Ärzt:innen dürfen in Deutschland, Österreich und der Schweiz für ihre Tätigkeit werben, solange die Inhalte sachlich sind und weder irreführen noch unzulässig anpreisen oder vergleichen. Maßgeblich sind unter anderem § 27 MBO-Ä und das Heilmittelwerbegesetz (HWG) in Deutschland, § 53 ÄrzteG und die Werberichtlinie der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) in Österreich sowie Art. 20 der FMH-Standesordnung in der Schweiz. Besondere Aufmerksamkeit erfordern beispielsweise Social Media, Heil- und Erfolgsversprechen sowie gekaufte Bewertungen.
Das frühere weitreichende Werbeverbot für Ärzt:innen wurde in Deutschland ab 2002 deutlich gelockert. Praxen dürfen seither darüber informieren, wer sie sind, welche Qualifikationen vorhanden sind und welche Leistungen angeboten werden. Grenzen bestehen dort, wo Aussagen irreführen, eine nicht belegbare Überlegenheit vermitteln, Behandlungserfolge garantieren oder Patient:innen durch Sprache und Darstellung unangemessen beeinflussen.
Diese Abgrenzung gilt unabhängig vom jeweiligen Kanal. Praxis-Website, Instagram-Account oder Bewertungsantwort unterliegen grundsätzlich denselben berufs- und werberechtlichen Anforderungen. Für Ärzt:innen in der Niederlassungsphase ist es deshalb hilfreich, die zulässigen Formen der Außendarstellung zu kennen und rechtliche Risiken frühzeitig zu berücksichtigen. Dieser Beitrag ordnet die Rechtslage in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein und zeigt, welche Vorgaben für Websites, Social Media, Bewertungen und Portalprofile gelten.
Das Wichtigste in Kürze
Sachliche und berufsbezogene Informationen sind für Ärzt:innen in Deutschland, Österreich und der Schweiz grundsätzlich zulässig. Grenzen gelten insbesondere für anpreisende, irreführende oder unzulässig vergleichende Werbung. Heil- und Erfolgsversprechen, bestimmte Vorher-Nachher-Darstellungen bei ästhetischen Eingriffen sowie gekaufte oder manipulierte Bewertungen gehören zu den typischen rechtlichen Risikofeldern.
Ärzt:innen dürfen ihren Namen und ihre Berufsbezeichnung nicht in unzulässiger Weise für die Werbung fremder Produkte oder Dienstleistungen einsetzen. Das gilt auch für kommerzielle Kooperationen auf Social Media. Ein Portalprofil mit Qualifikationen, Leistungsspektrum und fachlichen Inhalten kann als sachliche Information zulässig sein, sofern es transparent gestaltet ist und auf anpreisende Aussagen verzichtet.
Welche gesetzlichen Regelungen gelten für die Werbung im Gesundheitswesen?
Für ärztliche Werbung greifen Berufsrecht, Heilmittelwerberecht und allgemeines Wettbewerbsrecht ineinander. Welche Vorschriften konkret anzuwenden sind, unterscheidet sich zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Deutschland
In Deutschland dient die Musterberufsordnung (MBO-Ä) der Bundesärztekammer als Vorlage für die Berufsordnungen der 17 Landesärztekammern. § 27 MBO-Ä erlaubt „sachliche berufsbezogene Informationen“ und untersagt „berufswidrige Werbung“, insbesondere anpreisende, irreführende oder vergleichende Werbung. Ärzt:innen dürfen entsprechende Werbung auch nicht durch Dritte veranlassen oder dulden, etwa durch eine Agentur oder ein Bewertungsportal.
§ 27 Abs. 4 MBO-Ä regelt darüber hinaus, welche Bezeichnungen geführt werden dürfen. Dazu gehören Facharztbezeichnungen, Schwerpunkte und Zusatzbezeichnungen nach der Weiterbildungsordnung sowie bis zu drei Tätigkeitsschwerpunkte, sofern eine nachhaltige Tätigkeit in dem jeweiligen Bereich besteht.
Eine weitere rechtliche Grundlage ist das Heilmittelwerbegesetz (HWG). Es ist unter anderem relevant, wenn für Arzneimittel, Medizinprodukte, Verfahren oder Behandlungen geworben wird. Damit kann es auch für Inhalte auf einer Praxis-Website gelten. § 3 HWG untersagt irreführende Werbung. Dazu gehören beispielsweise Aussagen, die einer Behandlung eine Wirkung zuschreiben, die sie nicht besitzt, oder einen Behandlungserfolg als sicher darstellen.
§ 11 HWG enthält zusätzliche Beschränkungen für die Werbung gegenüber Laien. Dazu zählen unter anderem bestimmte angst- oder ekelerzeugende Darstellungen sowie Krankengeschichten, die zu einer falschen Selbstdiagnose verleiten können. Seit 2012 gelten außerdem Beschränkungen für Vorher-Nachher-Darstellungen bei operativen plastisch-chirurgischen Eingriffen ohne medizinische Notwendigkeit.
Ergänzend greift das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). § 5 UWG verbietet irreführende geschäftliche Handlungen. Verstöße können damit nicht nur berufsrechtliche Konsequenzen haben, sondern auch wettbewerbsrechtliche Ansprüche von Mitbewerber:innen oder hierzu befugten Verbänden auslösen.
Österreich
In Österreich regelt § 53 Ärztegesetz (ÄrzteG) wesentliche Vorgaben zur ärztlichen Werbung und zu Provisionen. Abs. 1 untersagt unsachliche, unwahre oder das Standesansehen beeinträchtigende Informationen. Nach Abs. 2 ist es untersagt, für die Zuweisung von Patient:innen ein Entgelt zu versprechen, anzunehmen oder zu gewähren.
Weitere Einzelheiten enthält die Werberichtlinie der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK). Sie behandelt unter anderem Selbstanpreisung, Vergleiche mit anderen Ärzt:innen und Heilungsversprechen. Für ästhetische Behandlungen kommen zusätzlich die Vorgaben des Ästhetische-Operationen-Gesetzes (ÄsthOpG) hinzu.
Schweiz
In der Schweiz verpflichtet Art. 40 lit. d Medizinalberufegesetz (MedBG) Ärzt:innen dazu, Werbung objektiv zu gestalten, dem öffentlichen Bedürfnis entsprechend auszurichten und weder irreführend noch aufdringlich zu werben. Art. 20 der FMH-Standesordnung und der zugehörige Anhang „Richtlinien Information und Werbung“ konkretisieren diese Anforderungen für FMH-Mitglieder. Für die Werbung mit Arzneimitteln und Medizinprodukten gelten darüber hinaus die entsprechenden heilmittelrechtlichen Vorschriften.
Wo liegt die Grenze zwischen sachlicher Information und berufswidriger Werbung?
Sachliche Informationen sind wahr, nachvollziehbar und für Patient:innen bei der Wahl von Ärzt:innen oder einer Behandlung relevant. Dazu zählen etwa Angaben zu Qualifikationen, Leistungsspektrum, Praxisausstattung, Sprechzeiten, Barrierefreiheit, Kooperationen und Mitgliedschaften. Auch medizinische Fachtexte können zulässig sein. Voraussetzung ist, dass sie ein Verfahren sachlich erklären, Indikationen und Risiken benennen und keine unrealistischen Erwartungen wecken. Eine gute Auffindbarkeit in Suchmaschinen ist ebenfalls nicht grundsätzlich problematisch. Maßgeblich bleibt, wie die Praxis und ihre Leistungen dargestellt werden.
Kritisch sind dagegen Aussagen, die eine nicht belegbare Spitzenstellung vermitteln. Formulierungen wie „beste Praxis der Stadt“ oder „führende Spezialist:innen“ können einen Vergleich enthalten, der objektiv nachweisbar sein müsste. Auch Heil- und Erfolgsversprechen wie „garantiert schmerzfrei“ oder „dauerhaft faltenfrei“ können gegen § 3 HWG verstoßen. Vorsicht ist ebenso bei Bezeichnungen geboten, die eine besondere Qualifikation oder Struktur vermitteln. Begriffe wie „Spezialist:in“, „Zentrum“ oder „Klinik“ sollten nur verwendet werden, wenn die jeweils erforderlichen Voraussetzungen tatsächlich erfüllt sind. Andernfalls kann die Außendarstellung irreführend sein. Auch Bezeichnungen wie „Institut für Ästhetik“ können problematisch werden, wenn sie einen wissenschaftlichen oder institutionellen Hintergrund nahelegen, der tatsächlich nicht besteht.
Bei Preiswerbung kommt es ebenfalls auf die konkrete Gestaltung an. Rabatte, Gutscheine oder stark hervorgehobene „Aktionspreise“ für medizinische Leistungen können einen unangemessen kommerziellen Eindruck erzeugen und müssen in Deutschland zusätzlich mit den Vorgaben der GOÄ vereinbar sein. Problematisch können außerdem Formulierungen sein, die Angst oder zeitlichen Druck erzeugen, etwa „Handeln Sie jetzt, bevor es zu spät ist“.
Besondere Vorgaben gelten für Vorher-Nachher-Darstellungen. In Deutschland sind solche Bilder bei operativen plastisch-chirurgischen Eingriffen ohne medizinische Notwendigkeit gesetzlich beschränkt. Bei nicht operativen Verfahren wie Injektionen hängt die rechtliche Beurteilung stärker vom konkreten Einzelfall und der Art der Darstellung ab. Auch bei medizinisch indizierten Eingriffen darf die Darstellung nicht irreführen.
In Österreich enthält das ÄsthOpG zusätzliche Beschränkungen für die Werbung mit ästhetischen Behandlungen. In der Schweiz können insbesondere aufdringliche oder irreführende Vorher-Nachher-Darstellungen problematisch sein; daneben sind kantonale Vorgaben zu beachten.
Für Praxen der ästhetischen Medizin können schematische Darstellungen, Erklärgrafiken und sachliche Informationen zum Behandlungsablauf daher eine weniger problematische Alternative zu werblich inszenierten Patient:innenfotos darstellen.
Dürfen Ärzt:innen auf Instagram werben?
Ärzt:innen dürfen auf Instagram, TikTok, LinkedIn und anderen sozialen Netzwerken präsent sein. Die berufs- und werberechtlichen Anforderungen gelten grundsätzlich unabhängig davon, ob eine Information auf der Praxis-Website, im Feed oder in einem Video veröffentlicht wird.
Das Format sozialer Netzwerke kann die Abgrenzung zwischen Information und Werbung allerdings erschweren. Kurze Videos, emotionale Inhalte und aufmerksamkeitsstarke Formulierungen begünstigen Zuspitzungen. Vorher-Nachher-Darstellungen in einer Story, ein Countdown für die „letzten freien Termine“ oder stark verkaufsorientierte Aufforderungen zur Buchung einer Behandlung können deshalb rechtlich problematisch sein. Ein Reel, das dagegen sachlich erklärt, wie ein Verfahren funktioniert, welche Risiken bestehen und für welche Patient:innen es geeignet oder nicht geeignet ist, dient in erster Linie der medizinischen Information.
Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Patient:innen in Bildern oder Videos zu sehen sind. Ärztliche Schweigepflicht und Datenschutz gelten auch in sozialen Netzwerken. Für eine Veröffentlichung ist eine wirksame Einwilligung erforderlich. Gleichzeitig muss auch der veröffentlichte Inhalt selbst den berufs- und werberechtlichen Vorgaben entsprechen.
Kommerzielle Kooperationen können zusätzliche Kennzeichnungspflichten auslösen. Fließt eine Gegenleistung oder wird ein fremdes Produkt im Rahmen einer kommerziellen Zusammenarbeit präsentiert, sind unter anderem wettbewerbs- und medienrechtliche Vorgaben zu berücksichtigen. Auch die einschlägigen Impressums- und Informationspflichten gelten für geschäftsmäßig betriebene Praxisauftritte.
Als „Medfluencer:innen“ werden Ärzt:innen und andere medizinische Fachpersonen bezeichnet, die über soziale Medien eine größere Reichweite mit Gesundheitsinhalten erzielen. Auch für sie gelten die allgemeinen berufsrechtlichen Vorgaben. Bei bezahlten Produktempfehlungen können insbesondere die Regeln zur Fremdwerbung relevant werden. Individuelle Behandlungsempfehlungen ohne persönlichen Kontakt werfen zusätzlich Fragen zur Fernbehandlung auf, in Deutschland etwa nach § 7 Abs. 4 MBO-Ä. Allgemeine medizinische Aufklärung ist davon zu unterscheiden.
Was bedeutet das Fremdwerbeverbot für Produkte und Kooperationen?
Ärzt:innen dürfen ihre berufliche Stellung nicht in unzulässiger Weise einsetzen, um fremde Produkte oder Dienstleistungen zu bewerben. In Deutschland ergeben sich entsprechende Grenzen unter anderem aus § 27 Abs. 3 und § 3 Abs. 2 MBO-Ä. Hinter diesen Vorgaben steht der Schutz der ärztlichen Unabhängigkeit. Patient:innen sollen darauf vertrauen können, dass medizinische Empfehlungen fachlich begründet und nicht durch kommerzielle Interessen beeinflusst sind. Problematisch kann es beispielsweise sein, wenn Dermatolog:innen auf Instagram ein bestimmtes Serum mit Kauf- oder Rabattcode empfehlen oder Zahnärzt:innen auf ihrer Website eine bestimmte Zahnbürstenmarke als „einzige Wahl“ bezeichnen. Ob zusätzlich eine Vergütung gezahlt wird, ist für die berufsrechtliche Bewertung nicht in jedem Fall das einzige Kriterium.
Davon zu unterscheiden ist die sachliche Nennung von Produkten im medizinischen Zusammenhang. Wenn Ärzt:innen erklären, dass bei einem Verfahren ein bestimmter Wirkstoff oder ein zugelassenes Gerät eingesetzt wird, kann dies der fachlichen Information dienen. Wird dagegen ein Hersteller werblich hervorgehoben oder mit einem konkreten Kaufanreiz verbunden, verändert sich der Charakter der Aussage.
Kooperationen mit Unternehmen sind nicht grundsätzlich verboten, müssen jedoch transparent ausgestaltet werden. Vorträge, Beiratsmitgliedschaften und Studienbeteiligungen können angegeben werden. Zuwendungen unterliegen in Deutschland unter anderem § 32 MBO-Ä sowie den Strafnormen der §§ 299a und 299b StGB zur Korruption im Gesundheitswesen.
In Österreich ist zusätzlich das Provisionsverbot des § 53 Abs. 2 ÄrzteG zu beachten, das Vergütungen im Zusammenhang mit der Zuweisung von Patient:innen erfasst. Auch die Werberichtlinie der ÖÄK enthält Vorgaben zur Verwendung des ärztlichen Namens im Zusammenhang mit Produkten.
In der Schweiz bestehen ebenfalls berufsrechtliche Anforderungen an die Zusammenarbeit von Ärzt:innen mit der Industrie und an die Verwendung ärztlicher Berufsbezeichnungen zu Werbezwecken für Dritte.
Für die Empfehlung und den Verkauf von Nahrungsergänzungsmitteln in der Praxis gelten weitere Besonderheiten, die über das allgemeine ärztliche Werberecht hinausgehen.
Was ist bei Google-Bewertungen und Bewertungsportalen erlaubt?
Ärzt:innen dürfen Patient:innen um eine Bewertung bitten. Bewertungen dürfen jedoch weder gekauft noch mit Gegenleistungen belohnt oder gezielt gesteuert werden. Gekaufte oder gefälschte Bewertungen können eine Irreführung nach § 5 UWG darstellen. § 5b Abs. 3 UWG enthält zudem Vorgaben dazu, ob und wie Unternehmen sicherstellen, dass veröffentlichte Bewertungen tatsächlich von Nutzer:innen stammen, die die betreffende Leistung in Anspruch genommen haben. Eine neutrale Bewertungskarte an der Rezeption ist daher anders zu beurteilen als ein Gutschein, der an eine Fünf-Sterne-Bewertung gekoppelt ist. Auch Filter-Tools, die ausschließlich zufriedene Patient:innen zu einer öffentlichen Bewertung bei Google weiterleiten, können rechtlich problematisch sein.
Bei Antworten auf Bewertungen gilt weiterhin die ärztliche Schweigepflicht. Das gilt auch dann, wenn Patient:innen selbst bereits Details zu ihrer Behandlung veröffentlicht haben. Ärzt:innen sollten daher weder den Behandlungskontakt bestätigen noch Diagnosen, Termine oder andere medizinische Einzelheiten nennen. Eine öffentliche Antwort wie „Sie waren mit Ihrer Akne bei uns in Behandlung“ kann bereits vertrauliche Informationen bestätigen und gegen die Schweigepflicht verstoßen.
Unwahre oder beleidigende Bewertungen können beim jeweiligen Portal beanstandet und gegebenenfalls auch zivilrechtlich verfolgt werden. Die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs hat die Prüfpflichten der Portale bei entsprechenden Beschwerden seit 2016 konkretisiert. Bestehen Zweifel daran, ob überhaupt ein Behandlungskontakt stattgefunden hat, kann das Portal dazu verpflichtet sein, die bewertende Person zur Stellungnahme aufzufordern und entsprechende Nachweise einzuholen.
Bewertungsportale und Arztverzeichnisse dürfen Ärzt:innen grundsätzlich auch ohne vorherige Zustimmung listen, sofern die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind und die Darstellung neutral bleibt. Ein vorhandenes Profil mit korrekten Angaben zu Qualifikation, Leistungsspektrum und Foto zu vervollständigen, ist von einer werblichen Spitzenbehauptung zu unterscheiden. Problematisch wird es, wenn bezahlte Platzierungen wie unabhängige redaktionelle Empfehlungen erscheinen. Bei kostenpflichtigen Angeboten sollte deshalb transparent erkennbar sein, welche Einträge bezahlt sind und nach welchen Kriterien die angezeigte Reihenfolge zustande kommt.
Welche Regeln gelten in Österreich und der Schweiz zusätzlich?
Auch in Österreich und der Schweiz gilt der Grundsatz, dass sachliche Information zulässig ist, während irreführende, anpreisende oder aufdringliche Werbung begrenzt wird. Die konkreten Vorgaben unterscheiden sich jedoch teilweise vom deutschen Recht.
Österreich
In Österreich enthält die Werberichtlinie der Österreichischen Ärztekammer unter anderem Vorgaben zu anpreisender Werbung, Vergleichen mit anderen Ärzt:innen, Behandlungserfolgen und der Verwendung ärztlicher Bezeichnungen im Zusammenhang mit Fremdprodukten. Auch eine reklamehafte Darstellung von Preisen kann problematisch sein. Wahlärzt:innen und Vertragsärzt:innen unterliegen grundsätzlich denselben berufsrechtlichen Anforderungen.
Zum Jahresende 2024 gab es in Österreich 11.802 Wahlärzt:innen und 8.236 Vertragsärzt:innen. Unabhängig vom jeweiligen Versorgungsmodell gelten für die Außendarstellung die berufs- und werberechtlichen Vorgaben. Verstöße können disziplinarrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen; daneben kommen Ansprüche nach dem österreichischen Wettbewerbsrecht in Betracht. Für ästhetische Eingriffe enthält das Ästhetische-Operationen-Gesetz zusätzliche Werbebeschränkungen und besondere Schutzvorgaben, unter anderem für Minderjährige.
Schweiz
In der Schweiz setzt das Medizinalberufegesetz (MedBG) den bundesrechtlichen Rahmen. Die Kantone können diesen in ihren Gesundheitsgesetzen weiter konkretisieren; für Mitglieder der FMH kommen die Vorgaben der FMH-Standesordnung hinzu. Art. 20 verlangt eine zurückhaltende und objektive Information. Der Anhang „Richtlinien Information und Werbung“ behandelt unter anderem Praxisschilder, Websites, Inserate und Fachinformationen und setzt Grenzen für aufdringliche Werbeformen.
Für Arzneimittel und Medizinprodukte gelten zusätzlich heilmittelrechtliche Vorschriften. Dazu gehören auch Beschränkungen der Publikumswerbung für verschreibungspflichtige Arzneimittel.
Im Schweizer Praxissektor waren 22.777 Ärzt:innen tätig. Eine sachliche Praxis-Website und vollständige Angaben in Verzeichnissen gehören zu den üblichen Formen der Außendarstellung. Bei weitergehenden Werbemaßnahmen sollten zusätzlich die jeweiligen kantonalen Vorgaben berücksichtigt werden.
Was unterscheidet ein Portalprofil von Werbung?
Ein Profil auf einem redaktionellen Fachportal kann als sachliche berufsbezogene Information zulässig sein, wenn Qualifikationen, Leistungsspektrum und fachliche Inhalte korrekt dargestellt werden und auf anpreisende oder irreführende Aussagen verzichtet wird.
Inhalt, Darstellung und Kennzeichnung
Dabei kommt es sowohl auf den Inhalt als auch auf die Darstellung und die Struktur des Portals an. Angaben zu Facharztbezeichnungen, Zusatzqualifikationen, Behandlungsbereichen und Kontaktdaten gehören zu den typischen berufsbezogenen Informationen. Redaktionelle Fachtexte können darüber hinaus Verfahren, Indikationen und Risiken erläutern und transparent ausweisen, welche Ärzt:innen an den Inhalten beteiligt sind.
Auch die Einordnung kostenpflichtiger Angebote ist relevant. Sind Premium-Profile klar gekennzeichnet und organische Suchergebnisse nicht käuflich, bleibt für Nutzer:innen nachvollziehbar, wie die Auswahl und Reihenfolge der angezeigten Profile zustande kommen.
Sichtbarkeit bei thematischen Suchanfragen
Eine MOOCI-Analyse der zwölf nachfragestärksten Longevity-Themen aus dem Jahr 2026 zeigt, weshalb Fachportale für Praxen zusätzliche Sichtbarkeit schaffen können. Die untersuchten Themen kommen zusammen auf 543.600 Suchen pro Monat. Praxis-Websites erreichen volumengewichtet 1,3 Prozent der Treffer, Portale und Magazine 39,8 Prozent. Bei der Suche nach „Arzt + Stadt“ entfallen dagegen 89 Prozent der Top-drei-Treffer auf Praxis-Websites.
Die Ergebnisse zeigen unterschiedliche Phasen der Suche. Fachportale und andere redaktionelle Angebote können Patient:innen bereits während der thematischen Informationssuche erreichen. Praxis-Websites erscheinen dagegen häufiger bei konkreteren Suchanfragen nach Ärzt:innen oder Standorten.
Fachportale in KI-Übersichten
Auch KI-Übersichten verändern die Auffindbarkeit. Bei 14 von 19 geprüften Suchbegriffen aus dem Ärzte- und Industriebereich zeigte Google eine KI-Übersicht. In der MOOCI-Messung über 30 Städte im September 2026 entfielen 77,8 Prozent der zuordenbaren Zitate auf Praxis-Websites und 13,0 Prozent auf inhaltsführende Fachportale. Der Anteil der Fachportale an den Zitaten entsprach damit dem 2,5-Fachen ihres organischen Gewichts.
Reine Profileinträge ohne ergänzende Inhalte wurden in dieser Messung nicht zitiert. Fachtexte mit ausgewiesener ärztlicher Autorschaft können dagegen zusätzliche fachliche Bezugspunkte für Suchmaschinen und KI-Übersichten schaffen.
Auch die Erwartungen von Patient:innen sprechen für fachlich nachvollziehbare Informationen. In einer DAK/Forsa-Befragung vom August 2026 gaben 90 Prozent der Befragten an, bei Gesundheitsfragen ihrer Ärztin beziehungsweise ihrem Arzt zu vertrauen. Vier Prozent nannten Influencer:innen.
Wie MOOCI Fachinhalte und Profile verbindet
MOOCI arbeitet nach diesem Prinzip. Die Suchergebnisse sind nicht käuflich. Premium-Profile werden gekennzeichnet und erhalten zusätzliche Platzierungen. Die Plattform umfasst mehr als 7.500 Arztprofile und 683 redaktionelle Fachinhalte, davon 340 mit Longevity-Bezug, bei 890.000 Besuchen pro Monat.
Die Autorschaft an einem Fachtext bietet Ärzt:innen die Möglichkeit, ihre fachliche Expertise über Inhalte sichtbar zu machen, ohne dafür auf Spitzenstellungs- oder Erfolgsbehauptungen zurückzugreifen.
Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung. Berufsordnungen, Werberichtlinien und Rechtsprechung können sich ändern. Zudem können die Landesärztekammern in Deutschland, die Ärztekammern in Österreich und die Kantone in der Schweiz einzelne Vorgaben unterschiedlich konkretisieren. Stand der Angaben ist September 2026. Konkrete Werbemaßnahmen sollten bei Unsicherheit mit der zuständigen Kammer oder einer auf Medizinrecht spezialisierten Kanzlei geprüft werden.
Wenn Sie wissen möchten, wie Ihre Praxis derzeit in Suchmaschinen, Verzeichnissen und KI-Übersichten erscheint, erstellt MOOCI auf Anfrage einen Sichtbarkeits-Befund. Er zeigt, welche Angaben bereits sichtbar sind und an welchen Stellen ein vollständiges Profil die Auffindbarkeit ergänzen kann.
Quellen
Bundesärztekammer: (Muster-)Berufsordnung für die in Deutschland tätigen Ärzt:innen (MBO-Ä), Stand Mai 2026, insbesondere §§ 3, 9, 27, 31 und 32 Bundesärztekammer: Berufsrecht und aktuelle MBO-Ä
Heilmittelwerbegesetz (HWG), insbesondere §§ 3 und 11 Heilmittelwerbegesetz
Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), insbesondere §§ 5 und 5b Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb
Ärztegesetz 1998 (Österreich), insbesondere § 53 Ärztegesetz 1998, § 53
Österreichische Ärztekammer: Verordnung „Arzt und Öffentlichkeit“ (Werberichtlinie), aktuelle Fassung ÖÄK: Arzt und Öffentlichkeit, Werberichtlinie
FMH: Standesordnung, insbesondere Art. 20 und Anhang 2 „Richtlinien Information und Werbung“ FMH: Standesordnung und Reglemente
Medizinalberufegesetz (MedBG, Schweiz), insbesondere Art. 40 Medizinalberufegesetz
Deutsches Ärzteblatt: Kock S. „Ärztliche Werbung im Wandel: Was darf ein Arzt wirklich?“, 2013 Deutsches Ärzteblatt: Ärztliche Werbung im Wandel
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Häufige Fragen
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