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MOOCI › Gerätemedizin › IPL Laser
IPL Laser

IPL Laser

Schon ab 30 verändert sich unsere Haut spürbar: Der Teint wird unruhiger, braune Flecken treten hervor.

Dauer
15 - 60 Minuten
Klinik
Nicht notwendig
Ausfallzeit
Keine
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Was ist IPL und wie unterscheidet es sich vom Laser?

IPL steht für Intense Pulsed Light, also intensiv gepulstes Licht. Anders als oft angenommen ist IPL kein Laser. Während ein Laser monochromatisches, gebündeltes Licht einer einzigen Wellenlänge aussendet, arbeitet IPL mit einer Blitzlampe, die ein breites Lichtspektrum über mehrere Wellenlängen abgibt. Über Filter lässt sich dieses Spektrum eingrenzen, um es auf das Behandlungsziel abzustimmen.

Das Wirkprinzip ist bei beiden ähnlich: Das Licht wird im Gewebe von einem Farbstoff aufgenommen, in Wärme umgewandelt und schädigt so gezielt die Zielstruktur. Bei der Haarentfernung ist das Ziel das Melanin im Haar, bei Pigmentflecken das Melanin in der Haut, bei erweiterten Äderchen der rote Blutfarbstoff. Weil der Laser nur eine Wellenlänge nutzt, kann er sehr präzise auf ein Ziel abgestimmt werden. IPL deckt mit seinem Breitbandlicht dagegen mehrere Ziele gleichzeitig ab, arbeitet meist über eine größere Fläche und ist dadurch vielseitig, aber tendenziell weniger selektiv als ein spezialisierter Laser.

Was bedeutet SHR?

IPL & SHR – Was bedeutet SHR

SHR steht für Super Hair Removal und ist keine eigene Lichtquelle, sondern eine Weiterentwicklung der Blitzlichttechnik. Klassisches IPL gibt pro Hautstelle wenige, energiereiche Impulse ab. SHR arbeitet stattdessen mit vielen schwächeren Impulsen pro Sekunde und einer niedrigeren Einzelenergie.

Charakteristisch ist die sogenannte In-Motion-Technik: Der Applikator wird mehrfach über das Areal bewegt und die Haut dabei schrittweise erwärmt, statt sie mit einzelnen starken Blitzen zu „beschießen“. Dadurch verteilt sich die Energie gleichmäßiger, und viele empfinden SHR als schmerzärmer und hautschonender als klassisches IPL. Wichtig bleibt: SHR ist weder ein Laser noch eine Kombination aus Laser und IPL, auch wenn das in der Werbung gelegentlich so dargestellt wird. Es ist und bleibt Blitzlichttechnik.

Wofür wird IPL eingesetzt?

IPL ist ein Mehrzweck-Werkzeug. Das wohl bekannteste Einsatzgebiet ist die dauerhafte Haarreduktion: Das Licht zielt auf das Melanin im Haar und schädigt die Haarwurzel in ihrer Wachstumsphase. Realistisch ist eine deutliche Reduktion und Verlangsamung des Haarwuchses, keine garantierte vollständige Entfernung für immer.

In der Photorejuvenation, also der Hautbildverbesserung, wird IPL eingesetzt, um Sonnenschäden, ein unebenes Hautbild und feine Rötungen anzugehen. Bei Pigmentflecken wie Altersflecken kann das Licht oberflächliche Verfärbungen aufhellen. Bei Gefäßveränderungen wie Couperose oder erweiterten Äderchen zielt IPL auf den Blutfarbstoff und kann die Rötungen optisch reduzieren. Die Ergebnisse sind individuell unterschiedlich und meist erst nach mehreren Sitzungen sichtbar. Seriöse Anbieter formulieren hier vorsichtig und versprechen keine Wunder.

IPL und SHR – Behandlungsablauf

Für welche Haut- und Haartypen ist IPL geeignet — und wo sind die Grenzen?

IPL & SHR – Für welche Haut- und Haartypen ist IPL geeignet — und wo sind die Grenzen

IPL funktioniert am besten, wenn ein deutlicher Kontrast zwischen Haar und Haut besteht: dunkles Haar auf hellerer Haut. Dann kann das Licht das Melanin im Haar gezielt erreichen, ohne die umgebende Haut zu stark zu belasten.

Schwieriger wird es an den Rändern dieses Spektrums. Sehr dunkle, stark gebräunte oder von Natur aus tief pigmentierte Haut enthält selbst viel Melanin. Das Risiko, dass das Licht in der Haut statt im Haar wirkt, steigt damit und kann zu Verbrennungen, Verfärbungen oder Pigmentstörungen führen. Hier sind moderne Laser, etwa der Nd:YAG-Laser, oft die sicherere Wahl. Auch helles, rotes, graues oder sehr feines Haar enthält kaum Melanin, sodass das Licht wenig Angriffsfläche findet und der Erfolg begrenzt bleibt. Eine seriöse Beratung prüft daher immer den individuellen Haut- und Haartyp und klärt ehrlich, ob IPL überhaupt das passende Verfahren ist.

Welche IPL-Geräte gibt es?

Bei den Geräten lohnt sich ein Blick auf zwei Klassen. Im medizinischen Bereich stehen leistungsstarke Plattformen, die meist in Arztpraxen und Kliniken zu finden sind. Dazu zählen die M22 und Stellar M22 von Lumenis, die IPL mit Lasermodulen kombinieren, das Nordlys-System mit Ellipse-Technologie von Candela, Lumecca von InMode sowie BBL HERO von Sciton, das ebenfalls mit einer In-Motion-Technik arbeitet. Diese Systeme bieten in der Regel eine genauere Steuerung von Energie, Filtern und Kühlung.

Daneben gibt es Geräte der Studio-Klasse, die in Kosmetik- und Haarentfernungsstudios eingesetzt werden, etwa von IPL Germany / SHR Germany, WELLCOTEC oder Beautyskin. Diese sind häufig auf Haarentfernung und Hautbild ausgelegt. Entscheidend für das Ergebnis ist am Ende weniger der Markenname als die Qualität des Geräts in Kombination mit der Erfahrung und Fachkunde der anwendenden Person.

IPL und SHR – Anwendung in der Praxis

IPL vs. Diodenlaser — was ist effektiver?

Beim Vergleich von IPL und Diodenlaser zur Haarentfernung gibt es kein pauschales „besser“. Der Diodenlaser nutzt eine fest definierte Wellenlänge, dringt tendenziell tiefer und gleichmäßiger ein und gilt bei der Haarentfernung als besonders zielgenau. Er kommt häufig auch bei dunkleren Hauttypen in Frage, bei denen IPL an seine Grenzen stößt.

IPL punktet dagegen mit Vielseitigkeit: Dasselbe Gerät kann oft auch für Pigment, Gefäße und Hautbild genutzt werden, was es für Studios und Praxen attraktiv macht. Bei klassischer Haarentfernung an gut geeigneten Haut-Haar-Kombinationen liefern beide Verfahren brauchbare Ergebnisse. Welche Methode im Einzelfall sinnvoller ist, hängt von Deinem Haut- und Haartyp, dem Behandlungsziel und dem konkreten Gerät ab. Eine individuelle Einschätzung vor Ort ersetzt jeden allgemeinen Vergleich.

Wer darf in DACH mit IPL arbeiten?

IPL & SHR – Wer darf in DACH mit IPL arbeiten

In Deutschland regelt die Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung (NiSV), wer IPL und Laser anwenden darf. Für kosmetische Anwendungen wie die Haarentfernung müssen Anwender eine Fachkunde nachweisen, die über entsprechende Schulungsmodule erworben wird. Das relevante Modul „Optische Strahlung“ ist dabei Voraussetzung für IPL- und Laseranwendungen.

Eine wichtige Grenze zieht § 5 Absatz 2 NiSV: Die Behandlung von Gefäßveränderungen und pigmentierten Hautveränderungen mit Laser oder IPL ist approbierten Ärzten und Ärztinnen vorbehalten. Das gilt unabhängig davon, ob die Behandlung medizinisch oder kosmetisch begründet ist, also zum Beispiel auch für Altersflecken oder erweiterte Äderchen. Im Kosmetikstudio ist in Deutschland damit vor allem die IPL-Haarentfernung möglich.

In Österreich dürfen Kosmetiker Haarentfernung mit IPL oder SHR anbieten, wenn ihre Gewerbeberechtigung diesen Bereich umfasst. Eine Laserschutzschulung ist sinnvoll, ersetzt die Gewerbeberechtigung aber nicht. Unklare oder krankhafte Pigment- und Gefäßveränderungen müssen ärztlich untersucht und behandelt werden.

In der Schweiz ist für die Haarentfernung mit IPL seit dem 1. Juni 2024 ein passender Sachkundenachweis erforderlich. Bestimmte Pigment- und Gefäßbehandlungen, darunter Altersflecken, Melasma und Besenreiser, sowie Anwendungen in Augennähe sind Ärzten oder direkt beaufsichtigtem Praxispersonal vorbehalten.

IPL und SHR – Technologie und Geräte

Was kostet eine IPL-Behandlung?

Die Kosten hängen stark von Behandlungsareal, Anbieter und Land ab und werden als kosmetische Leistung in der Regel nicht von der Krankenkasse übernommen. In Deutschland kostet eine kleine Zone wie die Achseln pro Sitzung grob ab etwa 50 Euro, größere Areale wie die Beine liegen je Sitzung eher im Bereich von rund 150 Euro, und eine Ganzkörperbehandlung kann pro Sitzung mehrere Hundert Euro erreichen. In der Schweiz bewegen sich Behandlungen je nach Areal grob zwischen rund 300 und 800 CHF, ein komplettes Gesicht etwa um 500 CHF. Für Österreich orientieren sich die Preise meist an ähnlichen Größenordnungen wie in Deutschland.

Wichtig: Für ein stabiles Ergebnis sind in der Regel mehrere Sitzungen nötig, bei der Haarentfernung oft etwa sechs bis zehn im Abstand von einigen Wochen. Paketpreise sind häufig günstiger als Einzelsitzungen. Frag vor Behandlungsbeginn nach einem transparenten Gesamtkostenplan statt nur nach dem Einzelpreis.

Wie finde ich einen passenden Anbieter?

Bei der Auswahl zählt mehr als der Preis. Achte auf eine nachgewiesene Fachkunde nach NiSV, ein ausführliches Beratungs- und Aufklärungsgespräch inklusive Haut- und Haartypanalyse sowie einen Probepuls vor der ersten vollen Sitzung. Seriöse Anbieter klären ehrlich über realistische Ergebnisse, mögliche Nebenwirkungen und die Zahl der nötigen Sitzungen auf und drängen nicht zu vorschnellen Paketkäufen. Über mooci.org findest Du geprüfte Anbieter und kannst Leistungen vergleichen, um die für Dich passende Anlaufstelle zu finden.

Über die MOOCI Arztsuche findest Du passende Ärztinnen, Ärzte und Studios in Deiner Nähe und kannst Behandlungen und Bewertungen vergleichen.

Quellen

Haedersdal, M., Gøtzsche, P.C. (2006): Laser and photoepilation for unwanted hair growth. Cochrane Database of Systematic Reviews, 2010(1). DOI: 10.1002/14651858.CD004684.pub2

Ormiga, P., Ishida, C.E., Boechat, A. et al. (2014): Comparison of the Effect of Diode Laser Versus Intense Pulsed Light in Axillary Hair Removal. Dermatologic Surgery, 40(10), 1061–1069. DOI: 10.1097/DSS.0000000000000138

Waibel, J.S. (2009): Photorejuvenation. Dermatologic Clinics, 27(4), 445–457. DOI: 10.1016/j.det.2009.08.007

Martignago, C.C.S., Bonifacio, M., Ascimann, L.T. et al. (2024): Efficacy and safety of intense pulsed light in rosacea: A systematic review. Indian Journal of Dermatology, Venereology and Leprology, 90, 599–605. DOI: 10.25259/IJDVL_1029_2022

Dorgham, N., Dorgham, D. (2020): Lasers for reduction of unwanted hair in skin of colour: a systematic review and meta‐analysis. Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology, 34(5), 948–955. DOI: 10.1111/jdv.15995

Bundesministerium der Justiz (o. J.): Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen (NiSV), § 5. Zur Webseite

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Dr. med. Kerstin Ortlechner

Dr. med. Kerstin Ortlechner

Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten

Dr. Kerstin Ortlechner ist Fachärztin für Dermatologie mit Zusatzkompetenzen in Allgemein-, Sport- und Notfallmedizin. Nach dem Medizinstudium in Innsbruck und der Facharztausbildung in der Dermatologie am KH Hietzing bei Univ.-Prof. Dr. Andreas Steiner sammelte sie prägende Erfahrungen u. a. bei Dr. Peter Caspari (Plastische Chirurgie, München) und David A. Colbert, M.D. (New York Dermatology Group). 2018 eröffnete sie ihre eigene Praxis in Wien. Ihr Schwerpunkt liegt auf moderner, natürlicher Anti-Aging-Medizin und hautärztlicher Prävention – mit hoher Präzision, Evidenz und einem Blick für Ästhetik.

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Letzte Aktualisierung: 27.10.2026

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