Juckende Kopfhaut

Die Kopfhaut gehört zu den empfindlichsten Regionen unseres Körpers. Trotzdem wird ihr oftmals zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Das kann zu Hautirritationen und unangenehmen Juckreiz auf der Kopfhaut führen. Was Du über dieses lästige Problem und dessen Vermeidung wissen musst, erfährst Du hier.


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Zuletzt aktualisiert: 28. Februar, 2020



Was versteht die Medizin unter juckender Kopfhaut?

Juckende Kopfhaut ist meist ein Ausdruck von Hautirritationen, die durch verschiedene externe und interne, die Haut reizende, Faktoren ausgelöst werden. Häufig ist die natürliche Feuchtigkeitsbalance gestört, was zu einer trockenen und juckenden Kopfhaut führen kann. In unserer Kopfhaut sitzen neben Haarwurzeln, Talg- und Schweißdrüsen auch Immunabwehrzellen und Nervenenden. Zusammen nehmen sie Funktionen, wie Flüssigkeitsaustausch oder Temperaturregulation, wahr. Juckreiz am Kopf kann auch eine Folge von Hautalterung sein, aber auch Neurodermitis oder Psoriasis lösen oftmals ein Jucken der Kopfhaut aus. Die Symptome dabei können juckende Kopfhaut, Schuppen und Schuppenflechte sein. Übermäßiges Kratzen bei juckender Kopfhaut kann zu Reizungen oder Entzündungen der Kopfhaut führen.

Juckende Kopfhaut ist meist ein Ausdruck von Hautirritationen, die durch verschiedene externe und interne, die Haut reizende, Faktoren ausgelöst werden

Wie sehen die Symptome bei juckender Kopfhaut aus?

Sind die in und an der Kopfhaut ablaufenden Prozesse gestört, können lokale Beschwerden auftreten. Zu den häufigsten Problemen zählen Austrocknung, Schuppen und Juckreiz. Schuppen sind kleine abgestorbene Hautteilchen, die sich von der Kopfhaut lösen und durch eine zu stark beschleunigte Erneuerung der Hautzellen zustande kommt. Sie können sowohl bei trockener als auch fettiger Kopfhaut auftreten. Bei trockener Kopfhaut sind die Schuppen eher klein und flockig. Bei fettiger Kopfhaut handelt es sich meistens um größere, weiß-gelbliche Hautteilchen und die darunterliegende Kopfhaut ist oft gerötet.

Zum Juckreiz kann es durch bestimmte Botenstoffe kommen, wie beispielsweise Histamin, welche ein über die Nervenfasern der Haut an das Gehirn weitergeleitetes Signal verursachen und dort das unangenehme Empfinden von Jucken an der jeweiligen Körperstelle generieren. Meistens handelt es sich dabei um eine belastende, aber harmlose Begleiterscheinung von zu trockener Kopfhaut. In seltenen Fällen steckt eine ernste oder chronische Ursache dahinter. Auch wenn Deine Haut am Kopf juckt, solltest Du das Kratzen vermeiden. Dies führt zu Haarbrüchen und kann die Kopfhaut verletzen, wodurch Keime besser in die Kopfhaut eindringen und zu Haarwurzelentzündungen führen können.

Welche Ursachen hat eine juckende Kopfhaut?

In den meisten Fällen handelt es sich bei juckender Kopfhaut um ein kurzfristiges Problem mit harmlosen Ursachen. Oftmals ist eine trockene und strapazierte Kopfhaut für die Hautirritation und den Juckreiz verantwortlich. Es sind verschiedene Auslöser bekannt, die von außen auf die Kopfhaut einwirken können. Dazu zählen Temperaturveränderungen oder ein Jahreszeitenwechsel, denn sowohl kalte Luft als auch Hitze und UV-Strahlung können eine trockene und juckende Haut begünstigen. Oft ist eine gereizte Kopfhaut ein Zeichen für einen ungesunden Lebensstil, wozu auch Rauchen oder Mangelernährung gehört.

Auch bestimmte Medikamente, Umweltverschmutzung oder Haarpflegeprodukte, wie Shampoo, Seife, Haargel oder Haarspray, können eine Ursache für den Juckreiz sein. Hartes Wasser, das viel Kalzium und Magnesium enthält, kann ebenfalls eine trockene Kopfhaut begünstigen und das Jucken verstärken. Heißes Föhnen oder zu häufiges Waschen sind zusätzliche potenzielle Ursachen für eine gereizte Kopfhaut. Juckreiz am Kopf kann ein Hinweis auf Hautpilz, Allergien, hormonelle Veränderungen, Läuse, Milben oder Hauterkrankungen, wie Psoriasis oder Neurodermitis, sein. Kopfhautjucken kann zudem durch psychosomatische Beschwerden, seelischen oder körperlichen Stress und durch genetische Faktoren ausgelöst werden. Auch das Alter kann eine Ursache für eine gereizte Kopfhaut sein, da die Haut im Alter immer trockener wird.

In den meisten Fällen handelt es sich bei juckender Kopfhaut um ein kurzfristiges Problem mit harmlosen Ursachen

Welche Arten der Kopfhaut gibt es?

Je nach Beschaffenheit der Kopfhaut unterscheidet man zwischen vier Kopfhauttypen: normale Kopfhaut, fettige Kopfhaut, trockene Kopfhaut und schuppige Kopfhaut. Bei normaler Kopfhaut befinden sich Fett- und Feuchtigkeitsgehalt im Gleichgewicht, weshalb Beschwerden wie Juckreiz, Spliss oder Schuppen in der Regel nicht vorkommen. Die Haare sind gesund und glänzend. Einer fettigen Kopfhaut liegt meistens eine verstärkte Talgproduktion (Seborrhö) zugrunde, bei der die Talgdrüsen übermäßig viel Fett (Lipide) produzieren. Das Haar kann die große Menge an Talg nicht aufnehmen und sieht fettig und strähnig aus. Eine verstärkte Talgproduktion kann erblich oder hormonell bedingt sein, doch auch andere Faktoren, wie Stress, können eine Talgüberproduktion begünstigen.

Wenn die Kopfhaut brennt, juckt oder spannt und wenn Hautrötungen auftreten, handelt es sich meist um eine trockene Kopfhaut. Eine trockene Kopfhaut ist meistens ein Zeichen für einen Nährstoffmangel oder eine mangelnde Talgproduktion durch die Talgdrüsen. Die Haare werden stumpf, glanzlos, rau und störrisch. Sowohl eine trockene, als auch eine fettige Kopfhaut können eine schuppige Kopfhaut begünstigen. Schuppen bestehen aus kleinen abgestorbenen Hautzellen und sind ganz normal, da die Haut sich etwa alle vier Wochen erneuert und dabei die Hautzellen der obersten Hautschicht absterben. Bei einer schuppigen Kopfhaut ist dieser Prozess meistens aus dem Gleichgewicht geraten und die oberste Hautschicht wird zu früh in zu großen Zellverbänden abgestoßen. Geben die Talgdrüsen übermäßig viel Fett ab, können die Hautzellen zu großen sichtbaren Schuppen verkleben.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Wenn Du das Gefühl hast, es handelt sich bei Dir um ein längerfristiges Leiden und Du hast schon einige erfolglose Versuche gestartet, um das Problem zu beheben, solltest Du die genaue Ursache vom Hautarzt abklären lassen. Wenn Du Dir unsicher bist, ob Deine Kopfhautbeschwerden bereits ein Fall für den Arzt sind, solltest Du diese Fragen berücksichtigen: Hast Du schon seit Längerem eine juckende Kopfhaut oder ist das Problem neu? Tritt es phasenweise auf oder wird kurzfristig schlimmer, beispielsweise wenn Du Stress hast? Handelt es sich um eine lästige Unannehmlichkeit oder fühlst Du Dich im Alltag durch das Jucken sehr beeinträchtigt? Im Zweifelsfall ist es immer ratsam, ärztlichen Rat einzuholen. Für solche Fälle ist der Hautarzt der richtige Ansprechpartner, doch auch der Hausarzt kann erste Informationen zu Deinem Problem liefern.

Wenn das Jucken der Kopfhaut länger anhält, solltest Du zu einem Arzt gehen

Wie diagnostiziert der Arzt eine juckende Kopfhaut?

Der Hautarzt wird Dich in der Regel nach Deinen Allergien und Vorerkrankungen sowie nach aktuell eingenommenen Medikamenten fragen. Unter Umständen wird er einen Allergietest durchführen, um herauszufinden, ob der Juckreiz durch eine Unverträglichkeit verursacht wird. Außerdem kann er die Kopfhaut mithilfe eines Vergrößerungsglases genauer untersuchen und auch die restliche Haut kann Gegenstand der Untersuchung werden. Liefert die Anamnese oder die Hautuntersuchungen kein eindeutiges Ergebnis, kann ein Bluttest Klarheit schaffen.

Wie behandelt der Arzt eine juckende Kopfhaut?

Dabei kommt es vor allem darauf an, welche Beschwerden, Ursachen oder Erkrankungen der Arzt diagnostiziert hat. Die Behandlungsmöglichkeiten bei juckender Kopfhaut können sehr vielseitig sein, da der Arzt die Behandlung an die spezifischen Ursachen ausrichten wird. Deshalb ist das Vorgespräch mit dem Arzt umso wichtiger, damit eine erfolgreiche und vor allem schnelle Therapie möglich ist. Handelt es sich bei juckender Kopfhaut um eine Allergie, können neben der Vermeidung des Auslösers auch Medikamente, wie Antihistamine, helfen. Neurodermitis wird häufig mit Cortison behandelt.

Folgen und Prognose bei juckender Kopfhaut

Je nach Ursache kann die Prognose sehr unterschiedlich ausfallen. Ein unkomplizierter Juckreiz, etwa aufgrund von Trockenheit, lässt sich durch die richtigen Maßnahmen meist wieder bessern. Hauterkrankungen, wie Neurodermitis oder andere Ekzeme, sind hingegen hartnäckiger. Unter anderem deshalb, weil die genaue Ursache für die Entzündungen der Hautschichten oft nicht geklärt ist.

Was kann ich selbst tun?

Wenn Du bei Dir eine trockene Kopfhaut feststellst, gibt es einige Dinge, die Du ausprobieren kannst, bevor Du einen Arzt aufsuchst. Akute Abhilfe bei starkem Juckreiz schafft zum Beispiel das Einreiben der Kopfhaut mit Olivenöl, Rosmarinöl oder Kokosnussöl. Diese Öle legen sich auf die gereizte Kopfhaut und sollten sie etwas beruhigen. Längerfristig empfiehlt es sich, auf ein mildes, besonders schonendes Shampoo umzustellen und sich generell mit der Verwendung von Pflegeprodukten, vor allem welche mit Silikonen oder Parfum, zurückzuhalten. Du könntest es auch mal mit einem Babyshampoo probieren, da dies besonders schonend und arm an künstlichen Inhaltsstoffen ist. Achte zudem auf eine ausgewogene Ernährung, Stressverminderung oder regelmäßige Kopfhautmassagen, die die Durchblutung des Haars anregen. Bei starker Sonneneinstrahlung solltest Du unbedingt eine Kopfbedeckung tragen. Auch zu heißes und langes Föhnen solltest Du vermeiden.

Versuche Deine Haare nicht zu oft zu stylen.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Bei medizinisch notwendigen Maßnahmen und Eingriffen decken die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel die Kosten.


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Das Wichtigste zusammengefasst

Bei Kopfjucken handelt es sich um Hautirritationen, die durch verschiedene externe und interne, die Haut reizende, Faktoren ausgelöst werden


In den meisten Fällen handelt es sich bei juckender Kopfhaut um ein kurzfristiges Problem mit harmlosen Ursachen, seltener stecken ernste Krankheiten dahinter


Wenn der Juckreiz lange andauert und Dich in Deinem Alltag stark beeinflusst, solltest Du die Ursache beim Arzt abklären lassen


Eine schonende Behandlung der Kopfhaut beinhaltet unter anderem nicht zu häufiges Waschen, milde und schonende Haarpflegeprodukte oder Schutz vor extremer Hitze und Kälte

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