Orthomolekularer Medizin

Es gibt zahlreiche unterschiedliche Ansätze in der Medizin, die sich in ihren Methoden und ihren Einsatzgebieten unterscheiden und unterschiedlich weit verbreitet sind. Eine eher unbekannte Methode, die dafür ein umso breiteres Anwendungsspektrum hat, ist die orthomolekulare Medizin. Diese verbindet Elemente der Medizin mit Aspekten der Ernährungswissenschaft und kann den unterschiedlichsten Menschen in den unterschiedlichsten Lebenslagen zugute kommen. Was genau man unter der orthomolekularen Medizin versteht, was sie von anderen Ansätzen der Medizin unterschiedet, bei welchen Indikationen sie zum Einsatz kommen kann, und Vieles mehr erfährst Du in diesem Text!


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Zuletzt aktualisiert: 11. Januar, 2024



Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

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Was versteht man unter orthomolekularer Medizin?

Zusammengesetzt aus dem griechischen „orthos“ für „gut“ oder „richtig“ und dem lateinischen „molecula“ für „kleine Masse“ baut die orthomolekulare Medizin auf der These auf, dass unsere Gesundheit wesentlich durch das korrekte Verhältnis und eine ausreichende Menge an Nährstoffen in unserem Körper bewahrt und gekräftigt wird. Eine besondere Rolle nimmt dabei eine gesunde Ernährung ein, da Du an dieser Stelle entscheidest, welche Stoffe Du in welcher Menge zu Dir nimmst, was sich wiederum direkt auf Deinen Körper und Deine Gesundheit auswirkt. Insofern stellt die orthomolekulare Medizin eine Verbindung zwischen Medizin und Ernährungswissenschaft her. Schon Hippokrates, der als ältester Arzt Europas und Wegweiser der modernen Medizin gilt, war sich der Rolle der Nahrungsmittel, die wir jeden Tag zu uns nehmen, in der Erhaltung unserer Gesundheit und der Heilung von Krankheiten bewusst. Der Biochemiker Linus Pauling, der für seine Arbeiten zwei Mal mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde, postulierte in den 1960er Jahren einen Zusammenhang zwischen diversen Erkrankungen und einem Ungleichgewicht des Nährstoffhaushalts.

 

Die Orthomolekulare Medizin beschäftigt sich definitionsgemäß mit der Prävention und Behandlung von Krankheiten und krankhaften Zuständen mit Stoffen, die physiologischerweise im gesunden Organismus vorhanden sind. Neben Makronähstoffen spielen Mikronährstoffe wie z.B. Vitamine, Mineralien und Spurenelemente, Fettsäuren, Enzyme, Aminosäuren, Prä- und Probiotika sowie Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe eine zentrale Rolle.

 

Die Orthomolekulare Medizin ist angewandte Biochemie und ist auf breiter wissenschaftlicher Basis evidenzbasiert.

Wie ist die Arbeitsweise der orthomolekularen Medizin?

Bei jeder Indikation, wegen der Du Dich bei einem orthomolekularer Medizin arbeitendem Arzt vorstellst, wird dieser Dir ausführliche Tipps und Anleitungen geben, wie Du Deinen Lebensstil verbessern und Deine Aufnahme von Mikronährstoffen optimieren kannst. In diesem Rahmen nimmt die Supplementierung bestimmter Mikronährstoffe eine besondere Rolle ein. Abhängig davon, welche Mikronährstoffe bei Dir im Ungleichgewicht sind, fällt diese Supplementierung von Person zu Person unterschiedlich aus. In jedem Fall kann sie in der Lage sein, auf schonende Art und Weise verschiedene Mangelerscheinungen innerhalb sehr kurzer Zeit zu beheben. Zudem unterstützt die Einnahme der Nährstoffe langfristig Deine Gesundheit und beugt der Neuentstehung von Krankheiten vor.

 

Um herauszufinden, welche Mikronährstoffe bei Dir in welcher Menge supplementiert werden müssen, wird Dein behandelnder Arzt Dein Blut und/oder Deinen Urin untersuchen. So kann er Rückschlüsse auf die bereits in deinem Körper vorhandene Menge an diesen Stoffen zu ziehen und mögliche Zusammenhänge zu gegebenenfalls vorliegenden Krankheiten oder Symptomatiken herzustellen. Sobald Dein Arzt sich ein Bild von Deiner Nährstoffsituation gemacht hat, kann er unterschiedliche Maßnahmen vorschlagen, die in der Lage sind, Deinen Nährstoffhaushalt wesentlich zu verbessern.

 

Es gibt unterschiedliche Wege, um dem Körper die gewünschten orthomolekularen Stoffe zuzuführen. Die gängigsten Methoden sind die Einnahme von Kapseln oder Tabletten oder die Injektion oder Infusion der Nährstoffe. Die letzteren beiden Methoden sind besonders effektiv, da sie den Darm als Resorptionsbarriere umgehen. Dies ermöglicht auch wesentlich höhere Konzentrationen der Nährstoffe im Blut, als es bei der oralen Einnahme der Nährstoffe der Fall wäre. Der wesentliche Unterschied in der Anwendung der Methoden besteht darin, dass Du Nahrungsergänzungsmittel in Form von Kapseln oder Tabletten eigenständig einnehmen kannst, wie Dein Arzt oder Heilpraktiker es anordnet. Injektionen oder Infusionen wird Dir stets Dein behandelnder Arzt verabreichen. Die Therapie erfolgt über einen zuvor festgelegten Zeitraum und wird genau dokumentiert, da hier besonders hohe Dosierungen der Mikronährstoffe zum Einsatz kommen, um entsprechend hohe Konzentrationen im Blut zu erzielen.

Wie werden Nährstoffe bei der orthomolekularen Medizin dosiert und verabreicht?

Mit die häufigste Verwendung innerhalb der orthomolekularen Medizin findet die Gruppe der Vitamine. Dazu zählen zahlreiche unterschiedliche Stoffe, welche im Prinzip nur gemeinsam haben, dass der Körper sie nicht selbst synthetisieren kann, sie jedoch gleichzeitig überlebenswichtig sind und im Falle eines Mangels zu schwerwiegenden Symptomatiken führen können. Ein Beispiel, das zwar heutzutage kaum mehr Relevanz hat, allerdings früher weit verbreitet war, war das Krankheitsbild Skorbut, das sich infolge eines Mangels an Vitamin C entwickelt hat. Dabei kam es zunehmend zu einer Bindegewebsschwäche, da Vitamin C ein wichtiger Cofaktor der Kollagensynthese ist, welche aufgrund der Bereitstellung von Kollagenfasern essenziell für die Stabilität des Bindegewebes ist. Dieses Beispiel zeigt eindrücklich, wie wichtig es ist, dem Körper ausreichend Vitamine zur Verfügung zu stellen.

 

Innerhalb der Gruppe der Vitamine unterscheidet man fettlösliche und wasserlösliche Vitamine. Zu den fettlöslichen Vitaminen gehören die Vitamine E, D, K und A. Diese werden im Körper gespeichert und können sich daher bei extrem hohem Konsum anreichern und zu einer Hypervitaminose führen. Früher wurde aus diesem Grund davor gewarnt, zu hohe Mengen dieser Vitamine zu sich zu nehmen, inzwischen ist allerdings bekannt, dass extrem hohe Dosen nötig sind, um zu einer Hypervitaminose zu führen. Eine Besonderheit in diesem Zusammenhang stellt Vitamin D dar, das unser Körper selbst synthetisieren kann, sofern UV-Strahlen auf die Haut treten. Da dies gerade in Gegenden mit geringer Sonneneinstrahlung wie etwa in Mitteleuropa in aller Regel nicht in ausreichenden Mengen der Fall ist, ist es hier besonders wichtig, Vitamin D in Form eines Nahrungsergänzungsmittels zu sich zu nehmen, um der Entstehung unterschiedlicher Mangelerscheinungen und Krankheiten vorzubeugen. Aktuelle Studien haben gezeigt, dass eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D in der Lage ist, das Risiko für die Entstehung von Demenz um bis zu 40 % zu verringern. Andere Vitamine sind zu ähnlichen Leistungen in der Lage. Dies allein zeigt, wie wichtig es ist, auf eine ausreichende Nährstoffzufuhr zu achten und sich nicht allein auf Faktoren wie die Genetik zu verlassen.

 

Wasserlösliche Vitamine, zu denen etwa alle Vitamine aus der B-Reihe zählen, speichert unser Körper nicht oder nur in geringer Menge. Daher kommen sie im Rahmen der orthomolekularen Medizin häufig in sehr hohen Dosierungen zum Einsatz. Das gilt vor allem für Vitamin C. Aber auch die unterschiedlichen B-Vitamine spielen im Kontext der orthomolekularen Medizin eine sehr wichtige Rolle. Früher zählten dazu 17 unterschiedliche Stoffe, inzwischen wurde diese Liste jedoch gekürzt, da Wissenschaftler festgestellt haben, dass der menschliche Körper neun dieser Stoffe selbst synthetisieren kann. Daran liegt es auch, dass die übrigen B-Vitamine, also die einzigen B-Vitamine, die tatsächlich die Kriterien für die Bezeichnung als Vitamine erfüllen, so lückenhaft durchnummeriert sind. Namentlich handelt es sich um Vitamin B1 (Thiamin), Vitamin B2 (Riboflavin), Vitamin B3 (Niacin), Vitamin B5 (Pantothensäure), Vitamin B6 (Pyridoxin, Pyridoxamin und Pyridoxal), Vitamin B7 (Biotin, auch als Vitamin H bezeichnet), Vitamin B9 (Folsäure, auch Vitamin B11 oder Vitamin M) sowie Vitamin B12 (Cobalamin). Letzteres ist besonders für Vegetarier und Veganer wichtig, da es ausschließlich in tierischen Produkten enthalten ist und essenziell für unterschiedliche biochemische Reaktionen des Stoffwechsels ist.

Wie hat sich die orthomolekulare Medizin im Laufe der Zeit entwickelt?

Linus Pauling, Biochemiker und zweifacher Nobelpreisträger, hat in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts den Begriff der orthomolekularen Medizin und die entsprechenden Methoden geprägt. Schon Jahrhunderte oder gar Jahrtausende davor war den Menschen die Wichtigkeit einer gesunden Ernährung bekannt gewesen, aber Pauling war es, der das Thema in den Kontext seiner Zeit setzte, ihm einen Namen gab und konkrete Vorschläge machte, wie man entsprechend Krankheiten behandeln und die Gesundheit fördern könnte. Zum Beispiel untersuchte er den Nutzen von Vitamin C in der Kontrolle von unterschiedlichen Krebserkrankungen und die Behandlung psychiatrischer Leiden durch Methoden der orthomolekularen Medizin. In den folgenden Jahren haben sich weitere Wissenschaftler mit dem Thema der orthomolekularen Medizin auseinandergesetzt und untersucht, inwieweit die Einnahme zusätzlicher Nährstoffe uns dabei helfen kann, unser Immunsystem zu stärken und Krankheiten zu behandeln beziehungsweise ihnen vorzubeugen. Bis heute kommen immer neue Erkenntnisse hinzu, die zeigen, wie wichtig eine ausreichende Nährstoffzufuhr für unseren Körper ist. Auch wenn die orthomolekulare Medizin bis jetzt nicht besonders verbreitet ist, hat sie definitiv ihre Berechtigung und kann bei zahlreichen verschiedenen Indikationen sehr positive Auswirkungen zeigen.

Wer prägte die orthomolekulare Medizin maßgeblich?

Schon Hippokrates postulierte eine gesunde Ernährung als Grundlage für eine gute Gesundheit. Er gilt allgemein als Wegbereiter der modernen Medizin und in dieser Hinsicht auch der orthomolekularen Medizin. Maßgeblich geprägt hat diese jedoch Linus Pauling, welcher sich erstmals konkret mit der Rolle von Mikronährstoffen für unsere Gesundheit und insbesondere unsere Gesunderhaltung auseinandersetzte und untersuchte, welche Vitamine und Mineralstoffe wir in welchen Dosen zu uns nehmen sollten, um unseren Körper bestmöglich zu unterstützen.

Was sind die grundlegenden Annahmen der orthomolekularen Medizin?

Die orthomolekulare Medizin baut auf der These, dass für die Erhaltung unserer Gesundheit und die Prävention von Krankheiten ein Gleichgewicht zahlreicher Nährstoffe in unserem Körper essenziell ist. Geraten diese Nährstoffe in ein Ungleichgewicht oder liegen sie nur in unzureichender Menge vor, leidet die Gesundheit darunter und es kann verstärkt zu unterschiedlichen Erkrankungen kommen. Eine besondere Rolle spielt im Rahmen der orthomolekularen Medizin daher die Ernährung. Über die Ernährung kannst Du regulieren, welche Art von und welche Menge an Mikronährstoffen Du zu Dir nimmst. Die Makronährstoffe, genauer gesagt Kohlenhydrate, Fette und Proteine, sind wohl den meisten bekannt und werden auch meist als erstes erwogen, wenn es etwa im Rahmen einer speziellen Diät darum geht, Gewicht zu verlieren oder aufzubauen oder einen bestimmten Körpertyp zu erreichen. Für die Erhaltung unserer Gesundheit spielen jedoch die Mikronährstoffe eine viel wichtigere Rolle. Dazu gehören zum Beispiel Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Aminosäuren, Enzyme und essenzielle Fettsäuren. Die orthomolekulare Medizin untersucht, was die optimale Menge ist, in der diese Mikronährstoffe in unserem Körper vorliegen sollten, um unsere Gesundheit optimal zu fördern, und befasst sich mit Methoden, um anhand dessen Deine Gesundheit zu pflegen und Krankheiten zu heilen. Essenziell ist es, dass nur solche Stoffe zum Einsatz kommen, die in derselben chemischen Form natürlicherweise im gesunden Körper vorhanden sind beziehungsweise die Vorstufe für die Formen sind, in die der Körper sie mittels unterschiedlicher Reaktionsmechanismen umwandelt. Dabei nehmen die Vertreter der orthomolekularen Medizin an, dass die offiziellen Referenzwerte für die einzelnen Mikronährstoffe zwar ausreichen, um entsprechenden Mangelerscheinungen vorzubeugen oder bereits vorliegende Mängel zu beheben, dass jedoch sowohl für die wirksame Prävention unterschiedlicher Erkrankungen als auch für die Therapie bereits vorhandener Symptomatiken und Leiden höhere Dosierungen bestimmter Stoffe nötig und sinnvoll sind. Die Untersuchung, wie hoch genau die Dosierung ausfallen muss und welche Mikronährstoffe bei Dir supplementiert werden müssen, ist Teil der Behandlung mittels orthomolekularer Medizin. Das Ziel der orthomolekularen Medizin ist es, Deine Gesundheit langfristig zu stabilisieren und Deine Lebensqualität maßgeblich zu verbessern. Dazu gehört einerseits die Heilung von aktuellen Leiden, bei denen es sich sowohl um verschiedene chronische Erkrankungen als auch um Krankheiten, die durch schädigende Umwelteinflüsse bedingt sind, handeln kann. Andererseits sind die Methoden der orthomolekularen Medizin in der Lage, gerade im Angesicht des oft konstanten Stresses, dem viele Menschen heutzutage ausgesetzt sind, Deine Gesundheit zu stärken und der Neuentstehung von Krankheiten effektiv vorzubeugen.

Wie unterscheidet sich die orthomolekulare Medizin von anderen medizinischen Ansätzen?

Ein wesentlicher Bestandteil der orthomolekularen Medizin ist der Fokus auf der Prävention, der in anderen medizinischen Ansätzen leider häufig zu kurz kommt. Die Schulmedizin ist zwar sehr effektiv in der Behandlung akuter Leiden und ist in der Lage, selbst bei schlimmsten Unfällen Menschenleben zu retten, doch wenn es um die Bewahrung der Gesundheit und die Behandlung chronischer Leiden geht, stößt sie häufig an ihre Grenzen. In dieser Hinsicht kann die orthomolekulare Medizin als Ergänzung zur Schulmedizin gesehen werden, die genauso wie diese ihre Daseinsberechtigung hat und in ihrem konkreten Bereich sinnvoll und richtig ist.

Ein weiterer Punkt, der die orthomolekulare Medizin von anderen medizinischen Ansätzen unterscheidet, ist die Tatsache, dass die behandelnden Ärzte ausschließlich Stoffe verwenden, die in genau derselben chemischen Form in Deinem Körper vorkommen beziehungsweise vorkommen sollten. Es kommen keinerlei Medikamente oder körperfremde Stoffe zum Einsatz. Dies zeigt wiederum, dass die orthomolekulare Medizin und die Schulmedizin sich nicht ausschließen oder nur alleine angewandt Sinn ergeben, sondern sich ergänzen: die orthomolekulare Medizin als Mittel zur Vorbeugung von Krankheiten und pathologischen Symptomatiken und zur langfristigen Pflege und Erhaltung der Gesundheit und die Schulmedizin zur Behandlung akuter Leiden und in Notfallsituationen, wenn etwa operative Eingriffe oder eine Antibiotikatherapie nötig sind.

Bei welchen Krankheiten und Beschwerden kann die orthomolekulare Medizin eingesetzt werden?

Der große Vorteil der orthomolekularen Medizin besteht darin, dass sie sowohl präventiv wirkt, also der Entstehung von Krankheiten effektiv vorbeugt, als auch bei zahlreichen Krankheiten oder Symptomatiken entscheidend zu einer Besserung beitragen kann. Eine Behandlung mittels orthomolekularer Medizin kann vor allem bei einem erhöhten Nährstoffbedarf, wie er etwa während einer Schwangerschaft vorliegt, sowie bei einem allgemeinen Nährstoffdefizit zielführend sein. Aber auch bei spezifischen Erkrankungen, die einzelne Systeme Deines Körpers oder Deinen Körper als Ganzes betreffen, kann die orthomolekulare Medizin positive Wirkungen zeigen. Bei Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, des Verdauungssystems oder der Haut kann eine Behandlung nach Methoden der orthomolekularen Medizin zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden führen. Das gleiche gilt bei Schwächen des Immunsystems sowie bei Autoimmunerkrankungen wie zum Beispiel Rheuma. Aus dem gleichen Grund, aus dem bekannt ist, dass man bei Infektionen wie etwa bei grippalen Infekten besonders gesund essen und viel Gemüse zu sich nehmen soll, kann sich die orthomolekulare Medizin auch hier sehr förderlich zeigen. Zudem kann die orthomolekulare Medizin verschiedenen Formen der Arteriosklerose vorbeugen, da durch eine ausreichende Nährstoffzufuhr verhindert wird, dass sich gesundheitsschädigende Ablagerungen in Deinem Gefäßsystem bilden. All das sind nur Beispiele für Beschwerden, bei denen die orthomolekulare Medizin zum Einsatz kommen kann. Allgemein gilt, dass jeder, egal ob krank oder gesund, von den Vorteilen der orthomolekularen Medizin profitieren und seiner Gesundheit auch langfristig etwas Gutes tun kann.

Wie kann es im Körper zu einem Nährstoffdefizit kommen?

Defizite an einem oder mehreren Nährstoffen sind einer der vielen Fälle, in denen sich eine Behandlung mittels orthomolekularer Medizin als sehr wirksam erweisen kann, da sie genau an der zugrundeliegenden Problematik angreift. Für die Entstehung eines Nährstoffdefizits kann es viele unterschiedliche Gründe geben. Heutzutage entsteht ein Nährstoffdefizit nicht selten durch eine sehr einseitige Ernährung oder den häufigen Konsum von Fast Food, der letztlich auch eine Form der einseitigen Ernährung darstellen kann. Beide Fälle führen dazu, dass Dein Körper nicht mehr mit den nötigen Mikronährstoffen versorgt wird und mit der Zeit Mangelerscheinungen entwickelt. Eine weitere Ursache kann eine Resorptionsstörung im Darm sein. Wichtig zu wissen ist, dass nicht alle mit der Nahrung aufgenommenen Nährstoffe tatsächlich ins Blut gelangen, da sie zuerst die Resorptionsbarriere, die der Darm darstellt, überwinden müssen. Ist diese Barriere in ihrer Funktion gestört, können die Nährstoffe nicht wie gewünscht in den Blutkreislauf übergehen. Auch für Resorptionsstörungen des Darms gibt es unterschiedliche Ursachen. Beispiele dafür sind etwa Entzündungen der Schleimhäute von Magen oder Darm, ein Mangel an nötigen Verdauungssäften oder eine Dysbiose. Darunter versteht man ein Ungleichgewicht in den Bakterien und Mikroorganismus, die den Darm besiedeln und essenziell wichtig für seine korrekte Funktion sind. Ist die Darmflora, welche sich aus verschiedensten Bakterien und Mikroorganismen zusammensetzt, in ihrer Zusammensetzung in ein Ungleichgewicht geraten oder in Teilen ganz verdrängt, kommt es zu teils schwerwiegenden Störungen der Verdauung und der Nährstoffaufnahme.

 

Ein weiterer Punkt, der die Entstehung eines Nährstoffdefizits begünstigen kann, ist die Abnahme des Vitamingehalts vieler Nahrungsmittel, wenn diese zu lange gelagert oder unter bestimmten Bedingungen wie etwa hohen Temperaturen beim Kochen oder Braten zubereitet werden. Auch eine übermäßige Züchtung von etwa Obst oder Gemüse kann sich negativ auf den Nährstoffgehalt der Nahrungsmittel auswirken.

 

Auch andere Aspekte des heute weit verbreiteten Lebensstils können die Ausbildung eines Nährstoffdefizits begünstigen. So können Alkohol und Zigarettenrauch, aber auch die Einnahme mancher Medikamente zu einem Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen führen. Das heißt nicht, dass Du Dich weigern sollst, die von Deinem Arzt verschriebenen Medikamente einzunehmen, allerdings kann es sinnvoll sein, den Aspekt des Nährstoffhaushalts gerade bei der Einnahme von Antibiotika zu bedenken und gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. In diesem Kontext kann schon die Supplementierung von zum Beispiel Vitamin C in Form von Tabletten ausreichend sein.

 

Auch bestimmte Lebenssituationen beziehungsweise Lebensphasen wie etwa die Schwangerschaft, die Stillzeit, aber auch viele Erkrankungen und Zeiten starker körperlicher oder mentaler Belastung können einen Nährstoffmangel bedingen. Auch hier gilt, dass Du Dich darüber informieren solltest, welche Mikronährstoffe Du supplementieren solltest, um ein Nährstoffdefizit zu verhindern, Deine Gesundheit zu schützen, Dein Immunsystem zu stärken und der Entstehung von Krankheiten vorzubeugen.

Gibt es wissenschaftliche Studien, die die Wirksamkeit der orthomolekularen Medizin belegen?

Die moderne orthomolekulare Medizin steht auf einer breiten wissenschaftlichen Basis. Tausende Studien belegen den Zusammenhang zwischen der richtigen Dosierung von Mikronährstoffen und einer deutlichen Verbesserung der Gesundheit, insbesondere auf lange Sicht. Gerade in den letzten Jahren haben zahlreiche Wissenschaftler den Einfluss von Mikronährstoffen auf unseren Körper und deren Rolle für unsere Gesundheit untersucht und sind zu eindrucksvollen Ergebnisse gekommen. Neueste Studien zeigen zum Beispiel, dass eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D in der Lage ist, das Risiko für die Entstehung von Alzheimer um bis zu 40 % zu senken. Angesichts dessen ist deutlich, dass die orthomolekulare Medizin auch vom wissenschaftlichen Standpunkt aus definitiv ihre Berechtigung hat.

Welche Ärzte führen die orthomolekulare Medizin aus?

Aufgrund des äußerst breiten Anwendungsgebiets gibt es viele unterschiedliche Ärzte, die die orthomolekulare Medizin ausführen. Dazu gehören zum Beispiel Zahnärzte, Allgemeinmediziner, Orthopäden, Hautärzte, Gynäkologen und Internisten. Welche Ärzte in Deiner Nähe die orthomolekulare Medizin ausführen, erfährst Du direkt auf Deren Website oder über verschiedene Suchmaschinen im Internet.

Was kostet eine Behandlung mit orthomolekularer Medizin?

Wie hoch die anfallenden Kosten bei der orthomolekularen Medizin sind, lässt sich nicht pauschal vorhersagen, da sie abhängig von der genauen Indikation, dem Anwendungsgebiet sowie der Art der Diagnostischen Laboraufwendungen und der Methoden und Anwendung sehr stark variieren können. Gerade, wenn die Behandlung bei Dir intravenös durch Infusionen oder in Form von Injektionen erfolgt, können durch die hohe Dosierung der Nährstoffe größere Summen entstehen. Um welchen Preis es sich dabei genau handelt, erfährst Du direkt bei Deinem behandelnden Arzt.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

In der Regel übernehmen die Krankenkassen nur die Kosten für die Laborleistungen, also etwa für die Untersuchung von Deinem Blut oder Deinem Urin, jedoch nicht für die Vitamine und Mineralstoffe selbst. Für die an dieser Stelle anfallenden Kosten musst Du selbst aufkommen. Jedoch kann es nicht schaden, Dich im Vorfeld nochmal genauer bei Deiner zuständigen Krankenkasse zu informieren, falls diese doch für einen größeren Teil der Leistungen aufkommt.

Fazit/Zusammenfassung

Die orthomolekulare Medizin ist eine Methode, welche von ihrer Idee her schon Jahrtausende alt ist, in ihrer konkreten Form jedoch erstmals in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts vom Biochemiker Linus Pauling postuliert wurde. Die orthomolekulare Medizin baut auf der These, dass die optimale (nicht durchschnittliche!) Aufnahme von Mikronährstoffen wie Vitaminen, Enzymen, Mineralstoffen, Fettsäuren und Aminosäuren in der Lage ist, unser Immunsystem zu stärken, der Entstehung von Krankheiten vorzubeugen, bereits vorhandene Krankheiten zu heilen und unsere Gesundheit langfristig zu verbessern. Dazu dienen unterschiedliche Methoden. Möglich ist etwa die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln in Form von Kapseln oder Tabletten, aber auch die Injektion oder die intravenöse Verabreichung der Mikronährstoffe ist möglich. Der große Vorteil der orthomolekularen Medizin besteht darin, dass sie ein so großes Anwendungsspektrum hat und sich bei zahlreichen unterschiedlichen Indikationen positiv auf Deinen Körper auswirken kann. Die entstehenden Kosten können sehr unterschiedlich ausfallen und werden in der Regel nicht von den Krankenkassen übernommen. Im Zweifel informierst Du Dich im Vorfeld der Behandlung bei Deiner zuständigen Krankenkasse darüber.


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Über den Autor: Dr. Robert Bauder MSc. MSc.

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Dr. Robert Bauder verfügt über mehr als 24 Jahre Erfahrung in der ganzheitlichen und ästhetisch modernen Zahnmedizin sowie mehr als 18 Jahre Erfahrung in der Arbeit mit Keramikimplantaten.


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