Zum Hauptinhalt springen
Trendmagazin
Mein MOOCI
Spezialist:innen finden

Neueste Beiträge

Alle ansehen
Kategorien
Longevity Neu Plastische Chirurgie Dermatologie Zahnmedizin Ästhetische Dermatologie Alle Themen von A-Z
Über MOOCI Qualitätssicherung Für Ärzt:innen Einloggen
Spezialist:innen Mit MIA chatten
MOOCI › Intimchirurgie › Hodenhochstand
Hodenhochstand

Hodenhochstand

Wenn bei einem neugeborenen Buben ein oder beide Hoden nicht im Hodensack liegen, spricht man von einem Hodenhochstand, auch Hodenretention oder Maldescensus testis genannt.

Dauer
20-45 Minuten
Klinik
Bis zu 5 Tage
Ausfallzeit
Ca. 7 Tage
War dieser Beitrag hilfreich für Dich?

Was ist ein Hodenhochstand?

Ein Hodenhochstand (Hodenretention, Maldescensus testis) kann bei neugeborenen männlichen Babys entstehen. Dabei befinden sich ein oder beide Hoden nicht im Hodensack (Skrotum) und es liegt eine Lageanomalie der Keimdrüsen vor.

Der Hodenhochstand ist eine Erkrankung, welche bei neugeborenen männlichen Babys vorkommen kann

In der Regel entstehen bei einem männlichen Embryo die Hoden im Bauchraum. Während der Entwicklung im Mutterbauch wandern die Hoden über den Leistenkanal in den Hodensack. Vom Bauchfell aus erreichen sie im Normalfall im siebten Schwangerschaftsmonat den Leistenkanal und sollten anschließend in den Hodensack wandern, wo sie bei termingemäßer Geburt tastbar sind.

Wandert der Hoden in den ersten Monaten nach der Geburt nicht in die natürliche Position in den Hodensack zurück, ist eine Behandlung mittels Hormontherapie oder Operation notwendig.

Welche Formen von Hodenhochstand lassen sich unterscheiden?

Bei einem Hochstand unterscheiden Mediziner zwischen verschiedenen Formen:

  • Bauchhoden (Kryptorchismus): Der Hoden ist in der Bauchhöhle verblieben und nicht Richtung Hodensack gewandert; er ist nicht tastbar und schwer lokalisierbar.
  • Leistenhoden: Auch „Kanalhoden“ genannt – der Hoden steckt im Leistenkanal, der Bauchraum und Hodensack verbindet; als Schwellung tastbar.
  • Gleithoden: Der Hoden liegt an der Eingangspforte zum Hodensack, lässt sich herunterziehen, gleitet aber wieder zurück (oft aufgrund eines zu kurzen Samenstrangs).
  • Pendelhoden: Hoden liegen grundsätzlich im Hodensack, können aber z. B. bei Reizen in den Leistenkanal hochgezogen werden und von selbst zurückkehren.
  • Hodenektopie: Der Hoden liegt abseits des üblichen Wegs an ungewöhnlichen Stellen (selten).

Wie sehen die Symptome bei einem Hodenhochstand aus?

Bei neugeborenen Jungen ist ein Hodenhochstand nicht schmerzhaft und zeigt keine Beschwerden. Erkennbar ist er daran, dass ein oder beide Hoden nicht im Hodensack tastbar sind.

Ein Hodenhochstand muss nicht immer schmerzhaft verlaufen

Welche Ursachen hat ein Hodenhochstand?

Ursachen können u. a. anatomische Faktoren (z. B. enger Leistenkanal), hormonelle Störungen bei Mutter oder Kind (unzureichende Ausschüttung von Gonadotropinen/Testosteron) oder eine genetische Veranlagung sein.

Welche Folgen hat der Hodenhochstand für die Patienten?

Unbehandelt besteht ein deutlich erhöhtes Risiko für einen bösartigen Hodentumor und eine Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit. Zudem sind Hodentorsion, Zeugungsunfähigkeit und Leistenbruch möglich. Eine Hodentorsion führt durch die Drehung des Hodens um den Samenstrang zu einer akuten Durchblutungsstörung und muss umgehend behandelt werden.

Wie diagnostiziert der Arzt einen Hodenhochstand?

In den meisten Fällen wird der Hodenhochstand bereits bei der Erstuntersuchung des Säuglings ertastet. Bei unklarer Lage, z. B. beim Pendelhoden, können Ultraschall und ggf. weitere bildgebende Verfahren erforderlich sein.

Der Hodenhochstand fällt meist schon bei der Erstuntersuchung des Neugeborenen auf

Wer ist am häufigsten davon betroffen?

Bei reifen männlichen Neugeborenen liegt die Häufigkeit eines Maldescensus bei 3–6 %. Frühgeborene sind deutlich häufiger betroffen (je nach Geburtsgewicht und -alter bis nahezu 100 % bei < 900 g). In den ersten sechs Lebensmonaten kann ein spontaner Abstieg noch erfolgen.

Welche Behandlungsmethoden gibt es?

Ziel ist die Hodenverlagerung in die natürliche Position, um Spätschäden zu verhindern. Bis zum Alter von etwa sechs Monaten wird oft beobachtet; anschließend kommen medikamentöse Maßnahmen oder eine Operation in Betracht.

Wie funktioniert eine medikamentöse Behandlung?

Die Hormontherapie soll den Hodenabstieg fördern und die Reifung der Keimzellen unterstützen. Fehlende Hormone werden in der Regel als Nasenspray verabreicht; die Therapie beginnt ab dem dritten Lebensmonat und dauert im Durchschnitt vier bis sieben Wochen.

Wann ist eine Operation sinnvoll?

Führt die Hormontherapie nicht zum Erfolg oder steigt der Hoden in den ersten sechs Monaten nicht von selbst ab, bringt der Kinderchirurg den Hoden operativ in den Hodensack und fixiert ihn dort (Orchidopexie).

Der Hodenhochstand lässt sich operativ behandeln. Die Eltern werden zuvor umfassend aufgeklärt

Um Schäden wie Hodenkrebs oder Unfruchtbarkeit zu verhindern, sollte die Behandlung idealerweise bis zum ersten Lebensjahr abgeschlossen sein.

Was ist vor einer Operation zu beachten?

Sechs Stunden vor dem Eingriff sollte das Kind nüchtern sein (nicht essen oder trinken).

Wie verläuft die Operation bei einem Hodenhochstand?

Je nach Ausgangslage erfolgt der Eingriff minimalinvasiv oder über einen kleinen Schnitt. Der Leistenkanal wird über einen Hautschnitt eröffnet, Hoden und Samenstrang von Bindegewebe befreit und der Hoden in den Hodensack verlagert. Fasern des Hodenhebermuskels können durchtrennt werden; abschließend wird der Hoden mit einer Naht in der gewünschten Position fixiert.

Was ist nach der Operation zu beachten?

Nach Vollnarkose bleiben Kinder kurz unter Beobachtung und sind meist rasch wieder fit. Eine Aufsichtsperson sollte 24 Stunden nach dem Eingriff anwesend sein. In den ersten Tagen ist Schonung sinnvoll. Regelmäßige Kontrollen sind wichtig, da ein kurzer Samenstrang den Hoden später erneut hochziehen kann.

Welche Risiken und Komplikationen können auftreten?

Der Eingriff gilt als risikoarm. Selten sind Verletzungen von Gefäßen oder Samenleiter möglich. Eine umfassende ärztliche Aufklärung erfolgt vorab.

Lässt sich der Hodenhochstand vorbeugen?

Eine sichere Vorbeugung ist kaum möglich. Eine gesunde Lebensweise während der Schwangerschaft kann das allgemeine Risiko für Entwicklungsstörungen senken. Bei familiärer Häufung sollten Eltern den Kinderarzt informieren.

Kosten für einen Hodenhochstand werden übernommen

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Die Kosten für Diagnose und Therapie werden in der Regel von der Krankenversicherung übernommen, da eine medizinische Notwendigkeit besteht.

Wichtig: Wird der Hodenhochstand nicht rechtzeitig behandelt, steigen Risiken wie Hodentumor und eingeschränkte Fruchtbarkeit. Ziel ist die frühzeitige Verlagerung des Hodens in den Hodensack – idealerweise bis zum ersten Lebensjahr.

Quellen

War dieser Beitrag hilfreich für Dich?
Deine Frage ist nicht dabei?

Stell sie anonym. Die MOOCI-Redaktion prüft jede Frage und holt die Antwort einer Fachärztin oder eines Facharztes ein. Beantwortete Fragen erscheinen hier auf der Seite, ohne Namen. Bei akuten Beschwerden wende Dich bitte direkt an Deine Praxis oder den ärztlichen Notdienst.

Häufige Fragen

Wie häufig kommt ein Hodenhochstand bei Neugeborenen vor?
Ein Hodenhochstand tritt bei etwa 3–6 % der reifgeborenen Jungen auf. Frühgeborene sind häufiger betroffen – hier kann die Rate bei bis zu 30 % oder mehr liegen.
Wann sollte ein Hodenhochstand behandelt werden?
Falls sich der Hoden in den ersten 6 Monaten nicht von selbst in den Hodensack verlagert, sollte eine Behandlung erfolgen. Spätestens bis zum ersten Lebensjahr sollte der Hodenhochstand korrigiert sein, um Spätfolgen zu vermeiden.
Welche Risiken bestehen bei einem unbehandelten Hodenhochstand?
Ein unbehandelter Hodenhochstand kann das Risiko für Unfruchtbarkeit, Hodenkrebs, Hodentorsion oder einen Leistenbruch erhöhen. Besonders das Risiko für Hodenkrebs steigt um das 20- bis 30-Fache.
Wie wird ein Hodenhochstand festgestellt?
Der Kinderarzt ertastet die Lage der Hoden bereits bei der U1- oder U2-Vorsorgeuntersuchung. Falls die Hoden nicht spürbar sind, können weitere Ultraschall- oder bildgebende Verfahren notwendig sein.
Wie funktioniert die hormonelle Behandlung bei Hodenhochstand?
Eine Hormontherapie erfolgt in Form von Nasenspray oder Injektionen mit hCG oder GnRH, um den Hodenabstieg zu fördern. Die Erfolgsrate liegt bei etwa 20–40 %.
Wann ist eine Operation notwendig?
Wenn die hormonelle Therapie nicht erfolgreich ist oder der Hodenhochstand nach 6 Monaten weiterhin besteht, wird eine Orchidopexie durchgeführt. Dabei wird der Hoden operativ in den Hodensack verlagert und fixiert.
Wie lange dauert die Erholungszeit nach einer Operation?
Kinder sind meist schon am selben Tag wieder fit, sollten jedoch für einige Tage körperliche Schonung einhalten. Regelmäßige Nachkontrollen sind wichtig, um das Ergebnis langfristig zu sichern.
Gibt es eine Möglichkeit, einem Hodenhochstand vorzubeugen?
Da genetische und hormonelle Faktoren eine Rolle spielen, gibt es keine sichere Vorbeugung. Eine gesunde Lebensweise während der Schwangerschaft kann jedoch das allgemeine Risiko für Entwicklungsstörungen verringern.
Redaktionelle Verantwortung

Dieser Beitrag wurde von der internen MOOCI-Redaktion erstellt, inhaltlich geprüft und freigegeben. Bei der Recherche und Aufbereitung setzen wir auch KI-gestützte Werkzeuge ein; jeder Text wird vor der Veröffentlichung von unserer Redaktion fachlich gegengelesen. Die redaktionelle Verantwortung trägt Nadja Sukalia, Content Managerin bei MOOCI. Die medizinische Prüfung erfolgt durch Ärztinnen und Ärzte aus unserem Fachnetzwerk.

Dr. Benjamin Gehl

Dr. Benjamin Gehl

Facharzt für plastische, ästhetische & rekonstruktive Chirurgie

Als Facharzt für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie liegt die Leidenschaft von Dr. Gehl schon immer im Bereich der medizinischen Contentproduktion. Aufgrund seiner Ausbildung, einer langjährigen Einsatzzeit in der rekonstruktiven und plastischen Chirurgie, sowie zahlreichen Auslandseinsätzen in Indien, Afrika und Amerika weiß er, welche Techniken und Behandlungen für medizinische Indikationen international Anwendung finden und State of the art sind. Weiterhin beschäftigt er sich täglich mit neuen Trends und Techniken in der operativen und nicht-operativen Chirurgie. Fortbildungen sowie Studien zählen genauso zu seiner Leidenschaft wie die Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten zu den neuesten fachspezifischen Themen.

Zum Profil
Weitere Inhalte zum Thema
Aktuelle Trends
Unser medizinischer Prozess
Jeder Artikel wird von medizinischen Fachexpert:innen geprüft, um höchste Qualität und Aktualität sicherzustellen.
Recherche

Analyse aktueller Studien und Fachliteratur

Erstellung

Verfassung durch med. Fachjournalist:innen

Facharzt-Review

Prüfung durch praktizierende Fachärzt:innen

Aktualisierung

Regelmäßige Überprüfung und Updates

Fachärztlich geprüft
Dr. Benjamin Gehl
Letzte Aktualisierung: 12.03.2026

MIA

KI-Assistentin · MOOCI Informational Agent

Hallo! Ich bin MIA, die KI-Assistentin von MOOCI. 👋

Damit Du es weißt: Du schreibst hier mit einer künstlichen Intelligenz, nicht mit einem Menschen. Meine Antworten können Fehler enthalten und ersetzen keine ärztliche Beratung.

Wie kann ich Dir heute helfen?
Gerade eben

Arzt in deiner Nähe finden

🩺

MIA

Deine KI-Beratung von MOOCI

Hallo! Ich bin MIA, deine KI-Beratung von MOOCI. Ich beantworte deine Fragen zu ästhetischen und medizinischen Behandlungen. Was möchtest du wissen?

Arzt in deiner Nähe finden