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Dermokosmetik-Marketing für Hersteller: Ärzt:innen als Multiplikatoren für Ästhetik und Longevity KI-generiertes Bild

Dermokosmetik-Marketing für Hersteller: Ärzt:innen als Multiplikatoren für Ästhetik und Longevity

Wie Hersteller von Dermokosmetik und Ästhetik-Geräten Ärzt:innen rechtssicher erreichen und Skin Longevity als Marktzugang nutzen.

Dermokosmetik-Marketing bewegt sich zwischen Beauty, Medizin und Regulierung. Hersteller müssen nicht nur erklären, warum ein Produkt für einen bestimmten Hautzustand interessant ist, sondern gleichzeitig darauf achten, welche Wirkung tatsächlich belegt ist, welche Claims rechtlich zulässig sind und wie Ärzt:innen eingebunden werden können, ohne deren fachliche Unabhängigkeit anzutasten.

Gerade darin unterscheidet sich der Markt von klassischem Beauty-Marketing. Reichweite allein genügt häufig nicht, wenn ein Produkt im dermatologischen oder ästhetisch-medizinischen Umfeld positioniert werden soll. Relevanter werden fachliche Einordnung, belastbare Evidenz und Kanäle, in denen sich Ärzt:innen und informierte Patient:innen mit konkreten Hautthemen beschäftigen.

Auch Longevity schafft hier neue Anknüpfungspunkte. In der DAK/Forsa-Befragung vom August 2026 nennen 90 Prozent der Befragten Ärzt:innen als vertrauenswürdige Quelle für Informationen zum gesunden Altern, während Influencer:innen auf vier Prozent kommen. Daraus lässt sich keine Kaufentscheidung für Dermokosmetik ableiten, wohl aber die besondere Bedeutung medizinischer Einordnung bei gesundheitsnahen Themen.

MOOCI zeigt Ihnen deshalb, wie sich Dermokosmetik und ästhetische Geräte rechtlich einordnen lassen, welche Marketingkanäle für Hersteller interessant sind und wie Skin Longevity als thematische Verbindung zwischen Hautgesundheit, Prävention und Ästhetik genutzt werden kann.

Dermokosmetik-Marketing für Hersteller: Ärzt:innen als Multiplikatoren für Ästhetik und Longevity KI-generiertes Bild

Das Wichtigste in Kürze

Dermokosmetik ist keine eigene regulatorische Produktkategorie. Rechtlich handelt es sich um Kosmetika, deren Positionierung häufig besonders nah an dermatologischen Themen liegt. Für Hersteller sind Apotheke, ärztliches Umfeld, Fachveranstaltungen und inhaltsführende Fachportale wichtige Kanäle. Ärztliche Empfehlungen setzen jedoch fachliche Unabhängigkeit voraus und dürfen nicht durch Provisionen oder unangemessene Vorteile beeinflusst werden.

Kosmetik-Verordnung, Claims-Verordnung, Medizinprodukteverordnung und je nach Produkt und Werbeaussage weitere Regelungen wie das Heilmittelwerbegesetz bestimmen, welche Aussagen gegenüber Fachkreisen und Öffentlichkeit zulässig sind. In der MOOCI-Auswertung weisen 19,0 Prozent der Dermatolog:innen und 11,4 Prozent der Plastischen Chirurg:innen Longevity oder Prävention auf ihrer Website nach. Für Hersteller entsteht damit ein noch vergleichsweise wenig besetztes Themenfeld.

Was ist Dermokosmetik und warum braucht sie ein eigenes Marketing?

„Dermokosmetik“ ist kein eigener regulatorischer Produkttyp. Produkte, die unter diesem Begriff vermarktet werden, bleiben rechtlich Kosmetika, sofern sie die Voraussetzungen der europäischen Kosmetik-Verordnung erfüllen. Der Begriff beschreibt vielmehr eine Marktpositionierung nahe an Dermatologie, Hautgesundheit und medizinisch geprägter Beratung.

Typische Beispiele sind Sonnenschutz, Pflege für empfindliche oder zu bestimmten Hautproblemen neigende Haut, kosmetische Produkte mit Retinol oder Peptiden sowie Pflegeprodukte, die rund um ästhetische Behandlungen eingesetzt werden.

Die Nähe zur Medizin verändert die Kommunikation

Der Unterschied zum klassischen Beauty-Segment liegt nicht zwingend in der Rezeptur. Entscheidend sind häufig Positionierung, Vertriebswege und die Art der Ansprache. Während viele Beauty-Marken stark über E-Commerce, Social Media und Community-Marketing arbeiten, spielen bei dermokosmetischen Produkten zusätzlich Apotheken, dermatologische Praxen und medizinische Fachinhalte eine Rolle.

Für Hersteller bedeutet das: Sie müssen nicht nur Endkund:innen erreichen, sondern auch diejenigen, die Produkte fachlich einordnen. Gerade Ärzt:innen dürfen dabei jedoch nicht zum verlängerten Vertriebskanal einer Marke werden. Ihre Empfehlung muss medizinisch beziehungsweise fachlich begründet und unabhängig bleiben.

Ein medizinischer Claim braucht eine tragfähige Grundlage

Je näher ein Produkt kommunikativ an medizinische Themen rückt, desto wichtiger wird die Claim-Prüfung. Begriffe wie „dermatologisch getestet“ oder „klinisch geprüft“ sind nicht allein deshalb zulässig, weil irgendeine Untersuchung vorliegt. Die verwendeten Nachweise müssen die konkrete Aussage tragen.

Marketing, Regulatory Affairs und Medical Writing sollten deshalb gemeinsam prüfen, welche Aussage für das konkrete Produkt wissenschaftlich und rechtlich vertretbar ist. Eine Studie zu einem einzelnen Inhaltsstoff belegt beispielsweise nicht automatisch dieselbe Wirkung des fertigen Produkts.

Wie verändert Longevity den Markt für Dermokosmetik und Ästhetik-Geräte?

Longevity verschiebt die Kommunikation von reiner Korrektur stärker in Richtung Erhalt und langfristige Begleitung. Für Dermokosmetik und ästhetische Geräte entstehen dadurch neue Themenfelder rund um Photoprotektion, Hautbarriere, Hautalterung, Kollagenveränderungen und langfristige Hautgesundheit.

Skin Longevity kann dabei als kommunikative Klammer dienen. Ästhetische Behandlung und medizinische Prävention sind zwar nicht dasselbe, lassen sich aber innerhalb eines langfristigen dermatologischen Konzepts miteinander verbinden.

Die Nachfrage nach Longevity ist sichtbar

In der DAK/Forsa-Befragung vom August 2026 kennen 50 Prozent der Befragten den Begriff Longevity. 74 Prozent geben an, regelmäßig Sport treiben oder mehr Bewegung in ihren Alltag integrieren zu wollen, um ihre gesunde Lebensspanne zu verlängern. 22 Prozent empfinden Gesundheitsmaßnahmen als zu teuer.

Diese Zahlen zeigen Interesse am gesunden Altern, aber keine konkrete Zahlungsbereitschaft für Dermokosmetik, ästhetische Geräte oder Skin-Longevity-Angebote. Für Hersteller interessanter ist die Informationsfrage: 90 Prozent nennen Ärzt:innen als vertrauenswürdige Quelle zum gesunden Altern.

Dermatologie und Plastische Chirurgie sind digital noch wenig besetzt

Auf Angebotsseite zeigt die MOOCI-Auswertung von 1.860 Praxis-Websites ein deutliches Gefälle. In der verbandsaffinen Population weisen 19,0 Prozent der Dermatolog:innen und 11,4 Prozent der Plastischen Chirurg:innen Longevity oder Prävention auf ihrer Website nach. In der Allgemeinmedizin sind es 41,1 Prozent, in der Inneren Medizin 39,7 Prozent.

Für Hersteller bedeutet das nicht, dass Dermatolog:innen bereits auf ein fertiges Longevity-Konzept warten. Die Daten zeigen vielmehr ein Themenfeld, das digital bislang vergleichsweise selten explizit benannt wird.

Dass häufig die Benennung später kommt als das eigentliche Angebot, zeigt eine weitere MOOCI-Auswertung. Von 147 führenden Anbietern hatten 28 Prozent eine eigene Longevity-Seite. 88 Prozent dieser Seiten entstanden erst seit 2024. Der mittlere Abstand zwischen einem bereits sichtbaren Angebot und seiner späteren Benennung als Longevity lag bei 3,1 Jahren.

Welche rechtlichen Grenzen gelten für Dermokosmetik-Werbung in Deutschland, Österreich und der Schweiz?

Für das Marketing muss zuerst geklärt werden, was genau beworben wird. Ein Kosmetikum, ein Medizinprodukt, ein Produkt aus Anhang XVI der MDR und ein Arzneimittel unterliegen unterschiedlichen regulatorischen Anforderungen. Die rechtliche Einordnung gehört deshalb an den Anfang jeder Kampagnenplanung.

Was darf ein Kosmetikum versprechen?

Nach der europäischen Kosmetik-Verordnung dienen kosmetische Mittel unter anderem dazu, Körperoberflächen zu reinigen, zu parfümieren, ihr Aussehen zu verändern, sie zu schützen oder in gutem Zustand zu halten.

Krankheitsbezogene therapeutische Aussagen können diese kosmetische Einordnung jedoch infrage stellen und eine Prüfung nach anderen Produktregimen erforderlich machen. Ob ein Produkt dann beispielsweise als Arzneimittel oder Medizinprodukt einzuordnen ist, hängt von Zweckbestimmung, Präsentation und Wirkweise ab.

Für die Kommunikation macht das einen erheblichen Unterschied. Eine Aussage wie „für zu Rötungen neigende Haut“ kann je nach Produkt als kosmetischer Claim vertretbar sein. „Behandelt Rosazea“ beansprucht dagegen eine therapeutische Wirkung, die mit einer rein kosmetischen Positionierung regelmäßig nicht vereinbar ist.

Die Verordnung (EU) Nr. 655/2013 verlangt zusätzlich, dass kosmetische Werbeaussagen unter anderem wahrheitsgemäß, belegbar, redlich und für Verbraucher:innen verständlich sind.

Was gilt bei ästhetischen Geräten?

Bei Geräten ist zunächst zu unterscheiden, ob sie eine medizinische Zweckbestimmung haben und damit Medizinprodukte im Sinne der MDR sind.

Daneben erfasst Anhang XVI der Medizinprodukteverordnung bestimmte Produktgruppen ohne medizinische Zweckbestimmung. Dazu gehören beispielsweise bestimmte Geräte zur Reduktion von Fettgewebe sowie bestimmte hochintensive Laser- und IPL-Systeme für Anwendungen an Haut und Körper.

Diese Produkte unterliegen wesentlichen Anforderungen des Medizinprodukterechts und den dafür vorgesehenen gemeinsamen Spezifikationen. Auch die Werbung muss zur tatsächlichen Zweckbestimmung und belegten Leistung des Geräts passen. Art. 7 MDR untersagt insbesondere irreführende Angaben über Zweckbestimmung, Sicherheit und Leistung.

Nicht jedes kosmetische Licht- oder Ästhetikgerät wird dadurch automatisch zum Produkt nach Anhang XVI. Die konkrete technische und regulatorische Einordnung bleibt entscheidend.

Wann gilt in Deutschland das Heilmittelwerbegesetz?

Das Heilmittelwerbegesetz betrifft nicht pauschal jede Kosmetikwerbung. Es kann jedoch auch für kosmetische Mittel relevant werden, wenn sich die Werbung auf die Erkennung, Beseitigung oder Linderung von Krankheiten, Leiden oder krankhaften Beschwerden bezieht.

§ 3 HWG verbietet irreführende Werbung. Für verschreibungspflichtige Arzneimittel gilt nach § 10 grundsätzlich ein Publikumswerbeverbot. Das ist beispielsweise für Unternehmen relevant, die neben Dermokosmetik auch verschreibungspflichtige ästhetische Arzneimittel im Portfolio haben.

§ 11 enthält besondere Beschränkungen für Werbung außerhalb der Fachkreise. Die einzelnen Verbote gelten allerdings nicht pauschal für jede Produktgruppe und jede Werbeform. Das spezielle Verbot vergleichender Vorher-Nachher-Darstellungen betrifft beispielsweise operative plastisch-chirurgische Eingriffe ohne medizinische Notwendigkeit und ist kein generelles Vorher-Nachher-Verbot für Kosmetika.

Auch wissenschaftliche Studien dürfen nicht beliebig werblich verwendet werden. Neben dem Irreführungsverbot sind dabei unter anderem die Anforderungen an wissenschaftliche Veröffentlichungen und deren korrekte Wiedergabe zu berücksichtigen.

Was unterscheidet Fachkreiswerbung von Publikumswerbung?

Das HWG unterscheidet zwischen der Öffentlichkeit und bestimmten Fachkreisen. Zu den Fachkreisen können neben Ärzt:innen und Apotheker:innen weitere Personen gehören, die aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit mit den betreffenden Produkten umgehen.

Gegenüber Fachkreisen sind bestimmte fachliche Informationen möglich, die in der breiten Publikumswerbung stärker eingeschränkt sind. Das ist jedoch kein Freibrief. Auch hier gelten unter anderem Irreführungsverbote, Anforderungen an wissenschaftliche Nachweise und Regeln für Zuwendungen.

Für Hersteller bedeutet das: Eine Fachkampagne kann medizinisch detaillierter sein, sollte aber ebenso sorgfältig geprüft werden wie eine Verbraucher:innenkampagne.

Welche Grenzen gelten bei Kooperationen mit Ärzt:innen?

Wer Ärzt:innen in eine Kampagne einbindet, muss zusätzlich deren Berufsrecht berücksichtigen.

In Deutschland ist die Musterberufsordnung nur das Modell für die verbindlichen Berufsordnungen der Landesärztekammern. Sie erlaubt sachliche berufsbezogene Information, setzt aber Grenzen für Werbung, wirtschaftliche Interessen und Vorteile. Auch die Abgabe von Waren im unmittelbaren Zusammenhang mit der ärztlichen Tätigkeit ist berufsrechtlich grundsätzlich eingeschränkt.

Deshalb sollte ein Hersteller nicht davon ausgehen, dass eine Praxis Dermokosmetik einfach als Vertriebskanal nutzen kann. Eine fachlich begründete Erwähnung oder Empfehlung ist rechtlich anders zu bewerten als Verkauf, Umsatzbeteiligung oder eine vergütete Produktempfehlung.

In Österreich regelt § 53 Ärztegesetz insbesondere ärztliche Information und Vergütungen für Patient:innenzuweisungen. Ergänzend untersagt der Ärztliche Verhaltenskodex der Österreichischen Ärztekammer, von Dritten Vergütungen für die Empfehlung oder Vermittlung von Produkten oder Dienstleistungen anzunehmen.

In der Schweiz gelten unter anderem die berufsrechtlichen Vorgaben der FMH und des kantonalen Rechts. Kosmetika, Arzneimittel und Medizinprodukte unterliegen daneben jeweils ihren eigenen regulatorischen Vorgaben.

Welche drei Fragen sollten Hersteller vor einer Kampagne klären?

Für die Kampagnenplanung sind aus unserer Sicht drei Prüfschritte besonders sinnvoll:

  1. Produkteinordnung klären – Handelt es sich um ein Kosmetikum, ein Medizinprodukt, ein Produkt aus Anhang XVI der MDR oder ein Arzneimittel?
  2. Claims getrennt prüfen – Welche Aussagen sind für das konkrete Produkt tatsächlich belegt und gegenüber welcher Zielgruppe zulässig?
  3. Kooperationen sauber gestalten – Bei Ärzt:innen müssen fachliche Unabhängigkeit, angemessene Gegenleistung, Transparenz und die jeweiligen berufsrechtlichen Grenzen bereits in der Vereinbarung berücksichtigt werden.

Dieser Überblick gibt den Stand 2026 wieder und ersetzt keine Rechtsberatung. Gerade bei Grenzprodukten, gesundheitsbezogenen Claims und Kooperationen mit Ärzt:innen sollte die konkrete Kampagne regulatorisch und rechtlich geprüft werden.

Welche Kanäle sind für Dermokosmetik-Marketing besonders relevant?

Für Dermokosmetik und ästhetische Geräte sind aus MOOCI-Sicht vor allem vier Umfelder interessant: Apotheken, das ärztliche Umfeld, Fachkongresse und inhaltsführende Fachportale. Sie erfüllen unterschiedliche Aufgaben entlang der Patient:innen- und Ärzt:innenreise und sollten deshalb nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Social Media und Influencer-Marketing können zusätzliche Reichweite schaffen. Sie ersetzen aber weder die regulatorisch saubere Fachinformation noch die medizinische Einordnung eines Produkts.

Apotheke und Apothekenportale

Apotheken sind in Deutschland und Österreich ein etablierter Vertriebs- und Beratungskanal für viele dermokosmetische Produkte. Trade Marketing, Schulungen des Apothekenteams, Sichtwahl und digitale Apothekenangebote können Hersteller dabei unterstützen, Produkte dort verständlich zu positionieren.

Die Apotheke erreicht jedoch eine andere Situation als die Arztpraxis. Sie berät zum Produkt und dessen Anwendung, während medizinische Diagnose und Therapie bei der Ärzt:in liegen. Für Hersteller ist deshalb relevant, dass Produktkommunikation und medizinische Beratung klar getrennt bleiben.

Ärztliches Umfeld

Das ärztliche Umfeld ist besonders interessant, wenn Produkte rund um eine dermatologische oder ästhetische Behandlung fachlich relevant werden. Eine Ärzt:in kann beispielsweise eine geeignete Nachsorge oder Hautpflege erläutern, sofern die Empfehlung medizinisch beziehungsweise fachlich begründet und unabhängig erfolgt.

Die Praxis sollte dabei nicht als einfacher Verkaufskanal betrachtet werden. Gerade in Deutschland ist die Abgabe von Waren im Zusammenhang mit der ärztlichen Tätigkeit berufsrechtlich eingeschränkt. Auch vergütete Empfehlungen, Umsatzbeteiligungen oder eine Kopplung von Behandlung und Produktkauf können problematisch sein.

Für Hersteller ist deshalb die fachliche Information der Ärzt:innen meist der robustere Ansatz als der Versuch, die Praxis unmittelbar als Absatzkanal einzusetzen.

Fachkongresse und Medical Education

Fachkongresse, Workshops und Fortbildungen bringen Hersteller direkt mit Ärzt:innen und anderen Fachkreisen zusammen. Besonders bei Geräten können Demonstrationen, Anwendungsschulungen und die Diskussion klinischer Daten sinnvoll sein.

Der Kontakt ist konzentriert, zeitlich aber begrenzt. Deshalb gewinnen ergänzende digitale Inhalte an Bedeutung, die Ärzt:innen nach der Veranstaltung weiter nutzen können. Auch bei gesponserten Fortbildungen müssen Transparenz, Angemessenheit der Leistungen und die berufliche Unabhängigkeit der Teilnehmer:innen gewahrt bleiben.

Fachportale und redaktionelle Inhalte

Inhaltsführende Fachportale verbinden medizinische Information mit langfristiger digitaler Sichtbarkeit. Sie können beispielsweise erklären, wie Skinbooster, Biostimulatoren, Retinol oder Photobiomodulation eingeordnet werden und welche Evidenz hinter bestimmten Verfahren oder Wirkstoffen steht.

Für Hersteller entsteht damit ein anderer Kontaktpunkt als bei klassischer Display-Werbung. Ein Fachportal kann sowohl Patient:innen erreichen, die ein Thema recherchieren, als auch Ärzt:innen, die als Autor:innen oder fachliche Expert:innen an entsprechenden Inhalten beteiligt sind.

Kommerzielle Partnerschaften müssen dabei transparent gekennzeichnet bleiben. Redaktionelle Inhalte dürfen nicht den Eindruck unabhängiger Berichterstattung erwecken, wenn sie tatsächlich von einem Unternehmen finanziert werden.

Kanal Erreicht vor allem Stärke Zu beachten
Apotheke und Apothekenportale Endkund:innen Beratung und Abverkauf Produktinformation klar von medizinischer Therapie abgrenzen
Ärztliches Umfeld Patient:innen und Ärzt:innen Fachliche Einordnung im Behandlungskontext Berufsrecht, Unabhängigkeit, Warenabgabe und Vorteile
Fachkongresse und Fortbildungen Ärzt:innen und Fachkreise Direkter fachlicher Austausch, Geräte-Demonstrationen Punktuelle Reichweite, Sponsoring transparent gestalten
Fachportale Patient:innen und Ärzt:innen Langfristige Sichtbarkeit und Suchtraffic Kommerzielle Partnerschaften klar kennzeichnen
Social Media und Influencer Endkund:innen Reichweite und Community Claims, Kennzeichnung und Zielgruppeneignung prüfen

Warum eignet sich Skin Longevity als Verbindung zwischen Ästhetik und Prävention?

Skin Longevity kann ästhetische Dermatologie, Hautgesundheit und evidenzbasierte Prävention unter einem gemeinsamen Thema zusammenführen. Es macht ästhetische Maßnahmen nicht automatisch zu Prävention, schafft aber eine verständliche Klammer für Photoprotektion, Hautbarriere, Hautalterung und langfristige dermatologische Betreuung.

Für Hersteller liegt darin ein interessantes Themenfeld. Produkte und Geräte können in einen größeren medizinischen Zusammenhang gestellt werden, sofern ihre konkrete Wirkung belegt ist. Die Bezeichnung Skin Longevity erweitert dabei nicht automatisch die zulässigen Claims eines Produkts.

Schutz und Erhalt müssen konkret belegt sein

Auch Aussagen wie „schützen“, „erhalten“ oder „unterstützen“ sind nicht allein deshalb unproblematisch, weil solche Funktionen grundsätzlich in der Kosmetik-Verordnung vorkommen. Entscheidend ist immer, was das konkrete Produkt tatsächlich leistet und welche Evidenz den jeweiligen Claim trägt.

Sonnenschutz, kosmetische Retinolprodukte, Peptide oder Pflegekonzepte können deshalb in einem Skin-Longevity-Kontext erklärt werden, aber nicht mit pauschalen medizinischen Wirkversprechen.

Die thematische Nachfrage ist bereits sichtbar

Die zwölf von MOOCI untersuchten nachfragestärksten Longevity-Themen kommen zusammen auf rund 543.600 Suchanfragen pro Monat in Deutschland. Praxis-Websites stellen dort volumengewichtet 1,3 Prozent der Ergebnisse, Portale und Magazine 39,8 Prozent und Shops 22,4 Prozent. Bei neun der zwölf Themen erschien in der untersuchten Stichprobe eine KI-Übersicht.

Diese Zahlen zeigen, dass thematische Recherche häufig lange vor der konkreten Arztsuche beginnt. Für Hersteller eröffnet sich damit die Möglichkeit, bereits in dieser Informationsphase mit fachlich belastbaren Inhalten präsent zu sein.

Das bedeutet jedoch nicht, dass redaktionelle Inhalte Nachfrage automatisch erzeugen oder klassische Werbung ersetzen. Banner, Social Media, Suchmaschinenwerbung und Fachinhalte erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Inhalte können insbesondere dort einen längerfristigen Kontaktpunkt schaffen, wo Patient:innen und Ärzt:innen aktiv Informationen zu einem Thema suchen.

Wie können Ärzt:innen eingebunden werden, ohne ihre Unabhängigkeit zu gefährden?

Ärzt:innen können für Hersteller wichtige fachliche Partner:innen sein, wenn Kooperationen transparent, angemessen vergütet und inhaltlich unabhängig gestaltet werden. Entscheidend ist nicht, Provisionen lediglich durch andere Vorteile zu ersetzen, sondern die ärztliche Unabhängigkeit konsequent zu schützen.

Sachliche medizinische Information ist grundsätzlich möglich. Gleichzeitig setzen Berufsrecht, Wettbewerbsrecht und je nach Produkt weitere Spezialregelungen Grenzen für Vergütungen, Werbung, Fortbildung und Produktempfehlungen.

Fachbeiträge und Autorschaft

Ein mögliches Format sind fachlich verantwortete Beiträge zu medizinischen oder dermatologischen Themen. Eine Dermatologin kann beispielsweise die medizinische Einordnung von Hautalterung, Sonnenschutz oder einer bestimmten Behandlung übernehmen.

Dabei muss transparent bleiben, ob und wie ein Hersteller an der Finanzierung beteiligt ist. Eine bezahlte Content-Partnerschaft darf nicht wie unabhängige redaktionelle Berichterstattung erscheinen.

Auch die Sichtbarkeit in KI-Übersichten sollte nicht überinterpretiert werden. In einer MOOCI-Messung in 30 Städten vom September 2026 entfielen von 54 zuordenbaren Zitaten 77,8 Prozent auf Praxis-Websites und 13,0 Prozent auf inhaltsführende Fachportale. Eine klassische Arztsuche wurde einmal als Quelle zugeordnet.

Reine Profile ohne eigenständigen Fachtext gehörten in dieser Stichprobe nicht zu den 54 zuordenbaren Quellen. Daraus folgt keine allgemeine Regel für Google. Fachbeiträge schaffen aber zusätzliche inhaltliche Quellen, die in der untersuchten Stichprobe auch in KI-Übersichten vorkamen.

Fortbildung und Medical Education

Webinare, Workshops und Anwendungsschulungen können Ärzt:innen über Wirkstoffe, Geräte, Studien und deren Einsatz informieren. Fachkreiswerbung darf dabei in bestimmten Bereichen detaillierter sein als Publikumswerbung.

Auch hier gelten jedoch Grenzen. Wissenschaftliche Aussagen müssen korrekt wiedergegeben werden, Vorteile und Zuwendungen dürfen die medizinische Entscheidung nicht beeinflussen und gesponserte Fortbildungen sollten transparent gekennzeichnet sein.

Themenpartnerschaften auf Fachportalen

Ein drittes Format sind Themenpartnerschaften. Statt eine einzelne Anzeige neben einen bestehenden Beitrag zu setzen, kann ein Hersteller beispielsweise ein Themengebiet wie Hautalterung und Prävention unterstützen. Dazu können ein Themenhub, einzelne Ratgeber, Fachbeiträge oder Newsletter-Inhalte gehören.

Die redaktionelle Verantwortung und die kommerzielle Finanzierung müssen dabei klar voneinander getrennt bleiben. Auf MOOCI werden entsprechende Partnerschaften als solche gekennzeichnet. Ärztliche Autor:innen sollen ihre fachliche Einordnung unabhängig vom Hersteller vornehmen.

Was bringt ein Fachportal einem Dermokosmetik-Hersteller zusätzlich zur eigenen Marke?

Ein inhaltsführendes Fachportal erreicht Patient:innen und Ärzt:innen in einer Phase, in der häufig noch nicht nach einer konkreten Marke gesucht wird. Die Herstellerwebsite bleibt der zentrale Ort für Produktinformation und Conversion, während ein Fachportal zusätzliche thematische Reichweite schaffen kann.

MOOCI fasst dieses Zusammenspiel mit dem Leitsatz zusammen: „Die eigene Seite entscheidet die Wahl, das Portal entscheidet, wer zur Wahl steht.“

Welche Reichweite bietet MOOCI?

MOOCI erreicht laut eigenen Mediadaten rund 890.000 Besuche und 620.000 Unique User pro Monat bei rund 1,2 Millionen Seitenaufrufen und einer durchschnittlichen Verweildauer von 4,35 Minuten. Die Nutzer:innen verteilen sich nach internen Daten zu 60 Prozent auf Deutschland, zu 30 Prozent auf Österreich und zu zehn Prozent auf die Schweiz.

Im Verzeichnis befinden sich mehr als 7.500 Arztprofile. Der Fachkreis-Newsletter erreicht mehr als 10.000 Empfänger:innen. Redaktionell sind 683 Fachinhalte live, davon 340 mit Longevity-Bezug. Dazu gehören Themen wie Retinol, Kollagen-Supplemente, Skinbooster, Biostimulatoren, Photobiomodulation und Hautalterung.

Diese Reichweite ersetzt keine produktspezifische Marktanalyse. Sie bietet Herstellern aber ein Umfeld, in dem sowohl medizinisch interessierte Nutzer:innen als auch Ärzt:innen mit entsprechenden Themen in Kontakt kommen.

Was lässt sich bei einer Themenpartnerschaft messen?

Für Hersteller ist vor allem relevant, welche Wirkung eines Projekts tatsächlich messbar ist. Dazu können je nach Kampagne Seitenaufrufe, Verweildauer, Klicks auf definierte Links, Newsletter-Öffnungen und Interaktionen sowie die Sichtbarkeit von Beiträgen in Suchergebnissen gehören.

Auch das Auftreten in KI-Übersichten kann beobachtet werden. Daraus sollte jedoch keine garantierte Zitierung oder Platzierung abgeleitet werden.

Klick- oder Conversion-Zusagen gibt es nicht. Das Reporting soll vielmehr zeigen, welche Inhalte Reichweite erzeugen, welche Themen besonders häufig genutzt werden und an welchen Stellen Nutzer:innen zu weiterführenden Angeboten wechseln.

Themenhoheit statt reiner Reichweitenbuchung

Ein klassischer Tausend-Kontakt-Preis misst vor allem Reichweite. Für eine Content-Partnerschaft ist zusätzlich relevant, ob ein Unternehmen innerhalb eines Themenfeldes dauerhaft mit fachlichen Inhalten präsent ist.

Einen allgemeinen TKP von 25 bis 50 Euro für das Gesundheitsumfeld würde MOOCI dabei nicht als universellen Marktstandard ansetzen. Solche Werte hängen stark von Zielgruppe, Format, Reichweite und Qualität des Umfelds ab und sollten projektspezifisch kalkuliert werden.

Zwei Grundsätze bleiben auf MOOCI getrennt: Suchergebnisse sind nicht käuflich. Premium-Profile werden gekennzeichnet und können zusätzliche thematisch passende Platzierungen erhalten. Redaktionelle Inhalte folgen einem internen Redaktionsprozess mit fachlicher beziehungsweise ärztlicher Prüfung, wo diese erforderlich ist. Die afgis-Zertifizierung ist nach aktuellem internen Stand beantragt.

Wenn Sie prüfen möchten, welches Themengebiet zu Ihrem Portfolio passt, können Sie mit MOOCI ein Themenpaket besprechen. Dabei lassen sich bestehende Behandlungs- und Wirkstoffseiten, mögliche ärztliche Autor:innen und die verfügbaren Reporting-Kennzahlen gemeinsam betrachten.

Die rechtlichen Angaben in diesem Beitrag geben den Stand 2026 wieder und stellen keine Rechtsberatung dar.

Quellen

Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 über kosmetische Mittel, insbesondere Art. 2 zur Definition kosmetischer Mittel und Art. 20 zu Werbeaussagen. https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2009/1223/oj

Verordnung (EU) Nr. 655/2013 zur Festlegung gemeinsamer Kriterien zur Begründung von Werbeaussagen im Zusammenhang mit kosmetischen Mitteln. https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2013/655/oj

Verordnung (EU) 2017/745 über Medizinprodukte (MDR), insbesondere Art. 7 zu irreführenden Angaben und Anhang XVI zu Produktgruppen ohne medizinische Zweckbestimmung. https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2017/745/oj

Durchführungsverordnung (EU) 2022/2346 mit gemeinsamen Spezifikationen für die Produktgruppen ohne medizinische Zweckbestimmung nach Anhang XVI MDR. https://eur-lex.europa.eu/eli/reg_impl/2022/2346/oj

Heilmittelwerbegesetz (HWG), insbesondere §§ 1, 2, 3, 6, 7, 10 und 11 zu Anwendungsbereich, Fachkreisen, Irreführung, wissenschaftlichen Veröffentlichungen, Zuwendungen und Publikumswerbung. https://www.gesetze-im-internet.de/heilmwerbg/

Bundesärztekammer: (Muster-)Berufsordnung für die in Deutschland tätigen Ärzt:innen, Stand Mai 2026, insbesondere §§ 3, 27 und 30 bis 33 zu Warenabgabe, Werbung, ärztlicher Unabhängigkeit und Zuwendungen. https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/BAEK/Themen/Recht/2026-06-18_Bek_BAEK_MBO-AE.pdf

Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), insbesondere § 5a Abs. 4 zur Kennzeichnung des kommerziellen Zwecks von geschäftlichen Handlungen. https://www.gesetze-im-internet.de/uwg_2004/__5a.html

Ärztegesetz 1998, Österreich, insbesondere § 53 zu ärztlicher Information und Vergütungen für Patient:innenzuweisungen. https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10011138

Österreichische Ärztekammer: „Arzt und Öffentlichkeit“, Werberichtlinie über die Art und Form zulässiger ärztlicher Information. https://www.aerztekammer.at/kundmachungen/-/asset_publisher/KSydEGNV6Ajn/content/arzt-und-c3-96ffentlichkeit-werberichtlinie-/261766

Österreichische Ärztekammer: Ärztlicher Verhaltenskodex, insbesondere zu gewerblichen Produkten, Produktempfehlungen, Vergütungen und Kooperationen mit Unternehmen. https://www.aerztekammer.at/documents/261766/417743/%C3%84rztlicher%2BVerhaltenskodex%2Bkonsolidierte%2BFassung.pdf/f6163ac3-d627-4a0b-0bab-f55812ad854a

Medizinproduktegesetz 2021, Österreich, aktuelle konsolidierte Fassung. https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20011580

FMH: Standesordnung, insbesondere Art. 20 sowie Anhang 2 zu Information und Werbung. https://www.fmh.ch/ueber-die-fmh/statuten-reglemente.cfm

Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen, Schweiz: Regulierung kosmetischer Mittel. Die für die EU verbindliche Fassung der Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 wird in wesentlichen Bereichen über das Schweizer Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständerecht übernommen; Werbeaussagen dürfen insbesondere nicht irreführend oder therapeutisch sein. https://www.blv.admin.ch/de/geregelte-stoffe-kosmetische-mittel

Swissmedic: Produktgruppen ohne medizinische Zweckbestimmung nach Anhang 1 der Schweizer Medizinprodukteverordnung, darunter bestimmte Filler, Geräte zur Fettreduktion sowie hochintensive Laser- und IPL-Geräte. https://www.swissmedic.ch/swissmedic/de/pomz/welche-produkte-ohne-med-zweckbestimmung.html

DAK-Gesundheit/Forsa: „Longevity: 69 Prozent sehen Potenzial für mehr gesunde Lebensjahre“, Befragung von 1.043 Personen zwischen 18 und 70 Jahren, August 2026. https://www.dak.de/presse/bundesthemen/umfragen-studien/longevity-69-prozent-sehen-potenzial-fuer-mehr-gesunde-lebensjahre_226702

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Häufige Fragen

Welche Aussagen sind in der Kosmetikwerbung grundsätzlich möglich?
Kosmetische Aussagen zu Pflege, Schutz oder Aussehen sind grundsätzlich möglich, wenn sie zum konkreten Produkt passen und ausreichend belegt sind. Aussagen wie „für zu Rötungen neigende Haut“ oder ein korrekt bestimmter Lichtschutzfaktor können je nach Produkt zulässig sein. Auch „dermatologisch getestet“ ist kein Freibrief. Der zugrunde liegende Test muss die Aussage tragen und darf Verbraucher:innen nicht über Umfang oder Bedeutung der Untersuchung täuschen. Krankheitsbezogene Aussagen wie „heilt Neurodermitis“ passen dagegen regelmäßig nicht zu einer rein kosmetischen Zweckbestimmung. Vorher-Nachher-Darstellungen sind für Kosmetika nicht pauschal verboten. Sie müssen jedoch repräsentativ, belegbar und frei von irreführender Bearbeitung oder Präsentation sein. Das spezielle Verbot des § 11 HWG betrifft insbesondere vergleichende Darstellungen bei operativen plastisch-chirurgischen Eingriffen ohne medizinische Notwendigkeit.
Welche sind die zehn größten Kosmetikhersteller in Deutschland?
Umsatzrankings werden unter anderem von Branchenverbänden und Marktforschungsunternehmen veröffentlicht und verändern sich regelmäßig. Viele internationale Konzerne führen Dermokosmetik als Teil eines größeren Beauty- oder Healthcare-Portfolios. Für die Strategie eines Herstellers ist die konkrete Positionierung innerhalb von Dermatologie, Apotheke und medizinisch geprägter Kommunikation meist aussagekräftiger als eine allgemeine Umsatzrangliste.
Welche Rolle spielen Kosmetikstudios im Dermokosmetik-Marketing?
Kosmetikstudios können ein relevanter Beratungs- und Vertriebskanal sein. Für Hersteller können Schulungen, lokale Sichtbarkeit und Kooperationen mit klarer Aufgabenabgrenzung interessant sein. Dabei gelten für kosmetische Produkte weiterhin die Vorgaben der Kosmetik-Verordnung und der Claims-Regeln. Medizinische Diagnose und ärztlich vorbehaltene Behandlungen dürfen durch eine Kooperation nicht verwischt werden.
Darf eine Ärzt:in Dermokosmetik in der Praxis verkaufen?
Das lässt sich nicht pauschal mit Ja beantworten. In Deutschland ist die Abgabe von Waren im Zusammenhang mit der ärztlichen Tätigkeit berufsrechtlich grundsätzlich eingeschränkt. Die Musterberufsordnung sieht nur begrenzte Ausnahmen vor, etwa wenn ein Produkt aufgrund seiner Besonderheiten notwendiger Bestandteil der Therapie ist. Maßgeblich ist die Berufsordnung der jeweiligen Landesärztekammer. Auch in Österreich und der Schweiz müssen Produktempfehlung, Verkauf und wirtschaftliche Interessen mit den jeweiligen berufsrechtlichen Vorgaben vereinbar sein. Vergütete Empfehlungen und Umsatzbeteiligungen sind besonders kritisch und sollten vor einer Kooperation rechtlich geprüft werden.
Wann fällt ein Ästhetik-Gerät unter das Medizinprodukterecht?
Ein Gerät kann aufgrund seiner medizinischen Zweckbestimmung Medizinprodukt im Sinne der MDR sein. Zusätzlich erfasst Anhang XVI bestimmte Produktgruppen ohne medizinische Zweckbestimmung, darunter bestimmte hochintensive Laser- und IPL-Systeme sowie bestimmte Geräte zur Reduktion von Fettgewebe. Welche Anforderungen gelten, hängt deshalb von Zweckbestimmung, Technik und konkreter Produktgruppe ab. Eine pauschale Aussage für alle ästhetischen Geräte ist nicht möglich.
Was unterscheidet Fachkreiswerbung von Publikumswerbung?
Zum Fachkreis gehören nach dem HWG insbesondere Personen, die aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit mit den betreffenden Produkten umgehen. Dazu zählen beispielsweise Ärzt:innen und Apotheker:innen, je nach Produkt können auch weitere Berufsgruppen erfasst sein. Gegenüber Fachkreisen können bestimmte wissenschaftliche und fachliche Informationen umfangreicher kommuniziert werden. Irreführungsverbot, Regeln für wissenschaftliche Nachweise und Vorgaben zu Zuwendungen gelten jedoch weiterhin. Für verschreibungspflichtige Arzneimittel ist Publikumswerbung nach § 10 HWG grundsätzlich verboten.
Warum können Fachinhalte eine Bannerkampagne ergänzen?
Banner können sowohl Reichweite erzeugen als auch Personen erreichen, die bereits Interesse an einem Thema haben. Redaktionelle Fachinhalte erfüllen eine andere Aufgabe: Sie können über längere Zeit auffindbar bleiben und komplexe Themen ausführlicher erklären. Die DAK/Forsa-Befragung zeigt, dass 50 Prozent der Befragten den Begriff Longevity kennen. 74 Prozent würden regelmäßig Sport treiben oder mehr Bewegung integrieren, um ihre gesunde Lebensspanne zu verlängern. Daraus lässt sich keine konkrete Produktnachfrage ableiten, wohl aber ein breites Interesse an gesundem Altern. Für Hersteller kann es deshalb sinnvoll sein, klassische Werbung und fachliche Inhalte miteinander zu verbinden, statt beide Formate als Alternativen zu betrachten.
Redaktionelle Verantwortung

Dieser Beitrag wurde von der internen MOOCI-Redaktion erstellt, inhaltlich geprüft und freigegeben. Bei der Recherche und Aufbereitung setzen wir auch KI-gestützte Werkzeuge ein; jeder Text wird vor der Veröffentlichung von unserer Redaktion fachlich gegengelesen. Die redaktionelle Verantwortung trägt Nadja Sukalia, Content Managerin bei MOOCI. Die medizinische Prüfung erfolgt durch Ärztinnen und Ärzte aus unserem Fachnetzwerk.

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Letzte Aktualisierung: 28.09.2026

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