Histaminintoleranz

Bei Personen, die an einer Histaminintoleranz leiden, löst der Konsum einer erhöhten Menge von Histamin eine Unverträglichkeitsreaktion aus. Häufige Symptome davon sind Juckreiz, Quaddeln auf der Haut, Magen-Darm-Probleme und Kopfschmerzen. Histamin kommt auf natürliche Weise im Körper vor und ist auch in zahlreichen Lebensmitteln enthalten. Es handelt sich somit um eine Nahrungsmittelunverträglichkeit. Bei einer Histaminintoleranz kommt es zu einem Missverhältnis zwischen der Menge an Histamin, die über die Nahrung in den Körper gelangt, und jener, die der Körper abbaut. Betroffen davon sind etwa ein bis vier Prozent der Bevölkerung, überwiegend Frauen im mittleren Alter.


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Zuletzt aktualisiert: 15. Juli, 2020



ICD-10-GM-2020 T78.1

Was ist Histamin?

Histamin ist ein biologischer Botenstoff, der im Körper verschiedene Funktionen auslöst. Dazu zählt die Sekretion von Magensaft, die Erweiterung der Blutgefäße und das Senken des Blutdrucks. Histamin ist ein Neurotransmitter, also ein Nervenbotenstoff, der unter anderem den Appetit kontrolliert, für die Lernfähigkeit, das Gedächtnis und Emotionen zuständig ist sowie den Schlaf-Wach-Rhythmus reguliert.
 
Kommt es zu einer allergischen Reaktion, ist Histamin ein wichtiger Vermittler von Entzündungsprozessen. Bei Kontakt mit einem Allergen löst Histamin die typischen Allergiesymptome aus. Dazu zählen neben Juckreiz, einer geröteten Haut und der Bildung von Quaddeln auch allgemeines Unwohlsein, Asthmaanfälle, Erbrechen und Durchfall, sowie Kopfschmerzen. Obwohl all diese Symptome auch bei einer Histaminintoleranz auftreten können, handelt es sich dabei nicht um eine allergische Reaktion.

Was versteht die Medizin unter einer Histaminintoleranz?

Entsteht ein Ungleichgewicht zwischen Bildung, Zufuhr und Abbau des biogenen Amins Histamin im Körper, kommt es zu einer Histaminintoleranz. In den meisten Fällen ist die Ursache eine gestörte Aktivität des Enzyms, das für den Abbau von Histamin zuständig ist.
 
Die Diagnose einer Histaminintoleranz gestaltet sich oft als schwierig, da die Symptome je nach Patient sehr verschieden sind und es auch einen individuellen Grenzwert gibt. Erst, wenn dieser überschritten wird, zeigen sich Symptome einer Histaminintoleranz. Die Symptome reichen von allergieähnlichen Reaktionen, Kopfschmerzen und Schwindel bis hin zu Blähungen und Durchfall. Es stehen zahlreiche Testverfahren zur Verfügung, die dem Arzt dabei helfen, die Diagnose zu stellen.

Kopfschmerzen sind ein typisches Symptom bei einer Histaminintoleranz.

Wie entsteht ein Überschuss an Histamin?

Ein Histamin-Überschuss kann aufgrund eines Mangels oder einer verminderten Aktivität von Histamin abbauenden Enzymen entstehen. Bei Personen mit einer Histaminintoleranz ist das Enzym Diaminoxidase (DAO) nicht ausreichend vorhanden oder in der Aktivität gehemmt.
 
Ein Histamin-Überschuss entsteht auch durch die erhöhte Aufnahme von Histamin über die Nahrung. Der Verzehr von sehr hohen Mengen an histaminhaltigen Lebensmitteln kann auch bei gesunden Menschen zu Vergiftungserscheinungen führen. Symptome treten allerdings erst auf, wenn der individuelle Schwellwert überschritten wird.

Wie sehen die Symptome einer Histaminintoleranz aus?

Die Symptome einer Histaminintoleranz sind sehr vielfältig. Während bei manchen Betroffenen nur einzelne Probleme, wie Hautrötungen und Juckreiz, auftreten, macht sich die Histaminintoleranz bei anderen im gesamten Körper oder in mehreren Körperbereichen bemerkbar. Der Grund dafür ist, dass verschiedene Zellen und Organe Histamin-Rezeptoren haben.
 
Indem es an Rezeptoren andockt, entfaltet Histamin seine Wirkung. Führst Du dem Körper eine große Menge an Histamin zu, sind diese Andockstellen ohne Pause aktiv. Bei Menschen mit einer Überempfindlichkeit kommt es dann zu unterschiedlichen Beschwerden in verschiedenen Körperbereichen.
 
Im Bereich der Haut kann zu viel Histamin die Mastzellen aktivieren. Das führt zur Freisetzung allergener Inhaltsstoffe. Das äußert sich in Form von Nesselsucht (Urtikaria). Auf der Haut entstehen kleine Schwellungen, sogenannte Quaddeln. Nesselsucht kann am gesamten Körper auftreten. Im Normalfall verschwinden die Symptome innerhalb von 24 Stunden, vorausgesetzt der Auslöser der Urtikaria besteht nicht weiter.
 
Darüber hinaus setzen die Mastzellen eine Substanz frei, die zu sehr starkem Juckreiz führt. Betroffen sind vor allem jene Bereiche, in denen auch Quaddeln auftreten. Des Weiteren kommt es bei einer Histaminintoleranz zu einer gesteigerten Durchblutung. Die Blutgefäße erweitern sich und es kann mehr Blut hindurchströmten. Die betroffenen Bereiche sind gerötet und warm.
 
Auch im Gehirn kommt es zu einer Erweiterung der Blutgefäße. Wenn die Arterien, die die Hirnhäute versorgen, betroffen sind, kommt es zu Kopfschmerzen. Vom Gehirn ausgehend kann es bei einer Histaminintoleranz auch zu Übelkeit und Erbrechen sowie Schwindel kommen. Ebenso kann es zu starker Müdigkeit kommen.
 
Auch im Herz-Kreislauf-System können sich Symptome einer Histaminintoleranz manifestieren. Wenn sich aufgrund des Histamins die Herzkranzgefäße (Koronargefäße) weiten, können Herzrasen oder Herzstolpern die Folge sein. Bei manchen Betroffenen kommt es zu starkem Herzklopfen.
 
Weiten sich hingegen Blutgefäße in den Extremitäten kann das zu einem starken Abfallen des Blutdrucks führen. In besonders extremen, aber sehr seltenen Fällen kann der Körper nicht mehr genug Blut zurück ins Herz transportieren und es können Schocksymptome auftreten.
 
Im Bereich des Magen-Darm-Trakts steigert zu viel Histamin die Produktion von Magensäure und es kommt zu einer stärkeren Aktivierung der Muskelzellen in der Wand des Magen-Darm-Trakts. Bauchschmerzen, Krämpfe, sowie Blähungen und Durchfall sind die Folge. Symptome im Magen-Darm-Trakt treten vor allem dann auf, wenn der Betroffene histaminreiche Getränke oder Lebensmittel verzehrt.
 
Unmittelbar nach dem Konsum von histaminreichen Lebensmitteln oder Getränken können sich Symptome im Bereich der Atmung zeigen. In leichten Fällen kommt es zu einer laufenden oder einer verstopften Nase. In extremen Fällen kann zu viel Histamin einen Asthmaanfall mit starker Atemnot auslösen.
 
Bei Frauen, die an einer Histaminintoleranz leiden, können sich auch im Genitalbereich Symptome zeigen. Sowohl in der Gebärmutter als auch in den Eierstöcken produziert der weibliche Körper Histamin, um die Östrogen-Konzentration zu erhöhen. Östrogen sorgt dafür, dass sich die Gebärmutter während der Regelblutung zusammenzieht. Wenn sich die Gebärmutter besonders stark zusammenzieht, kann das Schmerzen verursachen. Zu viel Histamin im Körper kann also für eine schmerzhafte Menstruation mitverantwortlich sein.

Bei einer Histaminintoleranz kommt es zu starken Juckreiz und Quaddeln.

Was sind die Ursachen für eine Histaminintoleranz?

Wenn der Körper negativ auf ein erhöhtes Maß an Histamin reagiert, handelt es sich um eine Histaminintoleranz. Histamin ist ein biogenes Amin. Verschiedene Zellen, wie Mastzellen, Nervenzellen oder Blutplättchen, haben die Aufgabe, Histamin aus der Aminosäure Histidin herzustellen. Anschließend speichern die jeweiligen Zellen das Histamin ab. Als Nächstes wird das abgespeicherte Histamin durch bestimmte Reize freigesetzt. Bestimmte Medikamente oder Nahrungsmittel können solche Reize sein, aber auch Entzündungen, Verletzungen oder Sauerstoffmangel können die Ausschüttung von Histamin bewirken.
 
Histamin löst bei Kontakt mit einem Allergen, die für eine Allergie typischen Symptome aus. Dazu zählen zum Beispiel Hautrötungen, Juckreiz, Quaddeln, Durchfall, Erbrechen und Asthmaanfälle. All diese Symptome treten auch bei einer Histaminintoleranz auf. Dennoch handelt es sich dabei nicht um eine Allergie, denn die Symptome einer Histaminintoleranz sind, anders als eine Allergie, keine Folge einer Überreaktion des Immunsystems auf das jeweilige Allergen.
 
Die Ursache ist meist eine erworbene und in seltenen Fällen eine angeborene Störung beim Abbau von Histamin. Durch die körpereigene Produktion oder durch Nahrung, mit viel Histamin fällt mehr Histamin an, als der Körper abbauen kann. Ab einem gewissen Ausmaß treten dann Symptome einer Histaminintoleranz auf. Der Grenzwert ist von Person zu Person unterschiedlich.
 
Eine mögliche Ursache dafür ist ein gestörter Histamin-Abbau. Im Körper gibt es zwei Enzyme, die für den Abbau von Histamin zuständig sind. Bei manchen Menschen ist das Enzym, das für den Abbau von Histamin aus den Lebensmitteln zuständig ist, das Diaminoxidase (DAO), nicht in ausreichender Menge vorhanden. Es besteht ein Enzymmangel. Bei anderen Betroffenen ist das DAO in seiner Aktivität gestört.
 
Ein Mangel an Vitamin B6 oder Vitamin C, aber auch die Einnahme bestimmter Medikamente, können die Funktion dieses Enzyms negativ beeinträchtigen. In beiden Fällen gerät der Histamin-Haushalt im Körper aus dem Gleichgewicht. Beim Patienten kann sich das in Form einer Histaminintoleranz äußern.
 
Eine Histaminintoleranz kann aber nicht nur durch Lebensmittel oder Medikamente ausgelöst werden, sondern auch von einer vermehrten körpereigenen Histamin-Produktion bei einer allergischen Reaktion, zum Beispiel Heuschnupfen. Eine histaminreiche Ernährung erhöht das Risiko zusätzlich.

Wie können Medikamente eine Histaminintoleranz auslösen?

Histamin wird aufgrund bestimmter Reize von verschiedenen Zellen freigesetzt. Manchmal wird ein solcher Reiz von einem Medikament ausgelöst. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um eine unerwünschte Nebenwirkung. Andere Medikamente beeinflussen den Abbau von Histamin.
 
Medikamente, die eine Histaminintoleranz auslösen können, sind zum Beispiel Röntgenkontrastmittel, einige Medikamente zur Muskelentspannung, bestimmte Medikamente gegen Bluthochdruck und Herzerkrankungen, Schmerzmittel, wie Acetylsalicylsäure oder Diclofenac, bestimmte Antibiotika sowie manche Krebs- und Rheumamedikamente. Wenn der Betroffene die Einnahme des ursächlichen Medikaments beendet, verschwindet die Histaminintoleranz in vielen Fällen wieder.
 
Histamin ist in fast allen Lebensmitteln sowie in einigen Getränken enthalten. Nicht nur die Art des Lebensmittels hat einen Einfluss auf den Histamin-Gehalt, sondern auch Verarbeitungsprozesse, Reifung oder Gärung. Wenn wir histaminreiche Lebensmittel zu uns nehmen, erhöht sich auch die Histamin-Konzentration im Körper. In Kombination mit einem gestörten Histamin-Abbau gerät der Histamin-Haushalt aus dem Gleichgewicht und es kann zu den Beschwerden einer Histaminintoleranz kommen.
 
Eine Histaminintoleranz kann auch als Symptom einer anderen Erkrankung auftreten. So kann es bei manchen entzündlichen Darmerkrankungen zu einem Mangel des Enzyms DAO kommen. Dieses ist für den Abbau von Histamin zuständig. Durch einen Mangel kann der Körper nicht mehr genug Histamin abbauen. Erkrankungen, die im weiteren Verlauf zu einer Histaminintoleranz führen, sind zum Beispiel chronisches Nierenversagen, Leberzirrhose, Leberentzündung, Seekrankheit oder Urtikaria (Nesselsucht).

Gewisse Medikamente können eine Histaminintoleranz auslösen.

Wer ist besonders häufig von einer Histaminintoleranz betroffen?

Etwa ein bis vier Prozent der Bevölkerung leiden an einer Histaminintoleranz. 80 Prozent der Betroffenen sind Frauen. Meist treten die Beschwerden erstmals im mittleren Lebensalter auf.
 
Manche Ärzte lehnen das Krankheitsbild der Histaminintoleranz ab, da die Symptome von Patient zu Patient stark variieren und weil die Symptome einer Histaminintoleranz auch bei vielen anderen Krankheiten auftreten. Andere sind jedoch davon überzeugt, dass das Krankheitsbild der Histaminintoleranz existiert.

Wie diagnostiziert der Arzt eine Histaminintoleranz?

Häufig gehen der Diagnose einer Histaminintoleranz zahlreiche Arztbesuche voraus, in denen der Arzt die Ursache für die Beschwerden nicht finden konnte. Die Symptome einer Histaminintoleranz sind häufig unspezifisch. Wenn Du den Verdacht hast, an einer Histaminintoleranz zu leiden, wendest Du Dich am besten an einen Dermatologen oder einen Internisten mit Spezialisierung auf allergische Erkrankungen.
 
Der Arzt klärt in einem Gespräch allergische Erkrankungen und Nahrungsmittelunverträglichkeiten ab. Er stellt Fragen zum Zusammenhang zwischen den Symptomen und dem Verzehr bestimmter Lebensmittel. Um diese Frage möglichst genau beantworten zu können, ist es sinnvoll, wenn Du ein Ernährungstagebuch führst.
 
Darin solltest Du auch festhalten, ob sich Symptome besseren, wenn Du auf den Verzehr bestimmter Lebensmittel verzichtest. Der Arzt klärt außerdem, ob die Symptome im Zusammenhang mit der Einnahme bestimmter Medikamente oder, bei weiblichen Betroffenen, im Zusammenhang mit dem Zyklus steht.
 
Im Zuge der Diagnose einer Histaminintoleranz müssen auch andere Ursachen wie eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, Geschwüre der Magenschleimhaut oder ein neuroendokriner Tumor ausgeschlossen werden. All diese Krankheiten können zu ähnlichen Symptomen wie eine Histaminintoleranz führen.
 
Häufig hängen die Symptome einer Histaminintoleranz mit der Nahrungszufuhr zusammen. Teil der Diagnose ist daher ein Nahrungsmitteltest. Zusätzlich kann dadurch auch die individuell verträgliche Histamin-Dosis eingeschätzt werden. Der Histaminintoleranz-Test erfolgt in drei Phasen.
 
In der ersten Phase, der Karenzphase, sollte der Patient über einen Zeitraum von zehn bis 14 Tagen möglichst kein Histamin mit der Nahrung aufnehmen. Du erhältst vom Arzt eine Liste mit Lebensmitteln, auf die Du verzichten solltest.
 
Die zweite Phase ist die Testphase. Sie dauert bis zu sechs Wochen. Schrittweise werden bestimmte Lebensmittel wieder in den Speiseplan integriert. Parallel dazu führst Du ein Ernährungstagebuch, in dem Du auch eventuelle Symptome festhältst. So kann der Arzt Rückschlüsse auf Deine individuelle Histamin-Schwelle ziehen.
 
In der dritten Phase, der Dauerphase, erhält der Patient Empfehlungen für die dauerhafte Ernährungsweise. Neben der individuellen Histamin-Schwelle berücksichtigt der Arzt dabei auch den Energiebedarf, Hormonspiegel und Medikamenteneinnahme. In allen Phasen werden auch Einflussfaktoren, wie Medikamenteneinnahme, Stress und Hormonstatus, erhoben.
 
Eine weitere Möglichkeit, um festzustellen, ob eine Histaminintoleranz vorliegt, ist ein Provokationstest. Mit diesem Test kann der Arzt auch feststellen, wie viel Histamin der Patient verträgt, bevor Symptome auftreten. Vor der Durchführung des Tests muss sich der Patient einige Zeit möglichst histaminfrei ernähren. Zum Testzeitpunkt dürfen sich keine Symptome einer Histaminintoleranz zeigen. Der Arzt verabreicht im Zuge Tests im zwei Stunden Rhythmus eine steigende Histamin-Dosis, und zwar so lange, bis Symptome auftreten.
 
Weitere Tests, die im Zuge der Diagnose einer Histaminintoleranz zum Einsatz kommen können, sind die Messung der DAO-Aktivität im Blutserum, die Messung der Histamin-Menge im Blutplasma, die Messung der Histamin-Menge im Stuhl, die Messung der Methylhistamin-Menge im Blut sowie der Histamin-50-Pricktest.

Wie lässt sich einer Histaminintoleranz behandeln?

Die wichtigste Maßnahme bei der Behandlung einer Histaminintoleranz ist das weitestgehende Vermeiden der Auslöser. Dazu musst Du die Ernährung umstellen. Um das Auftreten der Beschwerden und den Verlauf der Erkrankung im Blick zu behalten, solltest Du unbedingt ein Ernährungstagebuch anlegen.
 
Gemeinsam mit Deinem Arzt kannst Du Punkte ermitteln, die Du darin festhalten sollst. Du solltest auch so gut wie möglich auf Medikamente verzichten, die eine Histaminintoleranz auslösen können. In manchen Fällen kommt auch eine medikamentöse Behandlung der Histaminintoleranz infrage.
 
Bei der Ernährung ist es wichtig möglichst auf histaminhaltige Lebensmittel und auf Lebensmittel, die die Freisetzung von Histamin anregen, zu verzichten. Histamin ist in beinahe allen Lebensmitteln enthalten, daher ist es wichtig, gemeinsam mit dem Arzt den individuellen Schwellenwert zu ermitteln.
 
Dieser Wert ist außerdem einer gewissen Schwankung unterworfen. So kann es sein, dass sich am einen Tag Symptome zeigen und am nächsten nicht. Faktoren, wie der Abstand zwischen zwei Mahlzeiten, Alkoholkonsum und Medikamenteneinnahme, beeinflussen diesen Schwellwert.

Histamin ist in nahezu allen Lebensmitteln enthalten.
 
Falls Medikamente der Auslöser einer Histaminintoleranz sind, kann es sinnvoll sein, diese abzusetzen. Dies darf allerdings nur in Absprache mit dem Arzt geschehen. Er kann einschätzen, ob das Medikament gefahrlos abgesetzt werden kann und ob eine sinnvolle Alternative zur Verfügung steht.
 
Manchmal ist es nicht möglich, auf ein sich negativ auswirkendes Medikament zu verzichten. Das ist beispielsweise der Fall, wenn eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel durchgeführt werden muss. Dann kann mit einem Antihistaminikum den Symptomen einer Histaminintoleranz vorgebeugt werden. Antihistaminika blockieren die Histamin-Rezeptoren und verhindern somit Unverträglichkeitssymptome. Mastzellstabilisatoren bewirken, dass Mastzellen weniger Histamin freisetzen. DAO-Präparate kannst Du vor einer histaminhaltigen Mahlzeit einnehmen, um den Beschwerden einer Histaminintoleranz vorzubeugen.
 
All diese Medikamente eignen sich allerdings nicht zur langfristigen Behandlung einer Histaminintoleranz und sind kein Ersatz für die Umstellung der Ernährung und dürfen nur in Absprache mit dem Arzt eingenommen werden. Eventuell müssen Vitamin C und Vitamin B6 Präparate eingenommen werden.

Wie lässt sich eine akute Histaminintoleranz behandeln?

In der akuten Phase verabreicht der Arzt zur Behandlung einer Histaminintoleranz Antihistaminika. Sie verhindern, dass das Histamin im Körper seine volle Wirkung entfalten kann. Sie hindern das Histamin am Andocken an den Rezeptoren. Antihistaminika eignen sich besonders gut, wenn es zu Symptomen wie Nesselsucht, allergischem Schnupfen, Kopfschmerzen oder Schwindel kommt.

Kann man eine Histaminintoleranz vorbeugen?

Um einer Histaminintoleranz vorzubeugen, solltest Du auf histaminreiche Lebensmittel verzichten und auf eine histaminarme Diät umsteigen. Ebenso solltest Du auf Medikamente, die zu einer Histaminintoleranz beitragen können, möglichst verzichten.
 
Auch Rauchen führt zu einer Histaminausschüttung. Betroffene sollten möglichst mit dem Rauchen aufhören. Bei Rauchern hat die Umstellung der Ernährung ohne gleichzeitigen Rauchstopp kaum einen Erfolg.

Welche Lebensmittel sind histaminhaltig?

Histamin oder sein Vorläufer Histidin sind in nahezu allen Lebensmitteln in unterschiedlicher Menge enthalten. Besonders histaminhaltig sind Lebensmittel wie alter Käse und gepökeltes Fleisch, denn der Gehalt von Histamin wird durch Reifungs-, Fermentations- und Gärungsprozesse erhöht.
 
Konsumiere vorwiegend frische Speisen und vermeide Fertigprodukte. Tiefgefrorenes ist meist unbedenklich. Bestimmte Fischarten, wie Thunfisch, Sardine, Makrele oder Hering, enthalten viel Histamin. Dasselbe gilt für Käsesorten, wie Gouda, Emmentaler, Camembert, Cheddar oder Parmesan, sowie Wurst, Salami und Räucherschinken.
 
Einige Gemüsesorten, wie Sauerkraut, Auberginen, Spinat, Tomaten und Avocados, enthalten viel Histamin. Ungünstig ist auch der Konsum von Alkohol, besonders Rot- und Weißwein enthalten viel Histamin, genauso wie ober- und untergäriges Bier und Champagner. Auch Rotweinessig, Sojasoße und Hefepräparate enthalten viel Histamin.
 
Auch auf Lebensmittel, die Histamin aus Zellspeichern freisetzen können, sollten Betroffene verzichten. Dazu zählen zum Beispiel Erdbeeren und Zitrusfrüchte, Tomaten und sämtliche Tomatenerzeugnisse. Ebenso regen Kakao, Schokolade, Nüsse, Meeresfrüchte und vor allem auch Alkohol die Freisetzung von Histamin an.
 
Ebenso ungünstig sind Lebensmittel, die eine große Zahl anderer biogener Stoffen enthalten, wie Ananas, Bananen, Birnen, Erdnüsse, Kiwi, Orangen oder Papaya. Auch Weizenkeime und Hülsenfrüchte, wie Linsen, Bohnen oder Soja, enthalten eine große Zahl anderer biogener Amine.

Bei einer Histaminintoleranz leiden Betroffene zudem unter Blähungen und Durchfall.

Was muss man bei einer Histaminintoleranz während einer Schwangerschaft beachten?

Während der Schwangerschaft produziert der Körper eine große Menge des Enzyms DAO. Dadurch kann es vorkommen, dass es während der Schwangerschaft zu einer deutlichen Besserung der Symptome einer Histaminintoleranz kommt und der Verzehr histaminhaltiger Lebensmittel ohne Folgen möglich ist. Sobald die Schwangerschaft vorbei ist, kehrt allerdings auch die Histaminintoleranz wieder zurück.

Was kostet die Behandlung einer Histaminintoleranz?

Wenn der Arzt Medikamente zur Behandlung einer Histaminintoleranz verschreibt, fällt die Rezeptgebühr in der Höhe von etwa fünf Euro an.

Übernimmt die Krankenkasse die Behandlungskosten einer Histaminintoleranz?

Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für die Diagnose und Therapie einer Histaminintoleranz. Je nach Versicherungsträger kann ein Selbstbehalt anfallen. Genauere Informationen dazu erhältst Du direkt bei Deinem behandelnden Arzt oder der Krankenkasse.

 


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Das Wichtigste zusammengefasst

Eine Histaminintoleranz ist eine Unverträglichkeit gegenüber einer großen Menge Histamin. Es gibt einen individuellen Grenzwert. Erst, wenn dieser überschritten wird, kommt es zu Symptomen.


Die Symptome einer Histaminintoleranz sind sehr vielfältig. Möglich sind zum Beispiel Nesselsucht, Kopfschmerzen, Herzrasen, eine verstopfte Nase, Durchfall oder Bauchschmerzen.


Die Ursachen einer Histaminintoleranz sind vielfältig. Meist handelt es sich um eine erworbene Störung beim Abbau von Histamin im Körper.


Für die Behandlung ist die Umstellung der Ernährung und das Verzichten auf den Verzehr von histaminhaltigen Lebensmitteln essenziell.

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