Kehlkopfentzündung (Laryngitis)

Mehrmals im Jahr werden wir krank und verspüren dabei Symptome wie Halskratzen oder Husten. Dahinter steckt meist ein harmloser grippaler Infekt. Allerdings können auch andere Erkrankungen dahinter stecken, wie zum Beispiel die Kehlkopfentzündung. Sie kann durch Viren, Bakterien, Allergene, Staub oder Ähnliches ausgelöst werden und kann chronisch oder akut verlaufen. Es handelt sich hierbei um eine Erkrankung, die häufig leicht verläuft und meist innerhalb von ein bis zwei Wochen ausgestanden ist. Einen Sonderfall stellen Kinder dar. Sie erkranken häufiger am sogenannten Pseudokrupp, welcher in den meisten Fällen harmlos ist. Leiden sie aber an einer akuten Kehldeckelentzündung, können die Atemwege stark anschwellen und die Atmung extrem behindern, sodass sofort ein Arzt geholt werden muss.


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Zuletzt aktualisiert: 3. April, 2020



Was versteht die Medizin unter einer Kehlkopfentzündung (Laryngitis)?

Die Laryngitis ist der medizinische Fachausdruck für eine Entzündung des Kehlkopfes. Diese kann sowohl akut (Laryngitis acuta) als auch chronisch (Laryngitis chronica) verlaufen. Die akute Laryngitis dauert in etwa sieben bis 14 Tage, die Laryngitis chronica hingegen dauert länger als drei Wochen und resultiert meist aus einer akuten Entzündung, welche nicht richtig ausgeheilt ist.

Wie sehen die Symptome bei einer Kehlkopfentzündung aus?

Am häufigsten leiden Betroffene an Heiserkeit. Du bemerkst, dass Du Deine Stimme weniger belasten kannst, sie klingt kratzig oder verschwindet komplett, sodass Du nur noch flüstern kannst. Das liegt daran, dass der Kehlkopf mit den Stimmlippen und Stimmbändern für die Lautbildung zuständig ist. Wenn er geschwollen oder belegt ist, ist die Lautbildung kaum oder überhaupt nicht mehr möglich.
 
Neben der Heiserkeit und der Veränderung der Stimme kann sich die Kehlkopfentzündung noch in weiteren Symptomen äußern. Dazu zählen Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Reizhusten, häufiges Räuspern, ein Fremdkörpergefühl im Hals sowie bei einer akuten Kehlkopfentzündung eventuell Fieber.

Kehlkopfentzündung. Am häufigsten leiden Betroffene an Heiserkeit.

Welche Ursachen hat eine Kehlkopfentzündung?

Die Kehlkopfentzündung kann auf verschiedene Ursachen zurückgehen. Meistens liegt der Erkrankung eine Virusinfektion mit Parainfluenza- oder Influenzaviren, Rhino- oder Adenoviren zugrunde. Auf den angegriffenen Schleimhäuten können sich zusätzlich noch Bakterien wie Streptokokken ansiedeln.
 
Besonders bei Menschen, die ihre Stimme stark beanspruchen, kann eine Kehlkopfentzündung in Folge einer Überlastung der Stimmbänder entstehen. Personen, die häufig trockene Luft, Staub, chemische Dämpfe oder reizende Schadstoffe wie Zigarettenrauch einatmen, bekommen leicht eine Kehlkopfentzündung. Die Laryngitis kann sich auch in Folge einer Allergie oder einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung entwickeln.
 
Bei Menschen mit einer verbogenen beziehungsweise verkrümmten Nasenscheidewand ist die Atmung erschwert. Diese Personen atmen dann häufiger durch den Mund und begünstigen somit eine Rachen- oder Kehlkopfentzündung. Ebenfalls ein möglicher Auslöser ist die Refluxkrankheit, also chronisches Sodbrennen. Da dabei immer wieder Magensaft in die Speiseröhre gerät, wird der Kehlkopf gereizt und kann sich entzünden.

Ist eine Kehlkopfentzündung ansteckend?

Abhängig vom Auslöser der Beschwerden kann die Kehlkopfentzündung ansteckend sein. Dies ist der Fall, wenn bei Dir eine Infektion mit Viren und/ oder Bakterien vorliegt. Du kannst Dich anstecken, wenn eine infizierte Person hustet, niest oder spricht. Dabei verteilen sich winzige Tröpfchen in der Luft, die andere Menschen einatmen können und dann ebenfalls erkranken.
 
Aber selbst wenn Du Dich ansteckst, bekommst Du nicht zwangsläufig eine Laryngitis. Die Erreger lösen nämlich eine Vielzahl von Erkrankungen aus und können somit auch zu einem Schnupfen, einer Erkältung oder einer Grippe führen. Ebenfalls abhängig vom Erreger ist die Dauer der Ansteckungsgefahr.

Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen?

Prinzipiell ist die Laryngitis eine Erkrankung, die von selbst wieder vollständig abheilt. Sollten sich die Beschwerden nach einigen Tagen nicht bessern oder kommt Fieber hinzu, ist es ratsam, dass Du einen Arzt konsultierst. Wenn bei Dir eine bakterielle Infektion vorliegt, verschreibt er Dir ein Antibiotikum.

Wie diagnostiziert der Arzt eine Kehlkopfentzündung?

Nach dem Anamnesegespräch, in welchem Du dem Arzt Deine Symptome schilderst, folgt die körperliche Untersuchung. Er wirft dazu einen Blick in Deinen Rachen, um zu überprüfen, ob der Hals gerötet ist oder ob die Mandeln angeschwollen sind. Bei Verdacht auf eine Kehlkopfentzündung fragt er Dich nach typischen Symptomen wie Halsschmerzen, Husten oder Heiserkeit.
 
Möglicherweise überweist er Dich im Anschluss an einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Dieser kann sich Deinen Kehlkopf mit einem Laryngoskop ansehen. Es dient speziell dem Betrachten des Kehlkopfes. Außerdem kann der Arzt einen Abstrich des entzündeten Gewebes nehmen und daraus dann den genauen Erreger bestimmen. Mithilfe der Laryngoskopie kann der Arzt auch andere Erkrankungen wie Tuberkulose oder einen Kehlkopftumor ausschließen. Im Zweifel entnimmt der Arzt eine Gewebeprobe der Kehlkopfschleimhaut und lässt sie im Labor auf Zellveränderungen untersuchen.

Wer ist am häufigsten davon betroffen?

Am häufigsten sind Menschen betroffen, die ihre Stimme überdurchschnittlich stark beanspruchen, wie zum Beispiel Lehrer oder Sänger. Auch Personen, die staubiger, trockener Luft oder chemischen Dämpfen ausgesetzt sind, sind gefährdet, eine Kehlkopfentzündung zu entwickeln.
 
Da Zigarettenrauch und Alkohol die Stimmbänder ebenfalls reizt, gehören auch Raucher und Alkoholiker zur Risikogruppe. Wenn Magensaft in die Speiseröhre gerät, reizt er den Kehlkopf. Daher sind Menschen, die an Sodbrennen leiden, ebenfalls häufiger von Kehlkopfentzündungen betroffen.

Am häufigsten sind Menschen betroffen, die ihre Stimme überdurchschnittlich stark beanspruchen, wie zum Beispiel Lehrer oder Sänger.

Was ist der Pseudokrupp?

Dein Arzt muss die subglottische Laryngitis (oder auch Pseudokrupp) vom richtigen Krupphusten abgrenzen. Besonders Kinder im Alter von sechs Monaten bis drei Jahren erkranken an Pseudokrupp. Neben der Heiserkeit leiden Betroffene dabei an bellendem Husten sowie an Schwierigkeiten beim Einatmen.
 
Die Atembeschwerden sind oftmals darauf zurückzuführen, dass die Kehlkopfschleimhaut und die Luftröhre sehr stark angeschwollen sind. In dem Fall, dass der Betroffene nicht genug Luft bekommt, musst Du sofort einen Arzt rufen. Das Kruppsyndrom dauert in der Regel etwa zwei bis 14 Tage, in seltenen Fällen auch länger.
 
Die akute Kehldeckelentzündung ist für Kinder weitaus gefährlicher als der Pseudokrupp. Bei Pseudokrupp ist die Stimme rau, heiser bis tonlos, das Schlucken bereitet keine Probleme und die Temperatur ist lediglich leicht erhöht. Bei der akuten Kehldeckelentzündung hingegen verschlimmern sich die Symptome des Kindes oft sehr schnell.
 
Die Stimme klingt nicht heiser, sondern hell und leise. Die Kinder wollen in diesem Zustand oft nichts trinken, da das Schlucken sehr schmerzhaft ist, vielen läuft außerdem Speichel aus dem Mund. Betroffene haben oft Fieber. Hast Du den Verdacht, dass Dein Kind an einer akuten Kehldeckelentzündung leidet, solltest Du schnellstmöglich ins nächste Krankenhaus oder den Notruf wählen, da die Krankheit bei Kindern sogar tödlich verlaufen kann.

Welche Folgen hat die Kehlkopfentzündung für die Patienten?

In der Regel verläuft die akute Kehlkopfentzündung mild und heilt innerhalb weniger Tage folgenlos aus. Für Patienten ist es allerdings wichtig, sich in dieser Zeit zu schonen, da die Erkrankung ansonsten in die chronische Form übergehen kann. Im weiteren Verlauf können sich dann Schleimhautwucherungen – sogenannte Polypen – bilden.
 
Auch Veränderungen an den Schleimdrüsen sind möglich. Es können sich übermäßig viele bilden oder sie stellen im Gegenteil komplett ihre Funktion ein. Eine längerfristige Auswirkung einer krankhaft veränderten und verdickten Kehlkopfschleimhaut ist die erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Entartung der Zellen. Dies kann im ungünstigsten Fall zu Kehlkopfkrebs führen.

Wie wird die akute Kehlkopfentzündung behandelt?

Bei einer akuten Kehlkopfentzündung, die durch Viren hervorgerufen wurde, kann Dein Arzt lediglich die Symptome lindern. Nur wenn sich zusätzlich Bakterien angesiedelt haben, verschreibt Dir Dein Arzt ein Antibiotikum, welches die Erreger gezielt bekämpft.

Wie wird die chronische Kehlkopfentzündung behandelt?

Für den Arzt ist es schwieriger, eine chronische Laryngitis zu behandeln als eine akute Entzündung des Kehlkopfes. Daher ist es wichtig, dass Du Deine Stimme schonst und Deine Atemwege so wenig wie möglich reizt. Das bedeutet auch, gegebenenfalls mit dem Rauchen aufzuhören und Alkohol und andere toxische Substanzen zu vermeiden.
 
In manchen Fällen verschreiben die Ärzte Kortison-Präparate. Diese wirken entzündungshemmend und abschwellend. Eine chronische Kehlkopfentzündung hängt manchmal mit einem Problem bei der Stimmbildung zusammen. In solchen Fällen überweist Dich Dein Arzt an einen Logopäden. Liegt der chronischen Laryngitis eine andere Erkrankung zugrunde, wie zum Beispiel die Refluxkrankheit, behandelt der Arzt diese. Die Beschwerden des entzündeten Kehlkopfes verschwinden normalerweise, wenn die zugrunde liegende Erkrankung behandelt wird.

Welche Risiken und Komplikationen können auftreten?

Bei einer akuten Laryngitis besteht ein geringes Risiko der Atemnot durch starke Schwellungen. Außerdem kann eine akute Kehlkopfentzündung in eine chronische Entzündung übergehen, wenn Du Dich nicht genügend schonst. Bei einer chronischen Laryngitis besteht das Risiko einer Schleimhautveränderung sowie einer Veränderung der Schleimdrüsen. Aus entarteten Zellen kann sich in manchen Fällen Kehlkopfkrebs bilden.

Bei Kehlkopfentzündung bitte mit dem Rauchen aufhören

Welche Hausmittel helfen bei Laryngitis?

Neben der Therapie, die Dir Dein Arzt verordnet hat, gibt es auch einiges, was Du selbst tun kannst, um die Heilung zu fördern. Versuche, trotz Schluckbeschwerden, möglichst viel zu trinken, und zwar am besten Wasser und keine lauwarmen Kräutertees. Schone Deine Stimme und vermeide trockene und staubige Luft.
 
Falls Du rauchst, solltest Du den Konsum deutlich minimieren, am besten wäre es natürlich, komplett mit dem Rauchen aufzuhören. Verzichte auf heiße und scharfe Speisen sowie auf alkoholische Getränke.
 
Neben diesen Verhaltensregeln kannst Du auch auf Hausmittel zurückgreifen, um die Symptome zu lindern. Inhaliere dazu heißen Wasserdampf und Kochsalzlösungen, um die Atemwege feucht zu halten. Du kannst das Wasser auch mit Eukalyptusöl oder Kamille anreichern. Auch Kartoffel- und Quarkwickel sind oft empfohlene Hausmittel bei einer Laryngitis.

Kann ich die Kehlkopfentzündung vorbeugen?

Du kannst lediglich bestimmten Formen der Kehlkopfentzündung vorbeugen. Vermeide trockene und staubige Luft, falls Du rauchst oder übermäßig Alkohol trinkst, höre am besten damit auf. Wenn Du in einem Beruf arbeitest, in welchem Du Deine Stimme stark belasten musst, trinke viel und schone Deine Stimme so gut es geht.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

In der Regel übernehmen die Krankenversicherungsträger die Kosten für Diagnose und Therapie einer Laryngitis. Informiere Dich am besten bei Deiner Krankenkasse zu eventuellen Selbstbehalten oder Kosten. Wenn Du die Leistungen eines Logopäden in Anspruch nehmen möchtest, solltest Du bei Deinem Versicherungsträger nachfragen, welche Leistungen übernommen werden.


Dauer Dauer

Je nach Behandlungsmethode

Ausfallzeit Ausfallzeit

Keine

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

Das Wichtigste zusammengefasst

Eine Kehlkopfentzündung oder Laryngitis kann durch vielerlei Ursachen entstehen und kann sowohl akut als auch chronisch verlaufen.


Die Kehlkopfentzündung äußert sich durch Heiserkeit, Stimmveränderungen, Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Reizhusten, häufiges Räuspern, Fremdkörpergefühl im Hals sowie eventuell Fieber.


Bei Kindern ist es wichtig, die Kehlkopfentzündung vom sogenannten Pseudokrupp oder der für Kinder gefährlichen Kehldeckelentzündung abzugrenzen. Bei Verdacht auf eine Kehldeckelentzündung solltest Du sofort einen Arzt verständigen.


Schone Dich bei einer Kehlkopfentzündung und höre gegebenenfalls auf zu rauchen, da die Laryngitis ansonsten chronisch werden kann und das Risiko für Kehlkopfkrebs steigt.

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