Longevity-Arzt beziehungsweise Longevity-Ärztin werden Sie nicht durch einen eigenen Titel, sondern indem Sie einen ärztlichen Schwerpunkt auf Prävention, Diagnostik des biologischen Alterns und Lebensstilmedizin aufbauen. Geeignete Fortbildungen schaffen dafür die fachliche Grundlage; viele Leistungen werden privatärztlich abgerechnet. In einer MOOCI-Auswertung von 1.860 Praxis-Websites in Deutschland, Österreich und der Schweiz weisen 371 Websites ein aktives Longevity-Angebot aus.
Die Suchanfrage „Longevity Arzt werden“ führt zu einer gemischten Auswahl aus Praxis-Websites, Klinik-Ratgeber:innen, Karriereportalen und redaktionellen Beiträgen. Informationen speziell für Ärzt:innen in der Niederlassungsphase sind dagegen begrenzt.
In diesem Beitrag ordnen wir den Begriff „Longevity“ – englisch für Langlebigkeit – medizinisch ein und grenzen ärztliche Angebote von Coach-Angeboten ab. Sie erfahren, welche Fortbildungswege es in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt, wie Sie entsprechende Leistungen abrechnen können und wie stark Longevity-Angebote in verschiedenen Fachrichtungen bereits verbreitet sind. Grundlage der Marktdaten ist eine MOOCI-Auswertung aus dem Jahr 2026 mit 1.860 Praxis-Websites und insgesamt 11.757 untersuchten Seiten.
Das Wichtigste in Kürze
Longevity-Medizin verbindet ärztliche Präventionsmedizin mit Diagnostik, Lebensstilinterventionen und Therapie. Sie können diesen Schwerpunkt unabhängig von Ihrer Fachrichtung aufbauen; eine eigene Facharztbezeichnung „Longevity“ gibt es nicht. Für Ihre fachliche Qualifikation eignen sich anerkannte Fortbildungen der Ärztekammern, kammerzertifizierte Curricula, universitäre Zertifikatskurse und Angebote ärztlicher Fachgesellschaften. Private Coach-Ausbildungen sind davon zu unterscheiden.
In Deutschland erfolgt die Abrechnung nach der GOÄ, unter anderem auf Grundlage von § 1 Abs. 2, § 2 und § 6 Abs. 2. In Österreich ist das Wahlarztmodell relevant, in der Schweiz die private Abrechnung von Leistungen außerhalb der obligatorischen Krankenpflegeversicherung. Nur 14 Prozent der untersuchten Anbieter:innen nennen Preise. Die Mediane liegen bei 182 € für eine Erstberatung, 256 € für ein Labor-Panel und 450 € für ein Longevity-Paket.
Was ist ein Longevity-Arzt und wer darf sich so nennen?
Als Longevity-Ärzt:innen werden approbierte Ärzt:innen bezeichnet, die Präventionsmedizin mit dem Ziel verbinden, die gesunde Lebensspanne zu verlängern. Dafür kombinieren sie je nach medizinischer Fragestellung Diagnostik, Lebensstilinterventionen und therapeutische Maßnahmen. Eine geschützte Berufsbezeichnung ist „Longevity-Arzt“ beziehungsweise „Longevity-Ärztin“ jedoch nicht.
Weder die Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer noch die Ausbildungsordnungen der Österreichischen Ärztekammer oder die Weiterbildungstitel des Schweizerischen Instituts für ärztliche Weiter- und Fortbildung kennen derzeit eine Facharzt- oder Zusatzbezeichnung „Longevity“. Wenn Sie den Begriff verwenden, beschreiben Sie damit einen fachlichen Schwerpunkt. Dieser sollte sachlich formuliert, nicht irreführend und durch entsprechende Kompetenz sowie ein tatsächliches Leistungsangebot nachvollziehbar sein.
Ihre Fachrichtung ist dafür nicht grundsätzlich vorgegeben. Die MOOCI-Auswertung findet Longevity-Angebote unter anderem in der Allgemeinmedizin, Inneren Medizin, Gynäkologie, Zahnmedizin, Dermatologie und Plastischen Chirurgie.
Typische Angebote verbinden eine ausführliche Erstberatung mit diagnostischen und präventiven Bausteinen. Dazu können Laboruntersuchungen zu Stoffwechsel, Entzündung und Hormonen, die Einordnung des biologischen Alters sowie Beratungen zu Bewegung, Ernährung, Schlaf, Fitness und Stress gehören. Je nach medizinischer Indikation kommen weitere Maßnahmen wie Infusionen, Mikronährstoffmedizin oder Hormontherapien hinzu. Wenn Sie diese Leistungen fachlich begründen, dokumentieren und entsprechend den Vorgaben Ihrer Kammer kommunizieren, können Sie daraus einen nachvollziehbaren Schwerpunkt entwickeln.
Abgrenzung zu Coach- und Zertifikatsangeboten
Da die Bezeichnung „Longevity“ nicht geschützt ist, verwenden sie auch Coaches, private Akademien und andere Gesundheitsanbieter:innen. Für Patient:innen ist der Unterschied nicht immer unmittelbar erkennbar.
Als Ärzt:in verfügen Sie jedoch über andere fachliche und rechtliche Befugnisse. Sie dürfen Erkrankungen diagnostizieren und behandeln, Arzneimittel verordnen, Laboruntersuchungen anfordern und genetische Untersuchungen unter den jeweiligen gesetzlichen Voraussetzungen veranlassen.
Eine DAK/Forsa-Erhebung vom August 2026 zeigt zudem, welchen Stellenwert ärztliche Beratung bei Gesundheitsfragen hat: 90 Prozent der Befragten gaben an, ihrer Ärztin beziehungsweise ihrem Arzt zu vertrauen. Vier Prozent nannten Influencer:innen.
Worin unterscheidet sich Longevity-Medizin von Anti-Aging und Coach-Angeboten?
Longevity-Medizin richtet den Fokus stärker auf die messbare Gesundheitsspanne als auf Jugendlichkeit oder ein bestimmtes äußeres Erscheinungsbild. Von nicht ärztlichen Coach-Angeboten unterscheidet sie sich vor allem durch medizinische Diagnostik, Therapieentscheidungen und ärztliche Verantwortung.
Im Mittelpunkt können beispielsweise kardiometabolische Gesundheit, VO₂max und Muskelmasse, Schlafqualität, chronische Entzündungsprozesse oder die Mikronährstoffversorgung stehen. Inhaltlich überschneiden sich diese Themen mit bestehenden Bereichen der Inneren Medizin, Allgemeinmedizin, Sportmedizin und Ernährungsmedizin. Longevity-Medizin ist daher kein eigenständiges neues Fach, sondern bündelt unterschiedliche präventive Ansätze unter einem gemeinsamen Schwerpunkt.
Eine MOOCI-Zeitreihenanalyse von 615 archivierten Websites zeigt diese Entwicklung. 43 Prozent der führenden Anbieter:innen wiesen bereits vor 2021 ein Präventionssignal auf. Eine eigene Longevity-Seite haben dagegen nur 28 Prozent, davon wurden 88 Prozent erst seit 2024 eingerichtet. Zwischen einem bestehenden Präventionsangebot und dessen ausdrücklicher Benennung als Longevity liegen im Mittel 3,1 Jahre.
In der untersuchten Verbandspopulation zeigten 83 Prozent bereits vor 2021 ein entsprechendes Präventionssignal, während nur 3,4 Prozent eine eigene Longevity-Seite aufweisen. Viele Praxen verfügen damit bereits über Leistungen, die inhaltlich in diesen Bereich fallen, ohne sie ausdrücklich als Longevity zu bezeichnen.
Für Sie bedeutet das nicht zwangsläufig, dass Sie eine vollständig neue medizinische Ausrichtung entwickeln müssen. Häufig geht es vielmehr darum, bestehende präventive Kompetenzen sinnvoll zu strukturieren, gezielt zu ergänzen und für Patient:innen nachvollziehbar darzustellen.
Coach-Angebote können Themen wie Gesprächsführung oder Lebensstilbegleitung vermitteln, ersetzen jedoch keine ärztliche Fortbildung. Ein Zertifikat einer privaten Akademie ist nicht automatisch als Fortbildung im Sinne der Ärztekammern anerkannt und führt nicht ohne Weiteres zu Fortbildungspunkten.
Welche Fortbildungswege führen in die Longevity-Medizin?
Eine einheitliche ärztliche Longevity-Ausbildung gibt es derzeit weder in Deutschland noch in Österreich oder der Schweiz. Wenn Sie einen entsprechenden Schwerpunkt aufbauen möchten, kombinieren Sie daher meist mehrere anerkannte Fortbildungsbausteine.
Deutschland
In Deutschland bieten sich Zusatz-Weiterbildungen und curriculare Fortbildungen der Landesärztekammern an. Dazu gehören beispielsweise Ernährungsmedizin, Sportmedizin, Naturheilverfahren sowie kammerzertifizierte Angebote zu Prävention und Gesundheitsförderung.
Je nach erworbener Qualifikation können entsprechende Zusatzbezeichnungen und Schwerpunkte anschließend auch in der Außendarstellung geführt werden. Welche Bezeichnung Sie konkret verwenden dürfen, richtet sich nach der für Sie geltenden Weiterbildungs- und Berufsordnung.
Ergänzend gibt es Fortbildungen ärztlicher Fachgesellschaften, beispielsweise der German Society of Anti-Aging Medicine e. V. (GSAAM). MOOCI hat deren Mitgliederverzeichnis mit 1.322 Mitgliedern ausgewertet. Von 884 zugeordneten Websites waren 724 erreichbar; 28,9 Prozent davon zeigten ein aktives Longevity-Angebot. Eine Mitgliedschaft kann damit auf eine stärkere Beschäftigung mit dem Thema hinweisen, ersetzt jedoch keinen sichtbaren Nachweis entsprechender Leistungen oder Qualifikationen.
Österreich und Schweiz
In Österreich können Sie unter anderem ÖÄK-Diplome und Angebote des Diplom-Fortbildungs-Programms der Österreichischen Ärztekammer nutzen. Je nach Schwerpunkt kommen beispielsweise Fortbildungen aus Ernährungsmedizin, Sportmedizin oder verwandten präventiven Bereichen infrage. Die genaue Bezeichnung und Anerkennung einzelner Programme sollten Sie vorab bei der ÖÄK prüfen.
Wenn Sie als Wahlärzt:in tätig sind, können anerkannte Diplome und Qualifikationen auf Ihrer Website angegeben werden. Dabei gelten weiterhin die Vorgaben der Werberichtlinie der ÖÄK.
In der Schweiz können ärztliche Weiter- und Fortbildungen des SIWF, interdisziplinäre Schwerpunkte und universitäre Zertifikatsangebote einbezogen werden. Welche Qualifikation für Sie sinnvoll ist, hängt von Ihrer bisherigen Fachrichtung und dem geplanten Leistungsspektrum ab.
Nutzen Sie Ihre Website, um Ihren Bildungsweg transparent darzustellen. Zusatzbezeichnungen, Diplome und anerkannte Fortbildungen geben Patient:innen konkrete Anhaltspunkte für Ihre fachliche Qualifikation und gehören grundsätzlich zur sachlichen berufsbezogenen Information.
Wie rechnet man Longevity-Leistungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz ab?
Longevity-Leistungen werden häufig privat abgerechnet. Wie Sie konkret abrechnen, richtet sich nach dem jeweiligen nationalen Vergütungs- und Versicherungssystem sowie danach, ob eine Leistung medizinisch indiziert oder auf Wunsch der Patient:innen erbracht wird.
Deutschland: Abrechnung nach GOÄ
In Deutschland erfolgt die privatärztliche Abrechnung grundsätzlich nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Für Longevity-Angebote sind insbesondere mehrere Regelungen relevant.
§ 1 Abs. 2 GOÄ: Leistungen, die über das Maß einer medizinisch notwendigen ärztlichen Versorgung hinausgehen, dürfen berechnet werden, wenn sie auf Verlangen der Zahlungspflichtigen erbracht wurden. Das kann beispielsweise bei Longevity-Check-ups ohne konkreten Krankheitsverdacht relevant sein.
§ 2 GOÄ: Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie eine abweichende Honorarvereinbarung treffen. Diese muss vor der Leistung schriftlich vereinbart werden und betrifft die Höhe der Vergütung.
§ 6 Abs. 2 GOÄ: Selbstständige ärztliche Leistungen, die nicht im Gebührenverzeichnis enthalten sind, können entsprechend einer gleichwertigen Leistung analog berechnet werden. Das kann beispielsweise bei einzelnen Biomarker-Auswertungen oder besonderen Beratungsleistungen relevant sein.
§ 630c BGB: Ist für Sie erkennbar, dass eine vollständige Kostenübernahme durch Dritte nicht gesichert ist, müssen Sie Patient:innen vor der Behandlung über die voraussichtlichen Kosten informieren.
Besondere Aufmerksamkeit erfordern Leistungen, die nicht unmittelbar im GOÄ-Verzeichnis abgebildet sind. Hier sollten Sie eine Analogabrechnung fachlich nachvollziehbar auswählen und dokumentieren.
Auch Paketangebote müssen mit den geltenden Abrechnungsvorgaben vereinbar sein. Bei privat versicherten Patient:innen hängt eine mögliche Erstattung zusätzlich davon ab, ob die jeweilige Leistung als medizinisch notwendig anerkannt wird. Eine klare Trennung zwischen medizinisch indizierten Leistungen und Leistungen auf Wunsch der Patient:innen erleichtert die Abrechnung und die wirtschaftliche Aufklärung.
Österreich: Wahlarztmodell und Privatleistungen
In Österreich werden Longevity-Angebote häufig im Wahlarztbereich erbracht. Von rund 20.000 niedergelassenen Ärzt:innen waren zum 31. Dezember 2024 insgesamt 11.802 als Wahlärzt:innen und 8.236 mit Kassenvertrag tätig.
Als Wahlärzt:in legen Sie Ihr Honorar grundsätzlich selbst fest. Patient:innen können die Honorarnote bei ihrer Krankenversicherung einreichen, erhalten jedoch nur für erstattungsfähige Leistungen eine entsprechende Rückvergütung. Longevity-Diagnostik ohne Krankheitsbezug kann daher vollständig privat zu bezahlen sein.
Für Kooperationen mit Laboren, Supplement-Hersteller:innen oder Geräteanbieter:innen sollten Sie zusätzlich die berufsrechtlichen Vorgaben berücksichtigen. § 53 ÄrzteG enthält unter anderem Bestimmungen zu unsachlicher Werbung und Provisionen. Die Werberichtlinie der ÖÄK konkretisiert außerdem, welche Angaben Sie auf Ihrer Website und Ihrem Praxisschild verwenden dürfen.
Schweiz: Leistungen außerhalb der Grundversicherung
In der Schweiz werden Longevity-Leistungen, die nicht zum Leistungskatalog der obligatorischen Krankenpflegeversicherung gehören, grundsätzlich direkt mit Patient:innen abgerechnet. Je nach Versicherungsmodell können einzelne Präventionsleistungen über eine Zusatzversicherung gedeckt sein.
Für Ihre Kommunikation gelten unter anderem die Vorgaben der FMH-Standesordnung. Bei Arzneimitteln, Infusionslösungen und anderen Heilmitteln müssen Sie zusätzlich die entsprechenden heilmittelrechtlichen Zulassungs- und Abgabevorschriften beachten.
Der Schweizer Praxissektor umfasst laut FMH 22.777 von insgesamt 42.602 Ärzt:innen.
Welches Praxismodell passt zur Longevity-Medizin und welche Preise sind üblich?
Für viele Ärzt:innen bietet sich zunächst an, eine bestehende Privat- oder Kassenpraxis um einen Longevity-Schwerpunkt mit eigenem Terminkontingent zu ergänzen. Eine reine Longevity-Privatpraxis setzt dagegen eine entsprechend stabile Nachfrage voraus.
Aus der Zusammenarbeit mit mehr als 7.500 Ärzt:innen lassen sich verschiedene Praxismodelle beobachten: eine Fachpraxis mit ergänzendem Longevity-Angebot, etwa eine internistische Praxis mit Check-up-Programm, eine präventionsorientierte Privatpraxis mit Longevity als Kernleistung oder eine ästhetische Praxis, die Prävention in ihr bestehendes Angebot integriert.
Für Ihre Kalkulation liefert die MOOCI-Auswertung erste Anhaltspunkte. Allerdings nennen nur 14 Prozent der 371 aktiven Anbieter überhaupt Preise auf ihrer Website. Für diese Teilgruppe ergeben sich folgende Mediane:
| Leistung | Median laut MOOCI-Auswertung |
|---|---|
| Erstberatung | 182 € |
| Infusion | 180 € |
| Labor-Panel | 256 € |
| Hormontherapie | 300 € |
| NAD+ | 350 € |
| Peptide | 390 € |
| Longevity-Paket | 450 € |
Umfangreichere Programme liegen teilweise darüber. Pakete mit Erstberatung, Labor, Auswertung und Folgetermin werden mit 1.000 bis 1.500 € angeboten, Infusionen mit rund 250 €. Für ein Hypoxie-Training (IHHT) finden sich Preise von etwa 350 € pro Monat beziehungsweise 120 € pro Behandlung.
Aus den Medianen ergibt sich ein rechnerischer Modellwert von rund 2.014 € pro Patient:in und Jahr bei etwa zwei Stunden ärztlicher Arbeitszeit. Ein MOOCI-Rechenbeispiel mit drei neuen Patient:innen pro Monat kommt auf rund 72.000 € Jahresumsatz. Dabei handelt es sich ausdrücklich um eine Modellrechnung und nicht um eine Umsatzprognose.
Für Ihre individuelle Kalkulation ist vor allem die Struktur des Angebots relevant. Longevity-Medizin ist beratungs- und interpretationsintensiv. Erlöse sollten deshalb nicht primär auf dem Verkauf von Nahrungsergänzungsmitteln oder der Vermittlung von Geräten beruhen, da hierbei zusätzliche berufs- und werberechtliche Vorgaben greifen.
Für die ersten zwölf Monate kann ein überschaubarer Einstieg sinnvoll sein: eine strukturierte Erstberatung mit Laborangebot, wenige feste Longevity-Termine pro Woche und eine eigene Website-Seite, auf der Sie Ihren Schwerpunkt, Ihre Qualifikationen und das Leistungsspektrum nachvollziehbar darstellen.
Wie offen ist das Feld in den einzelnen Fachrichtungen?
Longevity-Angebote finden sich inzwischen in mehreren Fachrichtungen, die sichtbare Verbreitung unterscheidet sich jedoch deutlich. Von den 1.860 untersuchten Praxis-Websites weisen 371 ein aktives Longevity-Angebot aus.
In der verbandsaffinen Population liegt der Anteil bei 41,1 Prozent in der Allgemeinmedizin, 39,7 Prozent in der Inneren Medizin, 28,6 Prozent in der Zahnmedizin, 24,5 Prozent in der Gynäkologie, 19,0 Prozent in der Dermatologie und 11,4 Prozent in der Plastischen Chirurgie.
In der verbandsunabhängigen Kontrollgruppe aus 15 Großstädten liegen die Werte bei 17,3 Prozent in der Allgemeinmedizin, 15 Prozent in der Gynäkologie und zehn Prozent in der Inneren Medizin. Bezogen auf 1.000 online auffindbare Praxen entsprechen diese Werte 173, 150 beziehungsweise 100 Websites mit einem digitalen Longevity-Nachweis.
Wichtig für die Einordnung: Die Zahlen zeigen ausschließlich, was auf den untersuchten Websites sichtbar nachgewiesen werden konnte. Sie sagen nicht aus, welche Leistungen die Praxen tatsächlich anbieten.
Auch der Unterschied zwischen verbandsaffinen und unabhängigen Praxen fällt je nach Fachgebiet verschieden aus. In der Zahnmedizin beträgt dieser sogenannte Verbandseffekt das 11-Fache, in der Inneren Medizin das 3,97-Fache, in der Allgemeinmedizin das 2,38-Fache, in der Gynäkologie das 1,63-Fache, in der Dermatologie das 1,53-Fache und in der Plastischen Chirurgie das 1,00-Fache.
Gerade in Dermatologie und Plastischer Chirurgie ist der Anteil sichtbar ausgewiesener Longevity-Angebote damit bislang vergleichsweise gering. Gleichzeitig bestehen fachliche Anknüpfungspunkte, beispielsweise über Hautalterung, Kollagenstoffwechsel, Hormonstatus und Lebensstil.
Wenn Sie internistisch oder allgemeinmedizinisch tätig sind, ist die sichtbare Verbreitung bereits höher. Dennoch weisen auch dort in der unabhängigen Kontrollgruppe neun von zehn Praxen keinen Longevity-Schwerpunkt auf ihrer Website aus. Eine eigene Themenseite mit Qualifikationen, Leistungsbeschreibung und transparenten Informationen kann Ihren Schwerpunkt daher klarer erkennbar machen.
Was bringt ein Fachportal zusätzlich zur eigenen Praxis-Website?
Ein Fachportal kann Ihre Praxis bereits während der thematischen Informationssuche sichtbar machen, also bevor Patient:innen gezielt nach Ärzt:innen oder einem bestimmten Standort suchen.
MOOCI hat die zwölf nachfragestärksten Longevity-Themen bei Google Deutschland untersucht. Zusammen kommen sie auf 543.600 Suchen pro Monat. Praxis-Websites stellen 12,2 Prozent der untersuchten Treffer, volumengewichtet 1,3 Prozent. Bei acht von zwölf Themen befindet sich keine einzige Praxis in den Top zehn. Portale und Magazine erreichen 39,8 Prozent, Shops 22,4 Prozent.
Bei der konkreteren Suche nach „Longevity Arzt + Stadt“ verändert sich das Bild deutlich. Dort entfallen 79,7 Prozent der untersuchten Treffer auf Praxis-Websites, unter den Top drei sind es 89 Prozent.
Die Daten zeigen damit unterschiedliche Phasen der Suche: Redaktionelle Fachinhalte können Patient:innen bereits erreichen, wenn diese sich zunächst über ein Thema informieren. Die eigene Praxis-Website wird häufiger sichtbar, sobald die Suche konkreter auf Ärzt:innen oder einen Standort ausgerichtet ist.
Sichtbarkeit in KI-Übersichten
Auch KI-Übersichten verändern die Auffindbarkeit medizinischer Inhalte. In elf von 30 Städten zeigte Google in der MOOCI-Messung vom September 2026 bei der Suche nach Longevity-Ärzt:innen eine KI-Übersicht.
Von 54 zuordenbaren Zitaten entfielen 77,8 Prozent auf Praxis-Websites und 13,0 Prozent auf Longevity-Fachportale mit redaktionellen Inhalten. Der Anteil der Fachportale entsprach damit dem 2,5-Fachen ihres organischen Gewichts. Eine klassische Arztsuche wurde einmal zitiert.
Reine Profileinträge ohne ergänzende Inhalte wurden in dieser Messung nicht zitiert. Fachinhalte mit ausgewiesener ärztlicher Autorschaft können dagegen zusätzliche Bezugspunkte für Suchmaschinen und KI-Übersichten schaffen.
MOOCI umfasst derzeit 683 redaktionelle Fachinhalte, davon 340 mit Longevity-Bezug, bei rund 890.000 Besuchen pro Monat und einer durchschnittlichen Verweildauer von 4,35 Minuten. Hinzu kommen rund 7.500 Arztprofile und derzeit 66 Longevity-Ärzt:innen.
Die Suchergebnisse sind nicht käuflich. Premium-Profile werden gekennzeichnet und erhalten zusätzliche Platzierungen in den Fachwidgets thematisch passender Inhaltsseiten. Wenn Sie einen Longevity-Schwerpunkt aufbauen, können Fachbeiträge mit ausgewiesener Autorschaft Ihre fachliche Präsenz ergänzen, bevor Patient:innen konkret nach Ihrem Namen suchen. Termin- und Website-Klicks werden für die jeweiligen Profile erfasst.
Wie sieht das Partnerpraxen-Programm mit Beirats-Schulung aus?
Das Partnerpraxen-Programm befindet sich derzeit im Aufbau und richtet sich an Praxen, die einen Longevity-Schwerpunkt entwickeln oder weiter ausbauen möchten. Vorgesehen ist eine strukturierte Schulung durch den wissenschaftlichen Beirat von MOOCI sowie eine Kennzeichnung als Partnerpraxis auf der Plattform.
Die Schulung soll unter anderem die Auswahl und Interpretation von Biomarkern, die Einordnung des biologischen Alters, die Aussagekraft funktioneller Tests und die Abgrenzung klinisch belegter von nicht ausreichend belegten Interventionen umfassen. Auch die sachliche und berufsrechtskonforme Kommunikation des Leistungsangebots soll berücksichtigt werden.
Das Programm ergänzt bestehende ärztliche Fortbildungen, ersetzt sie jedoch nicht und vergibt keine eigenen Facharzt- oder Zusatzbezeichnungen.
Ziel ist der Aufbau eines Netzwerks von Praxen im DACH-Raum, in denen Patient:innen ärztliche Longevity-Medizin nach nachvollziehbaren fachlichen Standards finden und Ärzt:innen ihren Schwerpunkt durch Fortbildung, Fachinhalte und eine entsprechende Präsenz auf der Plattform ergänzen können.
Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung. Die Angaben zu Abrechnung und Werberecht entsprechen dem Stand 2026. Einzelfragen sollten Sie mit Ihrer zuständigen Ärztekammer oder einer auf Medizinrecht spezialisierten Kanzlei prüfen.
Wenn Sie Ihren Einstieg konkret planen, können Sie Ihr Profil auf MOOCI kostenlos beanspruchen und sich damit zugleich für weitere Informationen zum Partnerpraxen-Programm vormerken lassen.
Quellen
Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), insbesondere §§ 1, 2 und 6
Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), § 630c Informationspflichten und wirtschaftliche Aufklärung
Bundesärztekammer: (Muster-)Weiterbildungsordnung 2018, aktuelle Fassung
Bundesärztekammer: (Muster-)Kursbücher, unter anderem Ernährungsmedizin und Sportmedizin
Gendiagnostikgesetz (GenDG), insbesondere §§ 7 bis 10
Heilmittelwerbegesetz (HWG), insbesondere §§ 3 und 11
Ärztegesetz 1998 (Österreich), insbesondere § 53 Werbebeschränkung und Provisionsverbot
Österreichische Akademie der Ärzte: ÖÄK-Diplome, unter anderem Ernährungsmedizin und Sportmedizin
Österreichische Akademie der Ärzte: Diplom-Fortbildungs-Programm (DFP)
Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK): Wahlärzt:innen und Kostenerstattung
FMH: Standesordnung der Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte, insbesondere Art. 20
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Häufige Fragen
Dieser Beitrag wurde von der internen MOOCI-Redaktion erstellt, inhaltlich geprüft und freigegeben. Bei der Recherche und Aufbereitung setzen wir auch KI-gestützte Werkzeuge ein; jeder Text wird vor der Veröffentlichung von unserer Redaktion fachlich gegengelesen. Die redaktionelle Verantwortung trägt Nadja Sukalia, Content Managerin bei MOOCI. Die medizinische Prüfung erfolgt durch Ärztinnen und Ärzte aus unserem Fachnetzwerk.
