PMS (Prämenstruelles Syndrom)

Den meisten Frauen sind die drei Buchstaben PMS nur allzu gut bekannt. Das prämenstruelle Syndrom bereitet ihnen in den Tagen vor dem Einsetzen der Regelblutung häufig nicht nur körperliche, sondern vor allem psychische Beschwerden, wie zum Beispiel Stimmungsschwankungen. Wir erklären Dir alles rund um das Thema PMS – von den Symptomen über die Ursachen bis hin zu den Behandlungsmöglichkeiten. Außerdem erhältst Du von uns wertvolle Tipps, was Du selbst gegen diese Strapazen unternehmen kannst.


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Zuletzt aktualisiert: 29. September, 2020



ICD-10-CM Code N94.3

Was versteht die Medizin unter PMS und wie lange dauert PMS an?

Das prämenstruelle Syndrom ist besser bekannt unter der Abkürzung PMS. Es umfasst eine Gruppe physischer und psychischer Symptome, wie zum Beispiel Gereiztheit, Stimmungsschwankungen oder geschwollene Brüste. Das PMS tritt in der zweiten Zyklushälfte auf, also nach dem Eisprung und vor der Menstruation. Es beginnt frühestens zwei Wochen vor der Periode, verschlimmert sich dann zunehmend und endet wenige Stunden, nachdem die Regelblutung eingesetzt hat. Somit handelt es sich dabei nicht um Regelschmerzen. Die Beschwerden treten nicht unbedingt jedes Mal gleich stark und in derselben Ausprägung auf, bei den meisten Betroffenen kehren sie aber regelmäßig wieder. Von allen Frauen im gebärfähigen Alter sind beinahe 80 Prozent vom PMS betroffen.
 
PMS kann mit Stimmungsschwankungen und körperlichen Schmerzen einhergehen

Was ist der Unterschied zwischen PMS und PDMS?

Bei circa fünf Prozent der betroffenen Personen sind die Symptome so gravierend, dass sie die Lebensqualität erheblich einschränken. In diesem Fall spricht die Medizin von einer sogenannten prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDS). Während PMS eine normale Begleiterscheinung des weiblichen Zyklus darstellt, gilt PMDS seit dem Jahr 2000 als eigenständige Erkrankung, bei der Behandlungsbedarf besteht.

Wie sehen die Symptome von PMS aus?

Das PMS geht mit diversen Symptomen einher. Mehr als 150 verschiedene körperliche und psychische Auswirkungen im Zusammenhang mit dem Syndrom sind dokumentiert. Welche Beschwerden auftreten, wie lange sie anhalten und wie stark sie sind, ist von Frau zu Frau verschieden. Auch monatlich kann es Unterschiede geben.
 
Körperliche PMS-Symptome
 
Die drei am häufigsten auftretenden physischen Beschwerden sind Kopf-, Brust- und Bauchschmerzen.
 
Das Sinken des Progesteron- und Östrogenspiegels kurz vor der Monatsblutung sowie die Einnahme von Hormonen, beispielsweise durch die Pille, kann zu starken Kopfschmerzen führen. Bei manchen Frauen kommt es sogar zu migräneartigen Anfällen.
 
Viele Betroffene klagen in den Tagen vor der Menstruation auch über Brustschmerzen. Das bezeichnet die Medizin als Mastodynie. Durch das Gelbkörperhormon Progesteron kommt es im Körper vermehrt zu Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödembildung). Diese sind vor allem in Gesicht an den Augenlidern sowie an Händen und Füßen sichtbar, Du spürst sie aber auch als Ziehen und Spannen in Deinen Brüsten. Zusätzlich bereitet das Hormon Prolaktin die Brustdrüsen auf eine mögliche Schwangerschaft vor und sorgt für eine stärkere Durchblutung. Auch das kann sich in Schmerzen äußern.
 
Mit Regelschmerzen assoziieren viele Personen in erster Linie Bauchkrämpfe. Aber auch bereits vor dem Einsetzen der Monatsblutung kann es zu Bauchschmerzen kommen. Diese hängen häufig vom Magen-Darm-Trakt ab, den die Hormone ebenfalls beeinflussen. Oft sind ein aufgeblähter Bauch, Durchfall, Verstopfung oder Übelkeit Folgen davon.
 
Weitere körperliche Symptome vom prämenstruellen Syndrom sind:
 

  • Rückenschmerzen
  • Appetitlosigkeit oder Heißhungerattacken
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Hautunreinheiten
  • Gewichtszunahme durch die Wasseransammlungen
  • Kreislaufprobleme wie Schwindel
  • Hitzewallungen und Schweißausbrüche
  • Höhere Empfindlichkeit auf Reize wie Licht, Lärm, Gerüche oder Berührungen
  • Verstärkung der Symptome von anderen Erkrankungen wie Krampfanfälle
  • Psychische PMS-Symptome

Besonders häufig äußert sich das PMS in Stimmungsschwankungen. In der zweiten Zyklushälfte produziert der Körper weniger Glückshormone (Serotonin) als sonst. Dadurch fühlen sich viele Frauen traurig und niedergeschlagen, was manchmal auch zu scheinbar grundlosem Weinen führt. Mit den Stimmungsschwankungen gehen häufig auch Reizbarkeit, Aggressivität und plötzliche Wutanfälle einher.
 
Nicht selten macht sich PMS ebenfalls durch unreine Haut bemerkbar
 
Folgende emotionale Symptome können ebenso vorkommen:
 

  • Antriebs- und Interessenlosigkeit
  • Depressive Verstimmungen
  • Ängstlichkeit bis hin zu schweren Angstzuständen
  • Nervosität
  • Hyperaktivität
  • Schlafstörungen
  • Konzentrationsstörungen
  • Innere Unruhe
  • Vermindertes Selbstwertgefühl

Häufig treten diese Symptome gemeinsam auf, wodurch ein regelrechter Teufelskreis aus negativen Gefühlen entsteht. Darunter leidet oft nicht nur die Frau selbst, sondern auch ihre sozialen Beziehungen.
 
In gewissen Fällen kann das PMS aber auch positive Auswirkungen für die Psyche haben. Viele Frauen erfreuen sich in der Zeit vor der Regelblutung an mehr Selbstbewusstsein und Lust auf Sex sowie besserer Leistungsfähigkeit und Konzentration.

Was sind die Ursachen von PMS?

Welche Ursachen für das PMS verantwortlich sind, hat die Wissenschaft bis heute nicht eindeutig herausgefunden. Klar ist allerdings, dass es mehr als einen Auslöser für die Beschwerden gibt und dass verschiedene Faktoren zusammenwirken – das nennt die Medizin multifaktorielle Genese. Die Symptome des prämenstruellen Syndroms sind so vielfältig und komplex, dass Ärzte auch von einer psychoendokrinen Dysfunktion sprechen. Das ist eine Fehlfunktion, deren Ursachen in der Psyche, im Nervensystem und im Hormonhaushalt liegen.
 
Die wichtigste Rolle bei der Entstehung des prämenstruellen Syndroms spielen höchstwahrscheinlich Hormone. Sie sind die Botenstoffe des Körpers und übermitteln sozusagen Nachrichten zwischen den Organen und/oder dem Gehirn. Für die Menstruation sorgen vor allem die Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron. Sie bereiten die Gebärmutterschleimhaut darauf vor, dass sich eine befruchtete Eizelle in ihr einnistet. Passiert das nicht, stoßen sie die Eizelle und die vorbereitete Schleimhaut als Regelblutung ab.
 
In der zweiten Zyklushälfte produziert der Körper weniger Östrogen, dafür aber mehr Progesteron. Dadurch entsteht ein Ungleichgewicht, auf das viele Frauen sehr empfindlich reagieren. Zusätzlich sorgt das Hormon Prolaktin dafür, dass die Brüste auf eine mögliche Milchproduktion vorbereitet sind. Diese Hormonschwankungen lösen die typischen PMS-Beschwerden aus und führen auch zu Veränderungen im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt.
 
Zudem könnte ein Botenstoff des Nervensystems (Neurotransmitter) die Ursache für viele der psychischen Symptome sein. Nach dem Eisprung sinkt der Gehalt des Glückshormons Serotonin nämlich immer weiter ab und fällt dann kurz vor der Monatsblutung ganz in den Keller. Das kann beispielsweise zu Reizbarkeit und depressiven Verstimmungen führen.
 
Bei manchen Frauen kann es während dem Prämenstruellen Syndrom zu starken depressiven Verstimmungen kommen
 
Den Ursprung von Schlafproblemen sehen viele Ärzte im nächtlichen Melatoninspiegel. Dieser steigt in den Tagen vor der Menstruation verspätet und geringer an und bringt so den Schlafrhythmus durcheinander. Eine Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) könnte bei der Entstehung des PMS ebenfalls ihre Finger im Spiel haben. Die von ihr ausgeschütteten Stoffe haben einen starken Einfluss auf das körperliche und seelische Wohlbefinden.
 
Für die PMDS liegt außerdem eine nachgewiesene biologische Ursache vor: die genetisch bedingte Überempfindlichkeit auf Sexualhormone.

Welche Risikofaktoren begünstigen PMS?

Es gibt einige Risikofaktoren, die das prämenstruelle Syndrom begünstigen. Sie liegen vor allem im Lebensstil, den die Frau führt. Bei Schlaf- und Bewegungsmangel sowie unausgewogener Ernährung fallen die Beschwerden oft viel stärker aus. Auch der Konsum von gewissen hormonellen Verhütungsmitteln, Nikotin, Koffein und Alkohol kann das PMS fördern. Hinzu kommen psychosoziale Risikofaktoren wie Beziehungsprobleme, Stress, private oder berufliche Konflikte und Überlastung.
 
Kommen in Deiner Familie gehäuft psychische Erkrankungen wie Depressionen vor oder leidest Du gar selbst darunter, bekommst Du mit höherer Wahrscheinlichkeit das PMS oder eine PMDS.

Wer ist am häufigsten von PMS betroffen?

Das prämenstruelle Syndrom belastet am häufigsten gebärfähige Frauen im Alter von 30 bis 40 Jahren. Bei übergewichtigen Personen, während der Wechseljahre oder nach einer Schwangerschaft treten die Beschwerden oft besonders stark und häufig auf. Wenn die Regelblutung nach der Menopause vollständig ausbleibt, verschwindet allerdings auch das PMS.

Welche Folgen kann PMS für die Betroffenen haben?

Abgesehen von den körperlichen Symptomen leiden betroffene Frauen vor allem auch unter den psychischen Beschwerden. Dadurch wirkt sich das prämenstruelle Syndrom negativ auf den Alltag und die sozialen Beziehungen aus. Manche Frauen können ihrer beruflichen Tätigkeit während dieser Zeit nicht nachgehen.

Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen?

Wenn Dich vor Deiner Periode regelmäßig mögliche PMS-Symptome quälen und diese Deinen Alltag oder Deine sozialen Beziehungen belasten, dann suche am besten direkt einen Frauenarzt (Gynäkologen) auf. Dieser kann feststellen, ob Du tatsächlich vom prämenstruellen Syndrom betroffen bist oder ob die Beschwerden doch eine andere Ursache haben. Ein ähnliches Krankheitsbild weisen nämlich beispielsweise auch Anorexie, Bulimie, Depressionen, Endometriose oder eine Schilddrüsenunterfunktion auf. Der Beginn der Wechseljahre geht ebenso mit ähnlichen Symptomen einher.
 
Sollten die PMS Symptome stark sein, sollte man einen Arzt aufsuchen, denn die Symptome können auch auf andere Erkrankungen, wie Anorexie oder Depressionen hinweisen

Wie diagnostiziert der Arzt PMS?

Wenn Du vermutest, vom PMS betroffen zu sein, führt der erste Weg zum Gynäkologen. Er befragt Dich zunächst zu Deiner Krankengeschichte. Das nennt die Medizin Anamnese. In der Regel möchte er von Dir wissen, welche Beschwerden Du genau hast, wann und wie regelmäßig sie auftreten und ob sie nur körperlicher oder auch psychischer Natur sind. Um diese Fragen gut beantworten zu können, kann es hilfreich sein, wenn Du bereits einige Monate vor dem Arztbesuch beginnst, Deine Befindlichkeiten täglich niederzuschreiben. Das funktioniert super mithilfe eines Zyklustagebuchs. Solche gibt es beispielsweise digital als Apps für das Smartphone.
 
Danach untersucht der Arzt auch noch Deinen Körper. Er führt eine gynäkologische Tastuntersuchung und eine Ultraschalluntersuchung der weiblichen Geschlechtsorgane durch. Dadurch kann er gewisse Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen möglicherweise bereits ausschließen.
 
Ob die Beschwerden auf hormonelle Ursachen zurückzuführen sind, kann der Mediziner mithilfe einer Blutuntersuchung in Erfahrung bringen.

Wie lässt sich PMS behandeln? Welche Hausmittel helfen bei PMS?

Meist hilft es den betroffenen Frauen bereits, ihren Lebensstil zu verändern oder auf bestimmte Hausmittel zurückzugreifen. Nur bei schweren Fällen ist eine medizinische Behandlung des prämenstruellen Syndroms erforderlich.
 
Medikamentöse Behandlung
 
Wenn die Beschwerden den Alltag beeinträchtigen, kommt oft eine medikamentöse Behandlung des PMS zum Einsatz. Am häufigsten verschreibt der Arzt folgende Medikamente:
 

  • Hormonelle Verhütungsmittel: In den meisten Fällen bekommen Frauen, die vom PMS betroffen sind, aber zurzeit keinen Kinderwunsch haben, vom Gynäkologen hormonelle Verhütungsmittel verschrieben. Zur Auswahl stehen hierbei die Antibabypille, aber auch die Spirale, das Hormonpflaster, der Vaginalring oder die Depotspritze. Diese Möglichkeiten enthalten zum Teil verschiedene Hormonkombinationen. Welche für Dich infrage kommt, besprichst Du am besten mit Deinem Frauenarzt. Er kann Dich auch über die Risiken und Nebenwirkungen dieser Mittel informieren.
  • Antidepressiva: Wenn gravierende psychische Symptome bestehen, können Medikamente zur Behandlung von Depressionen die Beschwerden lindern. Diese Arzneimittel erhöhen den Serotoninspiegel im Gehirn, wirken allerdings frühestens im dritten Zyklus nach Beginn der Einnahme. Einen Soforteffekt darfst Du Dir davon also nicht erhoffen.
  • Schmerzmittel: Zur Linderung der gesundheitlichen Einschränkungen wie Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen kommen beim PMS nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) zum Einsatz. Beispiele dafür sind Ibuprofen und Diclofenac. Viele Personen haben diese Schmerzmittel bereits in ihrer Hausapotheke.
  • Entwässernde beziehungsweise harntreibende Medikamente (Diuretika): Sie dienen der Bekämpfung von Wassereinlagerungen. Hier solltest Du allerdings vorsichtig sein – wenn Du die in der Packungsbeilage angegebene Höchstmenge überschreitest, könnte der Körper zu viel Flüssigkeit verlieren. Sprich vor der Einnahme dieser Arzneimittel unbedingt mit Deinem Arzt über die Risiken und Nebenwirkungen.
  • Hormontherapie mit Progesteron: Das Gelbkörperhormon kann über ein Scheidenzäpfchen, Pillen oder Spritzen verabreicht werden.
  • Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH): Dieses Sexualhormon lässt die Eizellen der Frau wachsen und reifen und löst den Eisprung aus. Es beeinflusst den Hormonhaushalt erheblich. Du solltest es daher nicht länger als sechs Monate lang einnehmen.

PMS lässt sich meist mit Medikamenten behandeln. Dazu zählt ebenfalls die Einnahme der Pille
 
Pflanzliche Behandlung und Nahrungsergänzungsmittel
 
Gewisse Präparate aus der Heilpflanzenkunde können PMS-Beschwerden lindern. Viele Frauen bevorzugen diese Möglichkeit, um die Nebenwirkungen der medikamentösen Behandlung zu vermeiden. Mönchspfeffer hilft beispielsweise gegen das Spannen und Drücken in den Brüsten, Johanniskraut bei leichter depressiver Verstimmung. Für mehr Ruhe und einen besseren Schlaf sorgen Baldrian und Melisse. Frauenmantel, Schafgarbe und Ingwer mildern Kopfschmerzen, wenn Du sie beispielsweise als Tee trinkst.
 
Außerdem können ggf. auch folgende pflanzliche Mittel hilfreich sein:
 

  • Wolfstrapp
  • Keuschlammextrakt
  • Traubensilberkerze
  • Passionsblume
  • Kamille
  • Nachtkerzenöl
  • Tigerlilie
  • Alpenveilchen
  • Safran

Daneben können sich auch gewisse Nahrungsergänzungsmittel positiv auf das Wohlbefinden in der zweiten Zyklushälfte auswirken. Dazu zählen zum Beispiel Kalzium-, Eisen- Vitamin B6-, Magnesium- und Vitamin E-Präparate.
 
Bevor Du irgendeines dieser Mittel zu Dir nimmst, sprich unbedingt mit Deinem Arzt darüber. Er gibt Dir Auskunft, welche am besten für Dich geeignet sind, und klärt Dich über die Einnahmevorgaben und Risiken auf. Bedenke außerdem, dass kein eindeutiger wissenschaftlicher Nachweis über die Wirksamkeit und die Nebenwirkungen der pflanzlichen Stoffe und Nahrungsergänzungsmittel besteht.
 
Sonstige Behandlungsmöglichkeiten
 
Eine psychotherapeutische Behandlung kann ebenso sinnvoll sein, wenn Du unter sehr starken psychischen Beschwerden leidest. Bei einer kognitiven Verhaltenstherapie lernst Du beispielsweise, wie Du mit negativem Denken und Verhalten umgehen kannst. Dadurch fällt es Dir vielleicht leichter, im Alltag mit dem PMS zurechtkommen.
 
Auch alternativmedizinische Methoden wie Homöopathie, Bachblütentherapie, Shiatsu und die Traditionelle chinesische Medizin scheinen vielen Betroffenen zu helfen. Die Wirksamkeit dieser Heilverfahren ist wissenschaftlich allerdings nicht erwiesen.
 
Die letzte Möglichkeit, das prämenstruelle Syndrom komplett wegzubekommen, ist eine Operation (sie wird in Europa allerdings kaum angewendet). Diese kommt aber nur für Frauen mit schweren Symptomen infrage, bei denen sich andere Therapieformen als nicht wirksam herausgestellt haben. Im Zuge des Eingriffes entfernt ein Chirurg die Eierstöcke und erzeugt damit quasi künstlich die Menopause. Somit verschwinden auch die PMS-Beschwerden für immer. Nach der Operation kann die Patientin allerdings keine Kinder mehr bekommen und auch das Risiko für eine Osteoporose und Herz-Kreislauferkrankungen steigt. Junge Frauen benötigten danach eine Hormontherapie.

Was kann ich selbst gegen PMS tun?

Leichte Formen des PMS lassen sich oft am besten behandeln, indem Du Deinen Lebensstil änderst. Folgende Maßnahmen kannst Du selbst treffen, um die Beschwerden zu lindern:
 
Betreibe Sport
Versuch, Dich regelmäßig zu bewegen. Ausdauersport an der frischen Luft gilt als besonders guter Tipp gegen Wassereinlagerungen, Heißhungerattacken und Stimmungstiefs. Such Dir am besten eine Sportart, die Dir Spaß macht – wie wäre es zum Beispiel mit Wandern, Nordic Walking, Schwimmen, Radfahren, Joggen oder Boxen?
 
Sportliche Aktivitäten können bdabei helfen, die Symptome von PMS zu reduzieren
 
Ernähre Dich ausgewogen und gesund
Die richtige Ernährung kann maßgeblich zu Deinem Wohlbefinden beitragen. Salz, Zucker und Koffein solltest Du in der zweiten Zyklushälfte eher vermeiden. Achte stattdessen darauf, dass in Deiner Nahrung viele Vitamine, Kohlenhydrate, Proteine und Mineralstoffe wie Kalzium und Magnesium enthalten sind. Besonders gut zur Linderung von PMS-Beschwerden eignen sich Obst, Gemüse, Vollkornbrot, Nudeln, Milch, Joghurt, Hülsenfrüchte und fettarmes Fleisch.
 
Wenn Du leicht verdauliche Kost in mehreren kleinen Mahlzeiten über den Tag verteilt zu Dir nimmst, kann sich das ebenso positiv auf Deinen Körper auswirken. So vermeidest Du Blutzuckerschwankungen, die als einer der Hauptgründe für Kopfschmerzen gelten.
 
Verzichte auf Nikotin und Alkohol
Diese Stoffe sind prinzipiell schädlich für Deine Gesundheit und verstärken zudem auch die Beschwerden, die durch das prämenstruelle Syndrom entstehen. Verzichte weitgehend oder am besten gänzlich darauf.
 
Gönne Dir Pausen und Entspannung
Gönne Dir in den Tagen vor Deiner Periode genügend Pausen. Zur Entspannung tragen zum Beispiel Yoga, Meditation, progressive Muskelrelaxation, autogenes Training, Massagen oder heiße Bäder bei. Gegen Bauchkrämpfe kann eine Wärmflasche oder ein Tee helfen.
 
Achte auf Deinen Schlafrhythmus
Die optimale Menge an Schlaf beträgt bei Erwachsenen sieben bis acht Stunden pro Nacht. Vielleicht hilft es Dir auch, jeden Tag circa zur gleichen Zeit zu Bett zu gehen und aufzustehen.
 
Sei vorbereitet
Führst Du einen Menstruationskalender, kannst Du in den nächsten Zyklen besser einschätzen, welche Symptome wann auf Dich zukommen. Stell Dich auch im Alltag auf die Beschwerden ein, indem Du an den schlimmsten Tagen Stress vermeidest und den Menschen in Deinem Umfeld Bescheid gibst. So können auch sie sich besser auf Deine Stimmungsschwankungen einstellen und mehr Verständnis zeigen.
 
Vielleicht schaffst Du es außerdem, die Situation anzunehmen und zu akzeptieren. Wer von vornherein schwarzsieht, leidet nämlich oft noch mehr als ohnehin schon.
 
Gönne Dir Zeit für Dich und schöne Erlebnisse
Nimm den Druck aus Deinem Alltag, lass die To-do-Liste beiseite und widme Dich Deinen liebsten Hobbys. Vielleicht hilft es Dir auch, Dich mit Freunden zu verabreden. Das bringt positive Gefühle und Ablenkung – so lässt Du die negativen Gedankenströme hinter Dir.

Können auch Männer unter PMS leiden?

Das prämenstruelle Syndrom kann prinzipiell nur Frauen betreffen. Hormonschwankungen und ähnliche Symptome treten aber auch bei Männern auf. In diesem Fall spricht die Medizin allerdings von einem Irritable Male Syndrome (IMS), übersetzt bedeutet das „Reizbarer Mann Syndrom“.

Lässt sich PMS vorbeugen?

Es ist wissenschaftlich nicht genau geklärt, was die Ursachen des PMS sind. Aus diesem Grund kannst Du dem Syndrom nur bedingt vorbeugen. Wenn Medikamente oder eine Operation den Übergang in die zweite Zyklushälfte und die Periode verhindern, treten die Symptome beispielsweise nicht auf. Außerdem schaffen es viele Frauen, durch einen gesunden Lebensstil mit genügend Sport und ausgewogener Ernährung die Beschwerden von vornherein zu vermeiden.
 
Vor allem während PMS ist ein gesunder Lebensstil wichtig, denn mit einer guten Ernhrung können sich die Symptome mildern lassen

Wie ist die Prognose bei PMS?

Wie genau das PMS verläuft, ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Aus diesem Grund ist keine eindeutige Prognose möglich. Fest steht allerdings, dass sich die prämenstruellen Strapazen durch einen gesunden Lebensstil und gewisse Hausmittel bereits gut behandeln lassen. Ist das Leben der Betroffenen sehr stark durch die Symptome beeinträchtigt, kann eine medikamentöse Therapie helfen. Nach dem Einsetzen der Monatsblutung lassen die Beschwerden normalerweise innerhalb von einem Tag von allein nach und spätestens nach den Wechseljahren verschwinden sie vollkommen.

Übernimmt die Krankenkasse die Behandlungskosten?

Nicht viele Medikamente sind speziell für die Behandlung des prämenstruellen Syndroms zugelassen. Manchmal kann es daher sein, dass die Krankenkasse die Kosten dafür nicht übernimmt. Für nähere Informationen wendest Du Dich am besten direkt an Deinen Versicherungsträger.

 


Dauer Dauer

Bis zu 14 Tage

Ausfallzeit Ausfallzeit

Keine

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

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Dr. med. Christine Chung, MPH

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Das Wichtigste zusammengefasst

Das prämenstruelle Syndrom (PMS) umfasst eine Gruppe körperlicher und psychischer Symptome. Es tritt in der zweiten Zyklushälfte, also zwischen dem Eisprung und dem Einsetzen der Regelblutung, auf


Welche Beschwerden auftreten, ist von Frau zu Frau und von Monat zu Monat verschieden. Die häufigsten Symptome des PMS sind Kopf-, Brust-, Rücken- und Bauchschmerzen, sowie Müdigkeit, Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und depressive Verstimmungen


Leichte Formen des prämenstruellen Syndroms lassen sich am besten durch sportliche Betätigung, gesunde Ernährung, Stressvermeidung und Entspannungstechniken behandeln. Auch pflanzliche Heilmittel wie Mönchspfeffer, Johanniskraut oder Frauenmantel können die Symptome lindern


Bei sehr starken Beschwerden kann Dir ein Arzt gewisse Medikamente verschreiben. Hormonelle Verhütungsmittel, Antidepressiva, Schmerzmittel und entwässernde Arzneimittel kommen besonders häufig zum Einsatz

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