Die positive Macht der Öle: So setzt Du sie ein!

Öle liegen im Trend. Egal ob als Nahrungsergänzungsmittel oder als Zusatz in Beautyprodukten, ihnen wird eine positive Wirkung für Körper und Haar nachgesagt. Doch nicht jedes Öl passt zu jedem Bedürfnis, daher solltest Du bei der Verwendung von ihnen auf die unterschiedlichen Körperbedürfnisse eingehen. Hier findest Du eine Übersicht über Öle und eine Hilfe für die Wahl des richtigen Produkts.


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Online-Redaktion


Zuletzt aktualisiert: 20. Mai, 2020

Was ist Öl eigentlich?

Aus der Beautyindustrie sind Öle und Fette kaum mehr wegzudenken, allerdings gibt es einen Unterschied. Öle sind eigentlich auch Fette, der Unterschied liegt im Aggregatzustand. Sobald sich Fett bei Zimmertemperatur verflüssigt, wird es Öl genannt. Neben tierischen Ölen und Fetten, welche hauptsächlich in der Küche zum Einsatz kommen, gibt es noch zahlreiche pflanzliche Öle, welche sich nicht nur als Nahrungszusatz eignen, sondern auch Hauptbestandteile in zahlreichen Cremes und Salben sind. Dank essenzieller, ungesättigter Fettsäuren, weisen pflanzliche Öle nicht nur zahlreiche Vitamine auf, sondern können auch von außen positiv den Stoffwechsel des Menschen beeinflussen.
 
Es gibt viele verschiedene Öle. Kokosöl lässt sich nicht nur zum Kochen oder Backen verwenden, sondern ist auch gut für trockene Haare

Was ist das Besondere an Ölen?

Unser Körper benötigt Öle und Fette zum leben, aber auch die Lebensmittel- und Kosmetikindustrie macht sich die positiven Eigenschaften der Substanzen zunutze:
 

  • Der menschliche Organismus kann ohne Fett nicht leben. Sogenannte Lipide versorgen uns mit lebenswichtigen Fettsäuren und transportieren die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K in unserem Körper. Durch die Aufnahme von Fetten und Ölen aus der Nahrung wird der menschliche Körper mit Energie versorgt, welche er daraufhin speichern kann.  Zudem fungiert Fett als Baustein für den Aufbau und die Entwicklung von Zellen und Nervengewebe. Unsere Organe werden dank Fetten vor äußeren Einwirkungen geschützt und sie halten den Körper in kalten Jahreszeiten warm.
  • In der Küche sorgen Fette und Öle für Aroma und zählen zu den wichtigsten Geschmacksträgern überhaupt.
  • In der Kosmetikindustrie ist der Einsatz der Substanzen ebenfalls durchaus zu befürworten, da Öle den Hautaufbau besser harmonisieren und so die Hautbarriere besser geschützt und aufgebaut werden kann.

Welche Öle gibt es?

In der Beautybranche kommen zunehmend pflanzliche Öle zum Einsatz, da diese einen relativ hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren, aufweisen. Unterscheiden kann man zwischen trocknenden und nicht-trocknenden Ölen. Der Grad der Verharzung eines Öls gibt Aufschluss darüber, um welche Art von Öl es sich handelt. Je mehr ungesättigte Fettsäuren ein Öl enthält, desto schneller verharzt es. Man spricht dann von trocknenden Ölen. Auf der anderen Seite stehen die nicht-trocknenden Öle.
 
Trocknende Öle ziehen aufgrund des hohen Anteils an ungesättigten Fettsäuren sehr schnell in die Haut ein und hinterlassen keinen Fettfilm. Diese Öle sind eher leicht, eignen sich auch für fettige Haut und kommen oft für Gesichtscremen und Seren zum Einsatz. Dazu zählen beispielsweise:
 

  • Arganöl
  • Walnussöl
  • Sonnenblumenöl
  • Distelöl

Halb-trocknende Öle haben einen höheren Anteil gesättigter Fettsäuren und eignen sich besonders gut für normale Haut und Mischhaut. Die bekanntesten Vertreter sind:
 

  • Aprikosenkernöl
  • Sesamöl
  • Hanföl
  • Mohnöl

Nicht-trocknende Öle enthalten den höchsten Anteil gesättigter Fettsäuren und sind daher reichhaltiger. Diese filmbildenden Öle schließen Feuchtigkeit in Deine Haut ein und speichern sie. Dieser Effekt sorgt für ein lang anhaltendes Gefühl der Geschmeidigkeit. Öle auf dieser Basis sind besonders für trockene Haut und Haare eine Bereicherung. Nicht-trocknende Öle eignen sich weniger gut für unreine oder fettige Haut, da diese die Poren verstopfen können. Sie werden daher eher als Körper oder Haaröl verwendet. Beliebt sind:
 
Öle lassen sich unter aderem in der Küche, im Kosmetikbereich und in der Industrie einsetzen
 

  • Mandelöl
  • Olivenöl
  • Kokosöl
  • Macadamiaöl

Neben den pflanzlichen Ölen spielen noch Öle auf Erdölbasis oder synthetische Öle eine große Rolle in der Kosmetikindustrie. Obwohl deren Image in den letzten Jahren in Verruf gekommen ist, sind sie immer noch fester Bestandteil konventioneller Kosmetikprodukte. Dazu zählen:
 

  • Paraffinöl, verschiedene Stoffe, die auf Erdölbasis gewonnen werden.
  • Silikone, synthetisch hergestellte Öle, die vor allem aus der Haarpflege bekannt sind.
  • Lanolin hingegen wird aus der Wolle von Schafen gewonnen. Dieses Wachs spielt in der Kosmetik eine Rolle, weil es den Wasserhaushalt der Haut reguliert.

Paraffine und Silikone werden mittlerweile eher kritischen betrachtet, da sie die Haut austrocknen können, aber auch, weil sie nicht abbaubar und somit vom ökologischen Standpunkt aus bedenklich sind. Wobei man bei den Silikonen auch zwischen wasserlöslichen und – nicht wasserlöslichen Silikonen unterscheiden muss.
 
Neben Basis- und Trägerölen sind in der Kosmetik noch die ätherischen Öle besonders wichtig. Diese haben mit Fett nichts zu tun. Bei ätherischen Ölen handelt es sich um wasserdampfflüchtige, nur leicht ölige Extrakte aus Pflanzen. Diese werden vor allem wegen ihres Aromas und Geruchs zahlreichen Kosmetikprodukten beigemischt.

Anwendungstipps bei der Verwendung von Ölen

Der wohl beliebteste Anwendungsbereich von Ölen sind Haut und Haare.
 
Körperöle kannst Du anstatt von Bodylotion verwenden. Sie eignen sich besonders gut für Personen mit trockener Haut. Körperöle solltest Du auf die noch feuchte Haut auftragen und sie eignen sich zudem für die tägliche Pflege.
 
Sonnenöle unterstützen nicht nur den Bräunungsvorgang, sie zaubern auch seidig-zarte Haut. Körperöle sind im Sommer besonders beliebt und sorgen für einen seidigen Schimmer. Verwende abends, nach einem Tag in der Sonne, beispielsweise Kokosöl, es wirkt erfrischend und kühlend auf der Haut.
 
Massageöle verwöhnen Körper und Geist. Auch ein filmbildendendes Körperöl kannst Du zur Massage verwenden. Erhitze das Öl kurz in der Mikrowelle oder erwärme es in Deinen Handflächen, bevor Du es auf die Haut aufträgst. Damit erzielst Du einen entspannenden Effekt.
 
Nachts wirkt die Ölpflege am besten, denn während des Schlafs hat Deine Haut genügend Zeit die Pflege richtig aufzunehmen und auch die Nährstoffe im Öl unterstützen bei ihrer nächtlichen Regeneration, den Pflegeprozess.
 
Öl als Badezusatz. Personen mit trockener Haut wird empfohlen zu Duschen anstatt zu Baden, da zu lange Bäder die Haut noch mehr austrocknen. Wer sich den Genuss eines entspannenden Bads aber nicht entgehen lassen möchte, kann einen großzügigen Schuss Öl in die Badewanne beigeben.
 
Haaröl sorgt als Finish für mehr Glanz im Haar. Verteile eine kleine Menge an Öl Deiner Wahl, zum Beispiel Macadamia- oder Mandelöl, in den Längen und Spitzen Deiner Haare. Auswaschen ist nicht nötig. Eine weitere Möglichkeit ist das Öl, zum Beispiel Olivenöl, über Nacht wie eine Haarmaske einwirken zu lassen. Am nächsten Tag musst Du Deine Haare gründlich auswaschen. Dieser Prozess ist für feines Haar allerdings weniger zu empfehlen.
 
Haaröl verleiht trockenen Haaren wieder neuen Glanz
 
Öl zum Ziehen. Eine immer beliebtere Methode ist das sogenannte Ölziehen. Dabei nimmst Du etwas Öl, zum Beispiel Kokos- oder Sesamöl, in den Mund und ziehst es für einige Minuten durch die Zahnzwischenräume. Danach spuckst Du das Öl aus und putzt wie gewohnt Deine Zähne. Das morgendliche Ritual stammt aus der ayurvedischen Lehre und soll gegen Mundgeruch helfen und Zahnfleischentzündungen reduzieren.
 
Öl zur Beruhigung in Form von CBD. Dem aus Hanf gewonnen Öl werden zahlreiche positive Wirkungen nachgesagt. Es wirkt nicht berauschend oder psychedelisch und ist völlig legal. Als Nahrungsergänzungsmittel erobert Hanföl schon länger den Markt.
 
Grundsätzlich kann man sagen, dass es für jeden Hauttyp und für fast jedes Bedürfnis ein passendes Öl gibt. Dennoch raten Dermatologen Menschen, welche unter Allergien leiden oder besonders Akne anfällig sind, von der Verwendung von Ölen ab, beziehungsweise sollten diese Personen vorsichtig sein und erst eine kleine Menge an einer Stelle probieren, um unschöne Reaktionen wie Juckreiz und andere Hautirritationen zu vermeiden.


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