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Sinuslift

Sinuslift

Fehlt Dir im Oberkiefer ausreichend Knochensubstanz für ein Zahnimplantat, kann ein Sinuslift die entscheidende Lösung sein.

Dauer
Circa 30 Minuten
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Was ist ein Sinuslift?

Der Sinuslift wird in der Medizin auch oft als Sinusbodenelevation bezeichnet. Hierbei handelt es sich um ein bestimmtes Verfahren zum Knochenaufbau, welches ausschließlich im hinteren Oberkiefer angewandt wird. Für einen Knochenaufbau am Unterkiefer kommen andere augmentative Verfahren zum Einsatz.

Es ist vor allem bei einer Implantatversorgung wichtig, dass genügend Knochensubstanz vorhanden ist. Somit ist ein Knochenaufbau entscheidend, wenn durch einen Knochenabbau ein Zahnimplantat nicht stabil eingesetzt werden kann. Im Zuge des Sinuslifts verdickt der Arzt den knöchernen Boden der Kieferhöhle, um eine fixe Grundlage für die Implantatverankerung zu schaffen. Zudem kann dadurch einem weiteren Abbau entgegengewirkt werden. Darüber hinaus kann so die Stabilität des Implantats langfristig gewährt werden.

Was ist der Sinusboden?

Der Sinusboden ist die untere knöcherne Begrenzung der Kieferhöhle zur Mundhöhle hin und trägt die Zahnwurzeln der Backenzähne im Oberkiefer. Die Kieferhöhle selbst gehört zu den Hohlorganen, die mit einer Schleimhaut ausgekleidet sind. Das Hohlorgan wird im Inneren durch die Knochenwand der Nasen- und Augenhöhle begrenzt. Somit stellt der Sinusboden eine Trennung zwischen der Nasennebenhöhle und der Mundhöhle dar. Kommt es beispielsweise zu einem Zahnverlust oder Knochenabbau, sinkt das Volumen des Kieferknochens und in weiterer Folge nimmt auch die Dicke des Sinusbodens deutlich ab.

Welche Formen des Sinuslifts gibt es?

Bei einer Sinusbodenelevation unterscheiden Ärzte vorwiegend zwischen zwei verschiedenen Varianten. Diese sind der interne und der externe Sinuslift. Bei beiden Methoden erfolgt die Durchführung in der Regel ambulant unter Lokalanästhesie, manche Behandlungssituationen mit einem ausgeibigen externem Sinuslift können aber auch eine Totalnarkose rechtfertigen. Dabei besteht bei beiden Formen das Anheben des Kieferhöhlenbodens im Vordergrund. Es gibt einige Varianten der OP-Techniken wie z.B. das Ballonverfahren als innovative Variante des Sinuslifts.

Deinem Zahnarzt stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, um einen Sinuslift durchzuführen.

Wann wird ein Sinuslift angewandt?

Wenn der Einsatz von Zahnimplantaten notwendig ist, dann überprüft der Zahnarzt, ob noch ausreichend Knochenvolumen vorhanden ist. Ist die vorliegende Knochensubstanz für die Verankerung des Implantats unzureichend, kommt ein Sinuslift zum Einsatz. Ansonsten würde sich das Implantat nicht im Knochen selbst, sondern in der luftgefüllten Kieferhöhle stehen und wäre unzureichend stabilisiert.

Wie diagnostiziert der Arzt meine Knochen?

Damit der Mediziner den Zustand Deines Knochens im Detail genau beurteilen kann, führt er eine röntgendiagnostische Untersuchung durch. Hierzu wird heutzutage eine 3-D-Röntgen (DVT) Deines Oberkiefers und eine entsprechende Vermessung vorgenommen. So kann der Zahnarzt die Knochendichte prüfen und den Zustand des Kieferknochens analysieren. Anschließend kommt je nach dem Ergebnis die jeweilige Methode des Sinuslifts zur Anwendung und weitere Behandlungsschritte werden folglich eingeleitet.

Wie verläuft der interne Sinuslift?

Bei einem internen Zugang bohrt der Zahnarzt bis knapp vor die Kieferhöhle. Dabei erfolgt dieser Zugang durch den gleichen Kanal wie das folgende Implantat. Danach öffnet der Mediziner die vorhandene Knochenschicht ein wenig, damit er die Schleimhaut anheben kann. Anschließend füllt er in den entstandenen Hohlraum oft ein bestimmtes Knochenmaterial.

Das jeweilige Material wird dabei in der Regel durch natürliche Umbauprozesse von körpereigenem Material ersetzt. Der Knochenaufbau ist so für das Einsetzen der Zahnimplantate geeignet. Der interne Sinuslift wird vor allem eingesetzt, wenn der Arzt bei Dir nur wenige Millimeter an Knochensubstanzhöhe gewinnen muss, denn es kommt hierbei nur zu einer geringen Anhebung des Kieferhöhlenbodens.

Wie verläuft der externe Sinuslift?

Der externe Sinuslift kommt zur Anwendung, wenn bei Dir mehrere Millimeter Knochenhöhe gewonnen werden müssen, damit später ein Zahnimplantat eingesetzt werden kann. Dabei wird im Rahmen der OP das Zahnfleisch geöffnet und nach hinten geklappt. Der Operateur präpariert einen seitlichen externen Zugang zur Kieferhöhle. Danach löst er die Membran vom Kieferhöhlenboden leicht an, um den geschaffenen Hohlraum zwischen Knochen und Sinusboden mit Eigenknochen und oder Knochenersatzmaterial zu füllen. Ebenso bildet sich bei diesem Sinuslift körpereigene Knochensubstanz im weiteren Verlauf.

Ein Sinuslift ist eine Methode, um den Oberkieferknochen aufzubauen.

Wie verläuft es bei alternativen Verfahren?

Je nach individueller Situation und Erfahrung und Vorlieben des Operateurs kommen auch verschiedene Varianten zum Einsatz (Summerslift, Piezolift, Intralift, Ballonlift). Bei allen Varianten geht es um das selbe Ziel: die Anhebung des Sinusbodens zur Knochenbildung und synchroner oder späterer Implantatverankerung.

Ist ein Sinuslift schmerzhaft?

Nein, meist kommt es bei der Sinuslift-Behandlung zu keinen Schmerzen, da der Eingriff unter örtlicher Betäubung durchgeführt wird. Somit verläuft der Knochenaufbau in der Regel vollkommen schmerzfrei. Am Tag nach dem chirurgisch vorgenommenen Knochenaufbau kann es allerdings zu Schmerzen oder Schwellungen kommen, die jedoch in den ersten Tagen wieder vollständig abklingen.

Welche Materialien kommen beim Sinuslift zum Einsatz?

Bei einer Sinusbodenelevation können sowohl natürliche als auch synthetische Knochenersatzmaterialien zum Einsatz kommen. Im Allgemeinen werden diese Ersatzmaterialien durch die verschiedensten Methoden und Zusammensetzungen hergestellt. Dazu zählen unter anderem:

  • Autogenes Ersatzmaterial: Dies bezeichnet körpereigenes Knochenmaterial.
  • Alloplastisches Ersatzmaterial: Dabei wird künstlich hergestelltes Knochenmaterial verwendet.
  • Xenogenes Ersatzmaterial: Dieses Material ist in der Regel ein tierisch aufbereitetes Knochenersatzmaterial. In den meisten Fällen stammt das Material von Rindern.
  • Allogenes Ersatzmaterial: Hierbei wird ein aufbereitetes Knochenmaterial einer anderen Person verwendet.

Welche Risiken und Komplikationen können bei einem Sinuslift auftreten?

Im Grunde sind die Komplikationen bei einem Sinuslift gering, allerdings sind chirurgische Eingriffe, auch in der Zahnmedizin, immer mit einem gewissen Risiko verbunden. Dabei kann es zu Blutungen, Rötungen oder chronischen Infektionen und Entzündungen kommen.

Ebenso können postoperative Schwellungen und Schmerzen durch den Eingriff hervorgerufen werden. Infektionen, Entzündungen, Blutungen, Rötungen oder postoperative Schwellungen sind gut behandelbar und treten nur selten auf.

Gibt es Alternativen zu einem Sinuslift?

Ja, oft werden aufgrund der möglichen Komplikationen Alternativen verwendet, jedoch nur wenn es die individuellen Situationen und Zustände der Knochen erlauben. Der Zahnarzt kann in einigen Fällen sogar vollkommen auf den Knochenaufbau verzichten und andere innovative Methoden anwenden. Zu diesen Alternativen zählen beispielsweise Mini-Implantate, Zygoma-Implantate oder kurze Implantate. Zudem stellt eine Zahnbrücke eine Alternative zum Implantat dar.

Wie viel kostet ein Sinuslift?

Die Zahnimplantat Kosten des Knochenaufbaus hängen vor allem vom Zustand des jeweiligen Knochens und der Operationsmethode ab. Überdies bestimmt auch die Dauer des zahnärztlichen Eingriffs den Preis des Sinuslifts. Somit können die Preise sehr stark variieren.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für einen Sinuslift?

Im Regelfall werden die Kosten hierfür nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Dies bedeutet, Du musst die jeweiligen Kosten selbst tragen. Nur in seltenen Fällen trägt der Versicherungsträger einen geringen Teil der aufkommenden Kosten. Du kannst Dich aber sicherheitshalber direkt bei Deiner Krankenkasse genauer über die Kostenübernahme informieren.

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Häufige Fragen

Wie lange dauert die Heilung nach einem Sinuslift?
Die Heilungszeit nach einem Sinuslift beträgt in der Regel vier bis sechs Monate. In dieser Zeit kann sich das neu eingebrachte Knochenmaterial mit dem natürlichen Knochen verbinden. Erst nach vollständiger Einheilung erfolgt meist die Implantation. Der genaue Zeitraum hängt vom verwendeten Material, der individuellen Knochenqualität und dem Heilungsverlauf ab.
Wann kann ich nach einem Sinuslift wieder Sport machen?
Nach einem Sinuslift solltest Du für mindestens zehn bis 14 Tage auf körperlich anstrengende Aktivitäten und Sport verzichten. Druckerhöhungen im Kopfbereich – etwa durch Heben, Bücken oder Ausdauersport – können die Wundheilung beeinträchtigen. Dein Zahnarzt wird Dir individuell mitteilen, wann Du wieder aktiv werden kannst.
Darf ich nach dem Eingriff fliegen?
Direkt nach dem Sinuslift ist vom Fliegen abzuraten. Der Druckunterschied in der Kabine kann die frisch operierte Kieferhöhle belasten. In der Regel empfehlen Ärzte, für mindestens zwei Wochen auf Flugreisen zu verzichten, insbesondere bei einem externen Sinuslift. Sprich am besten vor einer Reise mit Deinem behandelnden Zahnarzt.
Kann ein Sinuslift auch ohne Implantat durchgeführt werden?
Ein Sinuslift wird in der Regel gezielt zur Vorbereitung eines Zahnimplantats durchgeführt. Der Eingriff allein ohne geplante Implantation ist eher unüblich. Es gibt aber Einzelfälle, in denen ein Knochenaufbau präventiv erfolgen kann, etwa wenn in naher Zukunft ein Implantat geplant ist.
Wie hoch ist die Erfolgsquote eines Sinuslifts?
Die Erfolgsquote eines Sinuslifts liegt bei über 90 Prozent, wenn der Eingriff fachgerecht durchgeführt wird und der Patient sich an die postoperativen Verhaltensregeln hält. Entscheidend ist auch, dass keine chronischen Entzündungen vorliegen und die Knochenqualität ausreichend ist.
Gibt es Einschränkungen bei Ernährung oder Zahnpflege?
In den ersten Tagen nach dem Eingriff solltest Du nur weiche, nicht zu heiße Speisen zu Dir nehmen. Auf Milchprodukte, Alkohol und Nikotin solltest Du zunächst verzichten. Die Zahnpflege erfolgt vorsichtig – idealerweise mit einer weichen Bürste und in Absprache mit dem Zahnarzt.
Was passiert, wenn sich das Knochenmaterial nicht einheilt?
In seltenen Fällen kann es zu einer Nichtintegration des Knochenmaterials kommen. Gründe dafür können Infektionen, mangelnde Durchblutung oder zu früh einwirkender Druck sein. Je nach Ausmaß kann ein erneuter Eingriff nötig sein. Moderne Materialien und Techniken minimieren dieses Risiko jedoch deutlich.
Redaktionelle Verantwortung

Dieser Beitrag wurde von der internen MOOCI-Redaktion erstellt, inhaltlich geprüft und freigegeben. Bei der Recherche und Aufbereitung setzen wir auch KI-gestützte Werkzeuge ein; jeder Text wird vor der Veröffentlichung von unserer Redaktion fachlich gegengelesen. Die redaktionelle Verantwortung trägt Nadja Sukalia, Content Managerin bei MOOCI. Die medizinische Prüfung erfolgt durch Ärztinnen und Ärzte aus unserem Fachnetzwerk.

Dr. Robert Bauder, MSc., MSc.

Dr. Robert Bauder, MSc., MSc.

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Letzte Aktualisierung: 11.09.2026

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