Was ist Dermaplaning?
Dermaplaning ist eine Form der mechanischen Hautabtragung, auch Exfoliation genannt. Mit einem sterilen, klingenförmigen Werkzeug fährt eine geschulte Fachkraft in flachem Winkel über die gereinigte Haut. Dabei werden zwei Dinge entfernt: die oberste Schicht abgestorbener Hautzellen und die feinen, hellen Gesichtshärchen, die als Vellushaare oder umgangssprachlich als Pfirsichflaum bezeichnet werden.
Das Ziel ist ein glatteres, ebenmäßigeres und strahlenderes Hautbild. Anders als bei einer Rasur geht es nicht in erster Linie um die Haarentfernung, sondern um die sanfte Erneuerung der Hautoberfläche. Die Entfernung des Flaums ist dabei ein willkommener Nebeneffekt, der das Gesicht zusätzlich klarer und gepflegter wirken lässt. Durch das Abtragen der abgestorbenen Zellen wirkt der Teint frischer, und nachfolgende Pflegeprodukte können besser einziehen.
Dermaplaning ist eine rein kosmetische Behandlung und wird im Kosmetikstudio durchgeführt. Es gibt zwar Klingenwerkzeuge für die Heimanwendung, die professionelle Studiobehandlung ist jedoch gründlicher und sicherer, da sie von geschulten Händen mit geeignetem Werkzeug ausgeführt wird.

Welche Vorteile hat Dermaplaning für die Haut?
Der sichtbarste Vorteil ist das glattere, ebenmäßigere Hautbild. Durch das Entfernen abgestorbener Hautzellen wirkt der Teint frischer und strahlender. Viele empfinden ihre Haut nach der Behandlung als besonders weich und gepflegt.
Ein weiterer Vorteil betrifft das Make-up. Auf einer glatten, von Flaum befreiten Haut lässt sich Foundation gleichmäßiger auftragen, und das Ergebnis wirkt ebenmäßiger. Auch Pflegeprodukte können nach der Behandlung besser einziehen, da die Hautoberfläche von der abgestorbenen Schicht befreit ist.
Schließlich entfernt Dermaplaning den feinen Gesichtsflaum, der bei manchen Menschen als störend empfunden wird. Das Gesicht wirkt dadurch klarer und gepflegter. Wichtig ist, die Erwartungen realistisch zu halten: Dermaplaning glättet und erfrischt die Haut, es behandelt jedoch keine tieferen Falten und ersetzt keine medizinische Hautbehandlung.
Wie unterscheidet sich Dermaplaning von anderen Methoden?
Dermaplaning gehört zu den mechanischen Peelings, unterscheidet sich aber von anderen Verfahren der Hauterneuerung. Bei einem chemischen Peeling werden abgestorbene Hautzellen mithilfe von Säuren gelöst, während Dermaplaning rein mechanisch mit einem Klingenwerkzeug arbeitet. Beide Verfahren glätten die Hautoberfläche, gehen das Thema aber auf unterschiedliche Weise an.
Im Vergleich zur Mikrodermabrasion, bei der die Haut mit feinen Kristallen oder einem Schleifkopf abgetragen wird, gilt Dermaplaning als besonders sanft und kommt ohne Gerät aus. Ein wesentlicher Unterschied zu beiden Methoden ist außerdem, dass Dermaplaning zusätzlich die feinen Gesichtshärchen entfernt, was die anderen Verfahren nicht leisten.
Welche Methode die richtige ist, hängt von Deinem Hautziel ab. Geht es vor allem um ein glattes Hautbild und das Entfernen des Flaums, ist Dermaplaning eine gute Wahl. Sollen dagegen gezielt Unreinheiten, Pigmentflecken oder tiefere Hautschichten behandelt werden, sind andere Verfahren oft besser geeignet. Eine Beratung hilft, die passende Behandlung zu finden.
Dermaplaning im Studio oder zu Hause?
Mittlerweile gibt es zahlreiche Klingenwerkzeuge für die Heimanwendung, die das Dermaplaning für zu Hause versprechen. Zwischen der Heimanwendung und der professionellen Studiobehandlung gibt es jedoch deutliche Unterschiede, die Du kennen solltest.
Im Studio arbeitet eine geschulte Fachkraft mit einem geeigneten, sterilen Werkzeug und mit der richtigen Technik. Sie spannt die Haut korrekt, führt das Werkzeug im passenden Winkel und erkennt, welche Bereiche sich eignen und welche nicht. Das Ergebnis ist gründlicher, und das Verletzungsrisiko ist gering. Außerdem wird die Behandlung in eine pflegende Routine eingebettet.
Bei der Heimanwendung ist das Risiko für Schnittverletzungen, Reizungen und eine ungleichmäßige Abtragung höher, vor allem ohne Übung. Wer dennoch zu Hause arbeitet, sollte ein sauberes, für das Gesicht vorgesehenes Werkzeug verwenden, die Haut niemals über Unreinheiten oder gereizte Stellen führen und anschließend gut pflegen und vor Sonne schützen. Für ein gründliches, sicheres Ergebnis ist die professionelle Behandlung jedoch klar die bessere Wahl.
Wachsen die Härchen danach dicker nach?
Diese Sorge hält viele Menschen vom Dermaplaning ab, sie beruht jedoch auf einem Irrtum. Die Dicke, Farbe und Struktur eines Härchens sind in der Haarwurzel genetisch festgelegt. Wird ein Härchen an der Oberfläche abgetragen, ändert das nichts an der Wurzel und damit nichts an der Beschaffenheit des nachwachsenden Haares.
Die feinen Vellushaare wachsen also genau so nach, wie sie vorher waren, nämlich hell und weich. Der Eindruck, das Haar fühle sich kurz nach dem Nachwachsen etwas stoppeliger an, entsteht durch die gerade Schnittkante, nicht durch ein dickeres Haar. Dieser Effekt ist vorübergehend.
Wer dauerhaft kräftige, dunkle Gesichtsbehaarung hat, sollte allerdings vorsichtig sein. Bei stärkerem Haarwuchs ist Dermaplaning weniger geeignet, da hier andere Methoden sinnvoller sind. Bei feinem Flaum, für den die Behandlung gedacht ist, besteht diese Sorge nicht.
Wie läuft eine professionelle Dermaplaning-Behandlung ab?
Zu Beginn wird die Haut gründlich gereinigt und von Make-up und Fett befreit, damit das Werkzeug gleichmäßig gleiten kann. Anschließend spannt die Fachkraft die Haut partienweise leicht und führt das Klingenwerkzeug in kurzen, kontrollierten Zügen in flachem Winkel über die Oberfläche. Dabei werden abgestorbene Hautzellen und feine Härchen abgetragen.
Die Behandlung ist schmerzfrei. Du spürst lediglich ein leichtes Schaben auf der Haut. Da nur die oberste Schicht entfernt wird, ist keine Betäubung nötig, und es entsteht keine offene Wunde. Häufig wird die Behandlung mit einer beruhigenden Pflege oder einer Maske abgeschlossen.
Insgesamt dauert eine Sitzung meist etwa 30 bis 45 Minuten. Direkt danach ist die Haut glatt und aufnahmefähig, weshalb Dermaplaning gern vor dem Auftragen pflegender Wirkstoffe eingesetzt wird. Eine längere Erholungszeit ist nicht erforderlich, allerdings ist die Haut vorübergehend empfindlicher.

Wie pflege ich meine Haut nach Dermaplaning?
Für die Pflege danach gilt vor allem ein Grundsatz: Schütze die frisch behandelte Haut. Ein hoher Sonnenschutz ist in den Tagen nach der Behandlung besonders wichtig, da die Haut empfindlicher auf Sonnenlicht reagiert. Verwende milde, feuchtigkeitsspendende Produkte und verzichte zunächst auf starke Wirkstoffe und Peelings.
Wer Dermaplaning regelmäßig in Anspruch nehmen möchte, sollte einen Abstand von etwa vier Wochen einhalten, da sich die Haut in diesem Rhythmus erneuert. So bleibt das Hautbild gleichmäßig glatt, ohne die Haut zu überfordern. Bei Hautproblemen ist die Behandlung in einem auf Haut spezialisierten Studio oder die vorherige ärztliche Abklärung der bessere Weg.
Insgesamt ist Dermaplaning eine sanfte Möglichkeit, der Haut zu mehr Glätte und Frische zu verhelfen, wenn sie zum Hauttyp passt und fachgerecht durchgeführt wird. Wer unsicher ist, ob die Behandlung geeignet ist, lässt sich am besten vorab im Studio beraten und klärt bei bestehenden Hauterkrankungen vorher ärztlich ab. So profitierst Du von einem strahlenden Hautbild, ohne ein unnötiges Risiko einzugehen.
Welche Risiken und Nebenwirkungen gibt es?
Dermaplaning gilt bei fachgerechter Anwendung als risikoarm, ganz ohne mögliche Nebenwirkungen ist es jedoch nicht. Direkt nach der Behandlung kann die Haut leicht gerötet und vorübergehend empfindlicher sein. In den ersten Tagen ist sie zudem empfänglicher für Sonnenlicht, weshalb ein konsequenter Sonnenschutz besonders wichtig ist.
Wird unsauber gearbeitet oder kommt ein ungeeignetes Werkzeug zum Einsatz, sind kleine Schnittverletzungen möglich. Dieses Risiko ist vor allem bei der Heimanwendung erhöht, weshalb die professionelle Behandlung im Studio die sicherere Wahl ist. Bei unreiner Haut kann das Abtragen Entzündungen verschlimmern, statt sie zu lindern.
Um die Haut nach der Behandlung zu schonen, solltest Du in den ersten Tagen auf aggressive Wirkstoffe, starke Peelings und intensive Sonne verzichten. Eine milde, feuchtigkeitsspendende Pflege und ein hoher Lichtschutz unterstützen die Haut bei der Erholung.
Für wen ist Dermaplaning nicht geeignet?
So sanft Dermaplaning klingt, es ist nicht für jede Haut geeignet. Bei aktiver, entzündlicher Akne ist von der Behandlung abzuraten, da das Werkzeug Bakterien verteilen und Entzündungen verschlimmern kann. Auch bei entzündlichen Hauterkrankungen wie Rosazea, Neurodermitis oder Schuppenflechte sollte auf Dermaplaning verzichtet werden.
Ebenfalls ungeeignet ist die Behandlung bei sehr empfindlicher, gereizter Haut sowie bei kräftiger, dunkler Gesichtsbehaarung. In diesen Fällen drohen Reizungen oder Entzündungen der Haarwurzeln. Wer unter einer Hauterkrankung leidet oder unsicher ist, sollte vor der Behandlung ärztlichen Rat einholen.
Für gesunde, trockene oder fahle Haut, die von einer sanften Erneuerung profitiert, ist Dermaplaning dagegen gut geeignet. Eine ehrliche Beratung im Studio klärt, ob die Behandlung zu Deinem Hauttyp passt.

Lässt sich Dermaplaning mit anderen Behandlungen kombinieren?
Ein Vorteil von Dermaplaning ist, dass es die Haut auf weitere Pflegeschritte vorbereitet. Da nach der Behandlung die oberste Schicht abgestorbener Hautzellen entfernt ist, können pflegende Wirkstoffe besser einziehen. Aus diesem Grund wird Dermaplaning im Studio gern mit einer anschließenden Maske oder einer Wirkstoffpflege kombiniert.
Auch eine Kombination mit einer klassischen Gesichtsbehandlung ist möglich, wobei das genaue Vorgehen auf den Hauttyp abgestimmt werden sollte. Wichtig ist, die Haut nicht zu überfordern. Mehrere stark abtragende Behandlungen kurz hintereinander können die Haut reizen, statt ihr zu nutzen.
Nach dem Dermaplaning ist die Haut vorübergehend empfindlicher und aufnahmefähiger. Deshalb sollten unmittelbar danach keine aggressiven Wirkstoffe oder intensiven Peelings folgen. Eine erfahrene Kosmetikerin stimmt die Reihenfolge und die Abstände der Behandlungen so ab, dass die Haut bestmöglich profitiert.
Eine sanfte apparative Alternative zur Tiefenreinigung stellt der Beitrag zum Hydrafacial vor.
Was kostet Dermaplaning?
Die Kosten für eine professionelle Dermaplaning-Behandlung hängen vom Studio, der Region und dem Umfang der Behandlung ab. Im deutschsprachigen Raum liegen einfache Behandlungen meist bei etwa 50 Euro bis 120 Euro pro Sitzung. In Deutschland und Österreich kosten Dermaplaning-Behandlungen im Kosmetikstudio häufig rund 60 Euro bis 150 Euro, je nachdem, ob nur Dermaplaning durchgeführt wird oder zusätzlich Reinigung, Maske, Seren oder weitere Gerätebehandlungen enthalten sind. Medizinische Kosmetikinstitute oder Hautarztpraxen können auch etwa 120 Euro bis 250 Euro verlangen. In der Schweiz liegen die Preise tendenziell höher; hier reichen die Angebote je nach Dauer und Zusatzpflege häufig von etwa 80 CHF bis 240 CHF. Da es sich um eine kosmetische Wahlleistung handelt, übernimmt die Krankenkasse die Kosten in Österreich, Deutschland und der Schweiz in der Regel nicht.
Wer Dermaplaning zu Hause ausprobieren möchte, findet spezielle Gesichtshaar-Rasierer oder Klingen oft für etwa zehn Euro bis 30 Euro Die Anwendung ist günstiger, birgt bei unsachgemäßer Durchführung aber ein leichtes Risiko für Schnitte, Reizungen oder Entzündungen.
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