Sonografie

Eine Sonografie, Echografie oder Ultraschalluntersuchung ist das am häufigsten eingesetzte bildgebende Verfahren der Medizin. Vor allem innere Organe können damit gut optisch dargestellt werden. Die Sonografie ist schmerz- und nebenwirkungsfrei und kann daher auch bei Kindern und Schwangeren angewendet werden. Einzig die Doppler-Methode birgt Risiken für schwangere Frauen. Dein Arzt kann mithilfe dieses Verfahrens vielerlei Krankheiten oder Anomalien diagnostizieren, aber auch Verlaufskontrollen oder Vorsorgemaßnahmen durchführen.


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Sonografie

Hinweis: Dieser Beitrag dient zur Information über die Sonografie. Es ist jedoch möglich, dass einzelne der hier aufgeführten Leistungen noch nicht von unseren Ärzten angeboten werden. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, Dir bald für weitere Behandlungsfelder einen Spezialisten bieten zu können. Bei Fragen zu unserem Leistungsspektrum kannst Du Dich gerne jederzeit bei uns melden!

Was versteht die Medizin unter einer Sonografie?

Ultraschall bezeichnet die Frequenzen deutlich oberhalb der menschlichen Hörgrenze, etwa über 20 kHz. Die Anwendung von Ultraschall zur Untersuchung organischen Gewebes ist in der Medizin unter Sonografie bekannt. Das dabei entstehende Bild nennt man Sonogramm. Die Sonografie ist eins der am häufigsten verwendeten bildgebenden Verfahren in der Medizin.

Wie funktioniert die Sonografie?

Grundlage der Sonografie ist das Echoprinzip. Dabei wird ein gerichteter Ultraschall ausgesandt und von den aufeinanderfolgenden Schichten des beobachteten Objekts unterschiedlich reflektiert. Nun kann der Arzt aus der Laufzeit des reflektierten Signals die Schichtstruktur des Objekts nachvollziehen. Genauer gesagt besteht das Ultraschallgerät aus drei wichtigen Komponenten. Der Schallkopf, welcher als Sender und Empfänger gleichzeitig dient, sendet zunächst Impulse aus, die in den Körper geleitet werden und sich im Gewebe ausbreiten. Treffen sie auf eine Oberfläche, werden sie in unterschiedlichem Ausmaß reflektiert, also zum Schallkopf zurückgeworfen. Nun werden diese Wellen zum Rechner weitergeleitet und die Zeit, in der das Echo zurückgeworfen wird, berechnet.

Der Rechner ist in der Lage, die unspezifischen Daten in mehrdimensionale Bilder umzuwandeln, welche nun am Bildschirm in unterschiedlichen Graustufen betrachtet werden können. Abhängig vom jeweiligen Gewebe werden die ausgesendeten Schallwellen unterschiedliche stark durchgelassen bzw. zurückgeworfen. Flüssigkeiten lassen die Schallwellen fast ungehindert passieren. Die Region erscheint auf dem Sonogramm dunkel. Luft und Knochen dagegen leiten keine Ultraschallwellen weiter, der Schall wird also fast vollständig zurückgeworfen. Dahinterliegende Strukturen können nur eingeschränkt dargestellt und deswegen nicht mehr beurteilt werden.

Welche Krankheiten können mittels Sonografie diagnostiziert werden?

Mit der Sonografie können nicht nur Krankheiten diagnostiziert werden. Generell setzt der Arzt häufig eine Ultraschalluntersuchung zur Abklärung von diffusen Beschwerden, zur Überprüfung von klinischen Befunden, zur Verlaufskontrolle oder als Vorsorgemaßnahme ein. Häufige Anwendungsgebiete der Sonografie sind die Schwangerschaftsdiagnostik, die Weichteil-, Organ- und Gelenkdiagnostik, die Abdomendiagnostik, die Gefäßdiagnostik sowie die Herzdiagnostik. Wie Du siehst, eignet sich die Sonografie zur Diagnose von vielerlei Krankheiten beziehungsweise für verschiedene Untersuchungen. Konkret können also neben der Schwangerschaftsdiagnostik die Schilddrüse, die weibliche Brust, die Hoden, Muskulatur und Gelenke, die Leber, die Gallenblase, die Bauchspeicheldrüse, die Milz, sowie Harn- und Geschlechtsorgane untersucht werden.

Sonderfälle der Sonografie sind die Endosonografie, die Doppler-Methode und die Echokardiografie. Bei der Endosonografie führt Dein Arzt den Schallkopf an einem Endoskop über die Speiseröhre in den Magen ein, sodass er Veränderungen an der Speiseröhre, dem Magen, der Bauchspeicheldrüse oder dem Herzen leicht erkennt. Auch der Uterus beziehungsweise die Prostata können auf diese Weise untersucht werden, dabei führt der Arzt das Endoskop über die Vagina oder den Enddarm ein. Mit der Doppler-Methode lässt sich der Blutfluss in den Gefäßen darstellen und somit Verengungen oder Verschlüsse im Gefäßsystem erkennen. Dies kann sich die Medizin bei Verdacht auf Arteriosklerose, Venenthrombose oder bei Krampfadern zunutze machen. Auch die Echokardiografie beruht auf der Doppler-Methode. Mittels dieses Verfahrens kann der Arzt Funktionsstörungen des Herzmuskels oder der Herzklappen erkennen.

Welche Vorteile hat die Sonografie?

Bei der Sonografie handelt es sich um ein risikoarmes, nichtinvasives, schmerzfreies und strahlenexpositionsfreies Verfahren. Da sie von fast allen medizinischen Fachdisziplinen genutzt wird, ist die Verfügbarkeit hoch. Die Durchführung ist einfach und schnell. Auch die Anschaffungskosten sind im Vergleich zu anderen Verfahren eher gering. Der Arzt hat die Kontrolle über das gewünschte Schnittbild in Echtzeit. Die Doppler-Sonografie kann als einzige etablierte Methode Flüssigkeitsströme wie den Blutfluss dynamisch darstellen.

Was muss ich vor der Sonografie beachten?

Ist bei Dir eine Sonografie des Bauchraumes geplant, solltest Du am Tag vor der geplanten Untersuchung auf blähende Speisen oder kohlensäurehaltigen Getränke verzichten und am Tag der Untersuchung selbst nüchtern bleiben. Ansonsten leidet die Untersuchungsqualität stark unter der sichtbaren Luft und dem Darminhalt. Ein weiteres Problem ist, dass es durch Nahrungsaufnahme zu einer Ausschüttung von Gallenflüssigkeit aus der Gallenblase kommt, sich diese dann verkleinert und dadurch schlechter beurteilbar ist. Bei Untersuchungen anderer Körperbereiche musst Du keine Besonderheiten beachten.

Wie läuft die Sonografie ab?

Essenziell für die Sonografie ist es, dass zwischen dem Schallkopf und der Haut keine Luft mehr vorhanden ist, ansonsten können die Schallwellen nicht in den Körper eindringen. Um dies zu verhindern, trägt der Arzt ein Gel auf die Haut oder den Schallkopf auf. Anschließend untersucht der Arzt die interessierenden Körperbereiche aus verschiedenen Blickwinkeln, dazu kann es auch sein, dass Du unterschiedliche Körperpositionen einnehmen musst.

Was muss ich nach der Sonografie beachten?

Da es kein invasives Verfahren ist und auch keine Nebenwirkungen (außer bei der Doppler-Sonografie) bestehen, musst Du nach der Durchführung des Verfahrens nichts beachten.

Welche Risiken und Komplikationen können auftreten?

Abgesehen von Komplikationen in der Schwangerschaft bei Durchführung einer Doppler-Sonografie sind keine Risiken oder Komplikationen bekannt, die mit dem Ultraschall in Zusammenhang stehen.

Ist die Sonografie gefährlich oder schmerzhaft?

Die Sonografie ist normalerweise weder gefährlich noch schmerzhaft. Einzig die Doppler-Sonografie ist in der Schwangerschaft nicht völlig risikofrei, es kann im durchschallten Gewebe zu einem biologisch signifikanten Temperaturanstieg kommen. Dabei besteht die Gefahr einer Schädigung zerebraler Strukturen, weswegen die Doppler-Sonografie lediglich in der zweiten Schwangerschaftshälfte und bei konkreter Indikation wie einem Verdacht auf fetale Fehlbildungen durchgeführt wird.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Ob Deine Krankenkasse die Kosten für die Sonografie übernimmt, kann nicht abschließend gesagt werden. Dies ist abhängig von dem Untersuchungsgrund. Für Krebsvorsorge oder Kontrolltermine in der Schwangerschaft kommen die Krankenkassen normalerweise auf, frage am besten direkt bei Deinem Versicherungsträger oder unseren Spezialisten nach, welche Leistungen übernommen werden.

Quellen

Thieme: Neurologie (letzter Zugriff: 19.07.2019)

Deutsches Krebsforschungszentrum

Universitätsklinikum Carl Gustav Carus