Generalsanierung beim Zahnarzt

Viele unterschiedliche Faktoren und Entwicklungen können dazu führen, dass eine Generalsanierung der Zähne nötig wird oder eine Behandlung darstellt, die Du gerne durchführen lassen würdest. Dies kann sowohl aus physischen als auch psychischen oder ästhetisch motivierten Gründen der Fall sein. Mithilfe einer Generalsanierung ist Dein Zahnarzt in der Lage, Deine Zähne komplett zu erneuern und Dir somit zu einem voll funktionsfähigen und ästhetisch ansprechenden Gebiss zu verhelfen, was Dein Wohlbefinden und Deine Lebensqualität enorm steigern kann. Wann eine Generalsanierung notwendig ist, wie sie abläuft, welche Behandlungen typischerweise mit ihr verbunden sind, und Vieles mehr erfährst Du in diesem Text!


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Zuletzt aktualisiert: 11. Januar, 2024



Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

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Was versteht man unter einer Generalsanierung beim Zahnarzt?

Unter einer Generalsanierung versteht man in der Zahnmedizin eine umfassende Erneuerung bzw. Rekonstruktion der Zähne. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, wie Dein Zahnarzt das bewerkstelligen kann, und unterschiedliche Indikationen, die eine Generalsanierung nötig oder sinnvoll machen können. Im Allgemeinen wird eine Generalsanierung dann nötig, wenn ein Großteil der Zähne  zerstört oder nicht mehr funktionsfähig und/oder ästhetisch nicht mehr ansprechend ist. Dies kann viele unterschiedliche Gründe haben und ganz unterschiedliche Zahnerkrankungen als Ursache haben. Es gib in den meisten Fällen unterschiedliche Methoden oder Kombinationen von Behandlungsmaßnahmen, welche die Zähne durch ihre umfangreiche Sanierung bzw Rekonstruktion wieder voll funktionsfähig und ästhetisch ansprechend machen. Jede Generalsanierung muß individuell im Vorfeld gut geplant werden und erstreckt sich in der Regel über mehrere Sanierungsphasen hinweg. Wenn eine qualitativ hochwertige Generalsanierung sorgfältig umgesetzt wird, kann ein sehr schönes nachhaltiges Ergebnis erzielt werden. PatinetInnen können sich so noch jahre- oder jahrzehntelang an den neuen Zähnen freuen.

 

Typische Behandlungsnotwendigkeiten einer Generalsanierung umfassen beispielweise: Kariessanierung, Parodontalsanierung, ggf. Implantate und Knochenaufbauten, funktionelle Rehabilitationen, Bisshebungen, Ästhetische Rekonstruktionen, Kieferorthopädischen Maßnahmen etc.

Wann ist eine Generalsanierung notwendig?

Das Gebiss ist jeden Tag hohen Belastungen ausgesetzt und kann sich gerade in Kombination mit zusätzlichen Einflussfaktoren mit der Zeit zunehmend abnutzen. Eine Belastung, die sich nicht verhindern lässt und normaler Teil unseres Alltags ist, ist die mechanische Krafteinwirkung beim Kauen. Auch bestimmte Nahrungsbestandteile, insbesondere verschiedene Säuren, können die Zähne auf chemischer Ebene angreifen und so etwa den Zahnschmelz zerstören. In diesem Kontext spricht man auch von Erosion. Auch, wenn Du in Deiner Vergangenheit schon häufiger unter Karies gelitten hast und infolgedessen bereits mehrere Füllungsbehandlungen durchgemacht hast, ist es möglich, dass Du einige Deiner Zähne durch die Belastung verloren hast oder die Zähne nur noch eingeschränkt funktionsfähig sind. Wurzelbehandlungen können, wenn sie nicht vollständig durchgeführt wurden, Infektionen oder Entzündungen im entsprechenden Teil des Kieferknochens nach sich ziehen. Gerade, wenn in Deiner Vergangenheit zahnmedizinische Behandlungen sehr punktuell vorgenommen wurden, anstatt den ganzen Mundraum oder den ganzen Kieferknochen zu beachten, kann es sein, dass die Bisslage aus dem Gleichgewicht geraten ist, was langfristig die Kiefergelenke und die Kaumuskulatur in ihrer Funktion stören kann. Aber auch psychische Faktoren wie etwa eine Angst vor Zahnärzten beziehungsweise Zahnarztbesuchen oder Schamgefühle dabei, dem Zahnarzt die unter Umständen zerstörten oder kariösen Zähne zeigen zu müssen, können die Situation in Deinem Mundraum fundamental verschlechtern. All diese Faktoren können zu einem ausgeprägten Verlust an Zahnsubstanz führen, welcher durch eine Generalsanierung effektiv behandelt werden kann. Mithilfe der Generalsanierung ist Dein Zahnarzt in der Lage, Deine Zähne sowohl in ihrer Funktion wiederherzustellen als auch ihnen wieder zu einer deutlich verbesserten Ästhetik zu verhelfen. Dies zieht eine enorme Verbesserung Deiner Lebensqualität nach sich, da Du nach der Generalsanierung etwa wieder in der Lage bist, ohne Schmerzen zu kauen und so ein wesentliches Stück Normalität zurückerlangst. Und auch der Blick in den Spiegel wird Dir mit der Zeit leichter fallen, wenn Du Dir selbstbewusst zulächeln kannst und keine Angst mehr haben musst, Dir selbst oder anderen Deine Zahnsituation zu zeigen.

 

Als notwendig wird eine Generalsanierung dann erachtet, wenn mehr als die Hälfte Deiner Zähne nicht mehr intakt ist. Das ist der späteste Zeitpunkt, zu dem Dein Zahnarzt unbedingt eingreifen sollte, um weitere Schäden zu verhindern. Aber nicht nur der Aspekt der Zahnschädigung an sich, sondern auch das dabei entstehende ästhetische Problem kann eine Generalsanierung nötig werden lassen. Wenn Du aus ästhetischen Gründen sehr unzufrieden mit Deinen Zähnen bist, kann eine Generalsanierung dabei helfen, dieses Problem zu beheben und Dein Selbstwertgefühl zu steigern.

Worauf ist vor einer Generalsanierung zu achten?

Vor der Behandlung findet zuerst eine umfangreiche Diagnostik statt: Fotostatus, genaue und umfangreiche klinische Untersuchung, 3-D Röntgen, 3-Scan oder Modellerstellung, Parodontalbefund, funktionielle Analysen etc.. Die erhobenen Befunde müßen in einem ausführlichen Beratungsgespräch besprochen und mögliche Sanierungsmaßnahmen erörtert werden. Es sollten auch mögliche Behandlungsalternativen besprochen werden, denn meistens gibt es unterschiedliche Wege zur Sanierung und auch unterschiedliche Zielvorstellungen. Die individuellen Patientenwünsche und finanziellen Möglichkeiten spielen eine große Rolle bei der Findung der geeigneten Therapiephasen und auswahl der besten Sanierungsmethoden. Oft müßen zunächst einige Vorbehandlungen wie Mundhygienemaßnahmen oder Extraktionen von hoffnungslosen Zähnen gemacht werden. Des Weiteren kann es nötig sein, Karies oder Probleme des Zahnhalteapparats oder des Wurzelkanals zu behandeln, da es wichtig ist, dass das Gewebe zum Zeitpunkt des eigentlichen Eingriffs gesund und nicht entzündet ist. Das weitere Vorgehen bespricht Dein Zahnarzt im Verlauf der Behandlung mit Dir.

Wie wird der Umfang der Behandlung festgelegt?

Eine Generalsanierung ist eine sehr umfangreiche Behandlung, welche ein hohes Maß an Planung im Vorfeld der eigentlichen Behandlung erfordert. Zu diesem Zweck wird Dein behandelnder Zahnarzt zunächst eine ausführliche Diagnostik durchführen. Dazu gehören zum Beispiel Modelle, Fotos von Deinem Gebiss, bildgebende Verfahren wie etwa Röntgenuntersuchungen sowie ein Parodontalstatus, also eine ausführliche Untersuchung Deines Zahnhalteapparats. All diese Faktoren ermöglichen es Deinem Zahnarzt, einzuschätzen, wie sich die Belastbarkeit Deiner Zähne auf lange Sicht entwickeln wird und so den genauen Umfang der Generalsanierung festzulegen.

Wie wird eine Generalsanierung geplant?

Da die Generalsanierung eine sehr umfangreiche Behandlung ist, ist es nötig, im Vorfeld genau festzulegen, in welchem Umfang sie erfolgen soll. Zu diesem Zweck findet vor der eigentlichen Behandlung eine Vielzahl an diagnostischen Maßnahmen statt, um genau festlegen zu können, welchen Bereich Dein Zahnarzt im Rahmen der Sanierung behandeln soll. Im Anschluss an die verschiedenen Untersuchungen wird Dein Zahnarzt dich ausführlich über die Ergebnisse aufklären und gemeinsam mit Dir besprechen, welcher Behandlungsweg der richtige ist. Der gesamte Prozess der Planung Deines Eingriffs dauert in der Regel etwa vier bis sechs Wochen.

Welche Untersuchungen sind vor der Generalsanierung notwendig?

Es ist wichtig, dass Dein Zahnarzt vor der eigentlichen Generalsanierung eine ausführliche Diagnostik durchführt und sich ein genaues Bild von Deiner Gebisssituation macht. Dabei ist es wichtig, dass er nicht nur die Zähne betrachtet, sondern auch das Zahnfleisch und den Zustand des Kieferknochens. Zu diesem Zweck wird Dein Zahnarzt zum Beispiel ein bildgebendes Verfahren, in der Regel eine Röntgenuntersuchung, durchführen. Außerdem wird er aus verschiedenen Perspektiven Fotos von Deinem Gebiss anfertigen und Gipsmodelle und einen Parodontalstatus erstellen. Darunter versteht man eine genaue Untersuchung des Zahnhalteapparats. All diese Untersuchungen sind wichtig, um den Behandlungsumfang einschätzen zu können und den Eingriff im Vorfeld möglichst gut und ausführlich planen zu können.

Wie lange dauert eine Generalsanierung?

Die genaue Dauer einer Generalsanierung ist abhängig von der bei Dir angewendeten Methode und dem Umfang Deiner Behandlung. Bei einfachen Fällen kann es sein, dass die Behandlung innerhalb von zwei Monaten abgeschlossen ist. In mittelschweren Fällen kann man mit etwa sechs bis neun Monaten kalkulieren. Handelt es sich um einen besonders schweren Fall, solltest Du mit einem bis eineinhalb Jahren rechnen.

Wie viele Termine sind notwendig?

Wie viele Termine für Deine Generalsanierung nötig sind, lässt sich nicht pauschal vorhersagen, da die Anzahl vom Umfang und der Art Deiner Behandlung abhängt. In jedem Fall beginnt die Behandlung mit einem ausführlichen Beratungsgespräch, auf das mehrere Termine zu diagnostischen Untersuchungen und erneuten Beratungsgesprächen folgen. Unter Umständen folgt als nächstes ein Termin, in dem durch eine zuvor gewählte Maßnahme der Knochenschwund im Kieferbereich behandelt wird. Als nächstes folgt in der Regel das Setzen von Implantaten, welche danach einige Monate zum festen Einheilen benötigen, bis der Zahnersatz aufgeschraubt werden kann. Am Ende der Behandlung folgt eine nochmalige genaue Untersuchung, in der Dein Zahnarzt den Sitz der neuen Zähne und den Gesamtzustand Deines Gebisses prüft. Im Anschluss daran solltest Du mindestens einmal pro Jahr zu einem Kontrolltermin erscheinen, bei dem auch Deine neuen Zähne professionell gereinigt werden.

Ist eine Generalsanierung schmerzhaft?

Je nach insgesamt nötigen Behandlungen ist auch der Grad an Schmerzen unterschiedlich. Auch der Eingriff der Generalsanierung selbst erfolgt nie ohne Betäubung, da es sich um einen invasiven Eingriff handelt. Aufgrund der Betäubung ist die Behandlung für Dich in der Regel nicht mit großen Schmerzen verbunden.

 

Auf besonderen Wunsch können besonders invasive chirurgische und implantologische Behandlungsabschnitte auch in Totalnarkose durchgeführt werden,

Ist eine örtliche Betäubung erforderlich?

Da viele Behandlungssitzungen im Rahmen einer Generalsanierung invasiv sein können, erfordert das fast immer eine Betäubung. In der Regel ist dafür eine örtliche Betäubung ausreichend und stellt daher das Mittel der Wahl dar. Falls Du unter einer starken Angst vor Zahnärzten oder Zahnarztbesuchen leidest, kann es allerdings sinnvoll sein, die Behandlung unter Vollnarkose durchzuführen. Deswegen solltest Du unbedingt im Voraus mit Deinem Zahnarzt besprechen, wie Du Dich in Bezug auf die Behandlung fühlst, damit er sie entsprechend planen und die Art der Narkose danach ausrichten kann.

Welche Maßnahmen können bei einer Generalsanierung durchgeführt werden?

Je nach Umfang der Behandlung und Deinen persönlichen Wünschen und Vorstellungen kann Dein Zahnarzt bei der Generalsanierung Deines Gebisses unterschiedlich vorgehen. Eine erste Option stellt der Einsatz einer Total- oder Vollprothese oder einer Teilprothese dar, je nachdem, wie umfangreich die Generalsanierung ausfällt. Diese Methode ist besonders kostengünstig und bietet den Vorteil, dass die Prothese einfach herausnehmbar ist und Du sie so sehr einfach reinigen kannst. Auch das Reparieren der Prothese ist verhältnismäßig unkompliziert. Ein Nachteil der Prothesen ist, dass sie direkt auf Deiner Mundschleimhaut sitzen und daher kein so angenehmes Tragegefühl aufweisen wie Implantate. Diese stellen die zweite wesentliche Behandlungsoption im Rahmen der Generalsanierung dar. Die Implantate selbst sind künstliche Zahnwurzeln, welche Dein zuständiger Arzt in Deinen Kieferknochen implantiert. Darauf aufgeschraubt werden kann entweder ein abnehmbarer oder ein festsitzender Zahnersatz.

Welche Arten von Füllungen werden verwendet?

Es gibt diverse unterschiedliche Füllungen, welche im Rahmen einer Generalsanierung zum Einsatz kommen können. Dabei wird stets darauf geachtet, ein Ergebnis zu erzielen, das einerseits funktionell möglichst vorteilhaft ist, aber andererseits auch den ästhetischen Vorstellungen von Dir als Patient entspricht. Die einzelnen Füllungen unterscheiden sich insbesondere in ihrem Äußeren. Amalgamfüllungen kommen aufgrund der gesundheitlichen und toxikologischen Bedenken in aller Regel nicht mehr zum Einsatz. Stattdessen verwenden Zahnärzte häufig Füllungen aus Keramik, Kunststoff oder Gold, da diese besonders sicher sind. Gerade Keramik ist sehr gut bioverträglich und führt auch langfristig zu keinerlei schädlichen Nebenwirkungen. Keramik kommt besonders dann zum Einsatz, wenn die Kauflächen zum Beispiel infolge von Säureeinwirkung oder häufiges Zähneknirschen abgerieben wurden. Dient die Generalsanierung bei Dir der Behandlung größerer Defekte, sind in aller Regel Kronen das Mittel der Wahl. Falls Dein Zahnarzt bei Dir fehlende Zähne ersetzen muss, kommen als attraktivste Form des Zahnersatzes Implantate zum Einsatz, alternativ Brücken und Teil- oder Vollprothesen. Welche Art der Füllung bei Dir am sinnvollsten ist, bespricht Dein behandelnder Zahnarzt im Vorfeld der Behandlung mit Dir.

Wann ist eine Wurzelbehandlung notwendig?

Eine Wurzelbehandlung ist dann notwendig, wenn Bakterien ins Mark des betroffenen Zahns gelangt sind und so zu einer schmerzhaften Entzündung des Wurzelkanals geführt haben. Eine Entzündung des Wurzelkanals hat zur Folge, dass das umliegende Gewebe irreversibel zerstört wird, da sich die Bakterien weiter im Kieferknochen ausbreiten. Mit einer Wurzelbehandlung soll erreicht werden, dass sich die Erreger nicht ausbreiten können und eine Abwehrreaktion des Körpers verhindert wird. Diese kann sich in unterschiedlichen Formen wie zum Beispiel der Bildung von Zysten oder Granulomen äußern und muss daher unbedingt verhindert werden.

Welche Möglichkeiten gibt es bei Knochenschwund?

Viele verschiedene Faktoren können dazu führen, dass Dein Kieferknochen an Masse verliert oder Du Teile davon ganz verlierst. Dazu gehören zum Beispiel Unfälle, bei denen Dein Kiefer schwer verletzt werden kann, aber auch ein zum Beispiel altersbedingter Zahnverlust oder Erkrankungen des Zahnhalteapparats wie zum Beispiel Parodontitis. Hier kommt es zu einer durch Bakterien hervorgerufenen Entzündung des Zahnhalteapparats, welcher sich aus unterschiedlichen den Zahn umgebenden Geweben sowie dem Kieferknochen selbst zusammensetzt. Infolge der entzündlichen Vorgänge bilden sich zunehmend Taschen im Zahnfleisch, das den betroffenen Zahn umgibt, wodurch die Bakterien tiefere Schichten den Zahns und des Zahnhalteapparats befallen können. Wenn auch an diesem Punkt noch kein Zahnarzt eingreift, bauen die Bakterien den Zahnhalteapparat weiter ab und es kommt zu Lockerungen der Zähne, welche im Extremfall ganz herausfallen können.

 

Das Problem bei einem Verlust an Knochenmasse im Bereich des Kiefers besteht darin, dass der Kieferknochen das entscheidende Fundament für einen auf Implantaten befestigten Zahnersatz ist. Die Implantate fungieren als Ersatz der Zahnwurzeln und müssen fest im Knochen verankert werden, um wiederum dem Zahnersatz als Stütze und Halterung dienen zu können. Jedes Implantat sollte von mindestens einem, besser jedoch von zwei Millimetern Knochensubstanz umgeben sein. Nur so kann sichergestellt werden, dass das Implantat gut einheilen kann und für lange Zeit fest in Deinem Kiefer verankert ist. Daher ist es wichtig, dass vor Deiner eigentlichen Generalsanierung eine genaue Untersuchung des Zustands Deiner Kiefer stattfindet, damit Dein Zahnarzt, wenn nötig, entsprechende Maßnahmen zum Wiederaufbau des Knochens einleiten kann. Der Vorteil von Implantaten ist, dass sie wie natürliche Zahnwurzeln wirken und einen erneuten Abbau des Knochenmaterials bremsen. Die wiedergewonnene Masse an Knochenmaterial bleibt Dir also auch nach dem Eingriff langfristig erhalten.

 

Zur Untersuchung des Zustands Deiner Kieferknochen dient typischerweise die digitale Volumentomografie (DVT). Diese stellt im Prinzip eine Weiterentwicklung der klassischen Computertomografie (CT) dar, mit dem Unterschied, dass die digitale Volumentomografie ausschließlich auf den Kopf beziehungsweise den Mundraum konzentriert und wesentlich strahlungsärmer ist. Mithilfe der digitalen Volumentomografie kann Dein Zahnarzt die Größe und Form Deines Kiefers, die Dichte des Knochens, den Verlauf Deiner Zahnwurzeln, den Verlauf von im Knochen verlaufenden Nerven und Blutgefäßen und eventuelle anatomische Besonderheiten genauestens vermessen und dokumentieren. Dies ermöglicht ihm, sich optimal auf den eigentlichen Eingriff vorzubereiten und diesen gerade für Dich als Patient sehr sicher und risikoarm zu gestalten.

 

Es gibt viele unterschiedliche Methoden, die Dein Zahnarzt anwenden kann, falls Dein Kieferknochen bereits stark geschrumpft ist und schon einiges an Masse verloren hat. Dazu gehören auch Maßnahmen, die minimalinvasiv und schonend für Dich als Patient sind. Sofern Du nur kleine Mengen an Knochenmaterial zum Knochenaufbau benötigst, besteht die Möglichkeit, Knochensubstanz aus benachbarten Regionen wie etwa dem Ober- oder Unterkieferkante oder dem Kinn zu entnehmen. Dies ist ein kleinerer Eingriff, welcher ambulant unter örtlicher Betäubung erfolgen kann. Falls größere Mengen an zusätzlichem Knochenmaterial nötig sind, werden diese im Normalfall aus dem Beckenkamm entnommen. Hierbei handelt es sich allerdings um einen größeren Eingriff, welcher in der Regel unter Vollnarkose in einer Zahnklinik vorgenommen wird. Da beide diese Methoden jedoch die Entnahme von Knochensubstanz aus einer anderen Körperregion beinhalten, wurden inzwischen Möglichkeiten entwickelt, um ohne zusätzlichen Eingriff auszukommen und stattdessen mit Knochenersatzmaterial zu arbeiten. Hierfür stehen unterschiedliche Materialien zur Verfügung. Diese können natürlichen Ursprungs sein und unter anderem aus Tierischem und Menschlichem Knochenmaaterialien, Algen und Korallen bestehen oder aus synthetischen Materialien zusammengesetzt sein.

 

Unabhängig vom verwendeten Material wird Dein behandelnder Arzt den entsprechenden Bereich vollständig mit Schleimhaut bedecken, um zu gewährleisten, dass der eingesetzte Knochen vollständig einheilen kann. Wie lange dieser Prozess dauert, ist von Patient zu Patient unterschiedlich. Zur Verankerung der Implantate wird Dein Arzt die Schleimhaut nochmals öffnen müssen, um diese korrekt verankern zu können. Im Anschluss daran wird er die Behandlung entsprechend dem zuvor festgelegten Behandlungsplan fortführen.

 

Eine weitere Option zum Knochenaufbau stellt die sogenannte Membrantechnik dar, welche der gezielten Regeneration des Knochengewebes dient. Sie wird auch als guided tissue regeneration bezeichnet und beruht darauf, dass Dein Zahnarzt nach dem Setzen der Implantatschraube den entsprechenden Bereich mit einer speziellen Membran bedeckt, welche das Implantat wie eine Halskrause umfasst. So kann sich der Knochen, der sich langsam regeneriert, auf die bisher nicht bedeckten Bereiche anlagern. Die Materialien, die heutzutage für die Membran verwendet werden, lösen sich mit der Zeit von selbst auf und hinterlassen keine Rückstände im Körper.

 

Des Weiteren besteht bei Gebisssituationen, in denen kaum mehr ein Zahn erhalten werden kann, die Möglichkeit, die Generalsanierung mittels „All in one“ durchzuführen. Hier kann das Setzen der Implantate auch bei vergleichsweise wenig vorhandener Knochensubstanz erfolgen. Welches Vorgehen sich bei Dir am besten eignet, bespricht Dein behandelnder Zahnarzt mit Dir.

Welche Risiken gibt es bei einer Generalsanierung?

Da es sich bei der Generalsanierung um die Behandlung von sehr vielen Zähnen, kombiniert sehr oft mit operativen Eingriffen handelt, kann trotz ausführlicher Planung im Vorfeld nicht ausgeschlossen werden, dass es zu Nebenwirkungen oder Komplikationen kommt. Zum Beispiel kann es passieren, dass auch nach dem Eingriff Erreger in die Wunde eindringen und eine Entzündung hervorrufen. Hierbei spricht man auch von einer Periimplantitis, welche sich auch erst nach mehreren Jahren entwickeln kann.

 

Des Weiteren kann es passieren, dass während dem Eingriff Blutgefäße oder Nerven verletzt werden. Auch diesem Risiko kann anhand ausführlicher Planung, insbesondere mithilfe der digitalen Volumentomografie, effektiv vorgebeugt werden, sodass es heutzutage nur noch selten zu entsprechenden Läsionen oder Verletzungserscheinungen kommt.

 

Das wichtigste Mittel zur Prävention von Komplikationen ist eine gute Mundhygiene. Gerade nach einer Zahnsanierung solltest Du daher gut darauf achten, deinen Mundraum sauber zu halten und mindestens zwei Mal am Tag Zähne putzen. Zudem ist es sehr hilfreich, nicht zu rauchen, was sowohl Deinen Zähnen als auch Deiner restlichen Gesundheit zugute kommt.

Worauf ist bei der Nachsorge bei einer Generalsanierung zu achten?

Es ist sehr wichtig, dass Du nach Deiner Generalsanierung besonders gut auf eine gründliche Mundhygiene achtest. Dazu gehört sowohl die tägliche Mundhygiene, die Du selbst durchführst, als auch die halbjährliche professionelle Dentalhygiene bei Deinem Zahnarzt. Des Weiteren ist es wichtig, dass Du Dich gesund ernährst, da dies sowohl Karies als auch verschiedenen Erkrankungen des Zahnfleischs wirksam vorbeugen kann. Durch all diese Maßnahmen kannst Du selbst dafür sorgen, dass Du Dich noch für viele Jahren an Deinen neuen Zähnen erfreuen kannst.

Fazit/Zusammenfassung

Viele unterschiedliche Faktoren können dazu führen, dass Patienten sich eine Generalsanierung ihrer Zähne wünschen. Darunter versteht man eine sehr umfangreiche Erneuerung des Gebisses, welche oft auch mithilfe von Implantaten erfolgt, auf die im Anschluss ein Zahnersatz befestigt wird. Gründe, die eine Generalsanierung notwendig machen, sind Karies und Parodontitis, Zahntraumata und Zahnverluste durch Unfälle, durch entzündliche Vorgänge wie im Rahmen einer Parodontitis oder durch das Altern. Aber auch, wenn Du aus ästhetischen Gründen extrem unzufrieden mit Deinen Zähnen bist, kann eine Generalsanierung sinnvoll sein. Die Generalsanierung ist eine sehr umfangreiche Behandlung, welche ein hohes Maß an Planung im Vorfeld des Eingriffs erfordert. In vielen Fällen ist sie außerdem mit weiteren Eingriffen wie zum Beispiel der Behandlung von Karies oder einer Wurzelbehandlung verbunden, da das Gewebe im Mundraum intakt und gesund sein muss, bevor Dein Zahnarzt den finalen Zahnersatz eingliedern kann. Die Behandlungsdauer der Generalsanierung ist recht lang und kann sich je nach Aufwand von zwei Monaten bis über 2 Jahre erstrecken. Gerade nach einer Generalsanierung ist es sehr wichtig, dass Du auf eine gute Mundhygiene achtest, einmal im Jahr zur Kontrolle zu Deinem Zahnarzt gehst und Deine neuen Zähne hier professionell reinigen lässt. Ebenso wichtig ist eine gesunde Ernährung und der Verzicht auf das Rauchen von Zigaretten. Das garantiert, dass Du Dich auch Jahre nach Deiner Generalsanierung noch über schöne, intakte Zähne freuen kannst!


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Über den Autor: Dr. Robert Bauder MSc. MSc.

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Dr. Robert Bauder verfügt über mehr als 24 Jahre Erfahrung in der ganzheitlichen und ästhetisch modernen Zahnmedizin sowie mehr als 18 Jahre Erfahrung in der Arbeit mit Keramikimplantaten.


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