Warum sollten neue Beschwerden an einem Implantat abgeklärt werden?
Ein Brustimplantat ist kein lebenslanges Bauteil. Je länger es eingesetzt ist, desto häufiger treten Veränderungen auf. Dazu gehören eine Verhärtung der Bindegewebskapsel um das Implantat (Kapselfibrose), ein Riss der Implantathülle (Ruptur), eine Flüssigkeitsansammlung um das Implantat (Serom) oder eine Entzündung. Diese Veränderungen können auch viele Jahre nach der Operation auftreten.nnNach einer Brustkrebsbehandlung kommt hinzu, dass neue Beschwerden im Bereich der operierten Brust und der Achsel immer ärztlich beurteilt werden sollten. Welche Ursache dahintersteckt, lässt sich nur durch eine Untersuchung klären. Aus Schmerzen, Wärme und Schwellung allein lässt sich keine Ursache ableiten.
Welche Untersuchungen helfen bei der Abklärung?
Der erste Schritt ist meist ein Ultraschall der Brust und der Achsel. Er zeigt, ob sich Flüssigkeit um das Implantat angesammelt hat, ob die Hülle intakt wirkt und ob Lymphknoten verändert sind. Je nach Befund folgt eine Magnetresonanztomographie (MRT), die Implantatrisse und Veränderungen des Gewebes genauer darstellt.nnFindet sich eine neue Flüssigkeitsansammlung, wird sie oft punktiert und im Labor untersucht. Das ist wichtig, weil ein spät auftretendes Serom selten mit einer seltenen Lymphomform zusammenhängt, dem brustimplantat-assoziierten anaplastischen großzelligen Lymphom (BIA-ALCL). Deshalb empfehlen Fachgesellschaften und Behörden, späte Serome immer gezielt abzuklären. Bring zu den Terminen Deinen Implantatpass oder die OP-Unterlagen mit, damit Hersteller und Implantattyp bekannt sind.
Wann musst Du sofort ärztliche Hilfe suchen?
Warte nicht auf einen regulären Termin, wenn Fieber, Schüttelfrost, eine deutliche Rötung, eine rasch zunehmende Schwellung, starke Schmerzen oder Atemnot auftreten. Das können Zeichen einer Entzündung oder einer anderen akuten Veränderung sein, die rasch behandelt werden muss.nnIn Österreich erreichst Du die telefonische Gesundheitsberatung unter 1450. Sie sagt Dir, wohin Du Dich wenden kannst. Im Notfall wählst Du die Rettung unter 144.
An wen wendest Du Dich mit den Befunden?
Erste Anlaufstelle ist die Einrichtung, die Dich nach der Brustkrebsbehandlung betreut, etwa das Brustzentrum oder Deine Gynäkologin oder Dein Gynäkologe. Für Fragen rund um das Implantat selbst, zum Beispiel einen möglichen Wechsel oder eine Entfernung, sind Fachärztinnen und Fachärzte für Plastische und Ästhetische Chirurgie zuständig.nnNimm die Befunde von Ultraschall und gegebenenfalls MRT zum Gespräch mit. Ob das Implantat gewechselt oder entfernt werden sollte, hängt vom Befund ab und lässt sich erst danach entscheiden.
Stell sie anonym. Die MOOCI-Redaktion prüft jede Frage und holt die Antwort einer Fachärztin oder eines Facharztes ein. Beantwortete Fragen erscheinen hier auf der Seite, ohne Namen. Bei akuten Beschwerden wende Dich bitte direkt an Deine Praxis oder den ärztlichen Notdienst.
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