Reizdarmsyndrom

Bei einem Reizdarmsyndrom handelt es sich lediglich um eine Funktionsstörung des Darms. Hierbei ist die Funktion des Darms beeinträchtigt, ohne dass bestimmte Ursachen dafür feststellbar sind. Die Symptome des Reizdarmsyndroms sind äußerst vielfältig und unterschiedlich.


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Zuletzt aktualisiert: 11. Mai, 2020



Hinweis: Dieser Beitrag dient zur Information über das Reizdarmsyndrom. Es ist jedoch möglich, dass einzelne der hier aufgeführten Leistungen noch nicht von unseren Ärzten angeboten werden. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, Dir bald für weitere Behandlungsfelder einen Spezialisten bieten zu können. Bei Fragen zu unserem Leistungsspektrum kannst Du Dich gerne jederzeit bei uns melden!

Was versteht die Medizin unter einem Reizdarmsyndrom?

Der Begriff „Reizdarmsyndrom“ steht für eine Reihe von Beschwerden, die meist über mehrere Monate auftreten. Dabei haben sie meist keine erkennbaren körperlichen Ursachen und keine feststellbaren krankhaften Organveränderungen. In den meisten Fällen ist der Nahrungstransport im Dickdarm gestört. Die typischen Reizdarmsymptome sind Bauchschmerzen und Blähungen. Mediziner bezeichnen einen Reizdarm oft auch als Reizkolon.

Reizdarmsyndrom

Wie sehen die Symptome bei einem Reizdarmsyndrom aus?

Die Symptome bei einem Reizdarmsyndrom können ganz unterschiedlich sein, wobei in erster Linie Schmerzen und Krämpfe im Bauch auftreten. In diesem Zusammenhang kommt es auch oft zu Durchfall und Verstopfung. Auch Blähungen und ein Völlegefühl sind bei einem Reizdarm nicht auszuschließen. Zusätzlich verspüren die Betroffenen ein verstärktes Bedürfnis den Darm zu entleeren.

Welche Ursachen hat ein Reizdarmsyndrom?

Die tatsächliche Ursache für das Reizdarmsyndrom ist aus medizinischer Sicht noch nicht ausreichend geklärt. Jedoch sind sich Ärzte einig, dass dies einerseits von Umweltfaktoren abhängig ist, und andererseits bei Menschen mit bestimmten genetischen Veränderungen häufiger auftritt. Die am meisten diskutierten Ursachen für einen Reizdarm sind Stress, Darminfekte und Fehlernährung.

Wie diagnostiziert der Arzt ein Reizdarmsyndrom?

Die Diagnose für ein Reizdarmsyndrom ist eine sogenannte Ausschlussdiagnose. Wenn die für einen Reizdarm typischen Symptome auftreten und in diesem Zusammenhang keine weitere Erkrankung vorliegt, so wird ein Reizdarm diagnostiziert. Hierfür müssen die Symptome jedoch mindestens drei Monaten innerhalb eines Jahres bestehen. In erster Linie führt der Arzt Differenzialdiagnosen durch, um Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Laktose- und Fruktoseintoleranz ausschließen zu können. Auch Allergietests werden in vielen Fällen durchgeführt, um zu überprüfen, ob Lebensmittelallergien vorliegen, die den Reizdarm verursachen.

Um weitere Erkrankungen ausschließen zu können, werden Blut- oder Urinproben untersucht. Darüber hinaus können eine Magen- und Darmspiegelung durchgeführt werden. Meist durchlaufen die Betroffenen jedoch einen langen Weg mit zahlreichen Untersuchungen bis die Diagnose gestellt ist. Da Krankheitssymptome bei einem Reizdarm eher unspezifisch sind, müssen in erster Linie weitere Erkrankungen ausgeschlossen werden.

Wer ist am häufigsten davon betroffen?

In der Regel sind Frauen häufiger betroffen als Männer, möglicherweise sogar doppelt so häufig. Oft bestehen in diesem Zusammenhang auch psychische Erkrankungen, wie beispielsweise Depression. 50% aller Patienten mit Magen-Darm-Beschwerden haben auch einen Reizdarm. Das Reizdarmsyndrom tritt in den meisten Fällen bei Menschen unter 50 Jahren auf. Kinder hingegen leiden nur selten an einem Reizdarmsyndrom.

Reizdarmsyndrom

Welche Folgen hat das Reizdarmsyndrom für die Patienten?

Die Beschwerden eines Reizdarmsyndroms sind aus medizinischer Sicht nicht gefährlich. In vielen Fällen beeinträchtigen sie jedoch die Lebensqualität der Betroffenen und werden somit als quälend empfunden.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Für die Betroffenen ist es besonders wichtig, herauszufinden, in welchen Situationen der Reizdarm Probleme bereitet. Die Behandlung konzentriert sich in erster Linie darauf, die Auslöser, die die Probleme verstärken, zu identifizieren, um diese auch meiden zu können. Folglich hat das Reizdarmsyndrom zahlreiche Ursachen und somit auch unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten. Es gibt verschiedene Ansätze der Behandlung, um die Reizdarmsymptome zu lindern:

  • Allgemeine Maßnahmen, beispielsweise durch Ernährungsumstellung und eine gesunde Lebensweise
  • Medikamente, um die Hauptbeschwerden zu lindern
  • Psychosomatische Maßnahmen, in erster Linie um Stress zu reduzieren

Zur Behandlung können zahlreiche Hausmittel, stuhlerweichende Mittel, Elektrolyte, aber auch krampflösende Schmerzmittel eingesetzt werden. Außerdem kann eine Ruhe-Diät für ca. drei bis sieben Tage helfen den Darm zu beruhigen, um eine Erholung zu ermöglichen. In schwierigen Fällen können auch psychotherapeutische Maßnahmen, wie Entspannungstechniken oder autogenes Training helfen. Prinzipiell gibt es zur Linderung der Beschwerden keinen bestimmten Behandlungsansatz, vielmehr sind individuelle Maßnahmen erforderlich, um eine Verbesserung erreichen zu können.

Welche Rolle spielt die Ernährung?

In vielen Fällen sind die Symptome des Reizdarms stark von der Ernährung abhängig. Ein Ernährungsberater kennt sich gut mit den Einflüssen einzelner Nahrungsmittel und dem Ernährungsverhalten aus und kann Betroffene mit Vorschlägen unterstützen. Es gibt keine bestimmte Ernährungsweise, die gegen das Syndrom hilft, jedoch wirkt sich eine Ernährungsumstellung in den meisten Fällen sehr wohl positiv aus. Grundsätzlich entlastet es die Verdauung, sich für die Mahlzeiten ausreichend Zeit zu nehmen und kleine Portionen über den Tag verteilt, zu essen.

Zusätzlich sollten Betroffene auf sehr heiße oder sehr kalte Speisen und Getränke verzichten. Außerdem ist es wichtig, den Körper mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen. Zusätzlich kann es helfen über einige Wochen ein Ernährungs-Tagebuch zu führen. Darin notierst Du, was Du im Laufe des Tages gegessen hast, ob und welche Beschwerden an dem Tag aufgetreten sind. Nach einiger Zeit kann der Arzt möglicherweise ein bestimmtes Muster erkennen, welches dabei hilft, die Unverträglichkeiten zu erkennen.

Reizdarmsyndrom

Welche Risiken und Komplikationen können auftreten?

Grundsätzlich treten bei einem Reizdarmsyndrom keine bestimmten Risiken auf, solange der Reizdarm nicht im Zusammenhang mit einer weiteren Erkrankung, wie Darmkrebs, steht. Wenn der Reizdarm jedoch nicht behandelt wird, so kann dies die Lebensqualität der Betroffenen negativ beeinflussen. In diesem Zuge können vor allem soziale Kontakte eingeschränkt werden. Ohne Behandlung oder Lebensumstellung verschwinden die Symptome meist gar nicht. Daher ist es besonders wichtig, selbst aktiv zu werden und die Ernährung umzustellen.

Kann das Reizdarmsyndrom operiert werden?

Eine Heilung des Reizdarmsyndroms durch eine Operation ist nicht möglich, daher werden lediglich die Symptome gelindert. Hierbei spielen verschiedene Faktoren eine bedeutende Rolle, beispielsweise die Veränderung der Ernährungsgewohnheiten und der Medikamente. Die Behandlung eines Reizdarms richtet sich in der Regel nach den Symptomen. Wenn das Reizdarmsyndrom nicht so stark ausgeprägt ist, so genügt meist schon eine Ernährungsberatung und eine anschließende Umstellung.

Kann ich das Reizdarmsyndrom vorbeugen?

Da die Ursachen bis heute nicht vollständig geklärt sind, können Ärzte nicht genau definieren, welche Maßnahmen sich zur Vorbeugung des Reizdarms eignen. Grundsätzlich ist es jedoch für eine gesunde Verdauung wichtig, ausreichend zu trinken und sich ballaststoffreich zu ernähren. Außerdem trägt die ausreichende Bewegung und Sportausübung ebenfalls zu einer gesunden Lebensweise bei.

Welche Hausmittel können helfen?

Im Prinzip gilt reizende und blähende Ernährung zu reduzieren und auf scharfe Speisen zu verzichten. Fruktosereiche Lebensmittel können hierbei helfen, um das Reizdarmsyndrom zu lindern. Die Betonung liegt hier allerdings auf “können”, denn in einigen Fällen ist es möglich, dass der Reizdarm dadurch noch weiter gefördert wird. Es gibt hier also leider keine goldene Regel. Vor allem bei einer vorliegenden Verstopfung können Ballaststoffe wie Flohsamenschalen eingesetzt werden, um die Beschwerden zu verringern. Auch Tees, deren Inhaltsstoffe sich positiv auf Magen und Darm auswirken, helfen bei akuten Beschwerden. Hierbei empfehlen Ärzte vor allem Kamille- oder Pfefferminztees zu trinken. Ebenso gehören Kümmel und Fenchel zu den natürlichen Mitteln gegen Blähungen. Zusätzlich eignen sich Ingwer und Curcuma als Gewürze in Gerichten, um blähende Lebensmittel verträglicher zu machen.

Reizdarmsyndrom

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

In der Regel werden die Kosten für die notwendigen Untersuchungen und Behandlungen von den Krankenkassen übernommen. Die Voraussetzung ist aber, dass aus medizinischer Sicht Notwendigkeit hierfür besteht.

 

Quellen

Medizinische Universität Wien

Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen

aerzteblatt.de


Dauer Dauer

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Ausfallzeit Ausfallzeit

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Stationärer Aufenthalt Stationär

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Das Wichtigste zusammengefasst

Bei einem Reizdarmsyndrom handelt es sich um eine Funktionsstörung des Darms


Die Symptome bei einem Reizdarmsyndrom können ganz unterschiedlich sein, wobei hauptsächlich Schmerzen und Krämpfe im Bauch auftreten


Die Beschwerden eines Reizdarmsyndroms sind aus medizinischer Sicht nicht gefährlich


Eine Heilung des Reizdarmsyndroms durch eine Operation ist nicht möglich, daher werden lediglich die Symptome gelindert

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