Augen lasern

Du denkst über eine Augenlaserbehandlung nach und willst Dich informieren? 
Das Ziel eines solchen Eingriffs ist die Korrektur einer Fehlsichtigkeit ohne Brille oder Kontaktlinsen. Es handelt sich um einen sehr sicheren operativen Routineeingriff mittels Lasertechnologie. Bei uns erfährst Du den Ablauf der Behandlung und was Du davor und danach beachten musst!


AUTOR

Medizinischer Experte

CO-AUTOR

Online-Redaktion

Dieser Text wurde nach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst und von Medizinern geprüft.


Zuletzt aktualisiert: 4. Juni, 2020



Hinweis: Dieser Beitrag dient zur Information über Augen lasern. Es ist jedoch möglich, dass einzelne der hier aufgeführten Leistungen noch nicht von unseren Ärzten angeboten werden. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, Dir bald für weitere Behandlungsfelder einen Spezialisten bieten zu können. Bei Fragen zu unserem Leistungsspektrum kannst Du Dich gerne jederzeit bei uns melden!


Wie ist das Auge aufgebaut?

Wenn Licht auf das Auge trifft, durchbricht es zunächst die Hornhaut des Auges. Dahinter liegt die Regenbogenhaut, auch Iris genannt, sowie die Linse. Diese ist von dem sogenannten Ziliarmuskel umgeben, der dafür sorgt, dass die Linse aktiv verformt werden kann und der Brechungswinkel sich ändert. Dadurch ist es möglich, auf unterschiedliche Entfernungen scharf sehen. Hinter der Linse befindet sich der Glaskörper, in dem sich eine wasserähnliche Flüssigkeit befindet.

Die Augeninnenseite nennt man auch Netzhaut oder Retina. Dort trifft die Lichtinformation ein. Über der Retina liegt die Aderhaut und die Lederhaut. Genau auf der Rückseite des Auges befindet sich die Makula („Gelber Fleck“). In dieser Region sind die Fotorezeptoren besonders zahlreich. Deswegen ist dies der Ort des schärfsten Sehens. Im Zentrum der Makula liegt die Fovea. Etwas unter der Makula werden die Sehnerven aus der Retina in das Gehirn weitergeleitet. An dieser Stelle liegen keine Fotorezeptoren, weswegen die Region auch der „blinde Fleck“ genannt wird.

Augen lasern

Wie sehen die Symptome der Kurz- und Weitsichtigkeit aus?

Wenn Du vermutest, kurzsichtig zu sein, kennst Du vielleicht Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel und Konzentrationsschwierigkeiten. Eventuell kneifst Du auch permanent die Augen zu oder erkennst Gesichter und Personen erst spät. 
Personen, die unter Weitsichtigkeit leiden, halten häufig Dinge weiter weg oder entfernen sich vom zu betrachtenden Objekt. Auch hier können Kopfschmerzen, Ermüdungserscheinungen sowie brennende oder juckende Augen auftreten. Wenn die Weitsichtigkeit nicht rechtzeitig erkannt wird, können Betroffene auch anfangen zu schielen.

Welche Ursache hat die Kurz- und Weitsichtigkeit?

Bei einem gesunden Menschen wird das Licht durch den optischen Apparat so gebrochen, dass es auf einen möglichst genau auf die Makula fokussiert. Bei Sehschwächen ist das durch eine Verformung des Augapfels nicht mehr möglich. 
Kurzsichtigkeit (Myopie) tritt auf, wenn der Brennpunkt vor der Fovea liegt, das Bild wirkt unscharf. Der Augapfel ist also für weiter entfernte Dinge zu lang.
 Genau anders herum verhält es sich bei der Weitsichtigkeit (Hyperopie). Hier ist der Augapfel zu kurz und das projizierte Bild wird hinter der Netzhaut fokussiert. Während die Kurzsichtigkeit mit einem Minus vor der Dioptrienzahl angezeigt wird, steht bei der Weitsichtigkeit ein Plus davor.

Bis zu welcher Dioptrie kann ich meine Augen lasern lassen?

In der Regel sollte die Sehschwäche in einem Bereich von minus zehn bis plus fünf Dioptrien liegen, um eine Augenlaserbehandlung durchführen lassen zu können. Eine Ausnahme bildet die Stabsichtigkeit (Astigmatismus). Hier darf nur eine maximale Sehschwäche von minus vier Dioptrien vorliegen. Falls Du eine Hornhautkrümmung mit bis zu sechs Dioptrien plus hast, kommst auch Du für den Eingriff infrage.

Für wen ist das Lasern der Augen geeignet und für wen nicht?

Um die Behandlung durchführen zu lassen, muss der Sehfehler auf einem Brechungsfehler des Auges begründet sein. Das bedeutet, dass eine Behandlung bei Kurz- und Weitsichtigkeit, Hornhautverkrümmungen und Alterssichtigkeit möglich ist.

Um die Operation durchführen zu lassen, musst Du mindestens 18 Jahre alt sein. Das Wachstum der Augen ist zu diesem Zeitpunkt abgeschlossen und der Sehfehler kann sich nicht mehr von selber korrigieren. Auch im Erwachsenenalter muss die Sehstärke seit mindestens 12 Monaten stabil sein, damit nach der Augenlaserbehandlung nicht eine erneute Sehhilfe nötig ist. 
Bei Vorliegen einer Schwangerschaft kann sich in einigen Fällen durch die hormonellen Schwankungen auch die Sehkraft verändern. Deswegen solltest Du die Behandlung erst nach der Schwangerschaft durchführen lassen. 
Erkrankungen wie Rheuma oder Diabetes mellitus, sowie eine Neigung zur Narbenbildung sprechen leider auch gegen eine Augenlaserbehandlung.
 Auch Augenerkrankungen wie Grüner oder Grauer Star bilden Ausschlusskriterien, die der Chirurg leider nicht operieren kann. Außerdem sollte Deine Hornhaut mindestens 0,5mm dick sein.

Augen lasern

Normales Auge, Auge mit Kurzsichtigkeit und Auge mit Weitsichtigkeit

 

Falls Du Kontaktlinsen trägst, solltest Du mindestens eine Woche vor der Operation auf weiche Kontaktlinsen und mindestens zwei Wochen vor der Operation auf harte Kontaktlinsen verzichten. Bei der Voruntersuchung spricht Dein Arzt mit Dir ab, welche Medikamente Du nimmst und ob diese den Behandlungserfolg beeinträchtigen. Die Einnahme bestimmter Medikamente ist ein Ausschlussgrund für den Eingriff.


Welche Operationsmethoden gibt es?

Bei der Augenlaserbehandlung gibt es verschiedene Methoden. Diese unterscheiden sich vor allem hinsichtlich der Vorbereitung der Hornhaut für das Lasern: mit oder ohne Schnitt.

Zu den Methoden mit Schnitt zählt die LASIK sowie deren Weiterentwicklung, die Femto-LASIK. 
Bei der LASIK schneidet der Chirurg die oberste Hornhautoberfläche mit einem speziellen Instrument ein und klappt den entstandenen Teil der Hornhaut zur Seite. Nach der Operation klappt er diesen Hornhautdeckel zur optimalen Wundheilung wieder zu.

Die Femto-LASIK unterscheidet sich nur hinsichtlich der Wahl des Schnittinstruments: bei dieser Methode benutzt der Arzt einen sogenannten Femtosekundenlaser.
 Bei beiden Methoden sind die Patienten aufgrund des Flaps nach der Behandlung in der Regel schmerzfrei. Zu empfehlen sind diese Verfahren vor allem für Patienten mit einer dickeren Hornhaut.
 Bei den Methoden ohne Schnitt unterscheidet man zwischen LASEK, PRK, No-touch-PRK und Epi-LASIK. Sie sind geeignet für Patienten mit geringerer Hornhautdicke.

Bei der LASEK-Methode gibt der Arzt eine alkoholische Lösung auf die oberste Hornhautschicht und schiebt vor dem Lasern die oberste Zellschicht zur Seite. Nach dem Eingriff schiebt er diese wieder zurück.
 Die PRK ist das älteste anerkannte Verfahren. Auch hier entfernt man die oberste Zellschicht der Hornhaut, und zwar mit einem Messer. 
Die No-touch-PRK ist eine Weiterentwicklung, bei der der Behandler die Hornhautschicht mithilfe des sogenannten Excimer Lasers entfernt.
 Das letzte Verfahren ohne Schnitt ist die Epi-Lasik. Mithilfe eines Mikrokeratoms schiebt der Chirurg die oberste Hornhautschicht zur Seite und klappt sie nach dem Eingriff wieder zurück.

Augen lasern

Ist die Behandlung schmerzhaft?

Die Behandlung an sich ist weitgehend schmerzfrei, da Du ein Beruhigungsmittel sowie schmerzlindernde Augentropfen bekommst. Gegen leichte Schmerzen in den ersten Tagen bekommst Du betäubende Augentropfen.


Welche Risiken und Komplikationen gibt es?

Die Laserbehandlung ist ein sehr erprobtes und sehr sicheres Verfahren mit einer Sicherheit von nahezu 100%. Allerdings kann es wie bei jedem Eingriff zu Komplikationen kommen.
Temporäre – also direkt nach der OP auftretende Nebenwirkungen können beispielsweise ein Trockenheits- oder Fremdkörpergefühl sein. Manche Personen sind nach dem Eingriff lichtempfindlicher als vorher oder sehen leicht verschwommen. Weiters kann die Sehkraft bei Dämmerung beeinträchtigt sein. Falls Du Strahlenkränze um Lichtquellen herum siehst, ist auch das eine temporäre Beeinträchtigung.

Wie bei jedem Eingriff kann es Probleme beim Heilungsprozess der Hornhaut geben, was sich in Entzündungen oder Infektionen äußern kann. Solltest Du beide Augen mit mehreren Tagen Abstand lasern lassen, kann es sein, dass Du in der Zeit zwischen den OPs Doppelbilder siehst oder Dir ein wenig schwindelig wird.
 Dauerhafte Beeinträchtigungen sind beispielsweise ein leichter Verlust des Kontrastsehens sowie eine erhöhte Blendempfindlichkeit vor allem bei Nacht. Es kann passieren, dass Deine Sehfähigkeit zu wenig oder zu stark korrigiert wurde. In diesem Fall kann eine neue OP erforderlich sein. 
Falls Du eine eher dünne Hornhaut hast, hast Du ein erhöhtes Risiko für eine Vorwölbung ebendieser. 
Sehr selten kann es zu einem Ausfall der Tränendrüse kommen, was zu dauerhaft trockenen Augen führt. 
Extrem selten tritt nach der Operation ein kompletter Sehverlust ein.


Was muss ich nach der Laserbehandlung beachten?

Nach der Behandlung solltest Du Dich auf keinen Fall im Bereich der Augen schminken (Mascara!) oder Wasser in die Augen fließen lassen. Demnach ist auch ein Schwimmbad- oder Saunabesuch vorerst zu vermeiden. Auch Sport ist zunächst tabu, solltest Du dabei stark schwitzen. In der ersten Zeit nach der Behandlung solltest Du Deine Augen weder reiben, noch Dich dort kratzen.
 Autofahren darfst Du theoretisch bereits einige Stunden nach der Operation wieder, allerdings solltest Du Dir auch wirklich sicher sein, dass Du keine Gefährdung für den Straßenverkehr darstellst!

Augen lasern


Wann kann ich nach der Behandlung wieder klar und deutlich sehen?

Im Optimalfall kannst Du schon einige Stunden nach dem Eingriff wieder klar und deutlich sehen.


Habe ich nach der Korrektur meine 100%ige Sehkraft wieder?

Das Ziel der Augenlaserbehandlung ist die vollständige Wiederherstellung der Sehkraft. Allerdings kann es in einigen Fällen passieren, dass die Sehschwäche nur zum Teil korrigiert wird und dann beispielsweise eine Brille mit geringerer Stärke als vor dem Eingriff nötig ist.


Kann sich meine Sehkraft wieder verschlechtern?

Auch nach einer Laserbehandlung kann sich Deine Sicht wieder verschlechtern, vor allem aufgrund von Alterungsprozessen. In diesem Fall kannst Du auch eine erneute Behandlung durchführen lassen.


Laser oder lieber Kunstlinse?

Wenn für Dich eine Laseroperation aufgrund von Art oder Höhe der Fehlsichtigkeit nicht infrage kommt, kannst Du auf eine Kunstlinse zurückgreifen. Auch hier gibt es unterschiedliche Linsen und Methoden des Eingriffs. 
Allerdings übernehmen die Krankenkassen auch die Kosten für diese Operation nicht.


Wie setzen sich die Kosten zusammen?

Die Kosten für Deine Behandlung sind variabel und setzen sich zusammen aus dem Gehalt des durchführenden Chirurgen, den Kosten für die Medikamente und den bei der OP verwendeten Materialien. Zudem ist das Gespräch vor der Operation und die Nachkontrolle enthalten. Die individuellen Kosten kann Dir Dein Spezialist bei einer Untersuchung ganz genau sagen.

Augen lasern


Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Augenlaserbehandlung nicht. Bei einigen privaten Krankenversicherungen ist es möglich, dass zumindest ein Teil der Kosten übernommen wird. Frag Deinen Arzt nach Finanzierungsmöglichkeiten, falls Du den erforderlichen Betrag nicht direkt zahlen kannst.


Dauer Dauer

10-30 Minuten

Ausfallzeit Ausfallzeit

Bis zu 7 Tagen

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

Das Wichtigste zusammengefasst

Augenlasern ist eine sehr sichere und dauerhaft gesehen kostengünstige Alternative zu Brille oder Kontaktlinsen


Vor dem Eingriff muss die individuelle Eignung für die OP vorliegen. Danach wählt der Arzt abhängig von der Beschaffenheit des Auges und den persönlichen Wünschen und Ansprüchen des Patienten die individuell geeignetste Operationsmethode


Meist kannst Du schon wenige Stunden nach dem Eingriff wieder klar sehen


Schminken ist die ersten Tage nach der Behandlung tabu, genauso wie sportliche Aktivitäten, bei welchen Du stark schwitzt

Anfrage Stellen