Pharma Content Marketing nutzt medizinische Inhalte, um Fachkreise oder Patient:innen zu informieren und ein Thema verständlich aufzubereiten. Dabei ist Content Marketing rechtlich nicht automatisch das Gegenteil von Werbung. Wenn ein Unternehmen einen Inhalt finanziert oder dessen Gestaltung der Absatzförderung eines Produkts dient, können die jeweiligen Werbevorschriften auch für redaktionell aufbereitete Formate gelten. Für Marketingverantwortliche bedeutet das: Nicht nur der Inhalt muss stimmen. Auch Produktkategorie, Zielgruppe, Kanal, Kennzeichnung und Land müssen zusammenpassen. Gerade deshalb lohnt sich ein Vergleich der verfügbaren Kanäle.
MOOCI zeigt Ihnen, welche Aufgaben eigene Websites, Ärzt:innencommunities, Patient:innenportale, Fachportale und Social Media übernehmen können, welche regulatorischen Grenzen dabei gelten und wie sich Content sinnvoll messen lässt.
Ein Blick auf die Suchdaten zeigt, warum redaktionelle Inhalte überhaupt relevant sind: Bei den zwölf nachfragestärksten von MOOCI untersuchten Longevity Themen mit zusammen 543.600 Suchanfragen pro Monat entfielen 39,8 Prozent der analysierten Treffer auf Portale und Magazine.
Das Wichtigste in Kürze
Pharma Content Marketing vermittelt medizinische Informationen über redaktionelle Formate. Je nach Produkt, Inhalt und kommerziellem Zweck kann ein Beitrag zugleich Werbung sein und den entsprechenden gesetzlichen Vorgaben unterliegen. Bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln gelten besonders enge Grenzen für die Ansprache außerhalb zugelassener Fachkreise. Für OTC Produkte, Nahrungsergänzungsmittel, Medizinprodukte und andere Gesundheitsprodukte gelten jeweils eigene Anforderungen.
Eigene Websites, Ärzt:innencommunities, Patient:innenportale, Fachportale und Social Media erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Entscheidend sind Zielgruppe, Inhalt, Rechtsrahmen und Messbarkeit. In der MOOCI Auswertung der zwölf nachfragestärksten Longevity Themen entfielen 39,8 Prozent der untersuchten Google Treffer auf Portale und Magazine. Das zeigt, dass redaktionelle Angebote in dieser Themenwelt eine relevante Rolle in der Informationssuche spielen.
Was darf Content Marketing im regulierten Pharma Umfeld?
Ob ein Content Format zulässig ist, hängt von Produkt, Zielgruppe, Aussage und Land ab. Sachliche Information allein macht einen Beitrag noch nicht automatisch rechtlich zulässig. Gerade bei Arzneimitteln müssen zusätzlich die gesetzlichen Grenzen zwischen Fachkreis und Publikum beachtet werden.
Deutschland
In Deutschland ist bei Arzneimittelwerbung insbesondere das Heilmittelwerbegesetz relevant. § 3 HWG verbietet irreführende Werbung. § 10 HWG beschränkt die Werbung für verschreibungspflichtige Arzneimittel auf die dort ausdrücklich genannten Adressat:innen. Dazu gehören insbesondere Ärzt:innen, Zahnärzt:innen und Apotheker:innen sowie weitere gesetzlich bestimmte Personen. Das bedeutet auch: Nicht jede Person, die im Marketing unter dem Begriff Healthcare Professional geführt wird, gehört automatisch zum zulässigen Empfänger:innenkreis für Rx Werbung.
Für nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel kann Publikumswerbung grundsätzlich möglich sein. Sie unterliegt aber weiterhin den Vorgaben des HWG, darunter den Pflichtangaben und den besonderen Beschränkungen des § 11. Dazu zählen beispielsweise bestimmte Formen von Empfehlungen durch Gesundheitsberufler:innen sowie weitere unzulässige Darstellungen oder Werbemethoden.
Nahrungsergänzungsmittel
Nahrungsergänzungsmittel sind Lebensmittel und unterliegen nicht einfach denselben Regeln wie Arzneimittel. In Deutschland und Österreich ist für gesundheitsbezogene Aussagen insbesondere die europäische Health Claims Verordnung relevant. Gesundheitsbezogene Angaben müssen deren Voraussetzungen erfüllen. Auch bestimmte Angaben zur Verringerung eines Krankheitsrisikos können zulässig sein, wenn sie entsprechend zugelassen wurden.
Besonders relevant für Content Kooperationen ist eine weitere Grenze: Gesundheitsbezogene Aussagen dürfen sich nicht auf Empfehlungen einzelner Ärzt:innen oder anderer Gesundheitsberufler:innen stützen. Eine ärztliche Fachautorschaft sollte deshalb klar von einer werblichen Produktempfehlung getrennt werden. Für die Schweiz gelten eigene lebensmittelrechtliche Vorschriften.
Kennzeichnung bezahlter Inhalte
Wenn ein Unternehmen einen redaktionell gestalteten Inhalt finanziert oder anderweitig eine Gegenleistung erbringt, muss der kommerzielle Charakter transparent erkennbar sein, sofern er sich nicht ohnehin eindeutig aus dem Kontext ergibt. Je nach Ausgestaltung können beispielsweise Kennzeichnungen wie „Anzeige“, „Werbung“ oder eine andere ausreichend klare Partnerkennzeichnung erforderlich sein.
Entscheidend ist nicht allein die verwendete Bezeichnung. Für Nutzer:innen muss erkennbar sein, dass ein wirtschaftlicher Zusammenhang besteht. Ein Hinweis auf einen Content Partner ersetzt außerdem nicht die Prüfung des eigentlichen Inhalts nach Heilmittelwerbe, Lebensmittel, Wettbewerbs oder Berufsrecht.
Österreich
In Österreich definiert das Arzneimittelgesetz Arzneimittelwerbung weit. Auch Informationsmaßnahmen können als Werbung gelten, wenn sie darauf abzielen, Verschreibung, Abgabe, Verkauf oder Verbrauch eines Arzneimittels zu fördern. Für rezeptpflichtige Arzneimittel ist Publikumswerbung grundsätzlich ausgeschlossen. Fachwerbung richtet sich an die dafür vorgesehenen Fachkreise und unterliegt eigenen Vorgaben.
Für die Zusammenarbeit mit Ärzt:innen ist zusätzlich § 53 ÄrzteG relevant. Die Vorschrift begrenzt unter anderem unsachliche beziehungsweise unwahre Information und untersagt Vergütungen für die Zuweisung oder Vermittlung von Patient:innen.
Schweiz
In der Schweiz regeln insbesondere das Heilmittelgesetz und die Arzneimittel Werbeverordnung die Arzneimittelwerbung. Publikumswerbung für verschreibungspflichtige Arzneimittel ist nicht zulässig. Fachwerbung darf sich nur an den dafür vorgesehenen Fachkreis richten. Bei digitaler Rx Kommunikation muss der Zugang entsprechend geschützt sein. Für Ärzt:innen kommen zusätzlich Medizinalberuferecht, kantonale Vorgaben und gegebenenfalls die FMH Standesordnung hinzu. Auch allgemeine Krankheitsinformation sollte klar von direkter oder indirekter Produktwerbung getrennt werden. Die Angaben entsprechen dem Stand 2026 und stellen keine Rechtsberatung dar. Konkrete Kampagnen sollten anhand des Produkts, der Zielgruppe und des jeweiligen Landes rechtlich geprüft werden.
Was gehört zum Content Marketing in der Pharmaindustrie?
Pharma Content Marketing umfasst unterschiedliche Formate, die medizinische oder gesundheitsbezogene Informationen vermitteln.
Dazu können beispielsweise gehören:
- Fachartikel und Kasuistiken
- Studienzusammenfassungen
- Whitepaper
- Webinare
- Podcasts
- Patient:innenratgeber
- Erklärvideos
- Fachkreis Newsletter
- Indikationsseiten
- medizinische Themenbereiche auf Fachportalen
Welches Format geeignet ist, hängt zunächst von der Zielgruppe ab.
Inhalte für Fachkreise
Für Ärzt:innen können beispielsweise wissenschaftliche Daten, Anwendungskontexte, Studien, Fortbildungsinhalte oder praxisrelevante Hintergrundinformationen relevant sein. Bei produktbezogener Kommunikation muss geprüft werden, ob der jeweilige Empfänger:innenkreis für diese Werbung gesetzlich zugelassen ist. Ein geschlossener Bereich oder Newsletter ist deshalb nicht allein dadurch Rx fähig, dass er als Fachkreisangebot bezeichnet wird. Auch die Empfänger:innen müssen entsprechend verifiziert sein.
Inhalte für Patient:innen
Öffentlich zugängliche Inhalte können beispielsweise Krankheitsbilder, Symptome, Diagnostik oder Behandlungsoptionen erklären. Für Rx Hersteller kann produktneutrale Indikationsinformation eine Möglichkeit sein, Patient:innen über ein medizinisches Thema zu informieren. Sie ist jedoch nicht automatisch zulässig, nur weil kein Produktname genannt wird. Auch die Gesamtgestaltung darf nicht als direkte oder indirekte Werbung für ein verschreibungspflichtiges Präparat einzustufen sein. Für OTC Produkte, Medizinprodukte, Nahrungsergänzungsmittel und andere Kategorien gelten wiederum eigene Anforderungen.
Content Marketing und Medical Marketing
Medical Marketing ist der weitere Begriff. Dazu können unter anderem Außendienst, Kongresse, Anzeigen, digitale Kampagnen, Fortbildungen und Content Formate gehören. Content Marketing bezeichnet innerhalb dieses Spektrums die Kommunikation über Inhalte.
Gerade digital bietet Content den Vorteil, medizinische Fragen ausführlicher zu erklären und über verschiedene Kanäle wiederzuverwenden. Welche Reichweite oder Wirkung daraus entsteht, hängt jedoch vom jeweiligen Format und Umfeld ab.
Welche Kanaltypen stehen im DACH Gesundheitsmarkt zur Verfügung?
Für Pharma Content Marketing kommen unterschiedliche Kanäle infrage. Sie unterscheiden sich vor allem nach Zielgruppe, Zugang, redaktionellem Umfeld und rechtlichen Möglichkeiten. Eine universell beste Plattform gibt es nicht.
Eigene Website und eigener Newsletter
Eigene digitale Kanäle geben Unternehmen viel Kontrolle über Inhalte, technische Umsetzung und Messung. Patient:innenbereiche und Fachkreisbereiche sollten dabei klar getrennt werden, wenn unterschiedliche rechtliche Vorgaben gelten. Für Rx Kommunikation reicht ein geschützter Bereich allein nicht aus. Der Zugang muss so gestaltet sein, dass nur die jeweils zulässigen Fachkreise erreicht werden.
Ärzt:innencommunities
Geschlossene Ärzt:innencommunities können Fachinformationen, Diskussionen, Studieninhalte und andere professionelle Formate bereitstellen. Beispiele sind Plattformen wie coliquio oder esanum. Für produktbezogene Rx Kommunikation kommt es auf den konkreten geschützten Bereich, die Verifizierung der Empfänger:innen und die jeweils geltenden gesetzlichen Vorgaben an. Der Schwerpunkt solcher Plattformen liegt auf der Kommunikation innerhalb medizinischer Fachkreise.
Patient:innenportale und Gesundheitsmagazine
Öffentlich zugängliche Gesundheitsportale richten sich primär an Patient:innen und andere interessierte Nutzer:innen. Sie können beispielsweise Inhalte zu Symptomen, Erkrankungen, Prävention und Behandlungsoptionen bereitstellen. Produktwerbung muss dabei zur jeweiligen Produktkategorie und zum geltenden Publikumswerberecht passen. Bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln ist eine klare Trennung zwischen öffentlich zugänglicher medizinischer Information und unzulässiger Produktwerbung notwendig.
Fachportale mit Patient:innen und Fachkreisangeboten
Ein Fachportal kann öffentlich zugängliche medizinische Inhalte mit zusätzlichen Angeboten für Ärzt:innen kombinieren. Damit lassen sich Patient:inneninformation und Fachkreiskommunikation innerhalb eines Themenfeldes koordinieren, ohne beide Zielgruppen mit denselben Inhalten anzusprechen. Gerade für Industriepartner kann dies interessant sein, wenn ein Thema sowohl öffentliche Aufklärung als auch vertiefende Fachinformation benötigt.
Social Media und Video
Social Media und Videoplattformen können medizinische Inhalte verbreiten und unterschiedliche Zielgruppen erreichen. Neben dem allgemeinen Werberecht gelten dort häufig zusätzliche Plattformregeln für Arzneimittel, Gesundheitsprodukte und medizinische Werbung. Diese Regeln können bestimmte Formate oder Targeting Möglichkeiten zusätzlich einschränken.
| Kanaltyp | Zielgruppe | Rx-Kommunikation | Stärke | Schwäche |
|---|---|---|---|---|
| Eigene Website / Newsletter | Ärzt:innen und Patient:innen, je nach Bereich getrennt | Ja, im geschützten Fachbereich | Volle Kontrolle über Inhalt und Daten | Reichweite muss erst aufgebaut werden |
| Ärzte-Community | Verifizierte Fachkreise | Ja | Geschlossener Raum, Rx-fähig, Dialog möglich | Keine Patient:innen, oft nur Impulse statt Verweildauer |
| Patientenportal / Gesundheitsmagazin | Laien mit Suchintention | Nein | Hohe Reichweite, lange Verweildauer, Suchmaschinenpräsenz | Nur OTC, NEM, Aufklärung; Kennzeichnung nötig |
| Fachportal mit Arztverzeichnis | Ärzt:innen und Patient:innen | Nur im Fachkreis-Newsletter | Pull und Push in einem Kanal, Verlinkung auf Ärzt:innen | Weniger Nischen-Tiefe als reine Ärzte-Community |
| Social Media / Video | Breite Öffentlichkeit | Nein | Aufmerksamkeit, Storytelling, Bewegtbild | Plattformregeln, kurze Halbwertszeit, wenig Suchintention |
Eine MOOCI Auswertung der zwölf nachfragestärksten untersuchten Longevity Themen in Google Deutschland zeigt, dass redaktionelle Angebote in dieser Stichprobe stark vertreten waren. Bei insgesamt 543.600 monatlichen Suchanfragen verteilten sich die untersuchten Treffer unter anderem wie folgt:
- Portale und Magazine: 39,8 Prozent
- Shops: 22,4 Prozent
- Wissenschaft, Behörden und Krankenkassen: 20,4 Prozent
- Praxis Websites: 12,2 Prozent
Bei acht von zwölf untersuchten Themen befand sich keine Praxis Website unter den Top zehn. Diese Werte lassen sich nicht auf sämtliche Gesundheitsthemen übertragen. Sie zeigen jedoch, dass Portale und Magazine in der untersuchten Longevity Themenwelt der am häufigsten vertretene Quellentyp waren.
Bei lokalen Suchen zeigte sich ein anderes Bild. In der MOOCI Analyse von „Longevity Arzt + Stadt“ entfielen 89 Prozent der Top drei Ergebnisse auf Praxis Websites.
Für die Kanalplanung ergibt sich daraus eine sinnvolle Unterscheidung:
- Themeninhalte können dort ansetzen, wo Nutzer:innen zunächst medizinische Informationen suchen.
- Praxis Websites werden besonders relevant, wenn die Suche bereits auf konkrete Ärzt:innen oder Standorte ausgerichtet ist.
Ein Fachportal kann deshalb eine eigene Website oder andere Kanäle ergänzen. Aus den Suchdaten lässt sich jedoch weder eine bestimmte Customer Journey noch eine spätere Kaufentscheidung ableiten.
Evergreen Content oder Kampagne: Was trägt länger?
Evergreen Content ist auf eine langfristige Nutzung ausgelegt, während Kampagnen meist ein zeitlich begrenztes Kommunikationsziel verfolgen. Kampagnen eignen sich beispielsweise für Produkteinführungen, saisonale Themen oder definierte Awareness Phasen. Evergreen Inhalte beantworten dagegen Fragen, die unabhängig von einem einzelnen Kampagnenzeitraum relevant bleiben. Dazu können Indikationsseiten, Ratgeber, Grundlagenartikel oder ausführliche Themenseiten gehören.
Das bedeutet jedoch nicht, dass solche Inhalte automatisch über Jahre bei Google sichtbar bleiben, Verlinkungen erhalten oder in KI-Übersichten erscheinen. Organische Sichtbarkeit kann sich entwickeln, verändern oder wieder verloren gehen.
Was zeigt die MOOCI Auswertung zur Benennung von Longevity?
Eine MOOCI Analyse zeigt, dass zwischen dem ersten dokumentierten Nachweis eines entsprechenden Angebots und seiner ausdrücklichen Benennung auf einer Praxis-Website ein deutlicher zeitlicher Abstand liegen kann. In der untersuchten historischen Teilstichprobe betrug dieser Abstand im Mittel 3,1 Jahre. 28 Prozent der untersuchten führenden Anbieter:innen verfügten über eine eigene Longevity Seite. 88 Prozent dieser Seiten entstanden seit 2024.
Das zeigt nicht, dass sich ein bestimmter Begriff zwangsläufig durchsetzen wird. Für Hersteller kann es aber interessant sein, medizinische Themen bereits dann fundiert aufzubereiten, wenn sich die verwendete Sprache im Markt noch entwickelt. Ein sinnvolles Content Modell kann deshalb beide Ansätze verbinden.
Ein dauerhaft angelegter Themenbereich mit Hub, vertiefenden Inhaltsseiten und Ratgebern bildet die inhaltliche Basis. Kampagnen können diesen Bestand zu bestimmten Zeitpunkten ergänzen und zusätzliche Aufmerksamkeit schaffen.
Mehrere miteinander verbundene Inhalte ermöglichen dabei eine ausführlichere Darstellung eines Themenfelds als eine einzelne Platzierung. Eine stärkere Wirkung oder bessere Suchposition lässt sich daraus jedoch nicht automatisch ableiten.
Wie misst man Pharma Content Marketing ohne Conversion Versprechen?
Pharma Content Marketing sollte anhand der Kennzahlen bewertet werden, die der jeweilige Kanal tatsächlich messen kann.
Dazu können gehören:
- Seitenaufrufe und eindeutige Nutzer:innen
- Nutzungsdauer und Scrolltiefe
- Newsletter Zustellungen, Öffnungen und Klicks
- Downloads
- ausgehende Klicks
- Entwicklung der organischen Sichtbarkeit
- Sichtbarkeit einer Seite als Quelle in einer KI Übersicht
Diese Kennzahlen messen unterschiedliche Stufen der Nutzung. Eine Suchposition oder eine KI Zitation kann beispielsweise dokumentiert werden. Sie ist aber weder dauerhaft noch vom Portal garantierbar.
Was lässt sich nicht unmittelbar aus einem Fachbeitrag ableiten?
Ein Portal sollte aus seinen Inhaltsdaten keine direkte Verordnungs- oder Umsatzwirkung ableiten, wenn die dafür notwendige Messkette nicht vorhanden ist. Pharmaunternehmen können selbstverständlich Geschäftskennzahlen wie Absatz, Marktanteil oder Verordnungsentwicklung analysieren. Methodisch problematisch wäre aber die Behauptung, ein einzelner Fachbeitrag habe eine bestimmte Zahl zusätzlicher Verordnungen verursacht, wenn diese Kausalität nicht nachgewiesen werden kann. Deshalb sollten Portal-Reporting und nachgelagerte Geschäftskennzahlen getrennt betrachtet werden.
Bei MOOCI liegt die durchschnittliche Verweildauer derzeit bei 4,35 Minuten. Diese Kennzahl liefert zusätzlichen Kontext zur Nutzung des Portals. Sie beweist allerdings nicht, dass ein bestimmter Artikel vollständig gelesen wurde oder dass jede Person mit einer konkreten Kauf oder Behandlungsabsicht auf die Seite gekommen ist.
Auch ein Tausend-Kontakt-Preis sollte deshalb nie isoliert betrachtet werden. Zielgruppe, Format, Platzierung, Laufzeit und tatsächliche Nutzung entscheiden darüber, ob zwei Angebote überhaupt sinnvoll vergleichbar sind.
Warum werden KI-Übersichten für die Kanalwahl relevant?
KI-Übersichten schaffen eine zusätzliche Sichtbarkeitsebene innerhalb der Google Suche. Dabei sollten zwei Dinge getrennt werden. Google kann rund um KI-Übersichten Werbung ausspielen. Die verlinkten Quellen innerhalb der generierten Antwort sind jedoch etwas anderes als Anzeigen. Für Content Marketing ist deshalb interessant, welche Websites Google in diesen Quellen sichtbar macht.
Was zeigt die MOOCI Messung?
MOOCI untersuchte im September 2026 die Suche „Longevity Arzt + Stadt“ in 30 Städten im DACH Raum. In elf der 30 Städte erschien eine KI-Übersicht.
Von 54 zuordenbaren Quellen entfielen:
- 77,8 Prozent auf Praxis Websites,
- 13,0 Prozent auf inhaltsführende Longevity Fachportale,
- eine Quelle auf eine klassische Arztsuche.
Der Anteil der Fachportale lag in dieser Stichprobe rund beim 2,5 Fachen ihres Anteils an den organischen Ergebnissen.
Bei den zwölf zusätzlich untersuchten großen Longevity Themen erschien bei neun eine KI-Übersicht. In einer weiteren MOOCI Stichprobe von 19 Suchbegriffen aus dem Ärzt:innen und Industrieumfeld erschien bei 14 Suchanfragen eine KI-Übersicht. Diese Messungen zeigen Momentaufnahmen. Sie belegen weder einen allgemeinen Wachstumstrend noch eine generelle Bevorzugung bestimmter Website Typen durch Google. In der untersuchten Stichprobe wurde jedoch kein reiner Profileintrag ohne entsprechenden redaktionellen Inhalt als Quelle erfasst.
Für Hersteller ist deshalb vor allem ein Punkt interessant: Öffentlich zugängliche und indexierbare Fachinhalte schaffen eine mögliche Quellenpräsenz, die eine reine Werbefläche oder ein Stammdateneintrag nicht in derselben Form bietet. Ob Google eine konkrete Seite tatsächlich verwendet, lässt sich jedoch nicht garantieren.
Wie funktioniert Longevity als Präventionskommunikation für Hersteller?
Longevity verbindet Themen wie Prävention, Diagnostik, Lebensstil und gesundes Altern. Für Hersteller entsteht dadurch ein breites Informationsumfeld, allerdings kein automatisch nachgewiesener Produktmarkt. Die DAK/Forsa Befragung vom August 2026 mit 1.043 Personen zwischen 18 und 70 Jahren liefert dafür einen interessanten Kontext. 50 Prozent der Befragten kannten den Begriff Longevity. 74 Prozent nannten regelmäßige Bewegung beziehungsweise Sport als mögliche Maßnahme für mehr gesunde Lebensjahre. 22 Prozent bezeichneten Kosten als Hürde.
Beim Thema gesundes Altern hielten 90 Prozent Ärzt:innen für eine vertrauenswürdige Informationsquelle. Beiträge von Influencer:innen erreichten vier Prozent.
Diese Werte zeigen Interesse an gesundem Altern und ein hohes Vertrauen in ärztliche Information. Sie beweisen jedoch keine konkrete Nachfrage nach Nahrungsergänzungsmitteln, Diagnostik, Dermokosmetik oder anderen Präventionsprodukten.
Was zeigt die Angebotsseite?
Auch auf Ebene der Praxis Websites ist Longevity unterschiedlich stark sichtbar. Von 1.860 untersuchten Praxis Websites erfüllten 371 die für die MOOCI Analyse definierten Kriterien für einen Longevity beziehungsweise Präventionsnachweis.
In der untersuchten verbandsaffinen Population lagen die Anteile unter anderem bei:
- 41,1 Prozent in der Allgemeinmedizin,
- 39,7 Prozent in der Inneren Medizin,
- 19,0 Prozent in der Dermatologie,
- 11,4 Prozent in der Plastischen Chirurgie.
Diese Werte beschreiben digitale Nachweise in der untersuchten Stichprobe. Sie sind keine allgemeinen Marktanteile.
Für Hersteller können sie dennoch helfen, Zielgruppen differenzierter zu betrachten. Präventionskommunikation kann beispielsweise Themen wie biologisches Alter, Laborwerte, Schlaf, Mikrobiom, Bewegung oder hormonelle Veränderungen sachlich erklären.
Welche Produktbezüge dabei zulässig sind, hängt von Produktkategorie, Zielgruppe und Land ab. Auch der Begriff „Anti Aging“ ist nicht pauschal verboten. Entscheidend ist, ob konkrete Aussagen sachlich, belegbar und nach dem jeweils anwendbaren Recht zulässig sind.
Welche Rolle spielt ein Fachportal wie MOOCI im Kanalmix?
MOOCI verbindet öffentlich zugängliche Gesundheitsinformation mit Arztprofilen und zusätzlichen Kommunikationsangeboten für medizinische Fachkreise. Nach den aktuellen Mediadaten erreicht MOOCI rund 890.000 Besuche und 620.000 eindeutige Nutzer:innen pro Monat bei rund 1,2 Millionen Seitenaufrufen und einer durchschnittlichen Verweildauer von 4,35 Minuten.
Die Nutzer:innen verteilen sich nach den ausgewiesenen Daten zu rund 60 Prozent auf Deutschland, 30 Prozent auf Österreich und zehn Prozent auf die Schweiz.
Bei Profil und Newsletterzahlen sollten für eine Veröffentlichung jeweils die aktuell freigegebenen Mediadaten verwendet werden, da die derzeit öffentlich genannten Werte nicht an allen Stellen konsistent sind.
Redaktionelle Inhalte als zusätzlicher Kontaktpunkt
Für diese Beitragsreihe weist MOOCI eine definierte redaktionelle Teilmenge von 683 Fachinhalten aus, davon 340 mit Longevity Bezug. Diese Inhalte ermöglichen eine thematische Präsenz über einzelne Werbeflächen hinaus.
Industriepartner können in entsprechenden Formaten transparent als Content oder Kooperationspartner ausgewiesen werden. Eine solche Partnerschaft bedeutet jedoch nicht, dass der Partner Suchpositionen, redaktionelle Bewertungen oder KI Zitate kaufen kann.
Suchergebnisse auf MOOCI sind nicht käuflich. Premium Profile sind gekennzeichnet und können zusätzliche Platzierungen erhalten.
Die konkrete rechtliche Zulässigkeit eines Partnerformats wird durch seine Kennzeichnung allein nicht entschieden. Produkt, Aussage, Zielgruppe und Land müssen jeweils berücksichtigt werden.
Patient:inneninformation und Fachkreiskommunikation verbinden
Für Industriepartner können innerhalb eines Themenfelds zwei getrennte Kommunikationswege interessant sein. Öffentlich zugängliche Inhalte richten sich an Patient:innen und andere interessierte Nutzer:innen. Fachkreisformate können Ärzt:innen mit weiterführenden Informationen erreichen, sofern Zugang, Empfänger:innenkreis und Inhalt die jeweiligen rechtlichen Voraussetzungen erfüllen. Bei Rx Kommunikation ist deshalb nicht jeder allgemein als HCP bezeichnete Kontakt automatisch ein zulässiger Empfänger. Ein Themenbereich kann beispielsweise Hub Seiten, vertiefende Ratgeber, Magazinbeiträge und ergänzende Fachkreisformate miteinander verbinden.
MOOCI kann dabei Reichweite und Nutzung innerhalb des eigenen Angebots abbilden. Rankings, KI Zitate, Verordnungen, Käufe oder andere wirtschaftliche Ergebnisse lassen sich daraus nicht garantieren.
Wenn Sie prüfen möchten, welche Themenbereiche zu Ihrem Produkt und Ihrer Zielgruppe passen, können Sie die aktuellen MOOCI Mediadaten und Formatbeispiele anfordern.
Quellen
Heilmittelwerbegesetz (HWG), §§ 3, 10, 11, Bundesministerium der Justiz
Arzneimittelgesetz Österreich (AMG), Abschnitt Werbebeschränkungen, RIS
Ärztegesetz 1998 Österreich, § 53
Heilmittelgesetz Schweiz (HMG), Art. 31–33 Werbung
Arzneimittel-Werbeverordnung Schweiz (AWV)
(Muster-)Berufsordnung für Ärztinnen und Ärzte, §§ 27, 31, Bundesärztekammer
Stell sie anonym. Die MOOCI-Redaktion prüft jede Frage und holt die Antwort einer Fachärztin oder eines Facharztes ein. Beantwortete Fragen erscheinen hier auf der Seite, ohne Namen. Bei akuten Beschwerden wende Dich bitte direkt an Deine Praxis oder den ärztlichen Notdienst.
Häufige Fragen
Dieser Beitrag wurde von der internen MOOCI-Redaktion erstellt, inhaltlich geprüft und freigegeben. Bei der Recherche und Aufbereitung setzen wir auch KI-gestützte Werkzeuge ein; jeder Text wird vor der Veröffentlichung von unserer Redaktion fachlich gegengelesen. Die redaktionelle Verantwortung trägt Nadja Sukalia, Content Managerin bei MOOCI. Die medizinische Prüfung erfolgt durch Ärztinnen und Ärzte aus unserem Fachnetzwerk.
