Fettleber (Steatosis hepatis) 

Bei Menschen, die an einer Fettleber leiden werden vermehrt Fette in der Leber eingelagert. Ursachen sind zumeist ein ungesunder Lebensstil oder die Einnahme bestimmter Medikamente sowie vermehrter Alkoholkonsum. Je nach Ursache unterscheidet man die alkoholische und die nicht-alkoholische Form der Fettleber. Wenn die Fettleber rechtzeitig diagnostiziert wird, heilt die Krankheit in den meisten Fällen ohne Probleme.


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Zuletzt aktualisiert: 28. Februar, 2020



Was versteht die Medizin unter einer Fettleber?

Die Fettleber (Steatosis hepatis) ist eine chronische Lebererkrankung. Die Leberzellen lagern vermehrt Fette (v.a. Triglyceride) ein. Es wird mehr Fett eingelagert, als abgebaut werden kann. Die gesunde Leber hat einen Fettgehalt von unter 5 Prozent. Auf Basis des Ausmaßes der Verfettung der Leber werden verschiedene Schweregrade unterschieden:

  • Leichte Fettleber: Verfettung von weniger als einem Drittel der Leberzellen
  • Mäßige Fettleber: Weniger als zwei Drittel aber mehr als ein Drittel der Leberzellen sind verfettet
  • Schwere Fettleber: Mehr als zwei Drittel der Leberzellen sind verfettet.

Die Fettleber (Steatosis hepatis) ist eine chronische Lebererkrankung

Wie sehen die Symptome einer Fettleber aus?

Zu Beginn der Erkrankung treten keinerlei Symptome auf. Im weiteren Verlauf spüren manche Patienten ein Völle- oder Druckgefühl im rechten Oberbauch, manche vernehmen ein Abgeschlagenheitsgefühl. Auch dauerhaft erhöhte Leberwerte können ein Hinweis für eine Fettleber sein. Kommt es aufgrund der Fettleber zu einem Gallenstau in der Leber, können Symptome wie Juckreiz, sowie eine Gelbfärbung der Augen und der Haut auftreten. Je stärker die Fettleber ausgeprägt ist, umso heftiger sind die Schmerzen, die im rechten Oberbauch auftreten. Ursache für diese Bauchschmerzen ist die Vergrößerung der Leber und die dadurch gedehnte Leberkapsel. Die Leber ist in diesem Fall auch gut durch die Bauchwand ertastbar.

Wie ist der Verlauf einer Fettleber?

Der Verlauf und die Prognose einer Fettleber hängen maßgeblich vom Zeitpunkt der Diagnose ab. In den meisten Fällen heilt die Erkrankung ohne Probleme. Zunächst ist eine Verfettung der Leberzellen nicht gefährlich und mit entsprechender Diät kann eine Fettleber abgebaut werden. Bleibt die Erkrankung aber lange unerkannt und somit unbehandelt, verändert sich die Struktur der Leber. Mögliche Folgeerkrankungen sind Hepatitis (Entzündung der Leber) oder eine Leberzirrhose – dabei kommt es durch die vermehrte Bildung von Bindegewebe zwischen den Leberzellen zu Vernarbungen).

Was sind die Ursachen für eine Fettleber?

Hinsichtlich des Auslösers für die Erkrankung unterscheidet man die alkoholische (ASH) und die nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NASH). Wie der Name schon verrät, ist Alkohol der Auslöser für Erstere. Die nicht-alkoholische Fettleber hingegen ist eine „Wohlstandserkrankung“. Die nicht-alkoholische Form der Fettleber tritt deutlich häufiger auf als die alkoholische Form.

Die alkoholische Form der Fettleber entsteht aufgrund des übermäßigen Konsums von Alkohol. Beim Abbau von Alkohol in der Leber entstehen Fettsäuren, die dort eingelagert werden. Zusätzlich zum Alkoholkonsum erhöhen eine Zuckerkrankheit oder bestehende Fettleibigkeit das Risiko für eine Fettleber.

Die Ursachen für die Entstehung einer Fettleber sind nicht restlos geklärt. Es handelt sich jedoch um ein Missverhältnis zwischen Kalorienzufuhr und Kalorienverbrauch. Wenn der Anteil an Fett, der in der Leber eingelagert wird, größer ist, als jener, der verbrannt wird, bildet sich eine Fettleber. Für die Entstehung dieses Ungleichgewichts gibt es verschiedene Erklärungen. Mögliche Ursachen sind bestimmte Transporteiweiße, die zu viele Fette in die Leber transportieren oder ein Vitamin-B-Mangel, der dazu führt, dass das in der Leber enthaltene Fett nicht richtig verarbeitet wird. Der Verzehr von zu fettigen Speisen fördert die Entstehung einer Fettleber.

Die alkoholische Form der Fettleber entsteht aufgrund des übermäßigen Konsums von Alkohol

Auch im Zuge einer Diabetes-Erkrankung kann es zur Entwicklung einer Fettleber kommen. Bei Diabetes Erkrankten wirkt das Hormon Insulin nicht richtig oder wird nur unzureichend gebildet. Das hat Auswirkungen auf den Fettstoffwechsel: Es werden vermehrt Fette im Körper freigesetzt, dadurch nehmen die Leberzellen vermehrt Fette auf. Das fördert die Entstehung einer Fettleber. Zudem wird mehr Eisen in der Leber eingelagert. Das hat die Entstehung von schädlichen Stoffen zur Folge, die schneller zu einer Entzündung führen. Ebenso können genetische Faktoren oder bestimmte Darmerkrankungen, wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa das Entstehen einer Fettleber begünstigen.

Auch die Einnahme bestimmter Medikamente kann die Bildung einer Fettleber begünstigen. Dazu zählt etwa der Wirkstoff Tamoxifen (wird bei der Brustkrebs-Therapie eingesetzt), sowie synthetische Östrogene oder Steroide. Bestimmte Operationen an Dünndarm, Leber oder Bauchspeicheldrüse können ebenfalls zur Bildung einer Fettleber beitragen, ebenso wie Entzündungen im Darm. In seltenen Fällen wird eine Fettleber auch durch bestimmte Gifte (z.B. Pilzgifte) oder durch Mangelernährung ausgelöst. Eine Sonderform ist die schwangerschaftsbedingte Fettleber.

Wie lässt sich eine Fettleber diagnostizieren?

Zu Beginn der Untersuchung führt der Arzt eine ausführliche Anamnese durch, in der er Fragen zum Alkoholkonsum, der Ernährung, Medikamenteneinnahme, oder einer möglichen Zuckererkrankung abklärt.

Dann wird er Deine Leber abtasten, um festzustellen, ob diese vergrößert ist. Eine Blutanalyse der Leberwerte (Transaminasen, Gamma-GT) kann Aufschluss geben. Auffällige Leberwerte sind aber kein eindeutiges Anzeichen für eine Fettleber. Eine Ultraschalluntersuchung des Oberbauchs macht eine Fettleber sichtbar. Bei einer Fettleber ist die Leber deutlich heller zu sehen, denn Fettgewebe ist dichter und reflektiert den Schall somit stärker. Mithilfe einer Leberbiopsie kann das Ausmaß der Verfettung der Leber festgestellt werden. Unter lokaler Betäubung entnimmt der Arzt eine kleine Gewebeprobe aus der Leber. Diese wird anschließend unter dem Mikroskop untersucht.

Wer ist am häufigsten davon betroffen?

Etwa 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung leiden hierzulande an einer Fettleber. Diese Veränderung der Leber ist somit eine der häufigsten Zivilisationskrankheiten. Bei den meisten zeigen sich erste Symptome im Alter zwischen 40 und 60 Jahren. Aber auch Kinder und Jugendliche können eine Leberverfettung entwickeln. Fast alles Betroffenen leiden auch an Übergewicht, sind häufig zusätzlich zuckerkrank und haben erhöhte Blutfettwerte. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer. Menschen, die am metabolischen Syndrom erkrankten entwickeln zusätzlich häufig eine Fettleber. Übergewichtige Personen haben ein Risiko von 80 Prozent für die Entwicklung einer Fettleber und die Hälfte aller Alkoholkranken entwickelt eine Fettleber.

Welche Folgen hat eine Fettleber für den Betroffenen?

Bleibt eine Fettleber unerkannt und somit unbehandelt kann es zu schweren Leberschäden kommen. Auch die Entstehung anderer Erkrankungen wie Nierenschwäche, Osteoporose, Krebs und Diabetes wird durch eine Fettleber begünstigt.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind wichtig, um die Entwicklung der Krankheit im Auge zu behalten und eine mögliche Leberentzündung oder eine Leberzirrhose rasch zu erkennen

Wie lässt sich eine Fettleber behandeln?

Für die Therapie einer Fettleber ist es zentral, die Ursache zu kennen. Eine spezifische Medikamenten-Therapie zur Behandlung einer Fettleber gibt es nicht. Vielmehr ist es wichtig, die Ursache festzustellen und diese zu beseitigen. Durch die gezielte Veränderung des Lebensstils kann das überschüssige Fett in der Leber abgebaut werden. Sport hilft dabei, Übergewicht zu reduzieren. Ebenso ist eine fettarme Ernährung wichtig. Blutzucker-, Blutdruck- und Blutfettwerte müssen vom Arzt richtig eingestellt werden. Wenn Medikamente die Ursache sind, müssen entsprechend alternative Präparate gefunden werden.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind wichtig, um die Entwicklung der Krankheit im Auge zu behalten und eine mögliche Leberentzündung oder eine Leberzirrhose rasch zu erkennen. Bereits vollständig zerstörtes Leber kann nicht mehr aufgebaut werden. In einem solchen Fall ist eine Lebertransplantation die einzige Behandlungsmöglichkeit.

Welche Komplikationen können auftreten?

Die Prognose ist abhängig vom Zeitpunkt der Diagnose und der Ursache. Patienten mit einer alkoholbedingten Fettleber haben eine schlechtere Prognose. Dennoch kann die Erkrankung restlos abheilen, denn die Leber ist ein regenerationsfähiges Organ. Bleibt die Erkrankung jedoch unbehandelt, kann es zu schweren Komplikationen kommen. Entwickelt sich eine Leberzirrhose kann dies ein Leberversagen nach sich ziehen. Eine Fettleber begünstigt zudem die Entstehung von Nierenschwäche, Osteoporose, Krebs und Diabetes.

Was kann ich selbst gegen eine Fettleber tun?

Die Mitarbeit des Patienten ist entscheidend bei der Therapie einer Fettleber. In den meisten Fällen ist eine Änderung des Lebensstils notwendig, um die Krankheit zu heilen. Besonders wichtig ist die Reduktion von Übergewicht.

Die richtige Ernährung ist ein Schlüsselfaktor. Verzichte auf den Verzehr von zu fettigen Speisen. Achte auf eine kalorienreduzierte, kohlenhydratarme, aber eiweißreiche Ernährung. Es ist besonders wichtig, dass Du ausreichend Lebensmittel, die Omega-3-Fettsäuren enthalten, verzehrst. Dazu zählen in erster Linie Fisch (Thunfisch, Makrele, Lachs, Forelle), Gemüse (Rosenkohl, Bohnen, Spinat, Avocado) aber auch Nüsse (Walnüsse, Mandeln) und Samen (Leinsamen, Chia-Samen). Beim Verzehr von Obst und Fruchtsäften ist Vorsicht geboten, denn Fruchtzucker steigert die Einlagerung von Fetten in der Leber und fördert somit Entzündungen. Ausreichend Bewegung und der Verzicht auf Alkohol sind weitere zentrale Faktoren, mit denen Du zur Besserung der Symptome beitragen kannst.

Wie kann ich eine Fettleber vorbeugen?

Achte auf einen gesunden Lebensstil. Ausreichend Bewegung und eine ausgewogene Ernährung verringern das Risiko der Bildung einer Fettleber maßgeblich.

Achte auf einen gesunden Lebensstil

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für die Diagnose und Behandlung einer Fettleber.


Dauer Dauer

Je nach Erkrankungsfortschritt

Ausfallzeit Ausfallzeit

Je nach Erkrankungsfortschritt

Stationärer Aufenthalt Stationär

Je nach Erkrankungsfortschritt

Das Wichtigste zusammengefasst

Es gibt eine alkoholbedingte und eine nicht-alkoholbedingte Form der Fettleber


Wird die Erkrankung rechtzeitig erkannt und bei entsprechender Umstellung des Lebensstils sind die Aussichten auf ein restloses Abheilen der Erkrankung sehr gut


Bleibt eine Fettleber unbehandelt können schwere Komplikationen auftreten, die zu einem Leberversagen und somit zum Tod führen können


Eine Umstellung des Lebensstils ist der Schlüsselfaktor für die Genesung des Patienten

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