Nahrungsergänzungsmittel-Marketing umfasst alle Maßnahmen, mit denen Hersteller ihre Produkte gegenüber Verbraucher:innen, Handel und Fachkreisen positionieren. Vertrauen spielt dabei eine zentrale Rolle: Laut DAK und Forsa vertrauen bei Informationen zum gesunden Altern 90 Prozent der Befragten Ärzt:innen, während vier Prozent Influencer:innen als vertrauenswürdige Informationsquelle nennen. Für Hersteller gewinnt fachlich fundierte Kommunikation damit gegenüber rein reichweitenorientierten Maßnahmen an Bedeutung.
Wer heute nach „Nahrungsergänzungsmittel Marketing“ sucht, stößt schnell auf Verbraucherzentralen, Lebensmittelüberwachung, Anti-Doping-Organisationen und wissenschaftliche Beiträge zu Supplements in sozialen Medien. Diese Inhalte beschäftigen sich häufig mit problematischen Werbeaussagen, Influencer-Marketing und rechtlichen Grenzen. Für Hersteller entsteht dadurch eine besondere Ausgangslage: Sie müssen Reichweite schaffen, ohne Vertrauen durch überzogene Aussagen zu gefährden. Dieser Beitrag zeigt, wie groß der Markt ist, welche rechtlichen Leitplanken in Deutschland, Österreich und der Schweiz gelten und welche Kanäle einen seriösen Marktzugang unterstützen können.
Das Wichtigste in Kürze
Der deutsche Markt für Nahrungsergänzungsmittel erreichte 2025 rund 4,3 Milliarden Euro Umsatz und 415 Millionen verkaufte Packungen. Gleichzeitig wird die öffentliche Diskussion stark von Verbraucheraufklärung und rechtlichen Fragen geprägt. Bei Informationen zum gesunden Altern vertrauen laut DAK und Forsa 90 Prozent der Befragten Ärzt:innen, während vier Prozent Influencer:innen nennen. Für Hersteller spricht das dafür, medizinische Expertise gezielt in den Kanalmix einzubeziehen.
Die Health Claims Verordnung, die Lebensmittelinformationsverordnung und weitere nationale Vorgaben setzen klare Grenzen für gesundheitsbezogene Aussagen. Auch produktneutrale Fachinhalte müssen je nach Ausgestaltung rechtlich geprüft werden. Ein thematisch aufgebautes Fachportal kann einzelne Platzierungen ergänzen und Hersteller sowohl mit informierten Patient:innen als auch mit Ärzt:innen in Kontakt bringen.
Wie groß ist der Markt für Nahrungsergänzungsmittel in Deutschland?
Der deutsche Markt für Nahrungsergänzungsmittel erreichte 2025 rund 4,3 Milliarden Euro Umsatz bei 415 Millionen verkauften Packungen. Dabei beschränkt sich der Vertrieb längst nicht mehr auf Apotheken. Drogerien, Lebensmitteleinzelhandel und Online-Handel haben den Zugang erweitert und dazu beigetragen, dass Nahrungsergänzungsmittel für viele Verbraucher:innen zum Alltag gehören.
Parallel dazu verändert sich das Umfeld, in dem Hersteller ihre Produkte positionieren. Nach der DAK/Forsa-Befragung vom August 2026 mit 1.043 Befragten kennen 50 Prozent den Begriff Longevity. 74 Prozent würden regelmäßig Sport treiben oder mehr Bewegung in ihren Alltag integrieren, um ihre gesunde Lebensspanne zu verlängern. 22 Prozent empfinden Gesundheitsmaßnahmen als zu teuer. Für Hersteller zeigt das ein wachsendes Interesse an Prävention und gesundem Altern, das über die klassische Kommunikation rund um einen konkreten Nährstoffmangel hinausgeht.
Substanzen wie Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D, Kollagen, Spermidin oder NAD-Vorstufen werden zunehmend auch im Kontext von Prävention, Leistungsfähigkeit und gesunder Lebensspanne diskutiert. Für Ihre Positionierung bedeutet das: Mit dem Markt wächst auch der Informationsbedarf. Hersteller müssen deshalb nicht nur Aufmerksamkeit für ihre Produkte schaffen, sondern verständlich erklären, welche Funktion eine Substanz hat, wie die Studienlage einzuordnen ist und wo die Grenzen der verfügbaren Evidenz liegen.
Warum steht Nahrungsergänzungsmittel-Marketing besonders unter Beobachtung?
Nahrungsergänzungsmittel-Marketing steht unter besonderer Beobachtung, weil in Teilen des Marktes mit Aussagen gearbeitet wird, die lebensmittelrechtlich problematisch oder unzulässig sein können. Verbraucherzentralen, Behörden und Fachmedien beschäftigen sich deshalb regelmäßig mit Gesundheitsversprechen und Werbung in sozialen Medien. Gerade Influencer:innen können dabei die Grenze zwischen persönlicher Empfehlung, Information und kommerzieller Kommunikation für Nutzer:innen schwer erkennbar machen.
Auch Network-Marketing gehört zu diesem Umfeld. Multi-Level-Modelle vertreiben Nahrungsergänzungsmittel über selbstständige Vertriebspartner:innen, wodurch die Kontrolle über einzelne Werbeaussagen für Hersteller anspruchsvoller werden kann. Aussagen in Storys, privaten Gruppen oder persönlichen Nachrichten müssen ebenso den geltenden rechtlichen Vorgaben entsprechen, wenn sie Teil der kommerziellen Kommunikation sind.
Hinzu kommt die unterschiedliche Vertrauensverteilung zwischen Informationsquellen. Laut DAK und Forsa nennen bei Informationen zum gesunden Altern 90 Prozent Ärzt:innen als vertrauenswürdige Quelle, Influencer:innen erreichen vier Prozent. Das bedeutet nicht, dass Social Media als Kanal grundsätzlich ungeeignet ist. Für Hersteller spricht es jedoch dafür, Reichweite mit fachlich belastbaren Inhalten und medizinischer Einordnung zu verbinden.
Welche rechtlichen Leitplanken gelten für die Werbung mit Nahrungsergänzungsmitteln?
Nahrungsergänzungsmittel sind rechtlich Lebensmittel und keine Arzneimittel. In der Europäischen Union gilt unter anderem die Health Claims Verordnung (EG) Nr. 1924/2006, die nährwertbezogene und gesundheitsbezogene Angaben regelt. Hersteller müssen deshalb genau unterscheiden, welche Aussagen über ein Produkt zulässig sind und welche eine nicht erlaubte medizinische Wirkung vermitteln.
Die wichtigsten Rechtsgrundlagen im Überblick, Stand 2026:
Health Claims Verordnung (EG) Nr. 1924/2006
Gesundheitsbezogene Angaben müssen den gesetzlichen Voraussetzungen entsprechen. Aussagen zur Vorbeugung, Behandlung oder Heilung von Krankheiten sind für Lebensmittel nicht zulässig. Zugelassene Angaben zur Reduzierung eines Krankheitsrisikos unterliegen eigenen Vorgaben. Art. 12 beschränkt zudem bestimmte Verweise auf Empfehlungen einzelner Ärzt:innen oder Angehöriger medizinischer Berufe.
Lebensmittelinformationsverordnung (EU) Nr. 1169/2011 und deutsche Nahrungsergänzungsmittelverordnung
Sie regeln unter anderem Kennzeichnung, Verzehrempfehlungen, Warnhinweise und das Verbot irreführender Informationen.
Novel Food Verordnung (EU) 2015/2283
Neuartige Lebensmittel oder Zutaten benötigen grundsätzlich eine entsprechende Zulassung, bevor sie in der EU als Lebensmittel vermarktet werden dürfen.
Deutschland
Zusätzlich können je nach Ausgestaltung der Werbung das Heilmittelwerberecht und weitere Vorschriften relevant sein. § 3 HWG untersagt irreführende Werbung. Ob das HWG bei einem konkreten Nahrungsergänzungsmittel greift, hängt jedoch vom jeweiligen Anwendungsfall ab.
Ärzt:innen in Deutschland
Nach § 27 der Musterberufsordnung ist sachliche berufsbezogene Information zulässig, während anpreisende, irreführende und vergleichende Werbung eingeschränkt ist. § 31 enthält Vorgaben zu Vorteilen im Zusammenhang mit Empfehlungen und Zuweisungen.
Österreich
Neben dem europäischen Lebensmittelrecht gelten nationale Vorschriften für Nahrungsergänzungsmittel. Für Ärzt:innen sind unter anderem § 53 Ärztegesetz sowie die Werberichtlinie der Österreichischen Ärztekammer relevant.
Schweiz
Hier gelten eigene lebensmittelrechtliche Vorgaben, darunter Regelungen für Nahrungsergänzungsmittel und gesundheitsbezogene Angaben. Für Ärzt:innen sind zudem berufsrechtliche Vorgaben wie Art. 20 der FMH-Standesordnung relevant.
Für die Praxis bedeutet das vor allem, Substanzinformation und konkrete Produktwerbung sauber voneinander zu unterscheiden. Über Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren oder Kollagen kann sachlich informiert und die vorhandene wissenschaftliche Evidenz eingeordnet werden. Sobald ein konkretes Produkt mit einer bestimmten gesundheitlichen Wirkung verbunden wird, müssen die jeweils geltenden Vorgaben für kommerzielle Kommunikation und gesundheitsbezogene Angaben berücksichtigt werden.
Welche Vertriebskanäle eignen sich für Hersteller?
Für Hersteller sind besonders Kanäle relevant, in denen Aussagen kontrollierbar bleiben und sich fachliche Information mit Reichweite verbinden lässt. Je mehr externe Partner:innen in die Kommunikation eingebunden sind, desto wichtiger werden klare Vorgaben, Freigabeprozesse und laufende Kontrolle.
| Kanal | Reichweite | Kontrolle über Aussagen | Einordnung | Hauptrisiko |
|---|---|---|---|---|
| Apotheke und Fachhandel | mittel | hoch | persönliche Beratung | begrenzte Sichtbarkeit und Margen |
| Eigener Online-Shop | skalierbar | hoch | direkte Markenkommunikation | hohe Akquisitionskosten |
| Influencer:innen und Affiliate | hoch | abhängig von der Steuerung | vier Prozent Vertrauen in Influencer:innen bei Informationen zum gesunden Altern laut DAK/Forsa | problematische oder nicht freigegebene Claims |
| Network-Marketing | potenziell hoch | niedrig | stark von einzelnen Vertriebspartner:innen abhängig | schwer kontrollierbare Aussagen und Reputationsrisiken |
| Fachportal mit Substanz-Ratgebern | themengebunden | redaktionell steuerbar | Verbindung von Fachinformation und Reichweite | längerer Aufbau, keine Conversion-Garantie |
Apotheken und Fachhandel bieten den Vorteil persönlicher Beratung, ihre Reichweite außerhalb des direkten Verkaufskontakts ist jedoch begrenzt. Der eigene Online-Shop gibt Ihnen dagegen eine hohe Kontrolle über Inhalte, Marke und Daten. Gleichzeitig muss die Sichtbarkeit über Suchmaschinen, bezahlte Kampagnen oder andere Kanäle zunächst aufgebaut werden.
Influencer:innen und Affiliate-Programme können große Reichweiten erzielen, verlangen aber klare Regeln. Bei beauftragten Kooperationen müssen Hersteller darauf achten, dass Partner:innen nur zulässige Aussagen verwenden und kommerzielle Inhalte korrekt kennzeichnen. Schriftliche Claim-Vorgaben, Freigabeprozesse und Monitoring können helfen, rechtliche und kommunikative Risiken zu reduzieren.
Beim Network-Marketing wird diese Kontrolle schwieriger, wenn viele selbstständige Vertriebspartner:innen Produkte in persönlichen Netzwerken vermarkten. Für Hersteller, die sich parallel im medizinischen oder pharmazeutischen Umfeld positionieren möchten, ist daher besonders wichtig, dass auch dezentrale Kommunikation den gleichen fachlichen und rechtlichen Standards entspricht wie die eigene Markenkommunikation.
Warum sind Ärzt:innen wichtige Multiplikator:innen für Nahrungsergänzungsmittel?
Ärzt:innen sind für Hersteller besonders relevante Multiplikator:innen, weil sie bei gesundheitsbezogenen Themen einen hohen Vertrauensvorschuss genießen und medizinische Informationen individuell einordnen können. Laut DAK und Forsa vertrauen 90 Prozent der Befragten Ärzt:innen, wenn es um Informationen zum gesunden Altern geht. Eine MOOCI-Auswertung von 1.860 Praxis-Websites im deutschsprachigen Raum aus dem Jahr 2026 zeigt zugleich, dass Longevity und Prävention digital bislang nur begrenzt sichtbar sind. Lediglich 371 der untersuchten Websites weisen ein entsprechendes Angebot aus. In der verbandsaffinen Population liegt der Anteil in der Allgemeinmedizin bei 41,1 Prozent, in der Inneren Medizin bei 39,7 Prozent, in der Dermatologie bei 19,0 Prozent und in der Plastischen Chirurgie bei 11,4 Prozent.
Für Hersteller ergibt sich daraus ein interessanter Ansatzpunkt. Leistungen rund um Mikronährstoffe, Infusionen oder bestimmte Longevity-Substanzen können in Praxen bereits eine Rolle spielen, ohne auf der jeweiligen Website deutlich sichtbar zu sein. MOOCI beschreibt dieses Phänomen als „Substanz ohne Benennung“. Für Hersteller geht es deshalb nicht nur darum, möglichst viele Praxen direkt anzusprechen, sondern Ärzt:innen dort zu erreichen, wo sie sich über Substanzen, Studienlagen und mögliche Anwendungsbereiche informieren.
Die rechtlichen Grenzen müssen dabei klar eingehalten werden. Ärzt:innen dürfen nicht für Empfehlungen oder Patient:innenzuweisungen vergütet werden. In Deutschland sind insbesondere die berufsrechtlichen Vorgaben der Ärztekammern relevant, in Österreich unter anderem § 53 Ärztegesetz. Für Hersteller bieten sich deshalb sachliche Fachinformationen, wissenschaftliche Einordnungen und Fortbildungsinhalte an. Ob solche Inhalte rechtlich als Werbung oder Fachinformation einzuordnen sind, hängt von ihrer konkreten Ausgestaltung ab. Gerade deshalb sollten Produktinformation, wissenschaftliche Einordnung und kommerzielle Kooperation sauber voneinander getrennt werden.
Welche Nahrungsergänzungsmittel sind im Trend und was bedeutet das für die Positionierung?
Im Umfeld von Longevity und Prävention werden derzeit unter anderem folgende Substanzen und Produktgruppen diskutiert:
- Omega-3-Fettsäuren
- Vitamin D und K2
- Magnesium
- Kollagen
- Spermidin
- Kreatin
- NAD-Vorstufen wie NMN
- Urolithin A
- Probiotika
Wie groß das Informationsinteresse an Longevity-Themen insgesamt ist, zeigt eine MOOCI-Analyse der zwölf nachfragestärksten Themen. Zusammen kommen sie in Deutschland auf 543.600 Google-Suchen pro Monat. In den untersuchten Suchergebnissen entfallen 39,8 Prozent der Treffer auf Portale und Magazine, 22,4 Prozent auf Shops und 20,4 Prozent auf Wissenschaft, Behörden und Krankenkassen. Praxis-Websites stellen 12,2 Prozent der Treffer, volumengewichtet lediglich 1,3 Prozent. Bei neun der zwölf untersuchten Themen erscheint zudem eine KI-Übersicht.
Für Hersteller ist diese Verteilung vor allem deshalb interessant, weil die Informationsphase häufig vor dem eigentlichen Produktvergleich beginnt. Wer beispielsweise nach Spermidin sucht, möchte nicht zwangsläufig sofort ein Produkt kaufen. Viele Nutzer:innen möchten zunächst verstehen, was die Substanz ist, welche Studien vorliegen und wie ihr rechtlicher Status einzuordnen ist. Ein fundierter Ratgeber setzt damit früher in der Customer Journey an als ein klassischer Shop.
Für die Positionierung kann es deshalb sinnvoll sein, zunächst fachliche Orientierung rund um eine Substanz aufzubauen und die Marke anschließend in dieses Umfeld einzubetten. Hersteller von Kollagen, Omega-3-Fettsäuren oder anderen Supplements können so Informationsbedarf aufgreifen, ohne das eigene Produkt in jedem Inhalt in den Mittelpunkt zu stellen. Voraussetzung bleibt jedoch, den jeweiligen Zulassungsstatus genau zu kennen. NMN ist in der EU derzeit nicht als Lebensmittel zugelassen und darf entsprechend nicht als Nahrungsergänzungsmittel vermarktet werden. Für spermidinreichen Weizenkeimextrakt besteht dagegen eine Novel-Food-Zulassung unter festgelegten Bedingungen. Gerade bei neuen Longevity-Substanzen gehören regulatorische Prüfung und Marketing deshalb unmittelbar zusammen.
Wie funktioniert produktneutraler Content unter den Vorgaben für Health Claims?
Produktneutraler Content kann eine Substanz, ihre physiologische Funktion, die Studienlage und mögliche Anwendungsbereiche fachlich einordnen, ohne ein bestimmtes Produkt in den Vordergrund zu stellen. Ein Hersteller kann dabei als Content-Partner transparent gekennzeichnet werden. Entscheidend ist, dass redaktionelle Einordnung und konkrete Produktwerbung klar voneinander getrennt bleiben und gesundheitsbezogene Aussagen den jeweils geltenden Vorgaben entsprechen.
Ein Ratgeber über Omega-3-Fettsäuren kann beispielsweise zugelassene Health Claims erläutern und die wissenschaftliche Datenlage einordnen. Sobald jedoch ein konkretes Produkt mit einer bestimmten gesundheitlichen Wirkung verbunden wird, gelten strengere Anforderungen an die verwendeten Aussagen. Auch ein produktneutral formulierter Beitrag ist nicht automatisch von werberechtlichen Vorgaben ausgenommen, wenn er Teil einer kommerziellen Kooperation ist. Die rechtliche Bewertung hängt daher immer von Inhalt, Kennzeichnung und konkreter Gestaltung ab.
Für Hersteller bedeutet das, bei der Wahl eines Content-Partners besonders auf nachvollziehbare redaktionelle Prozesse zu achten. Ein Redaktionshandbuch sollte die Grenze zwischen Fachinformation, Partnerschaft und Produktwerbung definieren, während medizinische Inhalte fachlich geprüft werden. Ebenso wichtig ist eine transparente Kennzeichnung der Zusammenarbeit. Gute Fachinhalte sollten nicht nur rechtlich belastbar, sondern auch so fundiert sein, dass Ärzt:innen sie als Informationsquelle nutzen oder an Patient:innen weitergeben können.
Der Aufwand dafür ist höher als bei einem einzelnen Social-Media-Post, dafür kann ein fundierter Ratgeber langfristig verfügbar bleiben. Auf MOOCI liegt die durchschnittliche Verweildauer bei 4,35 Minuten. Aktuelle und fachlich belastbare Inhalte können zudem dauerhaft über Suchmaschinen gefunden und gegebenenfalls auch von KI-Systemen als Quelle berücksichtigt werden. Eine bestimmte Position oder Aufnahme in eine KI-Übersicht lässt sich dadurch jedoch nicht garantieren.
Was bringt ein Fachportal einem Hersteller zusätzlich zu Shop und Social Media?
Ein Fachportal kann Shop und Social Media dort ergänzen, wo Nutzer:innen noch nicht nach einer konkreten Marke suchen, sondern zunächst Informationen zu einer Substanz oder einem gesundheitlichen Thema benötigen. Gleichzeitig entsteht ein Umfeld, in dem auch Ärzt:innen erreicht werden können. Für Hersteller ist diese Verbindung besonders interessant, wenn sowohl Patient:innen als auch medizinische Fachkreise zur Zielgruppe gehören.
Wie verbindet MOOCI Fachinhalte und Zielgruppen?
MOOCI verzeichnet monatlich 890.000 Besuche und 620.000 Unique User bei 1,2 Millionen Seitenaufrufen und einer durchschnittlichen Verweildauer von 4,35 Minuten. 60 Prozent der Nutzer:innen kommen aus Deutschland, 30 Prozent aus Österreich und zehn Prozent aus der Schweiz. Gleichzeitig umfasst MOOCI mehr als 7.500 Arztprofile sowie einen Fachkreise-Newsletter mit mehr als 10.000 Empfänger:innen und einen Patient:innen-Newsletter mit 16.000 Kontakten.
Von den 683 redaktionellen Fachinhalten haben 340 einen Longevity-Bezug. Dazu gehören unter anderem Ratgeber zu NMN, Spermidin, Kollagen-Supplements, Omega-3-Fettsäuren, Vitamin K2, Urolithin A und Vitamininfusionen. Hersteller können damit in einem Umfeld sichtbar werden, in dem sich Patient:innen bereits mit konkreten Substanzen beschäftigen und Ärzt:innen gleichzeitig fachliche Informationen und Möglichkeiten zur eigenen Positionierung finden.
Für Hersteller unterscheidet sich diese Rolle von der des eigenen Shops. Der Shop ist der Ort, an dem Produkte präsentiert und Käufe abgeschlossen werden. Ein Fachportal setzt früher an und kann Nutzer:innen erreichen, die zunächst verstehen möchten, welche Rolle eine Substanz spielt und wie die Studienlage einzuordnen ist. Die MOOCI-Auswertung zeigt, dass Portale und Magazine bei den zwölf untersuchten Longevity-Themen 39,8 Prozent der Suchergebnisse stellen. Gerade bei informationsorientierten Suchanfragen können solche redaktionellen Umfelder deshalb zusätzliche Kontaktpunkte schaffen.
Wie arbeitet MOOCI mit Herstellern zusammen?
MOOCI versteht sich dabei als redaktioneller Content-Partner. Industriepartner werden transparent gekennzeichnet, während Inhalte redaktionelle und fachliche Prüfprozesse durchlaufen. Die afgis-Zertifizierung ist beantragt und ein Redaktionshandbuch definiert die entsprechenden Abläufe. Suchergebnisse sind nicht käuflich. Premium-Profile von Ärzt:innen werden gekennzeichnet und können zusätzliche Platzierungen erhalten.
Für Hersteller kann MOOCI Reichweite, fachliche Sichtbarkeit und weiterführenden Traffic schaffen. Die eigentliche Conversion findet jedoch auf der Website oder innerhalb des Vertriebsprozesses des Unternehmens statt. Ausgehende Klicks können je Inhalt erfasst werden, eine bestimmte Zahl an Klicks oder Conversions lässt sich jedoch nicht garantieren.
Im Mittelpunkt einer Partnerschaft muss dabei nicht eine einzelne Platzierung stehen. Themengebiete wie „Infusionen und Vitalstoffe“ oder „Lebensstil und Prävention“ verbinden Übersichtsseiten, Subthemen, Ratgeber und Magazinbeiträge miteinander. Dadurch kann eine Marke über einen längeren Zeitraum in einem fachlich passenden Umfeld präsent sein, statt lediglich neben einem einzelnen Beitrag zu erscheinen.
Welches Themengebiet passt zu Ihrem Substanzportfolio?
Wenn Sie prüfen möchten, wo Ihre Marke fachlich sinnvoll ansetzen kann, lohnt sich zunächst ein Blick auf bestehende Inhalte und noch offene Themenfelder. Gemeinsam können wir prüfen, welche Ratgeber bereits vorhanden sind, welche Substanzen zu Ihrem Portfolio passen und wie sich daraus ein zusammenhängendes Themengebiet entwickeln lässt. So entsteht eine Content-Partnerschaft, die Ihre bestehende Kommunikation ergänzt und sowohl Ärzt:innen als auch informierte Patient:innen erreicht.
Dieser Beitrag gibt den Rechtsstand 2026 aus Herstellersicht wieder und ersetzt keine Rechtsberatung. Konkrete Claims, Kennzeichnungen und Kooperationsmodelle sollten vor Veröffentlichung anhand des jeweiligen Produkts und der geltenden lebensmittel- und werberechtlichen Vorgaben geprüft werden.
Quellen
Lebensmittelverband Deutschland: Nahrungsergänzungsmittel: Positive Marktentwicklung bestätigt Verbrauchervertrauen und Gesundheitsbewusstsein, Marktanalyse 2026 mit rund 4,3 Milliarden Euro Marktvolumen und 415 Millionen verkauften Packungen. Quelle
DAK-Gesundheit / Forsa: Longevity: 69 Prozent sehen Potenzial für mehr gesunde Lebensjahre, Befragung von 1.043 Personen, August 2026. Quelle
Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel, Health Claims Verordnung. EUR-Lex
Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel, Lebensmittelinformationsverordnung. EUR-Lex
Verordnung (EU) 2015/2283 über neuartige Lebensmittel, Novel Food Verordnung. EUR-Lex
Europäische Kommission: Unionsliste zugelassener neuartiger Lebensmittel, maßgeblich für den aktuellen Novel-Food-Status unter anderem von spermidinreichem Weizenkeimextrakt. EU-Kommission
Europäische Kommission: Übersicht laufender Novel-Food-Anträge und Mitteilungen, unter anderem zu Nicotinamid-Mononukleotid, NMN. EU-Kommission
Heilmittelwerbegesetz, HWG, Deutschland. Gesetze im Internet
Nahrungsergänzungsmittelverordnung, NemV, Deutschland. Gesetze im Internet
Bundesärztekammer: Berufsrecht und aktuelle Musterberufsordnung für die in Deutschland tätigen Ärzt:innen, insbesondere §§ 27 und 31. Bundesärztekammer
Nahrungsergänzungsmittelverordnung, NEMV, Österreich. RIS
Ärztegesetz 1998, Österreich, § 53 Werbebeschränkung und Provisionsverbot. RIS
Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen, Schweiz: Nahrungsergänzungsmittel, Grundlagen und rechtliche Aspekte. BLV
Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen, Schweiz: Nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben und zugelassene Health Claims. BLV
FMH: Standesordnung der FMH, insbesondere Art. 20 zu Information und Werbung. FMH
Verbraucherzentrale: Nahrungsergänzungsmittel und ihre Vertriebswege, Stand Juli 2026. Verbraucherzentrale
Obstfeld H., Lohmann M.: Nahrungsergänzungsmittel im Kontext sozialer Medien: Ergebnisse einer Befragung zur Nutzung und Wahrnehmung in Deutschland. Bundesgesundheitsblatt 68, 1272–1282, 2025. Originalpublikation
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Dieser Beitrag wurde von der internen MOOCI-Redaktion erstellt, inhaltlich geprüft und freigegeben. Bei der Recherche und Aufbereitung setzen wir auch KI-gestützte Werkzeuge ein; jeder Text wird vor der Veröffentlichung von unserer Redaktion fachlich gegengelesen. Die redaktionelle Verantwortung trägt Nadja Sukalia, Content Managerin bei MOOCI. Die medizinische Prüfung erfolgt durch Ärztinnen und Ärzte aus unserem Fachnetzwerk.
