Die Angelikawurzel, auch Engelwurz genannt, wird seit Jahrhunderten als Heilpflanze verwendet. Besonders bekannt ist sie für ihren würzigen, leicht bitteren Geschmack und ihre Wirkung auf die Verdauung. Sie kann den Appetit anregen und bei Beschwerden wie Völlegefühl, Blähungen und leichten Bauchkrämpfen unterstützen. Verwendet wird vor allem die getrocknete Wurzel der Echten Engelwurz. Sie enthält Bitterstoffe, ätherische Öle und verschiedene Pflanzenstoffe, die die Bildung von Verdauungssäften fördern und die Muskulatur im Magen und Darm entspannen können. Angelikawurzel ist als Tee, Extrakt, Tropfen und Bestandteil von Kräutermischungen erhältlich.
Das Wichtigste in Kürze
- Angelikawurzel wird traditionell bei Völlegefühl, Blähungen, Appetitlosigkeit und leichten Magen Darm Krämpfen verwendet.
- Ihre Bitterstoffe und ätherischen Öle können die Bildung von Verdauungssäften anregen.
- Die Wurzel wird als Tee, Extrakt, Tinktur oder Bestandteil von Kräuteressenzen eingesetzt.
- Bestimmte Inhaltsstoffe können die Haut empfindlicher gegenüber Sonnenlicht machen.
Was ist Angelikawurzel?
Die Angelikawurzel stammt von der Echten Engelwurz mit dem botanischen Namen Angelica archangelica. Die Pflanze gehört zur Familie der Doldenblütler und ist unter anderem mit Fenchel, Anis, Kümmel und Sellerie verwandt. Angelika ist eine kräftige, mehrjährige Pflanze, die je nach Standort mehr als zwei Meter hoch werden kann. Sie besitzt einen hohlen, gerillten Stängel, große gefiederte Blätter und kugelförmige Blütendolden. Die kleinen Blüten sind meist grünlich oder gelblich gefärbt.
Für die Pflanzenheilkunde werden vor allem der getrocknete Wurzelstock und die Wurzeln verwendet. In der Fachsprache wird dieser Pflanzenteil als Angelicae radix bezeichnet. Die Wurzel besitzt einen intensiven, aromatischen Geruch und einen zunächst würzigen, anschließend deutlich bitteren Geschmack. Die Europäische Wissenschaftliche Genossenschaft für Phytotherapie nennt leichte Verdauungskrämpfe, eine träge Verdauung, Blähungen, Völlegefühl und Appetitlosigkeit als typische Anwendungsbereiche.
Woher stammt die Echte Engelwurz?
Die Echte Engelwurz ist hauptsächlich in Nord und Osteuropa sowie in Teilen Asiens verbreitet. Sie bevorzugt kühle und feuchte Standorte. In der Natur wächst sie häufig auf feuchten Wiesen, an Flussufern, in Moorgebieten und an anderen nährstoffreichen Plätzen. Besonders in Skandinavien war die Pflanze früher nicht nur als Heilkraut, sondern auch als Lebensmittel bekannt. Stängel und Blätter wurden als Gemüse verwendet oder haltbar gemacht. Aufgrund ihres intensiven Aromas fand Angelika später auch Eingang in Kräuterliköre, Gewürzmischungen und Süßwaren.
Im Mittelalter galt die Engelwurz zeitweise als besonders wertvolle Schutzpflanze. Einer Legende zufolge soll ein Engel auf ihre Heilkraft hingewiesen haben. Daraus entstanden Namen wie Engelwurz, Erzengelwurz und Brustwurz. Heute wird die Pflanze gezielt angebaut. Für die Herstellung von Tees und Extrakten werden die Wurzeln meist im Herbst geerntet, gereinigt, zerkleinert und schonend getrocknet.

Welche Inhaltsstoffe enthält Angelikawurzel?
Angelikawurzel enthält verschiedene Pflanzenstoffe, die gemeinsam für ihren typischen Geschmack und ihre traditionelle Wirkung verantwortlich sind. Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen gehören:
- Bitterstoffe
- ätherische Öle
- Cumarine
- Furanocumarine
- Phenolsäuren
- Gerbstoffe
Das ätherische Öl enthält vor allem verschiedene Monoterpene und kleinere Mengen an Sesquiterpenen. Diese aromatischen Stoffe prägen den Geruch der Wurzel und können eine entspannende Wirkung auf die Muskulatur des Verdauungstraktes haben.
Bitterstoffe aktivieren bereits im Mund bestimmte Geschmacksrezeptoren. Dadurch wird dem Verdauungssystem signalisiert, dass Nahrung aufgenommen wird. Speichel, Magensaft und weitere Verdauungssekrete können daraufhin verstärkt gebildet werden.
Cumarine und Furanocumarine sind ebenfalls typische Bestandteile der Wurzel. Einige Furanocumarine können die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen. Dieser Punkt ist vor allem bei konzentrierten Präparaten und intensiver Sonnenbestrahlung wichtig.
Wie wirkt Angelikawurzel?
Angelikawurzel wirkt hauptsächlich über ihre Bitterstoffe und ätherischen Öle. Sie kann die Verdauung anregen und gleichzeitig dabei helfen, eine angespannte Muskulatur im Magen und Darm zu entspannen. Auch Magnesium im Alltag trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei. Zu ihren traditionellen Eigenschaften gehören:
- appetitanregend
- verdauungsfördernd
- entblähend
- leicht krampflösend
- magenstärkend
- leicht entzündungshemmend
Die Wurzel kann dadurch besonders nach schweren oder fettreichen Mahlzeiten interessant sein. Sie wird häufig verwendet, wenn sich der Bauch aufgebläht anfühlt, die Verdauung langsam erscheint oder ein unangenehmes Völlegefühl entsteht. Untersuchungen im Labor zeigen unter anderem krampflösende, entzündungshemmende und antimikrobielle Eigenschaften.
Wie kann Angelikawurzel die Verdauung unterstützen?
Die Verdauung beginnt bereits im Mund. Sobald die bitteren Bestandteile der Angelikawurzel auf die Zunge treffen, werden Bitterrezeptoren aktiviert. Der Körper bereitet sich daraufhin auf die Verarbeitung der Nahrung vor. Dabei können mehrere Vorgänge unterstützt werden:
- Die Speichelproduktion wird angeregt. Das erleichtert das Kauen und bildet den ersten Schritt der Verdauung.
- Im Magen können mehr Verdauungssäfte bereitgestellt werden. Dadurch kann Nahrung leichter aufgeschlossen werden.
- Auch die Bildung von Gallenflüssigkeit und weiteren Verdauungssekreten kann angeregt werden. Das ist besonders für die Verarbeitung fettreicher Mahlzeiten wichtig. Für die Leber selbst gilt die Mariendistel als traditioneller pflanzlicher Begleiter.
- Gleichzeitig können die ätherischen Öle dazu beitragen, die Muskulatur im Verdauungstrakt zu entspannen. Das kann bei leichten Krämpfen, Blähungen und einem angespannten Bauch hilfreich sein.
Angelikawurzel wird deshalb häufig bei funktionellen Verdauungsbeschwerden eingesetzt. Damit sind Beschwerden gemeint, für die keine organische Erkrankung als Ursache festgestellt wurde. Wiederkehrende oder starke Beschwerden solltest Du dennoch ärztlich abklären lassen.
Kann Angelikawurzel bei Völlegefühl und Blähungen helfen?
Völlegefühl entsteht häufig nach großen, sehr fettigen oder schnell gegessenen Mahlzeiten. Auch Stress, wenig Bewegung und hastiges Essen können dazu beitragen, dass sich der Magen schwer und überfüllt anfühlt. Angelikawurzel kann die Verdauungssäfte anregen und die Bewegung von Magen und Darm begleiten. Ihre ätherischen Öle besitzen zudem entblähende Eigenschaften. Dadurch können angesammelte Gase leichter weitertransportiert werden.
Bei gelegentlichen Beschwerden kann Angelikawurzel als Tee oder Bestandteil einer Kräutermischung verwendet werden. Treten Blähungen und Völlegefühl jedoch regelmäßig auf, können unter anderem Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Erkrankungen des Magens oder Darms sowie Probleme mit Galle oder Bauchspeicheldrüse dahinterstecken.

Kann Angelikawurzel den Appetit anregen?
Angelikawurzel gehört zu den klassischen Bitterpflanzen. Bitterstoffe werden traditionell verwendet, um den Appetit anzuregen und den Körper auf eine Mahlzeit vorzubereiten. Besonders geeignet sind dafür flüssige Zubereitungen, die bereits vor dem Essen mit den Geschmacksrezeptoren im Mund in Kontakt kommen. Kapseln umgehen diesen bitteren Geschmack teilweise und lösen deshalb nicht zwangsläufig den gleichen unmittelbaren Reiz aus. Eine vorübergehende Appetitlosigkeit kann beispielsweise in stressigen Zeiten oder nach einer Erkrankung auftreten. Hält sie länger an oder kommt es gleichzeitig zu einem ungewollten Gewichtsverlust, sollte die Ursache medizinisch untersucht werden.
Wie wird Angelikawurzel angewendet?
Angelikawurzel ist in unterschiedlichen Formen erhältlich. Welche Variante für Dich geeignet ist, hängt von Deinem Ziel und Deinen persönlichen Vorlieben ab.
Wie wird Angelikawurzeltee zubereitet?
Für einen Tee wird die getrocknete und zerkleinerte Wurzel mit heißem Wasser übergossen. Da die genaue Menge vom jeweiligen Produkt abhängt, solltest Du die Zubereitungsempfehlung auf der Verpackung beachten. Der Tee kann vor dem Essen getrunken werden, wenn der Appetit angeregt werden soll. Bei Völlegefühl oder Blähungen bietet sich die Einnahme nach einer Mahlzeit an. Angelikawurzeltee schmeckt würzig, aromatisch und deutlich bitter. Er lässt sich gut mit Fenchel, Kümmel, Anis, Löwenzahn oder Schafgarbe kombinieren.
Wie werden Angelikatropfen und Extrakte verwendet?
Flüssige Extrakte und Tropfen enthalten die Pflanzenstoffe in konzentrierter Form. Sie können je nach Produkt pur oder mit Wasser verdünnt eingenommen werden. Die genaue Konzentration unterscheidet sich von Produkt zu Produkt. Halte Dich deshalb an die jeweilige Verzehr oder Dosierungsempfehlung. Mehr Tropfen führen nicht automatisch zu einer besseren Wirkung. Angelikawurzel wird außerdem häufig mit anderen Bitterpflanzen kombiniert. Solche Mischungen können verschiedene Bereiche der Verdauung gleichzeitig ansprechen.
Wie wird Angelikawurzel in Bittertropfen eingesetzt?
In Bittertropfen wird Angelikawurzel meist mit weiteren bitteren und aromatischen Pflanzen kombiniert. Dazu gehören beispielsweise Enzian, Löwenzahn, Wermut, Bitterfenchel und Tausendgüldenkraut. Die Bitter Kräuter Essenz bitter kiss von BioBloom enthält Angelikawurzel zusammen mit Löwenzahnwurzel, Enzianwurzel, Schafgarbe, Ingwer, Bitterfenchel, Pomeranzenschalen, Wermut, Schwarzkümmel, Kardamom und weiteren Pflanzenextrakten. Die Rezeptur ist alkohol und zuckerfrei und enthält zusätzlich Chrom. Chrom trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutzuckerspiegels bei. Die Tropfen können in eine bewusste Routine nach dem Essen oder in Momenten integriert werden, in denen das Verlangen nach Süßem besonders groß ist.
Welche Bedeutung hat Angelikawurzel für Longevity?
Eine gut funktionierende Verdauung ist wichtig, damit Nährstoffe aufgenommen und Mahlzeiten gut vertragen werden. Angelikawurzel kann diesen Bereich unterstützen und dadurch eine ausgewogene, pflanzenreiche Ernährung ergänzen. Ähnlich fügt sich auch Schwarzkümmel als pflanzlicher Baustein in einen bewussten Longevity-Alltag ein.
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Welche Risiken und Nebenwirkungen sind möglich?
Angelikawurzel wird bei sachgemäßer Anwendung meist gut vertragen. Bei empfindlichen Menschen können größere Mengen oder konzentrierte Präparate jedoch Magenreizungen, Übelkeit oder Sodbrennen verursachen. Besonders wichtig ist die mögliche Lichtempfindlichkeit. Die enthaltenen Furanocumarine können in Verbindung mit UV Strahlung Hautreaktionen auslösen. Dazu gehören Rötungen, Juckreiz und Pigmentveränderungen. Nach der Einnahme konzentrierter Präparate solltest Du intensive Sonnenbäder und Solarien vermeiden.
Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollten konzentrierte Angelikawurzelpräparate nur nach medizinischer Rücksprache verwendet werden. Auch bei Magen oder Darmgeschwüren, einer bekannten Allergie gegen Doldenblütler sowie regelmäßiger Medikamenteneinnahme ist eine vorherige Beratung sinnvoll.
Beim Sammeln in der Natur besteht außerdem Verwechslungsgefahr mit giftigen Doldenblütlern. Dazu gehören beispielsweise der Gefleckte Schierling und bestimmte Wasserfenchelarten. Angelikawurzel sollte deshalb nur gesammelt werden, wenn Du die Pflanze zweifelsfrei bestimmen kannst.
Für wen eignet sich Angelikawurzel?
Angelikawurzel kann für Erwachsene interessant sein, die gelegentlich unter Appetitlosigkeit, Blähungen, Völlegefühl oder leichten Verdauungskrämpfen leiden. Sie eignet sich außerdem für Menschen, die Bitterstoffe bewusst in ihre Ernährung integrieren möchten. Tee und Kräuteressenzen können eine einfache Möglichkeit sein, den bitteren Geschmack wieder stärker in den Alltag einzubauen. Bei starken Schmerzen, anhaltender Übelkeit, häufigem Erbrechen, Blut im Stuhl, ungeklärtem Gewichtsverlust oder länger bestehenden Beschwerden solltest Du keine reine Selbstbehandlung durchführen.
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