Du gibst Deinen Nüchternblutzucker in mg/dl oder mmol/l und Dein Nüchterninsulin in µU/ml oder pmol/l aus einem Laborbefund ein. Du erhältst den HOMA-IR-Wert und eine Einordnung, was er aussagen kann und was nicht. Die Werte kannst Du direkt aus dem Laborbefund übernehmen.
Das Wichtigste in Kürze
Der HOMA-Index schätzt aus Nüchterninsulin und Nüchternblutzucker, wie stark die Insulinresistenz ausgeprägt ist. Die Formel stammt von Matthews und Kollegen und Kolleginnen aus dem Jahr 1985.
Einen allgemein gültigen Grenzwert gibt es nicht. Die in Laboren und Studien genannten Schwellen unterscheiden sich je nach Bevölkerung, Insulin-Messverfahren und Fragestellung.
Für Gesunde ohne Beschwerden ist die Bestimmung keine Routineuntersuchung. Ein Diabetes wird nicht über den HOMA-Index festgestellt, sondern über Blutzucker, HbA1c oder einen Zuckerbelastungstest.
Der Rechner gilt nicht bei Insulintherapie, Typ-1-Diabetes und in der Schwangerschaft. Das Ergebnis ist eine Orientierung und ersetzt keine ärztliche Beurteilung.
Wer den HOMA-Index berechnen möchte, hat meist einen Laborbefund mit Nüchterninsulin und Nüchternblutzucker vor sich und will wissen, ob eine Insulinresistenz vorliegt. Die Formel ist einfach, die Einordnung des Ergebnisses dagegen nicht. Die Berechnung läuft vollständig in Deinem Browser, Deine Laborwerte werden nicht gespeichert.
Der HOMA-Index wurde für Studien entwickelt, nicht als Einzeltest für die Diagnose. Messverfahren für Insulin sind zwischen Laboren nicht einheitlich, und ein einzelner Wert schwankt deutlich. Wie wird der HOMA-Index berechnet, was bedeutet das Ergebnis und wann ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll?
Was ist der HOMA-Index?
HOMA steht für Homeostasis Model Assessment, auf Deutsch etwa Modellbewertung des Gleichgewichts, HOMA-IR ausgeschrieben für Homeostasis Model Assessment of Insulin Resistance. Der HOMA-Index beschreibt das Zusammenspiel von Insulin und Glukose im nüchternen Zustand. Insulin ist das Hormon der Bauchspeicheldrüse, das den Zucker aus dem Blut in Muskel-, Fett- und Leberzellen schleust. Reagieren diese Zellen schwächer auf Insulin, spricht man von Insulinresistenz. Der Körper gleicht das zunächst aus, indem die Betazellen der Bauchspeicheldrüse mehr Insulin bilden. Der Blutzucker bleibt dann oft lange normal, während das Nüchterninsulin steigt.
Was misst HOMA-IR und was HOMA-B?
Aus dem Modell lassen sich zwei Werte ableiten. HOMA-IR, die Abkürzung für Insulinresistenz, schätzt, wie viel Insulin der Körper braucht, um den Nüchternblutzucker zu halten. HOMA-B schätzt die Funktion der Betazellen, also wie gut die Bauchspeicheldrüse Insulin bereitstellt. Der HOMA-Index-Rechner berechnet nur HOMA-IR, weil dieser Wert in Laborbefunden und Suchanfragen gemeint ist, wenn vom HOMA-Index die Rede ist.
Was bedeutet Insulinresistenz?
Insulinresistenz ist keine eigene Krankheit, sondern ein Stoffwechselzustand, der meist keine Symptome verursacht. Sie tritt häufig zusammen mit Übergewicht, viel Bauchfett, Bewegungsmangel, einer Fettleber, die heute als MASLD (stoffwechselbedingte Fettlebererkrankung) bezeichnet wird, und dem polyzystischen Ovarsyndrom auf. Auch bestimmte Medikamente wie Kortison, Schlafmangel und genetische Faktoren können die Insulinempfindlichkeit senken. Über Jahre kann eine Insulinresistenz zu Prädiabetes und Typ-2-Diabetes, medizinisch Diabetes mellitus Typ 2, führen, wenn die Betazellen den erhöhten Bedarf nicht mehr decken.
Wie kann man den HOMA-Index berechnen?
Um den HOMA-Index berechnen zu können, braucht man zwei Laborwerte aus derselben Blutentnahme: den Nüchternblutzucker, auch Nüchternglukose genannt, und das Nüchterninsulin. Beide werden morgens nach einer Nüchternphase von etwa acht bis zwölf Stunden bestimmt.
Wie lautet die Formel nach Matthews?
Die Formel geht auf David Matthews und Kollegen und Kolleginnen zurück, die das Modell 1985 in der Fachzeitschrift Diabetologia veröffentlichten. Für Glukose in Millimol pro Liter lautet sie: HOMA-IR gleich Nüchterninsulin in Mikroeinheiten pro Milliliter mal Nüchternglukose in Millimol pro Liter, geteilt durch 22,5. Für Glukose in Milligramm pro Deziliter, wie in Deutschland und Österreich üblich, teilt man stattdessen durch 405.
Die Konstante 22,5 ergibt sich aus Referenzwerten junger, gesunder Erwachsener im ursprünglichen Modell. Bei normalem Insulin von 5 µU/ml und normaler Glukose von 4,5 mmol/l ergibt sich rechnerisch ein HOMA-IR von genau eins. Die vereinfachte Formel ist eine Näherung an das zugrunde liegende Computermodell. Levy, Matthews und Hermans haben 1998 eine aktualisierte Fassung, das HOMA2-Modell, als Rechenprogramm vorgestellt. Es berücksichtigt unter anderem die Zuckerausscheidung über die Nieren und gilt für einen größeren Wertebereich, lässt sich aber nicht als einfache Formel darstellen.
Wie rechnet man Einheiten um?
Laborbefunde geben Werte in unterschiedlichen Einheiten an. Der HOMA-Index-Rechner rechnet automatisch um:
- Glukose: Milligramm pro Deziliter geteilt durch 18 ergibt Millimol pro Liter. 90 mg/dl entsprechen 5,0 mmol/l.
- Insulin: Pikomol pro Liter geteilt durch sechs ergibt Mikroeinheiten pro Milliliter. 60 pmol/l entsprechen 10 µU/ml. Manche Labore verwenden einen leicht abweichenden Faktor von 6,945, das verändert das Ergebnis um einige Prozent. Der Rechner verwendet standardmäßig den Faktor sechs, Du kannst den Faktor Deines Labors auswählen.
- Die Einheit mU/l (Milli-Einheiten pro Liter) entspricht zahlenmäßig µU/ml, eine Umrechnung ist nicht nötig.
Wie sieht ein Rechenbeispiel aus?
Eine 45 Jahre alte Frau hat einen Laborbefund mit einem Nüchternblutzucker von 95 mg/dl und einem Nüchterninsulin von 12 µU/ml. Der Rechner multipliziert zwölf mal 95 und erhält 1.140. Geteilt durch 405 ergibt sich ein HOMA-IR von rund 2,8. Rechnet man mit Millimol, kommt man auf dasselbe Ergebnis: 95 mg/dl entsprechen etwa 5,28 mmol/l, 12 mal 5,28 ergibt 63,3, geteilt durch 22,5 ergibt wieder rund 2,8.
Wie dieser Wert einzuordnen ist, hängt davon ab, mit welchem Verfahren das Labor das Insulin gemessen hat, und von weiteren Befunden wie Blutzucker, HbA1c, Blutfetten und Taillenumfang.
Was braucht man, um den HOMA-Index berechnen zu lassen?
Der HOMA-Index ist nur aussagekräftig, wenn die Blutentnahme unter den richtigen Bedingungen erfolgt. Das betrifft vor allem die Nüchternphase, den Zeitpunkt und die Medikamente.
Welche Voraussetzungen gelten für die Blutentnahme?
Die wichtigsten Voraussetzungen für verwertbare Werte sind:
- Nüchternheit: In der Regel acht bis zwölf Stunden ohne Essen und ohne kalorienhaltige Getränke, Wasser ist erlaubt.
- Zeitpunkt: Morgens, weil Insulin und Glukose einem Tagesrhythmus folgen.
- Gleiche Probe: Glukose und Insulin sollten aus derselben Blutentnahme stammen.
- Kein akuter Infekt, keine ungewohnt starke körperliche Belastung am Vortag und kein Schlafmangel, weil all das die Werte kurzfristig verändert.
- Präanalytik: Die Verarbeitung der Probe, also Kühlung, Zentrifugation und Transport, richtet sich nach dem einzelnen Labor.
Für wen gilt der HOMA-Index nicht?
In einigen Situationen liefert der HOMA-Index keine sinnvolle Aussage:
- Bei Insulintherapie: Gespritztes Insulin wird im Labor mitgemessen und verfälscht die Berechnung.
- Bei Typ-1-Diabetes: Hier fehlt die körpereigene Insulinbildung weitgehend, das Modell trifft nicht zu.
- In der Schwangerschaft: Die Insulinempfindlichkeit verändert sich physiologisch, für die Diagnose eines Schwangerschaftsdiabetes gilt der Zuckerbelastungstest.
- Bei deutlich erhöhtem Blutzucker im Diabetesbereich: Dann steht die Diabetesdiagnostik im Vordergrund, nicht die Schätzung der Insulinresistenz.
- Bei Medikamenten, die Insulin oder Glukose beeinflussen, etwa Kortison, Sulfonylharnstoffe oder Metformin, ist die Aussage eingeschränkt.
- Bei Kindern und Jugendlichen gelten andere Bezugswerte, unter anderem wegen der Pubertät.
Was bedeutet das Ergebnis, wenn man den HOMA-Index berechnen lässt?
Das Ergebnis ist eine Zahl ohne Einheit. Höhere Werte sprechen für eine geringere Insulinempfindlichkeit. Ein erhöhter Wert ist ein Hinweis, keine Diagnose, und für die Interpretation braucht es weitere Befunde. Ein Zielwert oder ein Wert, ab dem eine Behandlung nötig wäre, lässt sich daraus nicht ableiten.
Warum gibt es keinen einheitlichen Grenzwert?
Laborbefunde und Internetseiten nennen unterschiedliche Grenzwerte, oft zwischen etwa zwei und drei. Diese Werte sind nicht wissenschaftlich einheitlich festgelegt. Eine spanische Bevölkerungsstudie mit 2.459 Erwachsenen (Gayoso-Diz und Kollegen und Kolleginnen, 2013, BMC Endocrine Disorders) ermittelte je nach Methode ganz unterschiedliche Schwellen: Wurde die 90. Perzentile der Bevölkerung als Grenze genommen, lag sie bei 3,46. Wurde der Grenzwert danach bestimmt, wie gut er ein metabolisches Syndrom erkennt, lag er bei 2,05. Bei Männern ohne Diabetes lag die so ermittelte Schwelle bei 1,85, bei Frauen spielte das Alter eine Rolle.
Die Autorinnen und Autoren der Studie schlugen vor, Grenzwerte an das kardiometabolische Risiko zu koppeln statt an eine Bevölkerungsverteilung. Ihre Ergebnisse gelten für die untersuchte spanische Region und sind nicht ohne Weiteres auf andere Bevölkerungen übertragbar. Hinzu kommt, dass die Grenzwerte nur für das Insulin-Messverfahren gelten, mit dem sie ermittelt wurden.
Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) beschreibt den HOMA-Index in ihrer Praxisempfehlung von 2025 (Landgraf und Kollegen und Kolleginnen) als Möglichkeit, eine qualitative Aussage zum Grad einer Insulinresistenz zu treffen. Feste Grenzwerte für die Diagnostik nennt sie nicht. Der HOMA-Index-Rechner gibt deshalb bewusst keine Einstufung in „normal“ oder „krankhaft“ aus.
Was sagt der Nüchternblutzucker zusätzlich?
Für die Einordnung ist der Nüchternblutzucker oft aussagekräftiger als der HOMA-Index, weil seine Grenzwerte in Leitlinien festgelegt sind. Die DDG-Praxisempfehlung von 2025 nennt im venösen Plasma folgende Bereiche:
- Unter 100 mg/dl (5,6 mmol/l): normaler Nüchternblutzucker. Ein Diabetes ist damit nicht sicher ausgeschlossen.
- 100 bis unter 126 mg/dl (5,6 bis unter 7,0 mmol/l): abnorme Nüchternglukose, ein Bereich, der dem Prädiabetes zugerechnet wird.
- Ab 126 mg/dl (7,0 mmol/l): Bereich, in dem ein Diabetes vorliegen kann. Für die Diagnose verlangt die DDG zwei auffällige Messungen.
Der Rechner zeigt diese Einordnung des Blutzuckers zusätzlich zum HOMA-Wert an.
Wie genau ist ein HOMA-Index-Rechner?
Die Rechnung selbst ist exakt, die Ungenauigkeit steckt in den Laborwerten. Drei Punkte bestimmen, wie verlässlich ein einzelner HOMA-Wert ist.
Wie stark schwankt ein einzelner Wert?
Schon Matthews und Kollegen und Kolleginnen gaben 1985 an, dass die Schätzung der Insulinresistenz einen Variationskoeffizienten von 31 Prozent hat. Der Variationskoeffizient beschreibt die typische Streuung um den Mittelwert. Vereinfacht bedeutet das: Ein gemessener HOMA-Wert von 2,0 kann bei einer Wiederholung ohne jede Veränderung im Stoffwechsel deutlich höher oder niedriger ausfallen. Die Autoren schrieben selbst, dass diese geringe Präzision den Einsatz begrenzt. Für eine verlässlichere Aussage werden in Studien teils mehrere Blutentnahmen gemittelt.
Warum unterscheiden sich Insulinwerte zwischen Laboren?
Insulin wird mit sogenannten Immunassays gemessen, Testverfahren mit Antikörpern. Eine Arbeitsgruppe der American Diabetes Association verglich 2009 zehn gängige Insulin-Testverfahren mit einer Referenzmethode (Miller und Kollegen und Kolleginnen, Clinical Chemistry). Bei sieben der zehn Verfahren wich ein großer Teil der Einzelwerte um mehr als 15,5 Prozent vom Referenzwert ab. Dasselbe Blut kann deshalb in zwei Laboren unterschiedliche Insulinwerte und damit unterschiedliche HOMA-Werte ergeben. Auch die DDG-Praxisempfehlung von 2025 weist auf fehlende Standardisierung bei den Messverfahren für Insulin und C-Peptid hin.
Welche genaueren Methoden gibt es?
Als Goldstandard zur Messung der Insulinempfindlichkeit gilt die hyperinsulinämische euglykämische Clamp-Technik, die DeFronzo und Kollegen und Kolleginnen 1979 beschrieben. Dabei wird über eine Infusion Insulin in fester Menge zugeführt und gleichzeitig so viel Glukose, dass der Blutzucker konstant bleibt. Je mehr Glukose nötig ist, desto empfindlicher reagiert der Körper auf Insulin. Matthews und Kollegen und Kolleginnen fanden 1985 eine Rangkorrelation von 0,88 zwischen HOMA und Clamp, in einer kleinen Gruppe. Die Methode ist aufwendig und wird fast nur in der Forschung eingesetzt.
In der Praxis gibt der orale Glukosetoleranztest, kurz oGTT, zusätzliche Information. Dabei trinkt man eine Zuckerlösung und der Blutzucker wird vor und zwei Stunden nach dem Trinken gemessen. Ergänzend können Insulinwerte während des Tests bestimmt werden, die Auswertung richtet sich nach dem jeweiligen Labor.
Wann ist der HOMA-Index sinnvoll und wann nicht?
Für die allgemeine Vorsorge bei Menschen ohne Beschwerden und ohne konkreten Verdacht ist die Bestimmung von Nüchterninsulin und HOMA-Index keine Routineuntersuchung. Es gibt keinen etablierten Zielwert und kein anerkanntes Kontrollintervall. Entscheidend ist, ob das Ergebnis eine medizinische Entscheidung verändern würde.
Wann kann die Bestimmung hilfreich sein?
Ärzte und Ärztinnen bestimmen den HOMA-Index in ausgewählten Situationen, etwa:
- Bei Verdacht auf ein polyzystisches Ovarsyndrom, bei dem Insulinresistenz häufig eine Rolle spielt.
- Bei einer Fettlebererkrankung oder ausgeprägtem Bauchfett, um das Stoffwechselprofil genauer zu beschreiben.
- Bei der Einordnung unklarer Diabetesformen, wo die DDG HOMA-IR und HOMA-B als Hilfsgrößen nennt.
- In Studien, in denen Gruppen über die Zeit verglichen werden, wofür das Modell ursprünglich gedacht war.
Wie wird ein Diabetes festgestellt?
Ein Diabetes wird nicht über den HOMA-Index diagnostiziert, auch nicht im allgemeinen hausärztlichen Alltag. Die DDG-Praxisempfehlung von 2025 nennt als Diagnosekriterien: eine Nüchternplasmaglukose ab 126 mg/dl (7,0 mmol/l), einen HbA1c-Wert ab 6,5 Prozent (48 mmol/mol), einen Zwei-Stunden-Wert im oralen Glukosetoleranztest ab 200 mg/dl (11,1 mmol/l) oder einen Gelegenheitsblutzucker ab 200 mg/dl. Der HbA1c, auch Langzeitzucker genannt, spiegelt den durchschnittlichen Blutzucker der letzten zwei bis drei Monate wider. Für die Diagnose fordert die DDG zwei auffällige Ergebnisse. Schnelltests und Messgeräte für die Selbstmessung eignen sich nach der DDG nicht zur Diagnosestellung.
Welche Rolle spielt die Insulinresistenz für gesundes Altern?
Insulinresistenz ist in Beobachtungsstudien mit einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden. Eine Metaanalyse von 65 Studien mit 516.325 Teilnehmenden ohne Diabetes (Gast und Kollegen und Kolleginnen, 2012, PLoS One) fand für jede Standardabweichung höheren HOMA-IR ein um 46 Prozent höheres relatives Risiko für eine koronare Herzkrankheit. Der Zusammenhang war beim HOMA-IR stärker als beim Nüchterninsulin allein.
Diese Ergebnisse stammen aus Beobachtungsstudien. Menschen mit hohem HOMA-IR haben häufiger Übergewicht, Bluthochdruck und ungünstige Blutfette, und nicht alle diese Faktoren lassen sich statistisch vollständig herausrechnen. Ob eine gezielte Senkung des HOMA-Index das Risiko senkt, ist nicht belegt. Es gibt keine Studie, die eine Behandlung nach HOMA-Zielwerten bei Gesunden geprüft hat.
Gut belegt ist dagegen, dass Lebensstiländerungen bei Menschen mit erhöhtem Diabetesrisiko wirken. Im US-amerikanischen Diabetes Prevention Program (Knowler und Kollegen und Kolleginnen, 2002, New England Journal of Medicine) senkte ein Programm aus Bewegung, Ernährungsumstellung und Gewichtsabnahme bei 3.234 Erwachsenen mit gestörter Glukosetoleranz das Diabetesrisiko über rund drei Jahre um 58 Prozent gegenüber Placebo. Placebo bedeutet ein Scheinpräparat ohne Wirkstoff. Die Teilnehmenden wurden nach Blutzuckerwerten ausgewählt, nicht nach dem HOMA-Index.
Für gesundes Altern stehen deshalb die Grundlagen im Vordergrund: ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung mit Ausdauer- und Krafttraining und eine ballaststoffreiche Ernährung, in der stark verarbeitete Lebensmittel selten vorkommen. Nahrungsergänzungsmittel, die mit einer Senkung der Insulinresistenz beworben werden, haben für gesunde, gut versorgte Menschen keinen nachgewiesenen Nutzen. Die ärztliche Kontrolle von Blutzucker, Blutdruck und Blutfetten im Rahmen der Vorsorge ergänzt diese Maßnahmen.
Was kostet die Bestimmung des HOMA-Index?
Die Kosten hängen davon ab, ob eine medizinische Indikation besteht. Der Blutzucker ist in vielen Vorsorgeuntersuchungen enthalten, das Nüchterninsulin nicht.
Welche Regeln gelten in Deutschland?
In Deutschland gehört die Bestimmung des Blutzuckers zum Gesundheits-Check-up der gesetzlichen Krankenversicherung. Zwischen 18 und 34 Jahren besteht einmalig Anspruch, ab 35 Jahren alle drei Jahre. Das Nüchterninsulin ist nicht Teil des Check-ups. Bei medizinischer Indikation, etwa bei Verdacht auf ein polyzystisches Ovarsyndrom oder zur Abklärung von Unterzuckerungen, kann die Ärztin oder der Arzt es zu Lasten der Kasse anfordern. Ohne Indikation ist die Bestimmung eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL), die man selbst bezahlt. Den Preis sollte man vorab erfragen, er liegt meist im niedrigen zweistelligen Bereich.
Welche Regeln gelten in Österreich?
In Österreich haben Versicherte ab 18 Jahren jährlich Anspruch auf die Vorsorgeuntersuchung. Ihr Laborteil umfasst unter anderem den Blutzucker. Insulin und HOMA-Index werden von der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) bei medizinischer Indikation über Vertragsärztinnen und Vertragsärzte und Vertragslabore übernommen. Ohne Indikation zahlt man selbst. Bei Wahlärztinnen und Wahlärzten orientiert sich eine Rückerstattung am Kassentarif.
Welche Regeln gelten in der Schweiz?
In der Schweiz übernimmt die obligatorische Krankenpflegeversicherung Laboranalysen, wenn sie ärztlich angeordnet und medizinisch begründet sind. Davon abgezogen werden Franchise und Selbstbehalt. Eine Bestimmung ohne medizinischen Grund, etwa im Rahmen eines Selbstzahler-Check-ups, wird nicht übernommen.
Wann sollte man den HOMA-Index ärztlich abklären lassen?
Ein HOMA-Wert, der im Laborbefund als erhöht markiert ist, ist ein Anlass für ein Gespräch, aber kein Notfall. Sinnvoll ist eine ärztliche Einordnung zusammen mit Blutzucker, HbA1c, Blutfetten, Leberwerten, Blutdruck und Taillenumfang. Häufig ist der nächste Schritt nicht eine Wiederholung des HOMA-Index, sondern die Prüfung des Blutzuckers mit Leitlinienwerten.
Zuständig sind die Hausarztpraxis und die Allgemeinmedizin, bei auffälligen Blutzuckerwerten die Diabetologie oder Endokrinologie, bei Zyklusstörungen und Verdacht auf ein polyzystisches Ovarsyndrom die Gynäkologie.
Wann ist ärztliche Hilfe nötig?
Rufe den Notruf 112 (Österreich 144, Schweiz 144) oder suche sofort eine Notaufnahme auf, wenn eines dieser Zeichen auftritt:
- Starker Durst, sehr häufiges Wasserlassen, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen oder ein fruchtiger Atemgeruch, die auf eine schwere Stoffwechselentgleisung hindeuten können.
- Verwirrtheit, starke Schläfrigkeit oder Bewusstseinstrübung bei bekannt hohem Blutzucker.
- Zittern, Schweißausbruch, Heißhunger, Herzrasen und Verwirrtheit, die auf eine Unterzuckerung hindeuten, besonders unter blutzuckersenkenden Medikamenten.
Quellen
Matthews, D. R., Hosker, J. P., Rudenski, A. S., Naylor, B. A., Treacher, D. F., Turner, R. C. (1985): Homeostasis model assessment: insulin resistance and beta-cell function from fasting plasma glucose and insulin concentrations in man. Diabetologia, 28(7), 412–419. DOI: 10.1007/BF00280883
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Landgraf, R., Heinemann, L., Schwarz, T. et al. (2025): Definition, Klassifikation, Diagnostik und Differenzialdiagnostik des Diabetes mellitus: Update 2025. Diabetologie und Stoffwechsel, 20(Suppl. 2), S127–S143. DOI: 10.1055/a-2566-7533
Miller, W. G. et al. (2009): Toward standardization of insulin immunoassays. Clinical Chemistry, 55(5), 1011–1018. DOI: 10.1373/clinchem.2008.118380
DeFronzo, R. A., Tobin, J. D., Andres, R. (1979): Glucose clamp technique: a method for quantifying insulin secretion and resistance. American Journal of Physiology, 237(3), E214–E223. DOI: 10.1152/ajpendo.1979.237.3.E214
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Knowler, W. C. et al. (2002): Reduction in the incidence of type 2 diabetes with lifestyle intervention or metformin. New England Journal of Medicine, 346(6), 393–403. DOI: 10.1056/NEJMoa012512
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