Relfydess ist eines der neuesten Botulinumtoxin-Präparate auf dem Markt und wird bereits als möglicher Konkurrent zu klassischen Produkten wie Botox gehandelt.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist Relfydess und wie funktioniert es?
- Wie unterscheidet sich Relfydess von Botox, Dysport und Bocouture?
- Welche Anwendungsbereiche sind für Relfydess vorgesehen?
- So läuft die Behandlung ab
- Welche Studienergebnisse liegen zu Relfydess vor?
- Wann ist Relfydess in Österreich, Deutschland und der Schweiz verfügbar?
- Was kostet eine Behandlung mit Relfydess?
- Worauf man achten sollte
- Welche Nebenwirkungen und Risiken sind bekannt?
- Bringt Relfydess echten Mehrwert oder ist es nur ein zusätzlicher Player?
- Häufige Fragen zu Relfydess
Relfydess ist eines der neuesten Botulinumtoxin-Präparate auf dem Markt und wird bereits als möglicher Konkurrent zu klassischen Produkten wie Botox gehandelt. Für Dich stellt sich dabei wahrscheinlich die Frage: Handelt es sich wirklich um eine spürbare Weiterentwicklung oder eher um eine weitere Variante eines bekannten Wirkprinzips?
Mehr zu Botulinumtoxin-Behandlungen und Alternativen findest Du in unseren Ratgebern zu Traptox und Lip Flip.
Was ist Relfydess und wie funktioniert es?
Relfydess ist ein Botulinumtoxin Typ A, das von Galderma entwickelt wurde – einem Unternehmen, das bereits mit Dysport einen etablierten Player im Bereich der Faltenbehandlung im Portfolio hat. Das Präparat blockiert die Freisetzung von Acetylcholin an der neuromuskulären Endplatte, wodurch die Muskelkontraktion vorübergehend gehemmt wird. Dieser Mechanismus ist identisch mit dem anderer Botulinumtoxine wie <a href=“/faltenbehandlungen/botox/“>Botox</a>, Bocouture oder eben Dysport. Es sorgt dafür, dass Mimikfalten, die durch wiederholte Muskelaktivität entstehen, geglättet werden.
Die Injektionslösung liegt als sterile Fertigformulierung vor, was die Handhabung in der Praxis erleichtert. Die Dosierung erfolgt in Einheiten, wobei die Äquivalenz zu anderen Präparaten noch nicht abschließend standardisiert ist. Galderma selbst betont eine hohe Reinheit des Wirkstoffs und eine präzise Formulierung, die unerwünschte Diffusion minimieren soll. Ob diese Eigenschaften tatsächlich zu messbaren klinischen Vorteilen führen, wird sich in der breiten Anwendung zeigen müssen.
Wie unterscheidet sich Relfydess von Botox, Dysport und Bocouture?
Der Markt für Botulinumtoxine ist hart umkämpft. Botox von Allergan gilt seit Jahrzehnten als Goldstandard, Dysport hat sich durch schnelleren Wirkungseintritt profiliert, Bocouture punktet mit minimaler Proteinlast, und Daxxify wirbt mit verlängerter Wirkdauer durch Peptid-Stabilisierung. Relfydess positioniert sich irgendwo dazwischen: Galderma verspricht eine ausgewogene Balance aus schnellem Wirkungseintritt, stabiler Wirkung und guter Verträglichkeit.
Konkrete Unterschiede liegen vor allem in der Formulierung des Produkts. Relfydess verzichtet auf humane oder tierische Proteine, was das Risiko immunologischer Reaktionen theoretisch senken könnte. Die Diffusionscharakteristik, also wie weit sich das Toxin vom Injektionspunkt ausbreitet, wird als kontrolliert beschrieben, was präzisere Ergebnisse ermöglichen soll. In klinischen Studien zeigte sich ein Wirkungseintritt nach zwei bis drei Tagen, was im Bereich des Üblichen liegt. Die Wirkdauer beträgt etwa drei bis vier Monate und entspricht damit der gängigen Erwartung.
Ein echter Paradigmenwechsel ist Relfydess also nicht. Es ist vielmehr ein zusätzliches Werkzeug, das Ärzten mehr Flexibilität in der individuellen Therapieplanung bieten kann. Für Patienten bedeutet das: Wer mit seinem aktuellen Botulinumtoxin zufrieden ist, hat keinen zwingenden Grund zum Wechsel. Wer aber aus medizinischen oder präferenziellen Gründen eine Alternative sucht, findet mit Relfydess möglicherweise eine passende Option.
Welche Anwendungsbereiche sind für Relfydess vorgesehen?
Relfydess wird aktuell vor allem in der ästhetischen Medizin zur Faltenunterspritzung eingesetzt. Im Mittelpunkt stehen sogenannte mimische Falten, also Linien, die durch wiederholte Muskelbewegungen im Gesicht entstehen. Wenn Du zum Beispiel oft die Stirn runzelst oder die Augen zusammenkneifst, entstehen genau diese Falten mit der Zeit.
Relfydess kommt bei klassischen Bereiche, die auch von anderen Botulinumtoxin-Behandlungen bekannt sind, zum Einsatz. Dazu gehören etwa Glabellafalten (Zornesfalten). Das sind die vertikalen Linien zwischen den Augenbrauen. Sie entstehen vor allem durch häufiges Stirnrunzeln und zählen zu den häufigsten Gründen für eine Behandlung.
Außerdem wird Relfydess bei horizontalen Stirnfalten eingesetzt. Diese Linien bilden sich, wenn Du die Augenbrauen hebst. Auch sie gehören zu den Standardzonen in der ästhetischen Medizin. Beide Bereiche sind besonders gut untersucht und stehen deshalb aktuell im Fokus der Anwendung.
Wie bei anderen Wirkstoffen aus dieser Gruppe könnten sich die Einsatzbereiche in Zukunft erweitern. Denkbar sind unter anderem:
- Krähenfüße rund um die Augen
- Feine Lippenfältchen
- Bunny Lines auf der Nase
Auch medizinische Anwendungen sind grundsätzlich möglich, etwa bei Hyperhidrose (übermäßiges Schwitzen) und Migräne. Hier gilt aber: Für solche Anwendungen braucht es eigene Studien und Zulassungen. Aktuell liegt der Schwerpunkt klar auf der ästhetischen Faltenbehandlung.
So läuft die Behandlung ab
Die Behandlung mit Relfydess ist unkompliziert und lässt sich gut in den Alltag einbauen. In der Regel dauert sie nur etwa zehn bis 15 Minuten und erfolgt ambulant in der Praxis. Eine Betäubung ist meist nicht notwendig, da mit sehr feinen Nadeln gearbeitet wird.
Zuerst findet ein Beratungsgespräch mit dem behandelnden Arzt statt. Dabei besprichst Du mit dem Arzt Deine Wünsche, mögliche Risiken und ob die Behandlung für Dich geeignet ist. Anschließend werden die zu behandelnden Muskelbereiche im Gesicht markiert. Das Präparat wird dann gezielt in diese Areale injiziert.
Wie viele Einstiche nötig sind, hängt von der Region ab. Bei Zornesfalten sind es meist rund fünf Injektionspunkte, im Stirnbereich können es auch mehr sein. Die Dosierung wird individuell festgelegt und richtet sich nach Faktoren wie Muskelstärke, Hautbeschaffenheit und dem gewünschten Ergebnis. Ziel ist immer eine natürliche Glättung, ohne dass Deine Mimik starr wirkt.
Nach der Behandlung können leichte Rötungen oder kleine Schwellungen an den Einstichstellen auftreten. Diese verschwinden in der Regel schnell wieder. Für ein paar Stunden solltest Du auf Sport, Hitze wie Sauna oder Solarium und auch auf das Hinlegen verzichten, damit sich der Wirkstoff nicht ungewollt verteilt.
Die ersten Effekte zeigen sich meist nach zwei bis drei Tagen, das endgültige Ergebnis ist nach etwa zwei Wochen sichtbar. Die Wirkung hält in der Regel drei bis vier Monate an. Wenn Du das Ergebnis erhalten möchtest, kann die Behandlung anschließend aufgefrischt werden.
Je nach Ausgangssituation kann es sinnvoll sein, die Behandlung mit anderen Methoden zu kombinieren, etwa mit Microneedling oder Hyaluronsäure. Dadurch lässt sich das Gesamtergebnis oft noch weiter verbessern. Wichtig ist auch hier eine individuelle Einschätzung durch einen erfahrenen Arzt.
Welche Studienergebnisse liegen zu Relfydess vor?
Die FDA-Zulassung basiert auf mehreren Phase-III-Studien, in denen Relfydess an mehreren hundert Probanden getestet wurde. Die Verbesserung der Glabellafalten wurde anhand standardisierter Skalen (wie der Facial Wrinkle Scale) bewertet. Ergebnisse zeigen, dass ein signifikanter Anteil der Behandelten nach zwei Wochen eine deutliche Reduktion der Falten aufwies. Die Wirkung hielt im Median etwa drei bis vier Monate an, was dem Durchschnitt anderer Botulinumtoxine entspricht.
Sicherheitsdaten sind ermutigend: Schwere Nebenwirkungen traten in den Studien nicht gehäuft auf. Die häufigsten unerwünschten Ereignisse waren vorübergehende Kopfschmerzen, leichte Ptosis (Herabhängen des Oberlids) in Einzelfällen und lokale Reaktionen an der Injektionsstelle. Das Profil unterscheidet sich kaum von dem etablierter Präparate. Langzeitdaten fehlen naturgemäß noch, werden aber in Post-Marketing-Studien erhoben.
Interessant ist die Frage nach der Immunogenität: Wiederholte Injektionen von Botulinumtoxinen können in seltenen Fällen zur Bildung neutralisierender Antikörper führen, was die Wirksamkeit reduziert. Galderma argumentiert, dass die spezifische Formulierung von Relfydess dieses Risiko minimiert. Belastbare Daten hierzu werden jedoch erst nach mehrjährigem Einsatz vorliegen.
Wann ist Relfydess in Österreich, Deutschland und der Schweiz verfügbar?
Relfydess ist mittlerweile in der DACH-Region zugelassen und verfügbar. In Deutschland wurde das Präparat bereits im September 2024 eingeführt. In der Schweiz folgte die Zulassung durch Swissmedic im März 2025. Auch in Österreich ist Relfydess inzwischen zugelassen und kann in spezialisierten Praxen angewendet werden.
Das Präparat ist grundsätzlich verfügbar, wird aber noch nicht in jeder Praxis routinemäßig eingesetzt. Viele Anbieter integrieren neue Produkte schrittweise in ihr Behandlungsspektrum. Wenn Du Dich für Relfydess interessierst, frag am besten direkt bei Deiner Praxis nach, ob bereits damit gearbeitet wird.
Was kostet eine Behandlung mit Relfydess?
Da Relfydess noch relativ neu auf dem Markt ist, gibt es keine einheitlichen Preise. In der Regel orientieren sich die Kosten aber an anderen Botulinumtoxin-Behandlungen.
Typische Richtwerte sind:
- etwa 250 bis 500 Euro pro Behandlungszone
- abhängig von Region, Praxis und eingesetzter Menge
Einige Praxen bieten zu Beginn auch Einführungsangebote an.
Worauf man achten sollte
Auch wenn neue Wirkstoffe spannend klingen, gilt: Nicht jedes Produkt ist automatisch die beste Wahl für Dich.
Ein erfahrener Arzt wird Dich individuell beraten und Dir erklären:
- ob Relfydess für Dich geeignet ist
- wie es sich von anderen Präparaten unterscheidet
- welche Ergebnisse realistisch sind
Die Entscheidung sollte immer auf einer fundierten medizinischen Einschätzung basieren, nicht auf Marketing oder Trends.
Welche Nebenwirkungen und Risiken sind bekannt?
Wie bei allen Botulinumtoxinen können auch bei Relfydess Nebenwirkungen auftreten. Die häufigsten sind lokale Reaktionen wie etwa Rötungen, leichte Schwellungen oder blaue Flecken an der Einstichstelle. Diese sind meist harmlos und verschwinden innerhalb von ein bis zwei Tagen. Gelegentlich treten Kopfschmerzen auf, die symptomatisch behandelt werden können.
Seltener, aber relevanter ist das Risiko einer Ptosis. Das ist ein vorübergehendes Herabhängen des Oberlids, wenn das Toxin in benachbarte Muskeln diffundiert. Dieses Phänomen tritt bei etwa einem bis drei Prozent der Behandelten auf und bildet sich nach einigen Wochen zurück. Eine präzise Injektionstechnik minimiert dieses Risiko erheblich. Auch asymmetrische Ergebnisse sind möglich, lassen sich jedoch meist durch eine Nachkorrektur ausgleichen.
Kontraindikationen umfassen Schwangerschaft, Stillzeit, neuromuskuläre Erkrankungen (wie Myasthenia gravis) sowie akute Infektionen im Behandlungsareal. Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten, etwa Aminoglykosid-Antibiotika oder Muskelrelaxanzien, müssen im Vorgespräch geklärt werden. Ein seriöser Arzt wird deine medizinische Vorgeschichte genau erfassen und nur bei geeigneten Voraussetzungen behandeln.
Bringt Relfydess echten Mehrwert oder ist es nur ein zusätzlicher Player?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Für die Mehrheit der Patienten dürfte Relfydess keine spürbare Verbesserung gegenüber etablierten Produkten bringen. Die Wirkdauer, der Wirkungseintritt und das Sicherheitsprofil liegen im üblichen Rahmen. Dennoch kann das Präparat in bestimmten Situationen Vorteile bieten: Wenn Du etwa auf andere Botulinumtoxine mit Unverträglichkeiten reagiert hast, könnte die alternative Formulierung eine Lösung sein. Auch Ärzte schätzen es, mehrere Optionen zur Verfügung zu haben, um individuell auf Patientenbedürfnisse eingehen zu können.
Aus Marketingsicht ist Relfydess ein strategischer Schachzug von Galderma, um den eigenen Marktanteil zu sichern und das Portfolio zu diversifizieren. Für Dich als Patient bedeutet das: mehr Auswahl, potenziell mehr Wettbewerb und möglicherweise günstigere Preise. Ob Relfydess langfristig Bestand hat, hängt davon ab, wie es sich im klinischen Alltag bewährt und ob es von Ärzten und Patienten gleichermaßen angenommen wird.
Ein weiterer Aspekt ist die kontinuierliche Weiterentwicklung in der ästhetischen Medizin. Während Relfydess auf bewährten Wirkmechanismen basiert, arbeiten andere Hersteller an Innovationen wie länger wirkenden Formulierungen, topischen Applikationen oder Kombinationspräparaten. Der Markt ist dynamisch, und neue Produkte müssen sich behaupten. Relfydess hat das Potenzial, ein solider Begleiter zu werden – ein Durchbruch ist es jedoch nicht.
Häufige Fragen zu Relfydess
Dieser Beitrag wurde von der internen MOOCI-Redaktion erstellt, inhaltlich geprüft und freigegeben. Bei der Recherche und Aufbereitung setzen wir auch KI-gestützte Werkzeuge ein; jeder Text wird vor der Veröffentlichung von unserer Redaktion fachlich gegengelesen. Die redaktionelle Verantwortung trägt Nadja Sukalia, Content Managerin bei MOOCI. Die medizinische Prüfung erfolgt durch Ärztinnen und Ärzte aus unserem Fachnetzwerk.
