Was ist der Fraxel Laser?
Der Fraxel Laser ist ein fraktioniertes Lasersystem, das gezielt mikroskopisch kleine Behandlungszonen in der Haut erzeugt. Der Begriff „Fraxel“ ist eigentlich ein Markenname, wird im allgemeinen Sprachgebrauch jedoch häufig auch als Synonym für fraktionierte Laserbehandlungen verwendet. Das Grundprinzip besteht darin, dass der Laserstrahl die Haut nicht flächig, sondern in einem Rastermuster behandelt. Dabei entstehen tausende winzige Mikroverletzungen, während das umliegende Gewebe intakt bleibt.
Durch diese kontrollierte Schädigung wird die körpereigene Wundheilung aktiviert: Die Haut bildet neues Kollagen und Elastin, alte Hautzellen werden durch frische ersetzt. Das Ergebnis ist ein ebenmäßigeres, strafferes und jüngeres Hautbild. Im Vergleich zu klassischen ablativen Laserbehandlungen, bei denen die gesamte Hautoberfläche abgetragen wird, bietet die fraktionierte Technik kürzere Heilungszeiten bei vergleichbar guten Ergebnissen.
Die Behandlung wird in der ästhetischen Dermatologie und Lasermedizin eingesetzt und eignet sich für eine Vielzahl von Hautproblemen. Sie kann im Gesicht, am Hals, am Dekolleté sowie an den Händen und am Körper durchgeführt werden. In Österreich, Deutschland und der Schweiz bieten zahlreiche Hautärzte und ästhetische Kliniken Fraxel-Behandlungen an.
Wann ist eine Fraxel-Behandlung sinnvoll?
Der Fraxel Laser kommt bei verschiedenen Hautveränderungen zum Einsatz. Besonders häufig wird er zur Verbesserung folgender Probleme angewendet:
Aknenarben und andere Narben
Eingesunkene oder erhabene Narben, die durch Akne, Verletzungen oder Operationen entstanden sind, sprechen oft gut auf die fraktionierte Laserbehandlung an. Der Laser regt die Kollagenneubildung in den betroffenen Bereichen an, wodurch sich die Narbenstruktur über mehrere Sitzungen sichtbar glätten kann. Auch ältere Narben lassen sich häufig noch deutlich verbessern.
Pigmentflecken und Hyperpigmentierung
Altersflecken, Sonnenflecken und ungleichmäßige Pigmentierungen lassen sich mit dem Fraxel Laser gezielt behandeln. Der Laser wirkt auf die betroffenen Hautareale ein und kann dazu beitragen, dass Pigmentansammlungen nach und nach abgebaut werden. So kann das Hautbild insgesamt gleichmäßiger wirken.
Falten und Hautalterung
Feine Linien und mitteltiefe Falten, vor allem im Bereich um die Augen, an der Stirn und um den Mund, können durch fraktioniertes Lasern gemildert werden. Die angeregte Kollagenbildung unterstützt eine natürliche Straffung der Haut. Das Ergebnis wird oft als frischer und glatter beschrieben, ohne dass ein operativer Eingriff nötig ist.
Dehnungsstreifen
Dehnungsstreifen entstehen häufig durch starke Gewichtsveränderungen, Schwangerschaft oder Wachstumsphasen. Der Fraxel Laser kann die Struktur der betroffenen Hautpartien verbessern, indem er die Kollagenproduktion in den geschädigten Bereichen anregt. Dehnungsstreifen verschwinden zwar meist nicht vollständig, können aber deutlich unauffälliger werden.
Sonnenschäden und raue Hauttextur
Chronische UV-Schäden zeigen sich oft durch eine ungleichmäßige Hautoberfläche, vergrößerte Poren und einen fahlen Teint. Fraktioniertes Lasern kann die Hautstruktur verbessern und für ein glatteres, ebenmäßigeres Hautbild sorgen. Auch bei bestimmten lichtbedingten Hautveränderungen kann eine Laserbehandlung unter ärztlicher Aufsicht sinnvoll sein.
Wie funktioniert fraktioniertes Lasern?
Beim fraktionierten Lasern wird der Laserstrahl durch eine spezielle Technik in viele feine Mikrostrahlen aufgeteilt. Jeder dieser Strahlen erzeugt in der Haut winzige, gezielte Behandlungszonen, die auch als mikrothermische Zonen bezeichnet werden. Diese Bereiche sind nur Bruchteile eines Millimeters groß. Das umliegende Gewebe bleibt weitgehend erhalten und unterstützt die schnelle Heilung.
In den behandelten Zonen entsteht eine kontrollierte thermische Reizung. Dabei werden geschädigte Hautstrukturen gezielt abgebaut und gleichzeitig natürliche Reparaturprozesse angeregt. Die Haut setzt Wachstumsfaktoren frei, Fibroblasten werden aktiviert und in den folgenden Wochen und Monaten wird neues Kollagen und Elastin gebildet. Dadurch kann sich die Haut nach und nach glatter, fester und ebenmäßiger entwickeln.
Je nach Lasertyp wird die Energie entweder in tiefere Hautschichten eingebracht, ohne die Hautoberfläche gezielt abzutragen, oder sie wirkt zusätzlich auch an der Oberfläche. Welche Methode eingesetzt wird, hängt vom Hautbild, dem Behandlungsziel und der gewünschten Intensität ab.
Welche Fraxel-Varianten gibt es?
Grundsätzlich wird zwischen nicht-ablativen und ablativen fraktionierten Laserbehandlungen unterschieden. Sie unterscheiden sich vor allem in ihrer Wirkweise, der Intensität und der Ausfallzeit.
Nicht-ablativer fraktionierter Laser
Diese Variante wirkt in tieferen Hautschichten, ohne die Hautoberfläche gezielt abzutragen. Die Wärmeenergie wird vor allem in der Dermis abgegeben und regt dort die Hauterneuerung an. Ein bekanntes System ist der Fraxel re:store mit einer Wellenlänge von 1.550 Nanometern. Der Vorteil dieser Methode liegt in der kürzeren Erholungszeit. Nach der Behandlung ist die Haut meist gerötet und leicht geschwollen, beruhigt sich aber in der Regel innerhalb von drei bis fünf Tagen. Nicht-ablative Behandlungen eignen sich vor allem bei feinen Falten, leichteren Narben, Pigmentverschiebungen und zur allgemeinen Hautverjüngung.
Ablativer fraktionierter Laser
Bei der ablativen Methode wird die Haut in den behandelten Zonen intensiver bearbeitet. Dabei wird auch die oberste Hautschicht teilweise mitbehandelt, was zu stärkeren Effekten, aber auch zu einer längeren Heilungszeit führt.
Der fraktionierte CO2-Laser arbeitet mit einer Wellenlänge von 10.600 Nanometern und zählt zu den intensivsten fraktionierten Lasern. Er eignet sich besonders bei ausgeprägteren Narben, tieferen Falten und deutlichen Sonnenschäden. Die Ausfallzeit liegt meist bei sieben bis zehn Tagen.
Der fraktionierte Erbium-YAG-Laser mit einer Wellenlänge von 2.940 Nanometern gilt als etwas sanfter. Er wird oft gewählt, wenn eine geringere thermische Belastung gewünscht ist. Die Heilungszeit ist meist etwas kürzer und liegt häufig bei fünf bis sieben Tagen.
Beide Verfahren können bei mittelschweren bis stärkeren Hautveränderungen deutlichere Ergebnisse erzielen als nicht-ablative Behandlungen, erfordern aber auch mehr Nachsorge und Geduld in der Heilungsphase.
Fraxel Dual
Der Fraxel Dual kombiniert zwei Wellenlängen in einem Gerät: 1.550 Nanometer für tieferliegende Hautstrukturen und 1.927 Nanometer für oberflächlichere Veränderungen. Dadurch können sowohl Narben und Texturunregelmäßigkeiten als auch Pigmentflecken und sonnengeschädigte Haut gezielt behandelt werden. Diese Kombination macht den Fraxel Dual besonders vielseitig.
Wie bereite ich mit auf eine Fraxel-Behandlung vor?
Eine gute Vorbereitung kann den Verlauf der Behandlung und das spätere Ergebnis deutlich verbessern. Deshalb solltest Du einige Punkte schon im Vorfeld beachten.
Etwa zwei bis vier Wochen vor der Behandlung solltest Du intensive Sonnenbäder und Solariumbesuche vermeiden. Gebräunte oder gereizte Haut reagiert empfindlicher auf Laserbehandlungen und das Risiko für Pigmentverschiebungen kann steigen. Auch Produkte mit Retinol, Fruchtsäuren oder stärkeren Peelings solltest Du ungefähr eine Woche vorher absetzen, damit die Haut nicht zusätzlich gereizt wird.
Wenn Du zu Herpes neigst, wird Dir der Arzt in vielen Fällen ein antivirales Medikament empfehlen, das Du bereits einige Tage vor der Behandlung einnimmst. Damit lässt sich das Risiko eines Herpesausbruchs nach dem Lasern verringern. Blutverdünnende Medikamente oder bestimmte Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamin E oder Omega-3-Fettsäuren solltest Du nur nach ärztlicher Rücksprache weiter einnehmen oder pausieren.
Wie läuft eine Fraxel-Behandlung ab?
Vor der Behandlung findet zunächst ein ausführliches Beratungsgespräch statt. Dabei wird Deine Haut untersucht, das Behandlungsziel besprochen und entschieden, welche Laservariante für Deinen Befund am besten geeignet ist.
Am Behandlungstag wird zuerst eine betäubende Creme auf die betroffenen Hautareale aufgetragen. Diese bleibt meist 30 bis 45 Minuten einwirken. Bei größeren Arealen oder empfindlicher Haut kann zusätzlich mit Kühlung gearbeitet werden, um die Behandlung angenehmer zu machen.
Die eigentliche Laserbehandlung dauert je nach Größe des Areals meist zwischen 20 und 60 Minuten. Währenddessen wird das Handstück gleichmäßig über die Haut geführt. Die meisten beschreiben das Gefühl als warmes Prickeln oder leichtes Brennen, das insgesamt gut auszuhalten ist. Direkt nach der Behandlung wird in der Regel eine beruhigende Pflege oder ein kühlendes Gel aufgetragen.
Wie viele Sitzungen sinnvoll sind, hängt vom Hautproblem und vom gewünschten Ergebnis ab. Bei nicht-ablativen Behandlungen werden oft zwei bis fünf Sitzungen im Abstand von vier bis acht Wochen empfohlen. Bei intensiveren ablativen Verfahren können bereits ein bis zwei Behandlungen ausreichen, um sichtbare Verbesserungen zu erzielen.
Wie sieht die Nachsorge nach einer Fraxel-Behandlung aus?
Die Nachsorge spielt eine wichtige Rolle für die Heilung und das Ergebnis. In den ersten 24 bis 48 Stunden nach der Behandlung solltest Du die Haut kühlen und nur die Pflegeprodukte verwenden, die Dir vom Arzt empfohlen wurden. Häufig kommen dabei beruhigende Cremes oder spezielle Post-Laser-Produkte zum Einsatz.
Besonders wichtig ist ein konsequenter Sonnenschutz. In den Wochen nach der Behandlung solltest Du täglich einen Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktor 50 verwenden, auch wenn es bewölkt ist. Direkte Sonne, Solarium und intensive körperliche Anstrengung solltest Du mindestens eine Woche lang meiden. Sauna, Dampfbad und Schwimmbad sind meist für etwa zwei Wochen keine gute Idee.
In den ersten Tagen solltest Du auf Make-up, Peelings und aggressive Reinigungsprodukte verzichten. Besser geeignet sind milde, parfumfreie Reiniger und eine reichhaltige Feuchtigkeitspflege. Wenn sich die Haut schuppt oder kleine Hautpartikel ablösen, solltest Du sie nicht abziehen oder abpeelen, sondern die Haut in Ruhe heilen lassen.
Wie lange die Ausfallzeit dauert, hängt von der Intensität der Behandlung ab. Nach einer nicht-ablativen Behandlung bist Du oft schon nach zwei bis drei Tagen wieder gesellschaftsfähig. Nach einer ablativen Behandlung kann die Haut sieben bis zehn Tage lang deutlich gerötet, geschwollen oder verkrustet sein.
Welche Risiken und Nebenwirkungen gibt es?
Wie jede medizinische Behandlung kann auch der Fraxel Laser Nebenwirkungen haben. Viele davon sind vorübergehend und gehören zum normalen Heilungsverlauf.
Direkt nach der Behandlung treten häufig Rötungen und Schwellungen auf. Diese klingen meist innerhalb von drei bis sieben Tagen wieder ab. Die Haut kann sich trocken, gespannt oder rau anfühlen, oft ähnlich wie nach einem Sonnenbrand. Bei intensiveren ablativen Behandlungen können sich zusätzlich feine Krusten bilden, die nach einigen Tagen von selbst abheilen.
Zu den selteneren Nebenwirkungen zählen vorübergehende Pigmentverschiebungen, vor allem bei dunkleren Hauttypen oder wenn nach der Behandlung kein konsequenter Sonnenschutz eingehalten wird. In sehr seltenen Fällen kann es zu Infektionen kommen. Auch Narbenbildungen sind möglich, bei fachgerechter Anwendung aber selten.
Wenn Du zu Herpes simplex neigst, kann die Behandlung einen Ausbruch begünstigen. Deshalb ist eine vorbeugende Behandlung in solchen Fällen besonders wichtig. Nicht geeignet ist die Behandlung in der Regel bei aktiven Hautinfektionen, frischer Bräunung sowie während Schwangerschaft und Stillzeit.
Wie unterscheidet sich der Fraxel Laser von anderen Verfahren?
Zur Hauterneuerung und Narbenbehandlung gibt es verschiedene Methoden, die oft mit dem Fraxel Laser verglichen werden. Sie unterscheiden sich vor allem in Wirkweise, Intensität, Ausfallzeit und Einsatzgebiet.
Fraxel Laser versus CO2-Laser
Der klassische nicht-fraktionierte CO2-Laser trägt die Hautoberfläche großflächig ab und kann dadurch sehr intensive Ergebnisse erzielen. Gleichzeitig ist die Ausfallzeit deutlich länger und das Risiko für Pigmentverschiebungen oder Narben höher. Deshalb wird heute deutlich häufiger mit fraktionierten Verfahren gearbeitet, bei denen nur kleine Hautareale gezielt behandelt werden.
Fraxel Laser versus Morpheus8
Morpheus8 kombiniert Microneedling mit Radiofrequenzenergie und wird vor allem zur Hautstraffung und zum Gewebeumbau eingesetzt. Besonders bei erschlaffter Haut kann Morpheus8 Vorteile haben. Der Fraxel Laser eignet sich dagegen oft besser bei oberflächlichen Veränderungen wie Pigmentflecken, feinen Narben und ungleichmäßiger Hautstruktur. Je nach Hautbild können beide Verfahren auch sinnvoll kombiniert werden.
Fraxel Laser versus IPL
IPL arbeitet nicht mit Laserlicht, sondern mit breitbandigen Lichtimpulsen. Es eignet sich besonders gut bei diffusen Rötungen, sichtbaren Äderchen und leichten Pigmentunregelmäßigkeiten. Bei tieferen Narben, deutlich sichtbaren Falten oder strukturellen Hautveränderungen stößt IPL allerdings schneller an seine Grenzen. Der Fraxel Laser ist in solchen Fällen meist wirksamer, geht aber auch mit mehr Ausfallzeit einher.
Fraxel Laser versus Chemical Peeling
Chemische Peelings lösen mit Säuren die oberen Hautschichten und regen die Hauterneuerung an. Leichte Peelings eignen sich vor allem bei oberflächlichen Unregelmäßigkeiten und einem fahlen Hautbild. Tiefere Peelings können stärkere Ergebnisse erzielen, sind aber weniger präzise steuerbar. Der Vorteil des Lasers liegt darin, dass sich Tiefe und Intensität gezielter an das jeweilige Hautproblem anpassen lassen.
Was kostet eine Fraxel-Behandlung?
Die Kosten für eine Fraxel-Behandlung hängen von mehreren Faktoren ab, vor allem von der verwendeten Laservariante, der Größe des behandelten Areals und der Anzahl der nötigen Sitzungen. Meist handelt es sich um eine Selbstzahlerleistung, da ästhetische Laserbehandlungen in der Regel nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden. Wenn eine medizinische Indikation vorliegt, etwa bei ausgeprägter Narbenbildung oder bestimmten Hautveränderungen, kann im Einzelfall eine teilweise Kostenübernahme möglich sein.
Kostenübersicht pro Sitzung (Richtwerte):
Viele Praxen bieten für mehrere Sitzungen günstigere Paketpreise an. Ein persönliches Beratungsgespräch gibt Dir den besten Überblick darüber, welche Kosten in Deinem Fall realistisch sind.
Gerade bei flachen, eingesunkenen Aknenarben zählt der fraktionierte Laser zu den bewährtesten Verfahren. Wie er sich mit Needling, Peelings und Fillern kombinieren lässt, liest Du auf unserer Seite zum Thema Aknenarben behandeln.
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