Erfrierung (Congelatio)

Erfrierungen können entstehen, wenn Du lange Zeit anhaltender Kälte ausgesetzt bist. Dabei entsteht durch die Durchblutungsstörung ein örtlicher Kälteschaden am betroffenen Gewebe. Bei einer Erfrierung sinkt zudem die Körpertemperatur meist auf unter 35 Grad Celsius ab. Im Normalfall liegt Deine Körpertemperatur bei circa 37 Grad Celsius. Im Folgenden kannst Du mehr darüber erfahren.


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Zuletzt aktualisiert: 4. März, 2020



Was versteht die Medizin unter einer Erfrierung?

Die Erfrierung wird in der Medizin auch Congelatio genannt und beschreibt Gewebeschäden durch einen starken Kälteeinfluss. Dabei wird das jeweilige Gewebe schlecht durchblutet und geschädigt. Je nach Ausprägung der Erfrierung unterscheiden Mediziner zwischen vier verschiedenen Schweregraden, die unterschiedlich behandelt werden. Grundsätzlich muss eine Person, die Erfrierungen erlitten hat, sofort von einem Arzt behandelt werden, um schwere Schäden zu vermeiden.

Die Erfrierung wird in der Medizin auch Congelatio genannt und beschreibt Gewebeschäden durch einen starken Kälteeinfluss

Welche Formen von Erfrierungen gibt es?

Ärzte unterscheiden hauptsächlich zwischen drei verschiedenen Graden.

  • Grad I: Die betroffene Körperstelle erscheint blass und kalt. Zudem ist die Reizempfindlichkeit äußerst vermindert. Meist erwärmt sich die Haut danach, rötet sich und schmerzt. Dieses Stadium ist vor allem durch die beginnende Rötung charakterisiert.
  • Grad II: Es bilden sich Blasen auf der Haut und die erfrorene Hautstelle wird rot.
  • Grad III: Schwere Erfrierungen äußern sich oft spät, indem sich die Haut blauschwarz verfärbt. Hierbei stirbt in den meisten Fällen auch das darunterliegende Gewebe ab. Die geschädigten Körperstellen heilen bei vielen Betroffenen nicht mehr und der jeweilige Körperteil wird in einigen Fällen sogar amputiert.

Wie sehen die Symptome einer Erfrierung aus?

Die Symptome hängen von dem jeweiligen Schweregrad der Congelatio ab:

  • Bei Grad I wird die betroffene Hautregion blass und kalt. Danach erwärmt sich die Körperstelle und rötet sich. Folglich spürt der Betroffene heftige und brennende Schmerzen.
  • Bei Grad II schwillt die Haut zudem auch an und es bilden sich meist kleine Blasen.
  • Bei Grad III ist die Hautregion stark angeschwollen und die Betroffenen spüren die jeweilige Körperregion nicht mehr. In weiterer Folge sterben die Gewebe ab und die Haut kann sich innerhalb von Tagen blauschwarz verfärben.

Welche Ursachen hat eine Erfrierung?

Bei einer Erfrierung friert das Gewebe ein und es bilden sich Eiskristalle im Körper. Denn Kälte führt zu einer Gefäßverengung, da das Gewebe unzureichend mit Blut und Sauerstoff versorgt wird. So werden die Zellen geschädigt und es kann sogar zum Zelltod kommen. Zu den Ursachen zählen vor allem eine feuchte Bekleidung und langes Liegen in der Kälte. Besonders schnell kann es dazu kommen, wenn eine Person von einer Lawine vergraben wird. Aber auch Wind spielt beispielsweise bei Bergsteigern eine Rolle und stellt somit einen gefährlichen Risikofaktor dar.

Welche Körperstellen sind besonders betroffen?

Speziell Ohren, Wangen, Nase, Finger und Zehen sind in den meisten Fällen besonders anfällig für Erfrierungen.

Speziell Ohren, Wangen, Nase, Finger und Zehen sind in den meisten Fällen besonders anfällig für Erfrierungen

Wie diagnostiziert der Arzt eine Erfrierung?

Der behandelnde Arzt kann die Diagnose einer Erfrierung anhand der Symptome sowie der Schilderung, wie es zu der Erfrierung kam, stellen. In vielen Fällen treten die Gewebeschäden jedoch erst nach mehreren Stunden auf. Erst dann kann der Arzt den Grad der Erfrierung genau definieren.

Wer ist am häufigsten davon betroffen?

Grundsätzlich sind vor allem Kleinkinder und Erwachsene im hohen Alter häufig davon betroffen. Einige Faktoren erhöhen aber auch das Risiko für eine Erfrierung. Dazu zählen unter anderem Rauchen, Diabetes, Durchblutungsstörungen und Unterernährung.

Welche Folgen hat eine Erfrierung für den Betroffenen?

Durch eine Erfrierung kann es vor allem zu Durchblutungsstörungen kommen. Wenn die Zellen nicht ausreichend mit Blut versorgt werden, so kann in weiterer Folge das Gewebe absterben. Bei leichten Erfrierungen kann es nach den Rötungen zu einer Wundkruste kommen, die jedoch nicht dauerhafte Schäden mit sich zieht. Jedoch kann die betroffene Körperstelle auch Jahre danach noch etwas empfindlich sein.

Bei schweren Erfrierungen hingegen können auch die Gewebe Schäden davontragen. Meist kommt es hierbei zu einer lang anhaltenden Gefühllosigkeit der betroffenen Region. Zudem können blutgefüllte Blasen auf der Haut sichtbar werden. In weiterer Folge kann es auch zu abgestorbenen Hautbereichen kommen. Im schlimmsten Fall verfärbt sich die Haut schwarz und die jeweilige Körperregion muss amputiert werden.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Grundsätzlich sollten schnell reagiert werden, damit die Erfrierung so bald wie möglich wieder aufgetaut wird. Dies sollte unter ärztlicher Betreuung geschehen, da ein aufgetautes Gewebe anschließend nicht erneut einfrieren darf, da es sonst abstirbt.

Ärzte tauen gefrorenes Gewebe mit warmem Wasser auf. Die Temperatur des Wassers darf jedoch auch nicht zu warm sein, da es sonst zu Verbrühungen kommen kann. In den meisten Fällen unter Zusatz von einem Desinfektionsmittel. Danach wickeln sie die betroffenen Hautregionen mit einem sterilen Verband ein.

Ärzte tauen gefrorenes Gewebe mit warmem Wasser auf

Sind die Extremitäten betroffen, so wickelt der Arzt jeden Finger und jede Zehe einzeln ein. In manchen Fällen sind Antibiotika notwendig, um die Infektionen zu behandeln. Zudem verschreiben Ärzte meist Schmerzmittel oder Entzündungshemmer, um den Behandlungsprozess zu beschleunigen und die auftretenden Schmerzen zu minimieren.

Welche Erste-Hilfe-Maßnahmen gibt es?

Um bei einer Erfrierung Erste-Hilfe leisten zu können, solltest Du die Körperstellen der betroffenen Person an Deinem eigenen Körper wärmen. Du solltest die Haut jedoch nicht reiben oder massieren, da dies zu weiteren Hautschäden führen kann. Viele begehen den Fehler, bei den Betroffenen die jeweilige Region mit Schnee einzureiben – dies darfst Du keinesfalls tun. Falls es möglich ist, lege die betroffene Körperstelle des Erfrorenen in ein warmes Wasserbad. Versuche dabei, die Temperatur schrittweise zu steigern. Zudem kannst Du betroffene Körperstelle mit einem sauberen und warmen Tuch abdecken. Du kannst dem Betroffenen auch warme Getränke geben, um den erfrorenen Körper auch von innen zu wärmen.

Wie kann ich eine Erfrierung vorbeugen?

Eine Erfrierung lässt sich am besten vorbeugen, wenn Du Dich den Temperaturen entsprechend und in Schichten anziehst. Dafür eignen sich Kleidungsstücke, die wärmen und schnell trocknen. Sollte Deine Kleidung feucht werden, solltest Du schnell trockene Kleidung anziehen. Da vor allem in den Bergen zu den niedrigen Temperaturen meist auch ein starker Wind dazu kommt, ist das Tragen von winddichten Gesichtsmasken besonders sinnvoll.

Wenn Du für längere Zeit im kalten Wind stehst, solltest Du versuchen Dich dennoch zu bewegen, damit es zu keiner Erfrierung kommt. Speziell auf Bergtouren solltest Du regelmäßig Pausen einlegen, um etwas Warmes zu trinken und Dich aufzuwärmen. Solltest Du an Durchblutungsstörungen, wie beispielsweise dem Raynaud-Syndrom, leiden, und eine lange Tour in die kalten Berge planen, so solltest Du vorher mit Deinem Arzt darüber sprechen.

Welche Hausmittel helfen gegen eine Erfrierung?

Bist Du längere Zeit der Kälte ausgesetzt, so kann es zu sogenannten Frostbeulen kommen. Diese treten bereits bei geringer Kälteeinwirkung über mehrere Stunden auf. Dabei sind geschwollene und juckende Hautveränderungen sichtbar, die aufgrund der schlechten Durchblutung entstehen. Diese Frostbeulen kannst Du zu Hause auch mit Hausmitteln behandeln. So kannst Du zum Beispiel rohe Kartoffelscheiben auf die Frostbeulen legen, um die Beschwerden zu lindern.

Da diese Hautveränderung auch Wochen anhalten kann, ist es hilfreich, die betroffenen Stellen täglich mit Lavendelöl einzureiben

Da diese Hautveränderung auch Wochen anhalten kann, ist es hilfreich, die betroffenen Stellen täglich mit Lavendelöl einzureiben. Sind Deine Füße betroffen, so kannst Du ihnen jeden 15 Minuten lang ein lauwarmes Kamillenbad gönnen. Danach trocknest Du sie ab, reibst die Füße mit einer reichhaltigen Creme ein und wärmst Deine Füße anschließend in Wollsocken.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Ja, die Kosten der Behandlung bei einer Erfrierung werden vollständig von der Krankenkasse übernommen.


Dauer Dauer

Je nach Erfrierungsgrad

Ausfallzeit Ausfallzeit

Je nach Erfrierungsgrad

Stationärer Aufenthalt Stationär

Je nach Erfrierungsgrad

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Das Wichtigste zusammengefasst

Bei Erfrierungen entsteht durch die Durchblutungsstörung ein örtlicher Kälteschaden am Gewebe


Die Symptome hängen von dem jeweiligen Schweregrad der Congelatio ab


Ohren, Wangen, Nase, Finger und Zehen sind hauptsächlich davon betroffen


Grundsätzlich muss eine Person, die Erfrierungen erlitten hat, auf jeden Fall von einem Arzt behandelt werden

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