Bauchnabelentzündung (Omphalitis)

Als Bauchnabelentzündung, wird die Entzündung des Nabelstumpfs bezeichnet. Davon sind vor allem Neugeborene in den ersten Wochen nach der Geburt betroffen. Eine bestehende Infektion sollte sofort behandelt werden, da es ohne Behandlung sehr schnell zu lebensbedrohlichen Zuständen kommen kann.


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Zuletzt aktualisiert: 28. Februar, 2020



Was versteht die Medizin unter einer Bauchnabelentzündung?

Eine Bauchnabelentzündung wird in der medizinischen Fachsprache auch Omphalitis genannt. Eine Omphalitis kommt vor allem bei Säuglingen während der Geburt vor, da hierbei leicht eine Bakterienübertragung erfolgen kann. Wenn eine Entzündung nicht behandelt wird, hat dies oftmals lebensbedrohliche Folgen. Die Gefahr einer Bauchnabelentzündung besteht darin, dass die Erreger und Blut gelangen können und möglicherweise eine Blutvergiftung entsteht. Daher ist es besonders wichtig, die Entzündung sofort zu behandeln.

Eine Omphalitis kommt vor allem bei Säuglingen während der Geburt vor

Wie sehen die Symptome einer Bauchnabelentzündung aus?

Die Symptome einer Bauchnabelentzündung bei Babys zeigen sich meistens innerhalb von einigen Tagen nach der Geburt. In der Regel treten hauptsächlich Rötungen und leichte Schwellungen im Nabelbereich auf. Dabei reagieren die Neugeborenen sehr empfindlich auf Berührungen in der Nabelregion. Ist die Infektion schon weiter fortgeschritten, so tritt meist ein eitriges Sekret aus dem Infektionsbereich aus. Zudem können sich im Infektionsbereich Blasen bilden. Zusätzliche Anzeichen sind Fieber und ein angespannter Bauch. Vor allem bei Neugeborenen kann es zu einem deutlich verminderten Trinkverhalten kommen.

Was sind die Ursachen für eine Bauchnabelentzündung?

Bei Babys kann es vor allem bei der Geburt zu einer Bauchnabelentzündung kommen. Denn in vielen Fällen heilt der Nabel nicht richtig ab und entzündet sich. Bei Erwachsenen hingegen kann die Infektion beispielsweise durch mangelnde Hygiene oder ständige Feuchtigkeit ausgelöst werden.

Wer ist am häufigsten davon betroffen?

Grundsätzlich sind Neugeborene in den ersten Wochen nach der Geburt am häufigsten von einer Bauchnabelentzündung betroffen, speziell Frühgeborene und Neugeborene mit einem geringen Geburtsgewicht. Da es hierbei sehr schnell zu Folgeerkrankungen kommen kann, bleiben die Säuglinge zur Behandlung meist zwei Wochen im Krankenhaus. Gerade in der Zeit nach der Geburt ist es wichtig, auf eine gute Nabelpflege zu achten. Vor allem in Entwicklungsländern ist die Sterberate von Säuglingen bei einer Bauchnabelentzündung recht hoch, da es an Hygienestandards mangelt. Bei Erwachsenen ist eine Bauchnabelentzündung hingegen eher selten.

Eine rechtzeitige Diagnose der Bauchnabelentzündung ist so von besonders großer Bedeutung

Welche Folgen hat eine Bauchnabelentzündung für den Betroffenen?

Eine verzögerte Behandlung von Omphalitis kann sehr schnell zu einer Behinderung oder gar zum Tode der betroffenen Kinder führen. Eine rechtzeitige Diagnose ist so von besonders großer Bedeutung. Schwerwiegende Komplikationen treten auf, wenn die Bakterien der Nabelschnur sich im Körper ausbreiten und zu einer Blutvergiftung führen.

Wie ist der Verlauf einer Bauchnabelentzündung?

Die klassischen Symptome einer Omphalitis sind vor allem Schwellungen sowie Rötungen im Nabelbereich. Zusätzlich kann ein gelbliches Sekret aus der Region des Nabels austreten. Im weiteren Verlauf kann der Nabel stark anschwellen und eine unnatürliche Wärme ausstrahlen. Ist die Bauchnabelentzündung schon weiter fortgeschritten, so beschleunigt sich der Herzschlag des Säuglings oftmals stark. Ab diesem Zeitpunkt besteht die Gefahr einer Blutvergiftung (Sepsis). Durch eine Sepsis ist eine bakterielle Infektion der inneren Organe möglich und somit lebensbedrohlich. Im schlimmsten Fall wird eine Endokarditis, Herzinnenhaut-Entzündung, ausgelöst. Diese Erscheinungen sind äußerst lebensbedrohlich und müssen so rasch wie möglich medizinisch behandelt werden.

Welche Komplikationen können bei der Bauchnabelentzündung auftreten?

Eine Bauchnabelentzündung musst Du auf jeden Fall behandeln lassen, da es nicht zu einer Selbstheilung kommt. Die bedrohlichste Komplikation hierbei ist eine lebensgefährliche Blutvergiftung. Eine Blutvergiftung entsteht dann, wenn sich die Bakterien aus dem Infektionsbereich im Körperinneren verbreiten. Unbehandelt wird eine Bauchnabelentzündung somit schnell lebensbedrohlich. Eine weitere Komplikation ist die sogenannte nekrotische Fasziitis. Hierbei sterben Haut und Muskelgewebe ab, die rasch chirurgisch behandelt werden müssen, denn auch eine Infektion der Faszien birgt lebensbedrohliche Risiken.

Im Allgemeinen solltest Du auf eine ausreichende Körperhygiene achten und Deinen Bauchnabel richtig pflegen

Wie diagnostiziert der Arzt eine Bauchnabelentzündung?

Der Arzt kann schon beim Betrachten des Nabels erkennen, ob es sich um eine Entzündung handelt. In einigen Fällen macht er auch einen Abstrich, um genau festzustellen, welche Bakterien die Bauchnabelentzündung ausgelöst haben. Zusätzlich verordnet er meist eine Blutuntersuchung im Labor, um festzustellen, ob die Bakterien eine Blutvergiftung ausgelöst haben.

Wie lässt sich eine Bauchnabelentzündung behandeln?

Bei leichten Bauchnabelentzündungen reicht eine antibiotische Salbe aus. In meisten Fällen verschreibt Dir Dein Arzt jedoch ein Antibiotikum, um die Bauchnabelentzündung zu behandeln. Liegt eine stärkere Entzündung vor und das Gewebe rund um den Bauchnabel stirbt ab, bleibt als letzter Ausweg meist nur noch eine Operation. Bleibt die Infektion unbehandelt, können Erreger ins Blut gelangen und schwerwiegende Komplikationen auslösen.

Wie kann ich eine Bauchnabelentzündung vorbeugen?

Grundsätzlich ist es sehr wichtig, bei einem Verdacht auf eine Omphalitis möglichst frühzeitig zu handeln. Im Allgemeinen solltest Du jedoch auf eine ausreichende Körperhygiene achten und Deinen Bauchnabel richtig pflegen.  Bei Neugeborenen sollten die Eltern darauf achten, dass sie bei der Nabelpflege der Neugeborenen auf eine besonders gute Handhygiene achten. Das heißt, vor der Nabelbehandlung unbedingt Hände waschen und anschließend gründlich desinfizieren.

 

In den meisten Fällen werden die Bakterien von den Händen der Eltern auf das Neugeborene übertragen. Ein weiterer möglicher Infektionsweg ist das Stillen. Kommt die Brust der Mutter beim Stillen mit dem Nabel des Kindes in Berührung, kann auch hier eine Infektion stattfinden. Im Allgemeinen ist es wichtig, dass Du Deinen Nabel und/oder den Nabel Deines Kindes sauber und trocken hältst.

Wie pflege ich meinen Bauchnabel richtig?

Die richtige Reinigung Deines Bauchnabels ist wichtig, um eine Infektion vorzubeugen. Am besten wäschst Du Deinen Nabel immer während des Duschens oder Badens vorsichtig aus. Du kannst ebenfalls ein Wattestäbchen nutzen und darauf etwas Seife geben. Mindestens einmal in der Woche solltest Du auf jeden Fall eine Reinigung des Bauchnabels durchführen.

 

Speziell in den ersten Wochen nach der Geburt braucht der Bauchnabel von Babys eine besonders sorgfältige Pflege. Dabei sollten die Eltern darauf achten, dass sie den Nabel trocken halten. Meist empfehlen Ärzte den Nabelbereich so lange mit einem sterilen Tupfer abzudecken, bis der Nabel abfällt. So lässt sich auch der Kontakt mit Urin verhindern. Außerdem sollte das Kind erst gebadet werden, wenn der Nabel abgefallen und die Narbe vollkommen verheilt ist.

Die richtige Reinigung Deines Bauchnabels ist wichtig, um eine Infektion vorzubeugen

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

All die Kosten der Behandlung einer Bauchnabelentzündung werden gerade bei Neugeborenen komplett von der Krankenkasse übernommen. Bei Erwachsenen hingegen kommt es auf den individuellen Zustand an, daher solltest Du Dich im Vorhinein bei Deiner Krankenkasse darüber informieren.


Dauer Dauer

Bis zu mehreren Wochen

Ausfallzeit Ausfallzeit

Keine

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

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Das Wichtigste zusammengefasst

Als Bauchnabelentzündung, Omphalitis, wird die Entzündung des Nabelstumpfs bezeichnet


Eine Omphalitis kommt vor allem bei Säuglingen während der Geburt vor, da es hierbei leicht zu einer Bakterienübertragung kommen kann


In den üblichen Fällen wird ein Antibiotikum verschrieben, um die Bauchnabelentzündung zu behandeln


Eine verzögerte Behandlung von Omphalitis kann sehr schnell zu einer Behinderung oder gar zum Tode der Betroffenen führen

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