Augenheilkunde

Die Augen gehören zu den wichtigsten Sinnesorganen des Menschen. Erkranken diese, findet eine nicht gerade unerhebliche Einschränkung in unserem Leben statt. Die Augenheilkunde hat sich der Erhaltung der Augengesundheit verschrieben. Ein Besuch beim Augenarzt kann sowohl Erkrankungen vorbeugen, als auch bereits bestehende Erkrankungen therapieren.

Mit was befasst sich die Augenheilkunde (Ophtalomologie)?

 
Die Augenheilkunde befasst sich mit Erkrankungen des menschlichen Auges. Eine Einschränkung der Sehfähigkeit bedeutet für uns einen herben Verlust, weshalb eine regelmäßige Untersuchung der Augen bei einem Facharzt empfehlenswert ist.
 
Erkrankungen des Auges gibt es viele. Darunter fallen beispielsweise Entzündungen, wie die Bindehautentzündung oder das Gerstenkorn. Doch auch Augenliderkrankungen wie ein Entropium, Erkrankungen der Netzhaut oder Hornhaut fallen in den Bereich der Augenheilkunde. Weitere häufig vorkommende Augenerkrankung sind der Grüne und der Graue Star, welche beide zur Erblindung führen können, wenn keine rechtzeitige Behandlung erfolgt.
 
Die Fehlsichtigkeit ist ein ebenfalls sehr bekannter Bereich der Augenheilkunde, was vor allem daran liegt, dass bereits eine große Anzahl der Weltbevölkerung eine Brille benötigt, um eine Weit- oder Kurzsichtigkeit zu korrigieren. Die Zahl der Brillenträger wird auch in Zukunft immer weiter ansteigen.
 
Zudem ist die Augenheilkunde für Augenfehlstellungen, wie das Schielen, zuständig.

Für wen sind die Behandlungen in der Augenheilkunde geeignet?

 
Behandlungen in der Augenheilkunde sind für jeden geeignet, der unter einer Erkrankung des Auges leidet. Doch auch bei Fehlsichtigkeit oder einer Fehlstellung der Augen ist ein Besuch beim Augenarzt wichtig.
 
Vorsorgeuntersuchungen sind ebenso wichtig, allerdings müssen diese nicht jährlich wahrgenommen werden.
 
Die Empfehlung sieht folgendermaßen aus:
 

  • Zwischen dem 10. Und 40. Lebensjahr: alle zwei bis drei Jahre
  • Ab dem 40. Lebensjahr: alle zwei Jahre
  • Ab dem 50. Lebensjahr: alle 12 Monate

 
Bei einer starken Fehlsichtigkeit, also ab etwa -3 Dioptrien, empfehlen die meisten Augenärzte ebenfalls eine jährliche Vorsorgeuntersuchung.

Welche Untersuchungen gehören zum Bereich der Augenheilkunde?

 
Der Augenheilkunde stehen unterschiedliche diagnostische Methoden zur Verfügung, je nachdem welche Erkrankung der Arzt vermutet.
 
Visusprüfung
Die Visusprüfung kennen die meisten wahrscheinlich eher unter dem Begriff „Sehtest“. Dabei kann der Arzt nicht nur die Sehschärfe, sondern auch das Farbsehen testen. Zum Einsatz kommen hier spezielle Sehtafeln, auf denen sich Buchstaben, Zahlen oder Kreise in unterschiedlichen Größen befinden. Der Patient sitzt etwa fünf bis sechs Meter von der Sehtafel entfernt und muss die Zeichen, nach denen der Augenspezialist fragt, vorlesen. Allerdings ist dabei eines der Augen stets zugedeckt, damit der Arzt die Sehschärfe beider Augen nacheinander ermitteln kann. Erkennt der Patient alle Zeichen, auch die kleinsten, beträgt die Sehschärfe 100%. Bereitet das Erkennen der Zeichen Schwierigkeiten, passt der Augenarzt die Gläser nach und nach an, bis der Patient klar und deutlich sieht.
 
Tonometrie
Unter der Tonometrie versteht die Medizin die Messung des Augeninnendrucks. Die Untersuchung ist deswegen wichtig, da sich mit ihr unter anderem erste Anzeichen eines Glaukoms (Grüner Star) erkennen lassen. Zur Messung des Augendrucks findet zunächst eine Betäubung des Auges mittels Tropfen statt. Anschließend erfolgt die Messung mit dem Applanationstonometer. Dabei bringt der Arzt ein Messkörperchen so nah wie möglich an die Hornhaut heran, bis eine abgeplattete Fläche von etwa 3mm entsteht. Der Wert, welcher sich daraus ergibt, wird als Augeninnendruck bezeichnet. Es gibt weitere Verfahren zur Messung, allerdings handelt es sich bei der Tonometrie um die genaueste Methode.
 
Perimetrie
Die Perimetrie, oder auch Gesichtsfeldmessung oder Gesichtsfelduntersuchung, ist dazu da, die Grenzen des Sichtfeldes auszumessen, kann jedoch auch einen Grünen Star oder eine Netzhautablösung diagnostizieren.
 
Die Fingerperimetrie verläuft, indem der Patient mit seinen Augen die Nasenspitze des Augenarztes fixiert. Der Spezialist streckt nun die Arme zur Seite aus und beginnt seine Finger zu bewegen. Sobald der Patient eine Bewegung wahrnimmt, gibt dieser ein Zeichen. Dieser Ablauf findet in unterschiedlichen Positionen statt.
 
Bei der statischen Perimetrie muss der Patient mit seinen Augen einen Punkt fixieren, darf das Auge also nicht bewegen. Bemerkt der Patient nun am Rand seines Sichtfeldes etwas, wie beispielsweise einen aufleuchtenden Lichtpunkt, muss der Patient ein Signal abgeben. Dieser Test findet bei beiden Augen statt, jedoch nicht zur gleichen Zeit, bedeutet, dass immer ein Auge während des Tests abgedeckt ist.
 
Zudem gibt es noch die kinetische Perimetrie, welche der statischen Perimetrie ähnelt, denn auch hier muss der Patient Lichtpunkte wahrnehmen und ein Signal abgeben, sobald er diese wahrnimmt. Der Unterschied ist allerdings, dass die Lichtpunkte langsam von außen nach innen wandern und nicht per Zufall an unterschiedlichen Stellen auftauchen.
 
Ophthalmoskopie
Dieses Verfahren ist ebenfalls unter den Synonymen Funduskopie, Augenspiegelung oder Augenhintergrundspiegelung bekannt und dient zur Diagnose von Veränderungen der Netzhaut, des Sehnervs oder der Aderhaut. Die Ophthalmoskopie lässt sich einmal in die direkt und in indirekt aufteilen.
 
Bei der direkten Ophthalmoskopie (Spiegeln im aufrechten Bild) kann der Augenarzt mithilfe eines Spiegels und einer Lampe das Auge des Patienten so beleuchten, dass es ihm möglich ist ein scharfes Bild des Augenhintergrundes zu erhalten und mögliche Augenerkrankungen zu erkennen.
 
Die indirekte Ophthalmoskopie (Spiegeln im umgekehrten Bild) verläuft fast identisch, allerdings betrachtet der Arzt die Spiegelung des Augenhintergrundes durch eine Lupe. Das Bild des Auges steht hierbei auf dem Kopf und ist spiegelverkehrt. Zwar ist die Vergrößerung bei dieser Methode nicht so groß wie bei der direkten Ophthalmoskopie, der Arzt bekommt jedoch einen besseren Eindruck des gesamten Augenhintergrunds.
 
Keratometrie
Bei der Keratometrie geht es um die Vermessung der Hornhaut. Mit ihr lassen sich Erkrankungen wie eine Hornhauterkrankung oder Astigmatismus diagnostizieren. Unter den Bereich der Keratometrie fällt beispielsweise die Hornhauttopografie, mit welcher sich eine Hornhautverkrümmung oder Vernarbungen und Verletzungen feststellen lassen. Die Methode ist nicht schmerzhaft, denn der Arzt berührt das Auge des Patienten während der Diagnose nicht.
 
Der Patient legt seinen Kopf auf eine Kinn-Stirn-Stütze und fixiert mit seinen Augen einen bestimmten Punkt. Anschließend projiziert der Spezialist eine beleuchtete Scheibe (Placido-Scheibe) auf das Auge des Patienten. Das so entstehende reflektierte Bild wird von einem Computer ausgewertet.
 
Wendet der Augenarzt das Scheimpflug-Verfahren an, kann dieser damit nicht nur die Vorderseite, sondern auch die Rückseite der Hornhaut aufzeichnen und damit einen genauen Plan der Krümmung und Dicke der Hornhaut erstellen.

Mit welchen Kosten muss ich rechnen?

Vorsorgeuntersuchungen werden im Normalfall von der Krankenkasse übernommen, das gilt auch für die Diagnose und Therapie von möglichen Erkrankungen. Trotzdem ist es gut, wenn sich der Patient zuvor bei Arzt oder Krankenkasse erkundigt, welche Behandlungen im Vertrag der Krankenkassen enthalten sind. Bei Medikamenten kann ebenfalls ein kleiner Selbstbehalt anfallen.

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