Nach einer starken Gewichtsabnahme bleiben häufig große Mengen überschüssiger Haut zurück. Sie können am Bauch, an den Hüften und am Gesäß hängen, beim Gehen scheuern, sich entzünden und die Bewegungsfreiheit einschränken. Sport stärkt zwar die Muskulatur, kann stark überdehnte Haut aber nicht wieder straffen. Auch Cremes können einen ausgeprägten Hautüberschuss nicht beseitigen. In solchen Fällen kann ein Bodylift sinnvoll sein. Das Bodylift ist eine umfangreiche Straffungsoperation, bei der mehrere Bereiche des Körpers in einem Eingriff behandelt werden. Es kommt vor allem nach einem massiven Gewichtsverlust infrage.
Auf einen Blick: Bodylift
Was wird gestrafft?
Bei einem Bodylift entfernt der Arzt überschüssige Haut rund um den unteren Rumpf und strafft Bauch, Hüften, Gesäß und äußere Oberschenkel in einer Operation.
Für wen geeignet?
Der Eingriff eignet sich vor allem nach einer starken Gewichtsabnahme, wenn große Hautüberschüsse zurückbleiben, die sich durch Sport oder Pflege nicht zurückbilden.
Welche Voraussetzungen gelten?
Voraussetzung sind ein seit mindestens sechs, besser zwölf Monaten stabiles Gewicht, ein guter Allgemeinzustand und der Verzicht auf Nikotin vor und nach der Operation.
Zahlt die Krankenkasse?
Verursachen die Hautfalten nachweisbare medizinische Beschwerden, kann die Krankenkasse die Kosten in begründeten Einzelfällen übernehmen. Der Antrag muss vor der Operation gestellt werden.
Was ist ein Bodylift?
Bei einem Bodylift entfernt der Arzt überschüssige Haut und Unterhautgewebe rund um den Rumpf. Beim unteren Bodylift verläuft der Schnitt wie ein Gürtel einmal um den Körper, meist ungefähr auf Höhe des Hosenbundes. Über diesen Zugang werden mehrere Bereiche gleichzeitig gestrafft. Dazu gehören die Bauchdecke, die Flanken, die Hüften, das Gesäß und die Außenseiten der Oberschenkel. Damit unterscheidet sich das Bodylift von einer reinen Bauchdeckenstraffung. Nach einer starken Gewichtsabnahme hängt die Haut oft nicht nur am Bauch, sondern auch an den Seiten und am Rücken. Durch die Behandlung des gesamten unteren Rumpfes lassen sich gleichmäßigere Übergänge und harmonischere Konturen erreichen.
Bei Bedarf kann vorhandenes Gewebe genutzt werden, um dem Gesäß wieder mehr Form und Volumen zu geben. Häufig wird der Eingriff zusätzlich mit einer Fettabsaugung kombiniert, damit die Übergänge zwischen den behandelten Bereichen möglichst gleichmäßig wirken.
Neben dem unteren Bodylift gibt es auch ein oberes Bodylift. Dabei werden Bereiche wie die Brust, die Oberarme und der obere Rücken behandelt. Welche Eingriffe notwendig sind und in welcher Reihenfolge sie durchgeführt werden, hängt von Deinem individuellen Befund ab. Häufig werden mehrere Operationen zeitlich gestaffelt.
Für wen ist ein Bodylift geeignet?
Ein Bodylift eignet sich vor allem für Menschen, die sehr viel Gewicht verloren haben und unter einem ausgeprägten Hautüberschuss leiden. Die Gewichtsabnahme kann durch eine Magenoperation, Medikamente oder eine dauerhafte Veränderung der Ernährung und Bewegung erreicht worden sein.
Wichtig ist, dass Dein Gewicht seit mindestens sechs, besser zwölf Monaten stabil ist. Möchtest Du noch deutlich weiter abnehmen oder schwankt Dein Gewicht stark, solltest Du mit der Operation warten. Größere Gewichtsveränderungen nach dem Eingriff können das Ergebnis beeinträchtigen.
Da ein Bodylift eine große Operation ist, solltest Du Dich in einem guten allgemeinen Gesundheitszustand befinden. Bestehende Erkrankungen müssen vor dem Eingriff gut behandelt und eingestellt sein. Auch der Verzicht auf Nikotin ist eine wichtige Voraussetzung. Rauchen verschlechtert die Durchblutung und erhöht das Risiko für Wundheilungsstörungen deutlich.
Bei einem eher kleinen Hautüberschuss kann es sinnvoller sein, nur einzelne Bereiche zu straffen. Auch bei unbehandelten Erkrankungen, instabilem Gewicht oder unrealistischen Erwartungen ist ein Bodylift nicht geeignet. Besteht noch ein Kinderwunsch, sollte besonders die Straffung der Bauchdecke möglichst erst nach Abschluss der Familienplanung erfolgen.

Wie bereitet man sich auf ein Bodylift vor?
Eine sorgfältige Vorbereitung senkt das Risiko von Komplikationen und erleichtert die Zeit nach dem Eingriff. Mindestens vier bis sechs Wochen vor und nach der Operation solltest Du vollständig auf Nikotin verzichten. Das gilt auch für nikotinhaltige Ersatzprodukte. Nikotin verschlechtert die Durchblutung und kann dazu führen, dass die langen Wunden schlechter heilen. Informiere Deinen Arzt über alle Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, die Du einnimmst. Blutverdünnende Präparate müssen möglicherweise vorübergehend pausiert werden. Setze verschriebene Medikamente jedoch niemals ohne ärztliche Rücksprache ab.
Auch Deine Blutwerte und mögliche Vorerkrankungen sollten vor der Operation kontrolliert werden. Besonders nach einer Magenoperation können Mängel an Eiweiß, Eisen, Vitamin B12 oder Vitamin D bestehen. Solche Mängel sollten vor dem Eingriff ausgeglichen werden, da der Körper für die Wundheilung ausreichend Nährstoffe benötigt. Bereite außerdem Deinen Alltag vor. Organisiere für die ersten Tage Hilfe im Haushalt, lege weite und bequeme Kleidung bereit und plane ausreichend Zeit für Deine Erholung ein. Ein erhöhtes Bett oder mehrere Kissen können das Schlafen mit leicht angewinkeltem Oberkörper erleichtern.
Wie läuft ein Bodylift ab?
Das Bodylift wird unter Vollnarkose durchgeführt. Je nach Umfang dauert die Operation meist etwa vier bis sechs Stunden. Besonders umfangreiche Eingriffe können länger dauern. Während der Operation entfernt der Arzt überschüssige Haut und einen Teil des darunterliegenden Fettgewebes rund um den unteren Rumpf. Anschließend wird das verbleibende Gewebe angehoben, gestrafft und neu fixiert. Das Gesäß wird dabei ebenfalls angehoben. Fehlt zusätzlich Volumen, kann vorhandenes Gewebe nach innen verlagert und zur Formung verwendet werden. Eine ergänzende Fettabsaugung kann helfen, die Übergänge an Bauch, Hüften und Oberschenkeln gleichmäßiger zu gestalten.
Wie sieht die langfristige Nachsorge aus?
Nach der Operation bleibst Du normalerweise mehrere Tage in der Klinik. Drainagen leiten vorübergehend Wundflüssigkeit ab, während ein Kompressionsmieder das Gewebe stabilisiert und Schwellungen reduziert. Bereits am ersten Tag stehst Du mit Unterstützung auf und gehst kurze Strecken. Anfangs bewegst Du Dich meist leicht nach vorne gebeugt, damit möglichst wenig Zug auf den Nähten entsteht. Regelmäßige Bewegung fördert den Kreislauf und senkt das Risiko einer Thrombose.
Nach der Entlassung finden regelmäßige Kontrolltermine statt. Dabei überprüft der Arzt die Wundheilung und achtet darauf, ob sich Flüssigkeit unter der Haut angesammelt hat. Das Kompressionsmieder trägst Du in der Regel etwa sechs Wochen. Je nach Beruf solltest Du mit einer Arbeitsunfähigkeit von zwei bis vier Wochen rechnen. Bei körperlich anstrengender Arbeit kann eine längere Pause notwendig sein. Mit leichtem Sport kannst Du meist nach sechs bis acht Wochen beginnen. Krafttraining und stärkere Belastungen solltest Du erst wieder aufnehmen, wenn Dein Arzt zustimmt.
Sobald die Wunden vollständig geschlossen sind, kannst Du mit der Narbenpflege beginnen. Silikonpräparate, Massagen nach ärztlicher Anleitung und konsequenter Sonnenschutz können die Narbenreifung unterstützen.
Das endgültige Ergebnis zeigt sich meist nach sechs bis zwölf Monaten. Bis dahin gehen die Schwellungen zurück und die Narben werden weicher und heller. Langfristig bleibt das Ergebnis am besten erhalten, wenn Dein Gewicht stabil bleibt. Eine deutliche Zu- oder Abnahme kann die Haut erneut dehnen oder neue Hautüberschüsse entstehen lassen.

Wie verlaufen die Narben nach einem Bodylift?
Ein Bodylift hinterlässt eine lange Narbe, die einmal rund um den unteren Rumpf verläuft. Der Schnitt wird möglichst so geplant, dass Unterwäsche oder Badebekleidung die Narbe später verdecken. Ganz unsichtbar wird sie jedoch nicht. Zusätzlich entsteht meist eine Narbe rund um den neu eingesetzten Bauchnabel. In den ersten Monaten ist die Narbe häufig gerötet, fest und deutlich sichtbar. Im Laufe von ein bis zwei Jahren wird sie normalerweise flacher, weicher und heller. Wie unauffällig sie am Ende wird, hängt von Deiner Veranlagung, der Operationstechnik und der Nachsorge ab. Konsequenter Sonnenschutz und eine regelmäßige Narbenpflege können die Heilung unterstützen. Außerdem solltest Du in der ersten Zeit starken Zug auf die Nähte vermeiden. Wenn Du zu wulstigen oder auffälligen Narben neigst, solltest Du das bereits im Beratungsgespräch ansprechen.
Vor der Operation solltest Du Dir bewusst machen, dass Du überschüssige Haut gegen eine lange, aber meist gut verdeckbare Narbe eintauschst. Viele Menschen empfinden diesen Tausch als deutliche Verbesserung, sofern sie vorher realistisch über den Narbenverlauf informiert wurden.
Welche Risiken hat der Eingriff?
Ein Bodylift ist eine große Operation und bringt deshalb ernst zu nehmende Risiken mit sich. Häufig entstehen Serome. Dabei sammelt sich Wundflüssigkeit unter der Haut, die manchmal mit einer Nadel abgesaugt werden muss. Auch Wundheilungsstörungen können auftreten, besonders an Stellen, an denen viel Spannung auf der Naht liegt. Rauchen erhöht dieses Risiko deutlich. Weitere mögliche Komplikationen sind Nachblutungen, Infektionen, Thrombosen und vorübergehende oder dauerhafte Gefühlsstörungen der Haut.
Das Risiko lässt sich durch eine sorgfältige Vorbereitung verringern. Dazu gehören ein guter Allgemeinzustand, stabile Blutwerte, der vollständige Verzicht auf Nikotin, eine frühe Mobilisierung und eine zuverlässige Thromboseprophylaxe. Wichtig ist außerdem, dass die Operation in einer Klinik durchgeführt wird, die regelmäßig Bodylifts vornimmt und mögliche Komplikationen sicher behandeln kann. Eine stationäre Überwachung nach dem Eingriff gehört bei einer Operation dieses Umfangs dazu.
Bei großen Straffungen können später kleinere Korrekturen notwendig sein. Dazu gehören zum Beispiel die Entfernung kleiner Hautüberschüsse oder die Verbesserung auffälliger Narbenenden. Diese Möglichkeit solltest Du bei der Planung und bei den Kosten berücksichtigen.

Was ist sinnvoller: Bodylift oder einzelne Straffungen?
Nicht immer müssen alle Bereiche in einer einzigen Operation behandelt werden. Eine Alternative besteht darin, die Straffungen auf mehrere Eingriffe zu verteilen. Dabei wird zum Beispiel zuerst der Bauch behandelt und später das Gesäß, die Oberschenkel, die Arme oder die Brust.
Einzelne Operationen sind kürzer und belasten den Körper weniger. Dafür benötigst Du mehrere Narkosen und mehrere Erholungsphasen. Auch die Gesamtkosten können dadurch höher ausfallen. Ein Bodylift bietet den Vorteil, dass Bauch, Hüften, Gesäß und äußere Oberschenkel in einer Operation gleichmäßig gestrafft werden. Dadurch kann ein harmonischeres Gesamtergebnis entstehen und Du hast nur eine längere Ausfallzeit. Dem stehen die längere Operationsdauer und die höhere körperliche Belastung gegenüber. Welche Lösung für Dich sinnvoller ist, hängt von Deinem Befund, Deinem Gesundheitszustand und Deiner persönlichen Belastbarkeit ab. Auch Beruf und Familie spielen eine Rolle, da ausreichend Zeit für die Erholung eingeplant werden muss.
Der Arzt erklärt Dir beide Möglichkeiten und erstellt einen individuellen Behandlungsplan. Misstrauisch solltest Du werden, wenn ohne eine gründliche Untersuchung sofort der größtmögliche Eingriff empfohlen wird.
Einen Überblick über alle Straffungsoperationen nach großem Gewichtsverlust findest Du auf unserer Seite zum Body Contouring nach Gewichtsabnahme. Betrifft die Erschlaffung vor allem Po oder Beine, kommen auch eine Gesäßstraffung oder eine Oberschenkelstraffung als einzelne Eingriffe infrage.
Was kostet ein Bodylift?
Ein Bodylift gehört zu den aufwendigeren und entsprechend teuren Straffungsoperationen. In Deutschland liegen die Kosten für ein unteres Bodylift häufig zwischen 8.000 und 15.000 Euro. Bei besonders umfangreichen Eingriffen kann der Preis darüber liegen. In Österreich beginnen die Kosten je nach Klinik und Umfang häufig bei etwa 14.000 Euro. In der Schweiz musst Du meist mit mindestens rund 12.000 Franken rechnen. Die tatsächlichen Preise können jedoch deutlich variieren. Lass Dir vor der Operation einen vollständigen Kostenplan geben. Darin sollten die Narkose, der Klinikaufenthalt, die Kompressionskleidung, die Nachkontrollen und der Umgang mit möglichen Korrekturen enthalten sein.
Günstigere Angebote aus dem Ausland können zunächst attraktiv wirken. Bei einem so großen Eingriff ist jedoch eine zuverlässige Nachsorge besonders wichtig. Komplikationen oder spätere Korrekturen müssen oft über mehrere Monate betreut werden. Entstehen Probleme erst nach der Rückreise, können zusätzliche Kosten und organisatorische Schwierigkeiten hinzukommen.
Wann zahlt die Krankenkasse?
Ein Bodylift wird aus rein ästhetischen Gründen normalerweise nicht von der Krankenkasse bezahlt. Eine Kostenübernahme kann jedoch möglich sein, wenn der Hautüberschuss nach einer starken Gewichtsabnahme nachweislich gesundheitliche Beschwerden verursacht. Dazu gehören wiederkehrende Entzündungen, Ekzeme, Pilzinfektionen, offene Scheuerstellen und Probleme bei der Körperpflege. Auch deutliche Einschränkungen beim Gehen oder eine erhebliche, fachärztlich bestätigte psychische Belastung können bei der Prüfung berücksichtigt werden.
Für den Antrag benötigst Du möglichst vollständige Unterlagen. Dazu gehören ärztliche Befunde, Fotos, eine Dokumentation des Gewichtsverlaufs und der Nachweis, dass Dein Gewicht stabil ist. Hautprobleme solltest Du regelmäßig ärztlich untersuchen und dokumentieren lassen. Wird der Antrag abgelehnt, kann ein Widerspruch mit zusätzlichen Befunden sinnvoll sein. Eine Kostenübernahme bleibt jedoch immer eine Einzelfallentscheidung und kann nicht garantiert werden. Stelle den Antrag unbedingt vor der Operation und warte die schriftliche Entscheidung ab. Eine nachträgliche Erstattung ist nur in seltenen Ausnahmefällen möglich. Kliniken mit Erfahrung in Straffungsoperationen nach starkem Gewichtsverlust können Dich häufig bei der Zusammenstellung der Unterlagen unterstützen.
Eine geeignete Praxis in Deiner Region findest Du über unsere Arztsuche.
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