Wie beeinflusst ein Provisorium das 3D-Röntgen?
Entscheidend ist das Material. Die meisten provisorischen Kronen und Brücken bestehen aus Kunststoff. Kunststoff lässt Röntgenstrahlen weitgehend durch, deshalb bleibt der Zahn darunter im Bild meist gut erkennbar. Manche Kunststoffe enthalten röntgendichte Füllstoffe und erscheinen etwas heller, verdecken den Zahn aber in der Regel nicht vollständig.
Anders ist es bei Metall. Provisorische Metallkronen, Metallstifte, Amalgamfüllungen oder benachbarte Metallkronen schwächen die Strahlen stark ab. Im DVT entstehen dann helle und dunkle Streifen sowie Schatten rund um das Metall, sogenannte Artefakte. Diese Bildstörungen liegen genau dort, wo Karies entstehen würde, nämlich am Übergang zwischen Zahn und Versorgung. Auch Keramik und Zirkonoxid können je nach Zusammensetzung Artefakte verursachen.
Warum ist die DVT kein Standardverfahren zur Kariessuche?
Die DVT ist für dreidimensionale Fragestellungen gedacht, etwa die Planung von Implantaten, die Lage von Weisheitszähnen oder komplizierte Wurzelbehandlungen. Die deutsche S2k-Leitlinie zur dentalen Volumentomographie sieht sie nicht als Routineverfahren zur Kariesdiagnostik vor. Für die Kariessuche gibt es geeignetere Methoden mit weniger Strahlung.
Das hat zwei Gründe. Erstens ist die Auflösung einer DVT für sehr kleine, beginnende Kariesstellen oft nicht ausreichend. Zweitens stören Füllungen, Kronen und Provisorien das Bild gerade an den Rändern, an denen Sekundärkaries typischerweise beginnt. Eine Karies, die im DVT zufällig auffällt, ist meist schon größer. Umgekehrt bedeutet ein unauffälliges DVT nicht, dass der Zahn kariesfrei ist.
Wie wird Karies unter einem Provisorium sicher erkannt?
Ein Provisorium ist eine Übergangslösung. Spätestens wenn die endgültige Krone, Brücke oder Füllung eingesetzt wird, nimmt Deine Zahnärztin oder Dein Zahnarzt das Provisorium ab. Dann lässt sich der beschliffene Zahn direkt ansehen und mit Instrumenten abtasten. Weiches, verfärbtes Zahnmaterial fällt dabei auf und wird vor der endgültigen Versorgung entfernt.
Besteht schon vorher ein Verdacht, etwa durch Schmerzen beim Kauen, Empfindlichkeit auf Süßes oder einen undichten Rand, kann die Praxis das Provisorium abnehmen und den Zahn kontrollieren. Für die Kariessuche zwischen den Zähnen sind Bissflügelaufnahmen üblich, also kleine zweidimensionale Röntgenbilder mit geringer Strahlendosis. Welche Untersuchung in Deinem Fall sinnvoll ist, hängt vom Zahn, vom Material und von Deinen Beschwerden ab.
Was tun, wenn Du Dir über Deine Aufnahme unsicher bist?
Frag in der Praxis nach, die das DVT angefertigt hat. Lass Dir erklären, warum die Aufnahme gemacht wurde und welche Bereiche darauf gut oder schlecht beurteilbar sind. Ein DVT wird für eine bestimmte Fragestellung angefertigt, etwa die Planung eines Implantats. Fragen nach Karies an einzelnen Zähnen beantwortet es deshalb oft nur nebenbei.
Suchst Du eine zweite Meinung, kannst Du die DVT-Daten auf einem Datenträger anfordern und in eine andere Zahnarztpraxis mitnehmen. Eine erneute Aufnahme ist dann häufig nicht nötig. Lass Dir dabei auch den Befund mitgeben, damit die neue Praxis sieht, wofür die Aufnahme ursprünglich gedacht war.
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