Darmpolypen

Darmpolypen sind Vorwölbungen der Schleimhaut, die in den Darm hineinragen. Sie können unterschiedlich ausgeprägt sein und bis zu mehrere Zentimeter groß sein. Darmpolypen können gutartig sein, allerdings auch auf bösartige Tumore hinweisen. Oftmals leiden die Betroffenen unter Bauchschmerzen und Verstopfung. In diesem Beitrag findest Du alle wichtigen Informationen auf einen Blick.


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Zuletzt aktualisiert: 6. Februar, 2020



Was versteht die Medizin unter Darmpolypen?

Darmpolypen sind Wucherungen der Schleimhaut, die in den Hohlraum des Darms hineinragen. Sie können sowohl eine flache als auch zottige Form annehmen und dabei unterschiedlich groß sein. Darmpolypen treten meist im Dick- und Enddarm auf und sie bilden sich in den meisten Fällen aus dem Drüsengewebe der Darmschleimhaut. In solch einem Fall nennt man die Polypen Adenome. Grundsätzlich sind Adenome gutartige Strukturen, die aber in bösartiges Gewebe übergehen können.
 
Aus medizinischer Sicht ist die Ursache für die Entstehung von Darmpolypen nicht vollständig geklärt. Ärzte sind sich jedoch einig, dass eine genetische Veranlagung eine bedeutende Rolle spielt, vor allem weil Darmpolypen meist familiär gehäuft auftreten. Aber auch die Ernährung nimmt hierbei eine bedeutende Stellung ein. Dabei wird eine fettreiche, ballaststoffarme Ernährung als Auslöser vermutet. Je nach Größe und Ausprägung der Darmpolypen können sie entweder in einem endoskopischen oder chirurgischen Eingriff entfernt werden.

Bei Darmpolypen kann es zu Verstopfung und Bauchschmerzen kommen

Wie sehen die Symptome von Darmpolypen aus?

Polypen, vor allem kleine, weisen meist keinerlei Symptome auf und werden oft zufällig entdeckt. Große Polypen hingegen stellen in den meisten Fällen ein Hindernis für die Verdauung dar. So kann es zu Verstopfung und Bauchschmerzen kommen. Wenn die Darmpolypen einige Zentimeter erreicht haben, sind schleimiger oder blutiger Durchfall oftmals die Folge, da sich die Anteile der Schleimhaut lösen können. Gelegentlich kann es auch zu Bauchschmerzen durch Krämpfe im Darm kommen.

Wie ist der Verlauf von Darmpolypen?

Im fortgeschrittenen Stadium können sich Darmpolypen zu einer bösartigen Geschwulst entwickeln. Solch eine Entartung hängt unter anderem von der Größe und der Anzahl der Polypen ab. Zudem spielt das Lebensalter des Betroffenen eine große Rolle. Die Prognose ist daher umso besser, je früher es gelingt, die Darmpolypen zu entdecken. Nach der Entfernung gelten die Wucherungen als geheilt. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind jedoch trotzdem notwendig, um die mögliche Neubildung von Polypen rechtzeitig zu entdecken, da Darmpolypen jederzeit erneut auftreten können.

Was sind die Ursachen für Darmpolypen?

Vor allem eine ballaststoffarme und fettreiche Ernährung begünstigt die Entstehung von Darmpolypen. Aber auch Rauchen und Alkohol erhöhen die Wahrscheinlichkeit an Darmpolypen bzw. an Darmkrebs zu erkranken. Außerdem trägt ein Bewegungsmangel zu der Entstehung von Wucherungen im Darm bei. Im Zusammenhang mit Darmpolypen stehen auch erbliche Faktoren und die familiäre Veranlagung. Darmpolypen treten auch im Rahmen von einigen Erbkrankheiten vermehrt auf.

Wie lassen sich Darmpolypen diagnostizieren?

Bei Verdacht auf Darmpolypen fragt der Arzt in einem ausführlichen Gespräch nach den Beschwerden. Dabei sind speziell die Angaben zu bereits vorliegenden Erkrankungen, zum Auftreten bisheriger Tumorerkrankungen bei Dir und in Deiner Familie wichtig, denn gewisse Erbkrankheiten erhöhen das Tumorrisiko im Darm. Bei der körperlichen Untersuchung wird auch der Mastdarm ausgetastet. Außerdem führt er den sogenannten Hämoccult-Test durch. Zwar kann der Spezialist auf diese Weise Blut im Stuhl zwar nachweisen, jedoch lässt sich daraus nicht schließen, ob es sich tatsächlich um Darmpolypen handelt.

Grundsätzlich sind Männer öfter betroffen als Frauen

Eine Darmspiegelung hilft dabei Vorwölbungen im Darm sicher festzustellen. Außerdem lässt sich dadurch klären, ob eine entzündliche Darmerkrankung oder anderweitige Erkrankung vorliegt. Auch eine Gewebeprobe aus dem Darm kann bei Verdacht, zur Sicherung der Diagnose, durchgeführt werden, um zu erkennen, ob die Darmpolypen gut- oder bösartig sind. Zudem hilft eine Ultraschalluntersuchung, um herauszufinden, ob es sich um einen Tumor handelt. Um einer Entartung von Darmpolypen zu erkennen, sollten Betroffene ab dem 50. Lebensjahr alle 10 Jahre eine Koloskopie ärztlich durchführen lassen.

Wer ist am häufigsten davon betroffen?

Grundsätzlich sind Männer öfter betroffen als Frauen. Mit zunehmendem Alter nimmt ebenfalls die Häufigkeit von Darmpolypen zu. Nahezu alle Dickdarmkrebserkrankungen entstehen aufgrund von Polypen im Darm. Vor allem in den westlichen Industrieländern sind viele Menschen von der Erkrankung betroffen. In einigen Fällen bleibt die Erkrankung jedoch unbemerkt.

Welche Folgen haben Darmpolypen für den Betroffenen?

Ein Polyp im Darm ist grundsätzlich ein gutartiger Darmtumor. Bleibt der Polyp für längere Zeit bestehen, so kann er sich zu einem Darmkrebs entwickeln. Es dauert durchschnittlich bis zu zehn Jahren, bis sich aus Darmpolypen ein Darmkrebs entwickelt. Eine frühzeitige Entfernung der Polypen kann das Entstehen eines Tumors jedoch verhindern. Der Vorsorgeuntersuchung kommt eine besondere Bedeutung zu, denn so kann der Arzt sowohl einen Tumor als auch die Vorstufen rechtzeitig erkennen.

Wie lassen sich Darmpolypen behandeln?

Bei kleineren Polypen kann sie der Arzt im Zuge der endoskopischen Untersuchung (Koloskopie) mithilfe einer Zange oder Schlinge entfernen. Bei größeren Darmpolypen, ab einem Durchmesser von ungefähr drei Zentimeter, ist die Notwendigkeit eines operativen Eingriffs oftmals unumgänglich. Da Polypen auch nach dem Entfernen wieder auftreten können, nimmt der Arzt auch zu einem späteren Zeitpunkt erneute Koloskopien vor.
 
Endoskopische Entfernung
 
Grundsätzlich kann der behandelnde Arzt direkt bei der Diagnose, die Darmpolypen entfernen. Bei der Darmspiegelung wird ein Endoskop eingesetzt, welches einen Arbeitskanal besitzt. So kann der Arzt mit einer kleinen Zange oder Schlinge die Polypen umfassen und abtragen. Für kleinere Darmpolypen benötigt er nur eine Zange. Sind die Vorwölbungen jedoch größer als fünf Millimeter, so verwendet er eine Schlinge.

Der Arzt kann mit einer kleinen Zange oder Schlinge die Darmpolypen umfassen und abtragen

Voraussetzung hierfür ist die Entleerung des Dickdarmes. Dabei werden vor der Untersuchung/ Behandlung mittels einer speziellen Flüssigkeit Stuhlreste aus dem Darm entfernt. Zudem wirst Du vor einer Darmspiegelung selbstverständlich von einem Arzt über den Ablauf aufgeklärt. Der Arzt fragt unter anderem auch nach Störungen der Blutgerinnung. Eine Darmspiegelung kann grundsätzlich im wachen Zustand durchgeführt werden. Solltest Du jedoch eine Beruhigungsspritze wünschen, erfolgt diese unter ärztlicher Aufsicht. Dabei erfolgt ebenfalls eine Überwachung der Herz-Kreislauf-Funktion. Bei einer Darmspiegelung sorgen moderne medizinische Methoden für eine gute Vorbereitung, daher sind Koloskopien nicht so unangenehm wie viele befürchten.
 
Chirurgische Entfernung
 
Vor allem Polypen, die größer als zwei Zentimeter sind, müssen chirurgisch behandelt werden, denn ab dieser Größe lassen sie sich nicht mehr vollständig mit einer Schlinge entfernen. Eine Operation ist auch dann notwendig, wenn in dem Polypen aggressiv wachsende Krebszellen gefunden werden, da dies auf einen sehr gefährlichen Darmkrebs hinweisen kann. Nach einer Polypenentfernung besteht das Risiko, dass Krebszellen im Darm zurückbleiben. Ist dies der Fall, muss der Arzt den betroffenen Teil des Darmes bei einer weiteren Darmoperation entfernen.

Welche Komplikationen können auftreten?

Anfangs weisen Darmpolypen kaum Symptome auf, was vor allem darauf zurückzuführen ist, dass sie noch recht klein sind. Im weiteren Verlauf können sie wachsen und ab einer gewissen Größe den Darm stark einengen. In diesem Zusammenhang kann es auch zu einem Darmverschluss kommen. Eine weitere Komplikation wäre eine Anämie, denn wenn die Polypen im Darm bluten, kann es zu einem chronischen Blutverlust kommen. Zudem können Darmpolypen bösartig entarten und nach längerem Wachstum einen Tumor verursachen. Bei der Entfernung im Rahmen einer Koloskopie treten nur in seltenen Fällen Komplikationen auf. So kann es während der Darmspiegelung zu Blutungen oder Verletzungen der Darmwand kommen.

Wie kann ich Darmpolypen vorbeugen?

Die Entstehung von Darmpolypen kannst Du nicht immer verhindern, vor allem wenn eine genetische Disposition vorliegt, die eine Erkrankung begünstigt. In einem gewissen Maß kannst Du der Erkrankung jedoch vorbeugen, zum Beispiel durch einen gesunden Lebensstil und einer ausgewogenen, ballaststoffreichen Ernährung. Du solltest viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte essen und dafür weniger rotes und verarbeitetes Fleisch. Ein vermehrter Alkohol und Nikotinkonsum erhöht das Erkrankungsrisiko noch zusätzlich. Ein weiterer Faktor ist ausreichende Bewegung, das bedeutet, dass Du Dich jeden Tag für mindesten 30 bis 60 Minuten körperlich betätigen solltest. Achte auf Dein Gewicht, denn vor allem Bauchfett kann das Risiko für Darmpolypen erhöhen.
 
Eine wichtige Vorsorgemaßnahme ist die Darmspiegelung, da Darmpolypen anfangs gar keine Symptome aufweisen. Ärzte empfehlen ab dem 50. Lebensjahr alle zehn Jahre eine Darmspiegelung von einem Arzt oder in einer Klinik durchführen zu lassen. Ist ein Familienangehöriger bereits an Dickdarmkrebs erkrankt, so sollte die Untersuchung alle 5 Jahre durchgeführt werden. Dadurch kann die Erkrankung frühzeitig erkannt werden und Entstehung von Dickdarmkrebs wird so verhindert.

Du solltest viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte essen

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Die Krankenkasse übernimmt nicht in allen Fällen die vollständigen Kosten. Ab einem Alter von 50 Jahren werden die Kosten von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Erstattet werden die Kosten jedoch auch schon früher, wenn der Betroffene Beschwerden oder ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs hat.


Dauer Dauer

Bis zu 3 Stunden

Ausfallzeit Ausfallzeit

Bis zu 3 Tage

Stationärer Aufenthalt Stationär

Bis zu 3 Tage

Das Wichtigste zusammengefasst

Darmpolypen sind Vorwölbungen der Schleimhaut, die in den Darm hineinragen


Vor allem eine ballaststoffarme und fettreiche Ernährung begünstigt die Entstehung von Darmpolypen


Kleinere Polypen kann der Arzt im Zuge der endoskopischen Untersuchung (Koloskopie) entfernen. Bei größeren Darmpolypen wird ein operativer Eingriff notwendig


Die Entstehung von Darmpolypen kannst Du nicht immer verhindern, vor allem wenn eine genetische Disposition vorliegt. Liegt keine genetische Erkrankung vor, so kannst Du Darmpolypen bis zu einem gewissen Grad vorbeugen

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