Blasensteine

Ähnlich Gallensteinen können auch die weniger bekannten Blasensteine mitunter quälende Beschwerden verursachen. Obwohl der Körper sie in der Regel von selbst ausschwemmt, kann zur Entfernung eine Operation nötig werden. Alles, was Du über Blasensteine sonst noch wissen musst, erfährst Du hier!


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Zuletzt aktualisiert: 11. Mai, 2020



Hinweis: Dieser Beitrag dient zur Information über Blasensteine. Es ist jedoch möglich, dass einzelne der hier aufgeführten Leistungen noch nicht von unseren Ärzten angeboten werden. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, Dir bald für weitere Behandlungsfelder einen Spezialisten bieten zu können. Bei Fragen zu unserem Leistungsspektrum kannst Du Dich gerne jederzeit bei uns melden!

Was versteht die Medizin unter Blasensteinen?

Die Medizin versteht unter Blasensteinen oder Harnsteinen Kristalle, die sich aufgrund verschiedener Ursachen in der Blase absetzen. Sind die Steine groß und verletzen oder verstopfen die Harnblase, können sie zu starken Schmerzen führen. Fast jede zwanzigste Person leidet in unseren Breitengraden einmal an Blasensteinen. Vor allem in den westlichen Ländern konnten Wissenschaftler in den letzten Jahren eine deutliche Zunahme der Erkrankung verzeichnen.

 

Je nach Beschaffenheit unterscheiden Ärzte verschiedene Arten von Steinen. Diese lassen sich nach der Art der Salze, aus denen sie bestehen, in Kalziumoxalatsteine, Struvitsteine und Uratsteine unterteilen. Eine Unterscheidung liefert hierbei Hinweise auf die Entstehung der Steine und kann bei der Diagnosestellung helfen. Zudem können Ärzte so auch die Therapie gegen die Blasensteine anpassen.

 

Der Stein an sich entsteht, wenn die Konzentration der Salzkristalle in der Blase zunimmt. Diese lagern sich dann aneinander und kristallisieren schließlich. Zu Beginn bilden sie einen kleinen Kristall, der sich nach und nach durch weitere Salzablagerungen vergrößert.

Basensteine

Wie sehen die Symptome bei Blasensteinen aus?

Beschwerden aufgrund von kleinen Blasensteinen bleiben häufig aus. Solange sie klein genug sind, kann Dein Körper sie leicht über die Harnröhre ausscheiden. Die scharfen Kanten der Blasensteine können allerdings zu Verletzungen der Blasenschleimhaut führen. Du leidest in diesen Fällen häufig unter plötzlich auftretenden, kolikartigen Schmerzen im Unterbauch. Diese können zudem in Rücken, Flanken und Geschlechtsorgane ausstrahlen. Verstopft der Stein den Blasenausgang, so kommt es schließlich zum Harnstau. Du kannst in diesen Fällen kein Wasser lassen oder nur wenigen, meist blutigen Urin. Auch das Gefühl eines ständigen Harndrangs und Schmerzen während des Wasserlassens können ihre Ursachen in Blasensteinen haben. Schließlich können die Steine auch zu Entzündungen der Blase und Harnleiter führen. Unbehandelt kann sich diese im ganzen Körper ausbreiten. Zu ihren Symptomen zählen dann unter anderem Fieber und Herzrasen.

Was sind die Ursachen für Blasensteine?

Die Ursachen der Blasensteine sind vielfältig. Vor allem mit der Ernährung verbundene Lebensstilfaktoren spielen hierbei eine deutliche Rolle. Zu fettreiche Ernährung, geringe tägliche Trinkmengen und das Essen von zu viel tierischem Eiweiß fördern die Entstehung der Blasensteine. Neben unzureichenden Trinkmengen begünstigt auch eine regelmäßig verbleibende Menge von Restharn die Bildung von Blasensteinen. So bezeichnen Ärzte den Urin, der nach dem Toilettengang in der Blase verbleibt.

 

Ursache vergrößerter Restharnmengen sind Abflussstörungen der Harnblase. Diese verursacht vor allem eine vergrößerte Vorsteherdrüse oder Prostata. Ebenfalls trägt ein Ungleichgewicht im Calcium-Haushalt entscheidend zur Bildung von Blasensteinen bei. Auch regelmäßige Harnwegsinfektionen und Stoffwechselstörungen wie die Nebenschilddrüsenüberfunktion begünstigen die Erkrankung. Außerdem können auch anatomische Besonderheiten von Blase und Harnleiter eine Ursache für die Steine darstellen. Schließlich spielen auch genetische Erkrankungen eine Rolle in der Bildung von Harnsteinen.

Welche Formen der Harnsteine gibt es?

Die Medizin unterscheidet zwei Formen von Harnsteinen. Entstehen die Steine in der Harnblase selbst, so bezeichnen Ärzte diese als primäre Harnsteine. Haben sie ihren Ursprung dagegen weiter oben im Körper – in der Niere oder den zur Blase führenden Harnleitern – spricht man in der Medizin von sekundären Harnsteinen.

Blasensteine

Was ist der Unterschied zwischen Blasen- und Nierensteinen?

Während sich Blasensteine in der Harnblase ablagern, sprechen Mediziner von Nierensteinen, wenn sich der gleiche Vorgang schon in der Niere abspielt. Auch dort lagern sich, bisher aufgrund ungeklärter Ursache, bei Betroffenen Salzkristalle ab. Diese bilden – im Falle der Nierensteine – schon in der Niere ein sogenanntes Konkrement, also einen Stein. Weil die Niere und die ableitenden Harnwege aber, im Gegensatz zur Blase, viele anatomische Engstelle haben, kommt es häufiger zu Verletzungen und Verstopfung des Ausflußes.  Obwohl sich die Symptome der Blasen- und Nierensteine sehr ähneln, können letztere spezifische Nierenkoliken verursachen. So nennen Mediziner sehr starke Flankenschmerzen, die zumeist mit schwallartiger Übelkeit und Erbrechen verbunden sind.

Welche Folgen haben Blasensteine für die Betroffenen?

Da der Körper Blasensteine in den meisten Fällen ausscheidet, ohne dass Betroffene dies bemerken, bleiben sie oft ohne weitreichende Folgen. Verstopfen sie allerdings die Harnröhre oder verursachen Beschwerden, solltest Du sie entfernen lassen.

Wie diagnostiziert der Arzt Blasensteine?

Die Diagnose der Blasensteine trifft der behandelnde Arzt nach der zu Beginn erhobenen Krankengeschichte mithilfe bildgebender Verfahren. Vor allem Ultraschall sowie Röntgen eignen sich hierbei gut, um Blasensteine darzustellen. Bei beiden Methoden können Strahlenärzte allerdings nur aus Kalzium bestehende Blasensteine erkennen, denn Harnsteine sind nicht röntgendicht und lassen sich somit nicht darstellen. Bei Unsicherheit sollten die behandelnden Ärzte daher zusätzlich eine Computertomografie durchführen. Mithilfe dieser sind alle Steinarten zu erkennen. Schließlich kann auch die Blasenspiegelung zur Diagnose von Blasensteinen beitragen.

Wer ist am häufigsten davon betroffen?

Aufgrund der Ernährungsgewohnheiten und fehlender sportlicher Betätigung leiden deutlich mehr Menschen in Industrienationen unter Blasensteinen. Männer haben hierbei allerdings ein höheres Risiko zu erkranken. Ursächlich dafür ist die Verbindung von Blasensteinen mit der Vergrößerung der männlichen Vorsteherdrüse im Alter. Obwohl alle Altersstufen unter Blasensteinen leiden können, betreffen sie zudem deutlich häufiger Patienten zwischen 40 und 60 Jahren.

Blasensteine

Gibt es auch nicht-invasive Behandlungen?

Die Therapiemöglichkeiten zur Behandlung von Blasensteinen sind vielfältig. Bestimmte Medikamente, die sogenannten Alphablocker, können den Körper bei der Ausscheidung der Steine unterstützen. Auftretende Schmerzen können Ärzte hierbei mit Schmerzmitteln lindern. Dank der Forschung der letzten Jahrzehnte existieren mittlerweile zudem Methoden zur nicht-invasiven Entfernung der Blasensteine.  Hierbei steht vor allem die Zertrümmerung der Steine mithilfe von Ultraschallwellen im Vordergrund. Zur Steinzerstörung benötigen Patienten dank der ESWL oder extrakorporale Stosswellentherapie genannten Methode keine Vollnarkose. Im Gegensatz zu einem operativen Eingriff sind zudem die Risiken sehr gering.

Wann muss invasiv behandelt werden?

Bleiben diese Behandlungen erfolglos oder ist der Stein nicht zu verkleinern, raten Ärzte zu einer Operation. Auch bei besonders großen Blasensteinen solltest du eine operative Entfernung in Betracht ziehen. Bei einer sogenannten Stauungsniere durch Verstopfung des Abflusses müssen Patienten ebenfalls operativ behandelt werden.

Wie verläuft der Eingriff bei der Entfernung der Blasensteine?

Mithilfe einer unter Dämmerschlaf oder Vollnarkose durchgeführten direkten Punktion der Haut können Operateure in der Regel auch größere Blasensteine entfernen. Innerhalb der Blase verkleinert man den Stein hierbei durch Ultraschallwellen und entnimmt schließlich die Steine dank kleiner Werkzeuge.

 

Auch mithilfe der flexiblen Harnleiter-Spiegelung (Ureterorenoskopie) können Fachärzte die meisten Blasensteine entfernen. Hierbei fährt der Arzt durch die Harnröhre in das Körperinnere. Mithilfe von Lichtquelle und kleiner Instrumente kann der Spezialist hiermit nun Blasen- und Nierensteine entfernen.

 

Bleiben diese Therapien ohne Erfolg, so müssen Spezialisten in Einzelfällen eine offene Operation mit größerer Eröffnung der Bauchdecke durchführen, um die Entfernung der Steine zu gewährleisten.

Was muss ich nach dem Eingriff beachten?

Je nach Größe des Eingriffs und Deines Allgemeinzustandes musste Du nach der Operation einige Tage oder auch Wochen auf der Station bleiben. Einige Stunden nach dem Eingriff darfst Du wieder essen und trinken. Körperliche Anstrengung solltest Du jedoch zumindest einen Monat lang vermeiden. Den genauen Ablauf und Rehabilitationsmaßnahmen bespricht ein Arzt vor dem Eingriff mit Dir.

Blasensteine

Welche Risiken und Komplikationen können auftreten?

Obwohl jede Operation mit Risiken verbunden ist, sind die möglichen Komplikationen bei minimalinvasiver chirurgischer Steinentfernung relativ gering. Durch die Punktion der Niere kann der Arzt jedoch eine Blutung auslösen, die allerdings in der Regel nach einem Tag aufhört.

 

Größere, selten vorkommende Operationen bergen dagegen ein erhöhtes Risiko für mitunter schwerwiegende Blutungen. Zudem können Operateure durch den Eingriff Nerven verletzen. Missempfindungen in dem Gebiet sind dann die Folge. Auch Vollnarkosen stellen schließlich, trotz modernster Technik, ein Risiko für die Gesundheit dar und können mit seltenen, jedoch schweren Komplikationen verbunden sein.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Die Krankenkassen übernehmen alle Kosten, die im Rahmen der Therapie der Blasensteine entstehen.


Dauer Dauer

10-30 Minuten

Ausfallzeit Ausfallzeit

Bis zu 7 Tagen

Stationärer Aufenthalt Stationär

Bis zu 2 Tage

Das Wichtigste zusammengefasst

Unter Blasensteinen verstehen Mediziner zu Steinen geformte Ablagerungen verschiedener Salze in der Blase


Die Symptome der Erkrankung umfassen kolikartige Unterbauchschmerzen, Übelkeit, Flankenschmerz sowie allgemeine Entzündungszeichen und blutige Verfärbungen des Urins


Die Ursachen der Blasensteine sind vielfältig und reichen von Lebensstilfaktoren wie Ernährung über Stoffwechselstörungen und Harnwegsinfekte bis zu entzündlichen Darmerkrankungen


Die Diagnostik der Blasensteine erfolgt mithilfe bildgebender Verfahren wie Ultraschall, Röntgen oder CT sowie der Blasenspiegelung. Therapeutische Methoden umfassen die Gabe von steinableitenden Medikamenten, Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWL) und operative Methoden zu Steinentfernung

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