Hüftarthroskopie (Hüftgelenkspiegelung)

Die Hüftarthroskopie – oder auch Schlüssellochoperation genannt - ist ein operativer Eingriff, der durch seine schonende, minimal-invasive Methode viele Arten der offenen Hüftoperationen abgelöst hat. Mithilfe speziell entwickelter Geräte, können Ärzte durch kleinste Einschnitte das Hüftgelenk näher betrachten und operieren. Die lange Regenerationsphase von traditionellen, offenen Operationen kann dadurch vermieden werden, da das umliegende Gewebe im Bein kaum beschädigt wird. Auch die Risiken dieses Eingriffs sind geringer. Deshalb eignet sich diese Methode vor allem für besonders aktive und sportliche Personen. Allerdings kann eine Hüftarthroskopie nur bei leichten Erkrankungen oder Erkrankungen im frühen Stadium angewendet werden.


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Zuletzt aktualisiert: 5. Juni, 2020



Hinweis: Dieser Beitrag dient zur Information über die Hüftarthroskopie. Es ist jedoch möglich, dass einzelne der hier aufgeführten Leistungen noch nicht von unseren Ärzten angeboten werden. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, Dir bald für weitere Behandlungsfelder einen Spezialisten bieten zu können. Bei Fragen zu unserem Leistungsspektrum kannst Du Dich gerne jederzeit bei uns melden!

Was versteht die Medizin unter einer Hüftarthroskopie?

Die Hüftarthroskopie ist ein operatives Verfahren, welches gegensätzlich zu vielen anderen Hüftoperationen minimal-invasiv ist und für die Behandlung von Hüftgelenkserkrankungen eingesetzt wird. Da diese Operation nur durch kleine Hautschnitte durchgeführt wird, wird der Eingriff auch „Schlüssellochoperation“ genannt. Durch diese kleinen Hautschnitte werden die notwendigen, eigens dafür entwickelten Geräte, mithilfe von Schläuchen eingeführt. Dazu zählen eine Kamera, eine Lichtquelle – welche zusammen Arthroskop genannt werden und namensgebend sind – und die OP-Instrumente. Eine Hüftarthroskopie kann sowohl zu Diagnosezwecken durchgeführt werden also auch für die Behandlung des Gelenks.

Hüftarthroskopie

Wann ist eine Hüftarthroskopie sinnvoll?

Wenn eine Erkrankung des Hüftgelenks besteht, kann das zu Schmerzen bei der Beugung und gleichzeitigen Drehung des Gelenks führen. Erkrankungen können auf unterschiedlichste Ursachen zurückgeführt werden. Durch eine ausgiebige Befragung und Untersuchung, kann ein Arzt die Ursache der Schmerzen diagnostizieren und feststellen, ob eine weitere Diagnose oder Behandlung durch eine Hüftarthroskopie sinnvoll ist.

Besonders geeignet ist eine Hüftarthroskopie für schmerzhafte Leiden der Hüfte, bei welchen die Knorpellippe der Hüftgelenkspfanne beschädigt ist, es zu Knorpelschäden der Hüfte gekommen ist, ein Impingement-Syndrom vorliegt (hier kommt es zu einer Veränderung des Hüftgelenkspalts), die Gelenkschleimhaut entzündet ist oder man unter einer Arthrose leidet. Selbst Knorpeltransplantationen können bis zu einem bestimmten Grad mit einer Hüftarthroskopie durchgeführt werden.

Welche Erkrankungen können mit der Arthroskopie des Hüftgelenks behandelt werden?

Mit der Hüftarthroskopie können verschiedenste Hüftbeschwerden behandelt werden, meistens jedoch solche die noch in einem frühen Stadium sind. Besonders häufig werden die folgenden Erkrankungen durch eine Hüftarthroskopie behandelt: Schäden an der Knorpellippe (was Labrum genannt wird) sowie anderweitige Knorpelverletzungen, Veränderungen und Formstörungen des Hüftgelenkspalts (Impingement-Syndrom), freie Gelenkkörper welche entfernt werden müssen, eine Entzündung der Gelenkschleimhaut, degenerative Veränderungen des Gelenks, Hüftarthrosen in anfänglichen Stadien, Bewegungseinschränkungen in der Hüfte, Risse im zentralen Hüftband oder Gelenkinfektionen. Wie bereits erwähnt können sogar Knorpeltransplantationen durch eine Hüftarthroskopie durchgeführt werden.

Wer ist am häufigsten davon betroffen?

Die oben genannten Erkrankungen können sich oft schon im frühen Erwachsenenalter entwickeln und manifestieren. Vor allem vom Impingement-Syndrom sind vermehrt Frauen im Alter zwischen 30 und 50 betroffen. Geeignet für eine Hüftarthroskopie sind besonders sportliche junge Menschen. Die Hüftarthroskopie sollte vor allem bei jungen Patienten darauf abzielen, das Gelenk weitestgehend zu erhalten.

Welche Vorteile hat die Hüftgelenkarthroskopie?

Nachdem es sich bei der Hüftarthroskopie um einen minimal-invasiven Eingriff handelt, entstehen sehr viele Vorteile. Die Operationszeit wird im Vergleich zu herkömmlichen Operationen reduziert und durch die kleinen Einschnitte werden umliegende Muskeln und das Gewebe weniger beschädigt. Der Eingriff stellt eine kleinere Belastung für den Körper da, als eine herkömmliche Operation. Die Genesungszeit ist kürzer und auch die Narben sind kleiner, was also auch kosmetische Vorteile mit sich bringt. Meist verheilen die Narben schnell und sind nach Monaten kaum mehr zu erkennen. Vor allem besonders aktive oder sportliche Patienten profitieren von dieser Operation, da sie sehr bald nach der Operation wieder fit sind.

Hüftarthroskopie

Gibt es alternative Eingriffe zur Hüftgelenkspiegelung?

Eine Hüftarthroskopie sollte erst angewendet werden, wenn eine konservative Therapie nicht die gewünschten Resultate bringt. Alternativen zur Hüftarthroskopie sind also konservative Ansätze wie die Krankengymnastik oder Massagen und Elektrotherapien. Ergänzt werden, können diese Therapien auch mit Bädern, Gehhilfen oder orthopädischen Einlagen. Um die Schmerzen unter Kontrolle zu bekommen, können Medikamente begleitend eingesetzt werden. Schmerztabletten können dabei gute Resultate erzielen, da sie nicht nur die Schmerzen reduzieren, sondern zum Teil auch entzündungshemmend wirken. Erkrankungen wie Arthrose können zusätzlich auch mit kalten Umschlägen gelindert werden.

Was muss ich vor einer Operation beachten?

Vor einer Hüftarthroskopie sollten konservative Behandlungsmethoden ausgeschöpft werden. Sollten diese keine Besserung der Symptome bringen, kann eine Operation mit einem Arzt besprochen werden. Als Voraussetzung für die Hüftarthroskopie muss jedoch ein Gelenkspalt in der Hüfte auf einem Röntgenbild erkennbar sein. Vor der Operation kann es sein, dass die betroffene Stelle gezielt gedehnt wird, um den Hüftgelenkspalt weiter zu öffnen und so den operativen Eingriff leichter beziehungsweise überhaupt möglich zu machen. Dabei können spezielle Vorrichtungen zum Einsatz kommen.

Wie verläuft die Operation bei einer Hüftarthroskopie?

Bei der Hüftarthroskopie wird der Hüftgelenkspalt zwischen dem Oberschenkelkopf und der Hüftpfanne untersucht. Der Patient wird dafür entweder auf den Rücken oder auf die Seite gelegt und ist entweder in einer Voll- oder Teilnarkose. Das Hüftgelenk wird gedehnt und auseinandergezogen, um mehr Platz im Gelenk zu schaffen. Durch zwei bis drei Schnitte, die nur circa ein bis zwei cm lang sind, werden eigens für diesen Operationstyp entwickelte Geräte eingeführt. Mit der Übertragung einer kleinen, eingeführten Kamera wird der Gelenkspalt zwischen Hüftkopf und Hüftpfanne genau untersucht. Die Geräte hat der Chirurg dabei entweder in der Hand, können jedoch auch ferngesteuert werden.

Was muss ich nach der Operation beachten?

Die Nachbehandlung einer Operation ist abhängig von der Erkrankung, die behandelt wurde und dem allgemeinen Zustand des Patienten. Üblicherweise benötigt eine Hüftarthroskopie keinen langen Klinikaufenthalt nach Ende der Operation. Trotz der minimal-invasiven Vorgehensweise muss eine gewisse Schonzeit eingehalten werden, welche sich ebenfalls von Patient zu Patient unterscheidet. Schonzeit bedeutet, dass auf Sport und Zusatzbelastung anderer Art verzichtet werden muss. Zum Teil werden auch Unterarmstützen für eine zusätzliche Entlastung verwendet.

Hüftarthroskopie

Oftmals wird direkt nach der Operation bereits mit einer Physiotherapie begonnen, vor allem bei Sportlern und anderen aktiven Personen kann das für eine rasche Regenerierung notwendig sein. Diese Therapie beinhaltet nicht nur Mobilisationsübungen, sondern auch den Kraft- und Muskelaufbau. Bei einer Knorpeltransplantation kann die Nachbehandlung besonders lange andauern und ist anspruchsvoller als bei anderen Eingriffen. Eine Totalentlastung kann notwendig sein, was bedeutet, dass der Patient nicht stehen und auch im Liegen das Bein nicht anheben darf. Bei Bedarf wird das Bein durch eine Motorschiene durchbewegt.

Wo liegen die Grenzen der Hüftarthroskopie?

Eine Hüftarthroskopie ist bei fortgeschrittenen Stadien verschiedener Hüfterkrankungen wie der Arthrose oder starken Knorpelschäden keine angemessene Methode. Kommt der Chirurg nicht mehr ins Gelenk oder braucht mehr Platz zum Operieren, dann hilft eine Hüftarthroskopie nicht mehr weiter. Bei schweren Deformationen und Fehlstellungen, ist die minimal-invasive Methode nicht mehr ausreichend und der Arzt muss höchstwahrscheinlich eine offene Operationsmethode wählen.

Welche Risiken und Komplikationen können auftreten?

Obwohl es sich bei der Hüftarthroskopie um einen besonders schonenden Eingriff handelt, hat diese Operation wie jede andere auch bestimmte Risiken, die nicht komplett ausgeschlossen werden können. Sehr selten können Wundheilstörungen oder Infektionen nach der Operation auftreten und das umliegende Gewebe kann beschädigt oder in Mitleidenschaft gezogen werden. Eine Schwierigkeit der Hüftarthroskopie liegt in der anatomischen Besonderheit der Hüfte, die eine Kugelgelenk ist mit vielen außenliegenden Strukturen wie Nerven, die durch den Eingriff geschädigt oder verletzt werden können. Eine Nervenverletzung kann noch zu einem späteren Zeitpunkt zu Taubheitsgefühlen und Sensibilitätsstörungen führen.

Wie kann ich eine Hüftarthroskopie vorbeugen?

Die Erkrankungen, die eine Hüftarthroskopie notwendig machen würden, können durch verschiedenste Primärpräventionen vorgebeugt werden, was eine Operation überflüssig machen würde. Vor allem die frühzeitige Behandlung kann dabei helfen, Arthrose, Formstörungen oder Überbelastungen auszugleichen und das Hüftgelenk so zu schonen. Dabei können orthopädische Einlagen, Reduzierung von Übergewicht, Heil- und Sportgymnastik und eine ausgewogene Ernährung dabei helfen das Hüftgelenk zu entlasten. Viele Erkrankungen lassen sich nicht vorbeugen, da diese normale Abnutzungserscheinungen durch das fortgeschrittene Alter darstellen, allerdings lassen sich die Symptome meist hinauszögern, falls zeitnah eine Diagnose stattfindet.

Hüftarthroskopie

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Die Krankenversicherungsträger übernehmen in der Regel alle Kosten für notwendigen und zweckmäßigen Behandlungen und Diagnosemaßnahmen. Normalerweise rechnen Ärzte diese Kosten direkt mit den Krankenversicherungsträgern ab. Bei Physiotherapien kann ein bestimmter Selbstbehalt entstehen. Es rät sich dies allerdings im Zweifelsfall mit deiner Versicherung zu klären. Wahlärzte und Privatambulatorien können in Anspruch genommen werden, wie viel der Krankenversicherungsträger davon übernimmt, ist auch im Vorfeld zu klären.

 

Quellen

Steimer, O. et al.: Hüftarthroskopie – Indikation und Grenzen. In: Orthopädie 2011. 40: 1054-1060. November/2011. Springer Verlag. 2011 (letzter Zuriff: 02.07.2019)

Sobau, C./ Miehlke, W.: Hüftarthroskopie beim Sportler – Indikation und Grenzen. IOUP 2014; 6: 300–304 DOI 10.3238/oup.2014.0300–0304 (letzter Zuriff: 02.07.2019)

Dr. med. Möckel, G./ PD Dr. med. Labs, K.: Arthroskopie des Hüftgelenkes Indikationen und Operationstechnik. In: SFA. Arthroskopie aktuell (letzter Zugriff: 02.07.2019)


Dauer Dauer

30 Minuten

Ausfallzeit Ausfallzeit

Bis zu 6 Wochen

Stationärer Aufenthalt Stationär

Bis zu 5 Tage

Das Wichtigste zusammengefasst

Eine Hüftarthroskopie ist eine minimal-invasive Operation des Hüftgelenks, um Hüfterkrankungen im frühen Stadium zu behandeln


Die Operation verläuft unter Teil- oder Vollnarkose, während der Patient am Rücken oder auf der Seite liegt


Um die Geräte einzuführen, benötigt der Arzt nur zwei bist drei kleine Hautschnitte


Alternativen zur Hüftarthroskopie finden sich in der konservativen Medizin und beinhalten physiotherapeutische Maßnahmen und gezielte Schmerzreduzierung durch Medikamente

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