Der Adamsapfel ist ein deutlich sichtbares Merkmal in der Mitte des Halses. Er bewegt sich beim Sprechen und Schlucken mit und lässt sich durch Kleidung oder Make up nur schwer verbergen. Für viele trans Frauen ist seine Verkleinerung deshalb ein wichtiger Schritt. Auch cis Männer und cis Frauen können sich an einem stark ausgeprägten Kehlkopfvorsprung stören. Die Operation wird fachlich Chondrolaryngoplastik genannt. Dabei wird der hervorstehende Knorpel vorsichtig abgetragen, damit die Halskontur flacher und weicher wirkt. Der Eingriff ist vergleichsweise überschaubar und kann häufig ambulant durchgeführt werden. Wichtig ist jedoch, dass die Operation nur die äußere Form des Kehlkopfs verändert. Die Stimme wird dadurch nicht höher. Außerdem lässt sich der Adamsapfel nicht immer vollständig entfernen, da der Ansatz der Stimmlippen geschützt werden muss.
Auf einen Blick: Adamsapfel entfernen
Was wird gemacht?
Bei der Adamsapfelreduktion trägt der Arzt den vorspringenden Teil des Schildknorpels ab und glättet die Kontur des Halses.
Wie erfolgt der Zugang?
Der Eingriff erfolgt meist über einen kleinen Schnitt in einer natürlichen Halsfalte. Die Narbe wird mit der Zeit in der Regel unauffälliger.
Verändert sich die Stimme?
Die Stimmlage soll sich durch die Operation nicht verändern. Wie viel Knorpel sicher entfernt werden kann, hängt vom Ansatz der Stimmlippen ab.
Wie lange dauert die OP?
Die Operation dauert meist etwa 45 bis 60 Minuten, wird unter Vollnarkose durchgeführt und ist häufig ambulant möglich.
Was ist der Adamsapfel?
Der Adamsapfel ist der sichtbare Teil des Schildknorpels. Dieser Knorpel bildet den größten Abschnitt des Kehlkopfs und schützt die dahinterliegenden Stimmlippen. Während der Pubertät wächst der Kehlkopf unter dem Einfluss von Testosteron. Dabei wird der Winkel des Schildknorpels spitzer und tritt häufig deutlicher hervor. Gleichzeitig verlängern sich die Stimmlippen, wodurch die Stimme tiefer wird.
Wie sichtbar der Adamsapfel ist, unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. Entscheidend sind unter anderem die Form des Knorpels, der Körperbau, die Halslänge und die Verteilung des Fettgewebes. Bei einem schlanken Hals fällt der Vorsprung meist stärker auf. Auch bei cis Frauen kann er von Natur aus sichtbar sein. Für die Operation ist besonders die Innenseite des Schildknorpels wichtig. Dort sind die Stimmlippen an der sogenannten vorderen Kommissur befestigt. Dieser Ansatz bestimmt, wie viel Knorpel sicher entfernt werden kann.
Für wen eignet sich der Eingriff?
Die Adamsapfelreduktion wird besonders häufig bei trans Frauen durchgeführt, die den sichtbaren Kehlkopfvorsprung als störend oder belastend empfinden. Sie kann als einzelner Eingriff oder zusammen mit weiteren Operationen zur Gesichtsfeminisierung erfolgen.
Auch cis Männer mit einem sehr ausgeprägten Adamsapfel können sich für eine Verkleinerung entscheiden. Dasselbe gilt für cis Frauen, bei denen der Schildknorpel deutlich sichtbar ist.
Wie flach der Hals nach der Operation werden kann, hängt von Deiner persönlichen Anatomie ab. Der Schildknorpel darf nur so weit abgetragen werden, dass der Ansatz der Stimmlippen sicher erhalten bleibt. Eine vollständig glatte Halskontur ist deshalb nicht in jedem Fall möglich.
Im Beratungsgespräch untersucht der Arzt Deinen Hals und erklärt Dir, welches Ergebnis realistisch ist. Bei Bedarf kann zusätzlich eine Bildgebung oder eine Untersuchung des Kehlkopfs sinnvoll sein.

Wie bereite ich mich auf den Eingriff vor?
Vor der Operation untersucht der Arzt die Form des Kehlkopfs und bespricht mit Dir das gewünschte Ergebnis. Dabei sollte auch geklärt werden, ob Du Beschwerden mit der Stimme oder beim Schlucken hast. Informiere den Arzt über alle Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, die Du einnimmst. Präparate, die die Blutgerinnung beeinflussen, müssen möglicherweise vorübergehend pausiert werden. Setze verschriebene Medikamente jedoch niemals ohne ärztliche Rücksprache ab.
Für die Vollnarkose musst Du am Operationstag nüchtern erscheinen. Außerdem solltest Du vor und nach dem Eingriff möglichst auf Nikotin verzichten, da es die Durchblutung verschlechtert und die Wundheilung beeinträchtigen kann. Plane für die ersten Tage etwas Ruhe ein. Die Schwellung am Hals kann anfangs sichtbar sein. Ein lockerer Schal kann sie verdecken, darf aber keinen Druck auf die Wunde ausüben.
Wenn Du beruflich viel sprichst oder singst, solltest Du den Termin so legen, dass Du Deine Stimme einige Tage schonen kannst. Eine vollständige Stimmruhe ist normalerweise nicht notwendig. Werden gleichzeitig weitere Eingriffe zur Gesichtsfeminisierung geplant, sollte vorab geklärt werden, ob sie in derselben Narkose durchgeführt werden können. Das kann zusätzliche Operationstermine und Kosten vermeiden.
Wie läuft die Adamsapfelreduktion ab?
Die Operation wird meist ambulant unter Vollnarkose durchgeführt und dauert ungefähr 45 bis 60 Minuten. Der Arzt setzt einen kleinen Schnitt in eine natürliche Falte am Hals. Häufig liegt er etwas oberhalb des Kehlkopfs in Richtung Kinn, damit die spätere Narbe möglichst wenig auffällt. Einige Zentren bieten auch einen Zugang über den Mund an. Diese Methode ist jedoch weniger verbreitet.
Über den Schnitt legt der Arzt den Schildknorpel frei. Anschließend trägt er den vorspringenden Anteil schrittweise ab und glättet die Kontur. Dabei muss der Ansatz der Stimmlippen sicher geschont werden. Manche Zentren kontrollieren seine Position während der Operation mit einer kleinen Kamera von innen. Mit zunehmendem Alter kann der Schildknorpel härter werden oder teilweise verkalken. Das kann die Bearbeitung etwas aufwendiger machen, verhindert die Operation aber normalerweise nicht.
Nach dem Eingriff wird die Wunde mit feinen Nähten verschlossen und durch einen kleinen Verband geschützt. Selbstauflösende Fäden verschwinden von allein. Andere Fäden werden meist nach etwa einer Woche entfernt. In den ersten Tagen sind Schwellungen, ein Spannungsgefühl und leichte Beschwerden beim Schlucken möglich. Viele können nach wenigen Tagen wieder ihrem normalen Alltag nachgehen.
Verändert der Eingriff die Stimme?
Die Adamsapfelreduktion soll die Stimme nicht verändern. Sie verkleinert nur den von außen sichtbaren Teil des Schildknorpels. Die Stimmlippen selbst werden nicht behandelt. Möchtest Du Deine Stimme höher oder weiblicher klingen lassen, sind andere Behandlungen notwendig. Dazu gehören eine gezielte logopädische Stimmtherapie oder eine Operation an den Stimmlippen. MOOCI erklärt diese Möglichkeiten auf der Seite zur Stimmfeminisierung ausführlicher.
Eine anhaltende Veränderung der Stimme nach der Adamsapfelreduktion wäre keine gewünschte Wirkung, sondern eine mögliche Komplikation. Sie kann entstehen, wenn der Ansatz der Stimmlippen verletzt oder geschwächt wird. Mögliche Folgen sind Heiserkeit, eine instabile Stimme oder eine veränderte Stimmlage. Frage im Beratungsgespräch deshalb, wie der Arzt die Lage der vorderen Kommissur bestimmt und während der Operation schützt. Möchtest Du sowohl den Adamsapfel verkleinern als auch Deine Stimme verändern, solltest Du beide Behandlungen gemeinsam planen lassen. So können die Reihenfolge und mögliche Kombinationen sinnvoll abgestimmt werden.

Lässt sich der Eingriff mit anderen Behandlungen kombinieren?
Die Adamsapfelreduktion lässt sich gut mit anderen Eingriffen kombinieren. Im Rahmen einer Gesichtsfeminisierung wird sie häufig zusammen mit Operationen an Stirn, Kinn oder Kiefer durchgeführt. Dadurch sind nur eine Narkose, ein Klinikaufenthalt und eine gemeinsame Erholungsphase notwendig.
Auch eine Kombination mit einer Halsstraffung oder der Behandlung eines Doppelkinns ist möglich. Das kann sinnvoll sein, wenn nicht nur der Adamsapfel, sondern die gesamte Halskontur verändert werden soll.
Besonders sorgfältig muss die Kombination mit einer Operation an den Stimmlippen geplant werden. Beide Eingriffe finden am Kehlkopf statt. Manche Zentren führen sie gemeinsam durch, andere empfehlen einen zeitlichen Abstand, damit die Stimme und die äußere Kontur getrennt beurteilt werden können.
Wenn Du weitere Eingriffe planst, solltest Du das bereits im ersten Beratungsgespräch ansprechen. So kann der Arzt eine sinnvolle Reihenfolge festlegen und prüfen, welche Behandlungen sich sicher miteinander verbinden lassen.
Welche Risiken gibt es bei einer Adamsapfelreduktion?
In den ersten Tagen sind Schwellungen, ein Druckgefühl und leichte Beschwerden beim Schlucken normal. Auch vorübergehende Heiserkeit oder das Gefühl, einen Fremdkörper im Hals zu haben, können auftreten. Diese Beschwerden bilden sich meist von selbst zurück.
Selten kann es zu Nachblutungen, Infektionen oder Wundheilungsstörungen kommen. Die Narbe kann auffälliger bleiben als gewünscht, und manchmal ist nach der Heilung noch eine kleine Kante des Schildknorpels sicht- oder tastbar.
Die wichtigste mögliche Komplikation betrifft die Stimme. Wird zu viel Knorpel entfernt und dabei der Ansatz der Stimmlippen verletzt, können anhaltende Heiserkeit, eine instabile Stimme oder eine Veränderung der Stimmlage entstehen. Solche Komplikationen sind selten, können aber dauerhaft sein.
Das Risiko hängt deshalb stark von der Erfahrung des Arztes ab. Geeignete Ansprechpartner sind erfahrene Fachärzte aus der Plastischen Chirurgie oder der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde sowie Zentren, die eng mit Stimmmedizinern zusammenarbeiten.

Wie sieht die Nachsorge nach einer Adamsapfelreduktion aus?
In den ersten Tagen solltest Du Deinen Hals schonen und regelmäßig vorsichtig kühlen. Deine Stimme darfst Du normal benutzen, solltest langes oder lautes Sprechen aber zunächst vermeiden. Eine vollständige Stimmruhe ist normalerweise nicht notwendig. Auf Sport, schweres Heben und körperlich anstrengende Tätigkeiten solltest Du etwa zwei Wochen verzichten. Wann Du wieder vollständig belastbar bist, hängt vom Heilungsverlauf und möglichen Begleiteingriffen ab.
Nach abgeschlossener Wundheilung kannst Du mit der Narbenpflege beginnen. Silikonpräparate können die Narbenreifung unterstützen. Zusätzlich solltest Du die Narbe mehrere Monate konsequent vor Sonne schützen, damit sie sich nicht dauerhaft dunkel verfärbt.
Eine erste Veränderung ist direkt nach der Operation sichtbar. Anfangs wird das Ergebnis jedoch noch durch die Schwellung verdeckt. Die endgültige Halskontur lässt sich meist nach zwei bis drei Monaten beurteilen. Der entfernte Knorpel wächst nicht wieder nach. Das Ergebnis ist daher dauerhaft.
Bei den Kontrollterminen überprüft der Arzt die Wundheilung, die Halskontur und Deine Stimme. Bleibt die Stimme über mehrere Wochen heiser oder verändert, sollte sie von einem Hals Nasen Ohren Arzt oder einem Spezialisten für Stimmstörungen untersucht werden.
Was kostet eine Adamsapfelreduktion?
Als einzelner Eingriff kostet eine Adamsapfelreduktion in Deutschland und Österreich meist etwa 2.500 bis 5.000 Euro. In der Schweiz liegen die Preise häufig höher. Wird die Operation zusammen mit weiteren Eingriffen zur Gesichtsfeminisierung durchgeführt, kann sie anteilig günstiger sein. Kosten für Narkose und Klinikaufenthalt fallen dann nicht noch einmal vollständig an. Lass Dir vor der Operation einen vollständigen Kostenplan geben. Darin sollten die Narkose, der Klinikaufenthalt, die Nachkontrollen und mögliche Zusatzkosten enthalten sein.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Die Krankenkassen betrachten die Adamsapfelreduktion häufig als ästhetischen Eingriff. Bei trans Frauen kann eine Kostenübernahme in begründeten Einzelfällen möglich sein. Dafür ist in der Regel ein ausführlicher Antrag mit medizinischen Stellungnahmen notwendig. Beratungsstellen können Dir dabei helfen, die Voraussetzungen und Erfolgsaussichten einzuschätzen.
Für cis Personen ist die Operation normalerweise eine Selbstzahlerleistung.
Bei der Auswahl des Arztes sollte nicht allein der Preis entscheiden. Wichtiger sind die Erfahrung mit diesem Eingriff, die sichere Schonung des Stimmlippenansatzes und eine ehrliche Einschätzung des möglichen Ergebnisses.
Eine geeignete Praxis in Deiner Region findest Du über unsere Arztsuche.
Welche geschlechtsangleichenden Operationen es gibt, welche Voraussetzungen in Österreich, Deutschland und der Schweiz gelten und wer die Kosten übernimmt, fassen wir auf unserer Übersichtsseite zu Geschlechtsangleichende Operationen zusammen.
Stell sie anonym. Die MOOCI-Redaktion prüft jede Frage und holt die Antwort einer Fachärztin oder eines Facharztes ein. Beantwortete Fragen erscheinen hier auf der Seite, ohne Namen. Bei akuten Beschwerden wende Dich bitte direkt an Deine Praxis oder den ärztlichen Notdienst.
Häufige Fragen
Dieser Beitrag wurde von der internen MOOCI-Redaktion erstellt, inhaltlich geprüft und freigegeben. Bei der Recherche und Aufbereitung setzen wir auch KI-gestützte Werkzeuge ein; jeder Text wird vor der Veröffentlichung von unserer Redaktion fachlich gegengelesen. Die redaktionelle Verantwortung trägt Nadja Sukalia, Content Managerin bei MOOCI. Die medizinische Prüfung erfolgt durch Ärztinnen und Ärzte aus unserem Fachnetzwerk.
