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Was kostet eine Longevity-Untersuchung? Preisdaten aus 371 Praxen für Ärzt:innen und Anbieter KI-generiertes Bild

Was kostet eine Longevity-Untersuchung? Preisdaten aus 371 Praxen für Ärzt:innen und Anbieter

Preisdaten aus 371 Longevity-Praxen im DACH-Raum, Kalkulationslogik für Pakete und die GOÄ-Abrechnung von Selbstzahlerleistungen.

Was eine Longevity-Untersuchung kostet, hängt stark vom Leistungsumfang ab. In der MOOCI-Auswertung von 371 aktiven Longevity-Anbietern liegen die öffentlich genannten Medianpreise bei 182 Euro für eine Erstberatung, 256 Euro für ein Labor-Panel, 180 Euro für eine Infusion und 450 Euro für ein Longevity-Paket. Nur 14 Prozent der untersuchten Anbieter veröffentlichen überhaupt Preise.

Wer nach „Longevity Untersuchung Kosten“ sucht, findet überwiegend Preis- und Programmseiten einzelner Anbieter, etwa für mehrstufige Check-ups, umfangreiche Labor-Panels oder Tests zum biologischen Alter. Was dabei häufig fehlt, ist die Marktperspektive: Welche Preise werden öffentlich genannt, wie lässt sich ein umfassenderes Programm kalkulieren und welche Regeln gelten für die ärztliche Abrechnung?

Dieser Beitrag beantwortet diese Fragen anhand einer MOOCI-Auswertung aus dem Jahr 2026. Grundlage sind 1.860 Praxis-Websites mit insgesamt 11.757 untersuchten Seiten, aus denen 371 aktive Longevity-Anbieter identifiziert wurden. Für Ärzt:innen steht die Kalkulation und Abrechnung im Mittelpunkt. Labore, Hersteller und andere Anbieter erhalten zugleich Anhaltspunkte dafür, in welchem Preisumfeld ihre Leistungen eingesetzt werden.

Was kostet eine Longevity-Untersuchung? Preisdaten aus 371 Praxen für Ärzt:innen und Anbieter KI-generiertes Bild

Das Wichtigste in Kürze

Nur 14 Prozent der 371 untersuchten Longevity-Anbieter nennen auf ihrer Website Preise. Die veröffentlichten Medianpreise liegen je nach Leistung zwischen 180 und 450 Euro. In der MOOCI-Modellrechnung wird für ein umfangreicheres Longevity-Programm mit mehreren Leistungen und Verlaufsterminen mit 1.000 bis 1.500 Euro kalkuliert. Diese Spanne ist kein beobachteter Marktmedian.

In Deutschland werden ärztliche Longevity-Leistungen nach GOÄ abgerechnet. Nicht im Gebührenverzeichnis enthaltene selbstständige ärztliche Leistungen können unter den Voraussetzungen des § 6 Abs. 2 analog bewertet werden. Eine Honorarvereinbarung nach § 2 GOÄ ermöglicht eine abweichende Gebührenhöhe für bestimmte einzelne Leistungen, aber keinen frei kalkulierten Paketpreis. Ein internes MOOCI-Modell kommt auf einen annualisierten Umsatz von rund 2.014 Euro pro Patient:in bei etwa zwei Stunden ärztlicher Zeit. Dabei handelt es sich um eine Modellrechnung, nicht um eine Prognose für einzelne Praxen.

Welche Preise nennen Longevity-Praxen im DACH-Raum tatsächlich?

Die öffentlich genannten Medianpreise unterscheiden sich deutlich nach Leistungsart. Für eine Erstberatung liegt der Median bei 182 Euro, für eine Infusion bei 180 Euro, für ein Labor-Panel bei 256 Euro und für ein als Longevity-Paket bezeichnetes Angebot bei 450 Euro.

Leistung Median des genannten Preises
Erstberatung 182 Euro
Infusion, Vitalstoffe oder Mikronährstoffe 180 Euro
Labor-Panel, Biomarker 256 Euro
Hormontherapie 300 Euro
NAD+ 350 Euro
Peptide 390 Euro
Longevity-Paket 450 Euro

Die Auswertung berücksichtigt unterschiedliche Teilpopulationen, darunter den MOOCI-Datensatz, Mitglieder eines Fachverbands sowie eine verbandsunabhängige Kontrollgruppe in 15 Großstädten. Die veröffentlichten Medianpreise beziehen sich ausschließlich auf die Anbieter, bei denen tatsächlich Preise auf der Website auffindbar waren.

Nur eine Minderheit veröffentlicht Preise

Die wichtigste Zahl steht deshalb nicht in der Tabelle: Nur 14 Prozent der 371 aktiven Anbieter nennen überhaupt Preise. Die Mediane bilden damit nicht den vollständigen Markt ab, sondern den öffentlich sichtbaren Teil.

Auch die einzelnen Kategorien sind nur eingeschränkt miteinander vergleichbar. Ein Labor-Panel für 256 Euro enthält eine andere Leistung als eine Hormontherapie für 300 Euro oder ein unter „Longevity-Paket“ vermarktetes Angebot für 450 Euro. Aus den Preisunterschieden lässt sich deshalb nicht ableiten, welche Leistungen für Praxen wirtschaftlich wichtiger sind.

Für die Einordnung zeigen die Daten vor allem eines: Welche Preise sehen Patient:innen, wenn sie sich online über Kosten informieren?

Wie viel kostet ein kompletter Gesundheitscheck?

Für einen vollständigen Longevity-Check lässt sich aus den Preisdaten kein einheitlicher Marktpreis ableiten. Der Median von 450 Euro bezieht sich auf Angebote, die von den untersuchten Praxen ausdrücklich als Longevity-Paket ausgewiesen wurden. Umfangreichere Programme mit Spezialdiagnostik, Bildgebung oder mehreren Verlaufsterminen können deutlich darüber liegen.

Labor und Biomarker

Ein wesentlicher Bestandteil vieler Angebote ist die Labordiagnostik. Dabei kann ein erweitertes Panel neben klassischen Laborparametern beispielsweise Marker des Stoffwechsels, Entzündungsparameter, Lipidwerte wie ApoB oder Lipoprotein(a), Hormone oder ausgewählte Mikronährstoffe umfassen. Für die öffentlich genannten Labor-Panels liegt der Median in der MOOCI-Auswertung bei 256 Euro.

Welche Untersuchungen medizinisch sinnvoll sind, hängt jedoch von Anamnese, Risikoprofil und Fragestellung ab. Ein umfangreicheres Panel ist deshalb nicht automatisch ein besserer Check.

Ärztliche Beratung und Auswertung

Zur Diagnostik kommt die ärztliche Leistung. Dazu können Anamnese, körperliche Untersuchung, Interpretation vorhandener Befunde sowie die Besprechung möglicher weiterer Schritte gehören. Für die separat ausgewiesene Erstberatung liegt der Median der untersuchten Angebote bei 182 Euro.

Gerade diese Einordnung unterscheidet ein ärztlich begleitetes Programm von einem isolierten Selbsttest. Ein einzelner Laborwert erhält seinen medizinischen Nutzen erst im Zusammenhang mit Vorgeschichte, weiteren Befunden und der konkreten Fragestellung.

Spezialdiagnostik

Umfangreichere Programme ergänzen Labor und Beratung teilweise um Bildgebung, Leistungsdiagnostik wie VO2max, Körperzusammensetzung oder Verfahren, die das biologische Alter abschätzen sollen. Dazu zählen beispielsweise epigenetische Alterstests oder Telomermessungen.

Solche Verfahren werden im Longevity-Markt angeboten, ihre individuelle klinische Aussagekraft und ihr Nutzen für konkrete Therapieentscheidungen sind jedoch unterschiedlich gut belegt. Sie sollten deshalb nicht wie etablierte Standardparameter eines Vorsorgechecks dargestellt werden.

Für Patient:innen bedeutet das: Der Preis eines Longevity-Checks hängt weniger von der Bezeichnung des Pakets als von den tatsächlich enthaltenen Untersuchungen, der ärztlichen Zeit und der weiteren Betreuung ab.

Wie kalkuliert eine Praxis ein Longevity-Paket?

Für umfangreichere Programme arbeitet das MOOCI-Modell mit einer Kalkulationsgröße von 1.000 bis 1.500 Euro. Diese Spanne ist kein Median der 371 untersuchten Anbieter, sondern eine interne Modellrechnung für Programme, die mehrere diagnostische und ärztliche Leistungen sowie Verlaufstermine kombinieren.

Der Unterschied zum öffentlich sichtbaren Median von 450 Euro ist deshalb wichtig: Beide Zahlen messen nicht dasselbe. Die 450 Euro beschreiben die Mitte der veröffentlichten Preise in der Kategorie „Longevity-Paket“. Die 1.000 bis 1.500 Euro bilden dagegen ein umfangreicheres Betreuungsmodell ab.

Arztzeit und Betreuung

Einer der zentralen Kostenblöcke ist die ärztliche Zeit. Das MOOCI-Modell rechnet mit ungefähr zwei Stunden ärztlicher Betreuung pro Patient:in und Jahr. Hinzu kommen je nach Konzept Dokumentation, Befundauswertung, Organisation und weitere Termine.

Nicht jede dieser Tätigkeiten ist beliebig delegierbar oder separat abrechenbar. Für die Kalkulation sollte deshalb zwischen internen Praxiskosten und den nach GOÄ tatsächlich berechnungsfähigen ärztlichen Leistungen unterschieden werden.

Labor und Zusatzleistungen

Auch Laborleistungen müssen differenziert betrachtet werden. Sie können nicht pauschal wie Handelsware eingekauft, mit einem frei gewählten Aufschlag versehen und anschließend als Bestandteil eines ärztlichen Pakets weiterberechnet werden. Welche Laborleistung die Praxis selbst berechnen kann und welche direkt durch ein ausführendes Labor abgerechnet wird, richtet sich nach den GOÄ-Vorgaben.

Zusätzliche Leistungen können die Gesamtkosten eines Betreuungskonzepts erhöhen. Im internen MOOCI-Modell wird beispielsweise mit rund 250 Euro für eine Infusion gerechnet. Für Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Training werden 120 Euro pro Behandlung beziehungsweise 350 Euro pro Monat angesetzt. Auch diese Werte sind Modellannahmen beziehungsweise beobachtete Preisgrößen und keine verbindlichen Vergütungssätze.

Die ärztliche Einordnung als Kernleistung

Wirtschaftlich interessant ist ein ärztlich begleitetes Longevity-Angebot nicht allein wegen der Zahl gemessener Biomarker. Entscheidend ist, was aus den Ergebnissen folgt. Ärztliche Anamnese, Indikationsstellung, Befundinterpretation und Verlaufskontrolle schaffen einen anderen Leistungsumfang als ein isolierter Direkt- oder Selbsttest.

Für Ihre Praxis sollte die Kalkulation deshalb bei den tatsächlich erbrachten medizinischen Leistungen beginnen und nicht bei einem gewünschten Gesamtpreis für ein Paket.

Wie rechnet man Longevity-Leistungen nach GOÄ ab?

In Deutschland werden ärztliche Longevity-Leistungen als Selbstzahlerleistungen grundsätzlich nach der GOÄ abgerechnet. Eine eigene Gebührenposition für einen „Longevity-Check“ existiert nicht. Die tatsächlich erbrachten Beratungen, Untersuchungen und weiteren Leistungen müssen deshalb einzeln betrachtet und den einschlägigen Gebührenpositionen zugeordnet werden.

Analogabrechnung für neue Verfahren

§ 6 Abs. 2 GOÄ ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen eine Analogbewertung. Dabei können selbstständige ärztliche Leistungen, die nicht im Gebührenverzeichnis enthalten sind, entsprechend einer nach Art, Kosten und Zeitaufwand gleichwertigen Leistung berechnet werden.

Eine Analogposition ist damit keine frei festgelegte Gebühr. Sie benötigt eine nachvollziehbare Zuordnung zu einer bestehenden GOÄ-Leistung.

Verlangensleistungen nach § 1 GOÄ

§ 1 Abs. 2 GOÄ unterscheidet zwischen medizinisch notwendigen ärztlichen Leistungen und Leistungen, die auf Verlangen der zahlungspflichtigen Person erbracht werden. Gerade bei präventiven Angeboten außerhalb einer medizinischen Indikation kann diese Abgrenzung relevant sein.

Welche konkrete Longevity-Leistung darunter fällt, muss im Einzelfall beurteilt werden. Die Bezeichnung „Longevity“ allein entscheidet nicht darüber.

Was ermöglicht eine Honorarvereinbarung nach § 2 GOÄ?

Eine Honorarvereinbarung nach § 2 GOÄ erlaubt eine abweichende Gebührenhöhe für bestimmte Leistungen. Sie muss vor der Leistung nach persönlicher Absprache schriftlich vereinbart werden und unter anderem Gebührennummer, Leistungsbezeichnung, Steigerungssatz und vereinbarten Betrag enthalten. Für Leistungen der Abschnitte A, E, M und O ist eine solche Vereinbarung ausgeschlossen.

Damit ist § 2 GOÄ kein Weg, um einen frei kalkulierten Gesamtpreis für ein „Longevity-Paket“ rechtssicher an die Stelle der GOÄ-Abrechnung zu setzen. Auch ein umfangreicheres Programm muss abrechnungsrechtlich auf die tatsächlich erbrachten Leistungen zurückgeführt werden.

Kosten müssen vorab transparent sein

Ergänzend gilt die wirtschaftliche Aufklärung nach § 630c BGB. Wenn erkennbar ist, dass ein Dritter die Behandlungskosten voraussichtlich nicht vollständig übernimmt, müssen Patient:innen vor Beginn in Textform über die voraussichtlichen Kosten informiert werden.

Das spricht aus Patientensicht für eine transparente Preiskommunikation. Eine Pflicht, konkrete Preise öffentlich auf der Praxiswebsite zu nennen, ergibt sich daraus jedoch nicht.

Für die weitere Entwicklung der Abrechnung ist zudem die geplante GOÄ-Novelle relevant. Nach aktuellem Stand hält die Bundesärztekammer ein Inkrafttreten zum 1. Januar 2028 für realistisch. Beschlossen ist dieser Termin noch nicht.

Was gilt für Longevity-Preise in Österreich und der Schweiz?

Österreich und die Schweiz kennen keine deutsche GOÄ-Systematik für diese Leistungen. Dennoch können auch dort Selbstzahlerangebote nicht völlig losgelöst von Berufsrecht, Leistungsrecht und den jeweiligen Informationspflichten kalkuliert und beworben werden.

Freie Honorargestaltung bei Wahlärzt:innen in Österreich

In Österreich standen zum 31. Dezember 2024 laut Österreichischer Ärztekammer 11.802 Wahlärzt:innen 8.236 Ärzt:innen mit Kassenvertrag gegenüber. Wahlärzt:innen können ihre Honorare grundsätzlich selbst festlegen. Auch umfangreichere Präventionsprogramme lassen sich deshalb innerhalb der Ordination individuell kalkulieren.

Für die Kommunikation gelten die berufsrechtlichen Grenzen des Ärztegesetzes und der Werberichtlinie der Österreichischen Ärztekammer. Leistungen und Preise dürfen sachlich dargestellt werden. Stark anpreisende oder irreführende Preiswerbung sollte dagegen vermieden werden.

§ 53 Ärztegesetz ist darüber hinaus für Kooperationen mit Laboren und anderen Anbietern wichtig, weil wirtschaftliche Vorteile nicht mit der Zuweisung von Patient:innen verbunden werden dürfen. Einkaufskonditionen und fachliche Kooperationen sind deshalb von Vergütungen für konkrete Zuweisungen zu unterscheiden.

Privatleistungen in der Schweiz

In der Schweiz waren 2024 insgesamt 42.602 Ärzt:innen berufstätig, davon 22.777 hauptsächlich im Praxissektor. Ob eine konkrete Untersuchung von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung übernommen wird, richtet sich nach dem schweizerischen Leistungsrecht und nicht danach, ob eine Praxis sie als „Longevity“ bezeichnet.

Leistungen außerhalb der Grundversicherung können je nach Angebot privat beziehungsweise gegebenenfalls über eine Zusatzversicherung finanziert werden. Patient:innen sollten deshalb vorab nachvollziehen können, welche Leistungen enthalten sind, welche Kosten entstehen und mit welcher Erstattung zu rechnen ist.

Auch bei der Außendarstellung bleibt die ärztliche Kommunikation reguliert. Art. 20 der FMH-Standesordnung verlangt eine sachliche und nicht irreführende Information. Bei der Bewerbung konkreter Arzneimittel oder substanzbezogener Therapien können zusätzlich Vorgaben des schweizerischen Heilmittelrechts relevant sein. Eine einfache Preisangabe für eine Erstberatung ist deshalb rechtlich anders zu beurteilen als die werbliche Darstellung einer konkreten medikamentösen oder substanzbasierten Behandlung.

Warum kann Preistransparenz die Sichtbarkeit unterstützen?

Preistransparenz kann die digitale Sichtbarkeit unterstützen, weil Patient:innen gezielt nach den Kosten von Longevity-Untersuchungen, Gesundheitschecks und einzelnen Leistungen suchen. Gleichzeitig nennen in der MOOCI-Auswertung nur 14 Prozent der aktiven Anbieter Preise auf ihrer Website. Wer Kosten sachlich erklärt und mit dem jeweiligen Leistungsumfang verbindet, beantwortet damit eine konkrete Suchintention.

Auch KI-Übersichten spielen bei der Informationssuche eine zunehmende Rolle. In einer MOOCI-Messung in 30 Städten im September 2026 erschienen bei elf untersuchten Suchen KI-Übersichten. Von 54 zuordenbaren Zitaten entfielen 77,8 Prozent auf Praxis-Websites mit eigenen Fachinhalten und 13,0 Prozent auf Longevity-Fachportale. Klassische Arztsuchen wurden in dieser Stichprobe lediglich einmal zitiert.

Preise allein reichen nicht aus

Aus dieser Auswertung lässt sich nicht ableiten, dass eine Preisangabe automatisch das Google-Ranking verbessert oder zur Aufnahme in eine KI-Übersicht führt. Sie zeigt vielmehr, dass ausführliche Seiten mit eigenständigen Informationen in der untersuchten Stichprobe als Quellen vorkamen.

Für Ihre Praxis bedeutet das: Wenn Sie Preise veröffentlichen, sollten Sie gleichzeitig erklären, welche Leistungen enthalten sind, welche ärztliche Auswertung erfolgt und welche zusätzlichen Kosten entstehen können. So erhalten Patient:innen nicht nur eine Zahl, sondern können unterschiedliche Angebote besser einordnen.

§ 630c BGB verpflichtet Praxen bei voraussichtlich fehlender oder unvollständiger Kostenübernahme zur wirtschaftlichen Aufklärung vor der Behandlung. Eine Pflicht zur Veröffentlichung von Preisen auf der Website folgt daraus nicht. Eine freiwillige transparente Preisorientierung kann die spätere Aufklärung jedoch ergänzen.

Welche Umsatzgröße ergibt sich im MOOCI-Modell pro Patient:in?

Die interne MOOCI-Modellrechnung kommt auf einen annualisierten Umsatz von rund 2.014 Euro pro Patient:in bei etwa zwei Stunden ärztlicher Zeit. Grundlage sind verschiedene Preisannahmen und Mediane für Beratung, Diagnostik, Verlauf und weitere Leistungen. Der Wert ist keine Prognose für eine einzelne Praxis und beschreibt auch keinen allgemeinen Branchenbenchmark.

Wiederkehrende Betreuung statt Einzeltermin

Die Modellrechnung verdeutlicht vor allem den Unterschied zwischen einer einzelnen Erstberatung und einem längerfristigen Betreuungskonzept. Wenn neben der Erstdiagnostik weitere Gespräche, Verlaufskontrollen oder ergänzende Leistungen stattfinden, verteilt sich der Umsatz über mehrere Kontakte.

Auch die von MOOCI berechnete Wirtschaftlichkeit einzelner Sichtbarkeitsmaßnahmen basiert auf solchen Annahmen. In der zugrunde gelegten Modellrechnung können bereits wenige zusätzliche Patient:innen pro Jahr die angesetzten Kosten einer Sichtbarkeitsmaßnahme decken. Ob das in einer konkreten Praxis tatsächlich eintritt, hängt jedoch von deren Kosten, Preisen, Leistungsumfang und Conversion ab.

Ein weiteres Rechenbeispiel geht von drei zusätzlichen Patient:innen pro Monat aus. Bei einem annualisierten Modellwert von 2.014 Euro entspricht das rund 72.000 Euro Jahresumsatz. Auch dieser Wert ist eine Modellrechnung und keine Aussage darüber, welchen Umsatz eine Praxis im ersten Jahr tatsächlich erzielt.

Was sagt die Nachfrage dazu?

Die DAK/Forsa-Befragung vom August 2026 zeigt ein grundsätzlich hohes Interesse am gesunden Altern. 50 Prozent der 1.043 Befragten kennen den Begriff Longevity. 74 Prozent würden regelmäßig Sport treiben oder mehr Bewegung in den Alltag integrieren, um ihre gesunde Lebensspanne zu verlängern. 22 Prozent empfinden Gesundheitsmaßnahmen als zu teuer.

Bei Informationen zum gesunden Altern vertrauen 90 Prozent Ärzt:innen, während vier Prozent Influencer:innen als vertrauenswürdige Quelle nennen. Daraus lässt sich jedoch keine konkrete Zahlungsbereitschaft für Longevity-Programme im drei- oder vierstelligen Bereich ableiten. Für Praxen zeigt die Befragung vor allem, dass Interesse vorhanden ist und die ärztliche Einordnung eine hohe Vertrauensposition besitzt.

Was bedeuten die Preisdaten für Labore, Hersteller und Anbieter?

Für Labore und Hersteller zeigen die öffentlich genannten Preise, in welchem wirtschaftlichen Umfeld ihre Leistungen in Praxen angeboten werden. Die Mediane von 256 Euro für ein Labor-Panel, 180 Euro für eine Infusion, 350 Euro für NAD+ und 390 Euro für Peptide sind jedoch keine Preisobergrenzen für Einkauf oder Kooperationen.

Die Kalkulation einer Praxis hängt von zahlreichen Faktoren ab, darunter ärztliche und nicht ärztliche Zeit, Material, Laborabrechnung, Gerätekosten und organisatorischer Aufwand. Gerade bei Laborleistungen gelten zudem eigene GOÄ-Regeln, sodass sich aus dem öffentlich genannten Endpreis kein einfacher maximaler Einkaufspreis ableiten lässt.

Praxen brauchen mehr als ein Produkt

Interessant ist deshalb nicht nur die Höhe der Preise, sondern auch die Struktur des Marktes. Von 1.860 untersuchten Praxis-Websites weisen 371 Longevity oder entsprechende Präventionsangebote aktiv nach. In der verbandsaffinen Population liegt der Anteil in der Dermatologie bei 19,0 Prozent und in der Plastischen Chirurgie bei 11,4 Prozent.

Für Anbieter kann daraus ein zusätzlicher Bedarf an fachlicher Unterstützung entstehen. Ein Labor-Panel benötigt eine verständliche medizinische Einordnung, neue diagnostische Verfahren brauchen klare Indikationskriterien und bei komplexeren Leistungen sind Dokumentation und Patienteninformation wichtige Bestandteile der Einführung. Anbieter, die Praxen fachlich unterstützen, können damit die Implementierung ihrer Leistungen erleichtern.

Nachfrage beginnt häufig vor dem Praxisbesuch

Patient:innen informieren sich häufig bereits vor dem Arzttermin über Biomarker, Gesundheitschecks und Möglichkeiten der Prävention. Die zwölf von MOOCI untersuchten Longevity-Themen erreichen zusammen rund 543.600 Suchanfragen pro Monat in Deutschland.

Praxis-Websites stellen in diesen Suchergebnissen 12,2 Prozent der Treffer und volumengewichtet 1,3 Prozent. Portale und Magazine kommen auf 39,8 Prozent, Shops auf 22,4 Prozent. Für Labore und Hersteller bedeutet das, dass fachliche Information bereits früh in der Informationsphase eine Rolle spielen kann. Die konkrete Entscheidung für eine Untersuchung oder Behandlung bleibt anschließend Aufgabe von Patient:in und Praxis.

Was bringt ein Fachportal zur Preisfrage zusätzlich zur eigenen Website?

Die eigene Praxiswebsite ist besonders wichtig, wenn Patient:innen bereits nach einer konkreten Ärzt:in oder Praxis suchen. Ein Fachportal setzt früher an und kann Themen abdecken, bei denen zunächst nach Gesundheitschecks, Laborwerten, biologischem Alter oder anderen Fragestellungen gesucht wird.

In der MOOCI-Auswertung entfallen bei lokalen Suchen nach „Longevity Arzt + Stadt“ 79,7 Prozent der Treffer und 89 Prozent der ersten drei Positionen auf Praxis-Websites. Bei den untersuchten Themen-Suchen liegt ihr volumengewichteter Anteil dagegen bei 1,3 Prozent. Beide Kanäle erfüllen damit unterschiedliche Aufgaben innerhalb der Informationssuche.

Welche Reichweite bietet MOOCI?

MOOCI erreicht rund 890.000 Besuche und 620.000 Unique User pro Monat bei einer durchschnittlichen Verweildauer von 4,35 Minuten. Von 683 redaktionellen Fachinhalten haben 340 einen Longevity-Bezug. Dazu gehören Inhalte zu Laborwerten der Vorsorgeuntersuchung, Gesundheitschecks, biologischem Alter und Vitamininfusionen.

Diese Themen überschneiden sich direkt mit Leistungen, zu denen Patient:innen auch nach Preisen suchen. Ein fachlicher Beitrag kann deshalb zusätzlich zum Praxisprofil erklären, welche Untersuchung angeboten wird, woraus sie besteht und welche medizinischen Fragen sie beantworten kann.

Wie werden Ärzt:innen auf MOOCI sichtbar?

Ärzt:innen können auf MOOCI ein Profil führen und im Rahmen einer Autorschaft mit redaktionellen Fachinhalten verbunden werden. Premium-Profile werden gekennzeichnet und können zusätzliche thematisch passende Platzierungen erhalten. Die eigentlichen Suchergebnisse auf MOOCI sind nicht käuflich.

Für Ihre Praxis bedeutet das, dass Leistungsprofil und Fachinformation miteinander verbunden werden können. Über Klick-Tracking lässt sich anschließend nachvollziehen, wie viele Nutzer:innen vom Profil zur Website oder Terminmöglichkeit wechseln.

Was bietet MOOCI für Labore und Hersteller?

Auch Labore und Hersteller können Themen als redaktionelle Content-Partner begleiten. MOOCI verbindet dabei die Patient:innenreichweite mit mehr als 7.500 Arztprofilen und einem Fachkreise-Newsletter mit über 10.000 Empfänger:innen.

Das Portal kann Reichweite und fachliche Kontaktpunkte schaffen. Ob daraus eine konkrete Anfrage, ein Termin oder eine Zusammenarbeit entsteht, entscheidet sich anschließend auf der Website, in der Praxis oder im direkten Austausch.

Wenn Sie als Ärzt:in bereits Longevity-Leistungen anbieten, können Sie Ihr bestehendes Profil auf MOOCI beanspruchen und prüfen, welche Leistungen und Fachthemen dort bereits sichtbar sind. Für Labore und Hersteller lässt sich ebenso prüfen, welche Themen zu Ihrem diagnostischen oder therapeutischen Schwerpunkt passen und wo eine redaktionelle Partnerschaft sinnvoll eingebunden werden kann.

Die Angaben zu GOÄ, ÄrzteG, FMH-Standesordnung und Heilmittelrecht geben den Stand 2026 wieder und ersetzen keine individuelle Rechtsberatung. Bei der Abrechnung oder Bewerbung konkreter Leistungen empfiehlt sich die Abstimmung mit der zuständigen Ärztekammer oder einer auf Medizinrecht spezialisierten Kanzlei.

Quellen

Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), insbesondere §§ 1, 2, 5, 6 und 12 zu Verlangensleistungen, Honorarvereinbarung, Gebührenrahmen, Analogabrechnung und Rechnungsstellung. https://www.gesetze-im-internet.de/go__1982/

Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), § 630c zu Informationspflichten des Behandelnden und wirtschaftlicher Aufklärung. https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__630c.html

Bundesärztekammer: (Muster-)Berufsordnung für die in Deutschland tätigen Ärzt:innen, insbesondere § 27 zu Information und Werbung. https://www.bundesaerztekammer.de/themen/recht/berufsrecht

Bundesärztekammer: GOÄ-Novellierung, aktueller Stand und Einschätzung zu einem möglichen Inkrafttreten zum 1. Januar 2028. https://www.bundesaerztekammer.de/themen/aerzte/honorar/goae-novellierung

DAK-Gesundheit / Forsa: „Longevity: 69 Prozent sehen Potenzial für mehr gesunde Lebensjahre“, repräsentative Befragung von 1.043 Personen, August 2026. https://www.dak.de/presse/bundesthemen/umfragen-studien/longevity-69-prozent-sehen-potenzial-fuer-mehr-gesunde-lebensjahre_226702

Ärztegesetz 1998, Österreich, insbesondere § 53 zu ärztlicher Information, Werbung und wirtschaftlichen Vorteilen. https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10011138

Österreichische Ärztekammer: „Arzt und Öffentlichkeit“, Werberichtlinie über die Art und Form zulässiger ärztlicher Informationen. https://www.aerztekammer.at/kundmachungen/-/asset_publisher/KSydEGNV6Ajn/content/arzt-und-c3-96ffentlichkeit-werberichtlinie-/261766

FMH: Standesordnung der FMH, insbesondere Art. 20 zu Information und Werbung. https://www.fmh.ch/ueber-die-fmh/statuten-reglemente.cfm

FMH: Ärztestatistik 2024. In der Schweiz waren 2024 insgesamt 42.602 Ärzt:innen berufstätig, davon 22.777 hauptsächlich im Praxissektor. https://www.fmh.ch/politik-medien/schweizerische-aerztezeitung/ausgabe-11-12/fmh-aerztestatistik.cfm

Bundesamt für Gesundheit, Schweiz: Recht auf Aufklärung über medizinische Behandlungen und deren finanzielle Aspekte. https://www.bag.admin.ch/de/das-recht-auf-aufklaerung

Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG), insbesondere Art. 32 zu Wirksamkeit, Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit von Leistungen. https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1995/1328_1328_1328/de

Bundesgesetz über Arzneimittel und Medizinprodukte (Heilmittelgesetz, HMG), Schweiz, insbesondere zu den Vorgaben für Arzneimittelwerbung. https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/2001/422/de

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Häufige Fragen

Was sind Longevity-Tests?
Unter Longevity-Tests werden unterschiedliche Laboruntersuchungen und Messverfahren zusammengefasst, die gesundheits- oder altersbezogene Parameter erfassen. Dazu gehören beispielsweise Stoffwechsel- und Entzündungsmarker, Lipidwerte oder Hormone. Auch epigenetische Alterstests und Telomermessungen werden angeboten, ihre individuelle klinische Aussagekraft für Therapieentscheidungen ist jedoch begrenzt. Der Median für öffentlich genannte Labor-Panels liegt in der MOOCI-Auswertung bei 256 Euro.
Was ist ein:e Longevity-Ärzt:in?
„Longevity-Ärzt:in“ ist keine geschützte Facharztbezeichnung. Gemeint sind Ärzt:innen unterschiedlicher Fachrichtungen, die Prävention, Diagnostik und Maßnahmen zur Förderung gesunder Lebensjahre in ihr Angebot integrieren. In der verbandsaffinen MOOCI-Population weisen 41,1 Prozent der Allgemeinmediziner:innen und 39,7 Prozent der Internist:innen entsprechende Angebote auf ihrer Website nach.
Kann man sich einmal komplett durchchecken lassen?
Viele Praxen bieten umfangreiche Check-ups an, die beispielsweise Labor, ärztliche Untersuchung, Leistungsdiagnostik oder Bildgebung kombinieren. Welche Bestandteile medizinisch sinnvoll sind, hängt von Alter, Vorgeschichte und Risikoprofil ab. Der Median von 450 Euro bezieht sich auf öffentlich als „Longevity-Paket“ bezeichnete Angebote und nicht auf einen einheitlich definierten Komplettcheck.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten einer Longevity-Untersuchung?
Ob Kosten übernommen werden, hängt von der konkreten Leistung, ihrer medizinischen Indikation und dem jeweiligen Versicherungssystem ab. Das Label „Longevity“ entscheidet nicht über die Erstattung. Erweiterte Untersuchungen ohne regulären Leistungsanspruch werden häufig privat bezahlt, während medizinisch indizierte Einzeluntersuchungen je nach Voraussetzungen erstattungsfähig sein können.
Warum nennen so wenige Praxen ihre Preise?
In der MOOCI-Auswertung veröffentlichen nur 14 Prozent der aktiven Longevity-Anbieter Preise. Aus den erhobenen Daten lässt sich nicht feststellen, warum die übrigen Praxen darauf verzichten. Sachliche Preisangaben sind grundsätzlich möglich, müssen aber mit den jeweiligen gebühren-, berufs- und werberechtlichen Vorgaben vereinbar sein.
Was kostet eine Longevity-Untersuchung bei Heilpraktiker:innen im Vergleich zur Arztpraxis?
Die MOOCI-Auswertung untersucht ausschließlich Arztpraxen und enthält deshalb keine belastbaren Vergleichspreise für Heilpraktiker:innen. Heilpraktiker:innen unterliegen nicht der GOÄ und kalkulieren ihre eigenen Leistungen anders. Ärzt:innen verfügen darüber hinaus über andere diagnostische, therapeutische und verordnungsrechtliche Möglichkeiten, sodass die Angebote nicht allein anhand des Preises vergleichbar sind.
Redaktionelle Verantwortung

Dieser Beitrag wurde von der internen MOOCI-Redaktion erstellt, inhaltlich geprüft und freigegeben. Bei der Recherche und Aufbereitung setzen wir auch KI-gestützte Werkzeuge ein; jeder Text wird vor der Veröffentlichung von unserer Redaktion fachlich gegengelesen. Die redaktionelle Verantwortung trägt Nadja Sukalia, Content Managerin bei MOOCI. Die medizinische Prüfung erfolgt durch Ärztinnen und Ärzte aus unserem Fachnetzwerk.

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Letzte Aktualisierung: 28.09.2026

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