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Manager-Check-up

Was ein Manager Check-up untersucht, was er in DACH kostet und wann er mehr schadet…

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Wer viel Verantwortung trägt, hat meist wenig Zeit für die eigene Gesundheit. Termine beim Hausarzt, beim Kardiologen und im Labor liegen Wochen auseinander, und am Ende hat niemand den Gesamtüberblick. Genau hier setzt der Manager Check-up an, auch Executive Health Check oder Gesundheitscheck für Führungskräfte genannt. Er bündelt Untersuchungen mehrerer Fachrichtungen an einem Vormittag oder einem ganzen Tag und schließt mit einem ärztlichen Gespräch ab, in dem alle Ergebnisse gemeinsam eingeordnet werden.

Das klingt nach einem klaren Gewinn. Tatsächlich ist der Manager Check-up seit Jahren auch Gegenstand berechtigter Kritik. Große Untersuchungspakete finden viele Auffälligkeiten, von denen nur ein Teil medizinisch relevant ist. Empfehlungen verschiedener Anbieter unterscheiden sich stark, und der Preis sagt wenig über die Qualität aus. Diese Seite ordnet ein, was ein solcher Check leisten kann, was er nicht kann, was er im deutschsprachigen Raum kostet und woran Du ein seriöses Angebot erkennst.

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Das Wichtigste in Kürze

Ein Manager Check-up verdichtet mehrere fachärztliche Untersuchungen auf einen Tag und liefert am Ende ein Abschlussgespräch mit schriftlichem Bericht. Die gesetzlichen Vorsorgeprogramme in Deutschland, Österreich und der Schweiz decken die Basis ab, ein Manager Check-up geht deutlich darüber hinaus und ist deshalb Privatleistung.

Je mehr untersucht wird, desto häufiger tauchen Zufallsbefunde auf, die weitere Diagnostik nach sich ziehen, ohne dass sie Deine Gesundheit verbessern. Sinnvoll ist ein Check-up dann, wenn er individuell auf Dein Risiko zugeschnitten ist und in eine langfristige ärztliche Begleitung mündet.

Was ist ein Manager Check-up genau?

Ein Manager Check-up ist eine privat bezahlte, zeitlich verdichtete Vorsorgeuntersuchung für Menschen ohne akute Beschwerden. Das Ziel ist, Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen, Krebs und stressbedingte Erschöpfung frühzeitig zu erkennen, bevor sie Symptome verursachen. Die Bezeichnung Manager ist dabei ein Marketingbegriff aus den 1990er-Jahren. Medizinisch unterscheidet sich der Check nicht von einer erweiterten internistischen Vorsorge. Was ihn besonders macht, ist die Organisation: Alle Untersuchungen finden an einem Ort statt, oft in einem eigenen Bereich einer Klinik oder in einer spezialisierten Praxis, mit fester Ansprechperson und ohne Wartezeiten.

Angeboten wird er von Privatkliniken, Universitätskliniken mit eigener Präventionsabteilung, internistischen Praxen und radiologischen Zentren. Entsprechend unterschiedlich fällt der Schwerpunkt aus. Eine Radiologie stellt naturgemäß die Bildgebung in den Mittelpunkt, eine internistische Praxis das Labor und die Herzdiagnostik, eine Klinik mit Schwerpunkt Psychosomatik die Stressdiagnostik. Deshalb gibt es nicht den einen Manager Check-up, sondern eine breite Vielfalt an Programmen mit demselben Namen.

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Welche Untersuchungen gehören zu einem Manager Check-up?

Der Kern fast aller Programme ist ein ausführliches Anamnesegespräch, in dem Vorerkrankungen, familiäre Belastungen, Medikamente, Lebensstil und berufliche Belastung erfasst werden. Darauf folgt eine gründliche körperliche Untersuchung mit Blutdruckmessung, Körperzusammensetzung und Bauchumfang.

Das Labor umfasst in der Regel ein großes Blutbild, Blutzucker und Langzeitzucker, ein vollständiges Lipidprofil mit LDL, HDL und Triglyceriden, Leber- und Nierenwerte, Schilddrüsenwerte, Harnsäure, Entzündungswerte sowie eine Urinuntersuchung. Erweiterte Programme ergänzen Lipoprotein(a), ApoB, Vitamin D, Vitamin B12, Ferritin und Tumormarker. Bei den Tumormarkern lohnt sich ein genauer Blick, weil viele von ihnen für die Früherkennung bei Beschwerdefreien nicht geeignet sind und eher zu Verunsicherung führen als zu einem Nutzen.

Die Herz-Kreislauf-Diagnostik besteht aus einem Ruhe-EKG und meist einem Belastungs-EKG auf dem Fahrradergometer, das die Belastbarkeit und Herzrhythmusstörungen unter Anstrengung zeigt. Ergänzend werden ein Herzultraschall, also eine Echokardiographie, und ein Ultraschall der Halsschlagadern durchgeführt. Letzterer misst die Dicke der Gefäßwand und zeigt frühe Ablagerungen, was zu den besser belegten Untersuchungen zählt, um das persönliche Gefäßrisiko abzuschätzen. Manche Programme messen zusätzlich die Gefäßsteifigkeit oder den Knöchel-Arm-Index.

Der Ultraschall des Bauches beurteilt Leber, Gallenblase, Bauchspeicheldrüse, Milz, Nieren und die Bauchschlagader. Er ist strahlenfrei, schnell und findet unter anderem eine Fettleber, Gallensteine oder eine Erweiterung der Bauchschlagader. Dazu kommt bei vielen Angeboten ein Ultraschall der Schilddrüse.

Die Lungenfunktionsprüfung, die Spirometrie, misst, wie viel Luft Du ein- und ausatmen kannst und wie schnell. Sie deckt chronische Verengungen der Atemwege auf, die vor allem bei Rauchern lange unbemerkt bleiben. Eine Sehprüfung, ein Hörtest und eine Augeninnendruckmessung runden das Bild bei manchen Programmen ab.

Die Stressdiagnostik ist der Teil, der den Manager Check-up am deutlichsten von einer klassischen internistischen Vorsorge unterscheidet. Üblich sind standardisierte Fragebögen zu Erschöpfung, Schlaf und Stimmung, eine Messung der Herzratenvariabilität über 24 Stunden als Hinweis auf die Regulationsfähigkeit des vegetativen Nervensystems, ein Langzeitblutdruck und manchmal ein Cortisol-Tagesprofil aus dem Speichel. Die Aussagekraft dieser Messungen ist unterschiedlich gut belegt. Fragebögen und Langzeitblutdruck sind etabliert, die Herzratenvariabilität ist ein sinnvoller Verlaufsparameter, aber kein Diagnoseinstrument, und Speichelcortisol schwankt so stark, dass eine einzelne Messung wenig aussagt.

Je nach Alter und Geschlecht kommen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen hinzu: Darmspiegelung oder immunologischer Stuhltest, Hautkrebsscreening, gynäkologische oder urologische Untersuchung, Mammographie oder Brustultraschall. Erweiterte Pakete bieten zusätzlich eine Ganzkörper-Magnetresonanztomographie, ein CT der Herzkranzgefäße zur Kalkmessung oder ein Lungen-CT an. Diese Bildgebung ist der teuerste Baustein und zugleich der umstrittenste, dazu später mehr.

Wie läuft ein Manager Check-up an einem Tag ab?

Die meisten Programme beginnen früh am Morgen, weil Du für die Blutabnahme nüchtern sein musst. Nach der Anmeldung folgt die Blutentnahme, anschließend darfst Du frühstücken, während das Labor bereits arbeitet. Danach wechseln sich die Untersuchungen ab: EKG und Belastungs-EKG, Ultraschall von Herz, Halsgefäßen und Bauch, Lungenfunktion, Seh- und Hörtest. Zwischendurch füllst Du Fragebögen zur Stressbelastung aus.

Ein Basisprogramm dauert etwa drei bis fünf Stunden, ein umfangreiches Programm mit Bildgebung und Darmspiegelung einen ganzen Tag oder sogar zwei Tage. Für die Darmspiegelung ist am Vortag eine Darmreinigung notwendig, und Du solltest anschließend nicht selbst fahren. Für eine Magnetresonanztomographie musst Du metallfrei sein, was bei Herzschrittmachern, manchen Implantaten oder Metallsplittern eine Rolle spielt.

Den Abschluss bildet das ärztliche Gespräch, in dem alle vorliegenden Ergebnisse besprochen werden. Manche Laborwerte und alle radiologischen Befunde brauchen länger, deshalb erhältst Du den vollständigen schriftlichen Bericht meist erst einige Tage später. Ein guter Bericht enthält nicht nur die Messwerte, sondern eine Einordnung: Welche Befunde brauchen eine Abklärung beim Facharzt, welche eine Kontrolle in einem Jahr, welche keine weitere Beachtung. Genau diese Priorisierung ist der eigentliche Wert des Tages und unterscheidet ein gutes Programm von einer bloßen Sammlung an Messungen.

Worin unterscheidet sich der Manager Check-up vom gesetzlichen Check-up?

In Deutschland hast Du als gesetzlich Versicherter zwischen 18 und 34 Jahren einmalig und ab 35 Jahren alle drei Jahre Anspruch auf die Gesundheitsuntersuchung, oft Check-up 35 genannt. Sie umfasst Anamnese, körperliche Untersuchung, Blutdruck, Blutzucker, Lipidprofil und Urin. Getrennt davon gibt es die Krebsfrüherkennungsprogramme: Hautkrebsscreening ab 35, Darmkrebsvorsorge ab 50, Mammographie-Screening für Frauen zwischen 50 und 75, Gebärmutterhalskrebsvorsorge ab 20 und Prostatauntersuchung ab 45. Privatversicherte haben je nach Tarif ähnliche oder weiter gefasste Vorsorgeleistungen.

In Österreich steht allen Versicherten ab 18 Jahren einmal pro Jahr die kostenlose Vorsorgeuntersuchung mit e-card zu. Sie beinhaltet Anamnese, körperliche Untersuchung, Blut- und Harnuntersuchung, Beratung zu Lebensstil und ab bestimmten Altersgrenzen die Darmkrebsvorsorge sowie das Mammographie-Screening. In der Schweiz übernimmt die Grundversicherung nur wenige Präventionsleistungen, etwa bestimmte Impfungen, gynäkologische Vorsorge und Darmkrebsfrüherkennung ab 50. Ein allgemeiner Check-up ist dort keine Pflichtleistung, und bei jeder Untersuchung fällt Deine Franchise plus Selbstbehalt an.

Der Manager Check-up geht in Umfang, Tiefe und Tempo weit über diese Programme hinaus. Er ersetzt sie nicht, sondern baut auf ihnen auf. Das ist wichtig zu verstehen, weil manche Check-up-Programme genau die Untersuchungen enthalten, die Du ohnehin kostenlos beanspruchen kannst. Frag deshalb vorher nach, was im Paket über die gesetzliche Vorsorge hinausgeht.

Was kostet ein Manager Check-up in Deutschland, Österreich und der Schweiz?

Die Preisspanne ist groß, weil der Umfang so unterschiedlich ist. Ein Basisprogramm mit Anamnese, Labor, EKG, Belastungs-EKG, Ultraschall und Lungenfunktion kostet in Deutschland meist zwischen 500 und 1.500 Euro. Mittlere Programme mit erweitertem Labor, Herzultraschall, Stressdiagnostik und Krebsfrüherkennung liegen zwischen 1.500 und 3.000 Euro. Umfangreiche Pakete mit Ganzkörper-MRT, Herz-CT und Darmspiegelung erreichen 3.000 bis 5.000 Euro, einzelne Programme an Privatkliniken liegen noch darüber.

In Österreich bewegen sich die Preise in einer vergleichbaren Größenordnung, wobei viele Angebote zwischen 800 und 3.500 Euro liegen. In der Schweiz ist das Preisniveau höher, ein umfassender Check-up kostet häufig 1.500 bis 5.000 Franken. Die Abrechnung erfolgt in Deutschland nach der Gebührenordnung für Ärzte, was die Preise zumindest in ihrer Struktur nachvollziehbar macht. In Österreich und der Schweiz sind es meist Pauschalpreise.

Beim Preisvergleich lohnt sich ein Blick auf das, was enthalten ist. Ein Programm für 900 Euro, das Ultraschall und Belastungs-EKG durch erfahrene Fachärzte einschließt, kann mehr wert sein als ein Programm für 3.000 Euro, dessen Preis vor allem durch eine Ganzkörper-Bildgebung entsteht, die Du medizinisch möglicherweise gar nicht brauchst.

Wer zahlt den Manager Check-up?

Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt ihn nicht. Der häufigste Kostenträger ist der Arbeitgeber, entweder als individuelle Leistung für Führungskräfte oder als Teil des betrieblichen Gesundheitsmanagements für alle Mitarbeitenden. Viele Unternehmen sehen darin eine Investition, weil ein Ausfall einer Schlüsselperson teurer ist als der Check.

Zunehmend läuft die Finanzierung über eine betriebliche Krankenversicherung, kurz bKV. Dabei schließt der Arbeitgeber eine Gruppenversicherung ab, die unter anderem Vorsorgeuntersuchungen, Zahnleistungen oder Sehhilfen abdeckt. Ob ein Manager Check-up darüber abgedeckt ist, hängt vom gewählten Tarif ab.

Privatversicherte in Deutschland erhalten je nach Tarif eine anteilige oder vollständige Erstattung, oft mit Begrenzung auf bestimmte Untersuchungen oder Intervalle. Prüfe das vorab beim Versicherer, am besten mit dem konkreten Leistungsverzeichnis des Programms. Wer selbst zahlt, bekommt in Deutschland eine Rechnung nach Gebührenordnung und kann diese in vielen Fällen als außergewöhnliche Belastung geltend machen, was jedoch nur oberhalb der zumutbaren Eigenbelastung wirkt und im Einzelfall zu prüfen ist.

Wie sieht die steuerliche Behandlung grob aus?

Die steuerliche Lage ist komplex und ändert sich, deshalb gilt alles Folgende nur als grobe Orientierung und ersetzt keine Beratung durch eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater. In Deutschland ist ein vom Arbeitgeber bezahlter Check-up grundsätzlich ein geldwerter Vorteil und damit lohnsteuerpflichtig, es sei denn, er liegt im überwiegend eigenbetrieblichen Interesse. Das wurde von Finanzgerichten unterschiedlich beurteilt und hängt unter anderem davon ab, ob die Untersuchung arbeitsmedizinisch begründet ist oder ob sie allen Beschäftigten offensteht. Zwei Instrumente werden häufig genannt: Leistungen zur Gesundheitsförderung sind bis zu einem jährlichen Freibetrag von 600 Euro steuerfrei, allerdings nur für zertifizierte Präventionskurse und nicht für ärztliche Vorsorgeuntersuchungen. Die Beiträge zu einer betrieblichen Krankenversicherung können unter die monatliche Sachbezugsfreigrenze von 50 Euro fallen, sofern diese nicht bereits durch andere Sachbezüge ausgeschöpft ist. Für den Arbeitgeber sind die Kosten in der Regel als Betriebsausgabe abzugsfähig.

In Österreich regelt das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz die arbeitsmedizinische Betreuung durch den Betriebsarzt, die verpflichtend und für Dich kostenlos ist, aber keinen Manager Check-up umfasst. Freiwillige Gesundheitsleistungen des Arbeitgebers können unter bestimmten Bedingungen steuerfrei sein, wenn sie allen Beschäftigten oder bestimmten Gruppen angeboten werden. In der Schweiz sind Arbeitgeber über die Unfallversicherung nach UVG und häufig über eine Krankentaggeldversicherung abgesichert, beide decken jedoch keine Vorsorge. Ein vom Arbeitgeber bezahlter Check-up gilt in der Schweiz meist als Lohnbestandteil, es sei denn, er ist betrieblich begründet. In allen drei Ländern gilt: Kläre die Behandlung vorab mit der Personalabteilung oder der Steuerberatung, nicht erst nach der Rechnung.

Welche Kritik gibt es an Manager Check-ups?

Die Kritik hat mehrere Ebenen. Die erste betrifft die Überdiagnostik. Je mehr Untersuchungen ohne konkreten Anlass durchgeführt werden, desto mehr Zufallsbefunde entstehen. Bei einer Ganzkörper-Magnetresonanztomographie findet sich bei einem erheblichen Teil beschwerdefreier Menschen eine Auffälligkeit, meist eine harmlose Zyste, ein gutartiger Knoten oder eine altersbedingte Veränderung der Wirbelsäule. Diese Befunde ziehen häufig Kontrollen, Biopsien oder Eingriffe nach sich, verursachen Angst und Kosten, und nur ein kleiner Teil davon hätte jemals Beschwerden gemacht. Radiologische Fachgesellschaften raten deshalb von der Ganzkörper-MRT ohne Fragestellung bei Gesunden ab. Ähnliches gilt für Tumormarker im Blut, die bei Gesunden falsch positive Ergebnisse liefern, und für das Belastungs-EKG bei Menschen ohne Risikofaktoren, dessen Aussagekraft in dieser Gruppe begrenzt ist.

Die zweite Ebene betrifft die Qualität und Vergleichbarkeit. Vor einigen Jahren ließ ein deutsches Wirtschaftsmagazin verdeckt Probanden in mehreren Check-up-Kliniken untersuchen. Jeder Proband erhielt an verschiedenen Orten unterschiedliche Diagnosen und teils widersprüchliche Empfehlungen, von Operationen bis zu teuren Zusatzuntersuchungen. Die Ergebnisse zeigen, dass ein hoher Preis und ein exklusives Ambiente keine Garantie für medizinische Sorgfalt sind. Wer einen Manager Check-up bewusst als Geschäftsmodell betreibt, hat zudem ein wirtschaftliches Interesse daran, Folgeuntersuchungen im eigenen Haus anzubieten.

Die dritte Ebene betrifft die Evidenz. Große Übersichtsarbeiten, darunter eine Auswertung der Cochrane-Collaboration, fanden für allgemeine Gesundheitschecks bei beschwerdefreien Erwachsenen keinen Nachweis, dass sie die Sterblichkeit senken. Sie führen zu mehr Diagnosen und mehr Medikamenten, auch in den deutschen und österreichischen Vorsorgeprogrammen ist dieser Effekt beschrieben, aber nicht zu weniger Todesfällen durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs. Das heißt nicht, dass einzelne Untersuchungen wertlos sind. Blutdruck, Blutzucker, Blutfette, Darmkrebsvorsorge und Rauchstopp-Beratung haben einen belegten Nutzen. Es heißt aber, dass die Summe vieler Untersuchungen nicht automatisch mehr Gesundheit ergibt.

Die vierte Ebene ist eher psychologisch. Ein unauffälliger Check-up kann zu einem falschen Sicherheitsgefühl führen und dazu, dass Warnsignale zwischen zwei Terminen ignoriert werden. Umgekehrt kann ein Berg aus Zahlen ohne Einordnung verunsichern und Menschen in eine Abklärungsschleife schicken, die keine Erkrankung hatte, sondern nur eine Abweichung vom Durchschnitt.

Worauf solltest Du bei der Auswahl eines Manager Check-ups achten?

Am wichtigsten ist die ärztliche Qualifikation. Ein guter Check-up wird von Fachärzten für Innere Medizin geleitet, die Ultraschall und Belastungs-EKG selbst durchführen und interpretieren, idealerweise mit kardiologischer Expertise im Haus. Frag nach, wer die Untersuchungen macht und wer das Abschlussgespräch führt. Wenn dieselbe Person beides tut, ist das ein gutes Zeichen.

Der zweite Punkt ist die individuelle Zusammenstellung. Ein seriöses Programm fragt vor dem Termin nach Deiner Vorgeschichte, Deiner Familie, Deinen Beschwerden und passt den Umfang daran an, statt allen dasselbe Paket zu verkaufen. Wer mit 40 Jahren keine Risikofaktoren hat, braucht kein Herz-CT. Wer eine familiäre Belastung für Darmkrebs hat, braucht die Darmspiegelung früher als andere.

Der dritte Punkt ist der Umgang mit Befunden. Frag, was passiert, wenn etwas auffällig ist. Wird ein Befund erklärt und mit einer Empfehlung versehen, oder bekommst Du nur eine Liste? Wird der Bericht an Deinen Hausarzt oder Deine Hausärztin geschickt, damit die Weiterbehandlung dort läuft? Gibt es eine Verlaufskontrolle, bei der die Werte des nächsten Jahres mit denen von heute verglichen werden? Ein Check-up ist nur so viel wert wie das, was danach passiert.

Der vierte Punkt ist die Zurückhaltung. Ein Angebot, das ohne Rückfrage Ganzkörper-MRT, Tumormarker und Genanalysen einschließt und mit Formulierungen wie „alles ausschließen“ wirbt, ist medizinisch fragwürdig. Ein Angebot, das Dir erklärt, warum es bestimmte Untersuchungen bei Dir nicht macht, hat Deine Gesundheit im Blick, nicht den Umsatz. Genetische Analysen gehören ohnehin nicht in ein Standardpaket. Sie unterliegen in Deutschland dem Gendiagnostikgesetz, in Österreich dem Gentechnikgesetz und in der Schweiz dem Bundesgesetz über genetische Untersuchungen beim Menschen und setzen eine ärztliche Beratung vor und nach dem Test voraus.

Und schließlich das Umfeld. Eine Klinik, die Dir kurzfristige Termine, Parkplätze und ein Frühstück verspricht, sagt damit nichts über die Medizin. Gute Programme finden sich an medizinischen Universitätskliniken, in internistischen Praxen mit Präventionsschwerpunkt und in Privatkliniken gleichermaßen. Entscheidend ist das Konzept, nicht das Gebäude.

Wie hängt der Manager Check-up mit Longevity zusammen?

Longevity-Medizin verfolgt das Ziel, nicht nur das Leben, sondern die gesunden Lebensjahre zu verlängern. Dafür braucht sie Daten über den Zustand des Körpers, lange bevor eine Erkrankung entsteht. Ein gut gemachter Check-up liefert genau diese Daten: Gefäßstatus, Stoffwechsel, Entzündungsaktivität, Körperzusammensetzung, Belastbarkeit und Regulationsfähigkeit unter Stress. Ergänzt um Werte wie den Omega-3-Index, Lipoprotein(a) oder die maximale Sauerstoffaufnahme entsteht daraus ein Bild, das sich über Jahre verfolgen lässt.

Der Unterschied zum klassischen Manager Check-up liegt in der Perspektive. Der klassische Check sucht nach Krankheit und beruhigt, wenn keine gefunden wird. Der präventive Ansatz fragt, in welche Richtung sich Deine Werte entwickeln und was Du heute beeinflussen kannst, damit sie in 20 Jahren noch gut sind. Ein Blutzucker am oberen Rand des Normalbereichs ist im ersten Modell unauffällig, im zweiten ein Ansatzpunkt für Ernährung, Bewegung und Schlaf. Deshalb ist die Verlaufsbeobachtung wichtiger als die einmalige Messung, und deshalb sollte ein Check-up in eine ärztliche Begleitung münden, die Deine Ergebnisse regelmäßig neu einordnet.

Was auch im Longevity-Kontext gilt: Mehr Diagnostik ist nicht automatisch besser. Auch hier zählt, dass jede Messung eine Konsequenz hat. Wer seine Werte kennt und daraus konkrete Veränderungen ableitet, gewinnt mehr als jemand, der jedes Jahr ein dickes Untersuchungspaket kauft und die Berichte in einer Schublade sammelt. Ein Manager Check-up ist ein guter Startpunkt, wenn er ehrlich zusammengestellt ist und wenn Du bereit bist, aus den Ergebnissen etwas zu machen. Bei allen Fragen zur Auswahl und zur Einordnung Deiner Befunde ist eine Ärztin oder ein Arzt mit internistischem oder präventivmedizinischem Schwerpunkt die richtige Anlaufstelle.

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Häufige Fragen

Ab welchem Alter ist ein Manager Check-up sinnvoll?
Ein festes Alter gibt es nicht. Viele Programme beginnen ab etwa 35 bis 40 Jahren, weil ab diesem Alter Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselstörungen häufiger werden. Bei familiärer Vorbelastung, Bluthochdruck, Rauchen oder starkem beruflichem Stress kann eine frühere Untersuchung sinnvoll sein. Wichtiger als das Alter ist, dass die Untersuchungen zu Deinem persönlichen Risiko passen.
Wie oft sollte man einen Manager Check-up machen?
Bei unauffälligen Ergebnissen und ohne Risikofaktoren reicht in der Regel ein Abstand von zwei bis drei Jahren, ähnlich dem gesetzlichen Rhythmus. Bestehen Risikofaktoren oder wurden Auffälligkeiten festgestellt, sind jährliche Kontrollen üblich. Einzelne Werte wie Lipoprotein(a) müssen nur einmal im Leben bestimmt werden. Die Frequenz sollte immer ärztlich festgelegt werden, nicht durch das Angebot des Programms.
Muss ich für den Manager Check-up nüchtern sein?
Ja, für die Blutabnahme solltest Du acht bis zwölf Stunden nichts gegessen haben, Wasser ist erlaubt. Das ist der Grund, warum die meisten Programme früh am Morgen beginnen und die Blutentnahme an den Anfang stellen. Bei einer geplanten Darmspiegelung kommt am Vortag eine Darmreinigung hinzu. Vermeide am Vortag intensiven Sport und Alkohol, weil beides Laborwerte verfälschen kann.
Ersetzt ein Manager Check-up den Hausarzt?
Nein. Ein Check-up ist eine Momentaufnahme, Dein Hausarzt oder Deine Hausärztin kennt Deine Geschichte über Jahre und begleitet die Umsetzung der Empfehlungen. Der schriftliche Bericht sollte deshalb immer an die hausärztliche Praxis gehen. Gute Check-up-Programme legen das von sich aus nahe. Auffällige Befunde gehören dann zur weiteren Abklärung beim jeweiligen Facharzt.
Kann ein Manager Check-up Krebs zuverlässig ausschließen?
Nein, das kann keine Untersuchung. Etablierte Krebsfrüherkennung wie Darmspiegelung, Mammographie oder Hautkrebsscreening senkt das Risiko für bestimmte Krebsarten, ein Ausschluss aller Tumoren ist mit keiner Methode möglich. Ganzkörper-Bildgebung und Tumormarker bei Beschwerdefreien erzeugen viele falsche Alarme und werden von Fachgesellschaften nicht empfohlen. Wer mit diesem Versprechen wirbt, ist mit Vorsicht zu betrachten.
Redaktionelle Verantwortung

Dieser Beitrag wurde von der internen MOOCI-Redaktion erstellt, inhaltlich geprüft und freigegeben. Bei der Recherche und Aufbereitung setzen wir auch KI-gestützte Werkzeuge ein; jeder Text wird vor der Veröffentlichung von unserer Redaktion fachlich gegengelesen. Die redaktionelle Verantwortung trägt Nadja Sukalia, Content Managerin bei MOOCI. Die medizinische Prüfung erfolgt durch Ärztinnen und Ärzte aus unserem Fachnetzwerk.

Dr. Benjamin Gehl

Dr. Benjamin Gehl

Facharzt für plastische, ästhetische & rekonstruktive Chirurgie

Als Facharzt für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie liegt die Leidenschaft von Dr. Gehl schon immer im Bereich der medizinischen Contentproduktion. Aufgrund seiner Ausbildung, einer langjährigen Einsatzzeit in der rekonstruktiven und plastischen Chirurgie, sowie zahlreichen Auslandseinsätzen in Indien, Afrika und Amerika weiß er, welche Techniken und Behandlungen für medizinische Indikationen international Anwendung finden und State of the art sind. Weiterhin beschäftigt er sich täglich mit neuen Trends und Techniken in der operativen und nicht-operativen Chirurgie. Fortbildungen sowie Studien zählen genauso zu seiner Leidenschaft wie die Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten zu den neuesten fachspezifischen Themen.

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