Schilddrüsenentzündung

Die Schilddrüse ist ein walnussgroßes Organ, das sich an der Vorderseite des Halses befindet und die wichtigen Hormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) produziert. Eine Entzündung der Schilddrüse kann verschiedene Ursachen und somit auch unterschiedliche Folgen haben. Bestimmte Entzündungen lösen eine Überfunktion oder eine Unterfunktion der Schilddrüse aus. Bei Verdacht auf Abszesse oder bösartige Erkrankungen muss meist eine Operation erfolgen und Teile oder die gesamte Schilddrüse entfernt werden. Hier kannst Du alles Wichtige über die Schilddrüsenentzündung erfahren.


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Zuletzt aktualisiert: 19. August, 2020



ICD-10-GM-2020 E00-E07

Was versteht die Medizin unter einer Schilddrüsenentzündung?

Eine Thyreoiditis ist eine Entzündung des Drüsengewebes in der Schilddrüse. Die deutsche Bezeichnung der Schilddrüse lässt sich aufgrund der Lage dieses Organs erklären, denn die Schilddrüse befindet sich nahe am sogenannten Schildknorpel des Kehlkopfes. Eine Thyreoiditis ist sehr selten und macht nur ein bis drei Prozent aller Schilddrüsenerkrankungen aus. Die häufigste Ursache für diese Erkrankung ist eine Autoimmunerkrankung. Allerdings können auch Bakterien, Viren, Verletzungen der Schilddrüse oder eine Strahlenbehandlung zu einer Schilddrüsenentzündung führen. Eine Schilddrüsenentzündung verläuft entweder akut oder subakut. Hierbei sind die Ursachen und auch die Symptome unterschiedlich.
 
Eine Schilddrüsenentzündung kommt eher selten vor

Wie sehen die Symptome einer Schilddrüsenentzündung aus?

Die Symptome einer akuten Schilddrüsenentzündung treten sehr plötzlich auf. Viele Patienten haben Fieber und verspüren Schmerzen im Bereich der Schilddrüse, da diese angeschwollen ist. Die Lymphknoten sind ebenfalls vergrößert und die Haut über der Schilddrüse ist meistens gerötet. Außerdem leiden die Betroffenen häufig unter Schluckbeschwerden und hohem Fieber.
 
Eine subakute Thyreoiditis beginnt schleichend. Die Betroffenen fühlen sich müde, abgeschlagen und körperlich weniger leistungsfähig. Die Schmerzen im Bereich der Schilddrüse strahlen oft bis zum Unterkiefer, dem Kopf oder sogar dem Brustbereich aus. Weitere Symptome sind Kopfschmerzen, Fieber und Muskelschmerzen. Innerhalb von wenigen Tagen ist die Schilddrüse angeschwollen und beginnt zu schmerzen. Im Gegensatz zur akuten Thyreoiditis sind die Lymphknoten jedoch oft nicht geschwollen. Diese Form der Schilddrüsenentzündung kann allerdings auch ohne Beschwerden verlaufen. Mediziner nennen dies eine stille Thyreoiditis. Die Krankheit entwickelt sich über viele Monate und kann zu einer Überfunktion der Schilddrüse führen. Falls dies der Fall ist, so sind Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Nervosität und Unruhe mögliche Symptome.

Welche Ursachen hat eine Schilddrüsenentzündung?

Die akute Schilddrüsenentzündung wird meistens durch eine Infektion mit Bakterien (eitrige Entzündung) verursacht. Häufig ist eine Entzündung im Hals, beispielsweise eine Mandelentzündung, die Ursache für eine akute Schilddrüsenentzündung. Auch Streptokokken, Staphylokokken, Pneumokokken oder das Darmbakterium Escherichia coli können eine akute Schilddrüsenentzündung verursachen. Dabei gelangen die Erreger über die Lymphgefäße in die Schilddrüse.
 
Menschen, die unter Tuberkulose leiden, sind ebenfalls gefährdet, an dieser Form der Entzündung zu erkranken. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass sich die Schilddrüse aufgrund einer Strahlenbehandlung entzündet (nicht-eitrige Entzündung). Dies kommt allerdings nur in ein Prozent aller Strahlenbehandlungen vor. Bösartige Tumore oder Metastasen lösen auch oft eine Schilddrüsenentzündung aus. Eine weitere mögliche Ursache für diese Erkrankung ist eine Verletzung der Schilddrüse. Die Ursachen für eine subakute Thyreoiditis sind bis heute nicht bekannt. Vermutlich löst eine Virusinfektion der oberen Atemwege diese Form der Schilddrüsenentzündung aus. Experten vermuten außerdem, dass viele Patienten eine genetische Veranlagung für diese Form der Entzündung haben, weil sie bestimmte Genabschnitte mit sich tragen.

Welche Formen der Schilddrüsenentzündung gibt es?

Eine Schilddrüsenentzündung kann akut oder subakut sein. Die akute Form (eitrig oder nicht-eitrig) ist sehr selten. Die Entzündung entsteht dabei aufgrund von Bakterien, Viren oder Keimen. Nach einer Strahlenbehandlung oder einer Verletzung der Schilddrüse ist ebenfalls eine akute Schilddrüsenentzündung möglich.
 
Die subakute Form wird vermutlich durch einen Virus ausgelöst, allerdings ist die Ursache bis heute nicht eindeutig geklärt. Diese Form der Thyreoiditis tritt im Alter von 30 bis 50 Jahren auf und betrifft Frauen fünfmal so häufig wie Männer. In der Regel verschwindet die Entzündung innerhalb weniger Monate von selbst.

Was ist unter Hashimoto zu verstehen?

Hashimoto ist eine der häufigsten Form einer Schilddrüsenentzündung. Sie ist eine Autoimmunerkrankung, bei welcher der Körper Abwehrstoffe gegen Eiweiße der Schilddrüse bildet und somit zu einer chronischen Entzündung der Schilddrüse führt. Meistens bleibt die Krankheit lange unbemerkt, denn die Beschwerden treten oft erst dann auf, wenn bereits eine Unterfunktion der Schilddrüse vorliegt. Eine Hashimoto-Thyreoiditis tritt vor allem im Alter von 40 bis 50 Jahren auf und betrifft Frauen neunmal häufiger als Männer.

Wer ist am häufigsten von einer Schilddrüsenentzündung betroffen?

Frauen sind wesentlich häufiger von Schilddrüsenentzündungen betroffen als Männer (Verhältnis von 5:1). Am häufigsten erkranken Menschen im Alter von 30 bis 50 Jahren.

Welche Folgen kann eine Schilddrüsenentzündung für die Betroffenen haben?

Eine akute Schilddrüsenentzündung aufgrund einer Strahlentherapie oder Verletzung führt manchmal dazu, dass nach dem Abklingen der Entzündung funktionsloses Bindegewebe in das Drüsengewebe wuchert. Es ist möglich, dass dabei das hormonproduzierende Gewebe verdrängt wird und dadurch eine Schilddrüsenunterfunktion entsteht. Dies lässt sich allerdings durch Glukokortikoide verhindern. Bei einer subakuten Thyreoiditis besteht das Risiko, dass sich Narbengewebe bildet, welches ebenfalls hormonproduzierendes Gewebe verdrängt. Auch in diesem Fall führt das zu einer Schilddrüsenunterfunktion, die die Einnahme von Schilddrüsenhormonen erfordert.
 
Zu den Symptomen einer Schilddrüsenentzündung gehört unter anderem eine ständige Müdigkeit

Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen?

Wenn Du unter Fieber und Schmerzen im Bereich der Schilddrüse leidest oder angeschwollene Lymphknoten feststellst, solltest Du einen Arzt aufsuchen, da es sich um eine akute Schilddrüsenentzündung handelt. Wenn Du bemerkst, dass die Schmerzen bis zum Unterkiefer, Kopf oder Brustbereich ausstrahlen, dann musst Du Dich ebenfalls von einem Mediziner untersuchen lassen.

Wie diagnostiziert der Arzt eine Schilddrüsenentzündung?

Der erste Schritt der Diagnose ist die Anamnese. Hierbei führt der Arzt ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten und erkundet sich nach den Symptomen. Diese geben dem Mediziner wichtige Hinweise für die Art der Schilddrüsenentzündung. Auch vorhergehende Erkrankungen wie eine Strahlentherapie, Halsentzündung, medikamentöse Therapie oder Verletzung sind oft aufschlussreich.
 
Häufig ist sehr schwer festzustellen, ob es sich um eine akute oder subakute Schilddrüsenentzündung handelt. Daher führt der Arzt verschiedene Untersuchungen durch, die darüber Aufschluss geben. Bei der Tastuntersuchung tastet der Arzt die Schilddrüse ab und kann dadurch feststellen, ob sie vergrößert ist oder druckschmerzhaft ist.
 
Danach erfolgt eine Blutuntersuchung. Hier bestimmt der Mediziner die Schilddrüsenhormone T3 und T4 sowie den TSH-Wert (TSH steht für Thyreoidea-stimulierendes Hormon). TSH wird von der Hirnanhangdrüse gebildet und steuert die Schilddrüsenaktivität. Bei einer akuten Entzündung steigen die Entzündungswerte sowie die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) an und es sind mehr weiße Blutkörperchen im Blut nachweisbar, während bei einer subakuten Schilddrüsenentzündung die Menge der weißen Blutkörperchen nicht erhöht ist. Bei einer Blutuntersuchung können ebenfalls Antikörper im Blut bestimmt werden. Ein Nachweis oder eine Erhöhung bestimmter Antikörper sind häufig charakteristisch für bestimmte Erkrankungen.
 
Eine weitere wichtige Untersuchung ist der Ultraschall der Schilddrüse, um ihre Größe und Struktur zu beurteilen. Dabei wird die Halsregion mit einem Schallkopf von außen untersucht und Knoten können bereits ab einer Größe von wenigen Millimetern erkannt werden. Diese Untersuchung ist außerdem strahlenfrei und bringt keine Nebenwirkungen mit sich. Dadurch kann dieses Verfahren mehrmals und auch zur Verlaufsbeobachtung eingesetzt werden. Wenn die Schilddrüse entzündet ist, erscheint sie auf dem Ultraschallbild dunkel und die Struktur wirkt aufgelockert und nicht so einheitlich wie bei einer gesunden Schilddrüse. In manchen Fällen erkennt der Arzt auch eine blutgefüllte Zyste. Erscheint die Schilddrüse kleiner als normal, dann liegt eine Hashimoto-Thyreoiditis vor.
 
Bei der Feinnadelbiopsie entnimmt der Mediziner eine Gewebeprobe der Schilddrüse, welche er dann unter dem Mikroskop untersucht. Im Falle einer subakuten Thyreoiditis lassen sich die dafür typischen Langhansschen Riesenzellen erkennen.
 
Die Schilddrüsenszintigrafie dient dazu, die Jodanreicherung in der Schilddrüse zu messen und eine eventuelle Schilddrüsenober- bzw. Unterfunktion zu erkennen. Bei dieser Untersuchung spritzt der Arzt dem Patienten eine radioaktiv markierte Substanz in die Vene. In der Regel kommt dafür Technetium zur Anwendung, da es eine geringere Strahlenbelastung als Jod besitzt. Technetium und Jod verhalten sich gleich im Körper, allerdings speichert der Körper Technetium nicht, sondern nach kurzer Zeit wieder ausgeschieden. Etwa fünfzehn Minuten nach der Verabreichung der radioaktiven Substanz kann das Aufnahmegerät die radioaktiven Strahlen erkennen.
 
Jene Bereiche, die viel Kontrastsubstanz aufgenommen haben, werden farblich anders dargestellt, als Bereiche mit geringerer Anreicherung. Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse wird die Substanz wenig oder gar nicht aufgenommen (sogenannte kalte Knoten), bei einer Überfunktion liegt eine zu starke Aufnahme in einem bestimmten Bereich vor (heiße Knoten). Die kalten Knoten produzieren keine Schilddrüsenhormone und meistens handelt es sich um Zysten oder gutartige Tumore. Die heißen Knoten im Gegensatz, führen zu einer Überproduktion von Schilddrüsenhormonen.
 
Der Arzt kann mithilfe unterschiedlicher Methoden sicher feststellen, ob eine Schilddrüsenentzündung vorliegt

Wie lässt sich eine Schilddrüsenentzündung behandeln?

Eine akute Schilddrüsenentzündung wird mit Antibiotika behandelt, welche die Bakterien abtöten. Meistens wird das Antibiotikum in Form einer Tablette verabreicht. Bei einer schweren Erkrankung erhält der Patient das Medikament in Form einer Infusion. Außerdem sollte der Betroffene bei Fieber Bettruhe einhalten. Zusätzlich kann der Hals von außen gekühlt werden, beispielsweise mit einer Eiskrawatte oder Halswickeln. Wenn sich ein Abszess in der Schilddrüse gebildet hat, wird der darin enthaltene Eiter mithilfe einer Punktion oder Operation entfernt.
 
Die subakute Thyreoiditis verläuft oft sehr harmlos und heilt meistens spontan aus. Behandelt wird die Erkrankung mit entzündungshemmenden Antiphlogistika, die gleichzeitig schmerzlindernd wirken. Bei starken Schmerzen und einem schweren Krankheitsverlauf verabreicht der Arzt zusätzlich Kortison, welches noch stärker entzündungshemmend wirkt und innerhalb eines Tages die Beschwerden lindern soll. Kortison wird ebenfalls bei einer Entzündung aufgrund einer Strahlenbehandlung eingesetzt.

Wann muss bei einer Schilddrüsenentzündung eine Operation erfolgen?

Bei einer durch Bakterien ausgelösten akuten Schilddrüsenentzündung besteht das Risiko, dass sich eitrige Herde abkapseln und Abszesse entstehen. In diesem Fall ist eine Operation notwendig, bei dem der Chirurg diese Herde entfernt.
 
Oft ist die Notwendigkeit einer Operation eindeutig. Wie schnell eine Operation erfolgt, hängt in vielen Fällen von der Art der Erkrankung aber auch vom Wunsch des Patienten ab. Bei Verdacht auf eine bösartige Erkrankung muss meist eine Operation erfolgen, wenn diese noch möglich ist. Mögliche Gründe für eine Schilddrüsenoperation sind neben einer Schilddrüsenentzündung Drüsenwucherung, Schilddrüsenvergrößerung, Hohlraumbildung, Morbus Basedow, Schilddrüsenüberfunktion, Krebs und Krebsverdacht.
 
Bei der Entscheidung für oder gegen eine Operation solltest Du zuvor verschiedene Behandlungsalternativen in Betracht ziehen. Erkrankungen wie eine Überfunktion, können auch mit Medikamenten oder einer Radiojodtherapie behandelt werden. Eine Operation ist allerdings die einzige Behandlung, bei welcher das gewünschte Ergebnis sofort eintritt. Außerdem ist bei einer Operation eine individuelle und befundorientierte Behandlung möglich, das bedeutet, dass der Operateur nur ein Teil eines Lappens oder die komplette Schilddrüse entfernt. Ein Eingriff sollte allerdings nicht stattfinden, wenn ein zu hohes Operationsrisiko besteht (besonders bei kranken Patienten).

Was muss ich vor einer Operation beachten?

Vor einer Operation sollte der Hormonspiegel der Schilddrüse im Normalbereich liegen. Leidest Du beispielsweise unter einer Überfunktion der Schilddrüse, dann verschreibt Dir der Arzt für die Woche vor der Operation Medikamente, die den Hormonspiegel regulieren.
 
Vor dem Eingriff finden noch verschiedene Untersuchungen statt. Dazu gehören eine Blutuntersuchung, eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs und ein EKG. Mithilfe dieser Untersuchungen überprüft der Arzt Deinen allgemeinen Gesundheitszustand. Zusätzlich untersucht ein Mediziner die Stimmbänder, um zu kontrollieren, ob diese gut funktionieren oder ob für sie bei der Operation ein erhöhtes Verletzungsrisiko besteht.
 
Der Arzt erklärt Dir außerdem den Ablauf des Eingriffs und ob ein Lappen der Schilddrüse, der größte Teil oder die gesamte Schilddrüse entfernt wird. Normalerweise erfolgt eine Operation der Schilddrüse unter Vollnarkose. Bei kleinen Eingriffen ist oft nur eine örtliche Betäubung am Hals notwendig und Du erhältst ein leichtes Beruhigungsmittel. Welcher Eingriff der geeignetste ist, entscheidet der Arzt. Das Ausmaß des Eingriffs kann sich allerdings ändern, wenn ein Verdacht auf Schilddrüsenkrebs besteht. In diesem Fall muss der Arzt oft zusätzlich Lymphknoten entfernen, die in der Nähe der Schilddrüse liegen.

Wie verläuft die Operation bei einer Schilddrüsenentzündung?

Die Operation erfolgt in Vollnarkose. Während der Operation legt der Arzt an einem Arm des Patienten eine Infusion. Wenn der Chirurg die Schilddrüse vollständig entfernen muss, dauert die Operation bis zu drei Stunden, sind nur kleine Herde zu operieren, kann die Operationszeit deutlich kürzer ausfallen. Während der Operation kommt das sogenannte Neuromonitoring (NIM) zum Einsatz. Mit diesem System sinkt das Risiko einer Verletzung der Nerven, die für die Stimmbänder zuständig sind, sodass für Deine Sicherheit gesorgt ist.  In die Wunde am Hals legt der Arzt bei Bedarf Drainagen, die Blut und Wundflüssigkeit ableiten. Nach der Operation näht der Chirurg die Wunde mit einem Faden zu und klebt ein Pflaster auf, um die Wunde vor Infektionen und Schmutz zu schützen.
 
Wenn die konservativen Methoden bei einer Schilddrüsenentzündung nicht anschlagen, bleibt oftmals nur eine Operation übrig

Was muss ich nach dem operativen Eingriff beachten?

Nach der Operation wirst Du in ein Stationszimmer gebracht und mit Medikamenten gegen Wundschmerzen und Schwellungen behandelt. Bis Du wieder trinken kannst, wirst Du, sofern nötig, über dünne Schläuche mit Flüssigkeit versorgt. Je nachdem wie groß der Eingriff war und wie schnell Du Dich erholst, entfernt der Arzt die Schläuche noch am selben oder am nächsten Tag. Die Wunde am Hals ist mit Nähten zugenäht, welche sich innerhalb von Woche von selbst auflösen. Hals und Kehle fühlen sich nach der Operation häufig steif an. Mit speziellen Übungen lässt sich das allerdings behandeln. Dazu nimmst Du am besten die Hilfe eines Physiotherapeuten in Anspruch.
 
Dieser kann Dir ganz genau erklären, welche Übungen für Dich perfekt geeignet sind, damit Du die Muskeln wieder geschmeidig bekommst. Es besteht die Möglichkeit, dass sich die Stimme nach der Operation verändert hat. In der Regel sollte diese Veränderung aber nur wenige Tage andauern. Zusätzlich ist es möglich, dass Du eine logopädische Therapie machst. Hier machst Du Stimmübungen, lernst Entspannungsübungen für Deine Stimme und die Tonbänder und kräftigst Deine Stimme wieder.  Nach einer Schilddrüsenoperation müssen die meisten Patienten für den Rest ihres Lebens Schilddrüsenhormone einnehmen. Darüber hinaus bleibt je nach Operationstechnik eine unterschiedlich große Narbe am Hals zurück.

Welche Risiken birgt die Operation einer Schilddrüsenentzündung?

In der Regel verläuft eine Schilddrüsenoperation ohne Komplikationen. Nichtsdestotrotz besteht immer ein Restrisiko und es kann unter anderem zu einer Wundheilungsstörung oder Infektion kommen. Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt allerdings unter zwei Prozent. Auch kleinere Blutungen und Blutergüsse sind möglich. Der Patient empfindet oft einen unangenehmen Druck und es kommt zu Problemen beim Atmen. Diese Blutergüsse kann der Arzt operativ entfernen und nur sehr selten sind die Blutungen lebensbedrohlich.
 
Ein spezielles Risiko sind die Verletzung der kleinen Nebenschilddrüse sowie Stimm- und Sprachstörungen. Da die Schilddrüse nahe beim Kehlkopf und den Stimmbändern liegt, besteht während der Operation das Risiko einer Schädigung des Stimmbandnervs. Dadurch findet eine Lähmung des zugehörigen Stimmbandes statt. Wenn nur eine Seite betroffen ist, kann der Patient sprechen, allerdings klingt die Stimme heiser oder sogar krächzend. Falls beide Seiten gelähmt sind, besteht die Gefahr von Atemnot.
 
Im Notfall kann ein Luftröhrenschnitt notwendig sein, was allerdings sehr selten ist. Die meisten Lähmungen erholen sich allerdings wieder von selbst. Sollte sich die Stimmqualität dennoch nicht verbessern, so ist eine Stimm- und Sprachtherapie (Logopädie) sehr hilfreich. Das Risiko für eine Verletzung der Stimmbandnerven ist sehr gering und liegt bei etwa einem Prozent. Allerdings hängt dieses Risiko auch von den Operationsverhältnissen ab. Bei Wiederholungs- und Krebsoperationen sowie einer vergrößerten Schilddrüse ist das Risiko höher.
 
Da auch die Nebenschilddrüsen sehr nahe an der Schilddrüse liegen, können auch diese im Zuge einer Operation unabsichtlich entfernt oder beschädigt werden. In den Nebenschilddrüsen wird Parathormon gebildet, welches die Blutkonzentration von Kalzium steuert. Kalzium ist wichtig für die Nerven- und Muskelfunktion sowie den Knochenstoffwechsel. Werden bei einer Operation allerdings die Nebenschilddrüsen entfernt oder verletzt, kommt es zu einem Mangel an Parathormon und die Kalziumkonzentration im Blut fällt ab. Die Folgen sind Kribbelgefühle oder Muskelkrämpfe, die mit Kalzium- oder Vitamin-D-Präparaten behandelt werden. Das Risiko liegt auch hier nur bei etwa einem Prozent.

Wie ist die Prognose bei einer Schilddrüsenentzündung?

Eine akute Schilddrüsenentzündung heilt bei der richtigen Behandlung vollständig aus. Wenn das Schilddrüsengewebe stark zerstört ist, dann ist eine vorübergehende oder ständige Unterfunktion der Schilddrüse möglich.
 
Die subakute Thyreoiditis heilt in der Regel in 80 % der Fälle innerhalb von drei bis sechs Monaten von selbst ab. Auch bei dieser Form ist eine Schilddrüsenunterfunktion möglich.

Was kann ich selbst gegen eine Schilddrüsenentzündung tun?

Wenn Du unter einer akuten Schilddrüsenentzündung leidest und Antibiotika verschrieben bekommen hast, dann musst Du diese auch regelmäßig und ordnungsgemäß einnehmen. Bei Fieber solltest Du unbedingt die Bettruhe einhalten. Zusätzlich kannst Du Deinen Hals mit Halswickeln von außen kühlen.
 
Bei einer Schilddrüsenentzündung ist es sehr wichtig, genau an die Vorgaben des Arztes zu halten

Wie kann ich eine Schilddrüsenentzündung vorbeugen?

Eine Schilddrüsenentzündung kannst Du leider nicht direkt vorbeugen. Am wichtigsten ist es, Infektionen, vor allem im Rachenbereich, ausreichend zu behandeln, um eine Zweitinfektion und somit eine Schilddrüsenentzündung zu vermeiden.

Was kostet die Behandlung einer Schilddrüsenentzündung?

Je nach Art der Entzündung und Schwere der Erkrankung ist eine unterschiedliche Behandlung notwendig. In vielen Fällen genügt eine Behandlung mit Antibiotika, weshalb oft nur Kosten für diese anfallen. Ist allerdings eine Operation erforderlich, so fällt oft ein Selbstbehalt an, der je nach Krankenkasse unterschiedlich hoch ausfällt.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten der Behandlung einer Schilddrüsenentzündung?

Die Untersuchung und Behandlung einer Schilddrüsenentzündung übernehmen die Krankenkassen in der Regel. Es kann jedoch sein, dass ein Selbstbehalt anfällt. Reicht eine Behandlung mit Antibiotika aus, dann ist meist die Gebühr für das Rezept selbst zu zahlen. Bei einer Operation springt normalerweise die Krankenkasse ein, es kann jedoch vorkommen, dass Du bei einem längeren Aufenthalt im Krankenhaus pro Tag einen Unkostenbeitrag leisten musst. Möchtest Du nach der Operation eine logopädische Therapie oder eine Physiotherapie in Anspruch nehmen, solltest Du zuvor mit Deinem Versicherungsträger abklären, ob und wie viel der Kosten er übernimmt.


Dauer Dauer

Bis zu 3 Stunden

Ausfallzeit Ausfallzeit

Bis zu 14 Tage

Stationärer Aufenthalt Stationär

2-3 Tage

Das Wichtigste zusammengefasst

Die Symptome einer akuten Schilddrüsenentzündung treten sehr plötzlich auf. Viele Patienten haben Fieber und verspüren Schmerzen im Bereich der Schilddrüse. Die Lymphknoten sind vergrößert und die Haut über der Schilddrüse ist meistens gerötet. Außerdem leiden die Betroffenen häufig unter Schluckbeschwerden und hohem Fieber. Bei einer subakuten Thyreoiditis fühlen sich die Betroffenen müde, abgeschlagen und körperlich weniger leistungsfähig. Die Schmerzen im Bereich der Schilddrüse strahlen oft bis zum Unterkiefer, dem Kopf oder sogar dem Brustbereich aus. Weitere Symptome sind Kopfschmerzen, Fieber und Muskelschmerzen


Die akute Schilddrüsenentzündung wird meistens durch eine Infektion mit Bakterien verursacht. Auch Streptokokken, Staphylokokken, Pneumokokken oder das Darmbakterium Escherichia coli können eine akute Schilddrüsenentzündung verursachen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass sich die Schilddrüse aufgrund einer Strahlenbehandlung oder einer Verletzung entzündet. Die Ursachen für eine subakute Thyreoiditis sind bis heute nicht bekannt. Vermutlich löst eine Virusinfektion der oberen Atemwege diese Form der Schilddrüsenentzündung aus


Eine akute Schilddrüsenentzündung wird mit Antibiotika behandelt. Bei einer schweren Erkrankung erhält der Patient das Medikament in Form einer Infusion. Bei Fieber sollte der Betroffene Bettruhe einhalten. Zusätzlich kann der Hals von außen mit Halswickeln gekühlt werden. Die subakute Thyreoiditis verläuft oft sehr harmlos und heilt meistens spontan aus. Behandelt wird die Erkrankung mit entzündungshemmenden Antiphlogistika, die gleichzeitig schmerzlindernd wirken. Bei starken Schmerzen und einem schweren Krankheitsverlauf verabreicht der Arzt zusätzlich Kortison


Eine akute Schilddrüsenentzündung heilt bei der richtigen Behandlung vollständig aus. Wenn das Schilddrüsengewebe stark zerstört wurde, dann ist eine vorübergehende oder ständige Unterfunktion der Schilddrüse möglich. Die subakute Thyreoiditis heilt in 80 % der Fälle innerhalb von drei bis sechs Monaten von selbst ab. Auch bei dieser Form ist eine Schilddrüsenunterfunktion möglich. Eine Sonderform ist die Hashimoto-Thyreoiditis. Bei der Hashimoto-Thyreoiditis greift das körpereigene Immunsystem die Schilddrüse an

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