Magenballon

Im Allgemeinen ist der Magenballon eine Methode zur Behandlung von Übergewicht. Der Ballon verkleinert die Aufnahmekapazität Deines Magens und sorgt somit für ein schnelleres Sättigungsgefühl, denn der gefüllte Ballon nimmt einen Großteil des Magens ein. Durch den Magenballon hast Du einen langfristigen Effekt, der Dich bei einem Gewichtsverlust unterstützt. Wie genau das Einsetzen funktioniert und was Du alles beachten musst, erfährst Du bei uns!


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Online-Redaktion


Zuletzt aktualisiert: 3. Dezember, 2019



Hinweis: Dieser Beitrag dient zur Information über den Magenballon. Es ist jedoch möglich, dass einzelne der hier aufgeführten Leistungen noch nicht von unseren Ärzten angeboten werden. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, Dir bald für weitere Behandlungsfelder einen Spezialisten bieten zu können. Bei Fragen zu unserem Leistungsspektrum kannst Du Dich gerne jederzeit bei uns melden!

Was versteht die Medizin darunter?

Der Magenballon ist eine nicht-operative Methode zur Behandlung von Übergewicht, auch Adipositas genannt. Innerhalb eines ambulanten Eingriffs setzen die Ärzte den Magenballon endoskopisch in den Magen ein und füllen den Ballon anschließend mit einer Kochsalzlösung. In manchen Fällen wird der Ballon auch bei stark adipösen Patienten verwendet, als vorbereitende Gewichtsabnahme für einen weiteren chirurgischen Eingriff.

Magenballon

Welche Gründe gibt es für einen Magenballon?

Vor allem Diabetes, Herzinfarkte und Schlaganfälle machen vielen übergewichtigen Menschen zu schaffen. Leider ist Fettleibigkeit auch ein Risikofaktor für viele verschiedene Krebsarten, daher suchen Betroffene immer nach anderen Methoden zur Gewichtsabnahme. Da viele Patienten ihre tägliche Kalorienzufuhr unterschätzen, hilft der Magenballon in dieser Hinsicht sehr wohl. Denn der Magenballon hat einen langfristigen Effekt, der die Aufnahmekapazität verkleinert. Im Gegensatz zu anderen Behandlungen, wirst Du hier nicht von Hunger gequält. Mit dem eingesetzten Ballon genügen bereits kleine Nahrungsportionen und das Sättigungszentrum im Gehirn erhält Signale, dass der Magen gefüllt ist. Im Laufe der Monate gewöhnt sich der Magen an die kleinen Mengen. Das heißt, der Magenballon dämpft das Hungergefühl, erleichtert somit die Ernährungsumstellung und unterstützt Dich bei Deinen Bemühungen.

Für wen ist ein Magenballon geeignet?

Die Behandlung eignet sich nur für stark übergewichtige Patienten, die ihr Gewicht durch Ernährungsumstellung nicht erreichen konnten. Welches Ausgangsgewicht hierfür nötig ist, hängt vom Geschlecht und der Körpergröße des Patienten ab. Jedoch kommt die Behandlung bei schweren Entzündungen im Verdauungstrakt, Blutgerinnungsstörungen, Drogen- oder Alkoholabhängigkeit, sowie für schwangere und stillende Frauen nicht infrage. Der Magenballon eignet sich besonders gut für Patienten, deren gesundheitlicher Zustand eine Operation unter Vollnarkose nicht zulässt, denn er stellt eine nicht-operative Maßnahme der Gewichtsreduktion dar.

Was muss ich vor der Operation beachten?

Bevor ein Magenballon eingesetzt werden kann, findet eine medizinische Voruntersuchung statt. So kann der Arzt Gerinnungsstörungen und Gewebeveränderungen im Magen bei Dir ausschließen. Sobald Dir der Arzt bestätigen kann, dass Du für einen Magenballon geeignet bist und einen Operationstermin ausgemacht hat, solltest Du zwölf Stunden vor dem Eingriff keine Nahrung zu Dir nehmen. Zudem solltest Du etwa 14 Tage vor der Operation Medikamente absetzen, welche sich verdünnend auf Dein Blut auswirken. Dazu gehören beispielsweise Aspirin, ASS, Thrombo ASS, Plavix oder Marcoumar.

Wie verläuft die Magenballon-Operation?

Ein Magenballon wird mithilfe eines Endoskops durch den Mund in den Magen eingeführt. Solch ein Ballon besteht aus einem weichen Silikonelastomer und wird in einem ungefüllten Zustand eingeführt. Der Arzt betäubt den Kehlbereich, um den Schluckprozess angenehmer zu gestalten. Sobald der Ballon im Magen liegt, wird er durch einen Füllschlauch mit einer Kochsalzlösung, in der Regel um die 500-700 ml, befüllt.

Magenballon

Das Einsetzen des Ballons dauert im Normalfall 20-30 Minuten. Wenn infolge des Eingriffs keine Komplikationen auftreten, kann der Patient gleich entlassen werden. Über einen Zeitraum von sechs Monaten verbleibt der Ballon im Magen, da der säurehaltige Mageninhalt das Material des Ballons im Laufe der Zeit schwächt. Folglich wird der Ballon ebenfalls durch die Speiseröhre und den Mund entfernt.

Was muss ich nach der Behandlung beachten?

Nach dem Eingriff bleibst Du noch ein bis zwei Stunden zur Überwachung in der Praxis oder Klinik. Viele Patienten leiden nach dem Einsetzen des Ballons unter Übelkeit und Erbrechen. In diesem Fall benötigen die Patienten eine Flüssigkeitsgabe über die Vene für ein bis zwei Tage nach der Balloneinlage. Der mit Flüssigkeit gefüllte Ballon kann im Normalfall für sechs Monate im Körper verbleiben. Danach muss dieser von einem Arzt, im Rahmen eines ambulanten Eingriffs, entfernt werden, um Komplikationen zu vermeiden. In den ersten zwei Wochen nach dem endoskopischen Eingriff solltest Du Dich auf flüssige und breiige Mahlzeiten ohne Gewürze beschränken, um Deinen Magen nicht zu reizen.

Mit welchen Risiken und Komplikationen geht der Eingriff einher?

In den ersten Tagen nach dem Eingriff sind Beschwerden wie Übelkeit und Bauchschmerzen normal. Weitere Komplikationen, die auftreten können, sind unter anderem das Platzen des Magenballons. Dies erkennst Du an dem blau gefärbten Urin, den die blau eingefärbte Kochsalzlösung im Magenballon beim Platzen freigibt. In diesem Fall müsstest Du sofort einen Arzt aufsuchen. Weitere Risiken, die auftreten könnten, wären ein Darmverschluss durch einen abgegangenen Magenballon, Riss des Magens, aber auch Magengeschwüre.

Was sind die positiven Ergebnisse der Operation?

Der Eingriff bringt einige positive Aspekte mit sich. Beispielsweise hinterlässt der Eingriff keine Narben, da das Verfahren recht einfach verläuft und kein chirurgischer Eingriff ist. Außerdem kannst Du innerhalb weniger Monate eine bedeutende Gewichtsabnahme erreichen, die auch nach dem Entfernen des Magenballons eine langfristige Wirkung hat.

Magenballon

Gibt es auch Nachteile beim Magenballon?

Der Magenballon hilft Dir in erster Linie etwas Gewicht zu verlieren. Jedoch spielen hier viele Faktoren, wie Sport und Ernährungsumstellung, eine bedeutende Rolle. Das heißt, ohne eine Veränderung der Ernährungsgewohnheiten, würdest Du das alte Gewicht mit hoher Wahrscheinlichkeit wiedererlangen. Den Schlüssel für eine erfolgreiche Magenballon-Behandlung stellt die Verbindung von Ernährungsumstellung und regelmäßiger sportlicher Aktivität dar.

Lässt sich der Magenballon wieder entfernen?

Ja, der Ballon kann sechs Monate im Körper bleiben. Danach muss der Spezialist den Magenballon mit einem Endoskop wieder entfernen, um ein Platzen des Ballons oder Schäden an der Magenschleimhaut zu vermeiden.

Was sind die Unterschiede zu einem Magenbypass und einem Magenband?

In der Adipositaschirurgie unterscheiden die Spezialisten zwischen verschiedenen Methoden.

Eine therapeutische Möglichkeit wäre, das Einsetzen eines Magenbandes. Das Band besteht meist aus Silikon und wird um den oberen Teil des Magens gelegt. Es engt den Magen derartig ein, dass ein kleiner Vormagen entsteht. Dieser Vormagen nimmt nur wenig Nahrung auf und verhindert, dass Du große Mengen auf einmal isst. Sobald Du dann etwas Fettiges isst, wird der Vormagen gefüllt und es entsteht ein Druckgefühl im Oberbauch. Somit dehnen sich die Magenwände und es stellt sich schnell ein Sättigungsgefühl ein.

Eine operative Möglichkeit zur tatsächlichen Magenverkleinerung stellt der Magenbypass dar. Die Operation reduziert nicht nur die Nahrungsaufnahme, sondern auch die Nährstoffaufnahme. Folglich muss der Betroffene lebenslang Vitamine, Spurenelemente und Eiweiß einnehmen. Zusätzlich muss der Patient regelmäßig Laborkontrollen durchführen, um eine Mangelernährung frühzeitig zu erkennen. Der Magen wird in seinem Fassungsvermögen verkleinert und somit passt weniger Nahrung in den Magen und das Sättigungsgefühl stellt sich schnell ein. Es handelt sich bei diesem Eingriff um eine große Operation mit vielen Darmnähten, die unter Vollnarkose durchgeführt wird.

Magenballon

Was kostet ein Magenballon und übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Nein, im Normalfall übernimmt die Krankenkasse die Kosten für einen Magenballon nicht. In Einzelfällen, wenn der Patient stark übergewichtig ist und Operationen zu riskant sind, erstatten Krankenkassen die Kosten. Das heißt, nur wenn es sich um krankhafte Adipositas handelt und ärztlich nachgewiesen wird, dass diese mit den traditionellen Maßnahmen nicht behandelbar ist. Was genau ein Magenballon kostet lässt sich nicht pauschal beantworten. In die Kosten fallen jedoch nicht nur die Gehälter für die Personen, welche an dem Eingriff beteiligt sind, sondern auch die Kosten für die Materialien, Medikamente, die Kosten für den Raum, in welchem die Behandlung stattfindet und natürlich das Erstgespräch und die Nachsorgeuntersuchung. Bei unseren Spezialisten kannst Du gerne ein Beratungsgespräch ausmachen!

 

Quellen

Messmann, H.: Klinische Gastroenterologie. Thieme, Stuttgart 2012

Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013

Uniklinikum Saarland


Dauer Dauer

20-30 Minuten

Ausfallzeit Ausfallzeit

Keine

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

Das Wichtigste zusammengefasst

Der Magenballon ist eine Methode zur Behandlung von Übergewicht, indem er die Aufnahmekapazität des Magens verkleinert


Im Vergleich zu anderen Verfahren aus der Adipositaschirurgie zeichnet sich diese Methode dadurch aus, dass sie nicht-operativ ist


Die Behandlung eignet sich nur für stark übergewichtige Patienten, die ihr Gewicht durch Ernährungsumstellung nicht erreichen konnten


Über einen Zeitraum von sechs Monaten verbleibt der Ballon im Magen, da der säurehaltige Mageninhalt das Material des Ballons im Laufe der Zeit schwächt, danach muss er in der Regel entfernt werden

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