Bluthochdruck (Hypertonie)

Als Bluthochdruck bezeichnet man einen Anstieg des Drucks in den Arterien, bei dem der Blutdruck des arteriellen Gefäßsystems chronisch erhöht ist. So schädigt er die Gefäße und begünstigt die Entstehung von lebensbedrohlichen Folgeerkrankungen.


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Zuletzt aktualisiert: 11. Mai, 2020



Was versteht die Medizin unter Bluthochdruck?

Der Blutdruck ist der Druck, der in den Blutgefäßen des Körpers herrscht, denn das Gefäß benötigt einen gewissen Widerstand, um das Blut durch das gesamte Gefäßsystem zu pumpen. Der Blutdruck des Menschen wird vor allem durch die Leistung des Herzens und die Weite der Blutgefäße beeinflusst. Dabei ist die Herzleistung die Blutmenge, die pro Minute bewegt wird. Dagegen bestimmt die Gefäßweite den Widerstand, den der Herzmuskel beim Pumpen überwindet.

 

Der Blutdruck wird mittels eines Blutdruckmessgeräts in mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) gemessen. Im Durchschnitt liegt der Blutdruck eines gesunden Menschen bei etwa 120/80 mHg. Der erste Wert beschreibt dabei den systolischen Druck, also den Druck, der in den Arterien herrscht, wenn das Blut gepumpt wird. Die zweite Zahl steht für den diastolischen Blutdruck. Dies ist der Druck, der in den Arterien vorliegt, wenn sich das Herz mit Blut füllt.

Der Blutdruck des Menschen wird vor allem durch die Leistung des Herzens und die Weite der Blutgefäße beeinflusst

 

Dies ein komplexes Zusammenspiel, welches hauptsächlich über das vegetative Nervensystem und von den Hormonen gesteuert wird. Dabei schwankt die Höhe des Blutdrucks je nach körperlicher Aktivität und verändert sich auch im Laufe des Tages. Wenn der Bluthochdruck nicht rechtzeitig behandelt wird, kann es zu schweren gesundheitlichen Schäden wie Schlaganfall, Herzinfarkt und Nierenschwäche kommen.

Wie sehen die Symptome einer Hypertonie aus?

Bluthochdruck verursacht oft für eine lange Zeit gar keine spürbaren Beschwerden. Nur bei schwerwiegenden Blutdruckanstiegen treten Anzeichen wie Schwindel, ein rotes Gesicht, Klopfen an den Schläfen, Kopfschmerzen und Schlafstörungen auf. In den ersten Jahren zeigen sich bei den Betroffenen jedoch üblicherweise keinerlei Symptome.

Wie ist der Verlauf von Bluthochdruck?

Bei Hypertonie kommt es häufig zu einer Gefäßverkalkung und zu einer Verengung der Herzkranzgefäße, vor allem der hirnversorgenden Arterien und der Nieren. Wer jahrelang unbehandelt unter Bluthochdruck leidet, hat daher ein eindeutig höheres Risiko an einem Schlaganfall oder Nierenversagen zu erkranken, als gesunde Menschen. Zudem kann eine langjährige Hypertonie auch zu Herzrhythmusstörungen und Sehstörungen führen.

Welche Formen von Hypertonie gibt es?

Prinzipiell unterscheiden Ärzte vor allem zwischen zwei Formen von Bluthochdruck.

 

Primäre oder essenzielle Hypertonie
Bei der primären Form des Bluthochdrucks liegt keine eindeutige Erkrankung zugrunde. Vielmehr ist sie die Folge eines ungesunden Lebensstils, wobei in einigen Fällen auch die genetische Veranlagung eine Rolle spielt. Speziell Übergewicht, übermäßiger Salzkonsum und erhöhte Cholesterinwerte sind begünstigende Faktoren.

 

Sekundäre Hypertonie
Bei ca. 20% aller Bluthochdruck-Patienten liegt eine sekundäre Hypertonie vor. Die sekundäre Hypertonie tritt infolge einer weiteren Grunderkrankung auf. Dabei zählen vor allem Nierenerkrankungen, hormonelle Störungen und eine angeborene Verengung der Hauptschlagader zu den häufigsten Ursachen. Zudem kann sich eine sekundäre Hypertonie auch nach der Einnahme von bestimmten Medikamenten oder im Rahmen einer Schwangerschaft entwickeln.

Beim Verschluss von größeren Gefäßen sind oft ein Herzinfarkt oder Schlaganfall die Folge

Was sind die Ursachen für Bluthochdruck?

Bei der primären oder essenziellen Hypertonie können verschiedene Faktoren die Entstehung des Hochdrucks fördern. Dazu zählen nicht beeinflussbare Ursachen wie erbliche Komponenten, aber auch beeinflussbare Faktoren, vor allem hinsichtlich des Lebensstils. Dies wären beispielsweise Rauchen, erhöhter Alkoholkonsum und Übergewicht. Aber auch Stress, eine zu hohe Aufnahme von Speisesalz oder ein Mineralstoffmangel, können Gründe für einen zu hohen Blutdruck sein.

 

Die sekundäre Hypertonie hingegen tritt als Folge einer anderen Erkrankung auf. Diese Erkrankungen sind am häufigsten Nierenerkrankungen, hormonelle Störungen oder auch eine Schilddrüsenüberfunktion. Zudem kann diese Form der Hypertonie ebenfalls während einer Schwangerschaft auftreten

Wie lässt sich Bluthochdruck diagnostizieren?

Eine Messung des Blutdrucks beim Arzt reicht nicht aus, um Bluthochdruck zu diagnostizieren. Vor allem bei einem Verdacht auf Hypertonie sind Messungen, die Du selbst zu Hause erledigst, sehr sinnvoll. Hierbei führst Du über mehrere Tage verteilt ca. 30 Messungen zu unterschiedlichen Zeiten durch und notierst die Werte. Liegt dabei der Mittelwert über 135/85 mmHg, so geht der Arzt meist von einer Hypertonie aus. In vielen Fällen setzen Ärzte auch Geräte zur 24-Stunden Blutdruckmessung ein, um auch die nächtlichen Werte zu erfassen.

Wer ist am häufigsten davon betroffen?

Mit zunehmendem Alter tritt die Erkrankung häufiger auf. Bis zum 60. Lebensjahr sind vor allem Männer davon betroffen, wobei der Anteil betroffener Frauen nach den Wechseljahren steigt, denn die weiblichen Geschlechtshormone bieten einen gewissen Gefäßschutz. Nach den Wechseljahren hingegen fällt dieser Schutz weg, so steigt das Risiko für Bluthochdruck.

Welche Folgen hat eine Hypertonie?

Die Auswirkungen eines langfristig erhöhten Blutdrucks sind sehr vielfältig, jedoch haben die Folgen eines gemeinsam, nämlich die Schädigung der Blutgefäße. Durch den hohen Druck in den Arterien steigt das Risiko von gefährlichen Ablagerungen in Deinen Gefäßen. In einem weiteren Prozess verkalken einige Bereiche der Gefäßwände und verlieren ihre Elastizität.
So erhöht sich der Blutdruck wiederum und der Herzmuskel muss umso härter gegen den erhöhten Widerstand arbeiten. Im weiteren Verlauf verengen sich auch die kleinen Gefäße oder verschließen sich sogar komplett. In diesem Zusammenhang sind vor allem Areale von Herz, Niere und Gehirn unterversorgt und kommt es zu schweren Gewebeschäden. Beim Verschluss von größeren Gefäßen sind oft ein Herzinfarkt oder Schlaganfall die Folge.

Wie lässt sich eine Hypertonie behandeln?

Die Wahl der Behandlungsform hängt von Deinem Zustand ab. Hier unterscheiden Ärzte zwischen einer medikamentösen und einer nicht-medikamentösen Therapie gegen Bluthochdruck.
Dabei zieht der Arzt Begleiterkrankungen, aber auch Lebens- und Ernährungsgewohnheiten in Betracht, um die Therapie individuell an Dich anzupassen.

Sogenannte Betablocker beispielsweise senken den Puls, die Pumpleistung des Herzens und damit auch den Blutdruck

Nicht-medikamentöse Behandlung
Bei der nicht-medikamentösen Behandlung des Bluthochdrucks steht vor allem die Änderung Deines Lebensstils im Vordergrund. Zudem bildet sie ebenfalls die Grundlage der medikamentösen Therapie.

 

Dazu gehören Faktoren wie:

 

  • Normalisierung des Körpergewichts: Die Reduktion des Körpergewichts kann auch den hohen Blutdruck senken.
  • Regelmäßige Bewegung: Auch regelmäßige Bewegung wirkt sich positiv auf Deinen Blutdruck aus, daher empfehlen Ärzte sich dreimal pro Woche für mindestens 30 Minuten an der frischen Luft zu bewegen. Denn so stärkst Du Dein Herz und hilfst Deinem Körper bei der Gewichtsreduktion.
  • Rauchentwöhnung: Rauchen ist speziell für Bluthochdruck-Patienten doppelt schädlich. Denn das Rauchen fördert die Bildung von arteriellen Ablagerungen und steigert so die Herzfrequenz. Dies wiederum belastet Dein Herz umso mehr.

 

Medikamentöse Behandlung
Leidest Du unter einer schweren Hypertonie verschreibt Dir der Arzt geeignete Arzneimittel, um den Bluthochdruck zu senken. Dazu stehen verschiedene Substanzklassen zur Verfügung, die je nach Zustand und Grunderkrankungen  für Dich mehr oder weniger geeignet sind.

 

Sogenannte Betablocker beispielsweise senken den Puls, die Pumpleistung des Herzens und damit auch den Blutdruck. Kalziumantagonisten hingegen erweitern die Blutgefäße und in weiterer Folge sinkt der Blutdruck.

 

Der Bluthochdruck lässt sich nicht heilen, weswegen Du in der Regel lebenslang die Medikamente zu Dir nehmen musst. Setzt Du diese wieder ab, steigt der Druck wieder an.

Wie kann ich Bluthochdruck vorbeugen?

Bluthochdruck kannst Du nur bis zu einem gewissen Grad vorbeugen. Ein gesunder Lebensstil kann sich dabei sehr wirkungsvoll auswirken und als gute Vorbeugungsmaßnahme gelten. Mit einer gesunden Lebensweise kannst Du Dich auch vor Diabetes und hohen Blutfettwerten sowie schwerwiegenden Folgen von Gefäßerkrankungen schützen.

Kann ich selbst etwas gegen Bluthochdruck tun?

Nach der Diagnose Bluthochdruck solltest Du Deinen Lebensstil umstellen. Dazu zählen unter anderem eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten sowie mehr Bewegung, denn die regelmäßige Bewegung an der frischen Luft stärkt das Herz und kann auch zur Gewichtsreduktion beitragen. Zudem solltest Du die Menge an Kochsalz reduzieren und Fertiggerichte, sowie Fleisch- und Fischkonserven vermeiden.

 

Auch die Beendigung des Rauchens wirkt sich positiv auf Deinen hohen Blutdruck aus. Rauchen hat zwar keinen direkten Einfluss auf den Blutdruck, jedoch kannst Du so das Risiko für weitere Hypertonie-Komplikationen verringern. Wenn Du den Alkoholkonsum reduziert, so kannst Du das Schlaganfallrisiko deutlich verringern. Du solltest ebenfalls keinen Alkohol trinken, wenn Du Medikamente zu Dir nimmst, denn diese beiden Komponenten können sich gegenseitig negativ beeinflussen.

Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft stärkt das Herz

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Die Kosten der Behandlung werden nicht komplett von der Krankenkasse übernommen.
Die Kosten der Blutdruckmessgeräte beispielsweise musst Du selbst übernehmen, wobei hier die Preise stark variieren. Einige Sozialversicherungsträger gewähren jedoch Zuschüsse. Privatversicherungen hingegen übernehmen hierbei die Kosten in der Regel zur Gänze.

 


Dauer Dauer

In der Regel lebenslang

Ausfallzeit Ausfallzeit

Keine

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

Das Wichtigste zusammengefasst

Als Bluthochdruck bezeichnet die Medizin einen Anstieg des Drucks in den Arterien, bei dem der Blutdruck des arteriellen Gefäßsystems erhöht ist


Bluthochdruck verursacht oft für eine lange Zeit gar keine spürbaren Beschwerden


Bei der Behandlung unterscheiden Ärzte zwischen einer medikamentösen und einer nicht-medikamentösen Therapie gegen Bluthochdruck


Ist der Blutdruck dauerhaft erhöht, so schädigt er die Gefäße und begünstigt die Entstehung von lebensbedrohlichen Folgeerkrankungen

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