Orthopädie

Das medizinische Fachgebiet der Orthopädie beschäftigt sich mit Erkrankungen, Verletzungen und Fehlbildungen des Bewegungs- und Stützapparats. Die Orthopädie konzentriert sich sowohl auf die Behandlung und Therapie als auch auf die Prävention von Erkrankungen der Knochen, Gelenke, Muskeln, Sehnen oder Bänder. Ziel der Orthopädie ist es, die Entwicklung des Bewegungsapparates zu fördern und degenerative Veränderungen zu behandeln.

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Mit was befasst sich die Orthopädie?

Orthopädische Erkrankungen sind sämtliche Störungen jener Körperteile, die zum Stütz- und Bewegungsapparat gehören. Der menschliche Bewegungs- und Stützapparat ist ein komplexes System mit wichtigen Aufgaben. Er besteht aus Knochen, Muskeln, Gelenken, Sehnen, Gefäßen, Nerven, Bändern und Schleimbeuteln.
 
Das Skelett dient in erster Linie der Stützung, Sicherung und Formgebung der Körpergestalt und Körperhaltung. Die Muskeln und Sehnen sind für die Beweglichkeit und Fortbewegung des Körpers zuständig. Treten im Bewegungs- und Stützapparat Probleme auf, kann dies zu Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen führen, die die Lebensqualität einschränken.
 
Orthopäden behandeln sowohl Patienten mit chronischen Erkrankungen als auch solche mit angeborenen Störungen des Bewegungsapparats. Für orthopädische Erkrankungen bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen sind spezialisierte Kinderorthopäden zuständig.
 
Die Orthopädie beschäftigt sich mit einer Vielzahl von Krankheiten und Verletzungen, die den Stütz- und Bewegungsapparat betreffen. Dazu zählen Bänderrisse, Verstauchungen, Ischias, Zerrungen, Sehnenverletzungen oder Frakturen und Luxationen.
 
Rückenschmerzen, Skoliose, krumme Beine, Hallux valgus und Hammerzehen, Arthritis, Osteoporose und Knochentumore sind ebenfalls Gegenstand der Orthopädie. Zudem kann Dir ein Orthopäde bei einer Zerebralparese, Muskeldystrophie, Klumpfuß, ungleichen Beinlänge, Wachstumsstörungen oder Anomalien der Finger und Zehen weiterhelfen.
 
Häufige Symptome bei Erkrankungen des Bewegungsapparats sind Schmerzen in den Schultern, der Hüfte, dem Rücken und Nacken. Außerdem klagen Betroffene oft über Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen oder einen Muskelkater.

Welche Diagnoseverfahren stehen der Orthopädie zur Verfügung?

 
Um die Ursache Deiner Beschwerden herauszufinden, bedient sich die Orthopädie der Anamnese, der körperlichen Untersuchung oder klinischen Tests wie beispielsweise dem Funktionstest. Um die Diagnose einzugrenzen, stehen dem Orthopäden außerdem diverse bildgebende Verfahren zur Verfügung:
 

  • Computertomographie (CT)
  • Magnetresonanztomographie (MRT), auch Kernspintomographie genannt
  • Sonografie, auch als Ultraschall bekannt
  • Röntgen
  • Szintigrafie
  • SPECT
  • arthroskopische Untersuchungen (z.B. Kniegelenksarthroskopie oder Schultergelenksarthroskopie)

Welche Behandlungs- und Therapieverfahren gibt es in der Orthopädie?

 
Die vielen unterschiedlichen Krankheiten und Verletzungen, mit denen sich die Orthopädie beschäftigt, können sowohl operativ als auch konservativ behandelt werden. In den meisten Fällen gehen die operative und die konservative Behandlung Hand in Hand, da nach Operationen eine intensive Nachbehandlung notwendig sein kann.
 
Operative Behandlung
Die operative Behandlung des Bewegungs- und Stützapparates besteht aus einem chirurgischen Eingriff. Sie kommt spätestens dann zum Einsatz, wenn konservative Therapien nicht anschlagen. Dem Orthopäden stehen verschiedene Techniken zur Verfügung, um orthopädische Leiden zu behandeln.
 
Da sich die Orthopädie mit dem gesamten Stütz- und Bewegungsapparat beschäftigt, kann eine Operation bei vielen verschiedenen Erkrankungen oder Beschwerden helfen. Ein operativer Eingriff kann etwa beim Tennisarm, der Hammerzehe, Arthroskopie, Hallux valgus, Osteotomien, Bandscheibenvorfällen, Karpaltunnelsyndrom, Schultersteife oder Kalkschulter zum Einsatz kommen.
 
Konservative Behandlung
Die Medizin versteht unter einer konservativen Behandlung eine Therapie mit Medikamenten oder physikalischen Maßnahmen. Dazu zählen zum Beispiel physikalische Anwendungen, bei denen durch den Einsatz von Gleich- und Wechselstrom, Ultraschall und Laserlicht schmerzhafte Körperpartien durchströmt werden, um die Durchblutung und die Nährstoffversorgung in entsprechenden Bereichen zu aktivieren.
 
Die gängigsten Behandlungsmethoden in der Orthopädie sind:
 

  • Schmerztherapie
  • Ergotherapie
  • Orthesen (z.B. Knieorthesen)
  • Krankengymnastik
  • Elektrotherapie
  • Hydrotherapie
  • Antiphlogistika, bei Rheumatikern Immunsuppressiva
  • Wärme
  • Massagen
  • Infiltrations- und Injektionstechniken (z.B. Infiltration bei Rückenschmerzen)

Erste Hilfe bei orthopädischen Verletzungen

Bei Verletzungen der Muskeln oder Gelenke ist die Erstversorgung oft entscheidend für den Heilungsverlauf. Mit der sogenannten PECH-Regel kannst Du die wichtigsten Maßnahmen selbst ergreifen:
 

  • P – Pause: Du solltest die betroffene Körperstelle sofort ruhig stellen.
  • E – Eis: Kühle die verletzte Körperregion, denn Kälte lindert Schmerzen und verhindert starke Schwellungen. Achte aber darauf, das Eis nicht direkt auf die Haut aufzutragen, sondern in ein Tuch oder Ähnliches zu wickeln.
  • C – Compression: Ein Druckverband kann Schwellungen und Blutergüsse verhindern oder mildern.
  • H – Hochlagern: Als letzten Schritt solltest Du den betroffenen Körperteil so lagern, dass es über dem Herz liegt. Dadurch kann das Blut aus der verletzten Region besser zum Herzen zurückfließen.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten für orthopädische Behandlungen?

Die Krankenkassen übernehmen grundsätzlich die Kosten für orthopädische Diagnosen und Behandlungen. Dies gilt, wie bei anderen Fachbereichen auch, immer dann, wenn die jeweilige Leistung zweckmäßig und medizinisch notwendig ist.
 
Bei besonders aufwendigen oder kostenintensiven Untersuchungen, Behandlungen oder Medikamenten solltest Du Dich im Vorfeld mit Deinem behandelnden Orthopäden und Deiner Krankenkasse absprechen, ob Du einen Teil selbst bezahlen musst. Orthopädische Untersuchungen und Behandlungen sind in der Regel relativ aufwendig, weshalb die Kosten entsprechend hoch sind. Privatzahler müssen pro Behandlung mit durchschnittlichen Kosten von 100 bis 200 Euro rechnen.

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