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MOOCI Longevity-Arzt werden: Einstieg, Fortbildung, Abrechnung und Praxismodell für Ärzt:innen
Longevity-Arzt werden: Einstieg, Fortbildung, Abrechnung und Praxismodell für Ärzt:innen KI-generiertes Bild

Longevity-Arzt werden: Einstieg, Fortbildung, Abrechnung und Praxismodell für Ärzt:innen

Wie Ärzt:innen in die Longevity-Medizin einsteigen: Fortbildungswege, Abrechnung in DACH, Praxismodelle und die Marktlage je…

Longevity-Arzt werden Sie nicht durch einen Titel, sondern durch einen ärztlichen Schwerpunkt auf Prävention, Diagnostik des biologischen Alterns und Lebensstil-Medizin, den Sie über Kammer-Fortbildungen aufbauen und privatärztlich abrechnen; das Feld ist offen, denn nur 371 von 1.860 analysierten Praxis-Websites in DACH weisen ein aktives Longevity-Angebot nach.

Die Suchanfrage „Longevity Arzt werden“ trifft auf eine gemischte Ergebnisseite: Praxis-Websites, ein Klinik-Ratgeber, ein Karriereportal und ein Beitrag aus dem Ärzteblatt-Stellenmarkt. Kaum eine Quelle beantwortet die Frage aus Sicht von Ärztinnen und Ärzten in der Niederlassungsphase. Dieser Beitrag ordnet den Begriff (englisch für Langlebigkeit) ein, grenzt ärztliche Longevity-Medizin von Coach-Angeboten ab, zeigt die Fortbildungswege in Deutschland, Österreich und der Schweiz, erklärt die Abrechnungslogik und legt die Marktlage je Fachrichtung offen. Die Zahlen stammen aus einer MOOCI-Auswertung (2026), für die 1.860 Praxis-Websites mit 11.757 Seiten untersucht wurden.

Longevity-Arzt werden: Einstieg, Fortbildung, Abrechnung und Praxismodell für Ärzt:innen KI-generiertes Bild

Das Wichtigste in Kürze

Longevity-Medizin ist ärztliche Präventionsmedizin mit Diagnostik, Lebensstil-Interventionen und Therapie, offen für jede Fachrichtung und ohne eigene Facharztbezeichnung. Seriöse Fortbildungswege laufen über Ärztekammern, kammerzertifizierte Curricula, universitäre Zertifikatskurse und ärztliche Gesellschaften e. V., nicht über Coach-Ausbildungen.

Die Abrechnung folgt in Deutschland der GOÄ mit §1 Abs. 2, §2 und §6 Abs. 2, in Österreich dem Wahlarzt-Prinzip mit §53 ÄrzteG, in der Schweiz dem Privatleistungsprinzip außerhalb des KVG. Nur 14 % der Anbieter nennen Preise; die Mediane liegen bei 182 € für die Erstberatung, 256 € für das Labor-Panel und 450 € für ein Longevity-Paket.

Was ist ein Longevity-Arzt und wer darf sich so nennen?

Ein Longevity-Arzt ist eine approbierte Ärztin oder ein approbierter Arzt, die oder der Präventionsmedizin mit dem Ziel betreibt, die gesunde Lebensspanne zu verlängern, also gesundes Altern und ein langes Leben ohne chronische Erkrankungen zu ermöglichen, und dafür Diagnostik, Lebensstil-Interventionen und Therapie kombiniert. Eine geschützte Berufsbezeichnung ist das nicht. Weder die Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer noch die Ausbildungsordnungen der Österreichischen Ärztekammer oder die Weiterbildungstitel des Schweizerischen Instituts für ärztliche Weiter- und Fortbildung kennen einen Facharzt oder eine Zusatzbezeichnung „Longevity“. Wer den Begriff führt, tut das als Schwerpunktbeschreibung, und die muss sachlich, nicht irreführend und durch tatsächliche Kompetenz gedeckt sein.

In der Praxis heißt das: Die Approbation ist die Eintrittskarte, die Fachrichtung ist zweitrangig. Dieselbe Auswertung zeigt Longevity-Nachweise in der Allgemeinmedizin, der Inneren Medizin, der Gynäkologie, der Zahnmedizin, der Dermatologie und der Plastischen Chirurgie. Gemeinsam ist den führenden Anbietern nicht das Fach, sondern die Struktur des Angebots: eine ausführliche Erstberatung, ein Labor-Panel mit Markern für Stoffwechsel, Entzündung und Hormone, eine Einordnung des biologischen Alters im Verhältnis zum kalendarischen Alter, eine Beratung zu Bewegung, Ernährung, Schlaf, Fitness und Stress, und darauf aufbauend medizinische Maßnahmen wie Infusionen, Mikronährstoffmedizin oder Hormontherapie. Wer das medizinisch begründet, dokumentiert und nach den Regeln seiner Kammer kommuniziert, darf diesen Schwerpunkt auch so nennen.

Wichtig ist die Abgrenzung nach unten. Weil die Bezeichnung nicht geschützt ist, findet sich in der Suche auch ein Markt aus Coach-Ausbildungen, Online-Zertifikaten und Health-Programmen, die „Longevity“ als Marke verwenden. Auf Patienten-Seite ist die Unterscheidung schwer, für Sie als Ärzt:in ist sie ein Vorteil: Nur Sie dürfen diagnostizieren, verordnen, Labore anfordern, genetische Untersuchungen nach dem Gendiagnostikgesetz veranlassen und Erkrankungen behandeln. Die DAK/Forsa-Erhebung vom August 2026 zeigt, wem Menschen beim Thema Vorsorge vertrauen: Ärztinnen und Ärzten zu 90 %, Influencern zu 4 %.

Worin unterscheidet sich Longevity-Medizin von Anti-Aging und von Coach-Angeboten?

Longevity-Medizin unterscheidet sich von der Anti-Aging-Medizin früherer Jahre durch den Fokus auf messbare Gesundheitsspanne, also gesunde Jahre des Lebens, statt auf Jugendlichkeit, und von Coach-Angeboten durch ärztliche Diagnostik, Therapiehoheit und Haftung. Der Begriff Anti-Aging ist in der Branche mit Versprechen belastet, die das Heilmittelwerbegesetz und die Berufsordnungen nicht decken. Ärztliche Longevity-Medizin argumentiert dagegen mit individuellen Risiken, Biomarkern und Leitlinien der Prävention: kardiometabolische Gesundheit, VO2max und Muskelmasse, Schlafqualität, chronische Entzündung, Mikronährstoffversorgung. Das ist kein neues Fach, sondern die Verdichtung dessen, was Innere Medizin, Allgemeinmedizin, Sportmedizin und Ernährungsmedizin ohnehin können.

Die MOOCI-Auswertung belegt diese Kontinuität mit einer Zeitreihe über 615 archivierte Websites: 43 % der führenden Anbieter zeigten ein Präventionssignal bereits vor 2021, aber nur 28 % haben eine eigene Longevity-Seite, davon 88 % erst seit 2024. Zwischen Angebot und Benennung liegen im Mittel 3,1 Jahre. In der Verbandspopulation trugen 83 % ein Signal vor 2021, aber nur 3,4 % haben eine eigene Longevity-Seite. MOOCI nennt das „Substanz ohne Benennung“: Der Unterschied zwischen Spitze und Breite liegt in der Benennung, nicht in der Medizin. Das bedeutet: Sie müssen keine neue Medizin lernen, sondern Ihre präventive Kompetenz strukturieren und nachweisbar machen.

Coach-Angebote füllen die Lücke, die Praxen durch fehlende Benennung lassen. Sie sind weder Ersatz noch Voraussetzung: Ein Zertifikat einer privaten Akademie ist keine Fortbildung im Sinne der Kammern und bringt keine Fortbildungspunkte. Gesprächsführung und die Begleitung von Veränderungen im Lebensstil, die solche Programme vermitteln, lernen Sie ebenso in ärztlichen Curricula zur Lebensstilmedizin.

Welche Fortbildungswege führen in die Longevity-Medizin?

Der belastbare Weg in die Longevity-Medizin führt über anerkannte ärztliche Fortbildungen mit Kammerpunkten, über Zusatz-Weiterbildungen und Diplome der Ärztekammern und über die Programme ärztlicher Gesellschaften, die als eingetragene Vereine organisiert sind. Eine einheitliche Longevity-Ausbildung gibt es in keinem der drei Länder, deshalb bauen die meisten Ärzt:innen ihren Schwerpunkt aus mehreren Bausteinen zusammen.

In Deutschland sind die tragenden Bausteine die Zusatz-Weiterbildungen und curricularen Fortbildungen der Landesärztekammern, insbesondere Ernährungsmedizin, Sportmedizin, Naturheilverfahren und die kammerzertifizierten Curricula zur Prävention und Gesundheitsförderung. Sie sind in der Musterweiterbildungsordnung beziehungsweise im Fortbildungskatalog der Bundesärztekammer verankert und dürfen nach Erwerb auf dem Praxisschild und der Website geführt werden. Ergänzend kommen Fortbildungen ärztlicher Gesellschaften, etwa der GSAAM (German Society of Anti-Aging Medicine e. V.), die als Verein organisiert ist und keinen AWMF-Status hat. MOOCI hat ihr Mitgliederverzeichnis mit 1.322 Mitgliedern ausgewertet: 884 Websites, 724 erreichbar, 28,9 % mit aktivem Longevity-Angebot. Mitgliedschaft erhöht also die Wahrscheinlichkeit eines Angebots, ersetzt aber nicht den sichtbaren Nachweis.

In Österreich läuft der Weg über die ÖÄK-Diplome und die Diplom-Fortbildungsprogramme der Österreichischen Ärztekammer, etwa in Ernährungsmedizin, Sportmedizin oder Orthomolekularer Medizin, sowie über das Diplom-Fortbildungs-Programm mit seinen Punktepflichten. Wer als Wahlärztin oder Wahlarzt tätig ist, kann diese Diplome auf der Website führen, muss dabei aber die Werberichtlinie der ÖÄK beachten. In der Schweiz ordnen sich Longevity-Angebote über Fähigkeitsausweise und interdisziplinäre Schwerpunkte des SIWF, etwa in Sportmedizin oder Ernährungsmedizin, sowie über universitäre Zertifikatskurse (CAS und DAS) ein. Der Umgang mit Präparaten und Infusionen folgt dem Heilmittelgesetz.

Nutzen Sie Ihre Website, um den Bildungsweg transparent zu machen: Zusatzbezeichnung, Diplom, Fortbildungen. Das ist nach MBO-Ä §27 zulässige sachliche Information und zugleich das, was Patient:innen und Suchmaschinen als Kompetenznachweis lesen.

Wie rechnet man Longevity-Leistungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz ab?

Longevity-Leistungen werden in allen drei Ländern überwiegend privat abgerechnet, in Deutschland nach der Gebührenordnung für Ärzte, in Österreich als Wahlarzthonorar, in der Schweiz als Leistung außerhalb der obligatorischen Krankenpflegeversicherung. Die Gemeinsamkeit ist, dass Präventionsleistungen ohne Krankheitsbezug keine Kassenleistung sind und deshalb vorab wirtschaftlich aufgeklärt und vereinbart werden müssen.

In Deutschland regelt die GOÄ die Abrechnung. Vier Paragrafen sind für Longevity-Praxen zentral:

  • GOÄ §1 Abs. 2: Leistungen, die über das Maß des medizinisch Notwendigen hinausgehen, dürfen nur berechnet werden, wenn sie auf Verlangen der Zahlungspflichtigen erbracht werden. Das ist die Grundlage für Longevity-Check-ups ohne Krankheitsverdacht.
  • GOÄ §2: Eine vom Gebührenrahmen abweichende Vereinbarung ist möglich, muss aber schriftlich, vor der Leistung und ohne weitere Erklärungen geschlossen werden. Sie betrifft den Steigerungsfaktor, nicht die Leistung selbst.
  • GOÄ §6 Abs. 2: Selbstständige Leistungen, die nicht im Gebührenverzeichnis stehen, werden nach einer gleichwertigen Leistung analog berechnet. Viele Longevity-Bausteine wie Biomarker-Interpretationen, bestimmte Infusionsprotokolle oder Lebensstil-Beratungen laufen über Analogziffern.
  • §630c BGB: Wenn Sie wissen, dass die Kosten nicht von der Versicherung übernommen werden, müssen Sie Patient:innen vor der Behandlung schriftlich über die voraussichtlichen Kosten informieren.

Die seit Jahren erwartete GOÄ-Novelle kommt nach heutigem Stand frühestens 2028. Bis dahin bleibt die Analogabrechnung mit dokumentierter Begründung der Standard, und genau hier liegt der häufigste Fehler junger Longevity-Praxen: Pauschalpreise ohne GOÄ-Bezug. Ein Paketpreis ist möglich, muss aber intern in GOÄ-Positionen aufgelöst und auf der Rechnung ausgewiesen werden. Privat versicherte Patient:innen erhalten Erstattung nur für medizinisch notwendige Leistungen, deshalb ist die Trennung in „Verlangensleistung“ und „indizierte Leistung“ auf der Rechnung entscheidend.

In Österreich ist das Wahlarztmodell der Regelfall für Longevity-Angebote. Von rund 20.000 niedergelassenen Ärzt:innen arbeiten 11.802 als Wahlärzt:innen und 8.236 mit Kassenvertrag (Stand 31.12.2024). Wahlärzt:innen legen ihr Honorar frei fest, Patient:innen können die Honorarnote bei der Kasse einreichen, erhalten aber nur für kassenäquivalente Leistungen eine Teilrückerstattung. Longevity-Diagnostik ohne Krankheitsbezug ist Privatleistung ohne Rückerstattung. Zu beachten ist: §53 ÄrzteG verbietet unsachliche Werbung und jede Provision für Zuweisungen oder Empfehlungen, was für Kooperationen mit Laboren, Supplement-Herstellern oder Geräteanbietern relevant ist. Die Werberichtlinie der ÖÄK konkretisiert, welche Angaben auf Website und Praxisschild zulässig sind.

In der Schweiz werden Longevity-Leistungen, die keine Pflichtleistung nach KVG sind, direkt mit Patient:innen abgerechnet oder über Zusatzversicherungen, sofern diese Präventionsleistungen decken. Für die Kommunikation gilt Art. 20 der FMH-Standesordnung, der Werbung erlaubt, sofern sie sachlich, zurückhaltend und nicht irreführend ist. Für Präparate, Infusionslösungen und Mikronährstoffe gilt das Heilmittelgesetz mit seinen Zulassungs- und Abgabevorschriften. Der Praxissektor umfasst laut FMH 22.777 von 42.602 Ärzt:innen.

Welches Praxismodell passt zur Longevity-Medizin und welche Preise sind üblich?

Das häufigste Praxismodell ist die Ergänzung einer bestehenden Privat- oder Kassenpraxis um einen Longevity-Schwerpunkt mit eigenem Terminkontingent; eine reine Longevity-Privatpraxis lohnt sich erst mit gesicherter Nachfrage. Aus der Zusammenarbeit mit über 7.500 Ärzt:innen lassen sich drei Muster unterscheiden: die Fachpraxis mit Longevity-Modul (etwa eine internistische Praxis mit Check-up-Programm), die präventionsorientierte Privatpraxis mit Longevity als Kernleistung, und die ästhetische Praxis, die Prävention als Erweiterung ihres Angebots aufnimmt.

Für die Kalkulation liefert die MOOCI-Auswertung Anhaltspunkte, allerdings mit einer Einschränkung: Nur 14 % der 371 aktiven Anbieter nennen überhaupt Preise. Die Mediane dieser Teilmenge lauten:

Leistung Median laut MOOCI-Auswertung
Erstberatung 182 €
Infusion 180 €
Labor-Panel 256 €
Hormontherapie 300 €
NAD+ 350 €
Peptide 390 €
Longevity-Paket 450 €

Praxen, die ihr Angebot als Programm aufbauen, liegen darüber: Pakete mit Erstberatung, Labor, Auswertung und Folgetermin werden mit 1.000 bis 1.500 € kalkuliert, Infusionen mit rund 250 €, ein Hypoxie-Training (IHHT) mit 350 € pro Monat oder 120 € pro Behandlung. Aus den Medianen ergibt sich ein Modellwert von rund 2.014 € pro Patient:in und Jahr bei etwa zwei Stunden Arztzeit. Ein Rechenbeispiel von MOOCI mit drei neuen Patient:innen pro Monat kommt auf rund 72.000 € Jahresumsatz, ausdrücklich als Modell und nicht als Prognose. Für Ihre individuelle Kalkulation ist wichtiger, was das Modell über die Struktur sagt: Longevity-Medizin ist beratungsintensiv, die Marge entsteht aus Arztzeit und Interpretation, nicht aus Produkten. Wer sein Angebot auf Supplement-Verkauf oder Gerätemiete stützt, gerät in Deutschland mit MBO-Ä §31 und §3 HWG, in Österreich mit §53 ÄrzteG in Konflikt und verliert zugleich das, was Patient:innen an der ärztlichen Longevity-Medizin schätzen.

Ein pragmatischer Einstieg für die ersten zwölf Monate: ein Erstberatungs- und Labor-Angebot mit GOÄ-Bezug, ein Terminkontingent von wenigen Stunden pro Woche, eine Website-Seite mit Schwerpunkt und Bildungsweg.

Wie offen ist das Feld in den einzelnen Fachrichtungen?

Das Feld ist in allen Fachrichtungen offen, in den ästhetischen Fächern am weitesten. Von den 1.860 untersuchten Praxis-Websites weisen 371 ein aktives Longevity-Angebot nach. In der verbandsaffinen Population liegt die Durchdringung bei 41,1 % in der Allgemeinmedizin, 39,7 % in der Inneren Medizin, 28,6 % in der Zahnmedizin, 24,5 % in der Gynäkologie, 19,0 % in der Dermatologie und 11,4 % in der Plastischen Chirurgie. In der Kontrollgruppe verbandsunabhängiger Praxen aus 15 Großstädten sind es 17,3 % in der Allgemeinmedizin, 15,0 % in der Gynäkologie und 10,0 % in der Inneren Medizin. Je 1.000 online auffindbare Praxen weisen also 173, 150 beziehungsweise 100 einen digitalen Longevity-Nachweis aus.

Diese Zahlen sagen nichts darüber, was Praxen anbieten, sondern nur, was ihre digitale Präsenz nachweist. Der Verbandseffekt, also die Differenz zwischen verbandsaffiner und unabhängiger Population, fällt mit der Reife des Fachs: In der Zahnmedizin liegt er beim 11-Fachen, in der Inneren Medizin beim 3,97-Fachen, in der Allgemeinmedizin beim 2,38-Fachen, in der Gynäkologie beim 1,63-Fachen, in der Dermatologie beim 1,53-Fachen und in der Plastischen Chirurgie beim 1,00-Fachen. Das erklärt, warum wenige Vorreiter den Unterschied machen, wo der Verbandseffekt hoch ist; wo er bei eins liegt, hat noch niemand angefangen.

Für Dermatolog:innen und Plastische Chirurg:innen ist das die größte Chance in diesem Markt. Ihre Patient:innen kommen bereits mit dem Wunsch, länger gut auszusehen und gesund zu leben, und die Verbindung von Ästhetik und Prävention, etwa über Hautalterung, Kollagenstoffwechsel, Hormonstatus und Lebensstil, liegt fachlich nahe. Für Internist:innen und Allgemeinmediziner:innen ist die Konkurrenz größer, aber auch dort weisen in der unabhängigen Kontrollgruppe neun von zehn Praxen nichts nach. Wer heute eine eigene Longevity-Seite mit Bildungsweg, Leistungsbeschreibung und Preisen aufsetzt, gehört in den meisten Städten zu den ersten.

Was bringt ein Fachportal zusätzlich zur eigenen Praxis-Website?

Ein Fachportal mit eigenen Inhalten bringt Ihnen Sichtbarkeit an der Stelle des Suchtrichters, an der Praxis-Websites nicht vorkommen: bei den Themensuchen, die vor der Arztsuche stehen. MOOCI hat die zwölf nachfragestärksten Longevity-Themen in Google Deutschland untersucht, zusammen 543.600 Suchen pro Monat. Praxis-Websites stellen dort 12,2 % der Treffer, volumengewichtet 1,3 %; bei acht von zwölf Themen steht keine einzige Praxis in den Top 10. Portale und Magazine stellen 39,8 %, Shops 22,4 %. Erst am Ende des Trichters, bei „Longevity Arzt + Stadt“ mit wenigen hundert Suchen, gewinnen Praxen: 79,7 % Praxis-Websites, in den Top 3 sogar 89 %. Der Leitsatz aus dieser Analyse lautet deshalb: Die eigene Seite entscheidet die Wahl, das Portal entscheidet, wer zur Wahl steht.

Dazu kommt die KI-Übersicht. In 11 von 30 Städten, die MOOCI im September 2026 gemessen hat, spielt Google zur Suche nach einem Longevity-Arzt eine KI-Übersicht aus. Von 54 zuordenbaren Zitaten entfallen 77,8 % auf Praxis-Websites und 13,0 % auf Longevity-Fachportale mit Inhalten, das 2,5-Fache ihres organischen Gewichts; klassische Arztsuchen werden ein einziges Mal zitiert. Ein Profileintrag ohne Text wird nicht zitiert. Was zitiert wird, ist Fachinhalt mit ärztlicher Autorschaft.

MOOCI führt 683 redaktionelle Fachinhalte, davon 340 Longevity-relevant, bei 890.000 Besuchen pro Monat und einer Verweildauer von 4,35 Minuten, dazu ein Verzeichnis mit 7.500 Arztprofilen und derzeit 66 Longevity-Ärzt:innen. Suchergebnisse sind nicht käuflich; Premium-Profile sind gekennzeichnet und erhalten zusätzliche Platzierungen in den Fachwidgets der Inhaltsseiten. Für Ärzt:innen mit Longevity-Schwerpunkt ist die Autorschaft an Fachinhalten der Weg in Themensuchen und KI-Übersichten, bevor Patient:innen nach einem Namen suchen. Termin- und Website-Klicks werden vom System je Profil gezählt.

Wie sieht das Partnerpraxen-Programm mit Beirats-Schulung aus?

Das Partnerpraxen-Programm ist der nächste Schritt aus dieser Marktbeobachtung: Praxen, die einen Longevity-Schwerpunkt aufbauen, erhalten eine strukturierte Schulung durch den wissenschaftlichen Beirat von MOOCI und werden auf der Plattform als Partnerpraxis geführt. Die Schulung umfasst Auswahl und Interpretation von Biomarkern, Einordnung des biologischen Alters, Reliabilität funktioneller Tests, Abgrenzung klinisch belegter von nicht belegten Interventionen und eine Kommunikation, die den Berufsordnungen standhält. Sie ergänzt die Kammer-Fortbildungen, ersetzt sie nicht und vergibt keine eigenen Titel.

Das Programm befindet sich im Aufbau. Unser Ziel ist ein Netz von Praxen im DACH-Raum, in denen Patient:innen ärztliche Longevity-Medizin nach nachvollziehbaren Standards finden und in denen Ärzt:innen ihren Schwerpunkt mit Beirat, Fachinhalten und Sichtbarkeit unterlegen können.

Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung. Abrechnung und Werberecht sind auf dem Stand von 2026 wiedergegeben; prüfen Sie Einzelfragen mit Ihrer Ärztekammer oder einer auf Medizinrecht spezialisierten Kanzlei.

Wenn Sie den Einstieg konkret planen, beanspruchen Sie Ihr Profil auf MOOCI kostenlos; damit merken wir Sie zugleich für das Partnerpraxen-Programm vor.

Deine Frage ist nicht dabei?

Stell sie anonym. Die MOOCI-Redaktion prüft jede Frage und holt die Antwort einer Fachärztin oder eines Facharztes ein. Beantwortete Fragen erscheinen hier auf der Seite, ohne Namen. Bei akuten Beschwerden wende Dich bitte direkt an Deine Praxis oder den ärztlichen Notdienst.

Häufige Fragen

Kann man mit 40 Jahren noch Medizin studieren, um Longevity-Arzt zu werden?
Ja, das Medizinstudium hat in Deutschland, Österreich und der Schweiz keine Altersgrenze; die Zulassung läuft über Note, Auswahlverfahren oder Eignungstest. Mit sechs Jahren Studium und fünf bis sechs Jahren Facharztweiterbildung ist eine ärztliche Longevity-Tätigkeit ab Mitte 50 realistisch.
Kann man mit 50 Jahren noch Medizin studieren?
Rechtlich ja, es gibt keine Altersobergrenze für die Zulassung. Praktisch erfolgt der Berufseinstieg dann erst mit Anfang 60. Für bereits approbierte Ärzt:innen mit 50 ist der Einstieg in die Longevity-Medizin dagegen ein leichter Schwenk, weil er auf vorhandener Kompetenz aufsetzt.
Was kostet eine Longevity-Untersuchung?
Nach einer MOOCI-Auswertung von 1.860 Praxis-Websites (2026) liegt der Median der Erstberatung bei 182 €, des Labor-Panels bei 256 € und eines Longevity-Pakets bei 450 €. Programme mit Erstberatung, Labor, Auswertung und Folgetermin werden in Praxen mit 1.000 bis 1.500 € kalkuliert. Nur 14 % der Anbieter nennen Preise auf ihrer Website; als Praxis heben Sie sich mit transparenten Preisen ab.
Brauche ich eine bestimmte Facharztrichtung für Longevity-Medizin?
Nein, Longevity-Medizin steht jeder Fachrichtung offen. Die stärksten Durchdringungen zeigt die MOOCI-Auswertung in der Allgemeinmedizin und der Inneren Medizin, die größten Lücken in der Dermatologie und der Plastischen Chirurgie. Entscheidend ist, dass Ihre Diagnostik und Therapie fachlich begründet und dokumentiert sind.
Darf ich auf meiner Website „Longevity-Arzt“ schreiben?
Ja, als sachliche Schwerpunktbeschreibung ist das nach MBO-Ä §27, der Werberichtlinie der ÖÄK und Art. 20 der FMH-Standesordnung zulässig. Sie darf nicht den Eindruck einer Facharzt- oder Zusatzbezeichnung erwecken und muss durch tatsächliche Fortbildung und Angebot gedeckt sein. Heilversprechen, Vorher-Nachher-Darstellungen bei operativen Eingriffen und vergleichende Werbung bleiben verboten.
Gibt es Fortbildungspunkte für Longevity-Fortbildungen?
Fortbildungspunkte gibt es für Veranstaltungen, die von der zuständigen Landesärztekammer, der ÖÄK im Diplom-Fortbildungs-Programm oder dem SIWF anerkannt sind. Ärztliche Gesellschaften e. V. lassen ihre Kongresse und Kurse in der Regel zertifizieren; Coach-Zertifikate privater Akademien sind nicht anrechenbar. Prüfen Sie die Anerkennung vor der Buchung.
Muss ich für Longevity-Leistungen eine Privatpraxis eröffnen?
Nein, Sie können Longevity-Leistungen als Verlangensleistungen nach GOÄ §1 Abs. 2 auch in einer Kassenpraxis anbieten, sofern Sie die Trennung von Kassen- und Privatleistung sauber dokumentieren und Patient:innen nach §630c BGB wirtschaftlich aufklären. In Österreich erbringen Wahlärzt:innen solche Leistungen ohnehin privat; Kassenvertragsärzt:innen müssen die Regeln ihres Gesamtvertrags beachten.
Redaktionelle Verantwortung

Dieser Beitrag wurde von der internen MOOCI-Redaktion erstellt, inhaltlich geprüft und freigegeben. Bei der Recherche und Aufbereitung setzen wir auch KI-gestützte Werkzeuge ein; jeder Text wird vor der Veröffentlichung von unserer Redaktion fachlich gegengelesen. Die redaktionelle Verantwortung trägt Nadja Sukalia, Content Managerin bei MOOCI. Die medizinische Prüfung erfolgt durch Ärztinnen und Ärzte aus unserem Fachnetzwerk.

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Letzte Aktualisierung: 17.09.2026

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