun?

Das Wichtigste beim Verdacht auf einen Bandwurmbefall ist das Aufsuchen eines Arztes. Dieser verschreibt Medikamente, die in den meisten Fällen nach kurzer Zeit Abhilfe verschaffen.
 
Dennoch muss ein Infizierter besondere Hygienemaßnahmen beachten, um einer Fremdansteckung vorzubeugen. Dazu zählt gründliches Händewaschen nach dem Toilettengang, benutzte Handtücher auskochen, häufiger Wechsel der Bettwäsche und das Desinfizieren von möglicherweise kontaminierten Gegenständen wie die Klobrille oder Türschnallen.

Welche Folgen und Komplikationen können bei einem Bandwurmbefall auftreten?

Wie bereits vorangehend ausführlicher besprochen, gibt es einige Folgen und Komplikationen bei einem Bandwurmbefall zu beachten. Allen voran stehen die Zystizerkose und die Echinokokkose, da diese Krankheitsbilder lebensbedrohlich sein und zu Leber-, Lungen-, Gehirn- oder Augenschäden führen können. Außerdem kann ein dauerhafter Darmmitbewohner zu Mangelerscheinungen führen, denn die Nährstoffe, die der Betroffene zu sich nimmt, gelangen nur zu einem gewissen Teil in den menschlichen Organismus, der Wurm benötigt den Rest.
 
Häufig zeigt sich dies durch einen Gewichtsverlust und Blutarmut. Letzteres entsteht durch einen Vitamin B12- und Eisenmangel. Diese Nährstoffe spielen nämlich eine wichtige Rolle bei der Bildung von roten Blutkörperchen; ein Mangel führt zu einer Anämie.

Wie lange kann man mit einem Bandwurm leben?

Nachdem viele Patienten keinerlei Symptome aufweisen, kommt es nicht selten vor, dass ein Betroffener jahrelang mit einem Bandwurm lebt. Dieser wächst jedoch stetig und kann theoretisch – abhängig von der Gattung – bis zu 20 Meter lang werden. Jedoch bemerkt der Patient weitaus früher Missempfindungen beim Anus oder Wurmteile im Stuhl, weshalb Längen wie diese beim Menschen nicht vorkommen. Weiters ist zu beachten, dass eine Infektion beispielsweise mit Schweine-, Fuchs- oder Hundebandwürmern fatale Komplikationen mit sich bringen kann und dadurch die Überlebenszeit deutlich verkürzt ist.

Sind Bandwürmer immer schädlich?

In den USA fanden Bandwürmer als Diätmaßnahme großen Gefallen, da sie dem Wirten Nährstoffe und auch Kalorien rauben und somit zu Gewichtsverlust führen können. Heutzutage ist diese Methode allerdings verpönt, unter anderem aufgrund des Ansteckungsrisikos des Umfelds.
 
Jedoch forschen Mediziner mittlerweile an Einsatzbereichen in der Bekämpfung von Autoimmunerkrankungen. Durch die Bandwürmer soll die körpereigene Überreaktion, die beispielsweise Allergien, Morbus Crohn oder Multipler Sklerose zugrunde liegt, abgeschwächt werden.
 
Achte auf eine besondere Händehygiene, vor allem nach dem Toilettengang und vor dem Kochen. So lässt sich das Ansteckungsrisiko mit einem Bandwurm minimieren
 

Wie kann ich einem Bandwurmbefall vorbeugen?

Die wichtigste Maßnahme in der Vorbeugung einer Bandwurm-Infektion ist die Nahrungszubereitung. So besteht eine Gefahr beim Verzehr von rohem oder nicht ausreichend durchgegartem (63° für mehr als drei Minuten) Rind- oder Schweinefleisch, sowie Süßwasserfischen. Waldfrüchte, Pilze oder anderes Gemüse bedürfen einer gründlichen Reinigung vor dem Konsum, da sie potenziell mit Tierfäkalien kontaminiert sind.
 
Auch auf eine besondere Händehygiene, vor allem nach dem Toilettengang und vor dem Kochen, sei zu achten. Haustieren wie Hunden oder Katzen sollten die Besitzer etwa jeden zweiten Monat Entwurmungstabletten geben, um etwaige Würmer abzutöten und eine Übertragung auf den Menschen zu vermeiden.
 
Staatlich treten außerdem wichtige Präventionsmaßnahmen in Kraft, wie etwa die Viehbeschau oder Hygienemaßnahmen für kontaminationsfreies Trinkwasser.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Behandlung?

Grundsätzlich übernimmt die Krankenkasse alle anfallenden Kosten der Diagnosefindung und Behandlung von Bandwürmern. Jedoch kann es zu einem Selbstbehalt von fünf bis zehn Euro beim Kauf von Medikamenten kommen. Etwaige andere anfallende Kosten sollte der Patient vorab mit der eigenen Krankenversicherungsanstalt abklären.

 


Dauer Dauer

Bis zu mehreren Monaten

Ausfallzeit Ausfallzeit

Nicht notwendig

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

Das Wichtigste zusammengefasst

Es gibt rund 10 verschiedene Bandwurmarten, die den Menschen befallen. Dazu zählen der Rinderbandwurm, der in unseren Breitengraden am häufigsten vorkommt, der Schweine-, Fisch- oder Zwergbandwurm, der insgesamt die meisten Bandwurminfektionen weltweit verursacht, der Fuchs- und der Hundebandwurm


Die meisten Betroffenen verspüren keine Symptome oder berichten von unspezifischen Bauchbeschwerden wie Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung. Oftmals suchen die Patienten einen Arzt auf, nachdem sie ein Stück des Bandwurms in ihrem Stuhl gefunden haben


Ein Befall mit Rinder-, Fisch- oder Zwergbandwürmern lässt sich meist komplikationslos mit einer medikamentösen Therapie behandeln. Der Schweinebandwurm kann jedoch Zysten im Gehirn und der Fuchs- und Hundebandwurm in der Leber und Lunge verursachen, weshalb deren Behandlung aufwendiger ist


Um einer Ansteckung mit Bandwürmern vorzubeugen, solltest Du rohes oder nicht vollständig durchgegartes Fleisch vermeiden, Obst und Gemüse vor dem Verzehr waschen, eine gründliche Handhygiene pflegen und Deine Haustiere regelmäßig entwurmen

Dr. Benjamin Gehl

Dr. Simone Hermanns

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