Regelschmerzen – Diese Tipps helfen wirklich!

Bauchkrämpfe, Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen – viele Frauen kennen es: Regelschmerzen. Die Schmerzen während der Periode können recht unterschiedlich sein, die einen spüren kaum etwas, andere Frauen wiederum haben so starke Schmerzen, dass sie nicht mehr ihrer Arbeit nachgehen können. Dabei gibt es hilfreiche Tipps, die helfen können, vor und während der Periode die Schmerzen zu lindern.


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Medizinische Expertin

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Online-Redaktion


Zuletzt aktualisiert: 23. September, 2020

Wie funktioniert der Zyklus einer Frau?

Jeden Monat reift im weiblichen Zyklus meist eine Eizelle heran, die befruchtet werden kann. Die Gebärmutterschleimhaut verändert sich so, dass sich eine befruchtete Eizelle in ihr einnisten kann. Diese Vorgänge gehen ganz automatisch vonstatten und werden von bestimmten Hormonen im weiblichen Körper gesteuert.
 
Zur Mitte des weiblichen Zyklus, beim Eisprung, wird eine Eizelle reif. Sofern keine Befruchtung der Eizelle stattfindet, wird das neu gebildete Gebärmuttergewebe, in Form der Regelblutung, abgestoßen. Dabei werden etwa 150ml Blut und kleine Mengen an Gebärmutterschleimhaut ausgeschieden. Studien haben gezeigt, dass die meisten Zyklen zwischen 25 und 35 Tage liegen und mehr als 80 Prozent der Zyklen schwanken.

Viele Frauen leiden monatlich unter starken Regelschmerzen und suchen fieberhaft nach effektiven Tipps.

Wieso haben manche Frauen während ihrer Periode Schmerzen?

Auslöser für Regelschmerzen, wie Bauchkrämpfe während der Menstruation, sind die Muskelbewegungen der Gebärmutter, die in Wellen auftreten und welche vergleichbar mit Geburtswehen sind. Diese Muskelbewegungen werden durch das körpereigene Hormon Prostaglandin ausgelöst, welches während der Menstruation auftritt. Durch die Muskelbewegungen der Gebärmutter wird der Blutkreislauf innerhalb der Gebärmutter unterbrochen.
 
Dadurch entsteht ein Sauerstoffmangel, welcher oft unangenehme Unterleibsschmerzen, Rückenschmerzen, Periodenkrämpfe oder Kopfschmerzen hervorruft. Neben den Regelschmerzen gibt es aber noch einige andere Beschwerden, die vor oder während der Menstruation auftreten und welche als PMS (prämenstruelles Syndrom) bezeichnet werden.
 
Es gibt über 150 bekannte Formen von Menstruationsschmerzen, zu den häufigsten Beschwerden zählen:

  • Bauchschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Stimmungsschwankungen
  • Kreislaufprobleme
  • Müdigkeit
  • Übelkeit
  • Heißhunger
  • Brustschmerzen
  • Unreine Haut
  • Wassereinlagerungen in den Beinen

Wann sollte ich lieber eine Frauenärztin aufsuchen?

Menstruationsschmerzen sind zwar unangenehm, doch meistens kein Grund zur Sorge. In manchen Fällen solltest Du aber einen Arzt aufsuchen.
 
Sind Deine Periodenschmerzen unerträglich und beeinträchtigen sie Dich so stark in Deinem Alltag, dass Du ein bis zwei Tage im Monat regelrecht ausgeknockt bist? Dann solltest Du abklären lassen, ob hinter den starken Bauchschmerzen die Krankheit Endometriose steckt.
 
Verändern sich Dauer oder Stärke der Schmerzen oder die Blutung an sich, solltest Du ebenfalls Deinen Gynäkologen aufsuchen. Möglicherweise könnte eine Erkrankung dahinterstecken. Gerade Scheideninfektionen lassen sich so frühzeitig erkennen und behandeln, ohne dass es zu Folgeerkrankungen kommt.
 
Befindest Du Dich jenseits der Wechseljahre und es treten plötzliche Blutungen auf? Auch dann solltest Du umgehend zum Arzt aufsuchen. Die Blutungen können ein Hinweis auf einen Tumor in den Geschlechtsorganen sein.

Wann spricht man von Endometriose?

Eine häufige Ursache für sehr starke Regelschmerzen ist die Krankheit Endometriose. Bei den Betroffenen findet sich im Körper verstreute Gebärmutterschleimhaut, besonders im Becken. Die Schleimhautstückchen unterliegen ebenso wie die Schleimhaut innerhalb der Gebärmutter den hormonellen Veränderungen während des Monatszyklus. Kommt es zur Menstruation, beginnen diese somit ebenfalls zu bluten.
 
Starke Menstruationsbeschwerden und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr können auf eine Endometriose hindeuten. Weitere Anzeichen dafür sind Zyklusschwankungen und Schmierblutungen. Eine Endometriose lässt sich oft schwer diagnostizieren, da die kleinen Gebärmutterschleimhaut-Herde außerhalb der Gebärmutter nicht leicht zu finden sind. Häufig wird eine Magnetresonanztomographie oder Computertomographie zur Diagnose angewendet. Wobei in den meisten Fällen eine Bauchspiegelung zur Diagnosesicherung notwendig ist.

Jede Frau klagt über andere Beschwerden und nicht jeder Tipp funktioniert für alle Frauen gleich gut.

10 Tipps gegen Schmerzen während der Periode

1.  Entspannung
 
Stress hat Auswirkungen auf Körper und Psyche und auch Regelschmerzen werden dadurch begünstigt. Höre deshalb während Deiner Menstruation besonders auf Deinen Körper. Lege bewusst Pausen ein: Sag stressige Termine ab, lass Dir ein Bad ein oder gönn’ Dir einen Wellnesstag. Erlaubt ist, was Dir guttut.
 
2.  Wärme
 
Wärme entspannt den Körper und wirkt krampflösend. Ein warmes Bad, eine Wärmflasche oder heiße Tees wärmen von innen und außen. Wenn nicht gerade Hochsommer ist, versuche, Deine Körpermitte und Deine Füße besonders warmzuhalten.
 
3.  Leichter Sport
 
Manchmal liegt die Ursache für Krämpfe und Verspannungen an einem Mangel an körperlicher Betätigung, sodass sich Spannungen aufbauen. Ein Spaziergang, Yoga oder Gymnastik lockern die Muskulatur und wirken krampflösend. Wenn Du während der Menstruation selbst gar keinen Sport machen kannst oder möchtest, solltest Du versuchen, im restlichen Zyklus mehr Sporteinheiten einzubauen.
 
4.  Ätherische Öle
 
Eine leichte Massage kann gegen Bauchschmerzen helfen. Ätherische Öle wie Kamille, Fenchel, Majoran, Rosmarin oder Wacholder beleben Körper und Geist. Träufle einige Tropfen davon in ein neutrales Massageöl und trage es mit wenig Druck sanft im Uhrzeigersinn vom Bauchnabel ausgehend in kreisenden Bewegungen auf.
 
5.  Magnesium
 
Magnesium wirkt erwiesenermaßen krampflösend und ist daher besonders bei Bauchkrämpfen zu empfehlen. Du kannst über die Nahrung – beispielsweise durch Nüsse, Bohnen oder Linsen – Magnesium aufnehmen. Du kannst aber auch ein bis zwei Wochen vor Deiner Periode täglich ein Magnesiumpräparat einnehmen.
 
6.  CM / Akupunktur
 
Aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist die häufigste Ursache für Menstruationsbeschwerden eine sogenannte Leber-Qi-Stagnation, welche mittels Akupunktur und Kräutertees behandelt wird. Leider ist diese Therapie relativ teuer und muss selbst bezahlt werden.
 
7.  Kein Nikotin
 
Raucherinnen leiden öfter unter starken Regelschmerzen als Nichtraucherinnen. Nikotin verringert die Durchblutung des Gewebes und ist somit ein wahrer Schmerzverstärker.
 
8.  Homöopathie
 
Die Wirkung homöopathischer Mittel ist von Frau zu Frau sehr unterschiedlich. Ein geschulter Arzt kann Dir ein passendes Rezept verschreiben. Die meisten Mittel werden über den gesamten Zyklus eingenommen. Da Homöopathie keine schädlichen Inhaltsstoffe enthält, kannst Du sie bedenkenlos ausprobieren.
 
9.  Hormone
 
Wer die Pille nimmt, hat keine richtige Menstruation, sondern eine Abbruchblutung. Durch künstliche Hormone wird die Gebärmutterschleimhaut weniger stark aufgebaut und besser abgebaut. Für viele Frauen schaffen Pille & Co Erleichterung gegen starke Regelschmerzen.
 
10. Schmerztabletten
 
Eine regelmäßige Einnahme von schmerzstillenden Medikamenten wird von Ärzten grundsätzlich nicht empfohlen. Wenn es allerdings gar nicht anders geht, helfen akute schmerzstillende Medikamente, vor allem Ibuprofen. Achtung: Von der Einnahme von Aspirin wird bei Regelschmerzen abgeraten, da der Wirkstoff blutverdünnend wirkt und so die Regelblutung noch verstärken kann.

 



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