Die Akne ist abgeheilt, doch häufig bleiben sichtbare Spuren zurück. Kleine Vertiefungen, eingesunkene Dellen oder wulstige Stellen lassen sich auch mit Make up oft nur begrenzt verdecken. Für viele Betroffene sind diese Veränderungen besonders belastend, weil sie dauerhaft erscheinen. Aknenarben lassen sich heute deutlich verbessern. Allerdings gibt es keine einzelne Methode, die für alle Narben geeignet ist. Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt vor allem davon ab, welche Narbentypen vorliegen. Häufig werden deshalb mehrere Verfahren miteinander kombiniert.
Auf einen Blick: Aknenarben behandeln
Welche Narbentypen gibt es?
Aknenarben werden je nach Form unterschiedlich behandelt. Eingesunkene Narben brauchen andere Verfahren als erhabene oder wulstige Narben.
Welche Methoden helfen?
Häufig werden mehrere Methoden kombiniert, zum Beispiel Laser, Microneedling, Peelings, Subzision oder Filler. Entscheidend ist, dass die Behandlung zum jeweiligen Narbentyp passt.
Wie viele Sitzungen sind nötig?
Meist sind mehrere Sitzungen notwendig. Eine deutliche Verbesserung ist realistisch, vollständig verschwinden Aknenarben jedoch nur selten.
Was ist die Voraussetzung?
Die aktive Akne sollte vor der Narbenbehandlung unter Kontrolle sein. Andernfalls können weiterhin Entzündungen und neue Narben entstehen.
Wie entstehen Aknenarben?
Aknenarben entstehen, wenn eine Entzündung bis in tiefere Hautschichten reicht und dort das Kollagengerüst beschädigt. Der Körper versucht, diesen Schaden zu reparieren. Dabei kann entweder zu wenig oder zu viel neues Gewebe entstehen. Bildet der Körper zu wenig Kollagen, sinkt die betroffene Stelle ein. Es entsteht eine Vertiefung. Wird dagegen zu viel Kollagen gebildet, kann sich eine erhabene oder wulstige Narbe entwickeln.
Wie stark jemand zu Aknenarben neigt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören die Schwere und Dauer der Akne, die persönliche Veranlagung und der Umgang mit den Entzündungen. Wenn Du Pickel ausdrückst oder immer wieder daran kratzt, kann sich die Entzündung weiter in die Tiefe ausbreiten. Dadurch steigt das Risiko für Narben. Die beste Vorbeugung ist deshalb eine frühzeitige und konsequente Behandlung der Akne. Je schneller starke Entzündungen kontrolliert werden, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass bleibende Narben entstehen.
Nicht jede sichtbare Spur nach einem Pickel ist eine echte Narbe. Rote oder bräunliche Flecken entstehen häufig durch Veränderungen der Pigmente oder Blutgefäße. Sie verblassen oft im Laufe mehrerer Monate und werden anders behandelt als Narben. Sonnenschutz, geeignete Pflegeprodukte und in manchen Fällen eine milde Laserbehandlung können dabei helfen. Auch der Begriff Aknenarben entfernen ist etwas irreführend. Das Narbengewebe wird meistens nicht vollständig beseitigt. Ziel der Behandlung ist es, die Hautstruktur zu glätten, Vertiefungen anzuheben und auffällige Narben weniger sichtbar zu machen.
Welche Narbentypen gibt es?
Die meisten Aknenarben sind eingesunken. Diese sogenannten atrophen Narben entstehen, wenn während der Heilung zu wenig Kollagen gebildet wurde. Sie werden in drei typische Formen unterteilt.
Icepick Narben
Icepick Narben sind sehr schmal und reichen tief in die Haut. Sie wirken wie kleine Einstiche und treten häufig an den Wangen oder an der Nase auf.
Boxcar Narben
Boxcar Narben sind rundliche oder eckige Vertiefungen mit deutlich sichtbaren Rändern. Sie erinnern an kleine Krater und können unterschiedlich tief ausgeprägt sein.
Rolling Narben
Rolling Narben sind breiter und flacher als andere eingesunkene Narben. Ihre Übergänge sind weich, wodurch die Haut wellig oder uneben wirkt. Ursache sind häufig feste Narbenstränge unter der Haut, die das Gewebe nach innen ziehen.
Hypertrophe Narben
Hypertrophe Narben sind verdickt und erhaben. Sie bleiben jedoch auf den Bereich begrenzt, in dem zuvor die Entzündung lag.
Keloide
Keloide sind ebenfalls erhabene Narben, wachsen aber über den ursprünglichen Entzündungsbereich hinaus. Sie treten häufiger am Kiefer, an der Brust, an den Schultern und am Rücken auf.
Die genaue Unterscheidung ist wichtig, weil nicht jede Methode für jede Narbe geeignet ist. Eine Behandlung, die eingesunkene Narben verbessert, kann bei wulstigen Narben wirkungslos oder sogar ungeeignet sein. Deshalb beginnt eine seriöse Narbenbehandlung immer mit einer genauen Untersuchung der Haut.

Wann sollte mit der Behandlung begonnen werden?
Bevor Aknenarben behandelt werden, sollte die aktive Akne abgeheilt oder zumindest gut unter Kontrolle sein. Solange immer wieder neue Entzündungen entstehen, können auch weitere Narben hinzukommen. Außerdem dürfen viele Verfahren nicht auf entzündeter Haut angewendet werden. Auch die bisherige Aknebehandlung spielt eine Rolle. Nach einer Therapie mit Isotretinoin kann vor intensiveren Behandlungen wie einem stärkeren Laser eine Pause notwendig sein. Wie lange Du warten solltest, entscheidet Dein Hautarzt anhand der geplanten Methode und des Zustands Deiner Haut.
Grundsätzlich lassen sich frische Narben häufig leichter behandeln, weil sich das Gewebe noch stärker im Umbau befindet. Deshalb ist es sinnvoll, nach erfolgreicher Aknebehandlung zeitnah eine Beratung zur Narbentherapie zu vereinbaren. Auch ältere Narben können verbessert werden, benötigen aber oft mehr Sitzungen.
Wie wirken fraktionierte Laser gegen Aknenarben?
Fraktionierte Laser werden häufig bei eingesunkenen Aknenarben eingesetzt. Der Laser erzeugt viele sehr kleine Behandlungspunkte in der Haut. Dazwischen bleiben unbehandelte Bereiche erhalten, von denen aus die Heilung unterstützt wird. Durch diese gezielten Reize beginnt die Haut, geschädigtes Narbengewebe umzubauen und neues Kollagen zu bilden. Dadurch können sich die Ränder der Narben glätten und das Hautbild kann gleichmäßiger werden.
Es gibt abtragende und nicht abtragende Laser. Ein fraktionierter CO2 Laser wirkt vergleichsweise intensiv. Danach musst Du mehrere Tage mit Rötungen, Schwellungen und Krusten rechnen. Nicht abtragende Laser sind schonender und verursachen meist eine kürzere Ausfallzeit, benötigen aber häufig mehr Sitzungen.
Je nach Narbenbild sind meist eine bis drei Behandlungen im Abstand von mehreren Wochen notwendig. Das Ergebnis entwickelt sich schrittweise und lässt sich häufig erst nach drei bis sechs Monaten beurteilen, da die Bildung von neuem Kollagen Zeit braucht. Vor und nach der Behandlung ist ein konsequenter Sonnenschutz besonders wichtig. Die behandelte Haut reagiert empfindlicher auf UV-Strahlung und kann vorübergehend heller oder dunkler werden. Bei dunkleren Hauttypen muss der Laser besonders vorsichtig eingestellt werden, um Pigmentveränderungen zu vermeiden.
Was leisten Microneedling und Radiofrequenz Needling?
Beim Microneedling werden mit feinen Nadeln viele kleine Einstiche in der Haut erzeugt. Diese kontrollierten Verletzungen regen die natürliche Wundheilung und die Bildung von neuem Kollagen an. Die Methode eignet sich vor allem bei flachen, großflächigen Narben und einer unregelmäßigen Hautstruktur. Häufig werden etwa drei oder mehr Sitzungen im Abstand von mehreren Wochen durchgeführt. Nach der Behandlung ist die Haut meist ein bis drei Tage gerötet und empfindlich.
Beim Radiofrequenz Needling geben die Nadeln zusätzlich Wärmeenergie in tiefere Hautschichten ab. Dadurch wird die Kollagenbildung stärker angeregt als beim klassischen Microneedling. Das Verfahren kann besonders bei gemischten Narbenbildern sinnvoll sein und verursacht meist eine überschaubare Ausfallzeit.
Beide Methoden dürfen erst angewendet werden, wenn keine aktiven Entzündungen mehr vorhanden sind. Die Verbesserung erfolgt schrittweise über mehrere Sitzungen. Nach einer einzelnen Behandlung ist daher kein vollständig glattes Hautbild zu erwarten.

Wann helfen Peelings, Subzision und Filler?
Welche Methode geeignet ist, hängt von der Form und Tiefe der Narben ab.
TCA Cross bei Icepick Narben
Schmale und tiefe Icepick Narben können mit dem sogenannten TCA Cross Verfahren behandelt werden. Dabei trägt der Arzt hochkonzentrierte Trichloressigsäure gezielt in die einzelnen Narben auf. Der kontrollierte Reiz regt die Heilung und Kollagenbildung in der Tiefe an, sodass die Narben mit der Zeit flacher werden können. Mitteltiefe chemische Peelings behandeln dagegen größere Hautflächen. Sie können das Hautbild verfeinern, Pigmentflecken aufhellen und flache Narbenränder glätten.
Microdermabrasion bei oberflächlichen Veränderungen
Bei der Microdermabrasion wird die oberste Hautschicht mit feinen Kristallen oder einem speziellen Schleifkopf abgetragen. Dadurch kann die Oberfläche glatter und gleichmäßiger wirken. Gegen tiefe Aknenarben reicht diese Methode allein jedoch meist nicht aus. Sie eignet sich eher als Ergänzung bei oberflächlichen Unebenheiten und Verfärbungen.
Subzision bei Rolling Narben
Rolling Narben werden häufig durch feste Narbenstränge unter der Haut nach innen gezogen. Bei der Subzision löst der Arzt diese Stränge mit einer feinen Nadel oder Kanüle. Dadurch kann sich die eingesunkene Haut wieder anheben. Häufig wird die Behandlung mit einem Filler kombiniert. Dieser füllt den entstandenen Hohlraum auf und kann verhindern, dass die gelösten Narbenstränge sofort wieder festwachsen.
Filler bei einzelnen Vertiefungen
Hyaluronsäure kann einzelne eingesunkene Narben direkt anheben. Das Ergebnis ist meist sofort sichtbar, hält aber nur vorübergehend an, da der Körper das Material mit der Zeit abbaut. Filler eignen sich deshalb vor allem für einzelne störende Vertiefungen oder als Ergänzung zu anderen Verfahren. Für eine langfristige Verbesserung der Hautstruktur sind Behandlungen notwendig, die die Bildung von neuem Kollagen anregen.
Was hilft bei wulstigen Narben und Keloiden?
Erhabene Narben müssen anders behandelt werden als eingesunkene Aknenarben. Bei hypertrophen Narben und Keloiden hat der Körper zu viel Kollagen gebildet. Häufig wird Kortison direkt in die Narbe gespritzt. Es kann die überschießende Kollagenproduktion bremsen und die Narbe flacher und weicher machen. Meist sind mehrere Behandlungen im Abstand von einigen Wochen notwendig. Zusätzlich können Silikonauflagen oder eine Druckbehandlung eingesetzt werden. Ein Gefäßlaser kann helfen, die Rötung einer aktiven Narbe zu verringern. Bei hartnäckigen Keloiden kommt manchmal auch eine gezielte Kältebehandlung infrage.
Kortison darf nur bei erhabenen Narben eingesetzt werden. Wird es in eine eingesunkene Narbe gespritzt, kann sich der Gewebeverlust verstärken. Deshalb muss vor jeder Behandlung genau bestimmt werden, welcher Narbentyp vorliegt.
Das alleinige Ausschneiden eines Keloids ist häufig nicht ausreichend. Die Narbe kann erneut entstehen und sogar größer werden. Wenn ein Keloid operativ entfernt wird, ist deshalb meist eine anschließende Behandlung notwendig, zum Beispiel mit Kortison, Druck oder in ausgewählten Fällen einer Bestrahlung.
Warum werden verschiedene Methoden fast immer kombiniert?
Bei den meisten Menschen kommen mehrere Narbentypen gleichzeitig vor. Neben tiefen Icepick Narben finden sich häufig breitere Boxcar Narben, wellige Rolling Narben und zusätzlich rote oder braune Verfärbungen.
Da jede Narbenform eine andere Ursache hat, gibt es keine einzelne Behandlung, die alle Veränderungen gleich gut verbessern kann. TCA Cross eignet sich zum Beispiel für schmale, tiefe Narben. Eine Subzision löst feste Narbenstränge unter Rolling Narben, während Filler einzelne Vertiefungen anheben können. Laser oder Radiofrequenz Needling behandeln größere Flächen und regen den Umbau des Kollagens an.
Ein sinnvoller Behandlungsplan verbindet deshalb mehrere Methoden und stimmt ihre Reihenfolge auf Dein Narbenbild ab. Die Behandlung erstreckt sich meist über mehrere Monate und umfasst mehrere Sitzungen.
Eine gute Praxis untersucht zunächst genau, welche Narbentypen bei Dir vorliegen. Danach solltest Du einen verständlichen Plan erhalten, der die vorgesehenen Methoden, die Reihenfolge, die ungefähre Zahl der Sitzungen und das realistische Behandlungsziel enthält. Verspricht ein Anbieter, sämtliche Narben mit nur einem Gerät zu beseitigen, solltest Du skeptisch sein.

Welche Verbesserung ist bei einer Aknenarbenbehandlung realistisch?
Das Ziel der Behandlung ist eine deutliche Verbesserung, nicht ein vollkommen glattes Hautbild. Je nach Art und Ausprägung der Narben können mehrere aufeinander abgestimmte Behandlungen die Haut sichtbar ebener wirken lassen.
Die Narben werden meist flacher, ihre Ränder weicher und die Übergänge zur gesunden Haut unauffälliger. Dadurch fällt das Narbenbild im Alltag weniger auf und lässt sich häufig auch leichter mit Make-up abdecken. Wie stark sich die Haut verbessert, hängt unter anderem von den Narbentypen, der Tiefe der Narben, Deiner Haut, der gewählten Behandlung und der Zahl der Sitzungen ab. Ein vollständiges Verschwinden kann keine seriöse Methode garantieren. Narbengewebe lässt sich umbauen und angleichen, aber nicht vollständig in unverletzte Haut zurückverwandeln. Da sich die Veränderung langsam entwickelt, ist sie im täglichen Spiegelbild oft schwer zu erkennen. Fotos unter gleichen Lichtverhältnissen und aus derselben Perspektive helfen dabei, den Verlauf objektiver zu beurteilen.
Was kostet die Behandlung von Aknenarben?
Die Kosten hängen davon ab, welche Methoden eingesetzt werden, wie groß die behandelte Fläche ist und wie viele Sitzungen notwendig sind. Eine fraktionierte Laserbehandlung des Gesichts kostet in Deutschland und Österreich häufig etwa 300 bis 400 Euro pro Sitzung. Intensivere abtragende Behandlungen können teurer sein. Für Microneedling werden meist etwa 150 bis 250 Euro pro Sitzung berechnet. Eine Serie aus drei Behandlungen kostet häufig ungefähr 500 bis 700 Euro. Radiofrequenz Needling liegt in der Regel darüber. TCA Cross und Subzision werden meist nach dem jeweiligen Aufwand berechnet. Eine Behandlung mit Hyaluronsäure beginnt häufig bei etwa 350 Euro. In der Schweiz sind die Preise normalerweise höher.
Da meist mehrere Verfahren und Sitzungen notwendig sind, können sich die Gesamtkosten auf mehrere tausend Euro belaufen. Lass Dir deshalb vor Beginn einen vollständigen Behandlungsplan mit den voraussichtlichen Sitzungen und Gesamtkosten erstellen.
Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?
Die Krankenkasse übernimmt die Behandlung von Aknenarben in der Regel nicht, da sie meist als ästhetische Leistung gilt. Bei schmerzhaften, funktionell störenden oder stark belastenden Keloiden kann in Ausnahmefällen ein Antrag auf Kostenübernahme geprüft werden. Dafür sind normalerweise ausführliche ärztliche Befunde erforderlich.
Eine geeignete Praxis in Deiner Region findest Du über unsere Arztsuche.
Quellen
Aknenarben: Narbentypen und Laserbehandlung, Haut-Labor Dermatologie (letzter Zugriff: 26.08.2026)
TCA-Cross bei Eispickelnarben, Dermatologie Dr. Kirsten (letzter Zugriff: 26.08.2026)
Subzision bei eingesunkenen Aknenarben, Hautarztpraxis Münster (letzter Zugriff: 26.08.2026)
Aknenarben behandeln: Kostenübersicht, Estheticon (letzter Zugriff: 26.08.2026)
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